I. Inkunabeln und Handschriften

Los 1
Biblia germanica. Nürnberg 1483. Bd. 2
Biblia germanica. Neunte deutsche Bibel. Teil 2 (von 2). Nürnberg, A. Koberger, 17. Feb. 1483. Fol. (40,5:27,5 cm). Got. Typ., 2 Kol., durchgehend in Rot eingemalte Initialen. Mit 21 altkolorierten Textholzschnitten sowie 2 Initialen in Gold u. Farben auf dem 1. Textblatt. 1 w., CCXCVI-CCCCCLXXXIII, 1 w. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. 16. Jh. über Holzdeckeln, zwei Schließen; gebräunt, etwas berieben, Ecken bestoßen, Beschläge entfernt. Vorderes Innengelenk eingerissen, hinteres verstärkt.
Hain 3137; GW 4303; BMC II, 424; Goff B-632; Bibelslg. Württ. LB, E 22; Fairfax Murray 63; v. Arnim, Slg. Schäfer I, 52. - Teil 2 der ersten in Nürnberg gedruckten deutschen Bibel, berühmt für ihre Illustrationen. Die Stöcke waren von Koberger aus der Holzschnittfolge zu den im Handel kaum auffindbaren Quentell-Bibeln von 1478/79 erworben worden. Die Holzschnitte in klaren, schwarzen Abdrucken und schönem zeitgenössischen Kolorit. - Teilw. etwas gebräunt. Stellenweise etwas fleckig bzw. stock- u. fingerfleckig, meist in den Rändern, letzte Bll. stärker fingerfleckig. Wenige alte Anmerkungen u. Feuchtigkeitsränder. Vorderer Innendeckel mit Schabstelle, hinterer mit Papierresten. Besitzvermerk des 16. Jh. auf Innendeckel, Vorsatz u. weißem Blatt (Höchstatt a.d. Aisch), weiterer Vermerk auf dem 1. Blatt. Kleiner Sammlerstempel auf dem 1. u. letzten Blatt.
Part 2 (of 2) only, with 21 woodcuts in contemporary colouring. - Some browning, spotting and thumbing, heavier thumbing to last leaves. Some dampmarking in places, few old annotations. 16th cent. ownership inscriptions to inner cover, fly-leaf and first blank, small collector's stamp to first and last prined leaf. Bound in 16th cent. blindstamped pigskin over wooden boards, two clasps, browned and somewhat rubbed, cornerpieces removed, paper remnant to rear inner cover.
 
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Los 2 *#
Biblia latina. Handschrift auf Pergament
Biblia latina cum prologis S. Hieronymi et cum interpretationibus nominum hebraicorum. Lateinische Handschrift auf Pergament. Paris (?), ca. 1260-1280. 4to. Blattgr. ca. 21:14,5 cm, Schriftspiegel ca. 14:10,5 cm. 2 Kolumnen (hebr. Namen in 3 Kolumnen), 41-42 Zeilen, rubriziert. Mit schwarzbrauner Tinte in feiner gotischer Perlschrift geschrieben; Kolumnentitel u. Kapitelnumerierung in Blau u. Rot. Mit sehr zahlreichen Fleuronnée-Initialen in Rot u. Blau, viele mehrzeilige Initialen mit reicher Binnenfeldornamentik sowie filigranen Ausläufern u. Zierleisten.  485 (statt ?) Bll.; die fehlenden Bll. zum Teil durch kalligraphierte Bll. im selben Stil ersetzt. Lederband d. Zt. über Holzdeckeln mit Streicheisenlinien u. reicher Blindprägung aus vier Einzelstempeln; spätere Schließen, Schließbänder erneuert, Ecken, der Bereich um die Schließenhaften, der Rücken an Kopf u. Schwanz sowie vorderes Gelenk restauriert, hinteres Gelenk leicht angebrochen.
Typische "Pariser Bibel" des 13. Jahrhunderts, wie sie um 1230 ihre endgültige Gestalt erhielt. Im Bibeltext fehlen 12 Blätter, die durch wohl am Ende des 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts kunstvoll neu geschriebene Blätter ersetzt wurden, auch die Initialen und Zierleisten sind hervorragend imitiert. Die Erklärungen der hebräischen Namen brechen im Buchstaben E ab, sie wurden auf 11 neu geschriebenen Blättern bis zum Buchstaben L fortgeführt. Außerdem am Ende eingebunden 4 neu geschrieben Blätter, die offenbar 4 noch vorhandene, aber durch Tintenfraß beschädigte Blätter im Buch Daniel ersetzen sollten; hier sind die farbigen Verzierungen nicht vollendet. - Meist etwas gebräunt u. stellenw. etwas fleckig, wenige Bll. stärker; im oberen oder unteren Rand stellenw. mit schmalem Wasserrand; hier u. da mit leichten Farbverwischungen. Etwa 70 Bll. mit meist kleinen Fehlstellen durch Tintenfraß, bei weiteren Blättern Stellen unleserlich. 8 Bll. mit Einschnitt im Außenrand.
Latin Bible with the Prologues attributed to St. Jerome and interpretations of Hebrew names. Manuscript on vellum, Paris (?), second half of 13th century. 485 leaves (not complete), in a fine gothic bookhand in dark brown ink. With rubrics in red, running headings and chapter numbers in red and blue. Also with numerous initials in red and blue with elaborated extensions and penwork. 12 missing leaves of text supplied by artificial, very similar calligraphic leaves from a late 19th or early 20 century hand; the interpretation of Hebrew names ending at letter E continued by the same hand to letter L. - Some browning; some staining in places, heavier to few leaves; some marginal waterstaining in places; slight colour blurring here and there. Mostly small defects due to ink erosion to c. 70 leaves, some other leaves partly illegible; marginal cut to 8 leaves. Contemporary blind-tooled calf over wooden boards with later clasps, restored.
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Los 3
"Si Lira non lirasset Lutherus non dictasset" -
Biblia latina. Nürnberg 1485 / 4 Bde.
Biblia latina. - Biblia cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus G. Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionbus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Tl. 1-2 u. 4 (von 4) in 3 Bdn. Nürnberg, Anton Koberger, 1485. Fol. (32:24 cm). Got. Type, 2 Kol., Text von Kommentar in kleinerer Type umgeben. Mit 4 Initialen in Gold u. Farben, eingemalten Initialen in Rot u. Blau sowie 28 (4 blattgr.) teils schematischen Textholzschnitten. - Dazu: Dass. Tl. 2 (von 3), (Venedig, Franz Renner, 1482). Fol. (33:24 S.). Got. Type, 2 Kol., Text von Kommentar in kleinerer Type umgeben. Mit 2 Initialen in Gold u. Farben, 1 farbigen Ranke u. eingemalten Initialen in Rot u. Blau. 468 nn. Bll. Blindgepr. Lederbände d. Zt. über Holzdeckeln, tlw. leicht abweichend, mit noch 15 (von 32) Eckbeschlägen u. 6 (von 8) Mittelstücken aus Messing, Schließenreste, beschabt u. tlw. wurmstichig, Rücken alt mit Farbe überstrichen u. lädiert.
I. Hain-C. 3166; GW 4288; BMC II, 427 (Impressum vorliegend wie dort); Goff B-613; Schreiber 3472; Bibelslg. Württ. LB, D 115. - Die Bibel mit dem Kommentar des Nicolaus de Lyra war erstmals 1481 von Herbart in Venedig gedruckt worden, vorliegend 3 Teile der ersten Ausgabe bei Koberger, die auch die erste illustrierte lateinische Bibel ist. Die Holzschnitte (vorliegend alle in Teil 1) entstammen dem Koberger-Druck der Postilla Nicolaus' de Lyra vom 22. Jan. 1481, damit die ältesten Illustrationen der Offizin. Sie stellen in schematisierter Form Bundeslade, den großen Leuchter, Gesetzestafeln, Hohepriester, Tempel, Pläne, Grundrisse etc. dar. "De Lyra's famous commentary added much to the bulk and beauty of many early Bibles, and a Nuremberg edition was used by Luther" (Rumball-Petre 29). Das Neue Testament mit einigen Marginalien von alter Hand, die sich auf Luther beziehen, entsprechend der Vorsatz mit dem alten Eintrag: "Si Lira non lirasset Lutherus non dictasset". - Kollation: Tl. 1: 468 nn. Bll. (das erste weiß); Tl. 2: 370 nn. Bll. (Bl. 260 zwischen Ps. u. Prv. weiß);  Tl. 4: 386 nn. Bll. (das erste Bl. u. die zwei letzten weiß). - II. Hain-C. 3165; GW 4287; BMC V, 197; Goff B-612; Bibelslg. Württ. LB, D 97. - Enthält Psalterium (Lagen A-K), Proverbia, Ecclesiestes, Sapientia, Ecclesiasiticus sowie die Großen und Kleinen Propheten und Makkabäer I-II; insgesamt die Lagen A-K und 1-37. Da der in (I) nicht vorliegende Teil 3 nicht so umfangreich ist, liegt eine vollständige Bibel vor, u.a. das Psalterium ist doppelt vorhanden. - Insgesamt stellenw. wasserfleckig, meist nur im Rand; vereinzelt fleckig; (II) im Kopfsteg mit Wurmspuren, (I) nur vereinzelt mit einigen Wurmlöchern; wenige Eckabrisse, 2 Bll. in Tl. 4 mit hinterlegtem Einriss. An den Initialen im Bibeltext von (I) meist etwas fleckig, vermutlich wurden dort vor dem Einmalen der Initialen enstprechende Buchstaben in Tinte entfernt. Alle Bände auf dem ersten Textblatt mit Besitzvermerk des Jesuitenkollegs Burghausen (Oberbayern), datiert 1646, 1634, 1653 und 1646; außerdem mit Exlibris bzw. Papierrückenschild des Archivs Oberdeutsche Provinz S. J., die zeigen, dass die zumindest dort die Bände unter einer Signatur aufgestellt waren.
Contains the whole Latin Bible with the commentaries of Nicholas of Lyra: Parts 1, 2 and 3 (of 4) of the Koberger edition printed in 1485 and part 2 (of 3) of the edition printed 1482/83 in Venice by Franz Renner, thus e.g. the psalter is present twice. With numerous initials supplied in red and blue, vol. 4 rubricated. This Koberger edition is the first illustrated Latin bible, the present part 1 with 28 woodcuts. - Mostly marginal waterstaining in places; some staining at the initials in the main text of (I); otherwise staining here and there; mostly marginal worming to the Renner volume, some worm holes to the other volumes here and there; few corners torn off, tears without loss to 2 leaves in part 4. Blind-tooled calf over wooden boards, heavily worn, lacking the clasps and most of the brasses. All volumes with 17th century ownership inscriptions of the Jesuit school in Burghausen (Upper Bavaria).
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Los 4
Brant, Stultifera navis
Brant, S. Stultifera navis. Basel, J. Bergmann von Olpe, 1. August 1497. 4to (21,5:16 cm). Rom. Typ. Mit altkol. Titelholzschnitt und 116 (dav. 9 altkol. bzw. ankol.) großen Textholzschnitten meist von A. Dürer u. alt ankol. Druckermarke am Schluss. 159 (o.d.l.w.) röm. num. Bll. Kalblederband d. 18. Jh. mit Rückenverg. u. Rsch., Kanten und Bünde etwas berieben.
Hain-C. 3750; GW 5061; Goff B-1090; Meder S. 275; nicht im BMC - Fünfte latein. Ausgabe, die zweite bei Johann Bergmann u. mit den von den Originalstöcken gedruckten, überwiegend dem jungen Dürer zugeschriebenen Holzschnitten.  "Erst Goethes 'Werther' hatte höhere Auflagen erlebt" (Schoch/Mende/Scherbaum 266 Anm.) Zugleich die erste Ausgabe in der durch Beigaben Thomas Beccadelli's erweiterten Fassung des Narrenschiffs in Jakob Lochers latein. Übersetzung. Die überwiegend in schönen und klaren Abdrucken vorliegenden Holzschnitte, darunter 2 ganzseitig, sind von bekannter kunsthistorischer Bedeutung. - Fast durchgehend mit leichten Fingerspuren, sonst nur ganz vereinzelt leicht fleckig. Auf wenigen Seiten alte, blasse Unterstreichungen u. hs. Marginalien. Bl. 1 (Titel) u. Bl. 8 im Bund- und Fußsteg breit angerändert. Bl. 57 u. 70 je 1 kleiner Randeinriss sauber geklebt. Bl. 107-110 u. Bll. 155-159 am Schluss um je wenige mm enger beschnitten u. möglicherweise aus einem anderen Exemplar der gleichen Ausgabe stammend, Rubrizierung und alte Kolorierung sehr ähnlich. Bll. 115-119 Pag. etwas angeschnitten. Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 39 (1988), Los 117 .
First enlarged edition by Thomas Becadelli and in total the fifth Latin edition. With the woodcuts, partly in old colour largely attributed to the young Duerer. The woodcuts mostly in fine impressions. - Slight fingerstaining almost throughout, else little staining in places only. Faint manuscript annotations and underlinings in places. Leaf 1 (title) and leaf 8 remargined at gutter and buttom. Leaf 57 and leaf 70 each with small tear carefully closed. Leaves 107-110 as well as leaf 155-159 slightly trimmed and most likely from another copy of the same edition, rubrication and the partial old colouring very similar. Leaves 115-117 pagination slightly shaved by the binder's knife. 18th century calf, slightly rubbed.
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Los 5 *#
Breydenbach, Von der heilgen reyse
Breydenbach, B. v. Von der heilgen reise heilsamen fart uber mehr, ghen Jerusalem, zu dem hailgen grabe unsers hern Jhesu christi. Deutsche Handschrift auf Papier. Mühlhausen 1527. 4to. Blattgr. ca. 19,5:15 cm, Schriftspiegel ca. 16,5;12 cm. Mit schwarzer Tinte in sauberer Bastarda geschrieben, Hervorhebungen in Rot. CXVII num., 7 (statt ?) nn. Bll. In alten Manuskriptpergamentband neu eingehängt, vorderes Außengelenk aufgeplatzt, Rückdeckel fleckig.
Bearbeitung der deutschen Fassung von Bernhard v. Breydenbachs "Peregrinatio in terram sanctam", die in deutscher Übersetzung erstmals 1486 in Mainz bei Reuwich erschienen war, eine zweite Ausgabe folgte 1488 in Augsburg bei Sorg ("Die fart oder reysz über mere" etc.). In der vorliegenden Handschrift bearbeitet und geschrieben von Matthias Sartoris, einem Dominikaner. Bernhard v. Breydenbach (ca. 1440-1497), Domherr und hoher Beamter in Mainz, reiste 1483/84 mit weiteren Adligen und Gefolge nach Jerusalem und zum Berg Sinai, vorliegend ab Bl. XLI "Reiß von Hierusalem durch die Wusteney gegen den berg Synay zu sant Katherina". Ab Bl. LXXIv folgen die Abschnitte über die verschiedenen Religionsgemeinschaften im Orient, ab Bl. CXVIIv ein ausführliches Register. Der Bearbeiter nennt sich Bl. LXXIr: "Frater Mathias Sartoris ordinis predicator(um) Conventus hallen(sis) predicator in Mulhaußen anno d(o)m(ini) 1527 scripsit hec omnia". Welchen Druck er als Vorlage nutzte, können wir nicht entscheiden. Kürzungen werden z.B. an einer Stelle deutlich: Nachdem berichtet wird, dass ein Vertrag mit dem Venezianer Contereni über die Beförderung nach Jerusalem geschlossen wurde, wird dieser Vertrag in den Ausgaben 1486 und 1488 wörtlich abgedruckt, vorliegend heißt es "wie das verbrifft und verburget ward sih den Breytenbach" (Bl. IIII). Beiliegt ein Inhaltsverzeichnis auf einem Doppelblatt in 4to (19:15 cm), verfertigt vom Vorbesitzer Hans Carl v. Ow-Wachendorf (1814-1882), dazu ein eingelegter Zettel, auf dem es heißt: "Dasselbe bestätigt und richtig befunden von Oberstudienrath Dr. W. Heyd, Oberbibliothekar der K. Öffentlichen Bibliothek zu Stuttgart 21/5. 1884" (folgt ein Zitat von Heyd: " ... das Manuscript enthält nichts anderes als einen ziemlich weitläufigen Auszug"). - Durchgehend etwas wasserrandig, tlw. dort auch etwas sporenfleckig; vereinzelt im Außensteg etwas tintenfleckig. Das ausführliche alphabetische Register endet im Buchstaben "T", es fehlen also höchstwahrscheinlich einige Blätter am Ende.
Interesting redaction of the German version of Bernhard von Breydenbach's famous travel report, written by a Dominican friar in 1527. - Some waterstaining throughout, there partly some traces of mildew; ink staining to outer margins of few leaves. The alphabetical register ends in the letter T, so there are most likely some leaves missing at end. Recased in manucript vellum, upper joint cracked, staining to rear cover.
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Los 6 *#
Sammelhandschrift zu Büchsenmeisterei u.a.
Büchsenmeisterei. - Sammelhandschrift zu Büchsenmeisterei, Kriegsrecht u.a. Deutsche Handschrift auf Papier. O.O. 1554-1562. Fol. Blattgr. ca. 29:18,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Mit braunen u. braunschwarzen Tinten von mehreren Händen in deutschen Kursiven geschrieben, Unterstreichungen mit roter Tinte, außerdem durchgehend im unteren Rand mit Linien in rotbrauner Tinte aufgefüllt. Mit 5 ganzseitigen Federzeichnungen in brauner u. roter Tinte. 135 nn. Bll. Hprgt. um 1900.
Umfangreiche und interessante Sammelhandschrift, zum Teil eine Abschrift der bei Christoph Egenolff und seinen Erben zwischen 1529 und 1597 mehrfach erschienenen "Büchsenmeisterei". Enthält zunächst "Eine lehr so Keiser Maximilian In seiner Jugent durch erfarne treffliche seine kriegs räth Zugestelt ist" (Bl. 1-7), ein Lehrgedicht, das sich, mit geringen Abweichungen, ab 1534 auch am Schluss von Egenolffs Ausgaben der "Büchsenmeisterei" findet, hier noch ohne Zwischentitel. Bl. 8-37 enthält die "Büchsenmeisterei", in der es vor allem um die Zubereitung von verschiedenen Sorten von Schießpulver geht. Bl. 37-39 folgen "Gemeine Streits Regelnn", die sich ebenfalls in den Egenolffschen Ausgaben finden, auf Bl. 39 beginnt auch "Ordnung Namen und Regiment alles Kriegs Volcks ... auß dem Kriegs rathschlag ... Jacoben Preussen, Zeugmaisters" (endet Bl. 42; der Hinweis auf Jacob Preuß findet sich in der Egenolff-Ausgabe von 1559 z.B. nicht mehr). EIn Zwischentitel auf Bl. 43 lautet "Gerichts Hendell unnd Cautele in malefich Hendelnn Schüldtrechten unnd gastrechten", danach folgen verschiedene kriegsrechtliche Abschnitte, so ab Bl. 44 "Die gerichts ordnüng under den Landes Knechten zuführen und zu halten", diese findet sich etwa so in Leonhard Fronspergers "Von kaiserlichen Kriegsrechten". Ab Bl. 57 geht es um Bestallungen, die erste dort zitierte Bestallung ist den 18. Mai 1550 datiert, auch andere Formulare werden vorgestellt, dazwischen ab Bl. 71 verso eine Schiffordnung und eine "Schiffgeschichte aus Hispanien". Ab Bl. 79 wechselt der Schreiber, dort beginnen die "Artickel darauff die Hauptleut ... unnd gemeine knecht der Ro. Kay. Maj. unserm aller gnedigisten Herrnn gelobenn und schwerenn sollen S. K. M. zu dienen". Es folgen weitere Exzerpte über verschiedene Themen, z. T. von anderen Händen, u.a. wieder Bestallungen, aber auch Multiplikationstabellen, Eidesformeln und die fünf Tuschzeichnungen. Diese zeigen Feuerpfeile und militärische Erfindungen. Das Wasserzeichen ist in allen Abschnitten dasselbe (ein um 90 Grad gedrehter Bär mit Halsband). Unter dem Lehrgedicht steht "Anno 1.5.5.4. I.W.", der Titel der Büchsenmeisterei ebenfalls 1554 datiert, die erste Zeichnung trägt die Jahreszahl 1556, das Schlussblatt ist verso "den 14 Martij an(n)o 1562" datiert. Auf Bl. 109 verso findet sich zwischen zwei Abschnitten ein Zusatz von anderer Hand: "Gefertiget von mir Hanß sinnecker(?)". - In der zweiten Hälfte seitlich knapp beschnitten; das Lehrgedicht mit Wurmgang im Text. - Exlibris des englischen Forschungsreisenden, Reiters und Großwildjägers Oberst J. Hamilton Leigh (1867-1944) aus Stockport.
Interesting composite manuscript on military themes, partly following the gunsmith manual repeatedly printed by Christian Egenolff and his heirs, partly obviously Leonhard Fronspergers works. With 5 full-page pen-and-ink illustrations. Bookplate of Col. J. Hamilton Leigh (1867-1944), explorer and big game hunter. - Partly trimmed at outer margins, wormtrail affecting text to first leaves. Half vellum around 1900.
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Los 7
Duns Scotus, Quaestiones
Duns Scotus, J. Quaestiones in secundum librum Sententiarum. Hrsg. Thomas Penketh. (Padua), Albrecht von Stendal, 1474. Fol. (34:24,5 cm). Rom. Typ., 2 Kol. Blau u. rot rubriziert, eingemalte Initialen in Rot und Blau, Blatt 2 mit großer farb. Initiale mit Rankenwerk. 158 nn. Bll. Maroquinband wohl aus der ersten Hälfte d. 20. Jahrhunderts mit dezenter Blindprägung u. goldgepr. Rtitel, Vordergelenk eingerissen.
Hain-C. 6426; GW 9081; BMC VII, 12; Goff D-385. - Erste Ausgabe, herausgegeben von Thomas Penketh. "Da der Schluss der 6. Distinctio keinen Platz mehr auf der Lage hh hatte und die nächste Lage i schon gesetzt war, fügte der Drucker den Rest als Nachtrag am Ende des Buches an und machte in der letzten Zeile der Lage hh eine entsprechende Notiz" (GW). Schöner zweispaltiger Druck, breitrandig, am Schluß des Werkes vom Rubrikator monogrammiert. - Etwas stock- u. fingerfl., 1. Bl. mit Wiener Besitzvermerk des 17. Jh., hinterer Innendeckel mit Bezug eines früheren Pergamentfragmentes eines Briefes vom Bischof von Passau an die Offiziellen von Krems. Provenienz: aus der Bibliothek Broxbourne mit Exlibris sowie dem "Diamont-shape"-förmigen Initialstempel von Albert Ehrmann; Reiss & Sohn, Auktion 95 (2004), Los 459.
First edition, fol. 2 with decorated initial and marginal decorations, some initials in red and blue, rubricated, last leaf initialled by the rubricator. - Some spotting and fingermarking, first leaf with marginal inscription "Facultatis philosophica vienna 1686". Rear inner cover paste-down is a fragment of an letter on vellum by the bishop of Passau. Overall a nice copy bound in recent red morocco, small tear to upper joint. From the Broxbourne library.
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Los 8
Johannes Ferrariensis, De coelesti vita
Johannes Ferrariensis. De coelesti vita et de animarum immortalitate. Hrsg. von Antonius de Canchorio. (Venedig), Matteo Capcasa für Hieronymus Blondus, 19. Dez. 1494. Fol. (32,5:23,5 cm). Rom. Typ. Mit Holzschn.-Initiale u. Druckermarke, Titel in Rot gedruckt. 71 röm. num., 1 nn. Bll. - Angebunden: Eusebius Caesariensis. De evangelica praeparatione a Georgio Trapezuntio e graeco in latinum traductus. Hrsg. von Hieronymus Bononius. Venedig, Bernadinus Benalius, 31. Mai 1497. Fol. Rom. Typ. Mit 1 Textholzschnitt. 108 nn. Bll. - L. C. Lactantius Firmianus. Opera. Mit Brief des Johannes Andreas (de Bossis), Bischof von Aleria. Venedig, Simon Bevilaqua, 4. April 1497. Fol. Rom. Typ.; Min. f. Init. 139 nn. Bll. (davon 1 weiß, ohne das 2. w. Bl.). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 Messingschließen, etwas beschabt oder wurmstichig.
I. Hain-C. 6982; GW M13549; BMC V, 485; Goff J-313. - Wohl einzige Inkunabelausgabe, ein ebenfalls 1494 in Florenz bei Bonnacorsi erschienener Druck wird nur von Hain verzeichnet. - II. Hain-C. 6706; GW 9444; BMC V, 376; Goff E-122; Sander 2610. - Fünfte Ausgabe, erstmals 1470 in Venedig erschienen. Der Holzschnitt am Schluss mit einer Darstellung des hl. Hieronymus. - III. Hain-Cop. 9818; GW M16553; BMC V, 522; Goff L-13. - Letzte Ausgabe des 15. Jahrhunderts, die einzige bei Bevilaqua. Bll. n6 u. A1-7 nach vorne gebunden. - (I) u. (II) im Kopfsteg tlw. mit Wasserfleck; (III) stellenw. gebräunt u. im Fußsteg mit Wurmgang u. ohne 1 weißes Blatt. Exlibris des Priesterseminars St. Luzi in Chur, Titel von (I) mit entsprechendem Stempel "S. C." u. Besitzvermerk.

 
Sammelband with three works, all printed in antiqua. Some marginal waterstaining to (I) and (III); browning in places, marginal worm trail to (III), lacking 1 blank. Small stamp of a theological seminary to title of (I). Blindtooled pigskin over wooden boards with 2 clasps, rubbed, some worming.
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Los 9 *
Missale. Deutschland (?), 1400
Missale. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Deutschland.
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Los 10
Der Erstdrucker Nürnbergs
Petrus Lombardus, Glossa psalterii
Petrus Lombardus. Glossa psalterii. (Nürnberg, Johann Sensenschmidt u. Andreas Frisner, 1475/76). Fol. (34:23,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit großer Anfangsinitiale in Rot u. Braun sowie zahlr. kl. Initialen in Rot. Rubriziert. 415 nn. Bll. (1. weiß). Prgt. d. Zt. über Holzdeckeln mit Streicheisenlinien; später wurde der Einband weinrot eingefärbt, der Rücken u. die Vorsätze erneuert sowie die Schließen, die Messingeckbeschläge sowie die Messingbuckel in der Mitte angebracht; etwas berieben.
Hain 10202; GW M32581; BMC II, 408; Goff P-476. - Erste Ausgabe des Psalmenkommentars des berühmten Scholastikers. Sensenschmidt, der 1474-1478 mit Frisner zusammenarbeitete, ist der Erstdrucker von Nürnberg. Durchgehend rubriziertes Exemplar.  - Im Rand mit wenigen Wurmlöchern oder kleinen Wurmgängen; untere Außenecken des 1., 2. u. letzten Blatts ergänzt; 3. Blatt etwas fleckig u. mit entferntem Stempel, die große Initiale bei der Restaurierung mit Tinte aufgefrischt, auf die Versoseite durchschlagend u. mit etwas Tintenfraß.
First edition. - Slight marginal worming, 3 corners restored, some marginal worming, erased stamp and ink oxydation to third leaf (begin of text). Contemporary vellum, restored: coloured in red, spine renewed, new brasses and clasps; somewhat rubbed.
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Los 11
The First Printed Topographic Maps
Rudimentum novitiorum. 1475
Rudimentum novitiorum. Epithoma partes in sex juxta mundi sex aetates divisum, prius alibi non receptum quod placuit rudimentum novitiorum intitulari. (Lübeck), Lucas Brandis, 5. August 1475. Fol. (39,3:29,2 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, mit eingemalten Initialen in Blau und Rot. Mit 1 großen altkolorierten Holzschnitt-Initiale über 37 Zeilen, koloriert in Gold und Farben und mit mehrfarbigem eingemaltem Rankwerk über beide Kolumnen; 5 altkolorierten Holzschnitt-Initialen in Gold und Farben über 14-16 Zeilen mit eingemaltem mehrfarbigem Rankwerk, 23 mehrfarbigen eingemalten Initialen über 5-8 Zeilen, 2 doppelblattgroßen Holzschnitt-Karten (Welt und Palästina), 1 ganzseit. Textholzschnitt, ca. 149 (inkl. Wiederh.; 6 altkolorierten) Textholzschnitten in verschiedenen Größen, 37 ganzseitigen genealogischen (inkl. Wiederh.) und 29 ganzseitigen historischen schematischen Holzschnitten. 475 (statt 476; inklusive 2 leere, jedoch ohne das leere Bl. a1) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 7 (von 8) Messing-Eckbeschlägen, 2 Messing-Mittelstücken und 4 durchbrochen gearbeiteten Messing-Haften; Rücken geweißt, gering bestoßen, Vorderdeckel etwas wurmstichig und fleckig, Rückdeckel nur mit wenigen einzelnen Wurmlöchern. Restauriert (s.u.).
Erster datierter Lübecker Druck - Erste gedruckte topographische Weltkarte - Erste gedruckte moderne Landkarte - Erste gedruckte Karte von Palästina - Erstdruck der 'Descriptio Terrae Sanctae' des Burchard von Monte Sion - Die ersten "Gelehrtenbilder" in Holzschnitt - Früher Abdruck von 29 Fabeln des Äsop

Hain-C. 4996; GW  M39062; BMC II, 550; Schramm X, 1-96; Baer, Historienbücher 183. – Erste Ausgabe der frühen Weltchronik. Ein prototypographischer Meilenstein, der unter anderem bedeutendes kartographisches, geographisches und ikonographisches Wissen zum ersten Mal im Buchdruck vorstellt. Von eminenter Seltenheit. Das Rudimentum war zur Vermittlung grundlegenden Wissens gedacht, vornehmlich wohl für junge Kleriker, aber auch für Personen, die sich keine eigene Bibliothek leisten konnten. "Am Beginn der Lübecker Druckgeschichte steht ein Werk, das seines kolossalen Umfangs und seiner kostbaren Ausstattung wegen zu den hervorragendsten typographischen Denkmälern gehört. Es ist die unter dem Namen Rudimentum Novitiorum bekannte theologisch-historische Enzyklopädie eines ungenannten Verfassers" (G. Kohfeldt. Zur Druckgeschichte des Lübecker Rudimentum Novitiorum vom Jahre 1475. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 24 [1907] S. 26ff). Dem Vorbild des Isidorus von Sevilla folgend ist das Werk in sechs Zeitalter unterteilt. Beginnend mit der Schöpfungsgeschichte wird die Periode des alten Testaments und der Antike in fünf Zeitaltern dargestellt. Von besonderer Bedeutung für die Geographie und die Kartographie sind das zweite und das dritte Zeitalter. Das zweite Zeitalter enthält die bedeutende doppelblattgroße Weltkarte und ein umfangreiches geographisches Lexikon (Bll. 75-107). Im dritten Zeitalter findet sich eine ausführliche Beschreibung des Heiligen Landes und die erste gedruckte Landkarte von Palästina. Die "gewaltige Geschichtsenzyklopädie … umschließt (darüber hinaus) in ihren … geographischen Teilen den Erstdruck der 1283 verfaßten 'Descriptio Terrae Sanctae' des Burchard von Monte Sion, ferner im Anhang das 'Martyrologium' des Usuardus..." (A.-D. von den Brincken. Die Rezeption mittelalterlicher Historiographie durch den Inkunabeldruck. In: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im späten Mittelalter, 31 [1987], S. 225). Das fünfte Zeitalter bringt Artikel zu Naturwissenschaftlern und Philosophen der Antike, darunter Aristoteles, Bias von Priene, Cicero, Diogenes, Empedokles, Hippokrates, Perikles, Plato, Pythagoras, Sokrates, Sophokles, Xenophon, wie auch 29 Fabeln des Äsop. Das sechste Zeitalter für die Zeit von Christi Geburt bis zum Jahr 1473 behandelt vornehmlich die Historie von Kaisern und Königen, Päpsten und Märtyrern.
Im Handel von größter Seltenheit, insbesondere, wenn wie hier, mit vollständigem Blattbestand und ohne Ergänzungen von Blättern aus anderen Exemplaren. Das Jahrbuch der Auktionspreise nennt für die Jahre 1950-2020  lediglich 1 vollständiges Exemplar (1951 bei Hauswedell & Nolte, Auktion 43 Nr.23), 3 weitere Exemplare waren stark unvollständig. Die Exemplare der Bibliotheken Joost R. Ritman und Otto Schäfer mit Ergänzungen einzelner Blätter aus anderen Exemplaren.

Illustrationen
Das Rudimentum präsentiert sich in reichster Ausstattung mit Holzschnitten von herausragender Qualität. Wenige der Holzschnitte waren von Brandis bereits zuvor für den Druck seiner Josephus-Ausgabe verwendet worden. "Was im 'Josephus' versucht worden war, gedieh im 'Rudimentum' ... zur Vollendung... Ein edler Rhythmus verbindet dort Druck, Ornament und Illustration zu einer derartig einheitlichen Schönheit, dass dieses Buch als mustergültig für die Erzeugnisse der Presse aller Zeiten gelten kann" (Baer, Historienbücher, S. 98ff, ausführlich). Die erste Lage zeigt 19 Stammbaum-Holzschnitte, graphisch als Ketten geformt und meist mit szenischen Darstellungen verziert. Diese blattgroßen Holzschnitte sind Wiederholungen der bereits im Text vorhandenen Stammbäume und fehlen häufig, da sie wohl erst nach dem Abschluss des Druckes von Brandis hinzugefügt wurden. Vorliegendes Exemplar enthält auch das selten vorhandene 11. Blatt dieser ersten Lage mit erneutem Abdruck des Stammbaums von Blatt *5 verso (so auch das Expl. der BSB, vgl. BMC, Anm.). Abgeschlossen wird die erste Lage mit einem blattgroßen Ensemble von 9 Holzschnitten mit Szenen aus dem Leben Jesu. Die Vorlage dazu wurde vielfach kopiert. "Die Originale ... sind verloren gegangen... Die Kopien im Rudimentum ... gehören zu den frühesten und besten; sie sind besonders wertvoll, da ein in den übrigen Kopien-Serien fehlendes Bild, 'Der Auszug der Apostel', unter ihnen enthalten ist" (Baer). Es folgen 7 schöne Holzschnitte zu den Schöpfungstagen, von denen die ersten 6 koloriert sind. Zahlreiche Holzschnitte zu Stadtgründungen zeigen meist einen Regenten, der Arbeitern (Maurern, Handwerkern) Anweisungen erteilt, darunter auch "(S3 ve) ein ziemlich wahrheitsgetreues Abbild der Stadt Lübeck" (Baer; wiederholt auf Bl. *2 ve und m4 ve). Szenen von Belagerungen mit den ersten Handfeuerwaffen, sogenannten "Handrohren", sind in mehreren Abdrucken vorhanden. Die Gelehrten-Biographien mit neun Darstellungen in zahlreich wiederholten Abdrucken, illustrieren "zum ersten Male Philosophen, Dichter und andere berühmte Männer in äusserst charakteristischer Weise im Formschnitt ... Alle sind in einer bestimmten Thätigkeit dargestellt, die meisten schreiben, Aerzte heben ein Harnglas, ... Astronomen betrachten die Sterne. Die 'Gelehrten' gehören zu den bedeutendsten Illustrationen des Buches" (Baer). Die schematischen historischen Darstellungen des 6. Zeitalters führen chronologisch Päpste, Regenten und Gelehrte in drei Kolumnen von Ringen auf. Oberhalb wiederholt eine Darstellung von Papst, Kaiser und einem Gelehrten. Die großen kolorierten Holzschnitt-Initialen haben figürliche Darstellungen im Zentrum. Das prächtige Kolorit der Initialen sowie die eingemalten großen Akanthus-Ranken und die mit Akanthus-Blättern verzierten eingemalten kleineren Initialen überwiegend in Blau-, Grün-, Mauve- und Rot-Tönen an einigen Stellen mit Gold gehöht. Die eingemalten Initialen und Ranken fügen sich in die Verzierung der ebenso kolorierten Holzschnitt-Initialen hervorragend ein. Rubriziert, zahlreiche kleine Initialen in Rot und Blau.

Holzschnittkarten
Das Rudimentum, dessen Druck 2 Jahre vor dem ersten mit Karten versehenen Atlas (Ptolemaeus, Bologna 1477) erfolgte, enthält mit den doppelblattgroßen Holzschnittkarten die beiden ersten gedruckten Landkarten mit topographischen Details. "These are the first to try to show land forms and countries in topographical relation to each other" (Shirley).
Weltkarte. - Shirley 2; The World Encompassed 42. - Zweite gedruckte Weltkarte, vorausgegangen war nur die kleine schematische "T-O" Karte aus dem Isidorus von 1472. Die kreisförmige Weltkarte auf 2 Blatt mit dem dreigeteilten kreisrunden Kartenbild, der symbolischen Darstellung von Ländern durch Berge und den teilweise mythologischen Figuren markiert den letzten Stand und Höhepunkt des mittelalterlichen Verständnisses der Geographie. Sie spiegelt aber mit den halbwegs richtigen Verortungen der Länder zueinander gleichzeitig die moderne Erkenntnis der geographischen Verhältnisse. "It gains vivacity by scattering its place names over a myriad of little hills" (TWE). Erstmals auf einer gedruckten Landkarte genannt werden über 100 Länder, Regionen und Inseln, darunter in Europa: Brabant, Böhmen, Dänemark, England, Finnland ("vinla(n)d"), Griechenland, Kreta, Norwegen, Polen, Rhodos, Rom, Russland ("Moscavia" und "Tarta(r)ea"), Schweden, Venedig, Zypern. In Asien: Arabien, Indien, Judaea, Kikilien, Palästina, Persien, Sri Lanka ("Trabrobana") sowie in Afrika: Ägypten, Äthiopien, Karthago und Lybien. Meere sind in der Darstellung untergeordnet oder symbolisch gezeigt. Deutlich ist nur das Mittelmeer zu erkennen, die Griechischen Inseln und Zypern umgebend. Am unteren Bildrand sind noch Nord- und Ostsee angedeutet. Indien liegt in einem Ozean am oberen Bildrand der dem Garten Eden entspringt, in dem zwei Zweige haltende Männer (Lehrer und Schüler?) stehen.
Palästina. - Laor 128; Loewenhardt 56; Nebenzahl 20; TWE 42. - "The first regional map (arguably the first map) ever printed" (Nebenzahl). Die erste gedruckte Regionalkarte zeigt das Heilige Land geostet aus der Vogelschau mit Jerusalem in der Mitte. Wie schon die Weltkarte ist auch hier das Land durch Berge strukturiert, die von detailliert dargestellten Städten und Siedlungen gekrönt werden. Die Berge sind in ihrem Aussehen gestaltet und von Wegen durchzogen. Als zweitgrößte Stadt ist die für die Seefahrer und Kreuzritter wichtige Hafenstadt Akkon dargestellt. Im Vordergrund das von Segelschiffen befahrene Mittelmeer, oben der See Genezareth und das Tote Meer, am rechten Bildrand das Rote Meer. Das Kartenbild ist umgeben von 8 windblasenden Köpfen. Es finden sich auch einige biblische Szenen auf der Karte, wie Taufe im Jordan, Mose empfängt die Gesetzestafeln und Kreuzigung. Nebenzahl vermutet eine verlorene Karte des Burchard von Monte Sion als Vorbild. Die Beschreibung seines zehnjährigen Aufenthalts in Palästina folgt unmittelbar im Anschluss.

Drucker
Der aus Delitzsch stammende Lucas Brandis (vor 1450-1500?) gründete seine erste Offizin in Merseburg Anfang der 1470er Jahre. Der erste dort datierte Druck ist vom 20.10.1473. Im gleichen Jahr verlegte er seine Offizin nach Lübeck. "Der erste von Lucas Brandis in Lübeck mit Namen und Datum veröffentlichte Druck ist das Rudimentum novitiorum (H 4996) vom 5. August 1475. Zuvor sind aber bereits, wie die schrittweise Erweiterung der Druckschriften zeigt, ein niederdeutsches Psalterium (HC 13520), die umfangreiche Ausgabe der Opera des Flavius Josephus (HC 9450) und mindestens noch zwei kleinere Drucke erschienen" (U. Altmann, Die Leistungen der Drucker mit Namen Brandis im Rahmen der Buchgeschichte des 15. Jahrhunderts, S. 31). Dass Brandis seine Ausbildung bei Fust und Schöffer in Mainz erhielt kann nach U. Altmann nicht als gesichert angesehen werden. 1478/79 wird er nach Magdeburg berufen und leitet dort als Werkmeister den Druck eines Missales für den Prämostratenserorden und den des Missale Magdeburgense. 1483 bis 1499 ist er wieder als Drucker in Lübeck nachweisbar. "Trotz des Dunkels, das über vielen Schaffensjahren von Lucas Brandis liegt, gebührt ihm auf Grund seiner Leistungen ein hervorragender Platz nicht nur unter den Druckern Lübecks, sondern insbesondere unter den ersten Jüngern der Schwarzen Kunst" (Altmann, S.52).

Einband
Der zeitgenössische, reich blindgeprägte Einband kann nachweislich einer böhmischen Werkstatt (Einbanddatenbank w002813) zugewiesen werden die ca. 1478-1487 tätig war. Verwendung fanden u. a. die Stempel: Doppeladler mit Krone (s021330), Drache (s021335), Rosette (s021337), Vogel auf Ast (s021338), Pelikan mit Jungen (s021340), Schriftband (s021342), Böhmischer Löwe (s021352). Je 2 Montagelöcher auf Vorder- u. Rückdeckel lassen einen ehemals vorhandenen "Stabilisator" vermuten (vgl. Adler, Buchverschluss u. Buchbeschlag, S. 111 u. Expl. der Library of Congress). - Behutsam gereinigt und sorgfältig restauriert: linke untere Ecke des vorderen Deckelbezugs (ca. 9:11 cm) ergänzt und mit passender Blindprägung versehen, der dort fehlende Eckbeschlag aus Messing ergänzt und brüniert, die 4 Schließbänder und die 4 Schließen geschickt ergänzt und farblich angeglichen bzw. das Messing brüniert. Die weiße Farbe am Rücken aufgefrischt, einige Nägel der Beschläge ergänzt; vorderes Gelenk restauriert. Vorderes Vorsatzpapier und hinteres freies Vorsatz mit altem Papier erneuert und farblich angeglichen. Heftung mit passendem Heftgarn erneuert. - In moderner Halbleder-Kassette mit goldgeprägtem Pergament-Rückenschild.

Kollation
Die Kollation ist vollkommen identisch mit dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek. Das Exemplar der Library of Congress (L. J. Rosenwald Library) ebenfalls identisch, jedoch mit dem im vorliegenden und dem Münchner Exemplar fehlenden leeren Blatt a1. Die erste Lage mit 11 Blatt genealogischer Holzschnitte mit dem häufig fehlenden, einseitig bedruckten Blatt mit wiederholtem Holzschnitt "Ofni & finees". Es folgt der Textteil, recto oben mittig in Blau nummeriert I-CCCCVIII, sowie zu Beginn ebenfalls recto, ab Bl. VIII verso in rot mittig, später in der Innenecke num. 1-409 (lückenhaft und mit Fehlern). Es fehlt das leere erste Blatt (a1) der ersten Lage des Textteils. Am Schluss 56 nicht num. Blätter, die letzten beiden leer. Das erste Blatt jeder Lage im Fußsteg alt mit brauner Tinte nummeriert (1-44).

Provenienz
1. Unbekannter Erstbesitzer, wohl aus Böhmen um 1480. Von diesem in den Abteilungen 1, 2 und 6 sehr zahlreiche sorgfältige und saubere Annotationen in den breiten Rändern und interlineare Anstreichungen, alles in roter Tinte. Schreibmaterial und Duktus lassen auf einen klösterlichen, vielleicht als Rubrikator oder Schreiber tätigen Erstbesitzer schließen. - 2. Vermutlich Jan Jiri Humpolecký z Rybenska (Georg Humpoletz), wohlhabender Adliger aus Mähren. Die wenigen Annotationen in brauner Tinte, sowie auf Bl. XVIII recto (leer) ein im 17. Jh. kalligraphierter Titel in brauner Tinte "Chronologia seu liber historiar(um) veteris & novi testamenti uariarumq(ue) rerum incidentium commemoratio", möglicherweise von seiner Hand. - 3. Wohl Johann Veit Baron v. Schwanenfeld. - 4. Graf Gottfried Ignatz v. Walldorf (1683-1739). Ebenfalls auf Bl. XVIII recto sein 1733 dat. Besitzvermerk. - 5. Franz Kajetan Graf Chorinský (1761-1821). – 6. Österreichischer Privatbesitz.

Zustand
Sehr schönes, hervorragend illuminiertes Exemplar. Durchgängig mit technisch und ästhetisch brilliant ausgeführten Restaurierungen, die häufig nur im Durchlicht deutlich erkennbar sind. Zu Beginn etwas wurmstichig, die Zahl der Wurmlöcher schnell nachlassend. Ganz vereinzelte kleine Flecken, sonst sehr sauber. Das weiße Papier der unteren Außenecke durchgehend ergänzt. Die ersten ca. 100 Bll. auch am weißen Fußsteg mit Ergänzungen. Vereinzelt auch Papier an Kopf-, und Außenstegen oder Blatträndern ergänzt. An insgesamt 19 Stammbaumholzschnitten Teile der Darstellungen meist am unteren Rand oder den unteren Ecken perfekt mit Tusche nachgezeichnet. Wenige der Stammbaumholzschnitte am Kopf gering angeschnitten. Blatt c1 (XVIII) stärker wurmstichig, und mit handschriftlichem Titel und Besitzvermerk recto auf der leeren Seite versehen (s.o.), an 3 Seiten angerändert, dabei der Holzschnitt unten sowie die blaue Foliierung nachgezeichnet. Dieses Blatt war wohl im 17. und 18. Jahrhundert zu Beginn eingeheftet. Bei der Weltkarte die unbedruckten Ränder teilweise ergänzt, dabei nur an der linken Hälfte der Karte die Einfassungslinie oben auf ca. 2 cm Länge nachgezeichnet. Die Palästina-Karte, wie fast immer, unten bis in die Darstellung beschnitten, oben nur der rechte Kopf des Windbläsers angeschnitten, sowie beide untere Außenecken (ca. 9:2,5 cm) ergänzt und perfekt nachgezeichnet. Die blauen u. roten Initialen im nicht foliierten Martyrologium stellenweise etwas durchschlagend. An den letzten 5 Blättern (2 leere) ein ca. 15:17 cm großes Stück der unteren Außenecke ergänzt, dabei die letzten 10-11 Zeilen der jeweils äußeren Kolumne und wenige Buchstaben der inneren Kolumne perfekt nachgezeichnet. Der eigentliche Druckvermerk im mittleren Teil der letzten Kolumne ist im Druck erhalten. Alter hs. Titel des 16. Jahrhunderts auf dem ersten Blatt unten. Zahlreiche Annotationen u. Anstreichungen des Erstbesitzers in Rot (s.o.). Wenige kleine Annotationen in brauner Tinte zwischen den Kolumnen, ganz vereinzelt auch im Text. 2 Seiten mit je einer längeren handschriftlichen Annotation d. 18. Jh. Blasse Tintenverwischung auf der leeren Seite von Bl. t3 (CLXXVI). Fehlt das leere Bl. a1. - Detaillierte Zustandsbeschreibung auf Anfrage.
First and Only Edition of the Book with the First Topographic Maps ever Printed - The Earliest Dated Lübeck Printing - First Printing of the Account on Palestine by Burchard of Monte Sion - First Printed Map of the Holy Land - First Portraits of Scholars to Appear in a Printed Book - Early Appearance of 29 Fables of Aesopus in Print

A milestone of prototypography. Introduces amongst others for the first time in a printed book important cartographic, geographic and iconographic knowledge. The Rudimentum is a universal chronicle of the world, conceived as an elementary book for young clerics and as a manual for readers who could not afford a whole library. Following the schedule of six eras introduced by Isidorus, parts 1-5 deal with events from the Old Testament and the ancient world. The 6th part is on the Christian era up to 1473. The second and third part are of high importance in geographic and cartographic aspects. The second part contains an extensive encyclopedia on geography accompanied by the important world map. The third part comprises the first printing of the 'Descriptio Terrae Sanctae', an account written in 1283 by Burchard of Monte Sion of his 10-year visit to Palestine. This part also encloses the first printed map of Palestine. The last section comprises an early printing of the Martyrology of Usuard. The Rudimentum served as a model for the extremely successful French version 'La mers des hystoires' (1488 and later).
Of outstanding scarcity, especially when not supplemented with leaves from other copies as for instance the ones from the libraries of Joost R. Ritman and Otto Schäfer. The German „Jahrbuch der Auktionspreise“ lists for the years 1950-2020 one complete copy at auction only (1951 at Hauswedell & Nolte, Sale 43 lot 23), 3 further copies auctioned in Germany were very incomplete missing up to over 200 leaves.

