Vorschau • Nächste Reiss & Sohn Auktionen 27.-29. Oktober 2026


Petrus Comestor. Historia scholastica. Handschrift

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Auktionsablauf:

Petrus Comestor. Historia scholastica. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Frankreich, 2. Hälfte d. 13. Jh. Fol. Blattgr. 30:20 cm, Schriftspiegel ca. 18,5:10,5 cm. 2 Spalten, 50 Zeilen. 173 (statt 181) nn. Bll. Gotische Buchschrift in schwarzbrauner Tinte. Mit 23 meist größeren, blau-rot ornamental gespaltenen Initialen mit weit auslaufendem Federwerk sowie zahlreichen kleineren roten u. blauen Fleuronnée-Initialen, Hervorhebungen in Rot. Schaflederband d. Zt. über Holzdeckeln, stark berieben u. fleckig, Rücken fehlt überwiegend.

Attraktive Handschrift eines äußerst wichtigen Textes des Mittelalters. In Lagen zu 8 Bll., nur die letzte Lage hat 5 Bll. Alte Lagenzählung. Petrus Comestor (ca. 1100-1178) lehrte Theologie an den Domschulen von Troyes und Paris, er war zunächst Dekan des Domkapitels in Troyes, später wurde Kanzler von Notre Dame in Paris, wobei ihm auch die Domschule unterstand. Sein Hauptwerk, die "Historia scholastica", stellt eine Art Weltgeschichte anhand der Bibel dar, aber unter Hinzuziehung der Kirchenväter und klassischer Autoren wie Flavius Josephus sowie von apokryphen Erzählungen. Sie wurde bald Unterrichtsstoff in Paris und Oxford und fand in vielen Bearbeitungen und Übersetzungen Verbreitung. "Die Bedeutung der 'H. s.' für die Weitergabe von Bibelwissen an die angehenden 'litterati' wie an die 'illiterati' kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ihre große Bedeutung bestätigen einige hundert Textzeugen ... Eine nicht minder breite indirekte Wirkung entfaltete die 'H. s.' als Quelle für die lat. Historiographie, Geschichts- und Bibeldichtung des 12. bis 15. Jh.s ... Exzerpiert wurde sie aber auch für Kommentare und Wissenskompendien aller Art ... Darüber hinaus wurde sie in verschiedene Volkssprachen übersetzt und exzerpiert; sie diente als Quelle für die volksprachige Bibeldichtung und -paraphrase in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, u. a. für Weltchroniken und Reimbibeln, für Historienbibeln und Bibliae pauperum, Antikenroman, Dramen, Sermones und Homilien, Lehr- und Erbauungsbücher, Rechtstexte u. a." (Verfasserlexikon XI, 1206f.). - In den Rändern stellenw. mit Marginalien und Begriffsschemata des 13. und 14. Jahrhunderts. Bl. 1 im oberen Rand mit einer Notiz aus dem 16./17. Jh.: "Hoc opus, est Petri Comestoris sub tit. Historia scholastica. Author vixit saeculo XII. fuit decan. trecens. postea cancl. Paris.". Meist leicht gebräunt u. etwas fleckig, stellenw. im Rand auch etwas wasserfleckig; hier u. da mit Randläsuren oder Pergamentfehlern. Fehlt Lage 4 (zu Exodus). - Provenienz: Tenner (Heidelberg), Auktion 104 (1975), Nr. 1; Dörling (Hamburg), Auktion 98 (1979), Nr. 122.

Attractive manuscript of a very important medieval work, with 23 mostly large puzzle initials in red and blue with penwork and numerous initials in blue and red, partly with penwork. - 13th and 14th century marginalia in places. Mostly slightly browned and somewhat stained, some marginal waterstaining in places; marginal lesions here and there. Lacking gathering 4 (8 leaves). Sheepskin over wooden boards, heavily rubbed and staines, lacking spine.

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