Vorschau • Nächste Reiss & Sohn Auktionen 27.-29. Oktober 2026


Palafox y Mendoza, Briefe und Dokumente

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Auktionsablauf:

Puebla de los Ángeles

Mexiko. - Palafox y Mendoza, J. de. Sammlung von 19 Briefen des spanischen Bischofs von Puebla de los Ángeles in Mexiko, interimistischen Erzbischofs von Mexiko und Vizekönigs von Neuspanien (1600-1659), von der Hand seines Sekretärs Gregorio de Segovia und anderer Schreiber im Dienste des Bischofs, sowie weiterer 18 Dokumente, die im Zusammenhang mit den Briefen stehen. Teilweise mit Unterschrift oder Paraphe des Bischofs sowie mit Unterschriften anderer Personen. Spanische Handschriften auf Papier. Puebla, meist 1646. Blattgröße 31:21 cm (2 Bll: 21:15 cm), variierender Schriftspiegel. 130 (11 leere) Bll. Gebunden in einem Antonio de Sancha zugeschriebenen spanischen Lederband des 18. Jh. mit zweifarbigen Lederintarsien und reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung und Vorsätzen aus blauer Rohseide; Kanten u. Kapitale etwas berieben, Voderdeckel mit kleiner Wurmspur. Eingelegt in moderne roter Maroquin-Mappe mit goldgepr. Deckelfileten, und in mod. Lwd.-Kassette.

Umfangreiche, überaus inhaltsreiche Sammlung von Berichten und Dokumenten zum Umgang und Verhalten der indigenen Bevölkerung, zu Aufständen und Unruhen, zum Verhalten der Ordensleute, zu Übergriffen des Gouverneurs Luis de Valdés, zum Vizekönig García Sarmiento de Sotomayor, zum Bau der Kathedrale in Puebla, zu Reisen des Bischofs u.v.m. Sehr selten, wie alle Schriftstücke aus der Wirkungszeit des Juan Palafox. "Todas las Cartas o Pastorales del célebre Obispo de la Puebla de los Ángeles, exceptudadas las que se han reimpreso, son rarísimas" (Palau 209572). Von verschiedenen Händen in braunen Tinten auf feinem Büttenpapier geschrieben; das Papier teilweise mit gedrucktem Briefkopf oder gedruckten, 1645/1646 datierten Wappen. Die Bll. alt nummeriert 1-135, mit Fehlern und Lücken. Zu Beginn ein zeitgenössisches handschritliches Inhaltsverzeichnis auf 4 (erstes leer) nn. Bll. mit 23 Einträgen mit Inhaltsangaben, hier sind zusammengehörige Briefe und Dokumente unter je 1 Nummer vermerkt. Bereits bei der Bindung nicht mehr vorhanden waren die num. Bll. 9-10, 17-18, 31-32, 36 und 120-123, die laut dem Inhaltsverzeichnis den Briefen u. Schriftstücken 3, 7, 9, 11 und 19 entsprechen. Juan de Palafox y Mendoza wurde 1639 zum Bischof von Tlaxcala (seit 1903 "Arquidiócesis de Puebla de los Ángeles") berufen. Er ging 1640 nach Puebla, wo er vorübergehend (1640-1643) auch das Amt des Erzbischofs von Mexiko innehatte, und 1642 kurzzeitig auch das Amt des Vizekönigs von Neuspanien bekleidete. 1646 gründete er in Puebla die erste Bibliothek auf dem amerikanischen Kontinent. Palafox stand den Jesuiten kritisch gegenüber, u.a. untersagte er alle Praktiken der Zwangsbekehrung der indigenen Bevölkerung. Der letzte Brief in den Rändern von 3 S. mit der notariellen Beglaubigung der Echtheit der Schriftstücke durch Don Antonio de Castroverde im Jahr 1764. Diese notarielle Beglaubigung erfolgte vermutlich aus Anlass der Bemühungen für die Heiligsprechung des Juan Palafox, die in dieser Zeit durch die Karmeliter vorangetrieben wurde. - Der überaus prachtvolle Einband aus hellem Schafleder, mit vielfältigen, in komplexen Mustern und Strukturen angelegten Lederintarsien in Dunkelgrün und Weinrot und mit reicher Goldprägung, in ausgesprochen wohlerhaltenem Zustand. - Stellenweise etwas fleckig, 1 lees Blatt durchgerisssen. - Beiliegt: Ausführliche Expertise (25 S.) aus dem Jahr 1991 des span. Philologen Carlos Clavería, Universität Barcelona, zu Inhalt, Alter, Provenienz, Seltenheit etc. der Dokumente. Laut dieser Expertise konnte von den vorliegenden Schriftstücken kein Druck nachgewiesen werden. - Weitere Beilagen von Sekundärliteratur in Fotokopie. - Provenienz: Privatsammlung Schweiz.

An extensive and highly informative collection comprising 19 letters from the Spanish bishop of Puebla de los Ángeles in Mexico, Juan de Palafox y Mendoza, and 18 related documents, all written by his secretaries, some of which bear a signature or initials. Spanish manuscripts in brown ink on paper. Concerning the indigenous population, uprisings and unrest, the conduct of members of religious orders, Governor Luis de Valdés, Viceroy García Sarmiento de Sotomayor, the construction of the cathedral in Puebla, the bishop’s travels and much more. Of the 23 letters mentioned in the manuscript’s index, 5 are missing, at least since the collection was bound in the 18th century. The final letter, in the margins of three pages, bearing the notarial certification of the authenticity of the documents by Don Antonio de Castroverde in 1764. - Minor staining in places, 1 blank sheet with large tear. Bound in fine, richly decorated full-sheep leather, attributed to Antonio de Sancha, with complex green and red leather inlays, ritchly gilt, endpapers of blue raw silk; extremities somewhat rubbed, little worming to font cover; housed in a modern red morocco folder with gilt fillets, and in a modern clamshell-box. - Enclosed: The original detailed expert report by C. Clavería from 1991, as well as further secondary literature in the form of photocopies.

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