Los 12
Missale Hildensemense
verkauft
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Auktionsablauf:
03.05.2023 / Los 1-99 / Sitzungsbeginn 13.00 Uhr
Missale Hildensemense. Nürnberg, Georg Stuchs, 17. Sept. 1499. Fol. (38:26 cm). Got. Typ., durchgehend in Rot u. Schwarz; 2 Kol. (außer Kalendarium u. Kanonteil), Noten in Hufnageltypen auf 4 roten Linien. Mit 1 ganzseitigen Holzschnitt, 1 großen figürlichen Initiale, 15 Holzschnitt-Initialen, alles altkoloriert, 1 in Blau u. Rot eingemalten Federwerksinitale sowie einigen schwarzgrundigen Initialen. 24 nn., 174 röm. num., 18 nn., 8 nn. auf Pergament, num. Bll. 175-299, 5 nn. (= zus. 354) Bll. Nürnberger Einband d. Zt. Kalbldr. über Holzdeckeln mit reicher spätgotischer Blindprägung u. 1 Messingschließe (von 2), Beschläge auf den unteren Ecken; berieben, einige Schabstellen, Rücken im 19. Jahrhundert erneuert.
Cop.-R. 4137; GW M24451; BMC II, 472 (ohne Kanonteil); Goff M-667; Bohatta, Parma 103; Weale-Bohatta 447; Schramm XVIII, 21 u. Abb. 615. - Erste Ausgabe des Missale für das Bistum Hildesheim, einer der schönsten liturgischen Drucke des 15. Jahrhunderts. Vollständig wie hier außerordentlich selten. Der Kanonteil (8 Blatt) ist auf Pergament gedruckt und enthält den ganzseitigen, prachtvollen, frei nach Schongauer kopierten Kreuzigungsholzschnitt, ferner die grosse Te-igitur-Initiale (Opferung Isaaks, 8:7 cm) sowie 15 kleinere Initialen, alles in schönem zeitgenössischem Kolorit. Zu Beginn des Textes eine siebenzeilige Initiale A in Rot u. Blau mit Federwerk. Der Druck durchgehend in Rot u. Schwarz mit Hufnagelnoten auf vierlinigem rotem System. "Nachdem (Stuchs) schon 1484 ein Missale Romanum, 1485 ein Brevier fur Meißen und 1486 ein Diurnale für den Deutschen Orden gedruckt hatte, setzte 1490 der zwar nicht ausschließliche, aber ganz überwiegende Druck von Liturgica ein (sorgfältig gedruckte Werke, die heute meist relativ selten sind und vor allem, wenn vollständig erhalten, hohe Preise erzielen). Neben Erhard Ratdolt war Georg Stuchs der Drucker von Liturgica im späten 15. Jahrhundert in Deutschland. Für diese liturgischen Drucke besaß Stuchs einen ausgezeichneten Typenapparat (insgesamt 18 Schriftarten)" (Geldner I, 178). - Breitrandig u. gering fleckig, stellenweise etwas fingerfleckig, wenige Bll. mit Feuchtigkeitsspur im Rand. Vereinzelt alte Anmerkungen, mehrere im Kalendarium, wenige kleine Hinterlegungen u. geringe Verschmutzungen im weißen Rand durch entfernte Blattweiser, Blatt 12 mit größerem Abschnitt im weißen Rand. Blatt 28-37 mit Wurmspur im weißen Rand, bei Blatt 32 die Wurmspur ausgeschnitten, Bl. 125 mit Randeinriss. Bl. 171-172, 231, 267-268 etwas angeschmutzt u. teilw. mit Hinterlegung im weißen Rand, 175 mit Eckabriss. - Titel fast lose, fleckig, mit kleinen Randläsuren und wie das vordere Vorsatzblatt (dieses aus Pergament) mit umfangreichen alten Anmerkungen. Titelblatt mit aufgeklebtem Pergamentstreifen: "Dns Johannes Karthüß possessor huic missalis contulit illd. altari bte Marie vgis In Cappella sa Anthonii maiores eccl hildn qv utit eo oret pro illo". Die profanierte St. Antonius-Kirche ist heute in das Museum des Hildesheimer Doms umgewandelt. - Der Einband weist in seiner Ausstattung (Laubstab und Blüte, vgl. Kyriss Tafel 40 u. 42) auf einen Nürnberger Buchbinder hin. Provenienz: Dr. Hans Deckel (Münchner Industrieller), Rudolf Oldenbourg, süddeutscher Privatbesitz.
A Missal of remarkable beauty, complete and extremely scarce. A masterpiece of typography from the press of the famous liturgical printer Georg Stuchs. Printed in red and black in two columns. The Canon is printed in very large type on 8 vellum leaves, with a full-page woodcut on the first leaf verso and a large historiated initial (the sacrifice if Isaac) on the second, both in contemporary colouring. The full-page Canon woodcut representing Mary, St. John and three angels receiving the blood of Christ is in the style of the Wolgemut School. The colours of brilliant red, blue yellow, brown, and green are characteristic of the Nürnberg School. - With wide margins. Slight spotting, some fingerstaining in places, a few leaves with traces of moisture in the blank margin. A few old annotations, several in the calendar, a few small backings and minor soiling in the blank margin due to removed finger tabs, leaf 12 with a larger cut-out in the blank margin. Leaf 28-37 with marginal worm trace, leaf 32 the worm trace cut out, leaf 125 with marginal tear. Leaves 171-172, 231, 267-268 somewhat soiled and partly with backing in the blank margin, 175 with corner tear. - Title almost loose, stained, with small marginal tears and like the front flyleaf (this one of vellum) with extensive old annotations. Title page with glued-on vellum strip with contemporary annotation (see German text). Nürnberg binding of contemporary blindstamped calf over wooden boards, with one metal clasp (of two), rubbed, rebacked in the 19th century.