Illustration and Illumination
One of the earliest illustrated books from Lübeck, the Rudimentum offers a large number of woodcuts, some beeing the first of their kind. With 1 large woodcut-inital (37 lines) with floral decoration extending into margins over both columns, all in contemporary gold and colours; 5 contemp. coloured  woodcut initals (14-16 lines) in gold and colours with fine acanthus decoration, 23 hand-painted initials in various colours (5-8) lines, 2 double-page woodcut-maps (World and Palestine) 1 full-page woodcut in the text, ca. 149 (incl. repeats; 6 contemporary coloured) woodcuts in the text, 37 full-page genealogical woodcuts (incl. repeats) and 29 full-page historical woodcut diagrams. The book opens with a quire of 19 full-page genealogical tables shaped as chains partly decorated by scenic woodcuts. These tables are repetitions from the principal part of the book and were presumably added by the printer after the printing of the principal part had been finished. This quire is often missing. The present copy shows an additional leaf with a further repetition of the table from leaf *5 verso bound in at the beginning (similar to the copies held by the Library of Congress and the Bavarian State Library Munich). This quire ends with a set of 9 woodcuts depicting scenes from the life of Christ and form a full-page illustration. The first part opens with 7 fine woodcuts illustrating the days of the creation, 6 of which with fine contemporary colouring by hand. Scenes of the foundation of cities show bricklayers and craftsmen and scenes of sieges of cities with the use of the first firearms invented illustrate the following parts. Of high importance are the first woodcuts showing various scholars writing or reading, illustrating numerous biographic entries of ancient scientists, poets, philosophers and medics. 29 tables on popes, regents and scholars illustrate the final section. Five parts open with a highly decorative woodcut initial with bright contemporary colouring, some accompanied by large painted tendrils of acanthus leaves. Another 23 smaller initials painted in 3-5 colours and lavishly decorated with acanthus leaves perfectly match the style of the large woodcut initials. Rubricated, small initials supplied in red and blue.

Maps
Printed two years prior to the first illustrated atlas and with the exception of a single "T-O" diagram from 1472 in the work of Isidorus Hispalensis, the Rudimentum contains the first ever printed topographic maps.
World Map – Large circular world map with a diameter of 38 cm printed on two sheets. "The world map derives from a Christianised medieval tradition without any reference to either Ptolemaic or Portolan sources, and is a vivid piece of cartographical design" (Shirley 2). It shows more than 100 names of countries, regions or islands spread over a huge number of hills forming the surface. All of the named countries and places like Arabia, Crete, Cyprus, Egypt, England, Greece, India, Rhodos, Russia and many more appear here for the first time on a printed map. Numerous buildings representing towns, crowned sovereigns representing kingdoms and mythological figures are shown. This map marks the last state and climax of medieval understanding of geography but also, with the halfway correct locations of the countries in relation to each other, it simultaneously reflects a surprisingly modern realisation of the geographical conditions.
Palestine – The double-page map of Palestine is the first printed regional map. It presents a bird's eye view over the hills of the Holy Land showing Jerusalem in the centre and Acre (Akko) to the left, both with detailed depiction of buildings. The map is orientated to the east with the Sea of Galilee and the Dead Sea at top, the Read Sea to the right and the Mediterranean at the bottom. A large number of cities are named and shown with small buildings. Eight wind blowing heads surround the map. Nebenzahl suspects that a lost map by Burchard of Monte Sion was the model. The map is followed by the text of Burchard's description of Palestine.

Binding
Beautiful contemporary blind-stamped pigskin over wooden boards by a so far unnamed bookbinder from Bohemia (Einbanddatenbank w002813) working approx. from 1478 to 1487. With 7 (of 8) brass corner pieces, 2 brass center pieces and 4 brass catches. The circular or rhombus-shaped stamps showing a crowned double-headed eagle (s021330), a dragon (s021335), a bird on a leaf (s021338), a pelican with hatchlings (s021340), the Lion of Bohemia (s021352) and others. – Carefully cleaned and expertly restored: Missing lower left corner of leather from front cover, corresponding brass corner piece, leather straps and brass clasps supplemented to style. Some of the nails renewed. The later white painted spine retouched, front joint restored. Front endpapers and free rear endpaper renewed using old paper. Stiching expertly renewed. Housed in recent half-calf clamshell box.

Collation
The collation of the present copy is identical to the copy held by the Bavarian State Library Munich. The Lessing R. Rosenwald copy at the Library of Congress has the same collation but preserves the blank leaf a1 that the present copy as well as the Munich copy are lacking. Leaves a2 to T12 numbered by hand in blue at top margin "I-CCCCVIII" and additionally in red (mainly at verso and erroneously) "1-409", followed by 56 not numbered (including the final two blank) leaves. Quires numbered in brown ink at bottom margin of first leaf "1-44" probably by the bookbinder.

Provenance
1. Unidentified friar (?) presumably of Bohemia. His neat annotations to parts 1, 2, and 6 in red ink from about 1480 on the wide margins, rarely in the text and extensive underscoring by the same hand to these parts. Elegant style and placement as well as the type of ink used suggest they come from an experienced writer, maybe a rubricator. – 2. Presumably J. J. Humpolecký z Rybenska. – 3. J. V. Baron v. Schwanenfeld. - 4. G. I. Count v. Walldorf (1683-1739; his ownership inscription to one blank page). - 5. F. K. Count Chorinský (1761-1821). – 6. Austrian private property.

Condition
Wide-margined copy, beautifully illuminated. Some marginal restorations expertly executed, the majority only recognizable when backlit. Some decreasing worming to first quires. Insignificant small brown spots on few pages. Remargined throughout at blank lower outer corner. The first 100 leaves remargined at white bottom margin, a few also at top- or outer margin, only affecting 19 of the 37 genealogical tables mainly at lower end or lower corners, everything perfectly redrawn. Few of the genealogical tables somewhat cropped at head. Heavier worming to leaf c1, remargined affecting parts of woodcut verso (this and the blue foliation perfectly redrawn) and with 17th century ms. title and owner's inscription of Count Walldorf, dated 1733 to blank recto. Due to the inscriptions and the condition it is obvious that this leaf had been bound in at the front during the 17th and 18th century. The world map partly remargined affecting only 2 cm of the outline at top margin of the left sheet, carefully supplied. Map of Palestine trimmed at bottom (as almost always) with some loss to the Mediterranean Sea. Top end of the head of the windblower at upper right corner touched by binder's knife. Lower outer corners restored and redrawn at approx. 9:2,5 cm. More severe loss at lower outer corner of the last 5 leaves (including the last 2 blank leaves) with 10-11 lines of the outer columns and a few letters of the inner columns redrawn. The lines of the actual imprint at the last column not affected. Few of the blue and red initials from the unfoliated Martyrology visible on the back. Small inked-in title (5 short lines) from the 16th century to recto lower right corner of first leaf. Extensive annotations in neat handwriting and underscoring with red ink (see above). Occasionally short annotations in brown ink between columns, very few in the text. 18th century ms. annotations to 2 pages. Faint ink-smudging to blank verso of leaf t3 (CLXXVI). Lacking 1 blank leaf (a1). – Detailed condition report available on request.
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II. Alte Drucke - Wissenschaften - Ideengeschichte - Illustrierte Bücher

Los 12
Aus den Bibibliotheken von J. Camerarius d. J. und C. J. Trew
Agricola, De re metallica
Agricola, G. De re metallica libri XII, quibus officia, instrumenta, machinae, ac omnia denicq(ue) ad metallicam spectantia ... ita ob oculuos ponuntur, ut clarius tradi non possint. Eiusdem de animantibus subterraneis liber, ab authore recognitus. Basel, H. Froben & N. Episcopius, März 1556. Fol. (33:23,5 cm).  Mit 2 (1 eingefalt.) Holzschnitt-Tafeln, 292 tlw. ganzseit. Textholzschnitten u. 2 Druckermarken. 5 Bll., 538 (recte 502) S., 37 Bll. Prgt. d. Zt., leicht fleckig.
PMM 79; VD 16, A 907; IA 101.559; Horblit 2b; Sparrow 4; Dibner 88; Hoover 17; Duveen 4; Darmstaedter, Agricola S. 45 f. u. 87 f.; Michaelis-Prescher 21 u. Horst 743 ff. - Erste Ausgabe des bedeutendsten Bergbaubuches der Renaissance, das auch andere Bereiche der Technik und des Maschinenbaus behandelt. "The first systematic treatise on mining and metallurgy and one of the first technological books of modern times" (PMM). "Das Werk ist mit 292 Holzschnitten ausgestattet, wovon 23 einfache geometrische Figuren darstellen und 269 lagerstättenkundliche Bilder, markscheiderische Instrumente, bergmännisches Gezähe, Geräte, Maschinen, Grubenbaue, ja sogar die Salzgewinnung aus dem Meer, eine Glashütte u.a.m. darstellen. Diese Holzschnitte wurden in Basel nach Entwürfen von Basilius Wefring aus Joachimsthal hergestellt. Daran waren u.a. zwei bekannte Meister beteiligt: der Zeichner Hans Rudolf Manuel Deutsch aus Bern und der Holzschneider Zacharias Specklin aus Straßburg" (Horst 743f.). - Etwas gebräunt u. stellenw. etwas stockfleckig oder etwas wasserrandig; wenige alte Unterstreichungen u. Marginalien; der Holzschnitt auf S. 341 mit geringem Bildverlust durch Verklebung; Bll. a2-a5 sowie das Schlussbl. im Bund verstärkt. - Titel mit Besitzvermerk des Nürnberger Arztes und Botanikers Joachim Camerarius d.J. (1534-1598): "Joachimo Joach(imi) F(ilio) Camerario". Titel verso das gest. Exlibris von Christoph Jakob Trew (1695-1769), ebenfalls Arzt und Botaniker in Nürnberg: ein sitzender Hund, dessen Halsband mit den Initialen "C.I.T.", im Bildhimmel der Spruch "Simulare nescit" (Variante ohne Trews Namen). Dieses Buch ist als Dublette offensichtlich nicht mit Trews Bibliothek über Altdorf nach Erlangen gelangt; Trews anderes Exemplar ist dort vorhanden. Auf dem freien Vorsatz außerdem ein privater Stempel mit Besitzvermerk "Habel Werner / Wien 1977".
First edition of the most important Renaissance book on mining and technical sciences in general. - Some browning; some foxing or waterstaining in places; few old underlinings and marginalia; small loss of image due to adhesion to 1 woodcut, inner margins of leaves a2-a5 and Bb6 strengthened. Contemporary vellum, somewhat stained. With owner's inscription of Joachim Camerarius the Younger (1534-1598) and engraved bookplate of Christoph Jacob Trew (1695-1769), both famous Nuremberg physicians and botanists.
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Los 13
Seltenes Epos vom Grauen der Religionskriege
(Aubigné), Les Tragiques
(Aubigné, T. A. d'). Les Tragiques. Donnez au public par le larcin de Promethee. "Au Dezert" (Château de Maillé) "par L.B.D.D." (J. Moussat für den Verfasser), 1616. (20:14,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette u. 1 Vignette im Text. 15 Bll. (e4 leer), 391 (recte 291) S., 2 Bll. Kalblederband d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung, etwas berieben, Rücken am Kopf mit kl. Fehlstelle, Gelenke mit einzelnen winzigen Wurmlöchern.
En Français dans le Texte 85; KNLL I, 840; Barbier IV, 739; Tchemerzine I, 160 ("fort rare"). - Erste Ausgabe. Außerordentlich selten. Mit seinem bereits 1575 begonnenen epischen Meisterwerk "Les Tragiques" gilt Théodore Agrippa d'Aubigné (1552-1630) als der sprachmächtigste französische Schriftsteller des Frühbarock. Er schildert das Verhängnis der Religionskriege mit "außerordentlich verbaler, bildhafter und rhythmischer Kraft" (KNLL). Aus der Perspektive des militanten Hugenotten und mit engagierter Haltung werden seine Klagen in sieben Büchern in Versform vorgebracht: "Les Misères" beschreibt die Leiden des Volkes, "Princes" klagt die Schandtaten des Königs und der Herrscher an, "La Chambre dorée" bezeugt die Unehrbarkeit der Richter, "Les Feux" feiert die protestantischen Märtyrer der Reformation und "Les Fers" schildert die Schlachten und Massaker der Bürgerkriege; schließlich verkünden "Vengeances" und "Jugement" die Bestrafung der Schuldigen und den Lohn der Gerechten. Der Autor ließ das Werk anonym und auf eigene Kosten durch Jean Moussat drucken, wohl auf einer eigens auf seinem Anwesen Maillé eingerichteten Presse. Die Pressen von Moussat blieben sechs Jahre lang in Maillé und es entstanden dort zwei weitere Werke von d'Aubigné. Das Kryptonym L.B.D.D. bedeutet "Le Bouc du Dezert", sein durch seine unnachgiebige Haltung erworbener, spöttischer Beiname. Das Bürgerkriegsepos blieb seinerzeit unbeachtet und wurde erst im 19. Jh. durch Malherbe wiederentdeckt. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, stellenw. oben etwas knapp beschnitten. Anfangs ganz vereinzelt mit hs. Anmerkungen in Rot. Innengelenke angebrochen, erste u. letzte Bll. gelockert. Wie meist ohne das Errata-Blatt am Schluss.
Extremely rare first edition of the masterpiece of the Huguenot poet Agrippa d'Aubigné. Printed by Jean Moussat, probably at Maillé, on the author's own presses, who had decided to distance himself from the court, thus taking up the nickname "Le Bouc du Dezert". - Some browning and foxing, here and there upper margin trimmed, scattered annotations in red. Inner hinges starting to crack, first and last leaves somewhat loose. Bound in contemp. calf, spine richly gilt, somewhat rubbed, head of spine chipped, single small worming to joints. Lacking as often the errata-leaf.
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Los 14
"One of the most famous medical texts ever written"
Avicenna, Canon medicinae. 2 Bde.
Avicenna (Abu-'Ali al-Husain Ibn'Abdallah Ibn-Sina). Canon medicinae. Übers.: Gerardus Cremonensis. Komm.: Jacobus de Partibus. Mit Beig. von Ioannes Lascaris. Hrsg. von Jacques Ponceau. (Teil 2 u. 3 von 4) in 2 Bdn. (Lyon: Johann Trechsel, vollendet von Johann Klein, 24. Dezember 1498). Fol. (42:30 cm). Got. Typ. 2 Kol. Text von Kommentar umgeben. 379; 357 nn. Bll. (jeweils ohne das weiße Blatt am Schluss). Blindgeprägte Kalbldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit zwei späteren Schließen bzw. Schließenresten; mehrere Schabstellen, etwas wurmstichig, alte Reparaturen.
Hain 2214; GW 3127; BMC VIII, 302; Goff A-1428; vgl. PMM 11 u. Garrison-M. 43. - Eines der bedeutendsten medizinischen Werke aller Zeiten. "Avicenna, an Arabian philosopher, physician, poet, courtier and politician, had perhaps a wider influence in the eastern and western hemispheres than any other Islamic thinker... The 'Canon', written in Arabic and here translated into Latin by Gerardus of Cremona, is a compendium of Greek and Muslim medical knowledge of Avicenna's time, coordinating the teachings of Galen, Hippocrates and Aristotle. It superseded all previous works - even the great medical encyclopaedia of Rhazes - and in its Latin translation became the authoritative book in all universities" (PMM). "His 'Canon' is one of the most famous medical texts ever written... It dominated the medical schools of Europe and Asia for five centuries" (GM). Vorhanden sind hier Lib. 3, Fen 1-12 u. Fen 13-22 mit der speziellen Pathologie. Ohne die Teile 1 und 4 (452 u. 142 Bll.). - Schöner, breitrandiger Druck. Stellenweise etwas gebräunt, gering fleckig, vereinzelt alte Anmerkungen, Bd. gegen Ende einige Feuchtigkeitsränder. Einige Wumlöcher u. Wurmspuren mit vereinzeltem Buchstabenverlust. Provenienz: Venator, Auktion 23/24 (1962), Nr. 15 mit Erwähnung aus dem früheren Besitz der Dombibliothek Fritzlar. Vorderer Innendeckel mit Klebespuren eines entfernten Exlibris, eingeklebter Katalogaufnahme von Venator.
                                                                                                                                 
Two complete volumes of the four-volume Latin edition of Avicenna’s magnum opus. Gerard de Cremona’s widely received translation was here edited by Jacques Ponceau with the commentaries of Jacobus de Partibus and Johannes Lascaris. – The principal writing of Abu Ali al-Husain ibn Abdullah ibn Sina (ca. 980-1037), the "Qanun" is the most authoritative medical text in the Islamic world. Written in Arabic, it was widely translated throughout the Middle Ages and formed the basis of medical training in the West as late as the mid-17th century. Through this encyclopedic work, the author exerted "perhaps a wider influence in the eastern and western hemispheres than any other Islamic thinker" (PMM). - The present two volumes comprise the complete Third Book, fen 1-12 and 13-22, and thus cover the principal part of the Qanun: special pathology and therapy "a capite ad calces" (from head to toe), including ailments of the ear, nose, and throat, as well as obstetrics. Volumes 1 and 4 (not present here) comprised books I (452 leaves) and book IV, fen 1 (142 leaves). - Some slight browning, some waterstaining to edges (mainly towards end of vol. 2), otherwise little staining; some worming with slight loss of letters in places, few contemporary ms. annotations. Lacking the final blank in both volumes. Contemporary full calf over wooden boards on four raised double bands, blind- and giltstamped, one volume with 2 brass clasps (and remnants on the other volume); partly worn and repaired. - Provenance: traces of removed bookplates on pastedowns. According to a pencil note on the inside front cover of the first volume, the set was removed from the Fritzlar Cathedral Library, parts of which were dispersed in 1724 and in 1803. Later sold at Venator (Cologne), sale 23/24 (1962), lot 15; old sales notice pasted to inside front cover of first volume.

 
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Los 15
Biblia germanica. 1518. 2 Bde.
Biblia germanica. - Bibel teütsch der erst tail (der ander tail). 2 Bde. Augsburg, S. Otmar für H. Rynmann, 27. Jan. 1518. Fol. (31,5:22 cm). Mit 2 wiederh. (1 altkol.) Holzschnitt-Titelbordüren von Daniel Hopfer, 108 (87 & 21) Textholzschnitten, davon die 21 zu Teil 2 altkoloriert u. goldgehöht, sowie zahlr. Holzschnitt-Initialen (in Teil 2 altkoloriert).  400; 401 nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. späteren 16. Jh. (Teil 2) mit 8 Eck- u. 2 Mittelbeschlägen, 2 erneuerten Schließen; gebräunt u. berieben, Rücken unter Verwendung alten Materials restauriert, Vorsätze teilw. restauriert bzw. erneuert. Teil 1 in mod. blindgeprägtem Ldr. mit 2 Schließen.
VD 16, B 2676; Bibelslg. Württ. LB E 57 (Teil 2); Panzer, DA 888; Muther 972. - Die 14. und letzte deutsche Bibelausgabe vor Luther, sehr selten. Sie ist ein fast genauer Abdruck der 13. deutschen Bibel (Augsburg, Otmar, 1507). Auch die schönen Inkunabel-Holzschnitte entstammen der Bibel von 1507, für welche sie von Schönspergers deutschen Bibeln 1487 und 1490 übernommen wurden. In Teil 2 sind Bordüre, alle großen Holzschnitt-Initialen sowie die 21 Textholzschnitte altkoloriert, bei den Holzschnitten der Hintergrund  bzw. Himmel mit Gold gehöht, ein wesentlicher Reiz dieses Exemplars. - Bd. 1 gering gebräunt u. etwas fingerfleckig, erste u. letzte Bll. wurmstichig bzw. mit Wurmspuren, teilw. hinterlegt, sonst vereinzelte Wurmlöcher u. kleinere Wurmspuren. Wenige geringe Feuchtigkeitsränder, Titel aufgezogen. Bd. 2 fingerfleckig, vereinzelte, meist kleinere Restaurierungen, wenige Wurmlöcher gegen Ende. Ca. 10 Bll. mit größeren restaurierten Einrissen. Titel u. die drei folgenden Bll. kleinem restaurierten Loch durch Rostfleck mit etwas Buchstabenverlust, in der Titelbordüre größeres hinterlegtes Loch durch Stempelrasur. Die Vergoldung mit vereinzelten kleinen Abplatzungen. Beide Titel verso mit kleinem Sammlerstempel.
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Los 16
Freud, Traumdeutung
Freud, S. Die Traumdeutung. Leipzig u. Wien, F. Deuticke, 1900. (22,5:15 cm). 2 Bll., 371 S., 2 Bll. Etwas späterer Hlwd. mit Rtit., etwas berieben, Rücken am Kopf leicht bestoßen, Vorsätze erneuert.
PMM 389; Horblit 32; Norman F 33; Grinstein 227; vgl. Ludger Lütkehaus, Freuds Jahrhundertbuch auf www.literaturkritik.de. - Erste Ausgabe der berühmten "Traumdeutung", eines der meistgelesenen und einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Zukunftsweisend auf das neue Jahrhundert, wurde das Titelblatt auf 1900 vordatiert, die Auslieferung durch den Verlag erschien aber bereits am 4. November 1899 in einer Auflage von nur 600 Stück. Der Verkauf verhielt sich recht schleppend, so dass erst im Jahr 1909 eine Neuauflage nötig wurde. "Although not published until 1900 'The Interpretation of Dreams' was virtually complete in all essentials at the beginning of 1896. Extending the wish-fulfillment nature of day-dreams to night-dreams, Freud differentiated the two kinds of wish: those in day-dreams being open and conscious, while the less pleasant subjects were repressed, to be released from the sub-conscious only in sleep ... This is unquestionably Freud's greatest single work. It contains all the basic components of psychoanalytic theory and practice" (PMM). - Minimal gebräunt, erste 3 Bll. zu Beginn mit unbedeutend kl. Randläsuren. S. 25/26 mit hinterl. kurzem Randeinriss.
First edition. - Slightly browned, three first leaves with very small marginal lesions. Small repaired tear to p. 25/26. Somewhat later half-cloth, slightly rubbed, head of spine slightly bumped, endpapers renewed.
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Los 17
Galilei, Dialogo dove ne Congressi
Galilei, G. Dialogo... dove ne i congressi di quattro giornate si discorre sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. Florenz, G. B. Landini, 1632. 4to (24:17 cm). Mit gest. Frontispiz von Stefano della Bella, 31 Holzschnitt-Illustrationen und Diagrammen im Text u. Druckermarke auf dem Titel. 4 Bll., 458 S., 16 Bll. Interims-Kartonage d. Zt. mit hs. Rtit.; gering berieben.
PMM 128; Dibner 8; Horblit 18c; Sparrow 74; Gamba 475; Riccardi I/1, 511, 10.1; Cinti 89. - Seltene erste Ausgabe seines astronomischen Hauptwerkes. "A masterly defense of the Copernican hypothesis. When it appeared there seemed to be no indication of trouble, but the sale of the book was shortly prohibited, for having offended the Pope. The entire edition was sent to the Inquisition and burned; first editions... are extremely rare" (Sparrow). Exemplar mit dem schönen Frontispiz und dem kleinen gedruckten Korrektur-Zettel im Rande von S. 92. - Breitrandig, an Kopf und Fuß unbeschnitten. Teilweise etwas gebräunt, Register mit kl. schwachen Wasserfleck im Bundsteg, ganz vereinzelte Fingerflecken. Drucktitel und erste 3 Bll. (Widmung u. Vorwort) behutsam gereinigt, dabei das Papier neu geleimt sowie ca. 5 mm im Bund fachgerecht mit dünnem Japanpapier verstärkt. Wenige zeitgenössische kurze hs. Zusätze in brauner Tinte, darunter auch der fehlende Buchstabe H im Diagramm auf S. 192. Ohne das letzte leere Blatt, sonst in außergewöhnlich gutem Zustand.
First edition. Rare. "A masterly polemic for the new science. It displays all the great discoveries in the heavens which the ancients had ignored; it inveighs against the sterility, wilfulness, and ignorance of those who defend their systems; it revels in the simplicity of Copernican thought and, above all, it teaches that the movement of the earth makes sense in philosophy, that is, in physics. ... The Dialogo, more than any other work, made the heliocentric system a commonplace" (PMM). - With the engraved frontispiece by S. della Bella and small correction over-slip pasted to margin of p. 92. - Fine wide-margined copy, uncut at top and bottom margins. Some browning, small faint waterstain to inner margin of index leaves, few insignificant fingermarks. First 4 leaves (title, dedication, foreword) lightly cleaned, consolidated and strengthened at 5 mm of inner margin with fine Japanese paper. Very few short contemp. ms annotations to outer margins and the added letter H to diagram on p. 192. Lacking final blank leaf. Preserved in contemporary interim paper boards with manuscript title to spine; minor rubbing and staining.
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Los 18
Gersdorff, Feldtbuch der Wundartzney
Gersdorff, H. v. Feldtbuch der Wundartzney. Augsburg, H. Steiner, 1542. Fol. (29:19,5 cm). Mit großem Titelholzschnitt, 1 gefalt. Holzschnitt-Tafel u. 24 meist blattgr. Textholzschnitten. 4 nn., 84 röm. num. Bll. Alter, neu aufgebundener Prgt. mit hs. Rückentitel.
VD 16, G 1626 (nur zwei Nachweise); nicht bei Durling, Wellcome, Waller (jeweils andere Ausgaben); zur EA. vgl. Garrison-M. 5560, Goldschmid 36 u. Muther 1387. - Überaus seltene dritte Augsburger Ausgabe (die anderen undatiert um 1530 u. 1532 nach VD 16). Die Originalausgabe war 1517 bei Joh. Schott in Straßburg erschienen, der auch die beiden folgenden Drucke (1526 u. 1528) verlegte. - Gersdorff, über dessen Lebensumstände nur wenig bekannt ist, verfaßte sein Werk aufgrund der Erfahrungen seiner 40jährigen ärztlichen Tätigkeit in der Schweiz, dem Elsass und Lothringen. "G. erscheint in seinem 'Feldbuch der Wundarznei' als ein seinen bis jetzt bekannten deutschen Vorgängern an allgemeiner und ärztlicher Bildung bei Weitem überlegener Wundarzt" (Hirsch-H. II, 728). "Das für die Kenntnis der deutschen Chirugie unschätzbare Buch ist ausgezeichnet durch seine prachtvollen Abbildungen" (Goldschmid). "Gersdorff performed nearly 200 amputations... The book contains some instructive pictures of early surgical procedures and includes the first printed picture of an amputation" (GM). Die Hans Wechtlin zugeschriebenen Holzschnitte zeigen Instrumente, chirurgische Handgriffe, Trepanationen, Streckverbände, künstliche Gliedmaßen, eine Beinamputation (laut GM die erste gedruckte Darstellung einer Amputation), ferner zwei Lepröse (Hiob u. Visitenbild). Die große Holzschnitttafel zeigt ein Skelett unter der Überschrift "Ein contrafacter Todt mit seinen beynen, fügen und glidern". - Fingerfleckig, etwas gebräunt u. fleckig, einige kleinere Restaurierungen im Rand, Tafel in einer Faltstelle hinterlegt u. im Bild u. Text etwas berieben. Die Holzschnitte in kräftigen Abdrucken und breitrandig.
Rare edition of Gersdorff's "Field-book of wound surgery", one of the most important works on 16th century surgery. Illustrated with large woodcut on the title-page, 24 mostly full-page woodcuts in text and 1 folded plate. - Fingermarking throughout, several small marginal restorations, one fold of the plate restored on verso with some rubbing recto. Woodcuts in fine impressions and with wide margins. Old restored vellum.
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Los 19
Houttuyn, Houtkunde + Suppl.
Houttuyn, M. Houtkunde, behelzende de afbeeldingen van meest alle bekende, in en uitlandsche houten. Abbildung in- und ausländischer Höltzer. A representation of inland and foreign wood. Réprésentation des bois, des arbres & arbrisseaux tant du pays qu'etrangers (etc.). - Mit Supplement. - Amsterdam, J. C. Sepp, 1773-1791, Suppl. 1795. 4to (29:24 cm). Mit altkol. Kupfertitel u. 106 altkol. Kupfertafeln. 10 Bll. Titeleien u. Vorworte, 50 Bll. Tafelerläuterungen, LVIII (recte LIV) S. Index, 1 gefalt. Bl. Errata; Titel u. 4 Bll. (Suppl.). Ldr. d. Zt. mit etwas Rückenvergoldung und Rückenschild; gering fleckig und bestoßen, wenige kleine Schabstellen, Ecken restauriert, Innendeckel mit Schabstelle durch entferntes Exlibris.
Nissen, BBI 939; Stafleu-C. 3082 ("our information is obviously incomplete. The book seems to be rather rare"); Landwehr, Dutch books with coloured plates 84; Sotheby's, de Belder 166. - Seltenes Werk mit 885 fein kolorierten Mustern heimischer u. exotischer Hölzer, vorliegend mit dem Supplementheft und dem vollständigen Text in 5 Sprachen. Der niederländische Index mit ausführlichen Erklärungen zu den Holzarten. Text des Supplements in 4 Sprachen. Basiert auf den 48 Tafeln von J. M. Seligmanns "Abbildung in- und ausländischer Hölzer", Nürnberg 1773-78. "Sepp added some 42 plates which show especially timbers from the West Indies, drawn from the cabinet of Rev. Hazeu at Rotterdam. Eighty samples were then taken from the collection of Martinus Houttuyn" (Landwehr). Die 6 Tafeln des Supplements nach Vorlagen aus der Sammlung des Apothekers H. De Troch. - Sauberes, nahezu fleckenfreies Exemplar mit den originalen Seidenhemdchen zu den Tafeln des Hauptteils; das Supplement beschnitten u. lose in später hinzugefügter Einbandtasche im hinteren Innendeckel.
Scarce work, especially when entirely complete as the present copy. A collection of 885 elaborately hand-coloured cross-sections of European and exotic woods on 106 engraved plates, plus hand-coloured engraved title page. Text in 5 languages, the supplement omitting Latin names. - A fine nearly stainless copy preserving the protective tissue guards to the 100 plates of the principal part. Bound in contemp. full-calf, spine gilt and with black morocco label; minor staining and bumping, few small abrasions, corners restored, abrasion to front inner cover due to removal of a bookplate. The supplement with printed front wrapper cut to size, loose in later added pocket to rear inner cover.
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Los 20
Kant, Critik der reinen Vernunft. 1781
Kant, I. Critik der reinen Vernunft. Riga, Hartknoch, 1781. (21:13 cm). 12 Bll., 856 S. (S. 426-61 nicht paginiert). Neuerer Ldr. im Stil d. Zt. mit etwas Rvg. u. farb. Rschild.
PMM 226; Goed. V, 3, 6; Warda 59; Adickes 46. - Erste Ausgabe. Eines der Hauptwerke der philosophischen Literatur, mit dem Kant weltberühmt wurde. Nur diese erste Ausgabe enthält den ursprünglichen Text; alle späteren Ausgaben gehen auf die zweite, verbesserte Auflage zurück. - Minimal gebräunt, bzw. mit Anflug von Stockfleckchen, Schnitt der letzten Lagen mit Braunfleck. Vorrede u. Einleitung mit Anstreichungen u. Marginalien in Bleistift u. Tinte aus dem 19. Jh., sonst nur vereinzelte Marginalien. Im ganzen gutes Exemplar.
First edition. "With it Kant became world-famous" (PMM). - Minor browning or foxing, brownstain to bottom edges of last gatherings. Foreword and introduction with ms. ink and pencil marginalia of the 19th century, otherwise scattered marginalia. Bound in recent calf gilt to style, red label to spine. Overall a fine copy.
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Los 21
Ausnahmeexemplar aus dem Besitz von Cyriakus Spangenberg
Luther, Werke. 11 Bde.
Luther, M. Der Erste (- Achte und letzte) Teil aller Bücher und Schrifften. 8 Bde. (Mit:) Index oder Register uber die Acht deudsche Tomos, Ersten und andern Drucks. Gestellt durch T. Kirchner. 1 Bd. Zus. 9 Bde. Jena, C. Rödinger oder Rödingers Erben, 1555-1558 u. Jena, T. Rebart Erben, 1583. (Index). Fol. (ca. 32,5:22 cm, Index 31,5:20,5 cm). Mit 8 (teils wiederh.) Titelholzschnitten. u.  9 (5 ganzseit.) Textholzschnitten. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, etwas abweichend, jeweils 2 Schließen, Deckel mit Monogramm "M.C.S." (= Magister Cyriakus Spangenberg) und Datierung 1556-1559; etwas berieben u. gebräunt, Kapital von Bd. 1 etwas abgestoßen, von Bd. 2 mit kleinem Einriss. Indexband in abweichend blindgeprägtem Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, 2 Schließen (1 defekt), fleckig, Rücken am Fuß mit kleiner Fehlstelle. - Dazu: M. Luther. Der Erste (Ander) Theil der Bücher, Schrifften und Predigten des Herrn Martin Luthers deren viel weder in den Wittenbergischen noch Jhenischen Tomis zu finden. 2 Bde. Eisleben, U. Gaubisch, 1564-65. Fol. (33:22,5 cm). Mit 2 wiederh. Wappenholzschnitten u. 92 Textholzschnitten. 14 nn., 568 (recte 566) num.; 16 nn., 502 (recte 501) num. Bll. Abweichend blindgeprägte Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln; berieben u. gebräunt, beide Bände restauriert, Schließen erneuert.
I. VD 16, L 3323-26, 3330-31, 3336-37 und L 3458 (Indexband); Goed. II, 151; Aland S. 570 ff. - Die vollständige Jenaer Gesamtausgabe, jeder Band in der ersten Auflage, mit dem Indexband und den zwei Nachtragsbänden, so sehr selten.  Der Indexband in der dritten Ausgabe, erstmals 1564 erschienen. - Kurfürst Johann Friedrich, der einst die Wittenberger Ausgabe gefördert hatte, sah diese seit 1552 als teilweise verfälscht oder unvollständig an und gab diese neue Ausgabe in Auftrag, die von Amsdorf, Aurifaber, Rörer, Stoltz u. a. ediert wurde. Die 8 Bände der Jenaer Ausgabe erschienen in der sehr kurzen Zeit von nur 4 Jahren und überholten die Wittenberger Edition. Diese wiederum hat dann für ihre Bände 9 und 12 auf das Material der Jenaer Ausgabe zurückgegriffen
Der Titelholzschnitt zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, neben dem Kruzifix kniend; die blattgr. Holzschnitte mit Brustbildern der drei sächsischen Herzöge mit ihren Wappen. Die übrigen Holzschnitte zeigen Papstesel, Mönchskalb und Weltkarte ("Daniel's Dream-Map", vgl. Shirley 65A).
Die Bände (besonders Bd. 1) enthalten mehrere Marginalien von alter Hand. Es lassen sich mindestens drei verschiedene Hände unterscheiden und aufgrund paläografischer Übereinstimmungen lässt sich eine davon sicher Cyriakus Spangenberg zuordnen. Unter den Spangenberg zuzuordnenden Randvermerken findet sich in Bd. 7, S. 195 eine Eintragung mit Orts- und Zeitangabe (Schlitz [Vogelsberg] 28. April 1583), die seinen Schlitzer Kollegen, den 2. Pfarrer (Diakon) Conrad Camerarius betrifft. Spangenberg nennt ihn hier "mein abtrünniger Diaconus Cuntz Gemerer zu Schlietz". Spangenberg kam 1580 nach Schlitz, wo ihm die erste Pfarrstelle angeboten worden war. "Besonders der 2. Schlitzer Pfarrer, Conrad Camerarius (Cunz Gemmer) sowie der Schlitzer Kirchenpatron Johann Riedesel... hatten Spangenbergs Berufung nach Schlitz gefördert. Das zunächst freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ortspfarrern verwandelte sich im Laufe weniger Jahre aufgrund persönlicher und theologischer Differenzen in völlige gegenseitige Ablehnung. Vornehmlicher Streitpunkt war die Lehre von der Erbsünde. Bereits 1583 bezeichnete Spangenberg seinen Amtskollegen als 'abtrünnigen Diaconus' (s.o.), während Camerarius in den folgenden Jahren nicht müde wurde, Intrigen gegen Spangenberg zu spinnen, die schließlich zu Gerichtsverhandlungen, Predigtverbot und Entlassung führten" (W. Schmidt, Ein unbekanntes Spottgedicht von Spangenberg, Jahrbuch der Hess. Kirchengeschtl. Vereinigung, Bd. 63, 2012). Auf dem Vorsatzblatt von Bd. 3 findet sich ein 24zeiliges Spottgedicht, das mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls der Hand Spangenbergs zuzuordnen ist. Es trägt den Titel "Catalogus Bonorum Operum Papistarum" (zur Transkribierung und zum Inhalt siehe ausführlich W. Schmidt). - Auf dem vorletzten Blatt in Band 8 findet sich der zeitgenössische Vermerk "Joann. Walther Churfürstlicher Gesangmeister zu Torgaw". Dies ist sicherlich kein Besitzvermerk des Komponisten und Dichters, sondern bezieht sich auf das vorhergehende Gedicht "Epitaphium des Ehrwirdigen Herrn Martini Luthers... M.D.XLVI.", das von Walther stammt und auch im Druck erschienen war.
Die Reihe insgesamt stellenweise gebräunt u. teilw. etwas fleckig, vereinzelte Wurmspuren. Die Einbände sämtlich mit dem Monogramm Spangenbergs und der Datierung zwischen 1556 und 1559, die Prägung von dreierlei, etwas abweichender Art. Der Indexband ebenfalls mit abweichender Blindprägung.
II. VD 16, L 3357 u. L 3359; Koepplin-Falk 220; Pauli, Beham 1124a-1196a II. - Sehr seltene erste Ausgabe dieses von Joh. Aurifaber besorgten Supplements. Von besonderem Interesse ist das Werk durch die Wiedergabe zweier Bilderfolgen: 1. "Das Passional Christi und Antichristi" (erstmals 1521) mit 26 großen Holzschnitten von L. Cranach. Die bekannten Schnitte Cranachs wurden von den Originalstöcken gedruckt, lediglich Nr. 7 u. 17 sind durch Nachschnitte ersetzt worden. Alle Holzschnitte sind von wechselnden Bordüren umgeben. 2. "Das Bapstthum mit seinen Gliedern" (erstmals 1526). Mit 65 kleinen Holzschnitten (Ordenstrachten) nach H. S. Beham. - Beide Bände teilw. gebräunt u. stockfleckig, Bd. 1 mit einigen Anmerkungen u. Unterstreichungen, letzte Bll von Bd. 2 wurmstichig. Die Abdrucke der Holzschnitte etwas flau.
III. Im Indexband angebunden: A. Osiander.  Harmoniae evangelicae libri IIII. graece et latine. Basel, Froben, 1561. Fol. 6 nn., 145 num., 1 w., 46 nn. Bll.  - VD 16, B 4627; Seebaß, Osiander 24.7. - Siebte Ausgabe, die zweite bei Froben, erstmals 1537 erschienen. Griechisch-lateinischer Text. "In der Evangelienharmonie, der ersten von evangelischer Seite, hat O. die harmonistischen Grundsätze unter Voraussetzung einer sehr strengen Inspirationsvorstellung mit großer Gewaltsamkeit durchgeführt" (ADB XXIV, 483).
 
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Los 22
Maier, Lusus serius
Maier, M. Lusus serius, quo Hermes sive Mercurius rex mundanorum judicatus et constitutus est. Oppenheim, H. Galler für L. Jennis (Frankfurt), 1616. 4to (20:17 cm). Mit gest. Titelvignette. 79 S. - Vorgeb.: Ders. Examen fucorum pseudo-chymicorum detectorum. Frankfurt, N. Hoffmann für de Bry, 1417 (recte 1617). Mit gestoch. Titelvignette. 47 S. - J. v. Morsheim. Hoffleben. Dessen Schlag und Händel, wie untrew daselbsten von etlichen gepflogen wird. Frankfurt, P. Jacob, 1617. Mit Kupfertitel u. 21 Textkupfern. 72 S. Prgt. d. Zt mit spanischen Kanten u. hs. Rtitel, etwas fleckig.
I. VD 17 23:291351B; Brüning 1151; Ferguson II, 63; Gardner 418; Kloß 2479; Caillet 6995; Wolfstieg 42294 ("selten, betr. die Rosenkreuzer"); Ackermann IV, 122; Rosenthal 570 ("très rare"). - Erste Ausgabe. Große Seltenheit der alchemistisch-rosenkreuzerischen Literatur. Viele andere Exemplare haben die Jahreszahl 1616 hs. in "1619" verändert. Phantastische Erzählung über ein Parlament von Tieren, die vor dem Menschen - als Schiedsrichter - ihre jeweiligen Ansprüche auf Vorrangigkeit darlegen. Michael Maier (1568-1622), Leibarzt des dänischen Königs, gehört zu den frühesten glühenden Propagandisten des Rosenkreuzertums. Die Titelvignette, von Ackermann de Bry zugeschrieben, zeigt Hermes mit einem Kollegium von Tieren vor dem Schiedsrichter. - II. VD 17 23:291363Y; Brüning 1199, Ferguson II, 63; Gardner 423; Wellcome I, 3976; Duveen 381; Ferchl 347; Honeyman 2107; Rosenthal 569. - Erste Ausgabe. "Against fraudulent and quackish alchemists. Rare" (Duveen 381). -  III. VD 17 23:294193V; Goed. I, 393, 8. - Erste Ausgabe mit Kupfertitel (nach M. Merian) u. Textkupfern von E. Kiefer. Erschien zuerst 1515 unter dem Titel "Spiegel des Regiments inn den Fürstenhöfen", danach unter wechselnden Titeln. "Mischung aus allegorischem Fürstenspiegel und Moralsatire" (NDB XVIII, 158f.), hier ergänzt durch die „Ermahnung an die Obrigkeit und Richter“ des Heidelberger Prof. Hermann Witekind (1522-1603). - Enthält desweiteren in Bindefolge 12 Hochschulschriften u. Reden:
1. C. Dornau. Rodulphus (sic!) Habsburgicus, panegyrico historico celebratus. Editio altera. Beuthen (1617). 4 Bll., 92 S., 2 Bll. - VD 17 14:052862E. - 2. S. Siccama. Lex Frisionum sive antique Frisiorum Leges. Franeker, 1617. 8 Bll., 151 S., 4 Bll. - Dekkers 160. - Erste Ausgabe. - 3. J. Blocius. Oratio de pane lucrando. Publice recitata in inclytae Rosarum auditorio magno. Rostock 1617. 20 Bll. - VD 17 23:259843K. - 4. J. v. Nessen. Oratio, de quastione, an adulatores in republ. sint ferendi. Rostock 1617. 120 Bll. - VD 17 28:720249K. - 5. C. Finck. Oratio Panegyrica I. Gießen 1608. 4 Bll., 55 S. - 6. Ders. Oratio Panegyrica II. Gießen 1608. 4 Bll., 58 S., 1 Bl. - VD 17 23:247645B. - 7. C. Dieterich. Oratio panegyrica de mixta haereticorum. Gießen 1609. 64 S., 2 Bll. (d.l.w.). - VD 17 23:247643M. - 8. R. Goclenius. Solennis actus promotionis. Marburg 1608. 35 Bll. - VD 17 23:234771E. - 9. W. Heider. Hypotyposis scholastici boni simulet mali. Jena 1607. 44 Bll. (d.l.w.). - VD 17 23:236116E. - 10. W. Seber. Oratio de indefesso satanae adversus pias scholas odio. Leipzig, 1605. 26 S., 3 Bll. - VD 17 23:247981P. - 11. Ders. Festum scholasticum. Leipzig 1605. 1 B., 34 S. - VD 17 23:247964Y. - 12. F. Widebrand. Typus depositionis scholasticae, heroicae carmine descriptus. Wolfenbüttel 1603. 8 Bll. - VD 17 23:294733P. - Vord. Innengelenk, Vorsatz u. 1 Bl. mit kl. Wurmspur, gegen Ende etwas gebräunt u. stockfleckig, sonst gutes Exemplar.
 
