Los 24 *#
Beelen v. Bertholff, Verhältnisse einer blanken Waffe. Handschrift 1820
2.500,00
EUR
(Schätzpreis)
Auktionsablauf:
27.10.2026 / Los 1-126 / Sitzungsbeginn 10.00 Uhr
Beelen v. Bertholff, E. v. Von dem Verhältnisse einer blanken Waffe zu der andern und dem Fechten mit dem Bajonette. Deutsche Handschrift auf Papier (J Whatman). O.O. 1820. Blattgr. 24,5:20,5 cm, Schriftspiegel ca. 20:17 cm. Saubere deutsche Kursive in brauner Tinte und vereinzelt Anmerkungen in roter Tinte mit kalligraphierten Kapitelüberschriften. Mit 21 kolorierten Federzeichnungen. 1 w., 1 nn. Bl., 36 in Bleistift paginierte S., 41 nn. Bll. (davon jedes 2. w.), 1 Bl. "Exercier Zettel" (Innendeckel hinten ebenfalls beschrieben). Hldr. d. Zt. mit farb. Rsch.; etwas berieben u. stärker bestoßen, Rücken an Kopf u. Fuß sowie das Rsch. mit Fehlstellen.
Eugen Freiherr von Beelen von Bertholff (1775-1838) widmete in den Friedenszeiten während seines Militärdienstes "seine ganze Aufmerksamkeit einem bisher gar nicht beachteten Theile der Waffenkunde und ihrer Anwendung, nämlich dem Bayonetfechten, und ihm gebührt das Verdienst, dasselbe in der östr. Armee eingeführt zu haben" (BLKÖ I, 221). Das vorliegende Manuskript entstand nach 1820, als Beelen bereits das 12. Jägerbataillon kommandierte. Die Zeichnungen decken sich in Darstellung und Beschriftung mit den auf 1813 datierten und von der ÖNB ohne Titel- u. Textbll. unter "Fecht-System mit dem Bajonette" (Signatur 253168-D; siehe auch unsere aktuelle Katalognr. 23) erfassten Kupferstichen, die der Verfasser zusammen mit J. Amster in kleiner Auflage herausgegeben hat. Da hierzu kein Text in gedruckter Form für uns ermittelbar ist und die (verso erkennbare) Durchpaustechnik für die Illustrationen auf eine manuelle Vervielfältigung in kleinem Rahmen hinweist, handelt es sich möglicherweise um einen unveröffentlichten Entwurf oder einen Leitfaden für befreundete Offiziere. Ob das Manuskript von Beelen von Bertholff oder einer fremden Hand angefertigt wurde, ist für uns nicht ermittelbar, der "Exercier Zettel" am Schluss vom selben Schreiber spricht jedoch dafür, dass sich dieser wahrscheinlich selbst im Rang eines Offiziers oder höheren Unteroffiziers befand. - Etwas gebräunt u. fleckig, vereinzelt stärker, wenige Bll. mit kl. Randläsuren oder Einrissen, Abb. 12 mit etwas Bildberührung, Text teilweise durchscheinend, Bindung meist gelockert, Titel u. S. 1/2 lose, die Anfangs- u. Schlussbll. in den Ecken leimschattig, das fliegende Vorsatzbl. vorne mit alter Signatur.
