Botanik - Zoologie

Los 592
Fuchs, De historia stirpium. 1542

unverkauft

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Unique Copy in Exceptional Contemporary Colouring by Hubert Cailleau

Fuchs, L. De historia stirpium commentarii insignes, maximis impensis et vigilis elaborati, adiectis earundem vivis plusquam quingentis imaginibus. Basel, M. Isengrin, (1542). Fol. (36,5:24,5 cm). Mit blattgroßem Holzschnittporträt des Verfassers, 3 Porträtholzschnitten der Künstler (auf 1 Bl.) und 512 (davon 508 ganzseitig) Pflanzenholzschnitten sowie Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel (am Schluss wiederholt), alles in zeitgenössischem Kolorit von Hubert Cailleau, auf dem vorletzten Blatt in einer von Cailleau aquarellierten Schmuckkartusche signiert ("Huberti Caillou Vallencenatis") und datiert 1552. 14 Bll., 896 S., 2 Bll. Holzdeckelband mit grünem Samtbezug, die Deckel mit je 4 durchbrochenen und ziselierten Messing-Eckbeschlägen, 2 ziselierte Messingschließen. In grüner Maroquin-Kassette mit goldgeprägtem Rückentitel.

VD 16, F 3242; Adams F 1099; Fairfax Murray I, 175; Nissen, BBI 658; Stafleu-C. 1909; Hunt 48; Horblit 33b; PMM 69; Sparrow 72; Dibner 19; Garrison-M. 1808; zu Cailleau vgl. Thieme-B. V, 360 f. - Editio princeps des berühmtesten und schönsten Kräuterbuchs der Renaissance. Die Holzschnitte schuf Veit Rudolph Speckle nach Entwürfen der Maler Heinrich Füllmaurer und Albrecht Meyer, alle drei - ungewöhnlich für diese Zeit - auf dem vorletzten Blatt abgebildet. "Von den Hauptwerken der drei Väter der Botanik ist das Fuchs'sche Kräuterbuch im ganzen genommen, das schönste, sowohl in seiner typographischen Ausgestaltung, als auch in seinen Abbildungen. Die Holzschnitte sind von drei... Künstlern, die sich hier mit vollem Recht verewigen durften meisterhaft gezeichnet und geschnitten... Von kunsthistorischer Seite wurde sogar betont, dass diese Holzschnitte den Arbeiten von Künstlern allerersten Ranges, wie z. B. Holbein's nicht nachstünden... Auch der Text ist vortrefflich und reich an eigenen Beobachtungen... die sehr oft eingehende Beschreibung der Pflanze durch den Autor selbst nimmt meistens grösseren Raum ein, wie bei den bisherigen Schriftstellern; Abbildung und Beschreibung stehen in deutlicher Beziehung zueinander" (Schmid, Kräuterbücher S. 28 f.).

Das vorliegende Exemplar ist eines der wenigen vollständig erhaltenen in zeitgenössischem Kolorit. Darüber hinaus ist es von einzigartiger Bedeutung dadurch, dass es nicht wie üblich in der Verlegerwerkstatt koloriert, sondern individuell von Hubert Cailleau (um 1526-1590), dem Hofmaler der Königin Maria von Ungarn, Statthalterin der Spanischen Niederlande, mit großer Kunstfertigkeit illuminiert und sogar signiert wurde. Cailleau (auch Caillaux, Cailliau, Caillou), der in Valenciennes wirkte, war vor allem als Miniaturmaler tätig, er arbeitete für Jacques de Groote und Arnoult Ganthois de la Cambe, Äbte der Benediktinerabtei Marchiennes. Elf der von ihm prachtvoll illuminierten Graduale und Antiphonare werden in Douai verwahrt. "Sie zeigen in C. einen geschmackvollen Miniaturisten, der besonders in den Bordüren, welche Alexander Bening zu Ehren gebracht hatte, Eleganz und reiche Erfindungsgabe besitzt" (Th.-B.). Von herausragender kulturgeschichtlicher Bedeutung sind Cailleaus Illustrationen zu den 1547 eingeführten Mysterienspielen in Valenciennes, dieses Manuskript wird heute in Paris in Bibliothèque nationale aufbewahrt (Manuscrits Rothschild 3010). Seiner Illumination des Kräuterbuchs hat Cailleau offensichtlich eine ähnliche Bedeutung wie diesem Hauptwerk zugemessen, da er hier (fol. fff5v) wie dort (fol. 375v) seine Arbeit in einer gleichartig aquarellierten Kartusche signiert hat, die von einer weiblichen Gestalt (Memoria) mit Buch und Schreibfeder gekrönt wird.

