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Los 193 * #
Stammbuch des Matthias Holst

verkauft

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verkauft

Der Urgroßvater von Gustav Holst

Album amicorum. - Königsberg. - Stammbuch des Matthias Holst. Königsberg u. Riga sowie Danzig, Hamburg, Libau u.a., 1780-1782. Quer-8vo (12:19 cm). Mit 4 (2 farb.) blattgr. Tuschzeichnungen, 1 blattgr. Federskizze u. einigen kleineren Malereien. 76 Bll. mit ca. 150 Einträgen (auch auf Vor- u. Nachsatz). Ldr. d. Zt. mit Goldprägung, auf dem Vorderdeckel "M. Holst", auf dem Rückdeckel "1780"; etwas bestoßen u. berieben, Goldprägung stark abgegriffen.

Das Stammbuch des deutschbaltischen Komponisten Matthias (von) Holst (1759-1845), Urgroßvater des englischen Komponisten Gustav Holst (1874-1934), des Schöpfers der populären Orchstersuite "Die Planeten". Der aus Riga stammende Holst war wohl um 1800 als Musiker am kaiserlich-russischen Hof in St. Petersburg tätig, bevor er 1807 nach England ging, wo er als Klavier- und Harfenlehrer arbeitete und eine Vielzahl von Kompositionen veröffentlichte, die er teilweise auch selbst verlegte (vgl. RISM A/1, H 6347 ff.). Aus seiner Ehe mit der aus Russland kommenden Katharina Rogge (1771-1838) stammen u.a. der ebenfalls als Komponist tätige Gustav Valentin (1799-1871), Großvater des berühmtesten Komponisten der Familie, und der Maler Theodor von Holst (1810-1844). Die Provenienz des Stammbuchs lässt sich durch die Einträge von Holsts Schwestern Martha, verh. König (1766-1842) und C(hristine) E(lisabeth), verh. Knieriem (?-1790) sowie seiner Vettern N(athanael) (1751-1782) und Matth(ias) M(eno) (1700-1790) eindeutig belegen (vgl. L. v. Holst, Chronik und Stammbaum der Familie von Holst, Freiburg 1909, S. 17 u. 26 f.). Matthias Holsts Lebensdaten werden in der Literatur meist irrtümlich mit "1767-1854" angegeben, lassen sich durch zeitgenössische Quellen jedoch genau bestimmen.

Das Freundschaftsalbum enthält viele Einträge von Kaufleuten, darunter Johann Lorenz Bordehl (1758-1828), Stadtältester der Großen Gilde zu Libau, und Johann Hermann Harmsen (1758-1843), königl.-poln. Kommerzienrat u. Deputierter für den Landtag in Mitau, eine Widmung des nicht mit der Rigaer Familie verwandten Theologen Gerhard Holst (1762-1815) aus Flensburg, später Archidiakon an St. Nikolai in Kiel, sowie eine Federzeichnung des Rigaer Mediziners David Georg Kurtzwig (1764-1834), "ein Mann von reicher Bildung und Lebendigkeit des Geistes, voll Sinn für die Freude an der Natur, der Musik und Malerei" (Hirsch-H. III, 636). Auffällig ist die große Zahl an Beiträgen von Frauen, darunter Anna Gertrud Gericke, Mutter des Rigaer Bürgermeisters Carl Christoph Groß, und Christiana Antoinette Wiesenhaver(n) (1759-1826), spätere Gattin des Danziger Superintendenten Benjamin Skusa. Weitere bemerkenswerte Beiträge sind ein vierstimmiger Kanon zu dem Vers "Wer nicht liebt Wein, Weiber, Gesang...", unterzeichnet "Holland" in Hamburg, vielleicht der Komponist Johann David Holland (1746-1827), und das Moses Mendelssohn-Zitat "Wähle - empfinde - denke - genieße", das Holst der Königsberger Carl Friedrich Weber widmete. Die Illustrationen mit Blumen, Freundschaftsdenkmal, Hafenszene, Porträts etc., besonders attraktiv ist das Porträt einer jungen Dame von Carl Wilhelm Doblin aus Königsberg. Neben Königsberg stammen die meisten Einträge aus Riga, dazu viele aus Danzig, Hamburg und Libau, weitere aus Berlin, Cuxhaven, Elbing, Lübeck, Memel und Tuckum.

Insgesamt mit Gebrauchsspuren, etwas fingerfleckig, einige Federproben oder Tintenwischer, 3 ehemals montierte Illustrationen sowie 2 Bll. entfernt. - Einzigartiges Lebenszeugnis eines heute weitgehend vergessenen Komponisten, dessen Nachfahren sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Musik tiefe Spuren hinterließen, gleichzeitig eine wertvolle Quelle für die Geschichte der Deutschbalten im ausgehenden 18. Jahrhundert.

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