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Los 23
Miller, Cimelia physica
Miller, J. F. Cimelia physica. Figures of rare and curious quadrupeds, birds, &c. Together with several of the most elegant plants. Engraved and coloured from the subjects themselves by John Frederik Miller. With descriptions by George Shaw. London, Bensley für B. u. J. White u. J. Sewell, 1796. Gr.-Fol (53,5:36 cm). Mit 60 kol. Kupfertafeln. 2 Bll., 106 S. Roter Hmaroquinband d. Zt. mit Rückenvergoldung, farb. Rückenschild u. goldgepr. Deckel- u. Innenkantenbordüren, kaum berieben, Rückdeckel beschabt, Vorsätze erneuert.
Nissen 638 (IVB) u. 1377 (BBI); Stafleu-C. 6033; Sitwell 134; Zimmer 585; Bradley Martin Library 164. - Zweite Ausgabe. Erschien zuerst 1776-1792 unter anderem Titel. "John Frederik Miller, the son of John Miller the botanical artist, was employed by Sir Joseph Banks and thus had access to the numerous zoological specimens that Banks constantly received. He painted and engraved these subjects, the majority of which are birds, and probably executed the coloring of the plates as well. The descriptive text is by George Shaw, a founding member of the Linnean Society and a keeper of natural history at the British Museum." (BML). Die meisten Tafeln (41) zeigen exotische u. außergewöhnliche Vögel. Unter den anderen Tierdarstellungen auch etliche Pinguine. "Miller... had accompanied Banks and Solander as draughtsman on the voyage to Iceland" (Anker). - Wie meist ohne die 6 Bll. Tafelliste u. Linné-Tabelle am Schluss, die in der ersten Ausgabe enthalten sind und gelegentlich der zweiten Ausgabe beigebunden wurden. Ganz vereinzelt braunfleckig, stellenw. (meist sorgfältig reparierte) kl. Randeinrisse, nur bei Tafel 20 u. 30 bis in den weißen Bildrand, Taf. 34 mit kl. Eckabriss.
Second edition, the first with this title. With 60 engr, col. plates, 41 of which showing birds. - Faint brownstaining here and there, small marginal tears in places (mostly carefully repaired), only at plate 20 and 30 affecting white margin of illustration, small loss of corner to plate 34. Bound in contemp. half red morocco, spine gilt and with green label; boards and turn-ins tooled gilt, minor rubbing, some wear to rear board, endpaper renewed.
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Los 24
Missale itinerantium 1512
Missale itinerantium. - Vade mecum. Missale Itinerantium seu Misse Peculiares valde devote. (Nürnberg, W. Huber, um 1512). 4to (21,5:15 cm). Mit blattgr. Kanonholzschnitt (Kreuzigung), 1 figürl. Holzschnittinitiale sowie 1 Schlussstück (dornengekröntes Haupt Christi), alle nach Wolf Traut u. altkoloriert. Durchgehend in Rot u. Schwarz gedruckt. 1 nn., 25 num., 6 nn. Bll., num. Bll. 26-48 (fehlt das letzte nn. Blatt). Brauner Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit floral-ornamentaler Blindprägung und Einzelstempeln mit Blüten, Drachen u.a., zwei Schließen; berieben u. bestoßen, Wurmspuren, teilw. Beschädigungen durch Wurmfraß, Vorderdeckelbezug im oberen Teil entfernt. Hinterer Innendeckel mit Bezug aus einer lateinischen Handschrift in Schwarz und Rot auf Pergament (Minuskel des 12./13. Jahrhunderts mit Messtext). Bezug des vorderen Innendeckels entfernt. - Zwei zeitgenössische Handschriften angebunden (s.u.).
VD 16, M 5538; Weale-B. 479; Dodgson I, 506, 3A; Thieme-B. XXXIII, 353. - Dritter Druck mit diesen Holzschnitten, erstmals 1507 bei Höltzel in Nürnberg erschienen, vorliegend der zweite Druck bei Huber (erstmals 1510). Die Holzschnitte sind exakte Nachschnitte der von Wolf Traut eigens für das Missale geschaffenen Illustrationen und liegen hier in schönem zeitgenössischen Kolorit vor, der Kanonholzschnitt 1510 datiert. Traut zählt zu den bedeutendsten künstlerischen Kräften des Kreises um Dürer, der ihn u.a. zur Mithilfe an der "Ehrenpforte" heranzog. Schöner zweispaltiger Druck Hubers, der Kanon in größerer Missaletype. - Teilw. fingerfleckig erste 5 Bll. mit vereinzelten Wurmspuren mit geringem Buchstabenverlust. Alte Blattweiser. Einige Bll. sowie der Kanonteil im weißen Rand hinterlegt. Es fehlt das letzte nn. Blatt mit einem weiteren Holzschnitt. - Angebunden zwei zeitgenössische Handschriften auf Papier: 1. Missa Marie. Introitus Salve sancta parens collecta. Lateinische Handschrift. Mit schwarzer Tinte, Überschriften und Initialen in Rot. 2 Bll. 2 weiße Bll. vor- und 3 weiße nachgebunden (dazwischen 4 weiße sichtbar entfernt). - 2. Incipit MIssa Barbare virginis (und andere Gebete auf den Hl. Valentin, Maria etc). Lateinische Handschrift in Schwarz und Rot, Initialen in Rot, zwei in Blau. 2 Kolumnen. 21 Bll. (das erste leer). - Beide Handschriften in sorgfältiger und dekorativer Ausführung. - Zwei spätere Handschriften (2 bzw. 1 Bl) angebunden.
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Los 25
Morus, Insula Utopia
Morus, T. De optimo reip. statu deque nova insula Utopia libellus vere aureus, nec minus salutaris quam festivus. Epigrammata T. Mori, pleraque e Graecis versa. 2 Tle. (von 3) in 1 Bd. Basel, J. Froben, November/Dezember, 1518. 4to (21:16 cm). Mit 4 Holzschnittbordüren von H. Holbein (2) u. Urs Graf (2), jeweils wiederholt, 2 (1 blattgr.) Textholzschnitten von Ambr. Holbein u. 2 Druckermarken. 163 S., Bl. 164 u. 1 nn. Bll., S. 165-271. - Angebunden: D. Erasmus Roterodamus. - Ioan. Frobenius, studiosae iuventutis. Accipte nunc opuscula quaedam moralia adulescentes studiosi... In hoc volumine haec continentur. Disticha moralis, titulo Catonis, cum scholiis auctis Erasmi Roterodami, Apohthegmata Graciae sapientium interprete Erasmo (etc). Basel, J. Froben, 1520. 4to.  Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren von Holbein u. Graf u. Druckermarke. 171 S. Alter Prgt., berieben, etwas fleckig.
I. VD 16, M 6300; Adams M 1757; Fairfax Murray 304; Gibson 4; Hieronymus 261; vgl. Winter, Comp. Utop. I, 37; Holbein-Kat. Basel 341 (Bordüre) u. 120-121 (Holzschnitte). - Seltene vierte (zweite Basler) Ausgabe des berühmten Staatsromans, der für eine ganze Literaturgattung namengebend wurde. Die erste Basler Ausgabe war im März 1518 ebenfalls bei Froben erschienen. Mit dem ersten der häufig fehlenden, weil nach Hieronymus auch einzeln verkauften epigrammatischen Anhänge. Es fehlt der zweite Anhang "Epigrammata D. Erasmi Roterodami". Dafür ein anderes Werk von Erasmus eingebunden (s.u.). - Die Utopia wurde von Erasmus ediert, dem Morus 1516 das vollständige Manuskript übersandt hatte. Der zweite Teil der Schrift war bereits 1515 in Flandern "in enger geistiger Fühlungnahme mit Erasmus" (K. J. Heinisch) entstanden, der erste im Jahr darauf. Von den beiden Holzschnitten Ambrosius Holbeins zeigt der ganzseitige die berühmte Vogelschau-Ansicht der Insel Utopia nach dem Löwener Erstdruck von 1516, der kleinere, hier erstmals verwendete den Autor, mit Hythlodaeus und Petrus Aegidius disputierend (vgl. ausf. Hieronymus). "Die beiden Textholzschnitte sind mit denen der Ausgabe vom März 1518 identisch. Von deren Titeleinfassungen ist die des Haupttitels ausgewechselt gegen die auch für die Praefatio verwendete Nischeneinfassung, die hier somit zweimal vorkommt. Für die Epigrammata des Morus erscheint Grafs alte Einfassung zu des Erasmus Encomium moriae..." (Hieronymus). - Leicht gelockert, etwas gebräunt, teilw. etwas stockfleckig bzw. fleckig, wenige alte Randanmerkungen, der blattgroße Holzschnitt mit Braunfleck, letztes Blatt mit kleiner Fehlstelle im unteren Bund. Titel  mit altem Besitzvermerk (Stephanus Bertolini?), im unteren Rand gebräunt u. mit kleinem Inventarstempel.
II. VD 16, C 1606; Adams C 1115 (beide unter Cato); van der Haegen II, 15. - Seltene Ausgabe mit Kommentaren von Erasmus. -Stellenweise gebräunt, gering fleckig. Titel mit kleiner Fehlstelle im Bund.
Fourth edition of the Utopia, the second Basel edition (the first published in March 1518 by Froben). With the first of the two Epigrammata, without the "Epigrammata D. Erasmi Roterodami". "More often than not the three parts are found separately bound" (Fairfax Murray). - Slightly loose, some browning, some foxing and spotting, few old annotations, brown spot to full-page woodcut, small defect to lower inner margin of the last leaf. Old ownership inscription and small marginal stamp to title. Bound with a rare work with comments by Erasmus (Basel, Froben, 1520). - Partly browned, small hole to inner margin of the title. Together in old vellum, rubbed
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Los 26
Prachtvoll altkoloriert
Officium B.M.V. 1622
Officium Beatae Mariae Virginis, Pii V. Pont. Max. iussu editum. Nunc pluribus quam hactenus umquam figuris aeneis illustratum. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1622 (Kolophon 1621). 4to (24,5:18,5 cm). Mit gest. Titelvignette, 56 (statt 57) blattgr. Textkupfern u. 36 gest. Textvignetten, alles in goldgehöhtem Altkolorit. 20 Bll., 694 (statt 696) S., 6 Bll. (die letzten 4 w.). Roter Maroquinbd. d. Zt. mit reicher Rvg., dreifachen goldgepr. Deckelbordüren u. Goldschnitt; etwas berieben, Vordergelenk u. kl. Einriss am hint. Gelenk sorgfältig restauriert.
Vgl. Funck 331 f. (unter Heures). - Eine von zahlreichen bei Plantin-Moretus erschienenen Ausgaben, der Text ganz in Rot u. Schwarz gedruckt. Die fein gestochenen und prachtvoll altkolorierten Kupfer stammen von Theodor Galle und Karel de Mallery (Kupfer auf S. 142 u. 216 signiert). - Etwas gebräunt, vereinzelt gering fingerfleckig. Fehlen S. 43/44 mit 1 blattgr. Kupfer.
Beautiful Moretus print with engraved title vignette, 56 (of 57) full-page engravings in text and 36 engr. vignettes, all in fine contemporary colouring heigthened with gold. - Some browning, slight thumbing, lacking pp. 43/44 with one engraving. Bound in contemp. red morocco, gilt fillets, spine richly gilt; upper joint and small tear to lower one expertly restored.
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Los 27
Ramelli, Le diverse machine
Ramelli, A. Le diverse et artificiose machine... Nelle quali si contengono varii et industriosi movimenti, degni di grandissima speculatione, per cavarne beneficio infinito in ogni sorte d'operatione. Paris, "in casa del autore", 1588. Fol. (32:22,5 cm). Mit gest. Titel, gest. Porträt Titel verso u. 194 (174 blattgr., 20 doppelblattgr.) Textkupfern. 16 nn. (inkl. Titel), 338 num. Bll. Mod. Prgt. aus älterem Material mit altem Rsch.
Adams R 52; Riccardi I/2, 341, 1; Ornamentstichkat. Bln. 1770; Mortimer 452; Norman 1777; Dibner 173; Bibl. Dt. Mus., Libri rari 228; Wellcome I, 5323. - Erste Ausgabe des berühmten Werkes über die Technik der Spätrenaissance. Mit italienisch-französischem Paralleltext und prachtvollen Illustrationen. "One of the most elegantly produced of all technological treatises, emphasized and exploited the unlimited possibilities of machines. The plates in Ramelli's treatise are artistically as well as technologically superb, the bilingual text beautifully printed, and both plates and text surrounded by handsome borders of typographic ornaments" (Norman). Beschrieben und abgebildet werden Wasser- und andere Hebewerke, Fördermaschinen, Pumpen, Brunnen, Mühlen, Brücken, Fähren, diverse Kriegsmaschinen für Belagerung und Verteidigung, auch Automaten (sprechende Vögel), das bekannte Bücherrad u.v.a. Mit den korrigierten Kupfern auf Bl. 194 u. 195 die über die urprünglichen Kupfer geklebt wurden. - Behutsam gereinigt, weiterhin leicht gebräunt und sehr gering fleckig; Porträtkupf. mit kleinen ergänzten Fehlstellen am rechten Rand; Bll. 135, 139 u. 173 mit 1-3 kl. Löchern durch Roststellen mit geringem Verlust an der Einfassungslinie bzw. im Bild; Bl. 330 mit kl. Papierdurchbruch; Bll. 12, 13, 214 u. 215 mit kl. Tintenfleck im Rand; Bll. 250 u. 277 mit hinterl. kl. Randeinriss; das doppelblattgr. Kupf. auf Bl. 337/338 mit kl. Einriss im Bug; Titel u. letztes Bl. mit schwachen Resten eines nicht mehr lesbaren Trockenstempels im Fußsteg.
First edition of Ramelli's famous book on machinery. Richly illustrated with engr. title, engr. portrait of Ramelli on the verso and 194 text engravings (174 full-page and 20 double-page). With the changed engavings to leaves 194 and 195 pasted over the discarded engravings. - Lightly cleaned, still some faint browning throughout and spotting in places; small losses to right border of portrait, restored and carefully redrawn; few small holes from rusty stains to leaves 135, 139 and 173 affecting border or image; small tear to center of leaves 330 and 337/338; 4 leaves with tiny inkstain to margin, restored marginal tear to 2 leaves; illegible dry stamp to bottom margin of title page and last leaf. Bound in recent full vellum using older material and old leather label to spine.
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Los 28
An Early Artists' Book - Illustrated by Guido Reni
Reni/Morello, Funerale d'Agostin Carraccio
Reni, Guido. - Morello, B. Il funerale d'Agostin Carraccio fatto in Bologna sua patria da gl'Incaminati Academici del Disegno Scritto All Cardinal Farnese. Bologna, V. Benacci, 1603. 4to (19,5:14 cm). Mit gest. Titel u. gefalt. Kupfertafel von Francesco Brizio u. 7 Radierungen im Text von Guido Reni. 52 S. (inkl. gest. Titel). Roter Maroquinbd. um 1860 mit breiter, goldgeprägter Deckelbordüre, reicher Rückenvergoldung, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt; Ecken u. Kanten teilw. etwas bestoßen, Vordergelenk unten minimal eingerissen.
BL, 17th cent. Italian Books 593; Brunet III, 1900; Cicognara 1409; Bartsch, Le Peintre graveur XVIII, S. 265, no. 24 u. S. 268, no. 30 (Brizio); S. 306-12, no, 54-60; Thieme-B. V, 55. - Einzige Ausgabe und nur eines von zwei Werken mit Illustrationen des italienischen Malers, Freskanten und Radierers der Bologneser Schule, Guido Reni, einer der berühmtesten und bedeutendsten Künstler des 17. Jahrhunderts. Er wirkte vor allem in seiner Heimatstadt Bologna und in Rom und war der Hauptvertreter eines barocken Klassizismus in der Malerei. Zugleich eines der frühesten Künstlerbücher. Das Werk entstand anlässlich der großartigen und prachtvollen Totenfeier für den Maler Agostino Carracci in der Kirche des Ospedale della Morte in Bologna. Die Accademia degli Incamminati, eine der ersten Kunstakademien Italiens, hatte die Totenfeier veranstaltet. Ausgestattet ist das Werk mit den schönen Radierungen von Guido Reni, von denen 3 fast blattgroß sind und jeweils 5 allegorische Darstellungen zeigen, die übrigen Radierungen im schmalem Format mit allegorisch anmutenden Darstellungen. Die große Falttafel (ca. 42:26 cm) zeigt zwei Dorische Säulen. - Titel mit restaurierten Abriss im unteren Rand unter teilw. Verlust der Datierung. Die Falttafel im linken u. rechten Rand knapp beschnitten u. aufgezogen, letztes Blatt verso mit alter Anmerkung im unteren weißen Rand.
One of only two books illustrated by Guido Reni, the dominant Italian Baroque artist of the Bolognese School. With engraved title and large folded plate by Francesco Brizio and 7 (3 nearly full-page) engravings by Reni. The splendid etchings by Reni depicting 18 pictures of temporary, mostly allegoric and emblematic decorations realised on occasion of the memorial service for his friend and co-member of the Bolognese circle, Agostino Carracci (1557-1692), held January 18th 1603. The large plate shows etchings of 2 Doric columns situated on the front and rear side of a mausoleum constructed by the Accademia degli Incamminati in honour of Carracci. The text, written by Benedetto Morello, is dedicated to Cardinal Farnese and contains a description of Carracci's funeral and explanations of Reni's and Brizio's accompanying illustrations. - Lower right part of the title restored with loss of publisher's date, folded plate mounted and somewhat narrow-margined, old annotation to lower margin of the last leaf. Bound in red morocco gilt around 1860, gilt edges, slight rubbing to extremities, small tear to lower upper joint.
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Los 29
Rösel, Natuurlyke historie der insecten. 9 Bde.
Rösel v. Rosenhof, A. J. De natuurlyke historie der insecten. Met zeer nutte en fraaie aanmerkingen verrykt, door den Heer C. F. C. Kleemann. 4 in 8 Bdn. Haarlem u. Amsterdam, Bohn & de Wit (Bd. 2 ff.:) Bohn & Gartman, (1764-1782?). 4to (27:22 cm). Mit 1 gest. Porträt, 3 altkol. gest. Front. u. 359 Abb. auf 288 (3 gefalt.) altkol. Kupfertafeln. - Dazu: (C. F. Kleemann), Vervolg op de natuurlyke historie der insecten. O.O. (nach 1787). 4to. Mit 26 altkol. Kupfertafeln. 192 S. Uniforme gefleckte Ldr. d. Zt. mit farb. Rückenschildern, Rücken- u. Stehkantenverg.; stellenweise berieben, hier und da etwas fleckig und mit kl. Bezugsfehlstellen, Ecken teilw. etwas bestoßen. Bd. 2/I mit kl. Wurmspur im hinteren Außengelenk.
Nissen, ZBI 3467; Landwehr, Books with Col. Plates 161 (ausführl.); Horn-Sch. 18267. - Erste und einzige holländische Ausgabe von Rösels berühmter "Insecten-Belustigung", des schönsten deutschen Insektenwerkes der Zeit. Mit den Tafeln der deutschen Originalausgabe, "carefully coloured by hand by Kleemann and his wife Katharina Barbara Roesel von Rosenhof" (Landw.). Nissen und Landwehr zählen beide 356 Abb. auf 288 (bzw. 286? [N.]) Tafeln. Die von Nissen und Horn-Sch. genannten Erscheinungsdaten werden von Landwehr gut begründet korrigiert. Bd. 4/II enthält den "Algemeenen Bladwyzer" (Nomenclator) von A. A. van Moerbeek. Mit dem seltenen Supplement von Kleemann. Dieses laut Landwehr in drei Varianten gedruckt, vorliegend dritte Variante ohne eigene Titelei und mit 192 Seiten. - Gleichmäßig etwas gebräunt und kaum fleckig. Vorderes Innengelenk (Bd. 1: Buchblock vorne) meist gebrochen bzw. angebrochen. Bd. 1/I: 2 Taf. mit schmalem Wasserrand. Bd. 2/II: 1 Falttaf. mit Falz- bzw. Randeinriss bis ins Bild hinein (teilw. unschön repariert). - Zus. 9 Bde.
Only Dutch edition, illustrated with engraved portrait, 3 engr. frontispieces and 288 plates (3 folding) with 359 engravings and additional 26 plates for the supplement, all in fine contemporary colouring. -  Some browning and minor spotting here and there. Front inner hinge (partly) cracked. Vol. 1/I: Some waterstaining to margins of 2 plates. Vol. 2/II: Tear to margin of 1 folding plate affecting image (repaired). Bound in contemporary leather with coloured spine labels, spine and dentelles gilt; some rubbing in places, some spotting here and there, corners somewhat worn in places. Vol. 2/I: Minor worming to lower joints. - Together 9 vols.
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Los 30
With all Sequels and Supplement
Sepp, Nederlandsche Insecten. 18 Bde.
Sepp, J. C. Beschouwing der Wonderen Gods, in de minstgeachte schepzelen of Nederlandsche Insecten. 8 Bde. Amsterdam, J. C. Sepp, 1762-1860. 4to (23,5:19,5 cm). Mit 8 altkol. Titeln u. 400 altkol. Tafeln in Kupferstich (332) u. Lithographie (68). - Dazu: (Supplement) P. C. T. Snellen. Determinatie der Lepidoptera, afgebeeld in het werk, getiteld Beschouwing der wonderen Gods. Ebda., Sepp & Sohn, 1762. 4to (26:21,5 cm). - (Fortsetzung 1:) S. C. Snellen van Vollenhoven. Beschrijvingen en afbeeldingen van Nederlandsche vlinders. 4 Bde. Ebda., Sepp, (ab Bd. 2:) Nijhoff, 1860-1900. 4to (26:21 cm). Mit 200 altkol. lith. Tafeln. - (Fortsetzung 2, Bd. 1; alles erschienene:) A. Brants. Nederlandsche vlinders beschreven en afgebeeld. 10 Teile in 5 Heften. Den Haag 1905-1928. 4to (28-29:22 cm). Mit 10 kol. lith. Tafeln. Insgesamt 18 Bde. Hldr. d. 19. Jh. mit blindgepr. Rücken und goldgepr. Rückentiteln (Hauptwerk u. 1. Fortsetzung = 12 Bde.), Rücken berieben, Bde. 2-4 d. 1. Fortsetzung Rücken stärker berieben u. verblasst, 2 Gelenk geplatzt. - Hlwd. d. Zt. mit aufgez. Or.-Umschl. (Suppl.), etwas fleckig u. berieben. - Or.-Umschl. (2. Fortsetzung), Rücken verblasst, Umschl. von Heft 9-10 etwas beschädigt.
Nissen, ZBI 3808, 3808a (kennt nur 2 Tle. mit 100 Taf.) u. 3808b; Horn-Sch. 20145 u. 20733; Landwehr, Dutch books 182 u. 202. - Erste Ausgabe, in dieser Vollständigkeit mit allen 3 Serien (mehr nicht erschienen) und dem sehr seltenen Supplement nahezu unauffindbar. Die schönen Tafeln zeigen Tag- u. Nachtfalter mit ihren Raupen u. Puppen, teilw. auf Pflanzen. Der Supplementband mit leeren Bll. durchschossen, ca. 55 leeren beigehefteten Bll. und mit 2 lose beiliegenden Heften mit zeitgenöss. handschriftlichen Zusätzen (20 S. u. 12 S.) - Hervorragendes Exemplar; erste Fortsetzung stellenw. etwas stockfleckig, sonst nur vereinzelt gering fleckig. Der gest. Titel in Bd. 4 des Hauptwerks mit kl. Papieranhaftungen im Bund.
The most important work on Dutch Lepidoptera, one of the finest works on butterflies and moths ever published. A complete copy, including all three series (of series III only pt. 1 published) and the rare supplement of 1762. This supplement vol. interleaved with white paper, approx. 55 sheets of white paper bound in at end and with 2 contemp. manuscript booklets of additions (20 and 12 p.) enclosed. All together 18 volumes with 8 hand-coloured title-pages and 610 hand-coloured plates. Extremely scarce when in this completeness. - Some foxing to second series, else only minor occasional foxing. Little adherence of endpaper to inner margin of title page of vol. 4 from 1st series. Bound in mid 19th cent. half calf, blindtooling and gilt titles to spines (1st and 2nd seriers = 12 vols.); spines somewhat rubbed, heavier to vols. 2-4 of 2nd series, these partly decolorized, one joint split but firm. - Contemp. half cloth, orig. printed wrappers pasted to boards (supplement), somewhat stained. - Orig. printed wrappers (3rd series), spines of wrappers sunned, partial damage to wrappers of last vol.
 
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Los 31
Extremely Scarce Rogel Printing
Stöer, Geometria et perspectiva
Stöer, L. Geometria et perspectiva. Hier Jnn Etliche Zerbrochne Gebew, den Schreiner(n) Jn eingelegter Arbait dienstlich, auch vil andern Liebhabern zu sonder(m) gefallen geordnet vnnd gestelt. Augsburg, H. Rogel, 1567. Fol. (33,5:22,5 cm). Titel mit zweifarbig gedruckter Holzschnitt-Bordüre und 11 Holzschnitt-Tafeln. Geheftet; Heftfaden gelöst.
VD 16, S 9209; vgl. Ornamenstichkat. Bln. 1165. - Erste Ausgabe. Überaus selten. Außergewöhnlich breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. Die prachtvollen Tafeln in scharf zeichnenden kräftigen tiefschwarzen Abrucken. "Getruckht zu Augspurg durch Hannß Rogel Formschneider". Ein zweiter Druck mit dem Jahr 1567 erfolgte ebenfalls in Augsburg durch Michael Manger. Vergleiche zeigen, dass der Druck von Manger ein erheblich schwächeres Druckbild aufweist. Da Manger die Druckerei des 1568 verstorbenen Matthäus Frank erst durch Heirat der Witwe Barbara Franck (geb. Hofer) am 26. Juni 1569 übernahm, ist davon auszugehen daß auch sein Druck von Stöers 'Geometria' nicht vor dem Juni 1569 erfolgte (vgl. Benzing, Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts, S. 18). Eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke seiner Zeit zur perspektivischen Darstellung. Die komplexen dreidimensionalen Darstellungen geometrischer Körper, Rollwerk-Ensembles, architektonischen Fragmenten und Ruinen vor weiten Landschaften wirken sehr modern und scheinen Ideen von M. C. Escher vorwegzunehmen. "Auf den Drucken Stöers jedoch, die Forssman (Säule und Ornament. Stockh. u. Köln 1956) als die 'vielleicht merkwürdigsten Vorlagen des deutschen Manierismus' bezeichnet, wird das Rollwerk ein eigenständiges, bildwürdiges Motiv. Hier leugnet es jede Verwandtschaft mit der Kartusche, in seiner ungewöhnlichen Zusammenstellung mit Ruinen und geometrischen Körpern" (D. Pfaff, Lorenz Stöer, München 1996, S. 13). Über den Maler und Graphiker Stöer (auch Stör, Stoer, Sterr, Storr; nachweisbar 1555-1599) ist nur wenig bekannt. Zuerst in Nürnberg ansässig, ging er nach dem Tod seiner Frau Anna 1557 nach Augsburg. Vorliegendes Werk, auf dessen Titel er als "Maller Burger inn Augsburg" genannt wird, ist das einzige von ihm nachweisbare Druckwerk. Der Druck eines Buchs "Perspectiva in lucem prodita", für das er 1555 von Kaiser Ferdinand I. ein Druckprivileg erhielt, ist nicht bekannt. Sammelbände mit Zeichnungen ähnlicher Motive von ihm finden sich in Augsburg, Erlangen und München. Wir konnten über KVK nur 6 Standorte des Drucks von Rogel nachweisen: Augsburg, Bamberg (inkompl.), Budapest (laut VD 16; kein Nachweis im Online-Kat.), Rom (Bibliotheca Palatina), Schweinfurt (Otto Schäfer) und Wien (MAK). - Unbeschnitten. Außenränder mit geringen Läsuren u. stellenweise etwas angestaubt, teilweise etwas wasserfleckig, vereinzelte Fingerflecken im Fußsteg, die Tafeln in der oberen Außenecke alt mit Bleistift nummeriert, Titel mit hs. Buchstaben "B" in der oberen Innenecke. Heftung defekt. Das Titelblatt recto und das letzte Blatt verso im Bundsteg mit Japanpapier beklebt, der Klebstoff nur das Japanpapier bräunend, die Blätter soweit erkennbar nicht betroffen.

Nachtrag Oktober 2021
Wood, C. S. The Perspective Treatise in Ruins: Lorenz Stoer, "Geometria et perspectiva", 1567. In: Studies in the History of Art. Vol. 59. 2003, S. 235-257 (ausführlich). - "It is virtually certain that the Hans Rogel printing of 'Geometria et perspectiva' preceded the Michael Manger printing. The xylographic script used in the Rogel colophon is the same script used on the title page... Manger was an Augsburg printer who established himself in 1570 by marrying the widow of the printer Matthias Franck and taking over his press. Manger issued hundreds of titles over the next three decades. He must have bought the blocks from Rogel soon after the publication of the first edition..." (Wood, S. 242 u. 252). Weitere Untersuchungen zu der Historie des Druckers M. Manger zeigen, dass von ihm außer dem "1567" datierten Stöer keine weiteren Drucke vor 1569 nachzuweisen sind. Aus dem Jahr 1569 (Übernahme der Druckerei, s.o.) sind nur 2 Drucke Mangers nachzuweisen, ab 1570 dann zahlreiche Drucke jährlich. In VD 16 wurde der Eintrag des Druckes von Manger (VD 16, S 9208) entsprechend mit neuer zeitlicher Einschätzung [1569?] versehen. Wir danken Frau Dr. Ulrike Bayer, München für die zeitnahe Prüfung und Anpassung des Eintrags in VD 16.
First edition. Extremely scarce. We could only verify 6 (1 incomplete) copies of the printing by Rogel in public libraries. Title page with woodcut border in 2 colours and 11 woodcut plates. Beautiful impressions of deep black colour of the impressive three-dimensional constructions of abstract geometrical figures and imaginary ruins in wide landscapes. It is to assume that the other Augsburg printing of the 'Geometria' by Michael Manger dated 1567 was executed later. Manger took over the printing office of the 1568 deceased M. Franck marrying the widow in June 1569. His impressions of the woodcuts are of much lower quality. - Uncut, wide margined. Minor fraying and soiling to outer edes of margins, some faint waterstaining, occasional insignificant fingerstaining to few bottom margins. Plates with old pencil numbering to upper outer corner. Title page with ms. letter "B" to upper inner corner. Strong Washi paper glued to inner margin of title page recto and last plate verso, some browning to the Washi paper, leaves not visibly affected. Remains of former stiching, loosened.
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Los 32
Koloriert
Thurneisser, Historia unnd Beschreibung
Thurneisser zum Thurn, L. Historia unnd Beschreibung Influentischer, Elementischer und Natürlicher Wirckungen aller fremden unnd Heimischen Erdgewechssen, auch irer Subtiliteten. Berlin, M. Hentzke, 1578. Fol. (36:24 cm). Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre, 1 Holzschnittporträt, 1 gr. Holzschnitt, 36 Pflanzenholzschnitten mit Bordüre, zahlr. kl. Holzschnitten u. Diagrammen im Text u. Druckermarke, alles in altem Kolorit.  6 Bll., 156 (recte 158) S., 12 Bll. Alter Ldr. mit goldgepr. Eckfleurons, etwas bestoßen, Rücken u. Vorsätze erneuert.
VD 16, T 1172; Nissen, BBI 1964; Hunt 135; Durling 4353; Wellcome I, 6300; vgl. Ferguson II, 451 (Titelauflage von 1588) u. Anderson, Herbals 181ff. (lateinische Ausgabe). - Erste deutsche Ausgabe, im selben Jahr wie die lateinische erschienen. Behandelt die Umbelliferen, weitere Teile des auf 10 Teile geplanten Werks sind nicht erschienen. Eines der ersten Kräuterbücher mit Beschreibung der Heilwirkung der Pflanzen nach astrologischen Gesichtspunkten.  Die Pflanzenholzschnitte wurden von Peter Hille nach Franz Friedrich aus Frankfurt/Oder geschaffen. "As a piece of printing this is a remarkable book. The woodcuts of the plants are enclosed in a border - the Hebrew (sometimes Syriac) name above and the Greek below, and in the four corners are the constellation of the plant, its composition in terms of sulphur, salt and mercury, its educts, and its virtues" (Ferguson). Gedruckt in der nur 5 Jahre tätigen dritten Berliner Offizin, die Thurneissers eigene Druckerei erworben hatte. Zu Thurneissers abenteuerlichem Leben und Charakter vgl. auch Ferguson: "He tried to pass as a man of science, a learned physician, and an accurate scholar, when in reality he was a man of action, with a gift to organising and commercial advertisement (S. 453f.). - Gebräunt, im Kopf- u. Außensteg meist wasserrandig; wenige kurze hinterlegte Randeinrisse. - Mit 2 Exlibris des Arztes und Bibliophilen Piergiorgio Borio u. seinen goldgepr. Initialen auf dem Rücken.
First German edition. Richly illustrated, all illustrations in old colouring. - Browning throughout, marginal waterstaining. Old calf gilt, corners bumped, spine and endpapers renewed.
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Los 33
Die Geburt der modernen Anatomie
Vesalius, De humani corporis fabrica
Vesalius, A. De humani corporis fabrica libri septem. Basel, J. Oporinus, 1543. Gr.-fol. (41:29 cm). Mit großem Titelholzschnitt, Porträt des Vesal, 23 blattgroßen sowie ca. 200 kleineren Holzschnitten sowie 2 doppelblattgroßen u. 1 unpag. blattgroßen Holzschnittafeln, bis S. 165 alle Holzschnitte u. Initialen altkoloriert. 6 Bll., 659 (recte 663) S. (inkl. Taf.), 18 Bll. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung, zwei Schließen. Vorderdeckel mit blindgeprägtem Titel, Monogramm "C N M" (Caspar Naevius Medicus) u. Datierung 1544; etwas berieben u. gebräunt, Ecken u. Kanten teilw. etwas bestoßen.
PMM 71; Horblit 98; Dibner 122; Cushing VI.A-1; Garrison-M. 375; Durling 4577; Wellcome I, 6560; Osler 567; Choulant-Fr. 178 ff.; Norman 2137; VD 16, V 910; Hieronymus 483 (sehr ausführlich). - Erste Ausgabe des epochemachenden Werkes, eines der bedeutendsten wissenschaftlichen Werke des 16. Jahrhunderts überhaupt. Vesalius veröffentlichte die Fabrica im Alter von nur 28 Jahren; allein die Drucklegung zog sich über drei Jahre hin, da Vesalius von seinem Drucker Oporinus äußerste Umsicht, Sorgfalt und Qualität erbat. So entstand neben dem wohl berühmtesten medizinischen Werk, der Geburt der modernen Anatomie, eine prachtvolle Folge von Holzschnittillustrationen, die neue Qualitätsmaßstäbe für anatomische Abbildungen aufstellten. Die Illustrationen werden teilweise dem venezianischen Künstlerkreis um Tizian zugeschrieben, besonders dem in Italien arbeitenden niederländischen Künstler Jan Stephan van Calcar. Der ganzseitige Titelholzschnitt zeigt Vesal bei der Sektion eines weiblichen Körpers, umgeben von Professoren, Studenten und einigen allegorischen Gestalten. Die 23 blattgroßen Holzschnitte, mit je 1 ganzen menschlichen Figur, demonstrieren den Knochenbau (3), die Muskulatur (14) sowie Blutkreislauf und Nervenbahnen; der Hintergrund der 14 blattgroßen Muskeldarstellungen ergibt zusammengesetzt ein Panorama der euganeischen Hügel südlich und südwestlich von Padua. Die vielen kleinen Holzschnitte mit anatomischen Darstellungen und einigen Instrumenten.
Außergewöhnliches Exemplar, bis S. 165 in schönem Altkolorit und im ersten Einband des Erstbesitzers, des Mediziners Caspar Naevius (Neefe, 1514-1579). Naevius, u.a. sächsischer Leibarzt, erstand das Werk kurz nach Erscheinen und nutzte es ausführlich als praktischer Mediziner. Von seiner Hand finden sich zahlreiche kenntnisreiche Anmerkungen, auch bei den Holzschnitten. Umfangreichere Anmerkungen auf dem vorderen Innendeckel, dem vorletzten Blatt verso und dem letzten Blatt mit dem Kolophon. Interessant die auf dem vorletzten Blatt beginnende kurze Abhandlung "Historia von der grausamen erschröcklichen und unerhörten Pestilenz zu Venedig anno 1576“, auf dem letzten Blatt verso u.a. eine Liste zu Patienten (?, Fürsten, Grafen, Freiherren). - Breitrandiges Exemplar. teilw. etwas stock- u. fingerfleckig, meist in den Rändern. Durchgehender Wasserrand im rechten Rand. Alte Stempelrasur im unteren weißen Rand des Titels.
First edition of this epochal publication, "one of the most beautiful scientific books ever printed" (Horblit). "This work is the first modern treatise on anatomy based upon dissections of the human body. Vesalius really described the body as we know it, for the first time fully, and for the first time accurately" (Osler). Complete copy with woodcut pictorial title, author portrait, and printer’s device, 23 full-page and c. 200 smaller woodcuts, two double-page plates and one full-page plate. All woodcuts and initials up to page 165 in full contemporary hand colour.
The importance of Vesalius's 'Fabrica' in the history of medicine can scarcely be exaggerated. His remarkably accurate text is coupled with woodcut anatomical illustrations of artistic and technical brilliance in a comprehensive study of bones, muscles.
A truly outstanding copy. Preserved in its original binding with the blindstamped initials of its first owner, the German physician Caspar Naevius (Neefe, 1514-79), and with his handwritten annotations throughout, the present copy is partly coloured by a contemporary artist (including the iconic woodcut used as title-page and all anatomical illustrations up to page 165). Caspar Naevius who later served as personal physician to the Dukes of Saxony, acquired the precious volume only a year after its publication and obviously consulted it extensively throughout his career as a medical practitioner. - Some foxing and thumbing, mostly in margins, waterstaining to right margin throughout. Erased circular library stamp in the blank lower margin of the title page. A wide-margined copy bound in contemporary richly blindstamped pigskin over wooden boards with bevelled edges, on five raised double bands, with two clasps. Upper cover with blindstamped title, Naevius's monogram, and dated 1544; some browning and rubbing, corners bumped. In custom-made solander box.

 
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Los 34
Volckamer, Nürnbergische Hesperides. 2 Bde.
(Volckamer, J. C.). Nürnbergische Hesperides, Oder gründliche Beschreibung der edlen Citronat-, Citronen- und Pomerantzen-Früchte, wie solche in selbiger und benachbarten Gegend, recht mögen eingesetzt, gewartet, erhalten und fortgebracht werden. - Continuation der Nürnbergischen Hesperidum. 2 Tle. in 2 Bdn. Nürnberg, Endter Erben, 1708-14. Fol. (36:23,5 cm). Mit 2 gest. Front., 26 gest. Vign. u. 245 (statt 250) Kupfertafeln, davon 1 gefaltet u. 23 doppelblattgr. (u. teilw. eingefaltet). 4 Bll., 255 S., 4 Bll., 17 S.; 21 Bll., 239 (recte 236) S., 2 Bll. Blindgeprägte Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, gering berieben, Ecken bestoßen, Schließen entfernt, vord. Innengelenk von Bd. 2 angebrochen.
Nissen, BBI 2076 u. 2078; Pritzel 9848-49; Dunthorne 323 u. Abb. S. 165; Ornamentstichkat. Berlin 3324; Lanck.-Oehler I, 43 ff; Hunt 420 (alle mit nicht ganz genauer Kollation). - Erste Ausgabe der berühmten Monographie über Zitrusfrüchte, mit der seltenen "Continuation". Bd. 1 im 2. Druck mit dem Anhang über den Obelisken (inkl. der mitgezählten Falttaf.). Die prächtigen Kupfertafeln meist mit großen Darstellungen der Früchte, darunter im unteren Bildteil betitelte Ansichten aus Nürnberg und Umgebung mit Landsitzen und Gartenanlagen, in der Continuation deutsche Parkanlagen und italienische Palazzi, oft zusätzlich noch mit figürlicher Staffage. Unter den doppelblattgroßen Tafeln eine Karte des Gardasees und Ansichten des Genueser Vorortes S. Pier d'Arena sowie des Palazzo Doria zu Genua. In Bd. 2 zwei große Faltansichten von Erlangen und eine von Schönbrunn bei Wien. Der Anhang "Beschreibung etlicher fremden Gewächse" in Bd. 2 mit exotischen Pflanzen wie Ananas, Baumwolle, Kokosnuss, verschiedenen Palmen sowie Ansichten von Stätten in Amerika, dem mittleren Osten und Indien. - Teilw. gering gebräunt, sehr vereinzelt stärker, gering fleckig, erste Bll. jeweils etwas gelockert, letzte Bll. mit kl. Rostfleck im Rand. Taf. 152 in Bd. 2 mit Einriss. Titel mit altem Besitzvermerk. Es fehlen die Tafeln 172 b-d in Bd. 1 sowie 185 u. 232(bis) in Bd. 2, die diesem Exemplar offenbar nie beigebunden waren.
First German ed. (vol. 1 in second issue), with the scarce "Continuation", published in 1714, and the Obelisco-appendix. Two volumes, with 2 engr. front., 26 engr. vign. and 245 (of 250) engr. plates, partly folding or double-page. - Slight browning, heavier to very few leaves, slight spotting in places. First leaves slightly loose, marginal rust stain to last leaves, minor waterstaining to top margin of last leaves of vol. 2, tear to plate 152 of vol. 2. Bound in contemp. blindstamped pigskin over wooden boards, slightly rubbed, corners bumped.
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III. Atlanten - Reisen - Photographie

