II. Autographen

Los 47 *#
Jung-Stilling, Briefe an F. R. Salzmann

verkauft

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verkauft

118 Briefe von Jung-Stilling

Jung-Stilling, Johann Heinrich (pietistisch-mystischer Schriftsteller, Augenarzt u. Ökonom; 1740-1817). Sammlung von 118 eigenhändigen Briefen und 1 eigenhändigen Schriftstück, alle mit Unterschrift. Marburg, Baden bei Rastatt (Baden-Baden), Karlsruhe, Rastatt u. Schloss Favorite bei Rastatt, 1799-1812. Verschiedene Oktav- u. Quartformate. Je 1-8 S. (zus. ca. 315), 49 Briefe mit Adresse, oft mit Siegel oder Siegelrest. Gebunden in etwas spät. Hlwd. mit goldgepr. Rtit., Deckel berieben, Kanten etwas bestoßen, Rücken mit kl. Fehlstellen.

Durchgehende Folge von teils sehr umfangreichen, bis zu acht eng beschriebene Seiten umfassende Briefen Jungs an seinen engen Freund Friedrich Rudolph Salzmann (1749-1821) in Straßburg. Der elsässische Theologe und Jurist Salzmann (auch: Saltzmann), nicht zu verwechseln mit seinem aus Goethes "Dichtung und Wahrheit" als "Actuarius" bekannten Vetter Johann Daniel S., war als Journalist und Herausgeber der "Straßburger Zeitung" tätig. Salzmann war Mittelpunkt des literarischen Kreises der "Deutschen Gesellschaft" in Straßburg, er war mit Johann Caspar Lavater, Johann Friedrich Oberlin und Gottlieb Konrad Pfeffel befreundet und verkehrte mit dem jungen Johann Wolfgang von Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz. Seine Freundschaft mit Jung-Stilling währte mehr als sechzehn Jahre. "Wann und wo diese Freundschaft begann, ist nicht auszumachen... Beide kannten die meisten Schriften des jeweils anderen, tauschten sie aus und korrespondierten über sie, durchaus kritisch und mit Differenzen. Jung-Stilling hat Saltzmann wohl mindestens fünf Mal in Straßburg in der Kettengasse 2 besucht: 1806, 1808, 1810, 1811 und 1812 - im Zusammenhang mit Kuren von Jung-Stillings Frau im Elsaß, mit anderen Besuchen und im Zusammenhang mit dem mißglückten Versuch von 1810, den Sohn Friedrich in Straßburg erst eine Lateinschule, dann eine Kaufmannslehre absolvieren zu lassen (wobei Saltzmann anscheinend zu helfen versuchte)" (G. Schwinge, Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller, Göttingen 1994, S. 173 f.).

Aus den Jahren 1801 bis 1810 sind 126 Briefe Salzmanns an Jung-Stilling erhalten, die sich heute in der UB Basel befinden (Nachlass Schwarz, Abt. VII) und in der neueren Forschung ausgewertet wurden (vgl. J. Keller, Le théosoph alsacien Frédéric-Rodolphe Saltzmann, Bern 1985). Von den korrespondierenden Briefen Jung-Stillings an Salzmann waren bisher jedoch nur sechzehn aus den Jahren 1811 bis 1816 (Arch. d. Theol. Fakultät Erlangen) sowie ein kurzer Brief vom 22. Januar 1807 (StuLB Dortmund, Atg.4951) und ein längerer vom 29. Sept. 1811 (UB Münster) bekannt (vgl. Schwinge, Korrespondentenverzeichnis S. 36: "viele andere Briefe an Saltzmann sind verloren gegangen"). Die vorliegende Briefsammlung stellt somit eine wesentliche und der Forschung bisher unbekannte erstrangige Quelle zu einer der wichtigsten Phasen in der Biographie Jung-Stillings dar, in der er unter anderem seine einflussreiche Volkszeitschrift "Der graue Mann" und die "Theorie der Geister-Kunde" publizierte. Sämtliche adressierten Briefe sind an Salzmanns Haus in der Straßburger Kettengasse gerichtet, in dem sich auch die Druckerei und der Verlag von dessen Schwiegersohn Johann Heinrich Silbermann befand. Viele der von Silbermann verlegten Werke wurden von Jung-Stilling im "Grauen Mann" rezensiert und dem Leser wärmstens empfohlen. 

Der erste, zwei Seiten umfassende Brief Jung-Stillings an Salzmann datiert vom 30. Januar 1799, der Empfänger wird hier als "Buchdruker" adressiert und noch recht unpersönlich mit "Verehrungswerther Mann" angesprochen. Aus seiner Marburger Zeit, wo Jung-Stilling bis 1803 als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität wirkte, sind nur acht Briefe vorhanden. Mit seinem Wechsel in badische Dienste wurde der Kontakt zu Salzmann wesentlich intensiver, aus dem Jahr 1806 liegen sechs Briefe vor, 1807 sind es bereits 27, die oft im Abstand weniger Tage folgen und bis zu acht Seiten umfassen. Die Briefanrede lautet jetzt meist "Mein theuerster und innigst geliebter Bruder", "Mein theuerster und von ganzem Herzen geliebter Bruder im Herrn" oder ähnlich. Neben den eigenen Werken Jung-Stillings und Salzmanns werden auch viele andere erwähnt, darunter Schriften von Madame Guyon, Charles Hector de Marsay und Gerhard Tersteegen. Behandelt werden theologische Fragen, familiäre und persönliche Dinge, erwähnt wird aber auch der Rat einer "sehr guten Freundin", auf bestimmte Zahlen im Lotto zu setzen. Vielfach sind die Briefe mit Salzmanns datiertem Antwortvermerk versehen, so dass sich die Korrespondenz einfach zuordnen lässt. Der letzte Brief der Sammlung stammt vom 27. September 1810 (Salzmanns Antwort erfolgte am 2. Oktober), doch das zeitlich letzte Dokument datiert vom 8. Juli 1812. Es handelt sich hierbei um ein von Jung-Stilling ausgestelltes Rezept für "Augenbalsam nach Bericht zu gebrauchen. Für Herrn Salzmann".

Unterschiedlich gebräunt, meist mit Falt- oder Knitterspuren, Adressblätter oft mit Siegelausschnitt oder -ausriss, einige Briefe durch Tintendurchschlag nur schwer lesbar, ein Brief aus der Bindung gelöst. Insgesamt sehr gut erhalten. - Provenienz: Privatsammlung Göttingen; deutsche Privatsammlung.

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