Bücher als spannende Investmentmöglichkeiten (04. November 2011)
Dass ein altes Buch unter Umständen mehr Wert sein kann als jedes andere Wertpapier, Fonds oder Edelmetalle, bewies der Verkauf der ersten arabischen Ausgabe der „Canon medicinae“ von Avicenna (Rom 1593). 1976 erstand der Einlieferer das seltene Werk für damals 3800 DM (Hammerpreis) bei Reiss & Sohn, nach 35 Jahren entschied er sich nun zum Wiederverkauf. Als gestern Abend bei 150.000 Euro der Hammer fiel, entsprach das einer jährlichen Rendite von 220%.
Das teuerste Objekt der Auktionen, die erste italienische Plinius-Ausgabe der „Historia naturalis“ konnte für 195.000 Euro (Hammerpreis) seinen Besitzer wechseln. Die prachtvoll illuminierte Inkunabel aus dem Jahr 1476 erhielt im 19. Jahrhundert einen Meistereinband durch René Simier und gilt als das erste wichtige gedruckte Buch im Bereich der Naturwissenschaften. Einen weiteren überraschenden Zuschlag erzielte mit 120.000 Euro (Taxe 10.000 Euro) eine zeitgenössische oder nur wenig spätere Abschrift des „Reiss Buch gen Jerusalem“ des J. Bundi. Dieses „Tagebuch“ beschreibt die Pilgerfahrt des Abtes des Klosters Disentis (Schweiz) in den Jahren 1591-92 über Korfu und Zypern nach Jaffa und von dort nach Jerusalem.
Der prächtige, reich vergoldete rote Maroquineinband des von G. Targioni Tozzetti erstellten Katalogs des Naturalienkabinetts des Palazzo Pitti in Florenz ziert den Deckel des Sonderkatalogs der Auktion 147 „Ausgewählte Bücher - Inkunabeln“. Bei der prachtvoll gebundenen italienischen Handschrift aus dem Jahr 1763 handelt es sich um ein Geschenkexemplar für Kaiser Franz I. Das Unikat konnte seine Schätzung von 10.000 Euro mit einem Zuschlag von 34.000 Euro mehr als verdreifachen.
Die einzige Ausgabe von N. J. v. Jacquins prachtvoller und seltener Flora Österreichs (Wien 1773) konnte mit 42.000 Euro (Taxe 35.000) für einen Bieter am Telefon zugeschlagen werden; das mit 250 altkolorierten Kupfertafeln versehene Werk „Nederlandsche vogelen“ von C. Nozeman und M. Houttuyn (Amsterdam 1770-1829) übertraf mit einem Zuschlag von 47.000 Euro ebenfalls seine Taxe von 40.000 Euro.
Auch die am Mittwochvormittag begonnene Auktion mit Reisewerken, Atlanten und Landkarten begann überaus erfolgreich. Zwar hatte sich in den letzten Jahren ein Anstieg der Preise im Bereich der alten Reisefotografie abgezeichnet, jedoch wurde ein Album mit 12 Aufnahmen des Yosemite-Nationalparks, 1867 vom britischen Fotografen E. Muybridge fotografiert, mit einer Taxe von 6.000 Euro stark unterschätzt. Nach einem spannenden Bietgefecht am Telefon fiel der Hammer schließlich bei beachtlichen 85.000 Euro für einen Händler aus dem europäischen Ausland.
Ebenfalls erwähnenswert ist der Zuschlag von 70.000 Euro (Taxe 80.000) für eine von P. Forlani gestochene Weltkarte aus dem Jahr 1570.
Auktionskataloge zu den Jubiläumsauktionen von Reiss & Sohn im November 2011 jetzt online (12. Oktober 2011)
Die neuen Kataloge zu den Herbstauktionen des Auktionshauses Reiss & Sohn, die vom 1. bis zum 4. Novmber 2011 stattfinden, sind jetzt online. Mehr als 3.900 seltene und wertvolle Bücher, Handschriften, Karten, Ansichten und dekorative Grafiken sowie etwa 600 Positionen alter und neuer Kunst stehen zum Verkauf. Sämtliche Objekte aller Auktionen sind farbig abgebildet.