Los 35
Blaeu's 'Het Licht der Zeevaert' Counterfeited by Janssonius
Blaeu, Le flambeau de la navigation
Blaeu, W. Le flambeau de la navigation, monstrant la description & delineation de toutes les costes & havres de la Meer occidentale, septentrionale, & orientale... A quoy est adjoustée une insturction de l'art de marine. 3 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, J. Janssonius, 1620. Qu.-4to (27,5:30 cm). Mit illustr. gest. Titel (mit mont. französ. Drucktitel), gest. Frontispiz, 42 (40 doppelblattgr. u. 2 kleineren eingefalt.) Kupferkarten, 2 Holzschnitt-Titelvignetten sowie etlichen Textillustrationen (darunter 2 Volvellen) u. Küstenprofilen. 27 Bll.; 119; 127 S. Restaurierter Ldr. unter Verwendung der alten Deckelbezüge mit goldgepr. Wappen mittig; Deckel etwas beschabt, Vorsätze erneuert.
Koeman IV, M.Bl 23 (J); Shirley, M.JAN-1a. - Erste französische Ausgabe dieser Imitation von Blaeus Navigationshandbuch 'Het Licht der Zeevaert' durch seinen Konkurrenten Janssonius. "Twelve years after the first edition (1608)... Joannes Janssonius issued the same work, composed and printed on his own presses and supplemented with charts, printed from his own plates which are faithful copies of Blaeu's plates, presumably engraved by Petrus Kaerius. Obviously, copyrights and privileges did not prevent this imitation... The existence of two concurrent publications of this pilot book is one of the most preculiar (sic) facts in the history of Dutch maritime cartography" (Koeman IV, S. 267). Beginnt mit einem einleitenden Teil zur Navigation illustriert mit Textholzschnitten sowie einem montierten Kupfer mit Volvelle und einer weiteren Holzschnitt-Volvelle. Darauf folgen die Beschreibung der Seewege und Küsten des europ. Nordatlantiks sowie der Nord- und Ostsee, reich illustriert mit den entsprechenden See- und Küstenkarten sowie im Text zahlreichen Küstenprofilen in Holzschnitt. Die Karten folgen der Beschreibung unter Koeman M.Bl 15. - Text meist etwas gebräunt u. stellenw. leicht fleckig, vereinzelt kl. Randläsuren restauriert. Karten sorgfältig gereinigt u. nur noch vereinzelt leicht (wasser)fleckig. Gest. Titel ebenfalls gereinigt u. mit kl. Randläsuren (1 kl. Ausriss bis in das Bild) verstärkt.
Three parts in one volume. First French edition of Janssonius' counterfeit of Blaeu's pilot book. With illustrated engraved title (with printed overslip), engr. frontispiece, 42 (40 double-page, 2 folding) engr. maps, 2 woodcut title vignettes and numerous diagrams (incl. 2 volvelles) and coastal profiles in text. - Some browning and occasional slight staining to text, a few marginal tears restored. Maps expertly cleaned, only a few with slight (water)staining. Engr. title with some marginal fraying (at top with small loss of image), carefully cleaned and reinforced. Restored calf using the old covers, these are somewhat rubbed, endpapers renewed.
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Los 36 *
Pioneering Amazon Photographs
(Frisch), Vistas do Amazonas
Frisch, A. Vistas do Amazonas (Deckeltitel). Album mit 73 Fotografien auf 37 Kartonblättern. 1 Bl. gedruckte Liste. Rio de Janeiro, G. Leuzinger, (nach 1873). Qu.-fol. (33,5:42 cm). Bildgr. ca. 17,5:22,5 bis 18,5:23,5 cm. Grüner geglätteter Or.-Kalblederband mit reicher Vergoldung, berieben u. mit einigen Schabspuren, Rücken mit Papierschildchen.
Vgl. Frank Stephan Kohl, Amazonasbilder 1868. Produktion und Zirkulation von Tropenfotografien aus dem kaiserlichen Brasilien (Dissertation Marburg 2012) u. Ders. Albert Frisch and the first images of the Amazon to go around the world (in: G. Wolff, Explorers and entrepeneurs behind the camera, Berlin 2015, S. 26ff.). - Umfangreiche Auswahl aus den Aufnahmen, die der deutsche Fotograf Albert Frisch (1840-1918) während einer fotografischen Expedition in den Jahren 1867 und 1868 im Gebiet des oberen Amazonas machte, womit er zum Pionier der Fotografie in dieser Gegend wurde. Vertrieben wurden die Fotografien von Georg Leuzinger (1813-1892), einem gebürtigen Schweizer, der 1840 in Rio de Janeiro eine Kunst- und Schreibwarenhandlung gegründet hatte und seine Geschäftstätigkeit später auch auf einen Verlag, eine Druckerei etc. ausweitete; etwa 1865 hatte er auch mit der Produktion und dem Vertrieb von Fotografien begonnen. Etwa zur selben Zeit wurde Frisch, der schon einige Jahre als Fotograf in Argentinien gearbeitet hatte, von Leuzinger als Fotograf angestellt.
Albert Frisch wurde 1868 von Leuzinger mit einer offiziellen Expedition mitgeschickt, die unter Leitung seines Schwiegersohns Franz Keller(-Leuzinger) von Manaus aus den Rio Madeira befahren sollte. Frisch hingegen fuhr mit nur zwei Begleitern von Manaus aus den Amazonas entlang bis Tabatinga an der peruanischen Grenze und fotografierte auf dem Rückweg. Die Ausbeute waren über 120 Glasnegative. Aus diesen wurden später 98 ausgewählt, um sie zu vertreiben (die Nummern 99 und 100, die zweitweise auch auftauchten, waren Collagen, die F. Keller zusammenstellte). Albert Frisch reiste 1870 nach Deutschland zurück, um sich in der Reproduktion von Fotografien weiterzubilden, und blieb dort. Die Firma Leuzinger vertrieb seine Amazonasfotografien bis etwa 1890.
"Between 1867 and 1868 Albert Frisch produced over 120 negatives on his expedition through the Upper Amazon region. This is an extraordinary, ground-breaking achievement if only from a logistical and technical perspective. Frisch worked with the collodion process ... This meant that it was absolutely essential to have a portable photo laboratory, consisting of a darkroom and an extensive arsenal of photographic chemicals, bowls and working utensils. Together with the heavy photo equipment and the fragile glass negatives, all this was transported on the rowing boat along the Amazon during the expedition and throughout the entire 10,000 kilometer journey from Rio de Janeiro to Tabatinga and back, without suffering any damage ... Another striking feature of the entire series of negatives produced by Frisch is the incredibly wide range of themes and motifs. These transform his images into a historical photo-reportage which, even today, provides valuable insight on the European perspective of the Upper Amazon region at the start of the last third of the 19th century. The first major theme in Frisch’s series focuses on the inhabitants of the Upper Amazon. As well as shooting images of the four different ethnic groups he referred to as 'wild' (Ticuna, Miranha, Caixana, Umpqua), Frisch also took photographs of 'half-civilized indigenous people' and the hybrid population known as the 'Tapuyas' ... A second major motif are the fauna and flora of the Upper Amazon, i. e. the natural resources of the tropical rainforest. He photographed river species such as Amazon crocodiles, giant pirarucu fish or sea cows ... The third major motif of the Amazon photographs can be described as 'modern infrastructure' or 'civilization'. It comprises shots of the provincial capital, Manaus, and other smaller towns and villages, which also map out the stops of the steamship liner that travelled along the Upper Amazon River" (Kohl, First images 30). Im vorliegenden Album sind Fotografien zu allen drei von Kohl erwähnten Themen enthalten, etwa 27 Fotografien sind einzelnen Bäumen oder Tieren gewidmet. "The anthropological and ethnological images clearly had great appeal, if one takes the number of photographs housed in various collections and archives as an indication of popularity. The shots of flora and fauna, however, feature less frequently, and the views of towns and cities, hardly at all" (Kohl, First images 32).
Dem vorliegenden Album ist eine gedruckte Liste mit ausführlichen Titeln und Beschreibungen vorgebunden, die den folgenden Titel trägt: "Solimões ou Alto Amazonas e Rio Negro. Photographies faites pour le compte de la maison G. Leuzinger, de Rio de Janeiro, par Mr. Albert Frisch qui a parcouru 1,600 kilomêtres de ces grand fleuves dans une petit embarcation avec 2 hommes, au milieu de tribus sauvages". Diese Angebotsliste umfasst nur mehr 93 Nummern: 1-98 ohne die Nummern 41, 42, 70, 71, 76 (vgl. Kohl, Amazonasbilder 1868, Textband, S. 220 mit Abb. des Einbands, u. Bildband, Abb. II.105 mit Abb. der Liste).
Offensichtlich konnte der Käufer das Albums aus der Liste auswählen, welche Fotografien in seinem Album enthalten sein sollen. (Auch wenn drei Kartonblätter offensichtlich entfernt wurden, hat dieses Album nie alle Fotografien enthalten.) Die Fotografien im vorliegenden Album sind auf dem Trägerkarton handschriftlich in deutscher Sprache bezeichnet und mit Nummern versehen, die weitgehend der gedruckten Liste entsprechen. Da die Numerierungen nicht ganz korrekt sind, geben wir die Nummern nach dem Teil II im Bildband von "Amazonasbilder 1868". Das Album enthält: Nr. 2, 3, 9-11, 13-16, 20-39, 42-45, 47-61, 67-69, 73-80, 82, 83, 85, 87-97 (davon folgende Varianten: 11 ohne Kollage, 13a, 16.1, 20a, 22a, 24a, 27b, 31 [gedreht], 38 ohne Kollage, 39.3, 42-42 ohne Kollage, 45a, 60a, 77b, 85b.2, 87a, 89b, 90a). Das Bild Nr. 74, der rechte Teil des Panoramas ist doppelt vorhanden (oben nicht mitgezählt), dafür ist die Nr. 72, der linke Teil, leider nicht vorhanden. Interessant ist, dass die Nr. 42 und 76 im Album enthalten sind, obwohl sie aus der gedruckten Liste entfallen sind. Bei der Datierung des Albums haben wir einen in den Innendeckel montierten Lederstreifen mit dem goldgeprägten Firmennamen "G. Leuzinger & Filhos" berücksichtigt. Die Aufnahme der Söhne in die Firma erfolgte 1874. Ein Papierschildchen, ebenfalls im Innendeckel, gibt die Adresse an mit: "G. Leuzinger & Filhos / 31 & 36 / Rua d'Ouvidor / Rio de Janeiro". - Etwa 10 Fotografien etwas fleckig, auch durch Retuschen, Nr. 42, 49 u. 92 stärker fleckig; Nr. 20, 68 u. 82 mit kleinem Verklebungsschaden im Bild. Vorsatz mit Stempel eines Klosters.
Album with 73 chosen photographs taken by Albert Frisch on the Upper Amazon 1867 and 1869. Much rechearch on Albert Frisch's Amazon photographs has been done by Frank Stephan Kohl in the last years (see German description). Printed after 1873. No. 74, i.e. the right part of the panorama of Manaus is present twice (though counted only once), therefore is no. 72, the left part, missing. - Some staining to about 10 photographs, more severe to nos. 42, 49 and 92; nos. 20, 68 and 82 with some loss of image due to adhesion; some foxing or soiling to cardboards in places. Original green calf album gilt, some rubbing, stamp of a monastery to endpaper.
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Los 37
Goos, Zee-Atlas ofte Water-Wereld
Goos, P. De Zee-Atlas, ofte Water-Wereld, waer in vertoont werden alle de Zee-Kusten van het bekende des Aerd-Bodems. (Amsterdam), P. Goos, 1669. Gr.-fol. (48:31 cm). Mit breiter gest. Titelbordüre, 39 (statt 40) doppelblattgr. Kupferkarten u. 1 zusätzl. Kupferkarte. 10 Bll. Ldr. d. 18. Jh. mit Rvg. u. goldgepr. Deckelfileten, narbig ausgetrocknet.
Koeman IV, Goos 5B; Nat. Maritime Mus. III, 94; Phillips-LeGear 5690; zu den Karten von Nordamerika Burden 386-387 u. 389-391. - Prachtvoller und früher holländischer Seeatlas, die Karten wurden aus der ersten Ausgabe von 1666 übernommen. Goos' Seeatlanten waren vor allem für "Heeren en Kooplieden", die im Titel auch an erster Stelle genannt werden, und erst in zweiter Linie für "Schippers en Stuurlieden" gedacht. So legte er besonderen Wert auf die ansprechende Gestaltung seiner Karten mit schönen figürlichen Kartuschen und Schiffsstaffagen, von seinem hohen ästhetischen Anspruch legt auch die allegorische Titelbordüre Zeugnis ab. Von besonderer Bedeutung sind 12 Karten mit Bezug zu Amerika, darunter insbesondere die Karte von Kalifornien. "Perhaps the most attractive and certainly the most definite representation of California as an island. California is the centre and 'raison d'etre' of the map. Immediately to its north is the strait of Anian with a large unknown land at the top of the map" (Tooley, California as an Island 22; dazu auch McLaughlin-Mayo 36, mit Abb. auf Umschl. u. Titel). Dieser berühmte kartographische Irrtum findet sich auch auf der "Pascaerte vande Zuyd-Zee" (McLaughlin-M. 34). Erwähnenswert sind auch zahlreiche Karten der Nordsee sowie eine der Ostsee. Anders als seine holländischen Konkurrenten führte Goos bei Neuauflagen im Text und bei den Karten keine wesentlichen Änderungen durch, lediglich die Datierung einiger Bll. wurde verändert, bei wenigen auch kleine Kompassrosen eingefügt (vgl. Koeman 5A). Es existieren Exemplare mit 41 und mit 40 Karten, das vorliegende ohne die "Paskaerte van de Zuijdt en Noordt Revier in Nieu Nederlant", die auch im Tafelverzeichnis nicht aufgeführt ist. - Alle Karten in sauberen und klaren, tiefschwarzen Abdrucken und alt (wohl schon vom Verleger) zur Erhöhung der Haltbarkeit auf Büttenpapier aufgelegt. Gleichmäßig leicht gebräunt, vereinzelte Stockflecken, 1 Kte. mit kl. Rostfleck im Bild. Einige Karten bis an den Plattenrand beschnitten, wenige bis an die Einfassung u. 2 rechts unten minimal angeschnitten. Es fehlt die Weltkarte, dafür eine unbezeichnete doppelblattgr. Karte des Ärmelkanals zwischen Calais und Dover eingebunden. Innendeckel mit kl. gest. Wappenexlibris "Comes de Solms".
Splendid early Dutch sea-atlas, illustrated with printed title within elaborate engraved allegorical border and 39 (of 40, plus 1 additional) double-page engraved sea and coastal charts. Of special importance are the final 12 maps relating to America, including the famous 'Paskaert van Nova Grenada, en t'Eylandt California' (McLaughlin-M. 36; Tooley 22). "With the similar Joannes van Loon chart of the same year, this is one of the most desirable of all California as an island maps. They are the first folio maps devoted to this curious cartographic phenomenon" (Burden). - All maps are in fine and dark impressions and contemporarily underlaid with paper. Light overall browning, slight foxstains here and there, small ruststain to 1 map. Several maps cut close to engraved area, a few close to neatline, and 2 slightly shaved at lower right. Lacking the world-map, a double-page chart of the English Channel bound in instead. 18th century calf, spine gilt, somewhat brittle.
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Los 38
The First Printed Pilot Book With Charts
Waghenaer, Le miroir de la navigation
Waghenaer, L. J. Pars prima (&) La deuxiesme partie. Du miroir de la navigation. 2 Teile in 1 Bd. Antwerpen, Jean Bellère (u. Tl. 2) Amsterdam, C. Claesz, jeweils 1590. Gr.-fol. (41:28 cm). Mit 2 gleichen gest.Titeln, 2 ganzseit. Textkupfern, 2 ganzseit. Textholzschnitten u. 47 doppelblattgr. Kupfer-Karten. 1 Bll., 36 S.; 4 Bll. Flexibler Prgt. d. Zt., gebräunt, stärker fleckig, etwas wellig,  Rückdeckel mit Bezugsfehlstelle, Vordergelenk unten eingerissen, ohne die Bänder.
Koeman, Wag 8A/B; New Hollstein, Dutch, Doetecum III, 791-840; vgl. Shirley, M.WAG-1a Anm. - Äußerst seltene erste französische Ausgabe des als "Spiegel der Zeevaerdt" bekannten Seeatlas und nautischen Handbuchs, epochemachendes Werk in der Geschichte der nautischen Kartographie. "Eine Wendemarke auf dem Gebiete der Seekartographie. Jede Karte bot eine Fülle echter Informationen" (Seifert, Karte als Kunstwerk S. 46). Die Ausgabe wurde von Bellère (Druck des Textes) und C. Claesz (Druck der Kupfer) gemeinsam publiziert. Entgegen Koeman unser Exemplar am Schluss von Teil 2 mit "Extrait du Privilege". Enthält nach einer Übersichtskarte von Europa im Hochformat (nach Hollstein im 2. Zustand von 2; mit hinzugefügten lateinischen Bezeichnungen) eine nahezu lückenlose Aufnahme der europäischen Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten. Alle Karten mit meist je 2 Rollwerkskartuschen sowie reichem figürlichem und heraldischem Schmuck, unten rechts mit Kartennummerierung u. unterhalb mit Legende für die Küstenprofile (meist im vorletzten von 4-9 von Hollstein aufgeführten Zuständen). "Thanks to the unparalleled skill of the engravers, Baptist and Johannes van Deutecom, the original ms. charts by Waghenaer were transformed into the most beautiful maps of the period" (Koeman S. 469). Die in dieser Ausgabe neu hinzugekommene Kaarte *XIX und Karte 20-22 aus Teil 1 hier am Beginn von Teil 2 eingebunden. - Text anfangs etwas gebräunt, gest. Titel stärker; teilw. etwas fleckig. Titel u. erstes Bl. gelockert sowie in den Rändern ausgefranst; Titel auch mit langem Randeinriss, rechts mit alter Num. u. Eintragungen in Tinte. S. 1/2 fehlt die untere Hälfte mit Text. Ränder teils etwas wasserfleckig, bei den meisten Karten auch bis in das Bild, anfangs u. gegen Ende stärker; die 2 Textkupfer u. 1 Holzschnitt ebenfalls betroffen. Ab Kte. 25 kl. Wurmspuren in den w. Rändern. Europa-Kte. knapp bzw. oben u. unten leicht angeschnitten, unten auch kl. Ausriss, 5 Ktn. mit kl. Rand- u./od. Bugeinrissen im w. Unterrand, Kte. 4 (Flandern) mittig mit hinterlegtem Fehlstreifen (mit etwas Bildverlust), Kte. 22 mittig mit leichter Knitterfalte, Kte. 42 mit kl. ergänztem Randausriss (ohne Bildverlust). Die ganzseitige Kompass-Darstellung vorliegend ohne Volvelle. Alle Ktn. mit Plattenton, nur etwa 15 Ktn. im Abdruck etwas flau, alle anderen in guten, kräftigen Abdrucken. Im vord. Innenspiegel Schenkungsvermerk, datiert 1816.
Two parts in 1 volume, first French edition of this scarce pilot book. This French edition was a joint publishing by Bellère (letterpress) and Claesz (copperplate printing). Complete with 2 engraved titles, 2 full-page engravings (the compass depiction without volvelle) and 2 full-page woodcuts in the text, and 47 double-page engraved maps with numbering at lower right and legend printed below. - Text somewhat browned at beginning, heavier to title; some staining in places. Title and first leaf loosend and margins frayed, title also with long marginal tear, at right with old numbering and notes in ink; p. 1/2 lacking lower half of text. Some waterstaining to margins, also affecting most maps and reaching into image, heavier at beginning and towards the end; text engravings and 1 woodcut also affected. From map 25 onwards some small worm traces to blank margins. Map of Europe trimmed, at top and bottom slightly shaved, also with small tear at bottom. Small marginal and/or centerfold tears to around 5 maps, map 4 (Flanders) with narrow strip missing at center added (with some loss of image), slight crease fold at center to map 22; small marginal tear (without loss of image) to map 42. The full-page compass depiction lacking volvelle. Maps somewhat toned, impression of c. 15 maps somewhat weak, the others in fine and dark impressions. Donation note to front paste-down dated 1816. Bound in contemporary limp vellum, browned and stained, somewhat wavy, hole to back cover, tear to upper joint at the bottom, lacking ties.
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Los 39 *#
Historical Cartographic Rarissimum
Cypern. "L'Isola di Cypro". A. Lafreri
Cypern. "Disegno de l'Isola di Cypro con li confini della Caramania Soria Giudea et Egitto". Kupferstich-Karte von A. Lafreri, Rom, 1570. Mit 2 Rollwerkskartuschen, kl. Windrose, 3 größeren Segelschiffen sowie Flottenformationen. Von 2 Platten gedruckt u. zusammengesetzt; 56:59,5 cm, Blattgröße 58:62 cm.
Stylianou 54; Navari 17; Baynton-Williams/Scutari 20: "Lafreri's map of Cyprus and the Levantine coasts reflects the increased tension in the Eastern Mediterranean in the face of the growing Ottoman threat"; Bakirtzis/Iacovou S. 187; Zacharakis/Scutari 1833/1211; Bifolco/Ronca (2018) Taf. 848; Tooley, Italian Atlases 184; Woodward, Watermarks 124 (erwähnt). - Äußerst seltener Einblattdruck zum aktuellen Geschehen im September 1570: die christliche Armada auf dem Weg nach Cypern, um die Türken zu vertreiben; in diesem Herbst kam es allerdings zu keiner Auseinandersetzung, da die venetianischen und spanischen Flotten vom Fall Nicosias am 22. September erfuhren u. umgehend nach Kreta zurückkehrten. - Mit etwas Plattenton bzw. Plattenschmutz; tlw. leicht fleckig. Mittig vertikale u. unten horizontale Faltstelle, letztere mit 2 kl. Einrissen links im Bildrand. Rechts bis an/in den Plattenrand beschnitten u. angerändert.
"Unusual and historic map" (St. p. 49) by the wellknown and famous Antonio Lafreri, published as broadsheet to illustrate the course of the Christian armada from Crete (starting on September 18th, 1570) to Cyprus, where they were going to confront the Turks, who had occupied the island in April 1570 - besides Nicosia and Famagusta. But at last also Nicosia was captured (September 9th), and this news reached the armada on September 22nd. Already one day later not only Andrea Doria and his Spanish fleet withdrew, but also the Venetian one decided to return to Iraklion. The importance of Cyprus in general is given at length in the large cartouche below the island with an account of its position, dimension, treasures and products. "The map is very rare today and has been recorded in some IATO" (St.). - Paper with watermark: tulips in shield under six-pointed star = Woodward 124, mentioned among several known prints mainly by Lafreri. - Uncol. Somewhat toned and with some ink smudging in places; light occasional spotting. Each 1 vertical fold at center resp. horizontal at bottom, the horizontal one with 2 small tears at left affecting image. Trimmed at right to/into platemark and remargined.
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Los 40
Fine Colour-printed Mezzotints
(Young, A Series of). Daraus 14 Bll. Porträts
(Young, J. A series of Portraits of the Emperors of Turkey, from the Foundation of the Monarchy to the year 1815. London, W. Blumer. 1815). Daraus 14 Bll. farbig gedruckte Mezzotinten mit Porträts von türkischen Herrschern. Fol. (52:40 cm), Plattengröße je ca. 38:26 cm. Lose.
Abbey, Travel 372; Atabey 1350; Blackmer 1863; Lipperheide Lb 45. - Prächtige Porträts aus dem seltenen Werk (s. u.). Jeweils mit französischer Bezeichnung, arabischen Inschriften in den Oberecken, unten Kampfszenen oder Ansichten. - Leicht flaue Abdrucke; stockfleckig, weiße Ränder stärker. Jeweils am Oberrand unter Passepartout montiert.
Fourteen rare and fine colour-printed mezzotints from one of the greatest colour-books on the Ottoman Empire. With following portraits on an oval frame with a view at bottom: "Sultan Achmet Khan I (&) II - Amurat III - Bajazet II - Ibrahim - Mahomet III (&) IV - Mustapha (&) II - Orkan - Othman II (&) III - Selim II - Soliman II". - 14 sheets. Slight fade impressions; overall spotting and foxing, stronger to blank margins. Mounted at upper margin under passepartout.
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Handschriften - Stammbücher - Urkunden

Los 101 *#
Stammbuch des L. G. Uhlig (Frankfurt)
Album amicorum. - Frankfurt. - "Zum Freundschaftlichen Andenken geweiht". Stammbuch des L. G. Uhlig. Frankfurt (überwiegend) u.a., 1822-29. Quer-8vo (10,5:16 cm). Mit 1 Gouache u. 5 kol. Kupfertafeln. 87 Bll. mit 60 Eintragungen. Grüner Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. u. Rsch., goldgepr. Deckelbordüren, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt, berieben u. beschabt, etwas fleckig, in Pp.-Schuber, dieser berieben u. bestoßen.
Freundschaftsalbum eines Frankfurters mit Eintragungen aus Frankfurt (24), Offenburg (2), Reutlingen (1), Stuttgart (3), Dellingen (1), Regensburg (18), u. Annaberg (6), wo sich der Inhaber wohl niedergelassen hatte. Drei der Eintragenden nennen ihre Berufe: "Courier" in fürstlich Thurn u. Taxisschen Diensten, "Posamentir" u. "Kunststicker". Auf dem ersten Blatt die ganzs. Lobschrift des Inhabers Uhlig auf den Wert u. Trost der Freundschaft. Die Kupferstiche mit Ansichten aus Frankfurt (Friedberger Tor) u. Wiesbaden (Schloss Biebrich). Lose beiliegend ein mit einer ganzs. Gouache geschmücktes Blatt von 1843 aus dem Album einer jungen Dame aus Annaberg. - Meist fingerfleckig.
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Los 102 *
Architecturae civilis & militaris, Handschrift
Architektur. - (Architecturae civilis - Mechanicae -) Geometriae - Trigonometriae - Architecturae militaris - Pyrotechniae. Deutsche Handschrift auf Papier. Ohne Ort, um 1750. Qu.-Fol. Blattgr. 33,5:45 cm, Schriftspiegel ca. 29:41 cm. 63 Tafeln mit 6 in Grisaille aquarellierten Vignetten und sehr zahlreichen in Farben oder Grisaille aquarellierten Federzeichnungen. Hldr. d. 20. Jh. mit kalligraph. Deckel- u. Rückentitel: "Zivil und Militärarchitektur -anno 1700-"; etwas berieben u. gering bestoßen.
Qualitätvoll ausgeführte und reich ausgestattete Handschrift in 6 Abteilungen, alles von einer Hand. Sämtliche Tafeln mit handschriftlichen Erklärungen und Berechnungen in gut lesbarer deutscher Kursive. Bei den Teilen 3-6 die Tafeln fortlaufend nummeriert und die Vignette mit eingetragenem Titel. Bei den Teilen 1-2 je nur eine Taf. nummeriert und bezeichnet ("Architect. Civil. Tab. III" als 14. Taf. eingeheftet und "Mechan. Tab II"), der Titel in der Vignette jedoch nicht ausgeführt. Die winzige Flagge in der ersten Vignette trägt die Jahreszahl 1748. Das Wasserzeichen des Papiers mit Straßburger Wappen. Zu den Abteilungen im Einzelnen - Zivile Architektur. 17 Tafeln mit detailreichen Beispielen zu den 5 klassischen Ordnungen, meist nach Giacomo Barozzi da Vignola. Unter den ca. 75 Aquarellen auch 3 ganzseit. Ansichten von Portalen. - Mechanik. 5 Tafeln zu Gewichten, Berechnung von Hebelwirkungen und von Übersetzungen für Hebezeuge. Mit ca. 21 Aqurellen. - Geometrie. 5 Tafeln zur Darstellung und Berechnung geometrischer Flächen und Körper sowie Entfernungen. Mit zahlr. Darstellungen von Körpern u. Flächen und ca. 12 farb. Aquarellen. - Trigonometrie. 2 Tafeln zur Berechnung von Strecken. Mit 4 aquarell. Federzeichnungen. - Militärische Architektur. 31 Tafeln zum Festungsbau mit Grundrissen und Querschnitten, Berechnung der Winkel, Aufteilung beim Campieren. Mit ca. 57, meist farbigen Aquarellen. Unter den hier genannten Vorbildgebern A. Freitag, B. François, Comte de Pagan, N.-F. Blondel, S. de Vauban, M. van Coehorn und L. C. Sturm. - Artillerie. 3 Tafeln zu Geschützen und Geschützteilen. Mit ca. 10 Aquarellen. - Insgesamt sauber, wenige kleine Flecken oder unbedeutende Farbverwischungen. Geometrie Taf. 1 im Rand gering angestaubt und mit 3 kl. Randeinrissen, Milit. Archit. Taf. 4 etwas fleckig und angestaubt.
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Los 103 *
Ussol, Traité de fortification
Architektur. - Festungsbau. - Ussol (od. Yssol), L. M. d'. Traité de fortification contenant les fortifications regulieres irregulieres forts de campagne et profils. Paris 1685. 4to (30:22,5 cm). Französische Handschrift auf Papier. Flüssige Kursive in schwarzer Tinte. Mit einigen geometrischen Figuren sowie zahlreichen Federzeichnungen, 6 davon doppelblattgr. 174 Bll. Ldr. d. Zt. mit Rückenverg. u. Goldschnitt, stärker beschabt u. bestoßen, Gelenke angebrochen, 1 Ecke des Vorderdeckels abgestoßen.
Umfangreiches Manuskript, beginnend mit den mathematischen Grundlagen der Fortifikation bis hin zu den unterschiedlichen Arten von Befestigungsanlagen in Frankreich, Deutschland und Italien, u.a. nach Blondel und Vauban. Reich illustriert mit entsprechenden Grundrissen, Profilen etc., ganz vereinzelt mit Ergänzungen in roter Tinte oder farbig. - Vereinzelt etwas gebräunt, Tinte durchgehend etwas durchschlagend u. ca. 25 Bll. mit Brüchen an der Tinteneinfassung durch Tintenfraß (hier u. da rep.), 1 Bl. hierdurch auch mit kl. Ausbruch im Bild.
Extensive manuscript on fortification, beginning with the mathematical basics of fortification and ending with the different types of fortifications according to Blondel, Vauban and others in France, Germany and Italy. Richly illustrated with plans, profiles etc., very occasionally with additions in red ink or in colour. - Some occasional browning, shine-through of ink throughout, approx. 25 pp. with cracks to border due to ink corrosion (here and there repaired.), 1 p. also with small break in the image due to this. Bound in contemporary calf, spine and edges gilt; rubbed and worn, splits to joints, 1 corner chipped off.
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Los 104 *
Valentin, Principes de la fortification
Architektur. - Festungsbau. - Valentin, B. Principes de la fortification de campagne (Deckeltitel). O. O., um 1780. 4to (24:19 cm). Französische Handschrift auf Papier. Flüssige Kursive in brauner u. schwarzer Tinte. Mit kl. gest. mont. Kartusche, Frontispiz in Bleistiftzeichnung und über 40 (teilw. montierten) meist farbig aquarellierten Federzeichnungen, davon 7 mit zusätzl. Klappteilen. 2 Bll., 127 S., 21 Bll. u. 34 einmontierte Tafeln (meist mit mont. Zeichnungen). Buntpapierborschur d. Zt. mit hs. Deckelschild, etwas fleckig, abgegriffen u. mit kl. Läsuren.
Beschäftigt sich mit den verschiedenen Befestigungsmanieren u.a. von Marolois, de Villes und Vaubon. Sorgfältig und reich illustriert, nicht nur mit Festungsgrundrissen u. Festungsdetails, sondern auch mit Ansicht einer Redoute, eines Leuchtturms und eines Magazins (dieses mit 8 Klappteilen für die unterschiedlichen Etagen). Die zu Beginn montierte kl. Kartusche mit ausgeschnittenem Medaillon mittig für den hs. Namenszug auf der darunterliegenden Seite. - Leichte Gebrauchsspuren, Buchblock vom Umschlag gelöst.
Manuscript on the various fortification manners of Marolois, de Villes and Vaubon, among others. Carefully and richly illustrated with pencil frontispiece and over 40 (7 with folding parts) mostly coloured ink drawings not only depicting ground plans and details of fortresses, but also a redoubt, a lighthouse and a magazine (the latter with 8 folding parts for the different floors). - Slight signs of wear. Contemporary wrappers, somewhat stained, rubbed and with small tears; book block detached.
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Los 105 *
The Bible and Geoscience
Beke, Origines biblicae
Beke, Charles Tilstone. Origines biblicae or researches in primeval history. Volume the first (alles Erschienene). Englische Handschrift auf Papier. (London?), 1834. Fol. Blattgr. ca. 330:205 mm. Von verschiedenen (zwei?) Händen mit braunschwarzen Tinten geschrieben. 6 nn., 14 num., 363 (recte 378) num. Bll. Etwas spät. Prgt., Gelenke oben eingerissen.
Vgl. Henze I, 223 u. Embacher 30. - Manuskript der Erstveröffentlichung, 1834 erschienen bei Parbury, Allen & Co. in London. Etwa die Hälfte der Manuskriptblätter besteht wohl aus Reinschriften von fremder Hand mit Streichungen und Verbesserungen des Autors. Die ersten, separat pag. 14 Blatt enthalten das ursprüngliche Chapter I mit der Randanmerkung "This chapter was cancelled C.T.B.". 4 Bll. mt eingeklebten Ausschnitten mit Drucktext, vermutlich aus einer vorangegangenen Zeitschriftenveröffentlichung Bekes. Beke (1800-1874), späterer Afrika- und Orient-Forscher, "beschäftigte sich aber am liebsten mit der biblischen Geschichte und Geographie des Orients" (Henze). Er versuchte hier die biblische Darstellung der Frühgeschichte der Menschheit auf Grundlage der Ergebnisse der damals noch jungen Geowissenschaften zu konstruieren. "It raised a storm of opposition on the part of defenders of the traditional readings of the Book of Genesis; but in recognition of the value of the work the University of Tübingen conferred upon him the degree of Ph.D." (Wikipedia). - Stellenw. etwas fingerfleckig.
Manuscript of Beke's first publication, published in 1834 by Parbury, Allen & Co. in London. About half of the manuscript probably consist of fair copies in someone else's hand with deletions and improvements by the author. The first, separately pag. 14 leaves contain the original Chapter I with the marginal note "This chapter was cancelled C.T.B.". - Thumbing in places. Bound in contemp. vellum, ms. title to cover, faint rubbing, joints starting to crack.
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Los 106 *
Bukowina. Sammelband mit Abschriften von Erlassen
Bukowina. - Sammelband mit Abschriften von Erlassen etc., die orthodoxe Kirche in der Bukowina betreffend. Kirchenslawische Handschrift auf Papier. Ca. 1782-1802. Fol. (34:22 cm). Von verschiedenen Händen mit braunen und braunschwarzen Tinten geschrieben. 112 (recte 113) alt num., 82 nn. Bll. Mod. Hldr.
1775 kam die von Rumänen und Ukrainern besiedelte Bukowina zu Österreich. Da die orthodoxen Christen im neuerworbenen Gebiet zu verschiedenen Diözesen gehörten, wurde 1781 ein Bistum Bukowina mit Sitz in Tschernowitz (Tschernowzy, Cernăuți, gegründet. Der erste Bischof war der rumänischstämmige Dosoftei (Herescu; Dosifej Herescul; 1709-1789), sein Nachfolger der Serbe Daniil (Wlachowitsch; 1760-1822).
Der vorliegende Sammelband enthält überwiegend - wohl zur Verbreitung angefertigte - Abschriften von Schreiben der genannten Bischöfe, aber auch Patente etc. der österreichischen Kaiser; z. B. zu Beginn eine kirchenslawische Übersetzung (in Auszügen) des am 16. Juli 1779 von Maria Theresia erlassenen "Rescriptum declaratorium", das die Verhältnisse in der Karlowitzer Metropolie regelte, zu der das Bistum Bukowina gehörte. - Hier u. da etwas wasserfleckig; vereinzelt stärker fleckig; wenige längere Einrisse.
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Los 107 *#
Contract de mariage. 1781 / 2 Teile
Contract de Mariage. Heiratsvertrag zwischen Benoit Maurice François de Sales und Claudine Alexandrine de Grollier. Französische Handschrift auf Pergament. Bourg 28. Oktober 1781. 4to (25:19 cm). Von einer Hand in flüssiger Kursive mit dunkelbrauner Tinte geschrieben. 6 Bll., davon 5 beschrieben, 1 hinteres Deckblatt auf Papier (vorderes fehlt). Seidenbandheftung, Bänder teilw. zerschlissen.
Notariell aufgesetzter Heiratsvertrag. De Sales (1760-1797) war u.a. Lieutenant au Regiment du Roi und Adjudant Général de Cavalerie. Claudine de Grollier (ca. 1762-1849) war die Tochter der bekannten Blumenmalerin Charlotte Eustace Sophie de Grollier. Notariats- und Beglaubigungsstempel auf den ersten drei und  dem letzten Blatt. - Braunrandig, alte Faltstellen, hinteres Deckblatt stärker fleckig und mit Randläsuren. - Dazu: Histoire Genealogique de la Maison de Sales. Recueillie par Charles François de Sales... lan 1700. Französische Handschrift auf Papier. 4to. 26 Bll., 1 gefalt. genealogische Tabelle. Lose. - Teilw. fleckig. - Zus. 2 Teile.
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Los 108 *
Dreißigjähriger Krieg. 49 Dokumente in 1 Bd.
Dreißigjähriger Krieg. - Sammlung von 49 Dokumenten in zeitgenössischen Abschriften. Lateinische, französische u. italienische Handschriften auf Papier. Ca. 1630-1648. Fol. (33:22,5 cm). Blattgr. ca. 32:21 cm. Wechselnde Schriftspiegel. Insgesamt 155 (29 w.) Bll. Flex. Prgt. aus altem Material mit Goldprägung u. passendem hs. Rückentitel d. Zt.; etwas fleckig.
Abschriften von verschiedenen zeitgenössischen Händen der ursprünglich in Alameda, Chantilly, Charmes, Dewn Haag, Köln, Lüttich, Madrid, Mainz, Maline, Trier u. anderen Orten entstandenen Dokumente, zu Ereignissen in Deutschland, Schweden, Frankreich, Spanien und den Niederlanden in den Jahren 1629-1634. Unter den ursprünglichen Urhebern: Gustav Adolf von Schweden, Ferdinand Fürstbischof von Trier, Ludwig XIII., Philipp IV. und die Infantin Isabella. Die Wasserzeichen der verwendeten Papier lassen auf eine Entstehung in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland schließen. Der aus wiederverwendetem Material gefertigte Einband mit einer für Italien typischen Goldprägung, Vorsatzpapieren die vermutlich in Rom um 1650 hergestellt wurden und dem hs. Rückentitel "(V.) Narratio Rerum German. Ann. 1630-1631 M.S." Kann wohl als Sammlung von handschriftlichen "Zeitungen" verstanden werden. - Unterschiedlich gebräunt, teilw. mit geringen Randläsuren. - Detaillierte Liste auf Anfrage.
Collection of 49 documents on the Thirty Years' War in contemp. manuscript copies. Latin, French and Italian manuscripts on paper, relating to occurrences in Germany, Sweden, France, Spain and the Netherlands in the years 1629-1634. Presumably compiled in Italy in the mid 17th century. - Some browning, minor fraying to edges. Bound in contemp. limp vellum using older partly gilt material with matching contemp. ms. title on spine; stained. - Detailed list on demand.
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Los 109 *
Brief nach Ehrenbreitstein
Ehrenbreitstein. - Franz Friedrich v. Liebenstein. Brief mit eigenh. Unterschrift an Werner Schilling v. Lahnstein, Burghauptmann auf Ehrenbreitstein. Saarbrücken, 23. Febr. 1590. Fol. (31,5:20,5 cm). Kanzleischrift in brauner Tinte. 2 S. auf 1 Doppelbl.
Wegen des Hofmanns in Büchelborn (Osterspai). Franz Friedrich von Liebenstein (auch Levenstein; ca. 1540-1596) war Oberamtmann in Saarbrücken. Die Adresse lautet: "Dem Edlen und Vesten Werner Schilling von Lanstein Amptman und Hauptman Auff Erenbreitstein Meinem Lieben Vetern zur Handt", der Präsentationsvermerk ist vom 1. April 1590. Werner Schilling v. Lahnstein amtierte 1587-1597. - Adresseite fleckig.
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Los 110 *#
Friedrich I. von Schweden, Lehensbrief für Lersner
Frankfurt. - Lersner. - Friedrich I. von Schweden, Landgraf von Hessen-Kassel. - Lehensbrief (Lehensbestätigung) für Achilles August v. Lersner und seinen namentlich genannten männlichen Verwandten in Frankfurt, 2 Hufen Land betreffend. Deutsche Urkunde auf Pergament. Kassel, 2. Nov. 1730. Quer-fol. Blattgr. ca. 29,5:55 cm, Plica 4 cm. Schriftspiegel ca. 21:48 cm. Kanzleikursive in dunkelbrauner Tinte, Eingangszeile kalligraphiert. Vom Kanzler Johann Justus Hartmann Scheffer gezeichnet. Mit angehängtem schwarzem Wachssiegel in gedrechselter Holzkapsel (Durchm. des Siegels ca. 8 cm, der Kapsel 10 cm; Kapsel ohne Deckel).
Die zwei Hufen bestanden in drei Stücken Land: 30 Morgen in Helboldessen (Wüstung bei Immenhausen), 13 Morgen "vor der Höltzer Höhe" und 16 Morgen bei Grebenstein; sie waren ursprünglich dem hessischen Kanzler Heinrich Lersner (1506-1576) zu Lehen gegeben worden. - Gefaltet.
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Los 111 *#
Dokumente zu den Lersners in Nieder-Erlenbach
Frankfurt. - Lersner. - Nieder-Erlenbach. -  Drei Aktendeckel mit diversen Dokumenten zum Besitz des Frankfurter Patriziergeschlechts v. Lersner. Meist 19. Jh. Verschiedene Formate.
Das 1746 errichtete Lersner'sche Schloss war bis 1953 im Besitz der Familie. Enthält diverse Dokumente, vor allem das Gut betreffend. - Tlw. gebräunt. oRR./Waf.
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Los 112 *#
Dokumente zum Lersner'schen Lehen in Preungesheim
Frankfurt. - Lersner. - Preungesheim. -  "Hessen Casselisches Regierungs Decret, cum Adj. d.  d. 13. Jul. 1761. betreffend das von Lersnerisch Breungesheimer Erbe". Deutsche Handschrift auf Papier. 1757-1761. Fol. u. 4to (ca. 35:22 cm u. kleiner). Mit braunen u. braunschwarzen Tinten von verschiedenen Händen geschrieben. Ca. 55 Bll.
Aktenfaszikel um das Lehen, das das Frankfurter Patriziergeschlecht v. Lersner in Preungesheim innehatte. Zur 1762 erfolgten Lehensbestätigung für Carl Ludwig v. Lersner und seine männlichen Verwandten für eine halbe Hufe bei Preungesheim durch den Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel vergleiche unsere Auktion 203, Nr. 117; die Lehensbestätigung war nach dem Tod von Wilhelm VIII. im Februar 1760 nötig geworden. Enthält u.a. einen Pachtvertrag zwischen Carl Ludwig v. Lersner als Senior des Familienverbandes und dem Pächter Philipp Braumann, ferner Briefkonzepte, amtliche Schreiben, darunter eine Aufstellung über die Kosten der Lehensbestätigung, eine Stammtafel der Lersners etc. - Tlw. gebräunt.
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Los 113 *#
Urkunde zum Verkauf von 3 Häusern. 1421
Frankfurt. - Währschaftsbrief. - Herburd Frauenstein und seine Frau Ele verkaufen drei Häuser in der Breitengasse an Tronet Drach für 80 Gulden Frankfurter Währung. Deutsche Urkunde auf Pergament. Frankfurt, "feria sexta post dorothee virginis" 1421. Qu.-fol. Blattgr. ca. 16,5:29,5 cm, Plica 4 cm; Schriftspiegel ca. 9:23 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit Siegel der Stadt Frankfurt (Durchm. ca. 6,5 cm; nur tlw. erhalten).
Währschaftsbrief der Frankfurter Stadtkanzlei. Es handelt sich um "drei husen und ein schuren under eim dache und ein garten dahinde gelegen". - Gefaltet.
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Los 114 *#
Urkunde zum Verkauf eines Gartens. 1443
Frankfurt. - Währschaftsbrief. - Helizeus Weiß (Elizeus Wysse) verkauft einen Garten "vor der Rieder porten" an seinen Schwager Ort Landeck und dessen Ehefrau Ryle für 400 Gulden Frankfurter Währung. Deutsche Urkunde auf Pergament. Frankfurt, "feria tercia ante diem Antonii confessor(is)" 1443. Qu.-fol. Blattgr. 20,5:39 cm, Plica 3,5 cm; Schriftspiegel ca. 13:31 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit Siegel der Stadt Frankfurt (Durchm. ca. 6,5 cm; mit Randabsplitterungen).
Währschaftsbrief der Frankfurter Stadtkanzlei. Helizeus (auch Eliseus) Weiß war ein Sohn des Stadtschultheißen Rulmann Weiß von Limpurg. Rückvermerk u.a. "allerheil. garten". Das Allerheiligentor hieß zunächst Rieder Tor. - Gefaltet.
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Los 115 *
Aus der Bibliothek des Christoph Wenzel Graf von Nostitz
Peterswald, Lateinische Grammatik
Grammatik. - Peterswald, S. v. Lateinische Grammatik und Stilkunde (ohne Titel). Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. O. O. 1608. (15:9,5 cm). In brauner u. schwarzer Tinte geschrieben. Mit 1 ganzs. Federzeichnung (Wappen). 185 (1 eingefalt.) nn. Bll., davon ca. 60 Bll. unbeschriftet. Alter Manuskript-Prgt., gebräunt u. mit starken Gebrauchsspuren, einige Wurmlöchlein u. Papierverklebungen, Rücken fehlt fast vollständig.
Handschrift des aus einem schlesischen Adelsgeschlecht stammenden Hofbeamten Siegmund von Peterswald ("Sigismundus von Peterswaldtt"), der ab dem Sommersemester 1614 an der Universität Leipzig immatrikuliert war und 1615 an die Universität Marburg wechselte. Behandelt werden lateinische Verben und ihre Konjugation und Tempora, darauf folgen ein Vokabelverzeichnis, Kapitel zur Vers- und Stillehre sowie verschiedene Abhandlungen philosophischen und religiösen Inhalts. - Gebräunt u. stellenw. leicht fleckig, 2 Seiten stärker. Erste Lagen etwas gelockert. Im vord. Innendeckel großes gest. Wappen-Exlibris mit den Initialen CWGVN des böhmischen Bibliophilen Christoph Wenzel Graf von Nostitz (1643-1712).
Manuscript in Latin and German by Siegmund von Peterswald, a court official from a Silesian noble family. Manual of Latin grammar as well as treatises on philosophical and religious topics. - Browned, slight spotting in places, heavier to 2 pages. First quires somewhat loosened. Bound in old manuscript vellum, browned and worn, some wormholes and paper agglutinations, spine almost completely missing. Coat-of-arms bookplate (see above).



 
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Los 116 *
Zillert, Grammaire allemande
Grammatik. - Zillert, M. de. Grammaire allemande. Französische Handschrift auf Papier. O. O., 1. August 1728/nach 1733. 4to (22:17 cm). In brauner u. schwarzer Tinte geschrieben. 52 nn. Bll. Alter Pp. mit hs. Rückentitel, stockfleckig u. etwas bestoßen, Vordergelenk bzw. Rücken oben eingerissen.
Enthält zu Beginn einige kalligraphische Schriftvorlagen, dann folgen Hinweise zur Aussprache der deutschen Buchstaben, Regeln zur Deklination und den Tempi sowie Vokabeln. - Unterschiedlich gebräunt u. teilw. leicht fleckig, 2 Bll. mit schmaler Fehlstelle mittig. Unbeschnitten.
 
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Los 117 *#
Bergamo & Verona. Urkunde auf Pergament
Italien. - Bergamo und Verona. Urkunde über den Erwerb des Castel d'Azzano bei Verona seitens der Grafen Sonzogno aus Bergamo. Italienische Handschrift auf Pergament. Fiscal Camera di Verona, August 1768. 4to (24:18 cm); Schriftspiegel ca. 17:10,5 cm. Regelmäßige Kanzleikursive in schwarzer Tinte, kalligraphischer Beginn der Widmung in Gold. Mit blattgroßem aquarelliertem Wappen der Grafen Sonzogno in Gold und Farben. 12 Bll. (1. u. letztes weiß). Brauner Kalbldr. d. Zt. mit floraler Deckelvergoldung u. blindgepr. Filetenbordüre, mit reich gravierter u. beschrifteter Metallkapsel (Durchm. 3.5 cm) an rotgoldener Kordel; etwas berieben u. verzogen, Schließbänder fehlen, Kordel u. Einband lose.
Schöne Verkaufsurkunde mit dekorativer Wappenmalerei. Mit Widmung an Alvise Mocenigo IV., Doge von Venedig ("Aloysius Mocenico Dei gratia Dux Venetiarum etc."). Am Schluss mehrere Beglaubigungen mit 3 papiergedeckten Wachssiegeln. - Ränder fingerfleckig u. teilw. etwas angestaubt. 1. u. letztes Blatt mit Wasserrand im oberen Rand.
Document on the acquisition of the Castel d'Azzano near Verona by the Counts Sonzogno from Bergamo. Italian manuscript on vellum with watercoloured coat-of-arms, dedication to the doge of Venice in gold and 3 paper-covered wax seals; furthermore metal capsule attached to red gold cord. - Marginal fingerstaining and somewhat dusty; first and last sheet with water stains affecting upper margin. Contemporary blindstamped brown calf with floral cover gilding, somewhat rubbed and warped; lacking ties, cord and binding loose.
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Los 118 *
Kardinal Moritz von Savoyen. Urkunde
Italien. - Moritz von Savoyen, Kardinal (Maurizio di Savoia), Urkunde als "protector" der Erzbruderschaft vom Schutzengel (archiconfraternitas sancti angelis custodis), als "custodes" Ottaviano Raggi u.a. Lateinische Urkunde auf Pergament. Rom, 10. Nov. 1630. Gr.-fol. Blattgr. ca. 87:61 cm, Schriftspiegel 64:50 cm. Römische Urkundenschrift in dunkelbrauner Tinte, Eingangszeilen u. Hervorhebungen in goldenen Versalien. Im Kopf u. an den Seiten farbige Bordüre aus kreisförmigen u. vegetabilen Elementen, oben drei farb. Darstellungen im Rund: links das Wappen von Papst Urban VIII., in der Mitte ein Engel mit Kind, rechts das Wappen von Kardinal Moritz von Savoyen; in den seitlichen Bordüren je ein weiteres Wappen.
Die Urkunde wurde ausgestellt für eine Gruppe der Erzbruderschaft um die Kirche Santa Maria di Casalecchio in Rocca bei Montemonaco in der Diözese Montalto. Moritz von Savoyen (1593-1657) war seit 1607 Kardianal. Ottaviano Raggi (1592-1643), war hoher Kurienbeamter und ab 1641 Kardinal, von ihm ist die Urkunde u.a. unterzeichnet. - Stellenw. fleckig; mehrere restaurierte Fehlstellen im Rand, davon auch die Bordüre leicht betroffen.
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Los 119 *#
Carlo II. duca di Savoia e principe di Piemonte. 1521
Italien. - Piemont. - Cronaca (ohne eigentlichen Titel) über die Feierlichkeiten anlässlich der Geburt von Adriano Gianni Amedeo, Sohn von Carlo II. duca di Savoia e principe di Piemonte (genannt 'Il Buono'). Vom anonymen Autor als "Adrianeo" bezeichnet. Italienische Handschrift auf Papier. O. O. 1521. Fol. (31:22 cm), Schriftspiegel ca. 24:15 cm. Flüssige Kursive (Überschriften in Versalien) von einer Hand in brauner Tinte.112 Bll. Brauner Kalbldr. d. Zt. mit reichem Flechtbandwerk, berieben, Ecken bestoßen, Vordergelenk unten mit Einriss.
Die gut lesbare Festbuch-Handschrift ist wie folgt aufgeteilt: 1. (Index) "Tabula del pr(ese)nte libro ne la quale distinctamente le stesse li capituli. Lauctore... baptizare il principe de piemonte ando al palazo del Duca de Savoya...". 3 Bll. - 2. "Prologo 1521. Adriano sexto Pont. Max. in roma fu incoronato quel anno... In quel tempo Beatrice del Re Lusitano... et muyler de Carlo Duca de Savoya partori (19.11.) un bel fanciullo... Adriano Johan(n)e Amadeo... tal opera cominciai et tuta dal nome del novo principe Adrianeo la chiamai... in quatro libri l'ho divixa...". 3 Bll. - 3. "Incomincia el primo libro del Adrianeo dove l'immenso aparato, cerimoniosi processi et riti baptisimali vederete...". 19 Bll. - 4. "secondo libro... dove il corere a lanello et la cerimoniosa remuneratione cum altre belle cose". 15 Bll. - 5. "tercio libro... dove la fiera pugna de la barriera... et como le insegne et arme se hanno a portare". 28 Bll. - 6. "quarto libro... dove il circuito de questo mondo venti provincie insule vederete et como la origine de la mortal inimicicia tra francesi et angli è venuta". 42 Bll. Hier mit Erzählungen u. Beschreibungen über die Welt, wie z. B. Cypern, Asien, Mittelmeer, etc. - Teilw. fleckig bzw. braunfleckig, etwas fingerfleckig, letzte Bll. mit kleinem Wurmloch im weißen Rand. 1. Bl. mit Besitzvermerk "ce livre et a moy Ysabel contesse de Challant... 1777" sowie mit kl. Randausriss oben. - Zum schönen italienischen Prägeband vgl. Fürstenberg, Italienische Renaissance-Einbände 38-42.
Chronicle (without title) about the festivities on the occasion of the birth of Adriano Gianni Amedeo, son of Charles II. Duke of Savoy and Prince of Piedmont (called 'Il Buono'). Inscribed by the anonymous author as 'Adrianeo'. Italian manuscript on paper, dated 1521. For contents see above, for example describing in the 'fourth book' the regions of the whole world, e. g. in the sixth chapter Cyprus: "La Insula de Cypro... fra le altre insule fu celeberrima: de tutte le cose habundasse et de infinite ricchezze adornata". - Some spotting in places, last sheets with small worm hole to upper blank corner. First sheet with ownership note (s.a.) and small split to upper margin. Contemporary brown calf with rich blindstamped strapwork-pattern, rubbed, corners bumped, lower front joint with tear.
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Los 120 *#
Torahrolle. 18./19. Jh.
Judaica. - Torahrolle. Hebräische Handschrift auf Pergament. Mitteleuropa, 18./19. Jahrhundert. Ca. 0,52:24 m. Aus 41 Segmenten zu je 3 oder 4 Kolumnen zusammengesetzt. Regelmäßige Quadratschrift in schwarzer Tinte. Meist 54 Zeilen pro Spalte (je ca. 43:12,7 cm). Ohne Wickelstäbe.
Unvollständige Torahrolle, einsetzend in Bereshit (Genesis) 30, 14. Nach den spezifischen Schriftmerkmalen dem mitteleuropäischen Raum zuzuordnen. - Fehlen die ersten 29 Kapitel Bereshit und die Verse 1-13 sowie ein Teil des Verses 14 des Kapitels 30. Unterschiedlich gebräunt, teilweise fleckig und angestaubt (stellenweise unleserlich), einige ergänzte Fehlstellen, einige kleinere Randeinrisse oder Abrisse.
Manuscript Torah in Hebrew square script. Central Europe, 18th or 19th century. Scroll on vellum, c. 0,52 by 25 meters. - Some browning, spotting or dust-staining in parts (sometimes illegible), some tears. Lacking the first 29 chapters of Bereshit (Genesis) and verses 1-13 and part of verse 14 of chapter 30.
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Los 121 *#
"Vom Halbmondlager in Wünsdorf nach Konstantinopel"
Stiehl, Fahrt nach Konstantinopel 1917. Heft und Fotoalbum
Konstantinopel. - Stiehl, O. Fahrt nach Konstantinopel 1917. Deutsche Handschrift auf Papier. 1917. (20:12,5 cm). Mit 1 ganzs. farbigen Kartenskizze u. zahlr. kleinen Architekturskizzen in Tinte. 1 Bl., 93 S. (wenige S. weiß). Wachstuchumschlag, berieben, Rücken eingerissen. - Dazu: Album mit  175 (ca. 140 privaten) Fotografien u. 19 Lichtdrucken u.ä. auf 34 Kartonbll. 1917. (25,5:18 cm). Verschiedene Bildgr. Hlwd. d. Zt. mit Rückentitel "Konstantinopel 1917".
Der Architekt Otto Stiehl (1860-1949), seit 1905 Professor an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg, war während des Ersten Weltkriegs als Offizier im "Halbmondlager" bei Wünsdorf tätig, in dem muslimische Kriegsgefangene aus der französischen, britischen und russischen Armee gesammelt wurden, um sie nach Möglichkeit zum Kampf gegen ihre Kolonialherren zu bewegen; sie wurden besser behandelt als andere Kriegsgefangene, 1915 wurde für sie auch eine Moschee gebaut. Den Zweck der Fahrt nach Konstantinopel fasst Stiehl auf der Versoseite des Titels seines Reisetagebuchs zusammen: "Ueberführung von mohamedanischen Kriegsfreiwilligen vom Halbmondlager in Wünsdorf nach Konstantinopel". Ein erster solcher Transport, mit 1800 Freiwilligen, in das mit Deutschland verbündete Osmanische Reich hatte im Frühjahr 1916 stattgefunden. Der von Stiehl begleitete umfasste "1 Offizier, 109 'Araber' d.h. Algierier und Tunesier aller Hautschattierungen und 4 Inder, dazu als Begleitmannschaften 1 Rechnungsführer, 1 Sanitäter, 1 U.O. mit 9 Mann". Die Hinreise durch das verbündete Bulgarien, für die Stiehl auf S. 87/88 alle Aufenthalte minutengenau notierte, dauerte vom 4. bis zum 17. April, die Rückfahrt trat Stiehl am 30. April an. Besonders interessant sind die Notizen zu Gesprächen, die Stiehl mit anderen deutschen Offizieren in Konstantinopel geführt hat, so notierte er gleich am 17. April: "Am Abendtisch erhalte ich meinen Platz bei einer Gesellschaft v. Herren die gerade von den verschiedenen Fronten zurückgekommen sind. Meine Antwort auf die Frage, was mich herführt, löst ringsum die Anschauung aus: 'Die armen Leute, die verkommen ja hier wie so viele andere'. Alle sind eines Sinnes, das mit den Türken nichts anzufangen ist." Auch die Massaker an den Armeniern werden am selben Abend zum Thema: "Schauderhaft haben die Türken unter den Armeniern gehaust, in ganzen Städten nur vielleicht den Schneider und Schuster des Wali geschont (...)". Den Aufenthalt in Konstantinopel, überhaupt die ganze Reise, hat Stiehl auch zu Beobachtungen der örtlichen Architektur genutzt, davon zeugen sowohl die zahlreichen Skizzen im Tagebuch wie auch ein Teil der Fotografien. Die Fotografien sind zum Teil offensichtlich von Stiehl aufgenommen worden (diese meist nur 4:5,5 cm), andere sind gekauft, auch Postkarten mit Originalfotografien haben wir hinzugerechnet, diese sind zum Teil gelaufen und an Stiehls Frau Anna in Berlin-Steglitz gerichtet (geschrieben in Stenographie). Neben Architektureindrücken ist auch ein Interesse an Straßenszenen und "Typen" feststellbar. Stiehl hatte sich an der Kriegspropaganda mit dem Fotobuch "Unsere Feinde. 96 Charakterköpfe aus deutschen Kriegsgefangenenlagern" (Stuttgart (1916) beteiligt, für das er neben europäischen auch nichteuropäische Gefangene porträtierte. - Die Kartonbll. des Albums etwas wasserrandig; die Fotografien tlw. etwas ausgesilbert.
Interesting diary of a mission to Constantinople. Otto Stiehl (1860-1949), a German architect and professor, was posted as an officer in the "Half Moon Camp" near Berlin, where Muslim prisoners of war were kept in good conditions to encourage them to fight against Britain, France and Russia. In April 1917, he accompanied a transport of Muslim volunteers to fight in the army of the Ottoman Empire, which was allied with Germany. The diary also contains numerous observations and sketches on architecture. A supplement to the diary is the photo album with photographs partly taken by Stiehl himself. - Some waterstaining to cardboards of photo album; some silvering to part of photographs.

