221.-223. Auktion Reiss & Sohn • 29.10. - 01.11.2024

Los 759 *#
Horae B. M. V. ad usum Romanum. 1440/1450

verkauft

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Auktionsablauf:

30.10.2024 / Los 738-840 / Sitzungsbeginn 14.30 Uhr

Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Brügge, Späte Goldrankengruppe sowie der Vollender des Turin-Mailänder Stundenbuchs, um 1440/50, Hinzufügungen in Paris oder der Loiregegend um 1510. Blattgr. 16:11,3 cm, Schriftspiegel 8,7:5,5 cm. 16 (Kalendar: 17) Zeilen, rot regliert. Textura in schwarzer Tinte, Versalien gelb schattiert, Rubriken in Rot, in den Hinzufügungen am Schluss einige blaue Paragraphenzeichen. Mit 33 Miniaturen und 1 Wappenmalerei in Gold und Farben, davon 13 blattgroß und mit gegenüberliegender Schmuckseite mit fünfzeiliger Initiale, jeweils eingefasst von vierseitiger Bordüre aus filigranem Rankwerk in Gold u. schwarzer Feder, farbigem Akanthus-Blattwerk, Blüten u. Früchten, 1 sechszeilige Bildinitiale u. 16 fünfzeilige Bildfelder im Text, jeweils mit ein- oder dreiseitiger Rankwerks-Bordüre, sowie 3 großen Bildern über 3-4 Zeilen Text mit dreizeiliger Initiale, eingefasst von vierseitiger Kompartiment-Bordüre, die Wappenmalerei unter 3 Zeilen Text mit vierseitiger Goldgrund-Bordüre. 6 dreizeilige u. zahlr. zweizeilige Initialen in Blau, Mauve, Gold mit weißem Filigran, dazu durchgehend einzeilige Fleuronnée-Buchstaben alternierend in Gold mit Blau und in Blau mit Rot. 225 nn. Bll., dazu vorne 2, hinten 3 leere Pergamentbll. als Vorsatz. Schwarzer Maroquinband um 1680 mit Deckelblindprägung u. Rückenvergoldung, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt, Marmorpapiervorsätze.

