Los 26
(Hamann), Kreuzzüge des Philologen
verkauft
verkauft
Auktionsablauf:
25.10.2022 / Los 1-44 / Sitzungsbeginn 13.00 Uhr
Mit eigenhändigen Anmerkungen von Hamann
(Hamann, J. G.). Kreuzzüge des Philologen. (Königsberg, Kantner,) 1762. (16,5:10 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette, großer Holzschnitt-Kopfvignette u. 1 ganzseit. Textholzschnitt. 8 Bll., 252 S., 2 Bll. Mod. Pp., Umschlag d. Zt. eingebunden.
Goed. IV/1, 684, 12; Schulte-Str. 7f., 12. - Dieses Exemplar: Margot Westlinning/Bernd Neumann, Kreuzzüge über einen Philologen. In: G. Kaldewey, Hehres & Triviales, Bd. 10 (1978), S. 7-16 u. ebenda, Nr. 315; H. Tenschert, Kat. 39 (1997), Nr. 34; Janina Reibold, Die Hamann-Sammlung von Julius Halle (etc.). In: E. Achermann u. J. Reibold (Hgg.), "...sind noch in der Mache". Acta des 12. Intern. Hamann-Kolloquiums in Heidelberg 2019. Göttingen 2021, S. 465ff. - Erste Ausgabe. Selten. Sammlung ästhetisch-literarischer Aufsätze, die teilweise schon zuvor in Einzelausgaben erschienen waren. "Das umfangreiche Hauptstück - 'Aesthetica in nuce. Eine Rhapsodie in Kabbalistischer Prose' - und das 'Kleeblatt Hellenistischer Briefe' wurden der Sammlung neu hinzugefügt ... Zweifellos am wichtigsten für die Darlegung seiner Gedanken in dieser Sammlung und wohl das erste theoretische 'Manifest' des sich ankündigenden Sturm und Drang ist die 'Aesthetica in nuce', Hamanns einzige grundsätzliche und explizite, wenn auch keineswegs systematische Äußerung zu ästhetischen Fragen" (KNLL VII, 202). - Das vorliegende Exemplar mit eigenhändigen Anmerkungen Hamanns gehörte zu einer Reihe von Hamann-Erstdrucken aus dem Besitz des Berliner Juristen und Bibliophilen Erich Sello (1852-1912), die 1908 in Berlin zur Versteigerung kamen und wohl sämtlich von dem Münchner Antiquar Julius Halle (1864-1927) für seine private Sammlung deutscher Literatur erworben worden waren; erst danach wurde erkannt, dass die Anmerkungen in den 'Kreuzzügen' und sechs anderen Drucken von Hamann selbst stammten. "Hamanns apokryphe Schriften sind in kleiner, eine Stückzahl von zweihundert wohl selten übersteigenden Auflage erschienen. Ihr geringer Umfang und ihr Flugblattcharakter ließen sie schon zu seinen Lebzeiten zu Seltenheiten werden ... (Hamann hat) die für seine Freunde bestimmten Exemplare vielfach mit handschriftlichen Zusätzen - erklärenden Stellennachweisen und Ergänzungen - versehen. Der Herausgeber der kritischen Ausgabe, Josef Nadler, wurde dadurch vor das Problem gestellt, entscheiden zu müssen, ob diesen Anmerkungen jeweils 'Textabsicht' zukomme oder nicht; seine Lösungsvorschläge sind mindestens umstritten, so daß den einzelnen handschriftlichen Zeugnissen, von denen sich leider nur wenige erhalten haben, auch jetzt noch ein außerordentlicher Quellenwert zuzusprechen ist" (Westlinning/Neumann, S. 16). Josef Nadler hat 1932 für die von ihm herausgegebene Hamann-Ausgabe die Exemplare aus dem Besitz von Julius Halles Witwe Ida fotografieren lassen, durch Vermittlung von Ernst Schulte Strathaus (1881-1968), der seit 1904 Angestellter des Antiquariats Halle war. Nadler arbeitete mit Fotografien der Originalfotografien, die zum Teil mit Textverlust an den Anmerkungen beschnitten sind, nur diese abfotografierten Fotografien sind noch erhalten. - Etwas gebräunt u. stellenw. stockfleckig. Die Innenseite des eingebundenen Umschlags mit Exlibris "Bibliothek des Dr. jur. E. Sello Berlin".