 
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Los 122 *
Faucher, Journal de la campagne
Logbuch. - Faucher, L.-F. de. Journal de la campagne que j'ay fait sur le vaisseau du roy Le Solide, commandé par M. Le Commandeur De Voisin. Französische Handschrift auf Papier. Logbuch vom 22. Juli 1735-23. Januar 1736. Fol. (34:23 cm). Mit brauner Tinte in Kursive geschrieben. 35 S., 2 Bll. Alter Umschlag., angestaubt, Ränder ausgefranst.
Louis-François de Faucher (1715-1795), französischer Marineoffizier und Kommandant des Schiffes Le Hazard, nahm an verschiedenen Kampagnen in Westindien, an den Küsten Amerikas, dann Marokkos teil. Im vorliegenden Journal werden v.a. die Mittelmeerhäfen Barcelona, Cádiz und Gibraltar erwähnt. Auf dem letzten Bl. verso verschiedene Unterschriften. - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, stellenw. Tintenflecken; 1. Bl. unten mit Randausriss (mit etwas Textverlust).
Original ms. log-book by the French naval office de Faucher. - Somewhat browned and stained, occasional ink stains, marginal tear to first leaf (with small loss of text). Old wrappers, soiled, marginal fraying.
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Los 123 *
Wise, Logbuch der HMS Stately
Logbuch HMS Stately. - Wise, S. Journal of the proceedings on board His Majestys Ship Stately, George Scott Esq. Captain, commencing September 14th 1799, ending September 20th 1800. [Bd. 2:] … commencing September 21st 1800, and ending November 7th 1801. [Bd. 3:] … commencing November the 8th 1801, ending the 9th July 1803. 3 Bde. Englische Handschrift auf Papier. (Verschiedene Orte, meist im Mittelmeerraum) 1799-1803. Fol. (32:20-21 cm, Blattgr. ebenso). Geschrieben in lat. Kursive mit verschiedenen braunen Tinten. Mit 6 gezeichneten Profilen von Küsten und Inseln. 2 (1 w.) Bll., 87 S.; 1 nn., 38 num., 1 nn. Bll.; 1 nn., 43 num. Bll. Versch. Kartonagen d. Zt., teilw. mit hs. Deckeltitel; fleckig, Rücken von Bd. 1 hinterlegt u. mit transparentem Archivband kaschiert. In mod. Hldr.-Kassette mit goldgepr. Rückentitel.
Drei aufeinander folgende Logbücher, ausgeführt duch den "Master's Mate" der HMS Stately, einem Schiff der Royal Navy von 1388 Tonnen. Ausgestattet mit 64 Kanonen wurde die Stately für die britische Kampagne (März-September 1802) im Mittelmeer im Zweiten Koalitionskrieg (1798-1802) gegen Napoleon eingesetzt. Neben den üblichen Angaben zu Wetter, Position, Gesundheitszustand der Crew etc. werden Besonderheiten und Ereignisse geschildert. So wird regelmäßig vom Aufbringen anderer Schiffe und von Gefechten berichtet. Im September 1799 liegt das Schiff in den Downs in der Nähe von Deal Castle, bis April 1800 kreuzt die HMS Stately entlang der Südküste Englands. Ende April 1800 verlässt sie britische Gewässer, erreicht Genua am 18. Mai wo sie bis zum 23. Mai liegt. Hier wird von der österreichischen Belagerung Genuas berichtet. Die Weiterfahrt entlang der Küste des östlichen Mittelmeers, mit ca. 2 Monaten Aufenthalt in Marmaris (Türkei) und 1 Monat in Aboukir (Ägypten), führt nach Alexandria. Am 11. Mai 1801 bricht die HMS Stately auf nach Minorca und besegelt das westliche Mittelmeer mit mehreren längeren Aufenthalten in Valetta. Beim letzten Eintrag vom 9. Juli 1803 befindet sich das Schiff bei Kap Matapan an der Südspitze des griechischen Festlands. Ein anschließender Band mit dem Logbuch von 1803-1804 wird vom National Maritime Museum in Greenwich aufbewahrt. Unter den Küstenprofilen die Bucht von Tunis und Kap Bon sowie die Inseln Favignana, Marettimo und Stromboli. - Etwas fingerfleckig, wenige kl. Tintenflecken, vereinzelt gering stockfleckig, letztes Bl. von Bd. 1 mit 1 kl. Einriss u. kl. Ausriss mit geringem Textverlust.
Three sequential manuscript ship’s logs recording the journey of HMS Stately along the south coast of England and in the Mediterranean Sea from Sept. 14, 1799 to July 9, 1803. With 6 ink drawings of coastlines. - Some fingermarking, minor foxing, few ink-stains, small tear and a hole to last leaf of first vol. with some loss of letters. Bound in contemporary stiff wrappers made of different paper, two with ms. title to front cover; stained, somewhat worn at extremities, spine of 1st vol. repaired. In recent half-calf clamshell box.
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Los 124 *#
Chenouard, Arteries
Medizin. - Chenouard, T. Arterès. Veines. Neurologie. Französische Handschrift auf Papier. Frankreich 1831. Fol. (41,5:28 cm). 49 kolorierte Federzeichnungen mit Bezeichnungen von einer Hand. Prgt. d. Zt. mit Schließbandresten, teilw. fleckig, Rückdeckel mit kleinerer Reparatur.
49 Tafeln mit Zeichnungen eines Chenouard zum Blutkreislauf und Nervensystem, jeweils mit separatem Titel zu den drei Abteilungen (23, 7, 19 Tafeln). Federzeichnungen in brauner Tinte, Kolorierung der Blut- oder Nervenbahnen in Rot, Gelb oder Blau. Die Zeichnungen auf verschiedenen, dünneren Papierformaten u. jeweils auf starkes Papier montiert. Über den wohl angehenden Mediziner Chenouard ist nichts zu ermitteln, ein kleiner Hinweis über ihn findet sich als ein studentisches Mitglied einer medizinischen Gesandschaft nach Polen im März 1831. - Fingerfleckig, teilw. gebräunt bzw. braunfleckig.
Medical courses containing 49 plates of anantomy of the circulatory and nervous system by Chenouard, drawn in pen in red and black, with handwritten captions. Drawings mostly on paper in different sizes and mounted. - Fingermarking and brownstaining. Bound in contemporary vellum, spotted, small repair to rear cover.
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Los 125 *
With Calligram in Microscript and Portrait of Paracelsus
Dornberger, Die sechs Hauptstuck christlicher Lehre
Medizin. - Dornberger, M. Die sechs Hauptstuck christlicher Lehre, in unten verfasset 6 stuck, geschrieben, durch Martinum Dornbergern. Deutsche und vereinzelt lateinische Handschrift auf Papier. O. O. (Süddeutschland?), um 1620. (15:9,5 cm). Von einer Hand mit brauner u. roter Tinte in regelmäßiger Kursive geschrieben. Mit goldgehöhtem Kalligramm in Mikroschrift auf dem Titel sowie 2 ganzs. Porträts u. 1 Wappen, jeweils farbig aquarelliert u. goldgehöht. 172 nn. Bll. (gut 70 nicht beschrieben, aber teilw. in Rot regliert). Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit gepunztem Goldschnitt, auf dem Vorderdeckel mit Namensangabe "Adam Eckhart"; etwas bestoßen u. gewellt, Rücken u. Gelenke etwas beschabt, kl. Einriss am oberen Kapital, ohne die Bänder.
Reizvoll illustrierte medizinisch-alchemistische Handschrift. Das Kalligramm auf dem beschnittenen u. montierten, als Titel vorangestellten Blatt stellt die sechs Grundwahrheiten der christlichen Lehre dar. Es folgt eine Seite in lateinischer Sprache über Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, geschmückt mit dessen Porträt und Wappen. Ferner Rezepturen, Alchemistisches und - unter dem Titel "Der barmhertzige Samariter" Medizinisches. Ein weiteres ganzs. Porträt zeigt einen Priester mit Kreuz und Vanitas-Schädel. Auf dem vorletzten Bl. Dat.1619 und dann eine Widmung (?) an "Jo: Martinus Heckerus Badensis". - Leicht gebräunt u. fleckig, vereinzelt etwas wasserfleckig, 1 Bl. mit kl. Randausriss.
Early 17th century manuscript on medicine and alchemy illustrated with a fullpage portrait of Paracelsus, his coat of arms, and the portrait of a priest. The calligram in microscript (on the trimmed and mounted title) depicts the main points of Christian doctrine. - Slight browning and staining, some occasional waterstaining; small tear to 1 leaf. Bound in contemporary blindstamped calf with owner's name on front cover, edges gilt and gauffered; somewhat rubbed and wavy, small tear to head of spine, lacking ties.
 
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Los 126 *#
Fodhayl ibn Ali Jamali, Saun al-faaredh
Orientalische Handschriften. - Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray. Saun al-faaredh. (&) Anonym. Gesetzessammlung in 40 Abschnitten. Jeweils persische Handschrift auf Papier, zus. in 1 Bd. Türkei, o. J. (um 1847). Blattgr. 27:18 cm. Zum Inhalt s.u. Persischer Lackeinband d. Zt. mit Lwd.-Rücken, Deckel mit figuralem Dekor in Lackmalerei, äußere Deckelbordüre mit einer umlaufenden Beschriftung in späterer persischer Handschrift (nicht lesbar) in schwarzer Tinte; stellenweise gering berieben, der Lack etwas craqueliert, der Vorderdeckel mit wenigen kleinen, der Rückdeckel mit größeren Fehlstellen; Spiegel jeweils mit Kalender-Tabelle in persischer Handschrift auf Papier, Nasta'liq-Schrift in schwarzer und farbiger Tinte.
Der schmale Band enthält Regeln des islamischen Erbrechts der Hanafi Fiqh, eine der vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams, welche im Osmanischen Reich zur Staatsrechtsschule erhoben wurde. In arabischer Sprache. Jeweils in Nasta'liq-Schrift in schwarzer Tinte, rot rubriziert. Zusammen 21 Bll. - I. Schriftspiegel 18,5:11 cm. Meist 27 Zeilen, eingefasst von goldenen u. schwarzen Linien. Mit zahlreichen kol. Miniaturen, 3 (2 blattgroßen) farbigen Textillustration sowie 2 Tabellen in Rot im Text. Die Zugehörigkeit der 2 blattgr. Illustrationen am Ende war für uns nicht genauer zu eruieren. Bl. 1 verso - 9 recto. - Das Werk des osmanisch-islamischen Gelehrten Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray (1514-1583) aus dem Jahr AH 974 (= 1566) behandelt das ebenfalls von ihm verfasste Aoun al-raaedh fi Fan-al-faraaedh (AH 971 = 1563) und enthält neben den Gesetzestexten zahlreiche Marginalien in schwarzer und roter Tinte. Die deckweiß- und goldgehöhten Miniaturen und Illustrationen zeigen u.a. Figuren, Tiere, Engel und Monster sowie Tierkreiszeichen. - II. Sauber ausgeführte Handschrift in roter und schwarzer Tinte. Schriftspiegel ca. 19:9,5 cm. 13 Zeilen. Bl. 9 verso - 21 verso. - Der Hidschrī-Kalender auf den Spiegeln bezieht sich auf das Jahr AH 1263 (= 1847) und gibt Empfehlungen für die Erledigung bestimmter Aufgaben. - Etwas gebräunt und stellenweise fleckig, Bindung teilw. mit Lwd. verstärkt.
Two Persian calligraphic manuscripts on paper, written in Arabic language, dealing with islamic inheritance rules of the Hanafi Fiqh. Altogether 21 nn. leaves. Turkey, (ca. 1847). - I. With numerous coloured miniatures, 3 coloured illustrations and 2 tables in red ink within the text. Saun al-faaredh deals with the work Aoun al-raaedh fi Fan-al-faraaedh, both written by the Ottoman Islamic scholar Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray. With marginal comments in black and red ink. - II. Fine manuscript in red and black ink. - Persian lacquer binding with cloth spine, boards richly decorated with figural patterns, border with later added persian manuscript in ink (illegible); some rubbing in places, the lacquer somewhat craquelling, some minor exposure to front cover, somewhat stronger to back cover; pastedown with Hijri calendar of AH 1263 (= 1847) each. - Some browning and spotting in places, stitching reinforced.
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Los 127 *#
Qader. Abtath
Orientalische Handschriften. - Qader. (Abtath. = Das arabische ABC). Persische Handschrift auf Papier. Türkei, o.O., 1704. Blattgr. 16,5:12 cm. Schriftspiegel überwiegend ca. 11:9 cm. Tabellen mit je 6 Zeilen bzw. Spalten sowie Textseiten mit je 7 Zeilen, jeweils eingefasst von goldenen Linien. Naschī-Schrift in schwarzer Tinte. Die erste Doppelseite mit kol., teils ornamentalen Bordüren. 17 Bll. Brokatpapier-Umschl. d. Zt., stellenweise etwas fleckig und berieben, vereinzelt kl. Randläsionen.
Abtath steht für die ersten vier Buchstaben des arabischen Alphabeths a-b-t-th. Ein kleines ABC-Heft, im Spiegel datiert (Textteil wohl später) zum Erlernen des arabischen und persischen Alphabets für das Studium des Korans. Enthält am Ende 4 Textseiten mit Gebeten. - Etwas gebräunt und stellenweise leicht fleckig.
Persian calligraphic manuscript on paper, written in Arabic language. The primer comprises the abtath (Arabic alphabet) to enable beginning readers to study the Koran. First pages with coloured ornamental borders, last 4 pages with prayers. Written in Naskh script in black ink. Bound in contemp. brocade paper dated 1704 (manuscript probably of later origin); some spotting and slight rubbing in places, here and there with minor marginal fraying. - Some browning and slight spotting in places.
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Los 128 *
Peutinger, hs. Brief + Porträtkupf. / 2 Bll.
Peutinger, Konrad (Humanist u. Jurist, Sammler, Berater der Kaiser Maximilian I. u. Karl V.; 1465-1547). Brief mit Unterschrift "Chunradt Peuetinger/ Doctor", möglicherweise von Sekretärshand. (Augsburg), 16. Jan. 1514. 4to (20,5:19 cm). 10 Zeilen u. Adresse.
Nicht bei König, Konrad Peutingers Briefwechsel (München 1923). - An Cyprian von Sernthein (1498-1524), oberster Hofkanzler in Innsbruck. "Wolgeborner Gnediger herre, E. G. schick ich hiemit dreue truhen, die mir Caspar nutzel von Nuernberg geschickt hat, und hab fur Plahen, binden und die furlan, von Nuernberg biß gen Insprugg Neuen Guldin und zweien Creutzer bezalt, Deßhalben E. G. dem furman weitter zubezalen nichtz schuldig sein...". Der Nürnberger Ratsherr und Bürgermeister Kaspar Nützel (1427-1529) zählte zum reformatorischen Gesprächskreis um Johann von Staupitz, dem auch Willibald Pirckheimer und Albrecht Dürer angehörten. - Auf Papier mit Wasserzeichen "Krone mit Bügel, mit Perlen besetzt, darüber Kreuz". - Dazu: "Conrad Peutinger." Porträt (Brustbild im Profil nach rechts) im Oval. Punktierkupfer von C. A. Schwerdgeburth. Weimar, um 1790. 14,5:9,5 cm. - Kaum fleckig.
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Los 129 *
Schlitz, Urkunde auf Pergament
Schlitz. - Schwentzel, C. J. Ernennung des Johann Heinrich Gottlieb Hermann zum öffentlichen Schreiber und Richter. Deutsche Urkunde auf Pergament. Schlitz, 6. Mai 1762. Fol. (37,5:29 cm). Mit schwarzbrauner Tinte in deutscher Kanzleikursive geschrieben, Eingangszeilen kalligraphiert u. mit Federwerk verziert, Bl. 2v mit Federzeichnung des dem Ernannten verliehenen Siegels. Am Schluss eigenh. Unterschrift des Comes Palatinus (Hochpfalzgraf) Christian Jacob Schwentzel. 3 nn. Bll. (Bl. 3v unbeschrieben). Pp. d. Zt., etwas fleckig, Ecken u. Kanten bestoßen, an diesen u. am Rücken Brokatpapierbezug abgeschabt.

Vor allem Ränder etwas angestaubt u. fleckig. Mit Siegelschnur, jedoch ohne das anhängende Siegel. Transkription liegt bei.
 
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Los 130 *
Mortilogium omnium defunctorum
Schussenried. - Mortilogium omnium defunctorum huius Ecclesiae nostrae Soretbensis Fundatorum, Abbatum praepositorum et Confratrum ac Omium Befactorum nostrum. Ex antiquo et etiam lacerato mortilogio ordinate consriptum. Lateinische Handschrift auf Papier. (Schussenried) 1703. (22:16 cm). Von einer Hand in regelmäßiger Kursive mit brauner Tinte geschrieben. 195 (recte 192, d.e.w.) num., 3 w. Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 4 langen eisernen Schließenhaften über ca. 2/3 der Deckel (ohne Schließen), berieben u. beschabt, Kanten bestoßen, Kapitale restauriert.
Handschriftliches Totenbuch des Prämonstratenserstifts Schussenried mit zahlreichen, im Jahreslauf gelisteten Einträgen der von 1428 bis 1740 verstorbenen Ordensbrüder. Am Schluß mit Liste der jährlichen separaten Festtage des Stifts. - Etwas angestaubt, stellenw. etwas fleckig, Titel etwas fingerfleckig u. mit Deakzessionsstempel (dito verso Vorsatz).
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Los 131 *
Nebel, Gnonomica universalis
Sonnenuhren. - Nebel, Antonio. Gnonomica universalis seu scientia describendi dorologia sciatherica, regularia, declinantia, inclinata et reflexa etc. Gemina parte comprehensa & in lectionibus publicis Academicis Wirceburgi. Demonstrata a R. P. Antonio Nebel Professore Mathesos Publico et Ordinario 1752. Inservit mihi Georgio Josepho Hoffmann. Ao. Dni 1757. Lateinische Handschrift auf Papier. Würzburg 1757. Qu.-4to (17,5:22 cm). Schriftspiegel wechselnd. Von einer Hand in Kursive mit braunschwarzer Tinte geschrieben. Mit zahlr., teilw. kolorierten Figuren, Diagrammen u. geometrischen Figuren. 58 nn. Bll. Pp. d. Zt.,stark berieben.
Vorlesungsnachschrift. Zum Bamberger Professor für Mathematik und Philosophie Antonius Nebel (1711-54) vgl. de Backer-S. V, 1608. Nebel lehrte 1752-54 in Würzburg. Der Verfasser der Handschrift Georg Jospeh Hoffmann mit dem Zusatz "Phlio Baccalaureo utriusque Physica, Ethica et Mathesos Auditori". Die Text mit mehren Hinweisen zu Werken von Caspar Schott. - Fingerfleckig, etwas stockfleckig. Titel u. vorletzte 2 Bll. mit kleiner Wurmspur. Das letzte Bl. mit mehreren Wurmspuren u. auf den hinteren Innendeckel geklebt. Titel  mit klösterlichem Besitzstempel.
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Los 132
Konvolut Taufbriefe u.ä. Über 140 Bll.
Taufbriefe. - Sammlung von über 140 Bll., darunter ca. 70 meist vorgedruckte (Vorlagen teilw. mehrfach vorhanden) und mit handschriftlichen Einsätzen versehene Taufzettel und Taufbriefe, ferner einige Konfirmationsscheine, Patenbitt- u. Patenabdankungsbriefe, Konfirmationslieder u. -denksprüche, einzelne Geburts- u. Totenscheine etc. Überwiegend Deutschland, Anfang 18.-20. Jh. Teils mit  Illustrationen in Kupferstich, Lithographie oder Holzschnitt (kol. oder farbig gedruckt) oder typograph. Bordüren. Unterschiedliche Klein- u. auch größere Formate.
Schöne Sammlung, die einen Überblick über die verschiedenen Formen der volkstümlichen religiösen Kleinkunst im 18. bis in das 20. Jahrhundert gibt. Enthalten sind auch einzelne aquarellierte, kalligraphierte oder ausschließlich handschriftliche Dokumente. - Unterschiedliche Lager- u. Gebrauchsspuren, teils etwas gebräunt, fleckig oder beschädigt. oRR./Waf. - Provenienz: Ehemalige Sammlung Stopp, Mainz.
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Los 133 *
15 Urkundenabschriften u.ä.
Waal (Ostallgäu). - Sammlung von 15 Urkundenabschriften u.ä., meist die Herrschaft Waal betreffend. Ca. 1600ff. Fol.
Meist etwa zeitgenössische Abschriften und Auszüge, darunter 9 kaiserliche Lehensbestätigungen über den Blutbann zu Waal aus den Jahren 1493 bis 1659 (die letztere doppelt vorhanden), einen "Extract aus einem Uhralten Kaufbrief Über den Marckt Waal, de Anno 1527" (Conrad v. Riedheim zu Angelberg verkauft das Schloss etc. sowie 1/3 des Marktes Waal an Hans Jakob v. Landau) und eine "Abschrifft der Alten Stifft-Register de Anno 1593" (Listen von Waaler Untertanen), außerdem  die Abschrift eines Vertrages zwischen Jost Ludwig v. Ratzenried und Heinrich v. Muggenthal (1609). - 1 Beilage (1881).
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Miniaturen und Einzelblätter

Los 134 *
3 Antiphonarblätter (Pergament)
Antiphonar. - 2 Einzelblätter aus einem Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Anfang des 16. Jahrhunderts. Imp.-fol. Blattgr. ca. 60:41 cm, Schriftspiegel ca. 42:27 cm. 7 Zeilen Text u. Noten. Textualis in schwarzbrauner Tinte u. römische Quadratnoten auf 4 roten Linien, Hervorhebungen in Rot. Mit 1 Initiale "S" in Gold u. Farben, 3 Initialen in Rot oder Blau sowie 2 Initialen in Schwarz mit farbigen Grotesken.
Von alter Hand paginiert 231-234. Hervorzuheben sind die Grotesken zu 2 Initialen "S" und "Q" , jeweils zwei voneinander abgewandte Gesichter. - Etwas fleckig u. tlw. wasserrandig oder feuchtigkeitswellig. - Dazu: 1 Einzelblatt aus einem anderen liturgischen Handschrift. Ca. 1500. Fol. Blattgr. 44:33 cm, Schriftspiegel 30,5:21 cm. 2 Spalten. Textualis in schwarzbrauner Tinte. Mit 2 Initialen in Gold u. Farben sowie zahlr. Initialen in Rot oder Blau. - Etwas geknittert, 1 der Initalien mit Gold durch Tintenfleck beeinträchtigt. - Zusammen 3 Bll.
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Los 135 *#
7 Antiphonarblätter (Pergament)
Antiphonar. - 4 Einzelblätter aus einem Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Pergament. 16. Jahrhundert. Imp.-fol. Blattgr. ca. 75:53 cm, Schriftspiegel ca. 62:39 cm. 7 Zeilen Text u. Noten. Rotunda formata in schwarzbrauner Tinte u. römische Quadratnoten auf 5 roten Linien, Hervorhebungen in Rot. Mit Initialen in Rot u. Blau sowie Cadellen in Schwarz.
Stellenw. leicht fleckig. - Dazu: 3 ähnliche Blätter (1 Einzel- u. 1 Doppelblatt), aber kleiner im Format (Blattgr. 55,5:39 u. 59:42 cm). - Die unteren Außenecken des Doppelblatts stärker gebräunt u. fleckig sowie beschädigt. - Zusammen 7 Bll.
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Los 136 *#
Antiphonar, Einzelblatt Antonius von Padua
Antiphonar. - Antonius von Padua - Große Initiale mit Darstellung des Antonius von Padua. Auf einem Einzelblatt aus einer Choralhandschrift auf Pergament. Bergamo(?) um 1470. Gr.-fol. Blattgr. 56,5:37,5 cm, Schriftspiegel 42:27 cm. 10 Zeilen Text in schwarzbrauner Textura u. Quadratnoten auf vierlinigem rotem System, Hervorhebungen in Rot und Blau. Recto Miniatur in Blattgold u. Farben als figürliche Füllung einer Initiale "G" (11:11 cm), im seitlichen Blattrand Ausläufer in Grün und Rot.
Schön ausgeführte, großformatige Initiale eines lombardischen Künstlers. Der Binnenraum der Initiale G(audeat ecclesia) weist die Halbfigur des betenden hl. Antonius von Padua auf. Der Franziskaner-Heilige in braunem Gewand trägt traditionell eine langstielige weiße Lilie. Der Hintergrund dazu ist einfarbig hellrot mit dunkelroten Fadenranken gestaltet, wogegen der Initialstamm in Rosa mit weißem Fadenfiligran gehalten. Kurze Blattausläufer im linken Rand, die aus dem goldenen Initialfeld herausragen. - Das Pergamentblatt in den Rändern teilw. etwas gebräunt, im unteren Rand kleiner halbrunder Ausschnitt, verso zwei Montagespuren. Unterhalb der Miniatur kleinerer Fleck, die Miniatur sonst in sehr guter Erhaltung.
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Los 137 *#
Antiphonar, 1 Bl. mit Initiale "D"
Antiphonar. - Hl. Clemens. - Einzelblatt aus einer liturgischen Handschrift auf Pergament. Italien (?), 1. Hälfte d. 18. Jhdts. Imp.-fol. Blattgr. ca. 74,5:49,5 cm, Schriftspiegel ca. 53,5:34 cm. 5 Zeilen Text in ebenmäßiger Rotunda mit schwarzer und roter Tinte, Versalie gelbschattiert, Quadratnotation auf vierlinigem rotem System. Recto mit großer Initiale "D" in Rot, Mauve, Grün und Weiß auf Goldgrund (ca. 9:10 cm) mit farbiger Darstellung des Hl. Clemens im Zentrum, links kl. vegetabiler Ausläufer in den gleichen Farben.
Enthält die Antiphon "Dedisti d(omi)ne habitaculu(m) martyri tuo Clementi i(n) mari i(n) modu(m) te(m)pli marmorei a(n)gelicis manib(us) praeparatu(m) ..." zum Fest des Hl. Clemens. - Mit hinterlegtem Einriss im linken weißen Rand.
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Los 138 *
Biblia latina. 2 Einzelblätter
Biblia latina. - 2 Einzelblätter aus einer lateinischen Bibelhandschrift auf feinem Pergament für den Zisterzienserorden. Frankreich (Paris?), 2. Hälfte 13. Jahrhundert. Blattgr. jeweils 18,5:12,5 cm, Schriftspiegel 12:7,5 cm. 2 Kolumnen, 48 Zeilen, regliert. Mit schwarzbrauner Tinte in feiner gotischer Perlschrift geschrieben, Kolumnentitel u. Kapitelnummerierung in Blau u. Rot, insgesamt 4 zweizeilige Initialen in Blau oder Rot mit Fleuronnée in der Gegenfarbe, 1 Seite mit Fleuronnée ohne Initiale. - Enthält Jeremias und Evangelist Markus.
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Los 139 *
Biblia latina, 2 Doppelbll. (Paralipomenon)
Biblia latina. - 2 Doppelblätter mit 4 Textseiten aus einer lateinischen Bibelhandschrift auf feinem Pergament. Frankreich um 1280. Blattgr. 12:16,5 cm, Schriftspiegel pro Seite ca. 7,2:4,5 cm, 29 Zeilen. Feine gotische Perlschrift in dunkelbrauner Tinte, Kolumnentitel u. Kapitelzählung in Blau u. Rot.
Aus Paralipomenon, Buch 1. - Ränder teilw. gebräunt bzw. etwas braunfleckig, kleine Löcher im Bund durch ehemalige Fadenheftung.
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Los 140 *
Biblia latina - Apokalypse. 2 Einzelblätter auf Papier
Biblia latina. - Apokalypse. 2 Einzelblätter aus einer lateinischen Handschrift auf Papier. Deutschland Mitte 15. Jahrhundert. Blattgr. jeweils 28,5:20 cm, Schriftspiegel 23:16,5 cm. 2 Kolumnen, 39 Zeilen. Mit schwarzbrauner Tinte geschrieben, rubriziert. - Einbandfunde, entsprechend angestaubt bzw. verschmutzt, 1 überdecktes Loch (ca. 1:0,5 cm) mit etwas Buchstabenverlust. - Enthält einen Kommentar zur Apokalypse.
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Los 141 *#
Bonifatius VIII., 1 Blatt auf Pergament
Bonifatius VIII., Papst. Liber sextus Decretalium. Einzelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Italien?, 1. Viertel des 14. Jahrhunderts. Fol. Blattgr. 41:27,5 cm, Schriftspiegel 27:17 cm. 2 Kolumnen, 53 Zeilen. Textualis in brauner Tinte, Paragraphenzeichen alternierend in Blau oder Rot. Zus. 6 zweizeilige Fleuroneeinitialen in Blau und Rot. Umfangreiche Glossierung in zeitgenössischer kleiner Schrift im Rand und vereinzelt zwischen den Zeilen.
Einzelblatt aus einer frühen Handschrift des in den Jahren 1296 bis 1298 auf Veranlassung von Papst Bonifatius VIII. verfaßten Liber Sextus. Das vorliegende Fragment stammt aus Buch 5, Titulus XI. Der Liber Sextus wurde von Bonifatius am 3. März 1298 durch die Versendung mit der Bulle "Sacrosanctae Romanae ecclesiae" an die Universität Bologna promulgiert und blieb bis 1917 gültiges Recht. - Einbandfund, ungewöhnlich breitrandiges Blatt, die Glossierung bis auf eine untere Ecke unbeschnitten. Etwas gebräunt u. fleckig, alte Knickspuren, wenige kleine Löcher, eine untere Ecke beschnitten (ca. 4:9 cm abgerundet).
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Los 142 *
Breviarium Florenz / 2 Bll.
Breviarium. - 2 Blatt aus einem Brevier auf feinem Pergament. Italien (Florenz) frühes 15. Jh. Blattgr. 19:12,5 cm, Schriftspiegel 11,3:8 cm. 2 Kolumnen, 32 Zeilen. Textura in brauner und roter Tinte. Mit zus. 8 zwei- u. dreizeiligen Initialen sowie Federwerk in Blau u. Rot. - Ränder teilw. etwas gebräunt, 1 Seite jeweils mit zwei Montageresten im oberen Rand.
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Los 143 *
Breviarium / 2 Bll.
Breviarium. - 2 Einzelblätter aus einem Brevier auf feinem Pergament. Frankreich, Mitte des 15. Jh. Blattgr. 11:7,5 cm, Schriftspiegel 6,3:4,7 cm. 2 Kolumnen, 24 Zeilen. Textura in brauner und roter Tinte. Mit zus. 7 zwei- u. dreizeiligen Initialen in Rot und Blau mit Federwerk u. mehreren einzeiligen Initialen. - Etwas gebräunt, jeweils 1 Seite mit Montageresten im oberen Rand.
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Los 144 *
Missale, 10 Einzelblätter auf Papier
Missale. - 10 Einzelblätter aus einer liturgischen Handschrift auf Papier. Deutschland um 1410. Blattgr. 30:22 cm, Schriftspiegel 21,5:ca.15 cm. 2 Kolumnen, 39 Zeilen, rubriziert. Bastarda in brauner und roter Tinte, zahlr. 2-3 zeilige Initialen in Rot. - Etwas gebräunt, teilw. fleckig, vereinzelt kleine Wurmspuren im unteren weißen Rand.
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Los 145 *
Missale, 10 Einzelblätter auf Papier
Missale. - 10 Einzelblätter aus einer liturgischen Handschrift auf Papier. Deutschland um 1420. Blattgr. 30,5:21,5 cm, Schriftspiegel 20,5:ca.14,5 cm. 2 Kolumnen, 40 Zeilen, rubriziert. Bastarda in brauner und roter Tinte, zahlr. 2-3zeilige Initialen in Rot, florale u. figürliche Ausläufer im oberen Rand in Rot u. Braun. - Etwas gebräunt, teilw. fleckig, vereinzelt kleine Randläsuren.
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Los 146 *
Missale, 2 Einzelblätter
Missale. - 2 Einzelblätter aus einer liturgischen Handschrift auf Pergament. Süddeutschland? Ende 15. Jahrhundert. Blattgr. ca. 22:15,5 cm, Schriftspiegel 16,5:ca.11 cm. 2 Kolumnen, 33 Zeilen, gelb rubriziert. Textualis formata in brauner und roter Tinte, insgesamt 10 2-4zeilige Initialen in Rot und Blau.
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Los 147 *
Predigten Franziskaner / 2 Bll.
Predigten. - 2 Einzelblätter auf Pergament aus einer Predigtsammlung für den Franziskanerorden. Italien Ende 13. Jh. Blattgr. ca. 13,5:10 cm, Schriftspiegel ca 8,5:7,5 cm. Minuskel mit umfangreichen Abkürzungen in schwarzer Tinte. Vorderseiten mit Foliierung. - Leichte Bräunungen, verso jeweils mit Montagespuren.
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Los 148 *
Psalterium. 2 Blatt
Psalterium. - Zwei Einzelblätter aus einem lateinischen Psalterium mit Interlinearglossen und umfangreichen Randschriften in 2 gesonderten Kolumnen rechts und links des Psalmentextes. Auf Pergament. Italien? Ende des 12. Jahrhunderts. Blattgr. ca. 27-28:17,5-17,8 cm, Schriftspiegel ca. 17:15 cm. Mit 1, in ein Quadrat (3,9:4,3 cm) eingefügter und mit Rankenwerk gefüllter Initiale "D" in mehreren kräftigen Farben. 1 größere u. einige kleinere Initialen in Rot. In geichmäßiger Minuskel in Braun u. Rot, Psalmentext in etwa doppelter Größe gegenüber der Interlinear- bzw. Randschrift. - Gering gebräunt u. fleckig, leichte Knitterspuren, 1 Blatt mit kleinen Läsuren im oberen Rand.
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Los 149 *
Stundenbuchblätter, Gebr. Limburg / 2 Bll.
Stundenbuchblätter. - 2 Einzelblätter aus einem lateinischen Stundenbuch auf Pergament. Frankreich um 1410-20. Blattgr. 19:13,5 cm, Schriftspiegel 12:8 cm. 18 Zeilen. Textura in braunschwarzer Tinte u. Gold. Mit zus. 4 zweizeiligen u. 20 einzeiligen Initialen und Zeilenfüllern in Altrosa, Blau, Rot und Gold. Schmale Texteinfassung in Blau u. Gold, dazu jede Textseite mit breiter dreiseitiger Bordüre aus Dornblattrankwerk in Flüssiggold und blauer Feder.
Die Ausstattung der Verzierungen, Rahmen und Initialen ganz im Stil des "Belles Heures" der Brüder von Limburg für den Duc de Berry, nach neueren Kenntnissen war der sogen. Meister "A" für das Dornblattdekor der Handschriften verantwortlich, attraktiv durch die reiche Verwendung von Flüssiggold. - Linker u. oberer Rand etwas knapp beschnitten, eine Versoseite im linken Rand etwas berieben, 1 Blatt mit Braunfleck.
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Los 150 *#
Susanna im Bade. Zeichnung. 1599
Susanna im Bade. Kolorierte, goldgehöhte Tuschfederzeichnung in Braun auf Papier. Deutschland 1599. Bildgröße 10:11,5 cm. Blattgröße 12,5:18 cm.
Kolorierte Zeichnung in einem doppellinigen Tuscherahmen, bekrönt von Rankenwerk. Mit je einem Schriftband mit Motto ober- bzw. unterhalb, darüber die Datierung. Fein ausgeführte, detailreiche Darstellung der biblischen Geschichte der Susanna beim Baden, von zwei Richtern beobachtet und bedrängt. Zurückgewiesen, beschuldigen die beiden Ältesten Susanna des Ehebruchs. Auf Gottes Eingebung hin wird die Lüge aufgedeckt und die Richter verurteilt. Die Illustration zeigt den Moment, in dem Susanna die beiden Ältesten zurückweist. Verso Ausschnitt einer kolorierten, goldgehöhten Tuschfederzeichnung mit heraldischem Motiv (dreispitziger weißer Turm mit Sockel), umgeben von figürlichem Dekor. - Gebräunt und stellenweise etwas fleckig, mit Randeinriss und kl. Fehlstelle links (hinterlegt), mit 2 Knickfalten u. kleinen Knitterfältchen. Im Rand teils leicht angeschnitten mit Berührung der Einfassung.
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Autographen

Los 151 *#
J.-B. Biot & S. Lloyd, eigenh. Briefe / 3 Bll.
Biot, Jean-Baptiste (französischer Physiker u. Mathematiker; 1774-1862). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Paris, 24. März 1839. 4to (24,5:18,5 cm). 1/2 S. auf 1 Doppelbl. sowie Adresse.
An den Astronomen und Physiker François Arago (1786-1853), "Secretaire Perpetuel de l'academie des Sciences", über einen Vortrag, den er am nächsten Tag in der Akademie halten wollte, "une présentation, ou une annonce de dessins coloriés par la radiation atmospherique, dans la chambre obscure"; sein Name wurde jedoch nicht erwähnt und er ist erzürnt. Biot und Arago hatten eine wechselvolle gemeinsame Geschichte und sind beide eng mit der Geschichte der Fotografie verknüpft. "Despite their differences, Arago and Biot would soon become pendant figures as the two main academic supporters of early photography" (Hannavy 158, s.v. Biot). - Etwas fleckig. - Dazu: 1. Ein weiterer eigenh. Brief von Biot, an einen "cher ami". Undatiert. 8vo. 3 S. auf 1 Doppelbl. - 2. S. Lloyd. (Manager von Madame Lloyd, Sängerin). Eigenhändiger Brief auf eigenem Briefpapier, dieses mit 2 Porträts. Woolwich, 17. Sept. 1896. 4to (25,5:20 cm). 1/2 S. - S. Lloyd war Manager von "Madame Lloyd's Italian Operatic Choir and Diaromas". Im Brief sagt er eine "special matinee" zu. - Etwas fleckig u. mit kl. Einriss. - Zus. 3 Bll.
 
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Los 152 *
"und bin übrigens Euer gnädiger König"
Friedrich II., Brief m. e. Unterschr. (1773)
Friedrich II., d. Gr. (1712-1786). "An den Doctor Jagwitz". Brief von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift "Frch". Potsdam, 22. September 1773. 4to. Blattgr. 23:19 cm. 1 gefalt. Doppelblatt, 1/3 Seite beschrieben.
Brief Friedrichs d. Großen mit eigenh. Unterschrift an den "besonders lieben Getreuen", den Arzt Friedrich Jagwitz (1750-1820), der den schwerkranken Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721-1773) behandelte. "Verhoffentlich werdet Ihr von der eigentlichen Krankheit Meines Generals von der Cavallerie von Seydlitz nunmehro dergestalt au fait seyn, um Mir zuverlässig sagen zu können, was davon annoch zu hoffen stehet... und bin übrigens Euer gnädiger König". Bemerkenswertes Zeugnis für die Anteilnahme u. Besorgnis des Königs über die Krankheit seines bedeutendsten Reitergenerals. Trotz aller Bemühungen des Arztes Jagwitz, der mehrfach preussische Generäle kuriert hatte u. im selben Jahr von Friedrich II. als der "habilste Mediciner" gelobt worden war, verstarb Seydlitz am 8. November in Ohlau. Die Hochachtung des Königs für den Verstorbenen zeigte sich in der ungewöhnlichen Anordnung vom 11. November an die Stabsoffiziere, 14 Tage lang eine Trauerbinde zu tragen. - Kaum fleckig, wenige winzige Randeinrisse. Wohlerhalten.
 
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Los 153 *
Friedrich II., Brief m. e. Unterschr. (1781)
Friedrich II., d. Gr. (1712-1786). "An die Witwe des Geheimen Finantz-Rath Roden". Brief von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift "Frch". Potsdam, 7. November 1781. 4to. Blattgr. 23,5:19 cm. 1 gefalt. Doppelblatt, 1/3 Seite beschrieben. Mit beiliegendem Or.-Briefumschlag mit Lacksiegel.
Brief Friedrichs d. Großen mit eigenh. Unterschrift (Paraphe) an die Witwe des Johann Rembert Rode(n) (1724-1781), Elisabeth Franziska R., Tochter des Richters Peter Wülfing aus Hagen. "Die Forderungen von welchen Ihr in Eurer Vorstellung vom 5ten dieses mir meldet, so verschiedene Gläubiger für gelieferte Krieges-Bedürfnisse von Euren verstorbenen Mann machen, können von mir unmittelbar nicht entschieden werden... in Ansehung der dieserhalb an das Justitz-Departement nachgesuchten Ordre". Exemplarische Ablehnung Friedrichs II., in die Prozesse der Justiz einzugreifen. Rode war unter ab 1768 erster Präsident der Oberrechnungskammer und wurde 1772 mit der Landesaufnahme Westpreußens beauftragt. Es entstand die berühmte, sogenannte Rodensche Landesaufnahme, ein Kartenwerk, welches die Grundlagen für die Einführung des preußischen Steuersystems schaffen sollte. Der Briefumschlag französisch adressiert "À la Veuve du Conseiller privé de Finance Roden".-  Gering fleckig u. mit etwas Stempel-Abklatsch.
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Los 154 *#
Necker, Eigenhänd. Brief mit Umschlag.
Necker, Jacques (französicher Staatsmann und Finanzminister, 1732-1804). Brief mit Unterschrift "Necker". Paris 22. Mai 1779. 1/2 Seite auf einem Doppelblatt in Folio (32:20 cm). Mit gesiegeltem Umschlag.
Als Finanzminister an den Marquis Raffin d'Hauterive. "J'ai fait faire, Monsieur, la recherche du projet que vous aviez à M. Turgot et il ne se trouve point...". Der Brief gut erhalten, mit Faltspuren. Der Umschlag fleckig u. defekt.
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Los 155 *#
Sombart u. Philippovich, 2 Autographen
Sombart, Werner (Nationalökonom und Soziologe, 1863-1941). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Breslau 6. Dezember 1901. 1 S. auf einem Doppelblatt, priv. Briefbogen, gelocht. 22:14 cm. - Dazu: Eugen von Philippovich (österr. Nationalökonom, 1858-1917). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Wien 25.II.(19)09. 3 S. auf einem Doppelblatt. 20:12,5 cm.
I. An einen Herrn. Sombart hat mit Interesse von seinem Unternehmen Kenntnis genommen, bedauert aber, aufgrund anderweitiger Verpflichtungen, seiner "freundlichen Aufforderung zu meiner Mitarbeiterschaft... Folge leisten zu können". - Faltspur. - II. An einen Herrn Doktor, wohl an den Nationalökonomen Karl Bücher. - Beide Autographen in sehr guter Erhaltung und mit Faltspur.
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Los 156 *#
Tinbergen, Manuskript. 17 Bll.
Tinbergen, Jan. (Niederländischer Mathematiker u. Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger, 1904-1994). Eigenhändiges Manuskript in englischer Sprache mit Namenszug am Titel. Den Haag 1979. 16 einseitig beschriebene Bll. auf meist liniertem Paper. 25,5:21 cm. - Dazu: Begleitschreiben von Tinbergen, datiert 5. Jan. 1982. 1 S. - Or.-Kuvert.
Der vollständige Aufsatz "Two Approaches to quantify the Concept of Equitable Income Distribution" für eine wissenschaftliche Zeitschrift, mit Bleistift "1979" datiert. Tinbergen war Wegbereiter der mathematischen Modellbildung und der Ökonometrie. 1969 erhielt er gemeinsam mit Ragnar A. K. Frisch den neu geschaffenen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. - Das Begleitschreiben an einen Herrn in London, der um Informationen über Tinbergens Arbeiten gebeten hatte.
 
