Breitgefächert war das Auktionsangebot am Mittwoch, dem zweiten Tag der Herbstauktion in Königstein. Hier ein kleiner Rückblick über ein paar der zahlreichen Highlights:
„Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“ Eines der berühmtesten Zitate von Arthur Schopenhauer. Das unsere Kunden über Bildung sowie Verstand verfügen, zeigten sie und boten eifrig auf das Hauptwerk des zitierten Philosophen. Die erste Ausgabe von „Die Welt als Wille und Vorstellung“ aus dem Jahr 1819 brachte einen Hammerpreis von 20.000 Euro am Telefon (Taxe 10.000 Euro, Los 694). Auch die weiteren drei Titel aus der Feder Schopenhauers konnten zu guten Preisen verkauft werden.

Ein größeres Angebot an Pferdebüchern im Kapitel Pferde, Jagd und Forstwirtschaft des „Wertvolle Bücher“-Katalogs rief erneut internationales Publikum an den Rechner und die Telefone. Die kleine Sammlung umfasste 33 Lose, von denen 29 während der Auktion zugeschlagen wurden. Neben Klassikern von Cavendish, Seutter und Löhneysen waren zahlreiche Raritäten im Angebot, so etwa von Fiorentini und Löhneysen „Zwey gute und sehr nutzliche Bücher von Stangen und Mundstücken“ aus dem Jahr 1609 (Taxe 1000 Euro/Zuschlag 4000 Euro, Los 805) oder von C. Reuschel „Hippopronia“ aus dem Jahr 1599 (Los 823, Taxe 1.200 Euro/Zuschlag 3.500 Euro).

Am Nachmittag startete die Geographieauktion, zunächst mit Reisewerken aus aller Welt. Das herausragendste Los in dieser Abteilung ist eine sehr frühe Ausgabe eines chinesischen Katechismus aus dem 17. Jahrhundert, der für die Christianisierung Chinas bis in die 1930er Jahre verwendet wurde. Es handelt sich um einen xylographischen Druck auf feinem chinesischem Papier in Blockbuchbindung. Der Verfasser João Soeiro (1566-1607) war ab 1595 in Nanchang (Provinz Jiangxi) als Missionar tätig. Am Telefon hart umkämpft fiel der Hammer schließlich bei 30.000 Euro. (Los 1114, Taxe 8.000 Euro).

