Vorschau • Nächste Reiss & Sohn Auktionen 21.-23. April 2026


Ptolemaeus, Almagestum 1528+Apian, Introductio. Annotiertes Ex. G.J. Rheticus

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Auktionsablauf:

21.04.2026 / Los 247-347 / Sitzungsbeginn 15.45 Uhr

Exemplar des Georg Joachim Rheticus

Ptolemaeus, C. Almagestum seu magnae constructionis mathematicae opus plane divinum. Latina donatum lingua ab G. Trapezuntio. Per L. Gauricum recognitum. Venedig, L. Giunta, 1528. Fol. (31,9:22 cm). Mit Druckermarke in Rot u. zahlr. Holzschnitt-Diagrammen, meist als Marginalien. 6 nn., 143 num. Bll. - Angebunden: P. Apian. Introductio geographica Petri Apiani in doctissimas Verneri annotationes... Huic accedit translatio nova primi libri Geographiae Cl. Ptolemaei (etc.) (Ingolstadt 1533). Fol. Mit Titelholzschnitt-Vignette, gr. Wappenholzschnitt (Titel verso), zahlr., teils großen Textholzschnitten, 2 figürl. Holzschnitt-Initialen, sowie Diagrammen u. Tabellen im Text. 88 Bll. Blindgeprägter Schweinslederband d. Zt. von Conrad Neidel, Wittenberg, mit handschriftlichen Rückentiteln, reicher Prägung aus Bauerntanz-, Tugend- und Reformatorenrolle, letztere mit Marke und Signatur "C. N."; berieben und fleckig, an den Ecken bestoßen, hinterer Vorsatz erneuert.

Spektakuläres Dokument zur Begründungsgeschichte der Modernen Astronomie

Bisher unbekannter Sammelband mit eigenhändig annotierten Exemplaren aus Vorbesitz des Kopernikus-Schülers Rheticus

Rheticus war der bedeutendste Verbreiter der Kopernikanischen Heliozentrik


I. EDIT 16, CNCE 29477; Adams P 2214; Sander 5972; Renouard 92; Houzeau-L. 865; Sparrow 167; Norman 1760; Honeyman 2251; Stillwell 97n; vgl. PMM 40, DSB XI, 187 ff. u. Thorndike IV, 395 f; zum Einband siehe Haebler I, 308, 4 u. VIII. - Erste nach dem griechischen Urtext übersetzte Ausgabe, insgesamt zweite lateinische. Von mehreren der genannten Bibliographen wird die Seltenheit des Giunta-Druckes gegenüber dem Petrus Liechtensteins von 1515 hervorgehoben, der auf einer arabischen Intermediärübersetzung basierte. "The editio princeps of the first Latin version of Ptolemy's 'Almagest' to be taken directly from the original Greek text... remained the dominant influence in theoretical astronomy until the close of the 16th century" (Norman). - Rheticus lehrte in Wittenberg über Ptolemäus, den er in seiner Jugend "als Schöpfer der Himmelskunde" verehrte "ohne den es keinen Kopernikus gegeben hätte" (vgl. Burmeister I, S. 49-50). Bei diesem Exemplar handelt es sich um die damals modernste Fassung des "Almagest".