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Los 157 *#
Konvolut Autographen Wirtschaft / ca. 30 Teile
Wirtschaftswissenschaften. - Konvolut von ca. 30 meist signierten Porträtfotos, signierten Kärtchen, Albumblättern, Schriftstücken etc. bedeutender Wirtschaftswissenschaftler, darunter einige Nobelpreisträger. 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Verschiedene Formate. Lose.
Enthält u.a. Autographen von (wenige mehrfach) James Buchanan, Peter Diamond, Milton Friedman, John Kenneth Galbfraith, F. A. v. Hayek, Finn Kydland, James Meade, Robert C. Merton, G. Myrdal, Theodore William Schultz, Richard Selten, Robert Solow u.a. - Einige Zeitungsausschnitte beiliegend.
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Inkunabeln

Los 158
Lateinisch-Deutscher Inkunabeldruck
Alanus, (Doctrinale)
Alanus de Insulis (Alain de Lille). Doctrinale altum parabolarum (lat. u. deutsch.). (Leipzig, Konrad Kachelofen, um 1490). 4to (21:16 cm). Got. Typ. Rubriziert u. mit 1 eingemalten roten Initiale. 30 nn. Bll. Mod. Hprgt.
Hain 387; GW 492; Goff A-180 (3 Ex.); Hurter II, 217 ff. (besond. 220). -  Sehr seltene Inkunabel. Einzige lateinisch-deutsche Ausgabe, von der 2 nur gering voneinander abweichende Kachelofen-Drucke existieren (GW 491 u. 492). Der Autor der deutschen Versübertragung ist unbekannt. - Breitrandig, durchgehend schwach wasserfleckig, besonders im Bundsteg. Ab Bl. 10 bis Ende einzelnes kleines Wurmloch. Der nur zweizeilige Titeltext ausgeschnitten u. auf altes Papier aufgezogen (gez. als Bl. 1). Schlussblatt verso angeschmutzt. Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 36 (1987), Los 20.
One of only two slightly differing Latin-German editions of this scarce printing. - Broad-margined, faint waterstaining throughout, stronger to gutter. From l. 10 onwards single small worm-hole. Complete printed title-text cut out and mounted on old paper (counted as leaf one). Last leaf verso duststained and soiled at bottom. Recent half-vellum.
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Los 159
Antoninus Florentinus, Chronicon. 3 Bde.
Antoninus Florentinus. Chronicon. 3 Bde. Basel, Nikolaus Kessler, 1491. Fol. (32:22 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit Holzschnitt-Druckermarke. Eingemalte Initialen in Rot und Blau. 13 nn. (ohne das weiße B6), 215 num., 1 w., 5 nn. (o.d.l.w.); 11 nn. (ohne das weiße b6), 241 num. (o.d.l.w.); 13 nn. (ohne das weiße bb6), 256 num., 6 nn. Bll. (die zwei letzten weiß, das letzte auf den hinteren Innendeckel montiert). Holzdeckelbd. d. Zt. mit blindgeprägtem Schweinsldr.-Rücken, jeweils zwei Schließen, Pergamentfälze; etwas berieben, fleckig u. bestoßen. Rücken mit Papierschildern u. Papierresten. Bd. 1 Rücken am Kopf mit Fehlstelle, Bd. 2 Rücken am Fuß eingerissen.
Hain-C. 1161; GW 2074; BMC III, 769; Goff A-780. - Dritte Ausgabe der großen Weltgeschichte des Florentiner Erzbischofs (1389-1459), lagengetreuer Nachdruck der vorhergehenden Koberger-Edition von 1484.  - Gering gebräunt, teilw. etwas fleckig, stellenweise Feuchtigkeits- bzw. Wasserränder, einige alte Anmerkungen. Erste u. letzte Bll. jeweils etwas wurmstichig, Bd. 2 zu Beginn mit Wurmspuren. Titel je mit Kugelschreiberanmerkung, Bl. 2 mit ein bis zwei klösterlichen Besitzstempeln im Rand. Bd. 1 Dd3-6 mit teilw. eingerissener Quetschfalte. Bd. 3 erste 2 Bll. mit Ausriss im oberen weißen Rand
Three volumes. - Slight browning, some spotting, dampmarking or waterstaining in places, some old annotations. Wormholes to first and last leaves, worming to first leaves of volume 2. Annotation with ball point pen to each title, second leaf with one or two monastic stamps. Vol. 1 three leaves with fold, partly torn, marginal defect to upper blank margin of vol. 3. Contemporary blindstamped pigskin backed wooden boards, two clasps each; some rubbing and spotting, somewhat worn, defect to head of spine of vol. 1, tear to lower spine of vol. 3.
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Los 160
Ars moriendi (Köln, Quentell)
Ars moriendi. - Speculum artis bene morie(n)di de temptat(i)onibus. (Köln, Heinrich Quentell, um 1495). 4to (19,5:14 cm). Got. Typ. Rubriziert. Mit Titelholzschnitt. 16 nn. Bll. - Angebunden: P. Reginaldetus. Speculum finalis retributionis. Basel, Wolff von Pforzheim, 1499. 4to. Got. Typ. Rubriziert. 79 (st. 80) Bll. Prgt. d. frühen 16. Jh. mit Schließbandresten u. handschriftlichem Rückentitel; etwas verzogen u. fleckig, Rückdeckel oben mit Fehlstelle, hinteres Innengelenk mit Lwd. verstärkt.
I. Hain-C. 14911; GW 2610; BMC I, 294; Goff A-1098; Vouilléme, Köln 305; Schramm VIII, 484; Schreiber-Heitz 18. - Seltene Ausgabe des beliebten Sterbebüchleins, als dessen Verfasser der italienische Kardinal Domenico Capranica (1400-58) gilt, seltener wird auch Albertus Magnus als Verfasser genannt. Mit schönem Accipies-Holzschnitt auf dem Titel. - Fleckig bzw. fingerfleckig, einige Randanmerkungen des Rubrikators (teilw. etwas angeschnitten), Titel mit Besitzvermerken des 17. Jh., oberer weißer Rand abgeschnitten, kurzer Kugelschreibervermerk, Vorsatz mit klösterlichem Besitzstempel. - II. Hain 13774; GW M37420; Goff R-91; BMC III, 778. - Dritte Ausgabe des einzigen Werks des Franziskaners. - Etwas gebräunt u. fleckig bzw. fingerfleckig, mehrere Anmerkungen des Rubrikators (meist angeschnitten). g5 u. letzte 12 Bll. mit Läsur im oberen Rand mit teilw. Textverlust, das letzte Bl. hier unschön repariert. Das letzte vorhandene Bl. mit klösterlichem Besitzvermerk u. Stempel. Es fehlt das letzte Blatt  mit der Druckermarke.
Two works in one volume. I. Rubricated, with woodcut on title. Spotting and thumbing, old marginal annotations (partly trimmed). 17th cent. ownership inscriptions and later short ball pen annotation to title, upper blank margin of the title cut off, monastic stamp to fly leaf. - II. Some browning, spotting and thumbing. Marginal defects to g5 and last 12 leaves with some loss in places, last present leaf here unsightly repaired and with stamp. Lacking the last leaf with printer's device. 16th cent. vellum, spotted, rear inner hinge repaired.
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Los 161
Augustinus, Sermones. 1486
Augustinus, A. Sermones ad heremitas. Brescia, Jacobus Britannicus, 5. Januar 1486. (14:10,5 cm). Rom. Type. Mit eingemalten Initialen in Rot. 171 Bll. (ohne d. 1. leere Bl.). Späterer Prgt. mit Rückenschild, minimal fleckig, Rücken am Fuß mit winzigem Wurmloch.
Hain-C. 2001; GW 3001 (Pseudo-); BMC VII, 974; Goff A-1313. - Dritte Ausgabe dieser Predigten, die erste in Oktavo. - Ränder u. vereinzelt im Bundsteg gering stockfleckig, Bl. a2 gering angeschmutzt u. mit Randläsur. Die ersten ca. 30 Bll. mit kl. Wurmlöchern, stellenw. mit Buchstabenberührung oder -verlust. Vorsatz mit mont. Titelbeschreibungen. Fehlt das 1. leere Blatt. Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 36 (1987), Los 31.
Third edition, the first octavo edition. With initials in red. - Faint foxing to margins and to inner gutter in places, leaf a2 somewhat soiled and with marginal fraying. Small worming to approx. first 30 leaves, scattered by touch or loss of letters. Title descriptions mounted to fly leaf. Lacking the first blank leaf. Bound in later vellum, label to spine, minor staining, very small wormholes to foot of spine.
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Los 162
Bernardus, Sermones
Bernardus Claravallensis. Sermones de tempore et de sanctis et de diversis. Basel, Nikolaus Kessler, 1495. Fol. (32:23,5 cm) Got. Typ., 2 Kol.; ohne Init. Mit Druckermarke. 214 Bll. (l.w.). Holzdeckelband mit übergreifendem Schweinslederrücken, Messingschließe; etwas angestaubt, einige Wurmlöcher.
Hain-C. 2848 (= Hain 2847 u. 2858a); GW 3944; BMC III, 771; Goff B-439. - Fünfte Inkunabelausgabe, die erste in Basel gedruckte. - Stellenw. etwas fleckig; tlw. im Rand etwas wasserrandig, gegen Ende auch im Satzspiegel; zu Beginn mit kl. Wurmgang im Außensteg, letztes Viertel etwas wurmstichig. Wenige Marginalien von alter Hand; Titel mit alter Notiz u. altem Besitzvermerk sowie kleiner Vignette in Tinte; Druckermarke mit Tinte tlw. ausgemalt, daneben ein kleiner Christuskopf.
Some waterstaining and foxing; slight worming, heavier at end; few old marginalia, old remarks in ink to title, small ink sketch near the printer's mark. Contemporary wooden boards with broad pigskin spine, some soiling, slight worming.
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Los 163
Biblia latina Tl. 2. Nürnberg 1487
Biblia latina. - Biblia cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus G. Britonis (etc.). Tl. 2 von 4: Esther-Liber ecclesiasticus (Prediger Salomo). Nürnberg, A. Koberger, 1487. Fol. (32:21,5 cm). Got. Type, 2 Kol., Text von Komentar in kleinerer Type umgeben. Durchgehend rubriziert. Mit 1 kl. goldgehöhten Initiale zu Beginn u. zahlr. in Rot u. Blau eingemalten Initialen. 369 nn. Bll. (fehlt das weiße Blatt Dd8). Blindgeprägter Ldr. d. Zt. der Koberger-Werkstatt über Holzdeckeln mit 7 (von 8) Messing-Eckbeschlägen, zwei Mittelstücken, Schließenreste. Rücken aus anderem Ldr. zeitgenössisch bezogen, an der Deckelkanten mit alter Metallschiene befestigt; berieben, Rücken stärker u. am Kopf eingerissen, Deckel wurmstichig.
Hain-C. 3167; GW 4289; ; BMC II, 431; Goff B-614. - Teilband der zweiten Koberger-Ausgabe mit dem Kommentar des Nicolaus de Lyra, so erstmals 1485. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, stellenweise angestaubt, einige alte Anmerkungen, erste u. letzte Bll. mit Wurmspuren. Buchblock teilw. gebrochen, einige Lagen gelockert bzw. lose, wenige im Bund verstärkt. Klösterlicher Besitzstempel auf dem 1. Blatt u. A10r, kl. Siglestempel auf dem 1. Blatt.
Part two (of four). With one initial supplied in blue and gold and numerous initials in red and blue. - Some spotting and thumbing, some duststaining, some old annotations, some worming to first and last leaves. Bookblock partly broken, gatherings somewhat loose. Monastic stamp to first leaf and A10r, lacking the blank Dd8. Contemporary blindstamped calf from the Koberger workshop over wooden boards, 7 (of 8) corner pieces; rubbing, wormholes, partly worn, tears to upper spine, lacking clasps.
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Los 164
Biblia latina (N. de Lyra). Pars secunda (recte: tertia)
Biblia latina. - Biblia cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Secunda pars. (recte: tertia). Straßburg, Johann Grüninger, 1492. Fol. (32:22,5 cm). Got. Typ., eingemalte Initialen in Rot u. Blau. Mit 15 (4 ganzseit.) Textholzschnitten. 348 nn. Bll. Blindgeprägter Schweinlsdr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 4 (von 8) Messing-Eckbeschlägen, zwei Mittelbeschlägen, Schließenreste; gebräunt u. berieben, hs. Rückenschilder.
Hain-C. 3169; GW 4292; BMC I, 108; Goff B-617; Bibelslg. d. Württ. LB, D 152; Schramm XX, S. 3, 22 u. Abb. 128 ff. - Der dritte, im Titel fälschlich als zweiter bezeichnete Teil der Grüninger-Bibel. Die Holzschnitte sind meist seitenverkehrte und verkleinerte Kopien nach denen der Kobergerschen Ausgaben. Hervozuheben sind hier die Maiestas Domini-Darstellung auf Blatt Tt8, Grundriss der Jerusalemer Tempels und die Ansicht von Jerusalem. - Etwas gebräunt, stellenweise fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelt särker, vereinzelte Feuchtigkeitsränder. Aa6 mit hinterlegter Randläsur mit etwas Textverlust. Letztes Blatt mit Wurmspuren im Rand u. teilw. hinterlegt. Titel mit gelöschtem Besitzvermerk, Bl. 2 mit zwei klösterlichen Besitzstempeln.
Third part (wrongly called the second part) of four. With 15 woodcuts, initials supplied in red and blue. - Some browning, spotting and thumbing, heavier in places. Aa6 with marginal repair with slight loss, marginal worming to last leaf. Cancelled ownership inscription to title, two monastic stamps to second leaf. Contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, 4 (of 8) corner pieces, remnants of clasps, browned and somewhat rubbed.
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Los 165
Biblia latina. Brescia 1496
Biblia latina. - Biblia cu(m) Concordantiis. Hrsg. Petrus Angelus. Mit Tabula von Gabriello Bruno. Brescia, Angelus und Jacobus Britannicus, 29. Dezember 1496. 4to (17:12 cm). Got. Typ. 2 Kol. 537 (st. 554) nn. Bll. Prgt. d. Zt., fleckig u. berieben, teilw. eingerissen.
Hain-C. 3119; GW 4276; BMC VII, 978; Goff B-599; Bibelslg. Württ. LB, D 170 (unvollständig). - Teilw. gebräunt, durchgehender Feuchtigkeitsrand, vereinzelte Randläsuren. Gelockert, teilw. lose, Buchblock teilw. gebrochen. Titel mit teilw. gestrichenen Besitzvermerken sowie klösterlichem Besitzstempel. Es fehlen die Lagen f u. g (16 Bll.) u. das weiße Blatt am Schluss. oRR/Waf.
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Los 166
Bonaventura, Sermones de tempore
Bonaventura (Pseudo-), S. Sermones de tempore et de sanctis. (Ulm), Johann Zainer, 1481. Fol. (28,5:22 cm). Got. Typ. Rubriziert u. mit rot eingemalten Initialen. 287 (st. 288, fehlt d. 1. leere Bl.), 140 nn. Bll. Blindgepr. Schweinslederband d. 17. Jh. über Holzdeckeln mit hs. Rtitel auf Rschild, leicht gebräunt u. berieben, vereinzelte winzige Wurmlöcher.
Hain 3513; GW 4812; BMC II, 527; Goff B-949; Amelung 43. - Schöner Druck aus der ersten Ulmer Offizin. "Diese dem großen Franziskaner Bonaventura, dem das Mittelalter den Ehrentitel 'doctor seraphicus' beilegte, zugeschriebene Predigtsammlung wurde zuerst 1479 in Zwolle in den Niederlanden und später u.a. noch zweimal in Reutlingen gedruckt. Zainers Ausgabe von 1481 ist für mehr als ein halbes Jahrzehnt sein letzter exakt datierter und firmierter Druck" (Amelung). - Etwas gebräunt, die erste Hälfte mit abnehmenden Wurmspuren u. Wasserfleck im unteren weißen Rand, vereinzelt mit Marginalien von alter Hand, Rubrizierung stellenw. mit etwas Abklatsch, 3 Bll. mit kl. Randein- bzw. -ausrissen (1 repariert), 1 Bl. seitl. etwas beschnitten, möglicherweise aus einem anderen Exemplar alt ergänzt, die beiden Schlussbll. etwas braunfleckig, das letzte Bl. mit kl. Fehlstelle im Rand, Vorsatz mit altem hs. Tintenvermerk "Duplum". Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 33 (1985), Los 6.
Rubricated and with initials supplied in red. - Some browning, decreasing worming and waterstaining to lower margin of the first half, old marginalia here and there, occasional off-setting from rubrication, small marginal tear or loss to 3 leaves (1 closed), 1 leaf trimmed (possibly old supplemented from another copy), last 2 leaves with brownstain, small marginal paper flaw to last leaf. Bound in 17th century blindstamped pigskin over wooden boards, ms. title to spine label, some browning and rubbing, scattered small worming.
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Los 167
Bonifacius VIII., Liber sextus
Bonifacius VIII., Papst. Liber sextus decretalium. Mit der Glosse des Johann Andreae. Davor: Johannes Andreae: Super arboribus consanguinitatis et affinitatis. Venedig, (Andreas Torresanus mit) Bartholomaeus de Blavis & Maphaeus de Paterbonis, 26. September 1482. 4to (23,5:17 cm). Got. Typ. 2 Kol., Text von Kommentar in kleinerer Type umgeben. In Schwarz u. Rot gedruckt, mit großer Initiale in Rot u. Blau (Bl. A5) sowie mit zahlr. eingemalten Initialen in Blau. 146 nn. Bll. (1. w.). Alter Holzdeckelbd. mit späterem Ldr.-Rücken, 1 Schließe (von 2, Lederband vorhanden), Prgt.-Spiegel; Deckel mit Wurmspuren.
Hain 3604; GW 4871; Goff B-995. - Seltene Ausgabe des seit 1465 bei Fust und Schöffer in zahlreichen Ausgaben erschienen Werkes. Der Liber Sextus entstand 1296-1298 und bildete den dritten Teil des Corpus Juris Canonici. Mit dem Arbor consanguinitatis auf A3 in Typendruck in Schwarz u. Rot. - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig. Vereinzelte Wurmspuren mit Buchstabenverlust. Einige blaue Initialen ausgewaschen.
Scarce edition, printed in 2 columns, commentary surround. One large initial in red and blue and several initials supplied in blue (partly faded or washed). - Some spotting in places, worming in places with slight loss of letters. Blindstamped calf backed old wooden boards, vellum pastedowns, one clasp (of two), covers wormed.
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Los 168
Breviarium Constantiense.
Breviarium Constantiense. (Hrsg. im Auftrag von Otto von Sonnenberg, Bischof von Konstanz). Teil 1-3, 5-6 (von 6) in 1 Bd. (Straßburg, Johann Grüninger, 1488). Fol. (31,5:22 cm). Got. Typ., 2 Kol. Druck in Schwarz und Rot. 360 (st. 366) nn. Bll. Blindgeprägter Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln, stark berieben, etwas wurmstichig, Kanten bestoßen, Schließen fehlen, Innengelenke eingerissen.
Hain 3826; GW 5321; BMC I, 117; Goff B-1155; Bohatta 203. - Siebte Ausgabe, fast alle beschriebenen Exemplare sind unvollständig. Schöner Druck in Schwarz und Rot. Vorliegender Band enthält: Teil 1 Kalendarium. 3 (st. 8) Bll., fehlt auch der Holzschnitt auf Bl. 1. Teil 2. Rubrica generalis. 6 Bll. Teil 3. Psalterium. 44 Bll. Teil 5. Proprium de tempore. Pars aestivalis. - Proprium de sanctis. Pars aestivalis. 276 Bll. Teil 6. Commune sanctorum. 31 (st. 32) Bll., fehlt das letzte Blatt mit Kreuzigungsholzschnitt. - Gebräunt, teilw. fleckig bzw. stark fingerfleckig, teilw. wasserrandig. Einige Bll. mit Randläsuren, vereinzelt hinterlegt. Erste u. letzte Bll mit einigen Wurmspuren. 1. vorhandenes Blatt mit Besitzvermerken. oRR.
Part 1-3, 5-6 (of 6) in one volume. Printed in black and red. - Browned, some spotting, heavily fingerstained, partly waterstained, marginal defects to some leaves, some worming to first and last leaves, ownership inscriptions and marginal cut-out to first present leaf. Lacking 5 leaves in part 1 (incl. a woodcut) and the last in part 6 with woodcut. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, rubbed, extremities worn, lacking clasps. Sold waf.
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Los 169
Conradus de Brundelsheim, Sermones
Conradus de Brundelsheim (Soccus). Sermones de tempore. (Pars hiemalis et pars aestivalis). (Augsburg, Anton Sorg), 23. Juni 1476. Fol. (35,5:26 cm). Got. Typ., 2 Kol. Kleine Holzschnittinitialen, 2 gr. Holzschnittinitialen zu Beginn jeden Teils. 368 (st. 394) nn. Bll. Schweinsldr. des späten 16. Jh. mit Blindprägung, etwas berieben.
Hain-R. 14827; GW 7408; BMC II, 343; Goff S-587 (unter Soccus). - Erste Ausgabe. Konrad von Brundelsheim war Zisterzienserabt zu Heilsbronn in Mittelfranken. Seine Autorschaft der Sermones gilt als nicht gesichert, teilw. wird das Werk auch unter dem Verfasser "Soccus" geführt, nach neueren Forschungen ist jedoch Soccus wohl kein Eigenname. - Gering fleckig, vereinzelte Wasserränder, wenige Indexblätter im rechten Rand knapp beschnitten, Text teilw. gering angeschnitten, vereinzelt Anmerkungen. Erstes Blatt mit klösterlichem Besitzvermerk, Innendeckel u. Vorsatz mit Stempel. Es fehlt der Text zwischen Sermo 119 und 124, das erste und letzte Blatt des Registrum, das hier nach Sermo 119 eingebunden ist und ein weißes Blatt. oRR.
First edition. - 368 (of 394) nn. leaves. Slight spotting, waterstaining in places, few Index leaves trimmed with slight loss, few annotations. Monastic ownership inscription to first leaf leaf, stamp to inner cover and fly-leaf. Lacking the text between Sermo 119 and 124, first and last leaf of the Registrum (which is bound after Sermo 119) and on blank. Late 16th cent. blindstamped pigskin, slightly rubbed.
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Los 170
Corsettus, Repertorium in opera de Tudeschis
Corsettus, A. Repertorium in opera Nicolai de Tudeschis. Venedig, Andreas Torresanus, (nach 17. Sept. 1486). Fol. (43:30 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit 1 größeren Initiale in Rot u. Blau u. 1 Initiale in Rot. Rubriziert. 379 nn. Bll. (ohne die weißen Bll. a1 u. X5-6). Lederband über Holzdeckeln mit Schließen, unter Verwendung der alten Deckelbezüge (mit Streicheisenlinien u. Einzelstempeln, stark wurmstichig).
Hain-C. 5771; GW 7783; BMC V, 308; Goff C-932. - Erste Ausgabe, selten. Erschließt das Werk des Nicolaus de Tudeschis oder Panormitanus (1386-1445) lehrte Kirchenrecht in Bologna und wurde später Erzbischof von Palermo. Antonio Corsetti (ca. 1450-1503) lehrte in den 1480er Jahren ebenfalls in Bologna und wurde dann nach Padua berufen. "Dieses noch in Bologna 1486 gemachte Inhaltsverzeichnis ist seine beste Arbeit und macht die Schriften des Panormitanus zugänglich. In den späteren Ausgaben der Schriften des Panormitanus ist dasselbe für die Indices benutzt" (Schulte II, S. 349, Nr. 6). Alphabetisch geordnet, der jeweils entsprechende Buchstabe als Kopftitel in Rot eingemalt. Beiliegt ein ehemals als Vorsatzblatt genutztes Pergamentblatt aus einer zeitgenössischen Psalmenhandschrift, am Rand mehrere Zeilen auf deutsch; gebräunt, Textverlust durch 2 Löcher. - Stellenw. wasserrandig, besonders zu Beginn u. am Ende, meist außerhalb des Satzspiegels; im Rand tlw. etwas wurmstichig oder mit feinen Wurmspuren, vereinzelt Wurmgänge hinterlegt; erste 8 u. letzte 5 Bll. in der unteren Innenecke hinterlegt, dort tlw. auch die Außenecken ergänzt; Bl. e1 mit tlw. radierter Notiz in Farbstift. Ohne die weißen Bll. a1 u. X5-6.
First edition, scarce. Mostly marginal waterstaining in places; some marginal worming throughout; restorations to lower corners at beginning and end; entry to leaf e1. Lacking 3 blank leaves. Recent calf over wooden boards using old material, 2 clasps.
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Los 171
(Ferrariis, Propositiones)
(Ferrariis, T. de). (Propositiones ex omnibus Aristotelis libris excerptae. Mit Beig. u. Tabula von Benedictus Soncinas). Venedig, J. u. G. Gregorius de Gregoriis für A. Calcedonius, 1493. 4to (23:17,5 cm). Rom. Typ., meist schwarz-rot gedruckt. Min. für Init. 55 (st. 56) nn., 258 (recte 287) num. Bll. (o.d.l.w.). HSchweinsldr. d. 16. Jh., etwas berieben.
Hain-C. 6997; GW 9826; BMC V, 344; Goff F-117. - Einzige eigenständige Schrift des Theophilus de Ferrariis oder auch de Cremona, bekannt sonst als Kommentator der 'In Aristotelem physica' des Thomas von Aquin als Korrektor. "Auswahl von Leitsätzen aus den aristotel. u. pseudo-aristotel. Schriften unter Benutzung der Kommentare von Thomas von Aquin, Petrus de Alvernio, Th. Gaza u. a." (GW). - Teilw. fleckig, erste Bll. gebräunt, vereinzelt geringe Feuchtigkeitsspuren. Einige alte Anmerkungen u. Unterstreichungen, vereinzelte Tintenflecken, wenige Bll. im oberen Rand etwas knapp beschnitten. Fehlt der Titel (älterer hs. Titel eingebunden, im rechten Rand ergänzt), Bl. 2 mit ergänztem Randabschnitt. oRR.
Some spotting, first leaves browned, slight dampmarking in places, few old annotations and underlinings, few inkstains, upper margin few leaves slightly trimmed. Lower blank margin of 2nd leaf cut off and repaired. Lacking the title (supplied in manuscript) and the last blank. 16th cent. half pigskin, somewhat rubbed. Sold waf.
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Los 172
Aus der Kartause Buxheim
Ferrerius, Sermones. Tl. 1 u. 3 in 1 Bd.
Ferrerius, Vincentius. Sermones de tempore. Pars hiemalis. - Sermones de sanctis. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg (Georg Husner), 1493 u. 31. Jan. 1494. Fol. (29,5:22 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit eingemalten Initialen in Rot, rubriziert. 210 nn. Bll. (davon 2 weiß); 136 nn. Bll. (d.l.w.). Ldr. d. Zt. mit rautenförmigen Streicheisenlinien sowie Einzelstempeln, 2 Schließen, besonders der Rückdeckel beschabt, Buchblock angebrochen, Vorsätze wohl Ende des 19. Jh. erneuert, ohne hinteren freien Vorsatz.
Hain 7009; GW 9841 (1. u. 3); Goff F-136. - Achte Ausgabe, die zweite bei Georg Husner. Vorliegend der erste Teil (der Winterteil) und der dritte Teil (De sanctis) der aus drei Teilen bestehenden Predigtsammlung des hl. Vinzenz Ferrer (1350-1419). - Durchgehend mit mehreren Wurmlöchern, vereinzelt mit Wurmgang im Satzspiegel, zu Beginn u. am Ende wurmstichig; Titel von (I) angefalzt, das weiße Schlussbl. von (II) an den festen Vorsatz montiert.Titel von (I) u. (II) am Schluss mit Besitzvermerk der Kartause Buxheim, Bl. 2 von (I) mit deren Stempel.
Eighth edition, the second by G. Husner. First and third part of a complete edition of the Sermones. Rubricated and red initials supplied throughout. - Few wormholes throughout, worming at beginning and end; title reattached. With ownership inscription and stamp of the Buxheim Charterhouse, whose library was disturbed from 1883 onwards. Contemporary blindtooled calf with 2 clasps, especially rear cover rubbed, book block cracked but firm, endpapers renewed at the end of 19th century.
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Los 173
Ferrerius, Sermones. Tl. 2
Ferrerius, Vincentius. Sermones de tempore. Pars aestivalis. Straßburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg (Georg Husner), 20. Dez. 1493. Fol. (28,5:21 cm). Got. Type, 2 Kol. Mit eingemalten Initialen in Rot, etwa die erste Hälfte rubriziert. 255 Bll. (o.d.l.w.). Blindgepr. Schweinsldr. d. 17. Jh. über Holzdeckeln mit blindgepr. Mariendarstellung auf dem Rückdeckel und dem Wappen von J. C. Guetknecht, Abt des Klosters Metten; wurmstichig, ohne die Schließen.
Hain 7009; GW 9841 (2); BMC I, 143; Goff F-136. - Achte Ausgabe, die zweite bei Georg Husner. Vorliegend der Sommerteil. Johannes Christoph Guetknecht (1596-1645) war von 1628 bis zu seinem Tod Abtes Klosters Metten (Niederbayern). - Tlw. im Rand etwas wasserfleckig; durchgehend mit einigen Wurmlöchern, zu Beginn u. am Ende stärker wurmstichig; Titel mit altem Besitzvermerk des Kloster Metten. Ohne das letzte weiße Blatt.
Eighth edition, the second by Husner. Second part (of 3) of a complete edition of the Sermones. - First half rubricated copy, red initials supplied throughout. Some marginal waterstaining in places; few wormholes throughout but heavy worming at beginning and end; owner's inscription to title page. Without the final blank. 17th century pigskin over wooden boards with the arms of the abbot J. C. Guetknecht of the Metten Abbey in Lower Bavaria; worming, without the clasps.
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Los 174
Cordiale quattuor novissimorum
Gerardus de Vliederhoven. - Cordiale quattuor novissimorum. (Köln, Konrad Winters, um 1482). 4to (22:15,5 cm). Got. Type. Eingemalte Initialen in Rot. 68 nn. Bll. (das erste weiß). - Angebunden: (Guido de Monte Rochen). Manipulus curatorum. Straßburg, (Martin Flach d. Ä.), 10. Mai, 1487. 4to (22:15,5 cm). Got. Typ. 121 nn. Bll. (o.d.l.w.). Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung im Stil der Nürnberger Verleger-Einbände der Koberger-Werkstatt; berieben, vereinzelte Wurmspuren, Papierrückenschilder, Rücken eingerissen u. genäht, am Kopf alt repariert. Innengelenke eingerissen, hinterer Innendeckelbezug u. Mittelschließe entfernt.

 
I. Cop. 1772; GW 7478; BMC I, 249; Goff C-888; Voulliéme, Köln 452. - Seltener Kölner Druck. Das Erbauungsbuch über die vier letzten Dinge wird u.a. dem Utrechter Gerardus de Vliederhoven (vgl. ADB XL, 89 f.) zugeschrieben u. in einigen Bibliographien unter diesem Namen geführt. - Stark gebräunt, vereinzelt alte Anmerkungen, erste Bll. gelockert. Erstes weißes Blatt recto mit handschriftlichem Titel, klösterlichen Besitzstempeln u. Besitzvermerk. - II. Hain-C.-R. 8194; GW 11815; BMC I, 147; Goff G-593. - Um 1330 verfaßtes Werk des spanischen Priesters aus Tereul/Aragon. Eine Unterweisung über die Aufgaben des Pfarrers, besonders über die Spendung der Sakramente. Seit der ersten Ausgabe, Köln 1476, in zahlreichen Drucken des 15. Jahrhunderts erschienen. - Gebräunt, letzte Bll. mit kleineren Wurmspuren, P1 lose. Titel mit handschriftlichen Anmerkungen, klösterlicher Besitzstempel auf dem Titel u. letzten Blatt.
 
Two works in one. I. Heavily browned, some old annotations, first leaves somewhat loose. Annotation, monastic ownership inscription and stamp to first blank. II. Browned, slight worming to last leaves, P1 loose. Annotations to first leaf, monastic stamp to title and last leaf. Contemporary calf over wooden boards, blindstamped in Koberger style; rubbed, some worming, tear to spine, head of spine repaired, inner hinges cracked, lacking clasp.
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Los 175
Gerson, Tertia pars operum
Gerson, J. Tertia pars operum. (Ed. P. Schott & J. Geiler v. Kaisersberg). Bd. 3 (von 3 u. Inventarium). Basel, Nikolaus Kessler, 21. März 1489. Fol. (32:22 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. 317 (statt 320) nn. Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln; beschabt u. bestoßen, teilw. wurmstichig, Rückdeckel mit Fehlstellen im Bezug, Schließenreste, Rücken an Kopf u. Fuß mit Klebeband verstärkt.
Hain-C. 7624; GW 10715; BMC III, 767; Goff G-187. - Nachdruck der 1488 bei Grüninger gedruckten Ausgabe, im vorliegenden dritten Teil erstmals um die heute als unecht erkannten Schriften "Alphabetum divini amoris", "De septem psalmos poenitentiae" u. "Donatus moralisatus" ergänzt. - Teilw. fleckig bzw. braunfleckig, vereinzelte Wasserränder, wenige Wurmspuren, erste Bll. mit kleinen Randläsuren, 1. vorhandenes Blatt angeschmutzt, mit klösterlichen Besitzvermerken u. Stempel. xx4-5 mit Abriss im unteren Rand, bei xx4 mit etwas Textverlust. Es fehlt Blatt 1 mit ganzseitigen Holzschnitt, tt8 u. das letzte weiße Blatt. oRR.
Part 3 only. With initials supplied in red. - Some spotting and brownstaining, waterstaining in places, few worm traces, some marginal defects to first leaves. Monastic ownership inscriptions and stamp to first present leaf. Lower margin of xx4-5 torn off, some loss of text to xx4. Lacking the first leaf with the full-page woodcut, tt8 and the last blank. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, heavily rubbed and worn, lacking clasps, head and tail of spine repaired with tape. Sold waf.
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Los 176
Gratianus, Decretum.
Gratianus. Decretum. Mit Kommentar von Johannes Theutonicus und Bartholomaeus Brixiensis. Hrsg. Sebastian Brant. Basel, Johann Froben, 13. Juni 1493. 4to (23:16,5 cm). Got. Typ. Text von Kommentar umgeben, Druck in Schwarz u. Rot. Mit 1 gr. Holzschnitt Titel verso. 519 nn. Bll. (o.d.l.w.). Blindgeprägter Ldr. d. Zt. mit Rollen- u. Einzelstempeln; berieben, Ecken u. Kanten bestoßen, vereinzelte Restaurierungen, Schließbandreste. Innengelenke eingerissen.
Hain-C. 7912; GW 11377; BMC III, 790; Goff G-384; Schramm XXII, 1106. - Die erste bei Froben gedruckte und die erste von Sebastian Brant hrsg. Ausgabe. Der Benediktinermönch Gratian hat als erster die kirchliche Rechtswissenschaft als selbständige Disziplin, getrennt von der übrigen Theologie, betrieben. Sein Lehrbuch "Dekretum" verfasste er um 1140. - Teilw. gering fleckig u. gebräunt, Titel. Der Holzschnitt in der linken Einfassung leicht ankoloriert. Vorderer Innendeckel mit Holzschnittporträt Brants von T. Stimmer.
First Froben-edition and the first edited by Sebastain Brant. Printed in black and red. With large woodcut title verso. - Slight spotting and browning, somewhat heavier spotting to first leaf. Lacking the last blank. Blindstamped calf, rubbed, extremities somewhat worn, some restorations.
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Los 177
Guillelmus de Parisiis, Dialogus. Vorgeb. Promissiones
Guillelmus de Parisiis. Dialogus de septem sacramentis. (Mainz, Jakob Meydenbach, um 1492). 4to (20,5:15 cm). Got. Typ. 82 num., 6 nn. Bll. - Angebunden: Pseudo-Gregorius I., Papst. Expositio in septem psalmos poenitentiales. Mainz, Jakob Meydenbach, 30.III.1495. 4to. Got. Typ. 82 nn Bll. - Vorgebunden: Promissiones & praedicationes per spiritum sanctum in sacris literis traditae omnes omnium seculorum autore non certa. (Ed. J. Gobler). Basel, H. Petri, 1538. 4to. Mit Druckermarke. 4 Bll., 87 S. Holzdeckelbd. d. 16. Jh. mit breitem, blindgeprägten Schweinsldr.-Rücken, 1 Schließe (von 2); etwas berieben u. fleckig, wurmstichig.
I. Hain-C. 8310; GW 12030; BMC I, 45; Goff G-720. - Fünfte Ausgabe. Hauptwerk des Dominikaners (gest. zwischen 1311 und 1314). Guillelmus war Großinquisitor von Frankreich und Beichtvater Philipps des Schönen. - Etwas gebräunt u. fleckig, teilw. alte Anmerkungen, vereinzelte Wurmlöcher, erste Bll. mit Wurmspur ohne Textberührung. Bl. 7 mit geklebtem Einriss, Titel mit klösterlichem Besitzstempel. - II. Hain-C. 7941; GW 11417; BMC I, 45; Goff G-416. - Erste Ausgabe, selten. - Etwas gebräunt, stellenweise Wasserränder, vereinzelte Wurmspuren. Kolophon mit klösterlichem Besitzvermerk. Titel mit Kugelschreiberanmerkung u. klösterlichem Besitzstempel. - III. VD 16, P 5009; Adams P 2160. - Einzige Ausgabe. Sammlung von angeblich durch den Heil. Geist auf uns überkommene Voraussagen. - Teilw. fleckig u. mit Wurmspuren, Titel mit klösterlichem Besitzvermerk u. Stempel.
Three works in one volume. - Overall some browning and spotting, old annotations, some worming, mostly to "Promissiones", waterstaining to "Gregorius". Old monastic ownership inscriptions and stamps. Contemporay blindstamped pigskin backed wooden boards, some rubbing, partly wormed, one clasp (of two).
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Los 178
Jacobus de Voragine, Legenda aurea. Straßburg
Jacobus de Voragine. Legenda aurea sanctorum sive Lombardica historia. Basel, Nikolaus Kessler, 25. Juli 1486. Fol. (30:21,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. 256 nn. Bll. (l. w.). - Angebunden: Corona Beatae Mariae Virginis. (Straßburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg [Georg Husner], nicht nach 1488). Fol. 2 nn., 83 num., 1 nn. Bll. Blindgeprägter Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln, Schließenreste; bestoßen, starke Bezugsschäden, Wurmspuren.
I. Cop. 6446; GW 14015; BMC III, 763; Goff J-114. - Basler Ausgabe der beliebten, in vielen Inkunabelausgaben verbreiteten Sammlung von Heiligenlegenden. Enthält gegen Ende einen Abriss der Geschichte der Langobarden. - Teilw. gebräunt, etwas stock- u. fingerfleckig, vereinzelte Wasserränder, teilw. alte Anmerkungen. Erste Bll. gelockert, mit kleineren Randläsuren u. wurmstichig. Titel u. letztes weißes Bl. mit Kugelschreiberanmerkung. 2. Bl. mit klösterlichem Besitzvermerk u. altem Stempel. - II. Hain-C. 5746; GW 7573; BMC I, 136; Goff C-923. - Zweite Ausgabe, die erste bei Husner. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, vereinzelte Feuchtigkeitsränder, vereinzelte Wurmspuren, meist im unteren weißen Rand, letzte Bll. etwas wurmstichig. Die letzten 2 Bll. lose u. mit etwas Randläsuren im Bund.
Two work in one volume. - I. Some browning, foxing and thumbing, waterstaining in places, some old annotations. First leaves somewhat loose, with worm stiches and small marginal defects. Ball pen annotation to title and last blank, monastic ownership inscription and two old stamps to second leaf. II. Some browning and foxing, some dampmarking and worming in places. Last two leaves loose and with some defects to inner blank margin. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, worn and heavily rubbed, remnants of clasps.
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Los 179
Jacobus de Voragine, Legenda aurea. Koberger
Jacobus de Voragine. Legenda aurea sanctorum sive Lombardica historia. Nürnberg, Anton Koberger, 6.XI.1492. Fol. (32:22 cm). Got. Typ. 2 Kol. Eingemalte Initialen in Rot. 1 nn., 198 röm. num., 1 nn. Bll. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Blindprägung aus Fileten u. Einzelstempeln; berieben, Rücken mit Prgt. verstärkt, Innengelenke eingerissen, Schließen fehlen.
Cop. 6457; GW 14034; BMC II, 435; Goff J-130. - Nürnberger Ausgabe der beliebten, in vielen Inkunabelausgaben verbreiteten Sammlung von Heiligenlegenden. Enthält gegen Ende einen Abriss der Geschichte der Langobarden. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, erste Bll. u. letztes Bl. mit Wurmspuren. Bl. 121 mit Ausriss im weißen Rand, Bl. 124, 171, 182 mit Einriss, Bl. 164 mit überklebter Anmerkung im weißen Rand. Titel stark fingerfleckig, mit Randläsuren, Anmerkungen u. Besitzvermerken, teilw. mit Kugelschreiber, Bl. 2 mit Anmerkung u. klösterlichem Besitzstempel. Letztes Bl. mit Randläsuren u. Anmerkungen, leere Versoseite mit gedrucktem Gebet in Typendruck beklebt. Vorderer Innendeckel mit Resten eine Kupferstichs des 16. Jh. (Seeschlacht von Lepanto). Hinterer Innendeckel mit Pergament aus einer Handschrift des 11. Jahrhunderts (?) bezogen, fragmentarisch, in karolingischer Minuskel, mit Text aus Matthäus 9.
Some spotting and thumbing, worming to first leaves and last leaf. Marginal torn off to leaf 121, large tear to leaf 124, 171 182, marginal overpasted annotation to 164 leaf. Title worn, with annotations and ownership inscription (partly with ball point pen), monastic stamp to second leaf. Last leaf with marginal tears and annotations, blank verso pasted with a printed prayer. Front inner cover with remains of a 16th century engraving (Battle of Lepanto). Rear inner cover covered with parchment from an 11th century (?) manuscript, fragmentary, in Carolingian minuscule. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, rubbed, lacking clasps, spine covered with parchment.
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Los 180
Jacobus Philippus de Bergamo, Chronica
Jacobus Philippus de Bergamo (Foresti). (Supplementum chronicarum. Venedig, Bernardinus Rizus, 1490). Fol. (30,5:22 cm). Got. Typ. Mit 4 etwa halbseit. Textholzschnitten sowie zahlr. kl. Stadtansichten in Holzschnitt, eingemalte Initialen in Rot. 6 (st. 12) nn., 253 (st. 261) num. Bll. Prgt.-Manuskriptbd., berieben, Rücken u. Vorderkante des Vorderdeckels mit Lwd. überklebt.
Hain-C. 2808; GW M10974; BMC V, 402; Goff J-211; Essling 343; Sander 917. - Vierte Ausgabe der berühmten Weltchronik, die zweite illustrierte. Enthält einen großen Schöpfungsholzschnitt, ferner Sündenfall/Vertreibung, Brudermord u. Turmbau zu Babel sowie ca. 70 kleine Ansichten, darunter Venedig, Bologna, Genua, Konstantinopel, Mailand, Neapel, Padua, Pisa, Rom, Verona u.a. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelte Wasserränder, teilw. alte Anmerkungen. Erstes vorhandenes Blatt mit klösterlichem Besitzvermerk u. altem Stempel. Es fehlen die ersten 6 nn. Bll. (inkl. Titel), num. Bl. 211 (fragmentarisch erhalten), 249 u. 256-261 (Schluss). oRR.
Second illustrated edition, with 4 half-page biblical woodcuts and several smaller town views. - Some spotting and thumbing, waterstaining in places, some old annotations. Monastic ownership inscription and old stamp to first present leaf. Lacking the first 6 nn. leaves and numb. leaf 211 (fragmentarily preserved), 249 and the last leaves 256-261. Vellum from old manuscript, rubbed, spine and outer edge of front cover pasted over with cloth. Sold waf.
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Los 181
Lochmaier, Sermones de sanctis
Lochmaier (Lochmayr), M. Sermones de sanctis perutiles; cum vigintitribus sermonibus magistri Pauli Wann annexis. (Passau, Johann Petri, 1490-91). Fol. (28:19,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Spärlich rubriziert, rot eingemalte Lombarden. 402 nn. Bll. (Bl. 19 u. 402 w.). Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit spätgotischer Blindprägung u. 2 Schließen; etwas berieben u. gering wurmstichig, Rücken alt übermalt u. am Schwanz etwas eingerissen, Vorderdeckel mit alter Bezugsreparatur, Schließenleder alt erneuert.
Hain-C. 10172; GW M18683; BMC II, 617; Goff L-270. - Erste Ausgabe. L. war Dekan und Rektor der Universität Wien, 1489 wurde er als Nachfolger von Paul Wann Domprediger in Passau. - Gering wurmstichig, in den Rändern gelegentlich auch Wurmgänge, teilw. etwas gebräunt oder fleckig, streckenw. wasserrandig, ca. 10 Bll. zu Beginn mit Papierausbrüchen im w. Rand, Lage kkk in sich verbunden, weißes Schlussblatt mit Sammler-Blindstempel. Schöner Prägeband aus der Werkstatt "Raute vierfach" in Landshut (Kyriss 165; EBDB w000032), unter dem Prägematerial der namengebende Stempel (Kyriss Taf. 331, Nr. 7; EBDB s001766).
First edition. Sparsely rubricated and with Lombard initials supplied in red. - Some worming, occasional browning or spotting, marginal dampstaining in places, blank margins of first c. 10 leaves brittle and damaged, gathering kkk misbound, embossed stamp to final blank. Contemporary blindstamped pigskin over wooden boards with 2 clasps (leather renewed at a later date) from Landshut (Kyriss shop 165); somewhat rubbed and a bit wormed, spine whitewashed and somewhat frayed at tail, old repair to front cover.
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Los 182
Martinus, Margarita decreti
Martinus Polonus (de Troppau). Margarita Decreti seu tabula Martiniana. (Speyer, Peter Drach der Mittlere, ca. 1482). Fol. (30:21 cm). Got. Typ. 2 Kol. Rubriziert. 2 eingemalte Initialen u. Blumenbordüre in mehreren Farben auf Blatt A2. 119 (st. 121) nn. Bll. (d. erste weiß). Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln, 2 Schließen; stark berieben, Rücken erneuert.
Hain-C. 10834; GW M21419; BMC II, 494; Goff  M-319. - Erste Ausgabe. Alphabetisches Repertoriums über das Dekretum des Gratianus. - Etwas gebräunt u. fleckig, stellenw. kleine Randläsuren, einige alte Anmerkungen. Das erste weiße Blatt mit ergänztem Eckabriss u. alter Anmerkung zum Werk verso. Es fehlt i8 u. das letzte weiße Blatt.
First edition. Rubricated, initials supplied in red. Two large flower tendrils in red, blue, green and gold and two initials in red and blue on a2. - Some browning and spotting, some small marginal defects, few old annotations. Lower left corner of first blank repaired, old annotation verso. Lacking i8 and the last blank. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, two clasps, heavily rubbed, rebacked.
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Los 183
Missale, Einzelblatt auf Pergament
Missale. - Einzelblatt aus dem Kanonteil eines Missale, auf Pergament gedruckt. (Nürnberg, Georg Stuchs, um 1495?). Fol. (40:28 cm). Got. Typ., in Rot u. Schwarz gedruckt. 19 Zeilen. - In den Rändern gering fleckig.
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Los 184
Modus legendi abbreviaturas
Modus legendi abbreviaturas (u.a.). (Speyer, Peter Drach, nicht nach 1484. Fol. (30:21 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. Mit Druckermarke. 146 nn. Bll. (l.w.). - Angebunden: Humbertus de Romanis. Sermones ad diversos status. Cum epistola eiusdem de tribus votis substantialibus et aliis quibusdam virtutibus earumque exercitiis ad devotos christifideles (presertim religiosos) attinentibus. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann, Augsburg, 1508. Fol. 82 nn. Bll. Holzdeckelbd. d. Zt. mit blindgeprägtem Ldr.-Rücken, Schließenreste, teilw. berieben, vereinzelte Wurmspuren, Rückdeckel mit Eckverlust, Rücken an Kopf u. Fuß restauriert.
 
I. Hain 11482; GW M47341; BMC II, 494; Goff M-755. - Zweite Ausgabe bei Peter Drach. "Das kleine Werk enthält zuerst eine Übersicht aller Quellen des römischen und kanonischen Rechts, dann eine Erklärung der häufigsten Abbreviaturen in den Handschriften, endlich Titelverzeichnisse zu jedem Stück der Rechtsquellen" (Savigny VI, 499). - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, 1. Bl. stärker betroffen, erste Bll. wurmstichig, sonst nur vereinzelte Wurmlöcher, wenige Bll. mit Wurmspur im weißen Rand. - II. VD 16, H 5890; Benzing, Hagenau 18, 70. - Erste Ausgabe. Humbertus de Romanis war 1254-1263 der fünfte Ordensgeneral der Dominikaner. - Wurmstichig, teilw. fleckig, am Ende im Bug etwas wasserrandig.
Two works in one volume. - I. Second edition of Peter Drach (first edition by Drach ca. 1478). - II. First edition. - Overall some worming throughout text, partly somewhat stronger. Some spotting, heavier to first leaf of I. Some waterstaining to inner margin in places to I. Blindstamped leather backed wooden boards, some worming, lacking clasps, head and tail of spine restored, lower outer corner of rear cover worn.
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Los 185
Nicolaus de Blony, Sermones
Nicolaus de Blony (de Plowe). Sermones de tempore et de sanctis. Straßburg, (Drucker des Jordanus von Quedlinburg), 22. Nov. 1494-95. Fol. (30:22 cm). Got. Typ. 2 Kol. Eingemalte Initialen in Rot. 474 (st. 478) nn. Bll. Holzdeckelband mit Schweinsldr.-Rücken, 1 Schließe (von 2); berieben, Rücken bestoßen, Papierschilderreste, Gelenke teilw. eingerissen.
Hain-C. 3262; GW M26312; Goff N-91. - Erste Ausgabe. Nicolaus (1. Hälfte d. 15. Jh.) war zuerst Prediger in Plock, dann Kaplan des Bischofs von Posen. Neben den "Sermones" verfaßte er auch einen vielbenutzten "Tractatus de sacramentis", eines der ältesten offiziellen Handbücher zum Thema (vgl. Schulte II, 443). - Etwas gebräunt u. fleckig bzw. fingerfleckig, stellenweise Feuchtigkeitsspuren im Rand, einige alte Anmerkungen, vereinzelte Wurmspuren, rechte obere Ecke des 2. Teils abgerundet. 1. Vorhandenes Blatt angestaubt, mit klösterlichem Besitzvermerk u. späterer Anmerkung mit Kugelschreiber, letztes Blatt mit größerem Abriss im unteren weißen Rand. Es fehlt der Titel, Aa3 zu Beginn, o6 (drittletztes Blatt) u. das letzte weiße Blatt.
First edition. Initials supplied in red. - Some browning, spotting and thumbing, some marginal dampmarking, slight worming in places, some old annotations, last upper right corners rounded. Some soiling to first present leaf, ownership inscription and later annotation, lower blank part of last leaf torn. Lacking title, Aa3 at the beginning, o6 (third last) and the last blank. Contemporary pigskin backed wooden boards, one clasp (of two), rubbed, spine worn.
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Los 186
Niger, Modus. Vorgeb. Biel, Epitoma
Niger, F. Modus epistolandi cu(m) epistol(is) exem(pl)aribus annexis. Leipzig, M. Lotter, 1499. 4to (21,5:15 cm). Got. Typ. 36 nn. Bll. (l.w.). - Vorgebunden: G. Biel. Epitoma expositionis sacri canonis missae. Hrsg. v. W. Steinbach. Mit Beigabe v. H. Bebel. Tübingen, (Johann Otmar für Friedrich Meynberger, um 1500). 4to. Got. Typ. 77 (st. 78) Bll. Holzdeckelband d. Zt. mit Leder- u. Schließenresten; berieben, Rücken fehlt, Spiegel aus alter Pergamenthandschrift.
I. Hain-C. 11878; GW M27024 (acht Exemplare/Fragmente in öffentlichen Einrichtungen); Goff N-250 (1 Exemplar); nicht im BMC. - Sehr seltene Ausgabe des beliebten Briefstellers, der, obgleich von Erasmus kritisiert, allein 24 Inkunabelausgaben erlebte. Enth. Beispiele für eine Epistola petitoria, amatoria, consolatoria, gratulatoria, invectiva, iocosa u. v. a. Autor war Lehrer des Kardinals Ippolito d'Este. - Titel u. letztes weißes Blatt mit Stützsatz. Vereinzelte Wasserränder, wenige kleine Wurmspuren im weißen Rand. Titel u. letztes w. Bl. mit klösterlichem Besitzstempel, Titel mit Kugelschreiberanmerkung, Kolophon mit klösterlichem Besitzvermerk des 17. Jh. - II. Hain-C. 3180; GW 4336; BMC III, 702; Goff B-656; Steiff, Tübingen 16: "Dies ist die 2., im Text jedoch unveränderte A. der Epitome von 1499". "B. hat die 'Epitome...' verfasst mit Rücksicht auf die 'simplicices sacerdotes', die 'scolasticarum sublimatum minus exercitati' sind. Sie ist übrigens nicht ein bloßer Auszug aus dem größeren Werk (der 'Expositio'), sondern eine selbständige Bearbeitung" (Steiff 6). - Fleckig u. teilw. wasserrandig, vereinzelte Wurmspuren, ca. 1. Drittel mit alten Anmerkungen. Titel mit alten Besitzvermerken, klösterlichem Besitzstempel u. Kugelschreiberanmerkung. Blatt A4 lose, es fehlt A5 mit Holzschnitt.
Scarce edition of the Modus epistolandi by Niger. - Some waterstaining in places, few small worm traces in white margin. Title and last blank with monastic ownership stamp, title with ball pen annotation, colophon with 17th cent. monastic ownership inscription. - Prebound by Biel's Epitoma. Spotted and partly waterstained, isolated worm traces, ca. 1st third with old annotations. Title with old ownership notes, monastic ownership stamp and annotation. A4 loose, lacking A5 with woodcut. Contemporary wooden boards, remnants of leather, lacking spine and middle clasp.
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Los 187
Paratus, Sermones de tempore
Paratus. Sermones de tempore et de sanctis. 2 Tle in 1 Bd. (Straßburg, Martin Flach, um 1490). 4to (22:15,5 cm). Got. Typ. 274 nn. Bll. - Angebunden: Psalterium cum apparatu vulgari familiariter appresso. Lateinisch psalter mit de(m) teutschen nützliche(n) dabei gedruckt. (Augsburg, Erhard Ratdolt, 1494.) 4to. Got. Typ. Schwarz und rot gedruckt. 11 (st. 12) nn., 105 (statt 110) röm. num. Bll. (o.d.l.nn. Bl.) Blindgeprägter Prgt. d. Zt. über Holzdeckeln, berieben u. bestoßen, wurmstichig, Schließenreste.
I. Hain 12502; GW M29382; Goff P-101. - Eine von mehreren undatierten Paratus-Ausgaben bei Martin Flach. - Teilw. gebräunt u. fingerfleckig, Titel stark fingerfleckig. Vereinzelt Anstreichungen u. Anmerkungen, vereinzelte Textstreichungen, einige Wurmlöcher, K2r verschmutzt. Umfangreiche alte Anmerkungen u. Besitzvermerke auf Innendeckel, Vorsatz u. Titel, Vorsatzbl. mit Eckabriss. Klösterlicher Besitzstempel auf Innendeckel, Titel u. Schluss des 1. Teils. - II. Hain-C. 13510; GW M 35999; BMC II, 387; Goff P 1067; Bohatta, Liturg. Bibl. 987. - Sehr seltener Druck in Schwarz und Rot, mit einigen figürlichen Initialen. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, einige alte Anmerkungen, teilw. mit Noten, gegen Ende etwas wurmstichig. Letztes vorhandenes Blatt mit klösterlichem Besitzvermerk, Titel mit klösterlichem Besitzstempel. Es fehlt das 2. nn. Bl., die num. Bll. 106-110 u. das letzte nn. Bl. mit dem Druckvermerk.
Two works in one volume. I. Browned and spotted, heavier thumbing to title. Some annotations and underlinings, few text deletions, few wormholes, soiling to K2r. Extensive annotations and ownership inscriptions to inner cover, fly-leaf and title. II. Lacking the second nn. leaf, numb. leaves 106-110 and the last nn. leaf with colophon. Some spotting and thumbing, some old annotations, some with music, some wormstitches to last leaves. Both works with monastic stamps. Contemporary vellum over wooden boards, rubbed and wormed.
 
