Vorschau • Nächste Reiss & Sohn Auktionen 27.-29. Oktober 2026


Jobin, Fleissiger schöner Lautenstück. 2 in 1 Bd.

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Auktionsablauf:

Rarissimum

Jobin, B. Das Erste Buch Newerleßner Fleissiger ettlicher viel Schöner Lautenstück, von artlichen Fantaseyen, lieblichen Teütschen unnd Italiänischen Liedern, künstlichen Lateinischen Muteten, mit vier und fünff stimmen, Auch lustigen allerhand Passomezen: in die Teutsche Tabulatur zu nutz und gefallen allen diser Kunst lehrbegirigen, fürnämlich den jenigen, so der frembden Welschen Tabulatur etwas unerfahrner, auff das verständtlichest und richtigest zusamen getragen, geordnet und auch selber getruckt. - Das Ander Buch Newerleßener Kunstlicher Lautenstück, von allerhand Musicartlichen Passomezo, Gailliarden, Branlen, und angenehmen Teutschen Däntzen. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, B. Jobin, 1572-1573. Fol. (32,5:22 cm). Mit wiederh. figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre u. schmalen, figürlichen Holzschnitt-Umrahmungen zu jeder Seite. 6, 44 nn. Bll. mit 87 S. gedruckter Tabulatur; 2, 28 nn. Bll. mit 55 S. gedruckter Tabulatur. Flex. Prgt. d. Zt. mit spanischen Kanten; etwas fleckig, Bindebänder entfernt.

RISM J 546/547; MGG VIII, 367; Bohn, Breslau 224-225 u. Eitner V, 291 (beide für Tl. 2 korrekt 7 Bogen à 4 Bll. Tabulatur, jedoch irrig = 63 S.); Fétis IV, 443 u. Barclay-Squire 740 (= BL, German Books 450) (beide nur Tl. 1); Muller 576 f., 17 & 27; nicht bei Adams, Gregory-Bartlett, Wolffheim, Hirsch, kein Exemplar in Amerika. - Einzige Ausgabe. Frühe, ungewöhnliche umfangreiche und besonders prächtig ausgestattete deutsche Lautentabulatur, wie alle Druckwerke dieser Art aufgebraucht und daher von größter Seltenheit. Jobin war eng mit Tobias Stimmer befreundet, von dem auch die schöne Titelbordüre aus 4 Leisten mit musizierenden Engeln u. antiken Halbgöttern sowie dem Druckerzeichen Jobins stammt (Hollstein, German 240) und dem der erste Teil zugeeignet ist. Die vierseitigen, von insgesamt 16 Stöcken in wechselnden Zusammenstellungen um jede Seite gedruckten Umrahmungen stammen sehr wahrscheinlich ebenfalls von T. Stimmer. Jobin merkt in der Widmung an, dass die früher in Deutschland mit italienischer u. französischer Tabulatur erschienenen Lautenschulen in Deutschland wenig Nutzen gebracht hätten. Etwas übertreibend bezeichnet er sein Werk als eines, "desgleichen vor keines nie in Teütscher Tabulatur also im Truck gesehen worden". Der Widmung folgt ein "Lob der Lauten" von Jobins Schwager J. Fischart in 758 Verszeilen (Goed. II, 491, 5). Das Blatt *6, mit dem Abschluss des Gedichts, der Anleitung "Kurtze Verwarnung vom Verstand diser Tabulatur" mit interessanten aufführungspraktischen Angaben sowie dem Inhaltsverzeichnis hier nach dem Titelblatt eingeheftet. Die Tabulatur des ersten Teils enthält Fantaseyen (4), Italiänische Lieder (8) von Arcadelt (2), Ferrabosco (2), Orland(o di Lasso) (3), Frantzösische Lieder (11) von Crequillon (3), Orlando (7) u. Adrian Villart; Teütsche Lieder (5) von Orlando (3), Scandell(o) u. Steffan Zirler; Muteten (6) von Orlando u. 3 Passemezi mit je 1 Saltarello. Der zweite Teil mit eigenem Titel mit wiederh. Bordüre und Widmung an Samson Liechtensteiger enthält 5 Passemezi mit je 1 Saltarello, 7 Galliarden, 6 Branles u. 15 deutsche Tänze mit Nachtänzen. - Hervorragend erhaltenes, schwach gebräuntes und nur stellenweise gering fleckiges Exemplar, lediglich die Bll. F3-4 u. G1 in Tl. 1 mit fünf blassen Braunflecken sowie H2-I1 mit winziger Wumspur im Fußsteg.

Early German lute tablature in 2 parts. Only edition, of utmost rarity. With repeated elaborate woodcut title-border by T. Stimmer and narrow woodcut borders framing each page. "The two books for lute in German tablature by Jobin himself are notable for their clarity of presentation and the variety of their contents... Later editors such as Kargel and Waissel were influenced by his great variety in embellishment technique and the formal sophistication of his works" (New Grove IX, 656). - A superbly preserved copy, slightly browned and with only minor staining in places; only leaves F3–G1 in part 1 show five pale brown spots in the printing area, and H2–I1 has a tiny worm trace in the bottom margin.

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