Georg Joachim Rheticus hat den "Almagest" (und dessen astronomische Konzepte) intensiv benutzt und gekannt, als er mit Nikolaus Kopernikus zusammenarbeitete.
Im 16. Jahrhundert war der "Almagest" das Standardwerk der Astronomie. Kein Astronom – auch nicht Kopernikus – konnte daran vorbeigehen. Kopernikus entwickelte sein heliozentrisches System aus der Auseinandersetzung mit Ptolemäus' geozentrischem Modell, um dessen mathematische Unstimmigkeiten (wie den Äquanten) zu beseitigen.
Rheticus war ein exzellenter Mathematiker, der aus der Wittenberger Schule kam, die stark auf Ptolemäus basierte. Als er 1539 zu Kopernikus nach Frauenburg kam, brachte er umfassende Kenntnisse der ptolemäischen Astronomie mit.
In seiner Narratio Prima (1540), dem ersten Bericht über Kopernikus' Theorie, vergleicht Rheticus die neuen Erkenntnisse des Kopernikus direkt mit den alten Lehren des Ptolemäus. Er nutzte die Daten und Methoden des Almagest, um zu zeigen, wie viel präziser das neue heliozentrische Modell in bestimmten Punkten war.
Rheticus verstand, dass Kopernikus die mathematischen Werkzeuge von Ptolemäus (Epizykel, Exzenter) weiterverwendete, aber in ein neues, sonnenzentriertes System einbaute.
Rheticus hat nicht nur den Almagest benutzt, sondern ihn als Vergleichsbasis genutzt, um die revolutionäre Arbeit des Kopernikus zu verstehen, zu überprüfen und schließlich durch die Drucklegung (1543) zu unterstützen.

II. VD 16, A 3089. - Vermutlich seltener erster von 2 Drucken des gleichen Jahres. Titel in Rot und Schwarz gedruckt. Enthält unter anderem Werners berühmte Neuinterpretation von Ptolemaeus "Geographia", die wegweisend ist für die Weiterentwicklung hin zur modernen Kartographie. Ferner die wohl erste Beschreibung von Apians "Torquetum", einem astronomischen Instrument zu Bestimmung der Position von Planeten, weiterentwickelt in Apians berühmtem "Astronomicum Caesareum".

Zustand I und II: Handschriftliche Notizen im Text und auf Vorsatz von Rheticus und weiteren Vorbesitzern. Insgesamt gering gebräunt, stellenweise etwas stockfleckig und kaum fleckig. - II. Schlusslage "l" im unteren Drittel mit gegen Ende stärker werdenden bräunenden Flecken, insbesondere die letzten 4 Bll. des 2 Werkes mit reparierten Feuchtschäden, davon das Bl. mit "De usu Torqueti" und "Castigationoes erratum" mit kleinen reparierten Textverlusten.

Provenienz: Bisher unbekanntes Exemplar aus dem Besitz des Georg Joachim Rheticus, hier mit seinem eigenhändigen Besitzvermerk auf dem Titel und zahlreichen eigenhändigen Anmerkungen in beiden Werken des Sammelbandes. Rheticus' hier benutzer Besitzvermerk mit dem Geburtsnamen seiner Mutter "Georgius Ioachimus de Porris", geht zurück auf seine Mutter Tomasina de Porris, einer reichen italienischen Adligen. Den mütterlichen Namen hatte Rheticus für kurze Zeit nach dem Tod seines Vaters angenommen, später änderte er ihn wieder in Rheticus. Der Vater war ein erfolgreicher Arzt in Feldkirch und wurde, vermutlich aus Neid und Missgunst, der Hexerei beschuldigt und mit dem Schwert hingerichtet. Es liegt nahe anzunehmen, dass Rheticus schwerwiegende und rufschädigende Nachteile als Sohn eines zum Tode verurteilten (vermeintlichen) Hexers befürchtete und deshalb den Namen änderte. - Dass der Geburtsname der Mutter des Rheticus landläufig unbekannt ist, mag erklären, dass erst vor kurzem die Identität des berühmten Astronomen hinter dem Namen "Porro" als Besitzer dieses Bandes durch Reiss & Sohn enthüllt wurde.
Rheticus' Nachlass, insbesondere auch die Handschriften, darunter die Originalhandschrift von Nikolaus Kopernikus o.g. 'De revolutionibus orbium coelestium', ging weitgehend an den Rheticus-Schüler Valenthin Otho über. Auch hatte R. Teile seiner Bibliothek schon zu Lebzeiten verschenkt. Vermutlich über Auktionen gelangten beispielsweise schon früh im 17. Jahrhundert Bände in die Bibliothek der Grafen von Schönborn-Buchheim (unsere Auktion 53 und 54 im Jahr 1993).