Das überaus fein ausgeführte Kolorit Cailleaus zeichnet sich nicht nur durch die ungewöhnliche Präzision aus, sondern auch durch seine außergewöhnlich differenzierte Farbgestaltung, die weit über das das seinerzeit übliche Schema hinausgeht und durch Mischungen, Schattierungen und Variationen im Farbauftrag eine faszinierende Naturnähe von Blatt- und Wurzelwerk, Blüten und Früchten erzielt. Während der zugrunde liegende Druck neben dem lateinischen Namen der Pflanzen auch die entsprechende deutsche Bezeichnung wiedergibt, hat Cailleau hier zusätzlich noch die jeweilige französische Entsprechung in sorgfältiger Kalligraphie hinzugefügt, oft auch mit mehreren Namensvarianten. Die Auftraggeberin oder der Auftraggeber der Illumination sind leider nicht bekannt, da die entsprechenden Zeilen in der Kartusche gestrichen wurden.

Außerordentlich schönes und breitrandiges Exemplar, so dass die Abbildungen von Wurzel- und Blattwerk unangeschnitten sind, lediglich die überblattgroße Darstellung der Mistel (fol. 329r) ist außen leicht angeschnitten. Titel ganz leicht angeschmutzt u. mit einigen sorgfältigen Restaurierungen in den Rändern, ein Eckausschnitt unten rechts ergänzt (dadurch teilw. Verlust eines alten Besitzeintrags). Das erste Widmungsblatt sorgfältig angerändert, Schlussblatt des Bandes an Kopf und Bund angerändert sowie mit Restaurierungen, wenige Bll. mit weiteren kleinen unauffälligen Randrestaurierungen, gegen Ende kleines Wurmloch im Außensteg.

First edition of the most important Renaissance herbal. Illustrated with woodcuts of extraordinary beauty and in exceptional contemporary colouring: Full-length portrait of the author, portraits of the three artists, and more than 500 full-page illustrations of plants. "Fuchs, following Brunfels, was the third of the German Fathers of Botany. He gave us forty plants never before figured... He was also the first of the modern era to attempt to give a botanical glossary of terms, presenting it in alphabetical order" (Hunt). "This herbal has the first European figures of certain American plants, including Indian corn and the great pumpkin" (Sparrow). The present copy is of utmost importance because of its careful and tasteful colouring, executed, signed and dated by Hubert Cailleau, a French Miniature painter, who worked for Jacques de Groote and Arnoult Ganthois de la Cambe, abbots of Marchiennes, and served as court painter to Mary of Hungary, regent of the Netherlands. Cailleau is famous for his delicate illumination of antiphonaries and graduals and especially for his designs made for a mystery of the Passion acted at Valenciennes in 1547.

A crisp copy with wide margins, only one large woodcut (viscum) just touched by the binder's knife. Title leaf a bit dustsoiled and with marginal restorations, early ownership inscription partly cut away, first dedication leaf and final leaf remargined, a few other expert marginal restorations, small wormhole in outer blank margin of last few leaves. Inscription in the manuscript cartouche at end (with Cailleau's signature and date) partly deleted with ink. Green velvet over wooden boards with brass corner pieces and clasps, housed in a green morocco box with gilt lettered title on spine.

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