Die Online-Kataloge bieten eine Volltextsuche sowie die Möglichkeit, sich alle Objekte einer Auktion nach Preisen sortiert anzeigen zu lassen. Gedruckte Kataloge können gegen eine Schutzgebühr bestellt werden.
Auf der Buchmesse: Die Quelle zu Umberto Ecos „Der Friedhof in Prag“ (12. Oktober 2011)
Der französische Anwalt und Journalist Maurice Joly verfasste 1864 eine Satire auf Napoléon III., die später zur Grundlage der antisemitischen „Protokolle der Weisen von Zion“ wurde. Obwohl in Jolys Werk Juden keine Rolle spielen und die „Protokolle“ erwiesenermaßen eine Fälschung sind, werden sie bis heute von Antisemiten jeglicher Couleur als Beweis einer angeblichen „jüdisch-freimaurerischen“ Weltverschwörung benutzt. Umberto Eco lieferte dieser Fälschungsskandal die Grundlage für seinen neuen Roman „Der Friedhof in Prag“, in dem auch Maurice Joly eine wichtige Rolle spielt. Die sehr seltene erste Ausgabe von Jolys Werk ist jetzt auf der Frankfurter Buchmesse zu sehen. Das Königsteiner Auktionshaus Reiss & Sohn präsentiert das Buch auf der Antiquariatsmesse im „Open Space Pavillon“ auf dem Messegelände. Anschließend wird die Rarität im Rahmen der Herbstauktionen von Reiss & Sohn versteigert, die vom 1.-4. November stattfinden.
Expertentag für Kunst in Stuttgart (02. August 2011)
Im Rahmen des 40-jährigen Firmenjubiläums des Königsteiner Auktionshauses Reiss & Sohn wird ein Expertentag für Kunst in Stuttgart stattfinden. Dieser wird am 13. August 2011 von 10-16 Uhr in den Räumlichkeiten des Hotels Steigenberger „Graf Zeppelin“, Arnulf-Klett-Platz 7, 70173 Stuttgart, abgehalten.
Potentielle Einlieferer im Bereich der Altmeistergraphik, der Modernen und Zeitgenössischen Kunst werden dort unverbindlich beraten. Um vorherige Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 06174/92720 oder per E-Mail an reiss@reiss-sohn.de wird gebeten.
Bestes Umsatzergebnis in der Geschichte des Unternehmens (14. Juli 2011)
Die Auktionen der vergangenen Frühjahrssaison anlässlich des vierzigjährigen Firmenjubiläums bescherten dem Königsteiner Auktionshaus Reiss & Sohn das beste Umsatzergebnis in der Geschichte des Unternehmens.
Eine Firmenchronik in Bildern (14. April 2011)
Aus Anlass seines 40-jährigen Firmenjubiläums hat das Auktionshaus Reiss & Sohn eine kleine Bilderchronik mit Bemerkenswertem und Kuriosem aus den ersten vier Jahrzehnten der Firmengeschichte zusammengestellt. Unter www.reiss-sohn.de/chronik/ findet man eine Auswahl von Ausschnitten aus ungewöhnlichen Pressemeldungen und Kundenbriefen.
40 Jahre Auktionen bei Reiss (31. Januar 2011)
Im Frühjahr 2011 feiert die Firma Reiss & Sohn ein Auktionsjubiläum. Genau 40 Jahre ist es her, dass die Auktionsfirma, damals noch unter dem Namen ihres Gründers Godebert M. Reiss in Mainz firmierend und ansässig, die erste Versteigerung alter und wertvoller Bücher sowie seltener Graphik abhielt. Seither wurden jeweils im Frühjahr und Herbst insgesamt 140 Auktionen abgehalten. Viele Sammlungskataloge sowie die regelmäßigen Spezialkataloge zu den Themen wertvolle Bücher, Geographie, Atlanten und Landkarten sowie Kunst haben das Auktionsangebot stetig ergänzt. Zum Jubiläum erscheinen neben den gewohnten Spezialkatalogen zwei Sonderkataloge von ausgewählten Werken mit besonderer Herausstellung jedes Objektes und farbigen Abbildungen. Weitere Sonderkataloge sind geplant.
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