Weitere Vorbesitzer: Berosius (?), um 1600, unleserlicher Name aus der Hand des nächsten Besitzers Polycarpus Procopius de Bonanno mit dessen gest. Exlibris, Polycarp war Naturwissenschaftler italienischer Herkunft, Arzt und Berater von Erzbischof György Lippay, vermutlich stammen die weiteren handschriftlichen Einträge von seiner Hand, (Teile des Nachlasses von Polycarp mit seinem Exlibris finden sich heute in der Kathedralbibliothek in Esztergom in Ungan); Ignatius de Bonanno (Sohn des ersteren und Dekan der Wiener Philosophischen Fakultät um 1681), hier mit (seinem eigenhändigen?) handschriftlichem Datumsvermerk 4. Juni 1664 auf dem väterlichen Exlibris; in den 90iger Jahren des 20. Jahrhunderts auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse aus dem Wiener Antiquariatshandel erworben, Provenienz Rheticus damals noch nicht entschlüsselt.

I-II. Sammelband with 2 highly important astronomical books, previously unknown copy from the collection of Georg Joachim Rheticus, here with his handwritten ownership inscription, still using his mothers name "de Porro", on the title page and with numerous handwritten annotations from his hand in both works from the sammelband. Rheticus' ownership inscription on the title-page with his the name ‘Georgius Ioachimus de Porris’, which goes back to his mother Tomasina de Porris, a wealthy Italian noblewoman. Rheticus had taken his mother's name for a short time after his father's death, later changing it back to Rheticus. His father was a successful physician in Feldkirch but was accused of witchcraft, presumably out of envy and resentment, and executed by the sword. It stands to reason that Rheticus feared serious and reputation-damaging disadvantages as the son of a (supposed) witcher condemned to death and therefore changed his name. Since Rheticus' mother's birth name was generally unknown, it was only recently that the identity of the famous owner Georg Joachim Rheticus behind the name "Porro" of his mother was deciphered by Reiss & Sohn. Rheticus taught in Wittenberg about Ptolemy, whom he revered in his youth ‘as the creator of astronomy’ ‘without whom there would have been no Copernicus’ (cf. Burmeister I, pp. 49-50). The present copy by him is the most modern version of the ‘Almagest’ at that time. Georg Joachim Rheticus made extensive use of Ptolemy's ‘Almagest’ (and its astronomical concepts) and was very familiar with it when he worked with Nicolaus Copernicus. Rheticus not only used the Almagest, but also employed it as a basis for comparison in order to understand and verify Copernicus' revolutionary work and ultimately support it by publishing it (1543).

Further owners: Berosius (?, around 1600), illegible name in the hand of the next owner, Polycarpus Procopius de Bonanno, with his ex libris; Polycarp was a natural scientist of Italian origin, physician and advisor to Archbishop György Lippay; the other handwritten entries are presumably in his hand. (parts of Polycarp's estate with his bookplate can now be found in the Metropolitan Library in Esztergom, Hungary); Ignatius de Bonanno (son of the former and dean of the Vienna Faculty of Philosophy around 1681), here with (his own?) handwritten date note 4 June 1664 on his father's bookplate; acquired in the 1990s at the Stuttgart Antiquarian Book Fair from the Viennese antiquarian book trade, provenance Rheticus not yet deciphered at that time.

Condition I and II: Handwritten annotations in the text and on the front inner cover by Rheticus and other previous owners. Slightly browned overall, some foxing in places and hardly any stains. - II. Last gathering ‘l’ in the lower third of the text with brown spots becoming more pronounced towards the end, especially the last 4 leaves of the 2nd work with repaired moisture damage, of which the leaf with ‘De usu Torqueti’ and ‘Castigationoes erratum’ has small repaired text losses. - The two works bound in interesting richly blindstamped contemporary pigskin, manuscript titles to spine, little duststaining and wear, corners bumped, rear inner cover of the binding with new paper covering in old style.

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