Nachbericht zu den Maiauktionen 2018

Mit großem Erfolg konnte das Auktionshaus Reiss & Sohn in Königstein seine diesjährigen Maiauktionen abschließen. Von den über 3900 Losen konnten 72% zugeschlagen werden.  „Eine überaus gute Quote“, so der Auktionator Clemens Reiss, „manche Abteilungen konnten sogar zu 100% verkauft werden“.

Besonderes Bietinteresse erfuhr eine Ausgabe des sogenannten „Theuerdanck“. Auf Kaiser Maximilian selbst geht diese berühmte Allegorie zurück, welche seine Brautfahrt zu Maria von Burgund beschreibt. Das von Melchior Pfintzing in Verse gebrachte Epos, 1517 erstmals in einer eigens geschaffenen Type gedruckt und mit zahlreichen Holzschnitten geschmückt, wurde für 20.000,- Euro zugeschlagen.

Für ein prachtvoll mit ganzseitigen Miniaturen ausgestattetes Stundenbuch aus Nordfrankreich fiel der Hammer bei 13.000,- Euro.

Über 100 bisher unbekannte, eigenhändige Briefe des pietistisch-mystischen Schriftstellers Johann Heinrich Jung-Stilling aus der Zeit von 1799-1812 können nun der Forschung zur Verfügung stehen, nachdem der Zuschlag mit 18.000,- Euro für eine Universitätsbibliothek erfolgte.

Merians berühmte, reich illustrierte Jahrhundert-Chronik „Theatrum Europaeum“ in einem wie selten kompletten Exemplar wechselten bei 35.000,- Euro ihren Besitzer.

Ein prachtvolles Exemplar eines seltenen Atlas von Frederik de Wit mit 150 Welt- und Seekarten wurde für 28.000,- Euro weitergereicht.

Richard Hakluyt verfaßte die 1598-1600 erschienene, vollständigste Sammlung  von Beschreibungen der englischen Reisen und Entdeckungsfahrten des elisabethanischen Zeitalters. Die zwei Bände der maßgeblichen zweiten Ausgabe erzielten bei Reiss & Sohn den würdigen Preis von 13.000,- Euro.

Im Sonderkatalog „Deutsche Literatur“ setzte die berühmteste Märchensammlung der Weltliteratur ein beachtliches Ausrufezeichen. Einem Saalbieter war die erste illustrierte und sehr selten vollständige Ausgabe der Kinder- und Haus-Märchen“ der Brüder Jakob und Wilhelm Grimm 14.000,- Euro wert.

Mehrere ausländische Kunden trugen ein Bietgefecht via Telefon aus, um eine Erstausgabe von Immanuel Kants „Critik der reinen Vernunft“ zu bekommen. Der Sieger erhielt den Zuschlag bei 18.000,- Euro.

In der naturwisssenschaftlichen Abteilung riefen bei Reiss & Sohn insbesondere die prächtigen Vogelwerke Begeisterung hervor. Den preislichen Höhepunkt dieser Gruppe bildete mit 26.000,- Euro Zuschlag dabei die französische Naturgeschichte der Papageien von Francois Levaillant, das mit 145 brillanten Farbstich-Tafeln illustriert ist.

Mit einem Zuschlag von 20.000,- Euro erfüllten die neun Folianten der „Sammlung verschiedener ausländischer und seltener Vögel“ von Johann Michael Seligmann exakt die Erwartungen, die an eines der schönsten deutschen Vogelwerke des 18. Jahrhunderts gestellt worden waren. Den Schätzpreis von 4.000,- Euro ließ jedoch die „Sammlung meistens Deutscher Vögel“ von Barbara Regina Dietzsch mit einem Zuschlag von 13.000,- Euro weit hinter sich.

Fast gänzlich abverkauft wurden die über 180 Bücher und Landkarten mit Bezug zu Malta und dessen Hauptstadt Valletta sowie die Geschichte des Malteser-Ordens.

Einlieferungen zur Herbstauktion werden  ab sofort gerne entgegengenommen. Schon jetzt konnten einige Highlights aquiriert werden.  Hier gehts zur Vorschau und Einlieferung Herbstauktionen 2018.

Zurück