Außergewöhnlich prachtvolles Stundenbuch von hoher künstlerischer Qualität und ausgezeichneter Erhaltung. Die qualitativ gleichwertigen späteren Ergänzungen zeugen von der Pflege des Stundenbuches in einer Familie bis in das 16. Jahrhundert hinein. Die Miniaturen des ursprünglichen Codex lassen sich dem Goldrankenstil zuordnen, wobei zwei Meister zu unterscheiden sind. Die schönste Miniatur, die Darstellung des Pfingstwunders, kann einem Maler zugeordnet werden, der in der Nachfolge der Gebrüder van Eyck am Turin-Mailänder Stundenbuch mitgewirkt hat. Die drei nachgetragenen Miniaturen sind französische Arbeiten des frühen 16. Jahrhunderts. Die Liturgie folgt dem Gebrauch von Rom und engt daher die Verwendung des Stundenbuchs nicht ein. Die Heiligenauswahl des Kalenders enthält den franko-flämischen Benediktinerabt Amandus (6.2.), Bavo von Gent (1.10., mit Remigius von Reims), Donatian von Brügge (14.10.) sowie Eligius von Noyon (1.12.) und entspricht damit dem für Flandern üblichen Standard.
Die blattgroßen Miniaturen (ca. 10,5:5,5 cm) zeigen: Kreuzigung (fol. 14v), Ausgießung des Heiligen Geistes (23v), Marienkrönung (31v), Verkündigung (43v), Heimsuchung (56v), Geburt Christi (69v), Verkündigung an die Hirten (75v), Anbetung der Könige (81v), Darbringung im Tempel (87v), Betlehemitischer Kindermord (93v), Flucht nach Ägypten (102v), König David (132v), Auferweckung des Lazarus (156v). Eine Halbfigur der Madonna mit dem Kind (3,5:3,5 cm) steht zu Beginn des Obsecro te (109r). Zu den Suffragien sind in jeweils fünfzeiligen Bildern (ca. 2,8:2,2-2,8 cm) die einzelnen Heiligen mit ihren Attributen dargestellt: Michael (119v), Johannes der Täufer (120v), Petrus (121r), Christophorus (121v), Sebastian, hier in eigenartiger Umkehrung nicht von Pfeilen durchbohrt, sondern als gerüsteter Krieger mit Pfeil u. Bogen (122v), Georg (123v), Antonius (124v), Jakobus (125r), Adrian (126r), Franziskus (126v), Anna Selbdritt (127v), Magdalena (128r), Katharina (128v), Barbara (129v), Margareta (130r), Clara (131r). Die später hinzugefügten Partien am Ende des Stundenbuchs sind mit ikonographisch recht ungewöhnlichen Miniaturen versehen: Verklärung Christi auf dem Berg Tabor, ein besonders seltenes Thema in Stundenbüchern (203r), Gregorsmesse (215r) und der heilige Bernhard als Zisterzienser (219r). Mit den späteren Hinzufügungen wurde dem Stundenbuch auch ein Titelblatt vorangestellt, welches den flandrischen Löwen im Lorbeerkranz zeigt (7:6 cm), umgeben von einer Muschelgold-Bordüre mit Akanthus, Blüten, Schnecke, Stieglitz u. lebensgroßer Heuschrecke. Äußerst qualitätvoll sind auch die übrigen Bordüren, die mit Blumenzweigen u. Früchten, gelegentlich auch mit Vögeln wie Falke, Hahn oder Pfau geschmückt sind.
Inhalt: Titelblatt des frühen 16. Jh. (fol. 1), Kalendar in lateinscher Sprache (2-13), Heilig-Kreuz-Stunden (15-22), Heilig-Geist-Stunden (24-30), Marienmesse u. Evangelienlesungen (32-42), Marienoffizium (44-108), Mariengebete, das Obsecro te für einen männlichen Beter eingerichtet (109-119r), Suffragien (119v-131), Bußpsalmen u. Litanei (133-155), Totenoffizium (157-201). Dem ursprünglich hier endenden Stundenbuch wurde angefügt: Gebet zu den Wundern Marias (202), Passionserzählung nach Johannes mit abschließendem Gebet (203-214r), weitere Gebete u. Texte, darunter die Bernhard von Clairvaux zugeschriebenen Verse "Illumina oculos" u. das Symbolum Athanasianum (214v-225).
Provenienz: In der Bordüre auf fol. 15 u. 44 der ursprünglichen Handschrift findet sich ein kleines Wappen: nach rechts schreitender schwarzer Löwe auf goldenem Grund (Flandern), belegt mit einem roten dreilatzigen Turnierkragen, das im frühen 16. Jahrhundert in den gleichen Farben auf dem ersten Blatt wiederholt wurde. Die Zugehörigkeit des Wappens ist ungeklärt. Innendeckel mit dem Lederexlibris des großen Bibliophilen Carlo de Poortere. H. Tenschert, Kat. Leuchtendes Mittelalter III (1991), Nr. 3; deutsche Privatsammlung.
Gebunden überwiegend in Lagen zu 8 Blatt, die Miniaturen auf eingeschalteten Blättern, vor einigen sind die bei der letzten Bindung eingezogenen Schutzblätter aus Papier erhalten. Einige Lagen gelockert. Vereinzelt geringe Bräunungen u. leichte Fingerspuren, Miniatur auf Bl. 93v (Betlehemitischer Kindermord) mit wenigen kleinen Bereibungen, Bl. 90 mit Einriss im weißen Rand.

Book of Hours, use of Rome, in Latin. Manuscript on vellum, Bruges, c. 1440/50, with later additions around 1510. 225 leaves, in a gothic bookhand in black ink. Illuminated with 13 full-page miniatures, each with a full border and a matching border on the accompanying page, 1 historiated 6-line initial and 16 5-line miniatures of Saints, as well as 3 large miniatures and an armorial title-page added in the early 16th century. - A few gatherings loosened. Occasional minor browning and slight finger marks in places, miniature on leaf 93v with a few small rubbings, leaf 90 with tear in white margin. A splendid and perfectly preserved manuscript, bound in late 17th century black morocco, covers tooled in blind, spine and edges gilt.

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