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Los 188
Petrus de Palude, Sermones thesauri novi
Petrus de Palude. Sermones thesauri novi de tempore. Straßburg, (Drucker des Paludanus), 1486. Fol. (31:21,5 cm). Got. Typ. Mit großer Eingangsinitiale in Blau und Rot sowie zahlr. eingemalten Initialen in Rot. 352 nn. Bll. (d. l. w.). Blindgeprägter Kalbldr. über Holzdeckeln mit 9 (von 10) Metallbuckeln, Schließenreste; wurmstichig, Bezug mit großen Defekten (fehlt auf dem Rücken ganz), Gelenkeinrisse.
Cop.-Reichling 5413; GW M41796; Goff P-521. - Straßburger Ausgabe der im 15. Jahrhundert beliebten und mehrfach verlegten Predigtsammlung. Vorliegend eine Druckvariante mit vereinzelten Abweichungen zu dem digitalisierten Exemplar der BSB. So lautet u.a. der Kolumnentitel von a2 recto in unserem Exemplar  "Alphabetica" statt "Tabula". Dagegen ist das "B" von "Beatitudo" in der ersten Zeile von a3r wie bei dem Münchner Exemplar gekippt. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelte Wasserränder, einige alte Anmerkungen, vereinzelte kleinere Randläsuren u. Wurmspuren, C6 mit Randeinriss. Titel mit Besitzvermerken (1 mit Kugelschreiber) u. Anmerkungen, Innendeckel alt beschrieben.
First initial in red and blue, several initials supplied in red. Spotting and some thumbing, waterstaining in places, some old annotations, some smaller marginal defects, slight worming, tear to C6. Ownership inscriptions and annotations to title and inner covers. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, remnants of clasps, wormed and heavily worn.
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Los 189
Petrus de Palude, Sermones thesauri novi
Petrus de Palude. Sermones thesauri novi de sanctis. Straßburg, (Drucker des Paludanus), 1485. Fol. (27,5:20 cm). Got. Typ. 298 (st. 300) nn. Bll. Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. über Holzdeckeln, stark berieben u. bestoßen, Schließen fehlen.
Cop.-Reichling 5422; GW M41819; BMC I, 99; Goff P-510. - Gebräunt u. fleckig, teilw. verschmutzt, wenige laienhaft eingemalte Initialen, Überschriften vereinzelt knapp beschnitten. d1 lose u. mit Randläsuren, v1 mit Randeinriss, E5 mit Tintenfleck. Erste 4 Bll mit kl. Wurmspur im weißen Rand, 1. vorhandenes Blatt mit Besitzvermerken im Bund, Abschnitt im unteren (Verlust der Bogensignatur). Es fehlt der Titel u. das letzte weiße Blatt. oRR/Waf.
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Los 190
Petrus de Palude, Sermones quadragesimales
Petrus de Palude. Sermones quadragesimales Thesauri novi. Straßburg, (Martin Flach), 1491. Fol. (29:20,5 cm). Got. Typ. Vereinzelt eingemalte Initialen. 136 nn. Bll. - Angebunden: Ders. Sermones Thesauri novi de sanctis. Straßburg, Martin Flach, 1493. Fol. Got. Typ. Vereinzelt eingemalte Initialen. 256 nn. Bll. (B6 u. das letzte weiß). Holzdeckelband d. Zt. mit Leder-Bezugsresten, 1 Schließe (von 2); stark bestoßen.
I. Cop. 5435; GW M41841; Goff P-505. - Wird im GW nicht mehr unter dem Namen des Dominikaners Petrus de Palude (ca. 1280-1342), sondern unter "Sermones" geführt. - II. Cop. 5428; GW M41815; Goff P-516. - Beide Werke teilw. gebräunt u. stellenw. fingerfleckig, vereinzelt alte Anmerkungen, vereinzelt Wasserränder, vereinzelt Wurmspuren. Durchgehende Feuchtigkeitsspur im unteren weißen Rand, dadurch erste u. letzte Bll. hier mit Randläsuren, besonders letzte Bll. Vorsatz u. Titel von I. mit Anmerkungen u. Besitzvermerken. oRR.
Two works by Petrus de Palude in one volume. - Overall partly browned, some thumbing, some worming in places, few old annotations, waterstaining in places. Dampmarking to lower blank margin throughout with damage to lower margin first and last leaves, especially the last. Annotations to fly-leaf and first title. Contemporary wooden boards with remains of leather, one clasp (of two); worn. Sold waf.
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Los 191
Petrus Hispanus, Copulata tractatuum
Petrus Hispanus (Papst Johannes XXI.). Copulata tractatuum Petri Hispani etiam parvorum logicalium et syncategorematum cum textu. (Hrsg. Lambertus de Monte). 2 Tle. in 1 Bd. (Köln, Heinrich Quentell), 4.XII.1489. Fol. (29,5:20,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Vereinzelt eingemalte Initialen. 214 nn. Bll. Holzdeckelbd. d. Zt. mit Ldr.-Resten auf dem Rücken, wurmstichig, am oberen Rand teilw. beschädigt.
Hain-C. 8702; GW M32343; BMC I, 274; Goff J-238; Vouilliéme, Köln 928. - Seltene Kölner Ausgabe. Das Werk wird in jüngerer Zeit auch Lambertus de Monte Domini zugewiesen. - Teilw. gebräunt u. fleckig, teilw. Wasserränder, stellenweise alte Anmerkungen, vereinzelt Wurmspur im weißen Rand. Durchgehende Moderspur im oberen weißen Rand mit teilw. Randläsuren, letzte Lage lose. Klösterlicher Besitzstempel auf dem Titel u. vereinzelt im Rand. oRR.
Scarce editon, two parts in one volume. - Partly browned, spotted and waterstained, some old annotations, some marginal worming in places. Some mildew with some defects to upper blank margin throughout, last gathering loose. Monastic stamp to title and in few margins. Contemporary wooden boards with few remnants of leather, wormed and worn. Sold waf.
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Los 192
Petrus Lombardus, Sententiarum libri IV
Petrus Lombardus. Sententiarum libri IV. Nürnberg, A. Koberger, 1481. Fol. (28,5:20 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot und Blau. 165 (st. 170) nn. Bll. Prgt. d. 16. Jh., fleckig, Rückdeckel mit Wasserschaden u. Überklebung.
Hain 10188; GW M32466; BMC II, 420; Goff P-481. - Frühe Ausgabe des erstmals um 1467 in Straßburg gedruckten Hauptwerkes des scholastischen Theologen. - Etwas fleckig u. gebräunt, teilw. Wasserränder, letzte Bll. stärker betroffen, die letzten 3 mit unschön überklebten Löchern mit etwas Textverlust. 1. Bl. mit klösterlichem Besitzvermerk u. 2 alten Stempeln. Es fehlen die zwei weißen Bll. zu Beginn u. am Schluss, das 4. Bl. (Beginn des Textes) sowie 2 weitere Bll. oRR.
Rubricated, initials supplied in red and blue. - Some spotting and browing, partly waterstained, heavier to last leaves, last 3 leaves with slightly repaired holes with some loss. First leaf with monastic ownership inscription and two old stamps. Lacking the two blanks (first and last), 4th leaf (beginning of the text) and two others. 16th cent. vellum, spotted, waterstaining to rear cover. Sold waf.
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Los 193
Philelphus, Epistolae
Philelphus, F. Epistolae. Brescia, Jacobus Britannicus, 7. Mai 1485. Fol. (30:21,5 cm). Rom. Typ. Mit zahlr. eingemalten Initialen in Rot und/ oder Blau. 155 Bll. (o.d.1.w.). Ldr. d. 17. Jh. mit goldgepr. Rsch., berieben, oberes Kapital etwas abgestoßen.
Hain-C. 12933; GW M32971; BMC VII, 973; Goff P-584. - Erste datierte Ausgabe, die wahrscheinlich zweite überhaupt. Recht seltener Druck. Francesco Filelfo (lat. Franciscus Philelphus; 1398-1481), italienischer Gelehrter und Humanist der Renaissance, wurde 1453 in Rom zum poeta laureatus gekrönt. - Fast durchgehend in den Rändern etwas wasserrandig. Im ersten Drittel einzelnes Wurmloch im unteren weißen Rand. Obere Außenecken der ersten Bll. abgenagt. Bl. a2 im unteren Rand ca. 6 cm angerändert mit geringem Buchstabenverlust, Bll. a7 u. a8 mit geklebtem Randeinriss, Bl. h2 mit kl. Randeinriss, Bl. u1 mit kl. Loch im oberen weißen Rand, Schlussbl. im Bundsteg eingerissen u. mit Eckabriss unten (ohne Textverlust). Wenige Bll. etwas fleckig. Fehlt das 1. leere Blatt. Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 38 (1988), Los 1567.
First dated edition, probably the second ever. With many initials alternating in red and blue. - Some marginal watermarking almost throughout. Single small wormhole to lower white margin of the first third of body of the book. Upper outer corners of the first leaves gnawed off. Missing lower white margin of sheet a2 replaced by similar old paper with minor loss of letters, closed marginal tear to leaves a7 and a8, small marginal tear to leaf h2, small marginal hole to leaf u1, tears to inner gutter and loss of outer lower corner (without loss of text) of last leaf. Lacking the first blank leaf. Bound in full-leather of 17th century, spine gilt, rubbed, head of spine chipped.
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Los 194
Silius Italicus, Punica
Silius Italicus, C. Punica. Mit Kommentar von P. Marsus. Venedig, Baptista de Tortis, 6. Mai 1483. Fol. (32:22,5 cm). Rom. Typ., Text meist von Kommentar umgeben. Zahlr. eingemalte Initialen in Rot. 178 nn. Bll. Kalbldr. d. 17. Jh. mit blindgeprägter Deckelvign., Goldschnitt; berieben u. restauriert, Rücken mit Vergoldung erneuert.
Hain-C. 14739; GW M42117; BMC V, 323; Goff S-507. - Erste Ausgabe mit dem Kommentar des Petrus Marsus. Wichtige Quelle zur Geschichte besonders des 2. Punischen Krieges. - Sorgfältig gereinigt, vereinzelt alte Randanmerkungen noch sichtbar. Vereinzelt etwas fleckig, äußere Ränder gering gebräunt, erste 2 Bll. mit 2 minimalen Löcher im Rand. Exlibris William Talbot auf dem 1. Bl. recto (weiß).
First edition with this commentary. - Carefully cleaned, some spotting in places, two small marginal holes in first two leaves, two tiny wormholes at end. 17th-century panelled calf, large lozenge composed of small tools with gilt circle at centre, gilt edges, rubbed, rebacked and restored. Engraved armorial bookplate William Talbot, Lord Bishop of Oxford, 1702, on first leaf recto (blank).
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Los 195
Textor de Aquisgrano, Sermones de passione Christi
Textor de Aquisgrano, G. Sermones de passione Christi. - (Daran:) Anselmus: De passione Christi. - Bernardus Claravallensis: De planctu B. Mariae Virginis. Basel, (Michael Wenssler, nicht nach dem 26. September 1486). 4to (20,5:15 cm). Got. Typ. 113 (st. 114) nn. Bll. Alter Prgt.-Manuskriptbd., Rückdeckel verschmutzt, 2 Überklebungen mit Lwd.
Cop. 5773; GW M45722; Goff T-119; Polain(B) 3674. - Erste Ausgabe. Predigtensammlung des Basler Predigers Textoris (um 1420-1512) im Auftrag des französischen Kanzlers Guillaume de Rochefort. - Teilw. wasserrandig, wenige Wurmspuren, wenige eingemalte Initialen. Buchblock teilw. eingerissen, Lagen gelockert. Titel mit alten Anmerkungen u. wie letztes Blatt verschmutzt. Klösterlicher Besitzstempel auf Vorsatz, n8v u. letztes Blatt verso. Es fehlt e1, b8 mit großem Abriss mit Textverlust. oRR.
First edition of this collection of sermons. - Some waterstaining and worming, somewhat loose, bookblock broken. Title and last leaf soiled, old annotations to title. Monastic stamp on fly-leaf, n8v and last leaf verso. Lacking e1, large tear off to b8 with loss. Old vellum, rear cover spotted, repairs with adhesive tape. Sold waf.
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Los 196
Wann, Sermones de tempore
Wann, P. Sermones de tempore. Hagenau, Heinrich Gran für Johannes Rynman, 1497. Fol. (29:21 cm). Got. Typ., 2 Kol. 266 nn. Bll. Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem, blindgepr. Schweinsldr.-Rücken, etwas berieben u. wurmstichig, Kanten bestoßen, Rückdeckel erneuert.
Hain-C. 16145; GW M51410; BMC III, 685; Goff W-6. - Zweite Ausgabe der beliebten Predigtsammlung, erstmals 1491 in Passau erschienen. Der Autor stammte aus Kemnath/Opf. u. war Domprediger in Passau. - Etwas fingerfl., gering fleckig, kl. Wurmspuren, stellenw. alte Anmerkungen, hinteres Vorsatzbl. beschädigt. Titel u. Vorstücke nach r8 verbunden. Provenienz: Reiss & Sohn, Auktion 105 (2006), Los 1139.
Second edition. - Some thumbing and worming, slight spotting, few old annotations, rear free endpaper worn, the 16 prelim. leaves misbound after leaf r8. Contemp. half pigskin over wooden boards, some rubbing, few wormholes, extremities somewhat worn, new rear cover.
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Alte Drucke

Los 197
Aesop et aliorum. Fabulae
Aesop (et aliorum). Fabulae, quorum nomina sequens pagella indicabit. Venedig, Remondini für Bassani, (1674). 12mo (15:8,5 cm). Mit Holzschn-Titelvign. u. 76 Textholzschn. 279 S., 4 Bll. Neuerer Prgt.
BM, 17th cent. Italian Books 6. - Seltene Ausgabe des 17. Jhdts. mit etwas groben, jedoch reizvollen Illustrationen. Enth. auch Fabeln anderer Autoren. - Anfangs wasserfleckig, etwas wellig, Vorsatz mit alten Besitzvermerken.
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Los 198
Apuleius, Metamorphoseos. Aldus
Aldinen. - Apuleius, L. Metamorphoseos, sive lusus Asini libri XI (et alii tractatus). Ed. Fr. Asulanus. Venedig, Aldus, 1521. (15,5:10 cm). Mit 2 Druckerm. 266 (recte 264) num., 28 nn. Bll. Prgt. d. späten 19. Jh. mit Rückenvergoldung.
EDIT 16, CNCE 2231; IA 106.611; Renouard 91, 8; Aldinenslg. SB Berlin 354. - Erste Aldus-Ausgabe. Enthält weiter Floridum (libri) IV, De deo Socratis, De philosophia Trismegisti dialogus Apuleio interprete u.a. Am Schluß die Introductio ad Platonis dogmata des Alkinoos, Originaltext mit schönen griechischen Charakteren gedruckt. - Teilw. gering fleckig, Titel fingerfleckig. Vorsatz u. vorletztes Blatt verso mit Stempel, Ausgeschiedenstempel auf dem Vorsatz.
First Aldine edition, partly printed in Greek. - Slight spotting, some fingermarking to title. Library and deaccession-stamp to fly-leaf, small stamp to penultimate textleaf. Late 19th cent. vellum, spine gilt.
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Los 199
Asconius, Expositio + Beiband Valerius
Aldinen. - Asconius Pedianus, Q. Expositio in IIII. orationes M. Tullii Cic. contra C. Verrem. (etc.). (Ed. F. Asulanus). Venedig, Aldus & A. Torresanus, 1522. (15:10 cm). Mit 2 Druckerm. 12 nn. (d. 4. w.), 283 num. Bll., 1 Bl. - Angebunden: C. Valerius Maximus. Exempla quatuor et viginti nuper inventa ante caput de omnibus. Ibid. 1514. Mit 2 Druckerm. 216 num. Bll. Kalbldr. d. 19. Jh. mit Rückenverg. u. rotem Rsch., goldgepr. Deckelbordüre, Steh- u. Innenkantenvergoldung, Ecken u. Gelenke gering berieben.
I. EDIT 16, CNCE 3254; IA 109.274; Adams A 2054; Renouard 96, 8; Aldinenslg. SB Berlin 377; Schweiger II, 17. - Erste Ausgabe bei Aldus. - II. EDIT 16, CNCE 37496; Adams V 92; Renouard 69, 9; Aldinenslg. SB Berlin 220; Schweiger II, 1106. - Nachdruck der Aldine von 1502, "presque également rare" (Brunet V, 1069). - Text (Bogennorm u. Druckvermerk) sowie Druckermarke des Schlußblattes ausgeschnitten u. aufgezogen. Attraktiv gebunden, gest. Exlibris "Constance Mélanie Hills, Red Leaf."
2 works in 1 vol. - I. First Aldine edition. - II. Second Aldine edition. - Text and anchor device of last leaf of the second work cut out and mounted. Splendid 19th cent calf binding, gilt and with red morocco spine label, corners and joints slightly rubbed. With engr. bookplate of Constance Mélanie Hills.
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Los 200
Budaeus, De asse & partibus eius
Aldinen. - Budaeus (Budé), G. Libri V. de asse, & partib(us) eius. Venedig, Aldus Manutius & A. de Torresanus, 1522. 4to. Mit 1 (statt 2) Druckerm. 12 nn., 262 (recte 260) num., 1 (statt 2) nn. Bll. Etwas späterer flex. Prgt. mit hs. Rtit.
EDIT 16, CNCE 7797; IA 126.669; Adams B 3101; Kress 31; vgl. En Français dans le Texte 40. - Dritte Ausgabe, die erste bei Aldus, war erstmals 1515 bei Badius Ascensius erschienen. Vom Autor noch selbst korrigiert, Jean Grolier gewidmet. Berühmte Schrift des bedeutendsten Gräzisten seiner Zeit über Maße und Münzen der Alten. - Breitrandig, vereinzelt fleckig, wenige Wasserränder; Titel u. 2. Bl. mit kl. Eckabrissen, der Titel aufgezogen, stärker gebräunt und fleckig sowie mit 2 Tintenkrizeleien; fehlt das Schlussblatt mit Druckermarke.
Third edition, the first Aldine ed., corrected by the author and dedicated to Jean Grolier. In the dedication Grolier is warmly thanked for his generosity. "Budé was the most influential of the French humanistic scholars at the beginning of the sixteenth century. He made his mark with a treatise on ancient coinage and measures, which was the major authority for years to come" (PMM 60). - Wide margined copy, occasional spotting, some waterstaining in places, small tear-off a corners of title and 2nd leaf, title strengthened; heavier browning, some spotting and 2 small ink scribbles to title page; lacking last leaf with printer's device. Somewhat later limp vellum with ms. title to spine.
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Los 201
Claudianus, Opera. Aldus
Aldinen. - Claudianus, C. Opera quam diligentissime castigata. Venedig, Aldus, 1523. (16:10,5 cm). Mit 2 Druckerm. 176 num. Bll. Prgt. d. 19. Jh. mit Rückenschild; gering berieben u. fleckig, vorderes Innengelenk gebrochen; vorderer freier Vorsatz gelockert.
EDIT 16, CNCE 12668; IA 140.788; Adams C 2073; Renouard 96, 18; Aldinenslg. SB Berlin 381. - Erste Ausgabe bei Aldus. - Etwas gebräunt, vereinzelt fleckig, wenige kurze Anstreichungen, vereinzelte Feuchtigkeitsränder. Letztes Blatt mit ergänztem Eckabriss u. repariertem Einriss. Titel gelockert, etwas angeschmutzt, mit kleinen Randläsuren u. teilw. rasierten Besitzvermerken.
First Aldine edition. - Some browning and spotting, some dampmarking, few annotations, restored lower corner and tear to last leaf. Titel loosened, somewhat soiled, with small marginal defects and partly deleted inscriptions. 19th cent. vellum, front inner hinge cracked, front fly leaf loosened.
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Los 202
Cyprianus, Opera. Aldus 1563
Aldinen. - Cyprianus, C. Opera, ad veritatem vetustissimorum exemplarium summa fide emendata, addito etiam quinto epistolarum libro, antea nunquam edito. Alia eidem Cypriano adscripta. Rom, Paulus Manutius, 1563. Fol. (31:22 cm). Mit Druckermarke. 14 Bll., 424 S., 26 Bll. (l.w.). Prgt. d. 18. Jh. mit hs. Rückentitel, teilw. fleckig, spätere Vorsätze.
EDIT 16, CNCE 13896; IA 149.101; Adams C 3161;  Renouard II, 188, 3; Aldinenslg. SB Bln. 1019. - Erste Aldus-Ausgabe. - Vereinzelt gering fleckig, wenige Bll. im Bund etwas gebräunt, erste 2 Bll. im unteren Rand restauriert.
Only Aldus edition. - Slight spotting in places, some browning to inner margin of few leaves, lower blank margin of first two leaves restored. 18th cent. vellum, somewhat spotted, later endpapers.
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Los 203
Dio Cassius, Scriptores. Aldus
Aldinen. - Dio Cassius. Scriptores Historiae Augustae. In hoc volumine haec continentur.  Nervae & Traiani, atque Adriani Caesarum Vitae Ex Dione ... Aelius Spartianus, Julius Capitolinus, Lampridius ... Ab Ioanne Baptista Egnatio Diligentissime Castigati ... Venedig, Aldus, 1519. (14,5:8,5 cm). Mit Druckermarke. 8 nn., 422 num., 2 nn. Bll. (oo8 u. D4 weiß). Ldr. d. späten 19. Jh. mit Wappensupralibros der Newstead Abbey, Goldschnitt, Rücken erneuert.
EDIT 16, CNCE 17204; Adams S 781; Renouard 87, 8; Aldinenslg. SB Berlin 335. - Zweite Aldus-Ausgabe. - Teilw. gering fleckig u. etwas gebräunt. Wenige schwache Unterstreichungen.
Second Aldine edition of the Scriptores Historiae Augustae, a collection of writings on the Roman emperors of the second and third centuries, reprinted from the 1516 Aldine edition. - Slight spotting and browning, some leaves with cleanable underlinings by pencil. Bound late 19th cent. morocco with coat-of-arms of Newstead Abbey, gilt edges, rebacked.
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Los 204
Juvenalis, Satyrae. Aldus
Aldinen. - Juvenalis, D. J. (Satyrae). - A. Persius Flaccus. In satyras prologus. Venedig, in aedibus Aldi, et Andreae Soceri, 1501 (= um 1508). (16:10 cm). Mit Druckermarke. 76 (recte 78) num. Bll. Hldr. d. 19. Jh., berieben, Rücken restauriert.
EDIT 16, CNCE 37426; Adams J 770; Renouard 29.6; Aldinenslg. SB Berlin 64. - Zweite Ausgabe bei Aldus, im Gegensatz zur ersten von 1501 jetzt mit Druckermarke, die Bll. nummeriert. - Teilw. etwas fleckig, wenige Feuchtigkeitsränder, Titel stärker fleckig u. mit altem gelöschten Besitzvermerk.
Second Aldine edition, very similar to the 1501 original edition but with numbered leaves and the device. - Some spotting and slight dampmarking, some heavier spotting to title, deleted ownership inscription to title. 19th cent. half-calf, rubbed, spine restored.
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Los 205
Plautus, Ex comoediis
Aldinen. - Plautus, T. M. Ex comoediis XX. quarum carmina magna ex parte in mensum suum restituta sunt (a F. d'Asola). Venedig, In aedibus Aldi et Andreae Asulani soceri, Juli 1522. 4to (22,5:14 cm). Mit 2 gleichen Druckermarken. 14 nn., 284 num. Bll. Alter Prgt., stark fleckig, Rücken beschädigt.
EDIT 16, CNCE 37687; Adams P 1487; Renouard 94, 2; Aldinenslg. SB Bln. 366-70; Schweiger II, 761. - Einzige Ausgabe bei Aldus, revidierte Ausgabe nach der Juntine vom März 1522. - Teilw. etwas fleckig, letzte Bll. mit Braunfleck im oberen Rand. Titel im oberen Rand restauriert.
Only Aldus edition. - Some spotting, brownstain to upper margin of last leaves, upper margin of the title restored. Old vellum, heavier spotting, spine worn.
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Los 206
Quintilianus, Oratoriarum. Aldus
Aldinen. - Quintilianus, M. Fabius. Institutionum oratoriarum libri xii diligentibus recogniti. Venedig, Aldus, 1522 (Kolophon 1521). 4to (22:14 cm). Mit Druckermarken. 4 nn., 230 num. Bll. Prgt. d. 20. Jh. mit Rückenschildern.
EDIT 16, CNCE 54149; Adams Q 56; Renouard 93, 14; Aldinenslg. SB Bln. 364. - Zweite  Aldusausgabe des bedeutenden antiken Handbuchs der Rhetorik, von der Renaissance wiederentdeckt. - Vereinzelt gering fleckig, stellenweise Braunfleck im Bund. Alter Vorsatz im Bund restauriert u. mit Besitzvermerk, gest. Exlibris.
Second Aldine edition (the first in 1514). - Slight spotting, brownstain to inner margin of few leaves. Ownership inscription and marginal restorations to old fly-leaf. 20th cent. vellum.
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Los 207
Amadis de Gaula, Los quatro libros
Amadis de Gaula. Los quatro libros de Amadis de Gaula nueuamente impressos y hystoriados. Sevilla, (J. Cromberger), 1547. Fol. (30:21 cm). Mit Titelholzschnitt u. zahlr. Textholzschnitten (1 ganzseitig). 298 (st. 300) Bll. Neu aufgebundener alter flexibler Prgt., teilw. fleckig.
Palau 10453; nicht im IA. - Seltene spanische Ausgabe des berühmten Ritterromans. - Teilw. gebräunt u. fleckig, stellenweise Wasserränder. Vorsatzblätter und die ersten 7 Bll. mit reparierten Einrissen und im Bund verstärkt. Letzte Bll. mit kleinerer Läsur im oberen weißen Rand. Es fehlt Bl. 24 und das letzte Blatt. Vorsatz mit Widmung eines Ruis Mendes, datiert 1556. oRR.
Very scarce edition of the earliest and most influential romance of chivalry in Spanish, illustrated with small woodcuts, one nearly full-page. - Browning and spotting, some waterstaining. Repaired tears to front free endpapers and first 7 leaves, smaller defect to blank margin of last leaves. Lacking leaf 24 and the last. Repaired old limp vellum, spotted. Dedication on fly leaf, dated 1556. Sold waf.
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Los 208
Campana, Assedio e racquisto d'Anversa
Antwerpen. - Campana, C. Assedio e racquisto d'Anversa... Divisa in due libri. Con una breve narratione delle cose avvenute in Fiandra, dall`anno 1566 fin al 1584. 2 Tle. in 1 Bd. Vicenza, G. Greco, 1595. 4to (22,5:16 cm). Mit 1 gefalt. Holzschnitttafel, 2 wiederh. Holzschnitt-Druckermarken u. 1 (von 2) gefalt. Stammbaum. 4 Bll., 123 S. Alter Pp., fleckig.
EDIT 16, CNCE 8762; IA 130.727. - Die Belagerung von Antwerpen durch Truppen des spanischen Königs Philipp II. Die Falttafel mit großer Belagerungsansicht u. unterhalb gedruckter Legende 1-49 (nicht bei Bachmann u. Drugulin). - Gering fleckig, S. 121/22 mit kl. Loch (ca. 1:2 cm) mit geringen Textverlust.
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Los 209
Apollonius Rhodius, Argonauticon
Apollonius Rhodius. Argonauticon libris IIII (graece). Cum annotationibus Henrici Stephani. (Genf), H. Stephanus (Estienne), 1574. 4to (24:18,5 cm). Mit gr. Holzschn.-Druckermarke. 4 Bll., 240 (recte 238) S. Mod. blindgepr. Ldr. mit Rsch.
IA 106.505; Adams A 1316, Renouard 141, 1; Schreiber 188. - Erste Ausgabe bei Estienne, griechischer Text. "A very important and beautifully printed edition of the 'Argonautica', including the Greek scholia surrounding the text, as well as 8 pages of textual notes by Estienne; in his dedicatory preface, to the Dutch humanist Gerard Falckenburg, Estienne has included additional textual emendations" (Schreiber). - Gleichmäßig schwach gebräunt, vereinzelt minimal stockfleckig.
First Estienne-edition, Greek text. With large woodcut printer's device. - Even light browning, minor foxing in places. Blindstamped recent leather, title to spine.
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Los 210
Aristoteles, De moribus ad Nicomachum
Aristoteles. De moribus ad Nicomachum libri X. Basel, J. Oporinus, 1573. (17:12 cm). 4 Bll. (d.l.w.), 571 S., 2 w. Bll. - Angebunden: Ders. Aristoteles Ethicorum ad Nicomachum libri decem. Per Samuelem Heilandum. Tübingen, G. Gruppenbach, 1585. 8 Bll., 287 S. Schweinsldr. d. Zt. mit reicher Blindprägung auf beiden Deckeln. Vorderdeckel mit Porträtmedaillon von Christoph Herzog von Württemberg, auf dem Rückdeckel das württembergische Wappen; teilw. berieben, Rücken mit alten Papierrückenschildern.
I. VD 16, A 3406; IA. 108.581. - Griechisch-lateinische Parallelausgabe der Nikomachischen Ethik, zweispaltig gedruckt. - Gering gebräunt, vereinzelt geringe Feuchtigkeitsspuren, Titel etwas fingerfleckig, mit kl. Besitzvermerk u. ausgekratztem Besitzvermerk. - II. VD 16, H 1390 (unter Samuel Heiland). - Zweite Ausgabe dieses kurzen Kompendiums der Ethik durch den durch den lutherischen Theologen, Philosophen und Pädagogen Samuel Heiland. - Zum Einband: EBDB p001693 u. p001698; Haebler I, 430 f.
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Los 211
Aristoteles, Sammelband.
Aristoteles. - Sammelband mit 6 Werken. Lyon, A. Vincent, 1553-58. (18:12,5 cm). Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, zwei Schließen; fleckig, etwas berieben, minimale Wurmlöcher, Rückdeckel mit Einriss.
Enthält: 1. Physicorum Aristotelis libri. Ioanne Argyropylo & Francis. Vatablo interprete. 1558. (am Schluss 1553). 10 Bll., 214 S., 1 Bl. - IA (= Cranz) 108.346. - 2. De caelo libri quatuor. I. Argyropylo interprete. 1553 (hs. in 1558 geändert. 115 S., 10 Bll. - IA. 108.259. - 3. De generatione et corruptione libri duo. F. Vatablo interprete. 1553 (hs. in 1558 geändert). 67 S. - IA 108.258. - 4. Meteorologicorum libri quatuor. 1558. 158 S., 1 Bl. - Nicht im IA. - 5. De anima libri tres. 1558. 106 S., 1 w. Bl. - Nicht im IA. - 6. De sensu & sensili, de memoria & reminiscentia (etc.). F. Vatablo interprete. 1558. 154 S. - Nicht im IA. - Insgesamt teilw. gering gebräunt u. stockfleckig, vereinzelt alte Anmerkungen. Titel von 1. mit teilw. gestrichenen Besitzvermerken u. klösterlichem Besitzstempel.
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Los 212
Fonseca, Comment. Aristotelis
Aristoteles. - Fonseca, P. Commentariorum in libros metaphysicorum Aristotelis Stagiritae tomus primus (-quintus). 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, J. Saur für J. T. Schönwetter u. L. Zetzner, 1599. 4to (26:18 cm). Mit 4 Druckermarken. 4 Bll., 930 Sp., 1 S., 10 Bll.; 1 w. Bl., 4 Bll., 1142 Sp., 1 S., 9 Bll. Prgt. d. Zt. mit spanischen Kanten und Signatur-Sch. am Rücken, gering berieben und fleckig, Bindebänder fehlen.
VD 16, A 3487. - Eine von 2 Varianten im Jahr 1599. - Unterschiedlich gebräunt und stockfleckig, stellenweise stärker. Ausgeschieden Dublette der Stiftsbibliothek St. Gallen mit deren Exlibris u. Besitzvermerk auf dem Titel.
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Los 213
Baduellus, De ratione vitae
Baduellus, C. De ratione vitae studiosae ac literatae in Matrimonio collocandae et degendae. Cum praefatione G. Bersmani. Leipzig, J. Steinman, 1577. (15,5:15,5 cm). 8 Bll., 143 S. Alter Interims-Umschlag, angestaubt, Randläsuren, Buchblock vom Umschlag gelockert.
VD 16, B 148. - Spätere Ausgabe des in allen Ausgaben seltenen Werks, erstmals 1543 erschienen. Seit 1560 war Baduellus Professor der Philosophie an der Akademie Genf und galt als Pionier des humanistischen Unterrichts. - Gering gebräunt, vereinzelt leicht fleckig und wenige alte hs. Marginalien. Titel etwas angestaubt, fleckig und mit altem längeren hs. Eintrag in Tinte. Letzte Bll. im Innenrand oben etwas eingerissen.
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Los 214
Beuther, Fastorum
Beuther, M. Fastorum libri duo, quorum alter Hebraeorum, alter Atheniensium Romanorumque veterum fastos. Item Ephemeris historica, eodem authore. 2 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Oporinus, 1556. (18,5:12,5 cm). 173 S., 13 Bll. (l.w.); 403 S., 30 Bll. Brauner Kalbldr. d. 17. Jh. mit goldgeprägter Deckelvign., punzierter Goldschnitt; etwas bestoßen, Vorderdeckel lose.
VD 16, B 2433; IA 118.435. - Erste Ausgabe seines "Fastorum...", zusammengedruckt mit der zweiten Ausgabe der "Ephemeris historica". "Zu Padua schrieb er seine „Fasti Hebraeorum, Atheniensium et Romanorum“ (Basel 1556 und 1563), durch die er ein sehr verdienstliches Werk zu leisten glaubte; mehr noch, als der Astrolog, zeige ja der Historiker die Zukunft! Namentlich an chronologischen Untersuchungen ist das Buch reich, es fehlt auch nicht an Excursen wie z. B. „De die passionis Christi“. Das erste Buch behandelt die Hebräer, das zweite die Griechen und Römer. Vor jedem Monat findet sich eine gelehrte Abhandlung, dann folgt der Kalender mit Aufzählung der wichtigsten Ereignisse und Namensangabe der Gewährsmänner" (ADB II, 589 f.). Die Ephemeris im gleichen Stil mit separatem Titel. - Teilw. gebräunt u. fleckig, fast durchgehende Feuchtigkeitsspur im rechten Rand.
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Los 215
Biblia germanica. Leipzig 1541
Biblia germanica. - (Biblia, Das ist gantze Heilige Schrift, Deudsch, Auffs new zugericht. D. Mart. Luth.). Teil 4-6 (Propheten, Apocrypha, Das Newe Testament). 3 Tle. in 1 Bd. (Leipzig, N. Wolrab, 1541-42) Fol. (37,5:25 cm). Mit mehreren teilw. ganzseitigen Holzschnitten von Lucas Cranach d. J., Georg Lemberger u.a. 6 nn., 155 (st. 157) num., 1 w.; 2 nn., 95 num., 1 w.; 163 (statt 191) num. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, zwei Schließen; gebräunt u. stark berieben, Kanten bestoßen.
VD 16, B 2711; Bibelslg. Württ. LB, E 330; Schmidt, Die Illustrationen der Luther-Bibel S. 219. Teilstück der seltenen Bibelausgabe des Leipziger Verlegers Nikel Wolrab von 1541. Trotz Luthers Protest als bewußtes Konkurrenzunternehmen zu den gleichzeitigen Bibelausgaben von Hans Lufft gedacht. - Etwas gebräunt u. fingerfleckig, vereinzelt fleckig, stellenweise Feuchtigkeitsränder, wenige alte Anmerkungen. Es fehlen in Teil 4 die Bll. 33 u. 111 u. in Teil 6 die letzten Bll. 164-91. oRR/Waf.
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Los 216
Biblia Germanica. Wittenberg 1555
Biblia germanica. - (Biblia: Das ist: Die gantze heilige Schrifft: Deudsch. Doct. Mart. Luth.). 2 Tle. in 1 Bd. (Wittenberg), H. Lufft, 1555. Fol. (36:24 cm). Mit 1 (statt 2) Holzschnitt-Titelbordüre u. 171 (statt 172) Textholzschnitten v. G. Lemberger u. H. Brosamer. 3 (statt 6) nn., 342 (statt 344) num.; 382 num. Bll. (o. d. beiden l. w.). Späterer blindgepr. Ldr. über Holzdeckeln; stellenweise stärker berieben, etwas fleckig und mit Wurmlöchlein, Rücken an Kopf und Fuß eingerissen bzw. mit Bezugsfehlstellen. Vorderes Innengelenk gebrochen.
VD 16, ZV 1486; Bibelslg. d. Württ. LB, E 389; Schmidt, Illustr. d. Lutherbibel S. 223. - Wohl dritte Ausgabe der seit 1550 von Lufft mehrfach gedruckten "Foliobibel mit den Holzschnitten zum Alten Testament von Georg Lemberger, denselben, die Hans Lufft zu seiner Ausgabe von 1540 verwendet, und die Luther für seine Ausgabe letzter Hand von 1545 abgelehnt hatte... Nun hatte Lemberger in der Folge seiner Bibelbilder die Propheten und die Offenbarung Johannes nicht illustriert, wohl aber Hans Brosamer. Dieser hatte sich mit seinen Prophetenbildern ganz an die prächtigen, Luthers Geist entsprechenden Propheten der Ausgaben von 1534 und 1545 angeschlossen... Brosamers Bilder zur Offenbarung (stehen) denjenigen der ersten Lutherbibeln kaum nach" (Schmidt). - Gebräunt und fleckig, z.T. auch wasserfleckig; Ränder stellenweise verstärkt; einige Randeinrisse bzw. Ausrisse oder kl. Löcher, Bll. 17 u. 235 (AT) jeweils mit größerem Eckabriss, teilw. ergänzt bzw. mit etwas Textverlust. Hier und da leicht angeschnitten. Bll. 31 u. 32 sowie Bll. 35 u. 36 des 2. Teils jeweils in sich verbunden. Einzelne Textholzschnitte oder Initialen ankoloriert; vereinzelt Annotationen von alter Hand in Tinte. Buchblock vorne gebrochen. Fehlen im Alten Testament der Titel, das erste u. letzte nn. Blatt Vorstücke mit dem ganzseit. Textholzschnitt von H. Brosamer sowie Bl. 2.
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Los 217
Biblia germanica. Propheten - NT. 1576
Biblia germanica. - (Biblia. Das ist Die gantze heilige Schrifft). Bd. 2 (von 2): Propheten (und Neues Testament) alle Deudsch. D. Mart. Luther. Wittenberg, H. Krafft, 1576. Fol. (40:28 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. 72 großen Textholzschnitten von H. Teufel, sämtlich in prachtvollem Altkolorit, sowie zahlr. altkol. Initialen. 447 num. Bll. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit neuen Eckbeschlägen u. Schließen, punzierter Schnitt; berieben, Rücken erneuert.
VD 16, B 2785; Bibelslg. Württ. LB, E 499 (nur Tl. 1); Schmidt 274 ff. - Teil 2 der zweiten Krafft-Bibel, erstmals 1572. "Eine Art Prachtbibel, deren Holzschnitte nach 100 Jahren in Frankfurt immer noch verwendet wurden... der Meister Johann Teufel oder Deubel ist der Hauptillustrator dieser Bibel" (Schmidt, ausführl.). Die klaren, noch kräftig zeichnenden Holzschnitte hier in sehr schönem Kolorit der Zeit, teilw. mit Goldhöhung. - Etwas gebräunt, stellenweise fingerfleckig, gegen Ende vereinzelte Feuchtigkeitsränder u. etwas stärker fingerfleckig, letztes Bll. mit minimaler Restaurierung im Rand, Fol. 172 mit hinterlegtem Einriss.
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Los 218
Simeoni, Figure de la Biblia
Biblia italica. - Simeoni, G. Figure del vecchio testamento... Figure del Nuovo Testamento... Nuovamente ristampate, & con diligenza corrette. 2 in 1 Bd. Venedig, (A. Salicato für) N. Bevilacqua Erben, 1574. (15,5:11 cm). Mit 2 Druckermarken u. 254 (teilw. wiederholten; 4 ganzseitigen) bzw. 115 Textholzschnitten. 132; 60 (l.w.) Bll. Prgt. d. Zt., bestoßen und fleckig, kleinere Einrisse u. Bezugsfehlstellen, Ecken tlw. alt restauriert, Buchblock etwas verzogen.
(I): EDIT 16, CNCE 47825; BM, STC Italian 629; nicht bei Adams u. Mortimer. - (II): EDIT16, CNCE 48485. - Seltene venezianische Ausgaben der von Hans Holbein, Bernard Salomon und Pierre Eskrich inspirierten Holzschnitte mit Text in Versform von Gabriel Simeoni (vgl. Mortimer 62 zur Bibelausg. Venedig 1576). Mt getrennten, jedoch gestalterisch identischen Titeln, im selben Jahr erschienen. Die französische Nationalbibliothek nennt eine Gesamtzahl von 256 Holzschnitten für das alte Testament. - Insgesamt etwas gebräunt, teilweise wasserfleckig; vereinzelte kleine Braun- oder Stockfleckchen. Bll. N2-N4 mit starken Braunflecken (auch im Bild), erste Lage mit Braunflecken im Rand. Gering wurmstichig im oberen Eck. Titel u. erstes Textbl. mit Randausrissen, letzteres mit Textverlust. Vereinzelte hs. Anmerkungen.
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Los 219
Biblia latina. Venedig 1511
Biblia latina. - (Biblia cum concordantijs veteris & novi testamenti & sacrorum canonum). Venedig, Lucantonio Giunta, 28.V.1511. 4to (23,5:17 cm). Mit ca. 140 (1 ganzseitig) Textholzschnitten. 518 num., 31 nn. Bll. (ohne die ersten 24 nn. Bll. u. das letzte weiße). Roter Maroquinbd. um 1900 (sign. A. Knecht) mit goldgeprägtem Rückentitel u. reicher Innenkantenvergoldung; teilw. gering berieben. Im Prgt.-Schuber.
EDIT 16, CNCE 5782; Adams B 987; Bibelslg. Württ. LB, D 232; Mortimer 57; Essling 142; Sander 999. - Die erste lateinische Giunta-Bibel, die vorhergehenden sind in italienischer Sprache. Teilw. in rot gedruckt u. reich illustriert, enthält u.a. die schönen Holzschnitte zum AT aus der berühmten Malermi-Bibel von 1490 u. 1494. Diese gehen Nagler (Monogr. I, 721, 1613) zufolge auf Entwürfe Giovanni Bellinis oder G. Bonconsiglios zurück. In der vorliegenden Ausgabe sind sie von Bordüren umgebend und bilden somit die Vorlagen zu Saçons Lyonnaiser Nachschnitten, die wiederum Holbeins "Icones" beeinflussten. Den kleineren Holzschnitten zum NT dürften Zeichnungen von Benedetto oder Bartolomeo Montagna zugrunde liegen. Erwähnenswert noch der halbseitige Holzschnitt (der schlafende Salomo) auf Bl. 255r und die ganzseitige Darstellung der Geburt Christi auf Bl. 410v (aus Vigerius, Soncino 1507. - Altes Griffregister. Vereinzelt etwas fleckig, stellenweise alte Anmerkungen, Bl. 96-98 im unteren weißen Rand ergänzt, Bl. 98 mit restauriertem Einriss. Letztes Blatt mit etwas Textverlust beschädigt u. teilw. aufgezogen. Es fehlen die 24 Blatt Titel u. Vorstücke, der Bibeltext komplett vorhanden.
The first Latin bible by Giunta, richly illustrated with woodcuts. - Old finger tabs. Some spotting, old annotations in places, lower blank margin of leaves 96-98 restored, restored tear to leaf 98, last leaf damaged with some loss of text and partly mounted. Lacking the first 24 leaves with title and prelims, the Bible text is complete. Red morocco around 1900 (A. Knecht).
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Los 220
Biblia latina. Leipzig 1543-44
Biblia Latina - Sacrae Scripturae et divinarum literarum Byblia universa. Cum diligentia... elaborata... D. Erasmi Roterod. versione novi testamenti... Praemissis... D. Hieronymi prolegomenis, & insuper Proemi... J. Brentii. 3 Tle in 1 Bd. Leipzig, Wolrab, 1543-1544. Fol. (35:25 cm). Mit 1 Holzschnitt-Titelbordüre zum Neuen Testament, 28 blattgr. Holzschnitten (davon 7 von Lucas Cranach d. J.), 75 Textholzschnitten und zahlr. Holzschnitt-Initialen. 18 Bll., 867; 416 S., 136 (statt 138) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, 2 Schließen (Haften entfernt), berieben u. gebräunt, gering wurmstichig, Eckbeschläge entfernt.
VD 16, B 2617 und E 4034; Bibelslg. Württ. LB, D 539; Darlow-M. 6126 Anm.; Dodgson II, 339, 3; Hollstein VI, 121, 1-7; Koepplin-Falk I, 278. - Erste Ausgabe dieses Bibeldruckes, basierend auf der Ausgabe von R. Stephanus (1540). Die ersten beiden Teilen enthalten das Alte und Neue Testament, der dritte Teil von Robert Stephanus: "Hebraea, Chaldaea, Graeca et Latina nomina virorum, mulierum, populorum, idolorum...". Prächtig illustrierte Bibelausgabe. Den Höhepunkt bilden sicherlich die 7 blattgroßen Holzschnitte von Lucas Cranach d. J., die Wolrab erstmals für seine deutsche Bibelausgabe von 1541 verwendete. Die Cranachsche Serie umfasst die vier Evangelisten und die drei Apostel Petrus, Paulus und Jakobus. Die übrigen in der Qualität kaum nachstehenden Holzschnitte stammen von Brosamer, Leigel u.a. - Stelleweise etwas gebräunt, vereinzelte Feuchtigkeitsränder, gering fleckig bzw. fingerfleckig, Titel mit klösterlichem Besitzvermerk u. Stempel. Vorderer Innendeckel u. Vorsatz mit handschriftlichem Index von alter Hand. Es fehlen die letzten 2 Bll. ("in sacrorum bibliorum laudem...")
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Los 221
Le blason des armes
Le blason des armes. Avec les armes des princes et seigneurs de France. Et des dixsept Royaulmes. Paris, (Pierre Sergent, ca. 1537). 12mo (13:9 cm). Mit 123 Wappenholzschnitten (inkl. einem auf d. Titel) in originalem Schablonenkolorit, blattgr. Druckermarke u. einigen Schrotschnitt-Initialen. 28 nn. Bll. Auberginefarbener geglätteter Maroquinband d. 19. Jh. mit Steh- u. Inenkantenvergoldung u. Goldschnitt (sign.: Chambolle-Duru, 1884); etwas berieben.
BMC, STC 70 (?, dat. 1535?); Fairfax Murray 616 (?, unvollständig); Guigard 7; vgl. Bernd 1862. - Sehr selten. Eines der frühesten Handbücher für die Maler von Wappen, zuerst als undatierter Inkunabeldruck erschienen (GW. 4417, kein Exemplar nachzuweisen), Guigard verzeichnet neun Drucke. Wird gelegentlich dem Herold des Alfonso V. von Aragon, gen. "Sicille" (d. i. Jean Courtois aus Mons; vgl. T. Hiltmann, Spätmittelalterliche Heroldskompendien [München 2011], S. 57ff) zugewiesen. "This little work is quite different from the 'Blason des Couleurs en Armes', nor does the name of the herald 'Sicille,' appear" (Murray). Die Wappenholzschnitte sind vom Verlag mit kräftigem Schablonenkolorit ausgestattet worden. Die große (unkolorierte) Druckermarke Pierre Sergents wurde nach Renouard bis 1538 benutzt, das früheste von Sergent gedruckte Werk datiert von 1535. - Gleichmäßig schwach gebräunt, Titel gering angestaubt.
Scarce edition of one of the earliest manuals on coat-of-arms painting. All 123 woodcuts of coat-of-arms coloured by means of stencils, as originally issued. - Minor evenly browning. Bound in 19th cent. full morocco, edges and inner dentelles gilt (signed); minor rubbing to edges of covers and joints.
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Los 222
Blosius, Opera. Köln 1572
Blosius (de Blois), F. L. Opera quae quidem conscripsit omnia. (Ed. J. Froye). Köln, Cholinus, 1572. Fol. (32:22 cm). Mit Druckermarke. 4 Bll., 829 S., 7 Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit neuerem Rsch., berieben, gebräunt, bestoßen und fleckig, wenige Bezugsfehlstellen, fehlen die Schießen, Kanten stellenweise alt mit Ldr. verstärkt, Vorsätze erneuert.
VD 16, B 5759; IA 119.970. - Zweite Ausgabe der Werke des Benektinermönchs und Abtes von Liesse bei Cholinus in Köln, zuerst im Vorjahr ebenda erschienen. - Gebräunt, teilweise etwas stockfleckig , einige alte u. neue hs. Annotationen, Markierungen u. Unterstreichungen, auch auf dem Titel, dieser am freien Vorsatz angesetzt. oRR./Waf.
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Los 223
(Burchardus), Chronicum
(Burchardus), Abbas Urspergensis. Chronicum, continens historiam rerum memorabilium ad tempora Friderici II., Romanorum Imperatoris, & Germanicorum Imperatorum res praeclare gestas. Paraleipomena à Friderico II. usque ad Carolum V. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, Crato Mylius, 1540 (in fine: 1538). Fol. (32:20,5 cm). Mit 3 Druckerm. u. 104 schwarzgrundigen Porträtmedaillons in Holzschnitt. 4 Bll., 289 (recte 339) S.; 1 Bl., 183 S., 1 Bl. - Angebunden: H. Pantaleon. Chronographia christianae ecclesiae, in qua dilucide patrum et doctorum praecipuorum ordo. Basel, N. Brylinger, 1551. Fol. 5 Bll., 157 (recte 148) S. Flex., überlappender Prgt. d. Zt., gebräunt u. fleckig, Spiegel erneuert.
I. VD 16, B 9802; IA 127.845; Adams C 2519 (unter Conrad von Lichtenau); Muller 427, 41; Ritter 322. - Eine von mehreren Straßburger Ausgaben. Wird von den Bibliographen teilw. auch unter Conrad von Lichtenau geführt. Berühmte, Anfang des 13. Jh. entstandene Weltchronik. Der erste Teil bis 1125 ist von Ekkehard von Aura, die Fortsetzung bis 1225 von Burchard von Ursperg, der Zeitraum 1226-29 von Conrad von Lichtenau, Nachfolger Burchards als Propst der Abtei Ursperg. Wichtig vor allem für die Zeit Lothars v. Supplinburg und der Staufer, da auf viele verlorene Quellen zurückgegriffen wird. Die Fortsetzung mit Bericht über die Jahre bis 1537 ist von C. Hedio u. enthält interessante Einzelheiten zu den Reformationsereignissen, Pest, Syphilis etc. Mit Widmungsbrief Melanchthons zu Beginn. - Gering gebräunt u. fleckig, Titel mit kurzer Anmerkung.
II. VD 16, P 216. - Zweite Ausgabe. "Die Beschäftigung mit den Kirchenvätern brachte ihn auf den Gedanken eine Chronographia Ecclesiae Christianae ... zu schreiben, d. h. eine Tabelle der Kirchengeschichte, welche die Kaiser, die großen Theologen, die Secten und Orden, die Concile und die Päpste in Columnen nebeneinander stellt" (ADB XXV, 130). - Etwas gebräunt.
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Los 224
Caesar, Commentarios
Caesar, C. J. Commentarios... nuevame(n)te Impressos y corregidos. Alcala de Henares, Miguel de Eguía, 1529. Fol. (29:20 cm). Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, ornamentale Bordüre verso. 8 nn., 2-164 (st. 168) num. Bll. Alter Pp., Rücken fehlt, gepunzter Goldschnitt.
IA 128.681 (unkpl.); Palau 54138; Salvá 2779. - Zweite spanische Ausgabe, übersetzt von D. López de Toledo, erstmals 1498 erschienen. Die Bordüre zeigt die Taten des Herkules. - Teilw. gebräunt u. fleckig, vereinzelte Feuchtigkeitsränder, vereinzelte alte Anmerkungen. Bl. 17 mit Einriss u. Loch im Text (ca. 2:2 cm), Bl. 98 mit Randausriss mit etwas Textverlust, letzte 2 Bll. angeschmutzt u. mit kleinere Randläsuren, erste 2 Bll. mit kleinem Eckabriss. Titelbordüre im rechten Rand knapp beschnitten u. kleiner Wurmspur. Es fehlen die letzten Bll. 165-68 mit der "Tabla de los lugares" u. das weiße Blatt A1 (Fol. 1). oRR.
Second edition of Caesar’s Commentaries in Spanish; the first edition was published in 1498. - Partly browned and spotted, dampmarking and old annotations in places. Defects to leaf 17 and 98 with some loss of text, marginal defects and some soiling to last two leaves. Right margin of title border somewhat trimmed and with small wormtrace. Lacking final leaves 165-68 with "Tabla de los lugares" and blank A1 (Fol. I). Old boards, lacking spine, gauffered gilt edges. Sold waf.
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Los 225
Camerarius, Decuriae XXI u. Beibde.
Camerarius, J. Decuriae XXI (graece:) symmikton problematon, seu variarum et diversarum quaestionum de natura, moribus, sermone; in quibus allegoria & etymologiae multae insunt, Graecae & Latinae expositionis, Graecis etiam in Latina conversis: studiosis bonarum artium hac prima editione a filiis communicatae (&) Appendix problematum. 2 Tle in 1 Bd. (Heidelberg), Comelin, 1594 u. 1596. (17,5:11,5 cm). Mit je 1 Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 8 Bll., 312; 92 S., 2 w. Bll. - Vorgebunden: J. C. Scaliger. Epistolae & orationes nunquam ante hac excusæ, quarum seriem & ordinem pagina sequens indicabit. Leiden, Plantin-Rapheleng, 1614. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 2 Bll., 475 S. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtit., Vorderdeckel mit den Initialen "SHZH" u. Dat. 1601 in Schwarzprägung; etwas fleckig, Rückdeckel mit kl. genähtem Riss, ohne die Bänder.
1. VD 16, C 376; Adams C 423 u. 412. - Postume Erstausgabe, herausgegeben von Camerarius' Söhnen Joachim dem Jüngeren und Philipp, selten. Sammlung von Fragen aus verschiedenen Wissensgebieten, die zumeist in Rekurs auf antike Autoren beantwortet werden, oft ist den lateinischen quaestiones eine griechische Fassung vorangestellt. Mit dem häufig fehlenden Appendix. - 2. Adams S 578. - Erste, postume Ausgabe dieser Sammlung von unveröffentlichten Texten des Humanisten Scaliger, hrsg. von F. van der Does. Enthält einerseits Kommentare und Überlegungen zu Autoren, Themen oder Ereignissen der Zeit sowie Briefe an bedeutende Persönlichkeiten. - Unterschiedlich gebräunt, stellenw. leicht fleckig. Vord. freies Vorsatz mit dem Stempel der Sammlung K. A. Böttigers (1760-1835), auf dem Scaliger-Titelblatt ein weiterer Stempel.
Two works in 1 volume. 1. Posthumous first edition published by Camerarius' sons, with the 1596 appendix often missing. With woodcut printer's device on both titles. - 2. First, posthumous edition of this collection of unpublished Scaliger texts. With woodcut printer's device. - Somewhat browned, lightly spotted in places. Front free endpaper with collector's stamp (see above),  another one on the Scaliger title page. Bound in contemporary vellum with initials and date 1601 on front cover, somewhat stained, small stitched tear to back cover, lacking ties.

 
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Los 226
Cassianus, Opus Johannis eremite
Cassianus, J. Opus Johan(n)is eremite, qui et Cassianus dicitur, de Institutis cenobiorum: Origine, causis et remediis vitiorum. Lyon, S. Bevilaqua, 1516. (14,5:10 cm). 280 nn. Bll. (16. weiß). Flex. Prgt. d. Zt., etwas fleckig, berieben u. knittrig, restaurierte Fehlstellen.
IA 133.202; Baudrier II, 20 (nach Panzer). - Sehr seltene Ausgabe. - Etwas gebräunt, stellenweise etwas braun- u. feuchtigkeitsrandig, Titel fleckig u. mit kl. Bruchstelle sowie im Bundsteg verstärkt u. mit kurzer Anmerkung im oberen Rand, Bl. 2 im oberen Rand mit kl. Fehl- u. Rasurstelle.
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Los 227
Cavalcanti, Trattati
Cavalcanti, B. Trattati overo discorsi sopra gli ottimi reggimenti delle republiche antiche et moderne. Con un discurso di Sebastian Erizio... de governi. Venedig, G. Sansovino, 1571 (in fine:) 1570. 4to (20,5:14,5 cm). 4 nn., 86 num.; 1 nn. Bll. Ldr. d. 18. Jh. mit Rückenvergoldung, berieben, Kapital u. Ecken bestoßen.
EDIT 16, CNCE 10438; Adams C 1178. - Erste und einzige Ausgabe dieser seltenen staatstheoretischen Schrift u.a. mit Bezügen zu Aristoteles. - Teilw. etwas stockfleckig, Bl. 73-80 mit teilw. hinterlegter Wurmspur im unteren Rand mit etwas Buchstabenverlust. Fehlt der zweite Teil (14 Bll.) mit "Discorso dei i governi civili di M. Sebastiano Erizzo... a M. Girolamo Veniero".
First edition of this scarce work on political theory. - Some foxing, partly restored wormtrace to lower margin of leaf 73-80 affecting some letters. Lacking the second part with 14 leaves. 18th cent. calf, spine gilt, some rubbing, head of spine and corners bumped.
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Los 228
Cicero, Philosophicorum lib. Pars prima
Cicero, M. T. Philosophicorum librorum pars prima. D. Lambini emendatione. Straßburg, J. Rihel u. J. Dupuys, 1581. (19,5:12,5 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke. 1 nn., 251 (recte 250) num., 73 (d.e.w.) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit 2 Messingschließen der Werkstatt Jakob Fritzsch in Wittenberg; berieben, gering fleckig, Gelenke etwas brüchig, wenige kl. Wurmlöcher, wenige kl. Löchlein bzw. Einschnitte im Deckelbezug, Prägung des Vorderdeckels etwas flach.
VD 16, ZV 3586. - Einzelband, auch als Bd. 7 der Gesamtausgebe von 1581 verwendet. Enthält: De finibus bonorum et malorum libri V und Tusculanarum quaestionum libri V. - Zum Einband mit Plattenstempeln Joh. Georg v. Brandenburg (recto) u. Wappen des Joh. Georg v. Brandenburg (verso) vgl. Haebler I, 119, XIII. - Gebräunt, einige Annotationen u. Anstreichungen in Tinte, zu Beginn mit 5 Wurmlöchern im Satzspiegel, abnehmend bis Bl. 70 auf 1 Wurmloch, dieses bis Bl. 188 reichend; obere Außenecke der Bll. Dd4 bis Mm4 gering beschnitten. Mod. Exlibris.
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Los 229
Liber precum publicarum & Münster, Liber psalmorum
Common Prayer. - Liber precum publicarum, seu ministerii ecclesiasticae, administrationis sacramentorum, aliorumque rituum & caeremoniarum in ecclesia Anglicana. London, J. Norton, 1604. (16,5:11 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre und Druckermarke. 28 nn., 299 num. Bll. Prgt. d. Zt., leicht berieben, Rücken unten mit kleinen Schabstellen, Rückdeckel stellenweise braunfleckig.
Pollard-R. 16429; vgl. Burmeister 136. - Lateinische Ausgabe, sehr selten. Titelauflage der Ausgabe London, Jackson, 1594 mit entsprechendem Kolophon. In der Folierung ab Bl. 188 inbegriffen ist, wie in allen drei von Burmeister genannten Ausgaben (1574, 1594 u. 1604): Liber psalmorum Davidis prophetae et regis. Ad Hebraicam veritatem, à Sebastiano Munstero quàm diligentissime versus. - Leicht gebräunt, stellenweise etwas wasserfleckig oder -randig; Bll. I2 und Z2 mit ergänztem Eckabriss mit Buchstabenverlust; unkenntlicher alter Stempel je auf dem freien Vorsatzbl. und dem Titelbl. (hier die Bordüre berührend) sowie Stempelrasur; verblasster Vermerk von alter Hand auf dem vorderen Innendeckel; Besitzvermerk von alter Hand auf dem Titelblatt oben.
Latin edition, very rare. A further title, which the printers decive belongs to, is included, as in all three editions mentioned by Burmeister (see above). Unlike the three mentioned by B., our edition was printed by J. Norton and could be proven by us only in the Danish Royal Library in Copenhagen. - Slight browning, some waterstaining in places; corners torn and replaced to leaves I2 and Z2 once touching a letter; illegible old stamp to prelim and title-page slightly affecting image, title-page with erased stamp; faded note written by old hand to front inner cover; ownership inscription to upper margin of title-page. Bound in contemporary vellum.
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Los 230
Corrozet, Antiquitez de Paris
Corrozet, G. Les antiquitez, croniques et singularitez de Paris. Avec les fondations & bastiments des lieux: les sepulchres & epitaphes des princes, princesses, & autres personnes illustres. 2 Tle. in 1 Bd. Paris, N. Bonfons, 1586-88. (16,5:11 cm). Mit 2 Holzschn.-Druckermarken u. 56 blattgr. Holzschn. von J. Rabel. 16 nn., 212 num.; 4 nn., 119 (recte 121) num., 3 nn. Bll. Neuerer Prgt. aus altem Material; gering fleckig.
Adams C 2696; Brun 161; Mortimer 156. - Fünfte Ausgabe bei Bonfons, erstmals mit dem zweiten Teil, der die Holzschnitte enthält. "Dessins de monuments et de tombeaux finement gravés par Rabel. De ces figures... trente-trois représentent les monuments de l'abbaye de Saint-Denis" (Kat. Rothschild, No. 2304, detailliert). Darunter auch das berühmte, bei Mortimer abgebildete Porträt von Christophe de Thou. Corrozets Paris-Führer war unillustriert erstmals 1550 erschienen. - Etwas gebräunt, vereinzelt gering finger- oder braunfleckig, stellenweise mit kl. Wasserfleck in der oberen Außenecke; in Tl. 1 Titel mit Klebstoffspur oben links, Bl. C4 mit alt ergänzter Ecke u. S. 185 mit kl. Annotation im Fußsteg; Tl. 2, S. 88 kl. Tintenkritzelei im Gesicht d. Porträts von Philippe de Valois. Vorsatz mit priv. Namensstempel.
Fifth, first illustrated edition. With 2 vignettes and 56 full-page woodcuts. - Minor browning, little fingermarking, few brownish stains; adhesive mark to upper inner corner of first title page, restored corner to leaf C4 and small annotation to p. 185 of 1st part; small ink-doodle to face of Philippe de Valois. Private stamp to endpaper. Recent vellum using older material.
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Los 231
"Curieux traité de civilité"
Dedekind, Grobianus
Dedekind, F. Grobianus et Grobiana: sive, de morum simplicitate, libri tres, in gratiam omnium rusticitatis amantium conscripti. Iam denuo ab auctore emendati & aucti. Köln, o. Dr., 1558. Kl.-8vo (14,5:9,5 cm). 96 num. Bll. Pp. d. Zt. mit hs. Rückenschild, Ecken u. Kanten etwas beschabt.
VD 16, D 389; vgl. Goed. II, 98, 55 u. Simon, Bacchica II, 187. - Frühe Ausgabe. Berühmte studentische Satire, erstmals in nur 2 Büchern 1549 erschienen, das dritte Buch 1552 hinzugefügt. "Curieux traité de civilité" (Simon). Vorliegend ein Nachdruck der dritten vollständigen Ausgabe. - Etwas gebräunt u. vereinzelt etwas fleckig, gegen Ende oben u. unten im Bund kl. Wasserfleck; Bl. 15 mit kl. rep. Randeinriss, bei Bl. 90 die Bogensignatur leicht angeschnitten. Bll. 8-9 mit alten Tintenanmerkungen.
Enlarged Latin version, reimpression of the third complete edition of this satirical poem. - Some browning and occasional staining, at end small waterstain at upper and lower fold, small rep. tear to l. 15, l. 90 sheet signature slightly shaved. Ink notes to 2 leaves. Contemporary boards, somewhat rubbed.
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Los 232
Dio Cassius, Rerum Romanarum
Dio(n) Cassius. Ek ton romaikon historion (graece). Rerum romanarum a Pompeio Magno, ad Alexa(n)drum Mamaeae, epitome authore Ioanne Xiphilino. Paris, (R. Stephanus [Estienne]), 1551. 4to (23:18 cm). Mit Holzschnitt-Druckermarke. 357 S., 1 Bl. Alter Prgt. mit spanischen Kanten, Rücken in alter Zeit neu aufgebunden, verkürzt u. mit Fehlstelle am Fuß, etwas angestaubt.
IA 153.883; Adams D 516; Schreiber 108, Renouard 80, 8. - "Editio princeps of the epitome of Dio's Roman History, done in the 11th century by Joannes Xiphilinus, which is our only source for Dio's lost books 61-80, dealing with the events from 47 to 235A.D., the most important period of Roman imperial history. Robert Estienne issued this epitome to complement his folio edition of Dio Cassius of 1548. The book ist beautifully printed in the first front of the "grecs du roi", from an unpublished manuscript in the Royal Library. This volume and the Justin Martyr of the same year are the last Greek texts to carry Robert Estienne's Paris imprint...". Zwei weitere Varianten erschienen im selben Jahr bei Estienne mit je 280 S. Die berühmte "Grecs du Roy" wurde von Claude Garamond nach Vorlagen des Kreters Angelo Vergecio für Estienne geschnitten (vgl. R. Blanchot, Les vissitudes des "Grecs du Roy", in: Gutenberg JB 1951, S. 9-16). Die für das Titelblatt benutzte "Basilisk"-Marke weist Estienne als königlichen Drucker für griechische Texte aus. Mit schönen Initialen und Zierstücken. - Gebräunt u. stockfleckig.
With woodcut printer's device that identifies Estienne as a royal printer of Greek texts. - Browning and foxing throughout. Old vellum, rebound in old times, spine shortened and with some loss at foot, somewhat dusty.
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Los 233
Doni, Mondi celesti, terrestri et infernali
Doni, A. F. Mondi celesti, terrestri, et infernali, de gli academici pellegrini; Mondo piccolo, grande, misto, risibile, imaginato, de pazzi, & massimo, ... de poeti & co(m)positori ignoranti. Venedig, D. Farri, 1567. (15,5:10,5 cm). Mit Holzschn.-Titelvignette, ganzseit. Porträtholzschn. u. zahlr., meist figürl. Holzschn.-Initialen. 8 Bll. (inkl. Portr.), 429 S., 1 w. Bl. Neuerer Prgt. unter Verwendung alten Materials.
EDIT 16, CNCE 17713; Gibson-P. 665; Winter, Compendium Utopiarum 46. - Etwa vierte Ausgabe dieser in Teilen utopischen Darstellung. "Doni discusses the little world - man, the greater world - the universe, and the world of God, and goes on to satirize human inconsistencies in the mixed world, man's follies in the risible world, his vain imaginations in the world of the imagination, and thus reaches a more truly utopian section, il mondo savio e pazzo..." (Gibson). "Wichtigstes Bindeglied zwischen den beiden klass. Utopisten, Morus u. Campanella" (Winter). - Gebräunt, wasserfleckig, etwas stockfleckig.
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Los 234
Saluste du Bartas, Oeuvres
Du Bartas, G. de Saluste, Les oeuvres poetiques & chrestiennes. Nouvelle édition. - Suite des oeuvres. Ascavoir les deux sepmaines acec quelques autres poemes & fragmens. 2 in 1 Bd. (Genf), G. Cartier, 1598. 12mo (11:6 cm). Mit 2 Holzschn.-Titelvignetten. 4 Bll., 128 S., 4 Bll., 432 S. Prgt. d. Zt. mit spanischen Kanten, hs. Rtitel u. goldgepr. Vignetten auf beiden Deckeln, gering fleckig, Bindebänder fehlen.
Tchemerzine X, 196. - Seltene, frühe Sammelausgabe. "La première édition à pagination continue". Guillaume de Saluste Du Bartas (1544-1590) Werk "La Semaine" widmet sich mit barocker Sprachgewalt der Schöpfungsgeschichte u. erschien zuerst 1578, dem 1584 die "Seconde Semaine" folgte. - Vorsatz mit 2 alten Besitzeinträgen, einer dat. 1697. - Stellenw. etwas gebräunt, anfangs mit schmalem Feuchtigkeitsrändchen, Titel mit altem Stempel, vord. Innengelenk etwas gelockert.
 
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Los 235
Du Fouilloux, La venerie
Du Fouilloux, J. La Venerie. Avec plusieurs receptes & remedes pour guerir les chiens de diverses maladies. Paris, Galiot du Pré, 1573. 4to (24,5:17 cm). Mit gr. Druckerm. auf dem Titel, ganzs. Holzschn. Titel verso, Portr. König Karls IX. u. 56 (3 ganzs.) Textholzschn. sowie einigen Noten im Text. 136 num., 4 nn. Bll. Prgt. d. Zt. mit Deckel- u. Rückenverg.; etwas fleckig, Rückdeckel mit hinterlegter kl. Fehlstelle am Mittelstück, restauriert u. mit neuen Vorsätzen.
Souhart 150; Thiébaud 299; vgl. Schwerdt I, 153 (4. u. 6. Ausg., vorliegende nur in der Anm. erwähnt). - Sehr seltene fünfte Ausgabe des schönsten französischen Jagdbuches der Renaissance, erstmals um die "extrait de Phoebus" vermehrt. "Éd. aussi belle que celles de Poitiers; elles est extrêmement rare" (Thiébaud). Die schönen, meist halbseitigen (3 blattgroßen) Holzschnitte zeigen Jagdszenen mit Hunden und jagdbaren Tieren sowie Trophäen. Bll. 61-65 Jagdlieder mit Noten, Bl. 97 ff. Rezepte gegen Krankheiten der Hunde. Der blattgroße Holzschnitt auf der Titelrückseite zeigt die Übergabe des Werkes durch den Autor an den König. - Am Schluss zusätzlich 2 Bll. "Tables des sommaires des chapitres" aus einer anderen Ausgabe beigebunden. - Gereinigt, immer noch leicht gebräunt u. vereinzelt gering fleckig, Bll. Z2-3 u. die 6 Schlussbll. (inkl. der beiden zusätzl.) unten angerändert. Aus der Jagdbibliothek Kurt Lindner (Exlibris Bibliotheca Tiliana, kl. Stempel Titel u. Schlussbl. verso), Zisska & Kistner Auktion 41/I (2003), Nr. 636.
Fifth edition, extremely rare and not in the Schwerdt collection, but "praised by Pressac as well executed" (Schwerdt), the first to include an extract from Phébus. With large woodcut device on title, fullpage woodcut of the author presenting his work to the king on verso, portrait of Charles IX and 56 (53 half-page, 3 full-page) fine woodcuts in the text. - With 2 additional leaves "Tables des sommaires" at end which were produced for a different edition. - A washed copy, still some light browning and occasional minor spotting, Z2-3 and final 6 leaves shorter and extended in lower margin. Contemporary vellum gilt, slightly soiled, small repair to centrepiece on lower cover, restored, new endleaves. From the collection of K. Lindner (Bibliotheca Tiliana), bookplate and stamp on verso of title-page and at end.
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Los 236
Estienne, Agriculture et maison rustique
Estienne, C. L'agriculture et maison rustique. Plus un bref recueil de la chasse, & de la fauconnerie. Paris, J. du Puys, 1564. 4to (23:16,5 cm). 9 nn. (o.d.l.w.), 155 num., 11 nn. Bll. Mod. Ldr.
IA 165.309; Mortimer 214 Anm.; Simon, Bacchica II, 224 & Gastronomica 610 Anm.; Souhart 169; Thiébaud 345; Arents 12 Anm.; Einaudi 1790 Anm.; vgl. Kress 102 (Ausg. 1570). - Sehr seltene erste Ausgabe, hier im zweiten Druck, bei dem die im Erratablatt des ersten Drucks genannten Fehler bereits korrigiert sind (Bl. 48r, Z. 23 "poncilles" statt "pomalles", Bl. 53v, Z. 22 "Glastum" statt "Glastin", Bl. 73r, Z. 30 "cinnabre" statt "cumable" etc.). Von Estienne, der 1564 in Schuldhaft starb, noch selbst bearbeitete französische Neubearbeitung seines "Praedium rusticum" (1554). "Das bedeutendste Werk, welches zugleich die Hausväterliteratur in Frankreich repräsentiert" (Güntz I, 83). Neben seiner Bedeutung als grundlegendes Werk der Hausväterliteratur war es auch von erheblichem Einfluss auf den Physiokratismus: "Ce livre aurait été la première lecture de Quesnay" (INED 2899 zur Ausg. 1586). Behandelt alle Bereiche der Land- und Hauswirtschaft, Jagd, Forstwirtschaft und Gartenbau, mit umfangreichen Abschnitten über Bierbrauen, Fischerei, Imkerei, Pferdezucht, Weinbau u.v.m., bemerkenswert auch eine frühe Erwähnung des Tabaks. Estiennes Werk wurde später von seinem Schwiegersohn Jean Liébault noch mehrfach überarbeitet und erweitert und erlebte zahllose Neuauflagen und Übersetzungen. - Gelegentlich finger- u. gegen Ende auch leicht sporfleckig, Titel u. einige Bll. am Schluss mit Rand- u. Eckrestaurierungen, letzte 6 Bll. (Table) mit Fehlstellen (Textverlust) u. größeren Restaurierungen. Aus der Jagdbibliothek Kurt Lindner (Exlibris Bibliotheca Tiliana, kl. Stempel verso Titel u. Schlussbl.), Zisska & Kistner Auktion 41/I (2003), Nr. 682.
Very rare first edition, second issue, with misprints corrected and therefore without errata leaf. "This French version of Estienne's 'Praedium rusticum' (Paris 1554) is a more extensive work developed from the Latin text by Estienne himself" (Mortimer). It served as founding work for a whole generation of books on agriculture, household and husbandry. "There is detailed information about wine and all sorts of beverages, as well as different kinds of bread, pastries, jams, and most other foodstuffs" (Simon). Also includes a brief notice of tobacco (cf. Arents). - Occasional mild thumbing, some light traces of mildew towards end. Title-page and some leaves at end with neat repairs at corners and edges, last 5 leaves (part of index) with large repairs and some loss of text. Recent calf. From the collection of K. Lindner (Bibliotheca Tiliana), bookplate and stamp on verso of title-page and at end.
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Los 237
Estienne, Seminario (&) L'arbusto in 1 Bd.
Estienne (Stephanus), C. Seminario, over plantario de gli alberi, che si plantano, con i loro nomi, e de i fruti parimente. Aggiuntoui L'arbusto, il fonticello e'l spinetto... Tradotti in lingua Italiana, per P. Lauro. Venedig, V. Valgrisi, 1545. (16,5:11 cm). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 67 (recte 69) num., 5 nn. Bll. Mod. Hprgt.
EDIT 16, CNCE 18333; Hunt 54; Durling 1400; vgl. Adams S 1743, Schreiber 61 u. Renouard 49, 3 (jeweils lat. Ausg. Paris 1540). - Erste italienische Ausgabe. "This is Lauro's Italian translation of C. Estienne's 'Seminarium', Paris, R. Estienne, 1536, and 'Arbustum', Paris, R. Estienne, 1538" (Hunt). "Charle's forth book for children, dealing with the nomenclature and cultivation of fruit-trees" (Schreiber zur lat. Ausg. 1540 des Seminarium). - Kaum fleckig.
First Italian edition. With 2 woodcut printer's devices. - Minor occasional staining. Recent half vellum.
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Los 238
(Feyerabend), Reyßbuch
(Feyerabend, S.; Hrsg.). Reyßbuch deß heyligen Lands. Das ist Ein grundtliche beschreibung aller und jeder Meer und Bilgerfahrten zum heyligen Lande. Beneben Beschreibung deß gantzen heyligen Lands Palaestinae ... jetziger Eynwohner Türcken und Araber (etc.). Frankfurt, S. Feyerabend, 1584. Fol. (36,5:24,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette, Wappenholzschnitt und Textholzschnitt sowie großer Druckermarke am Schluss, alle von J. Amman. 6 nn., 460 (statt 466) num., 6 nn. Bll (d.l.w.). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Schließen; etwas fleckig, Ecken und Kanten berieben, Rücken mit kl. Bezugsfehlstellen.
VD 16, F 902; New Hollstein, Amman 216; Tobler 12 (unter Robert); nicht bei Adams. - Erste Ausgabe, die einzige des 16. Jahrhunderts. Von dem Frankfurter Verleger Sigmund Feyerabend edierte Sammlung von 18 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Reisebeschreibungen ins Heilige Land und in den vorderen Orient. Unter den Autoren Abt Robert, Graf Johann Ludwig zu Nassau, Johann zu Solms, A. v. Löwenstein, J. Wormbser, S. v. Gumpenberg, M. v. Seydlitz, L. Rauwolf, J. Tucher, J. Helffrich u.a.m. - Leicht gebräunt und stellenweise gering fleckig, zu Beginn und am Ende etwas wasserrandig; vorderer Vorsatz und Titel mit Wurmlöchlein. Fehlen Bll. 461-466. - Vorsatz verso mit handschriftl. Eintrag des Intendanten der Fürstlich Hohenzollernschen Sammlungen Sigmaringen, Karl von Mayenfisch, datiert 1849. Innendeckel mit Besitzvermerk des Jesuiten und Pfarrers Wolfgang Piringer (*1539) und Exlibris, u.a. des Barons von Mayenfisch zu Rappenstein.
First edition of an important collection of German travel accounts to the Near East and Palestine. With title vignette, coat-of-arms, introductory woodcut and printer's device, all by J. Amman. - Light browning and minor spotting in places, some waterstaining to first and last pages; minor worming to front pastedown, endpaper and title. Lacking ll. 461-466. Ownership inscription to front enpaper verso. Bookplate. Bound in contemp. blindstamped pigskin, with clasps; some spotting and rubbing in places.
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Los 239
Flacius, Elegia de Febri
Flacius, M. Elegia de febri. Scripta à Matthia Flacio Illyrici filio. O.O.u. Dr., 1571. 4to (20:15 cm). Mit figürl. Holzschnitt-Initiale. 7 Bll. u. 1 w. Mod. Hldr. mit Rsch., kaum berieben.
VD 16, F 1577; vgl. Hirsch-H. II, 532. - Selten. Durchgehend in Distichen verfasste Elegie von Matthias Flacius dem Jüngeren (geb. 1547 in Braunschweig, gest. 1593 in Rostock), Mediziner an der Universität Rostock und Sohn des gleichnamigen kroatisch-frankfurter Reformators Matthias Flacius d. Ä. (geb.1520 in Labin, gest. 1575 in Frankfurt am Main), beide genannt "Illyricus". - Gering gebräunt, durchgehender Wasserfleck oben.
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Los 240
Fortunio, Regole grammaticali
Fortunio, F. Regole grammaticali della volgar lingua novellamente reviste, et con somma diligentia emend. Venedig, Bindoni und Pasini, 1539. (14,5:10,5 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke. 52 Bll. Spätere Kart.
EDIT 16, CNCE 19579; nicht bei Adams und BM. - Frühe Ausgabe. "C'est la plus ancienne grammaire italienne qui ait été imprimée" (Brunet II, 1352 zur EA.). - Leicht gebräunt, etwas wasserfleckig; einige alte hs. Untersteichungen u. Markierungen; Titel mit Dünnstellen im Bundsteg, kleinem Eckabriss oben und altem hs. Besitzvermerk "Josephi Merende Foroliuensis Equitis Hierosolimitani"; letztes Bl. mit kleinem Randeinriss oben und etwas im Bund verstärkt.
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Los 241
Franck, Außführlicher Bericht
Franck, S. Außführlicher Bericht, Was von Künsten und menschlicher Weißheit zu halten sey, etwas auß der Declamation Henrici Cornelij Agrippe, von der Ungewißheit und Eytelkeit aller Künst, gezogen, wieder die KunstNarren, so auff ihr viel wissen bochen, und bawen. Mit einem Anhang, Encomio, und Lobred deß Esels. Folgend auch ein ernstlich Lob der Heiligen Thorheit. Frankfurt, L. Jennis, 1619. 4to (20:15,5 cm). 94 S., 1 w. Bl. Umschlag.
VD 17 1:072877F; Goed. II, 12, 22; Brüning 1291; Rosenthal, BMP 321; Kaczerowsky A 90. - Erste deutsche Ausgabe von Agrippas "Incertitudine" in der Übersetzung von Sebastian Franck. "Diese Ausgabe enthält auch Francks Lob des törichten göttlichen Worts" (K.). - Gebräunt.
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Los 242
Fronsperger, Von Kriegßrechten
Fronsperger, L. Kriegßbuch, Erster Theyl (von 3). Von Kayserlichem Kriegßrechten, Malefitz und Schuldhändlen, Ordnung und Regiment. Jetzt von neuwem mit sonderm fleiß ubersehen, und an vielen örten gemehrt unnd gebessert. Frankfurt, (am Ende: M. Lechler für H. Feyerabend), 1571. Fol. (32:22 cm). Mit Titelholzschnitt, Druckermarke sowie ca. 100 (tlw. gefalt.) Textholzschnitten u. 4 (statt 6) gefalt. radierten Tafeln von J. Amman. 4 nn., 256 (recte 257) röm. num., 6 nn. Bll. Späterer Pp., Ecken und Kanten berieben.
VD 16, F 3120; Jähns 550; Lipperheide Qb 6; Becker, Amman S. 28; New Hollstein 77. - Klassische Enzyklopädie nicht nur des Kriegswesens, sondern der Kulturgeschichte des 16. Jh. überhaupt, zugleich prächtiges Illustratum des 16. Jh. "Dieser erste Band des Kriegsbuches war offenbar ursprünglich als ein in sich abgeschlossenes Kompendium der Kriegswissenschaft veranlagt worden. Die beiden später herausgegebenen Bände sind nur Ergänzungen und weitere Ausführungen einzelner Teile desselben" (Jähns 551). Die großen Radierungen, die nicht mit denen der Ausg. 1565 übereinstimmen, zeigen: Feldschlachten und eine Seeschlacht. - Fehlt die Radierung "Zugordnung vor einer Festung", eine weitere nur als Fragment beiliegend ("Feldlager mit Wagenburg"). Die vier übrigen lose, teils mit Einrissen ins Bild, eine mit Durchriss; allesamt etwas gebräunt, stellenweise fleckig und geknittert. Zum Zustand allgemein: Etwas gebräunt und wasserfleckig, teilweise gering stockfleckig; Titel mit ergänzter Fehlstelle im Rand mit geringem Buchstabenverlust, alter hs. Vermerk oben.
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Los 243
Giovio, Le vite di Leon Decimo et d'Adriano Sesto
Giovio, P. Le vite di Leon Decimo et d'Adriano Sesto sommi pontefici, et del cardinal Pompeo Colonna. Trad. da L. Domenichi. Venedig, Giovanni de' Rossi, 1557. (15,5:11 cm). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 184 num. Bll. (ohne das weiße Bl. 8). Hprgt. d. 19. Jh. mit Rückentitel in Tinte; stellenweise leicht berieben und fleckig.
EDIT 16, CNCE 21217; Adams G 691 (inkpl.). - Frühe italienische Ausgabe der erstmals 1548 in latein. Sprache erschienenen Papstbiographien. - Etwas gebräunt und stellenweise fleckig, einige Bll. stärker betroffen; Titel aufgezogen, das 2. Bl. mit Restaurierungen und etwas Buchstabenverlust. Fehlt Bl. 8 (weiß).
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Los 244
Hollen, Preceptorium
Hollen, G. Preceptorium (divine legis). Nürnberg, A. Koberger, 1503. 4to (23:17 cm). 8 nn., CXCVI num. Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln, 1 Schließe (von 2); berieben, Ecken bestoßen, Gelenke eingerissen, Rücken mit Papierschildern, am Kopf mit Fehlstelle.
VD 16, H 4470. - Erstmals 1481 erschienenes Hauptwerk des aus Körbecke bei Soest stammenden Augustiner-Eremiten Hollen (um 1411 - 1496), der meist in Osnabrück wirkte. - Etwas gebräunt u. fingerfleckig, stellenweise Feuchtigkeitsspuren im Rand, mehrere alte Anmerkungen u. Unterstreichungen. Teilw. Wurmspur im unteren weißen Rand, bei 2 Bll. am Schluß hier mit Ausriss. Titel mit Besitzvermerk, Anmerkung mit Kugelschreiber u. wie auch auf dem letzten Blatt verso mit klösterlichem Besitzstempel.

 
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Los 245
Hortulus Animae 1516
Hortulus anime cum alijs (quam)plurimis orationibus pristine impressioni superadditis. Lyon, J. Clein für J. Koberger in Nürnberg, 18. April  (15. März) 1516. (15,5:10,5 cm). Mit Titelholzschnitt, 2 Kalenderholzschnitten (Sonne u. Mond), 81 (statt 82) teils fast blattgr. Holzschnitten von H. Springinklee, E. Schön u. a., 6 Textholzschnitten in Briefmarkengröße u. gr. Druckermarke auf dem letzten Bl.; alle Textbll. umgeben von Holzschnitt-Bordüren. 19 (statt 20) nn., 208 (statt 210) num., 10 nn. Bll. Roter Maroquinband des 19. Jh. mit etwas Vergoldung u. gepunztem Goldschnitt; stellenw. etwas berieben.
VD 16, ZV 26581; Oldenbourg, L62; Baudrier XII, 294; Mortimer, French 320; Fairfax Murray, German 209. - Erste Ausgabe mit der schönen Illustrationsfolge von Springinklee und Schön. "The Clein-Koberger editions of the 'Hortulus' are representative of a publishing area which may be considered the German equivalent of the French Horae B. M. V. The text was composed of an Office of the Virgin and a variety of popular prayers, including prayers of individual saints. The early Clein editions are illustrated with blocks which may have been supplied by A. Koberger or cut by French artists working in the German techniques. With the introduction of the Springinklee-Schön cuts in 1516, these editions are no longer French but German illustrated books" (Mortimer). Schöner Druck mit Stundenbuchcharakter: Der ganz in Schwarz-Rot gedruckte Text auf allen vier Seiten mit wechselnden Bordüren umgeben, von denen Mortimer 25 verschiedene zählt (davon einige 1515 datiert). - Stellenw. leicht gebräunt, vereinzelt fleckig; erste Bll. unten mit schwachem Wasserfleck bis in die Bordüre, letzte Bll. mit winzigem Wurmlöchlein am unteren Blattrand. Seitlich u. oben teilw. etwas knapp und hin u. wieder die Bordüre auch leicht angeschnitten, teilw. oben auch die Foliierung abgeschnitten. Auf Bl. 85r 3 Zeilen in Tinte gestrichen. Letztes Bl. mit 2 ergänzten Randausrissen (mit 2 kl. Bildverlusten in der Druckermarke). Fehlen 1 Bl. Vorstücke (c2) sowie Bl. 84-85 (m4-5) inkl. einem Holzschnitt. Alter hs. Kloster-Besitzvermerk auf dem Titel.
The first of the editions illustrated by Springinklee and Schön, printed in red and black. With large woodcut on title-page, 2 calendar woodcuts, 81 (of 82) woodcuts by Sprininklee, Schön et al; and 6 quite small woodcuts. Each page within woodcut borders, woodcut device on final page. - Some browning and occasional staining in places; slight dampstain to lower margin affecting bordure to first leaves; final leaves with tiny wormstitch to lower margin. Trimmed at top and side, bordures partly slightly shaved resp. partly with loss of foliation. Ink cross out to 3 lines on fol. 85r; 2 rep. tears to final leaf (with 2 small losses to device). Lacking leaves c2, and numbered ll. 84-85 incl. 1 woodcut. Bound in 19th century red morocco, spine and edges gilt; somewhat rubbed in places.
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Los 246
Hosius, Opera
Hosius, S. Opera omnia. Opera haec nunc novissime ab ipso Auctore diligenter recognita. Antwerpen, J. Stelsius, 1571. Fol. (35:22 cm). 6 nn., 383 (recte 382) num., 12 nn. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Monogramm NS und Datierung 1578, zwei Schließen; etwas berieben u. fleckig.
Adams H 1023; Estreicher XVIII, 288. - Erstmals 1562 erschienen. Hosius war Bischof von Ermland, später einer der päpstl. Legaten beim Konzil von Trient. Mit seiner Confessio (hier S. 1-208), die, auf den Beschlüssen der Synode von Petrikau aufbauend, bewußt der protestant. Confessio Augustana entgegengestellt ist, wurde er der Begründer der Gegenreformation in Polen, die zu einer vollständigen Rekatholisierung des Landes führte. Der dekorative Prägeeinband mit Rollenstempel: Verkündigung - Geburt Christi - Anbetung der Könige - Flucht nach Ägypten. - Gering fleckig, durchgehende Feuchtigkeitsspur im unteren Rand. Titel mit gestrichenem Besitzvermerk des Nicolaus Schwippius, Vikar und Kämmerer des Bartholomäistiftes zu Frankfurt, für den wohl auch der Einband gefertigt wurde u. klösterlichem Besitzstempel.
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Los 247
Hutten, Ad principes Germaniae
Hutten, U. v. Ad principes Germaniae, ut bellum Turcis invehant. Exhortatoria. Publico Germaniae concilio apud Augustam Vindelycorum. Augsburg, S. Grimm u. M. Wirsung, 1518. 4to (18,6:14,4 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre vom Petrarcameister. 20 nn. Bll. Späterer Umschl.; mit Randläsuren, hinterer Umschl. mit Resten montierter Fotoecken, Schnitt wohl im 19. Jh. gefärbt u. teilw. vergoldet.
VD 16, H 6267; Benzing 85; Röttinger, Weiditz 8; Musper L 17 u. 624. - Erste Ausgabe, "ein reichspolitisches Reformprogramm" (NDB X, 100). "Gegen die römische Kirche, für die die Türkengefahr, nach Hutten, oft nur ein Anlaß war, aus Deutschland Geld zu erpressen, ohne selbst ernstlich an den Kampf zu denken. Was habe überhaupt der Papst mit dem Krieg zu tun? Die Aufgabe der römischen Kirche sei Frieden zu predigen und nicht Krieg zu führen... Die Gedanken, die Hutten politisch vertrat, sind dann später von Luther religiös begründet worden" (Göllner 100). Auf Anraten Konrad Peutingers hatte Hutten die anstößigsten Stellen seines Textes vor dem Druck gestrichen. Erst Anfang 1519 gab er den Urtext in einer einzigen weiteren Ausgabe heraus. - Sauberes, schönes Exemplar, kaum gebräunt. Titel mit 2 kl. Nummerneinträgen in Tinte; letztes Bl. mit kl. schwachen Braunfleck, 3 angeschnittenen Marginalien recto sowie 4 Zeilen alter Annotationen verso.
First edition. On the war against the Ottoman Empire and against the papal pleas for money to fight the Ottomans. Hutten points out that it was not the popes mission to fight a war. - Nearly clean copy; two small numbers in ink to title page; small faint brownish stain, 3 marginalia to recto and 4 lines of old annotation to verso of last leaf. Later wrappers, worn, edges partly gilt (presumably of the 19. cent.).
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Los 248
Widmungsexemplar für Ernst von Bayern
Rotmar, Almae Ingolstadiensis Academiae
Ingolstadt. - Rotmar, V. u. J. Engerd. Almae Ingolstadiensis Academiae tomus primus, in VII divisus partes. Ingolstadt, D. Sartorius, 1581. 4to (21,5:16 cm). Mit Holzschn.-Titelbordüre. 8 nn., 173 (recte 172) num., 12 nn. Bll. (d.l.w.). Vorzüglich restaurierter Ldr. d. Zt. mit blindgepr. Bordüren u. Vignetten über beide Deckel sowie gepunztem Goldschnitt, Deckelvergoldung verblasst, etwas berieben u. bestoßen, Schließbänder fehlen.
VD 16, R 3331; Stalla1447; Erman-H. II, 13782. - Einzige Ausgabe. Mehr nicht erschienen. Zusammen mit Rotmars Jahrbüchern der Universität Ingolstadt (erschienen zuerst 1580 unter dem Titel: „Annales Ingolstadiensis academiae“) die erste Akademiepublikation einer bayerischen Universität. Das Werk wurde von Rotmar begonnen und auf dem Totenbett an Engert übertragen. Wichtiges Quellenwerk aufgrund seiner nach Ständen geordneten Listen von Studenten und Professoren mit umfangreichen biographischen Angaben. Widmungsexemplar mit eigenh. 13zeiliger Widmung Engerds vom Februar 1582 an Herzog Ernst von Bayern, damals Bischof von Lüttich etc., ab 1583 dann Erzbischof und Kurfürst von Köln. - Nur Titel u. Vorstücke mit kl. Randfleckchen, sonst frisches Exemplar, Vorsatz gelockert. Gest. Wappenexlibris 'Nordkirchen' auf Innendeckel.
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Los 249
Johannes Saresberiensis, Policraticus
Johannes Saresberiensis (John of Salisbury). Policraticus: sive de nugis curialium et vestigiis philosophorum, libri octo. Leiden, Plantin, 1595. (16:10,5 cm). 8 Bll., 597 S., 9 Bll. Ldr. d. 18. Jhdts., beschabt, Rücken und Gelenke mit Fehlstellen.
Adams J 305. - Späterer Druck der ersten umfassenden Staatstheorie des Mittelalters; der Erstdruck erschien 1482 in Brüssel. Verfasser ist der bedeutende englische Theologe Johannes von Salisbury (1115-1180). In seinem um 1159 verfassten "Policraticus" konzipiert er eine organologische Staats- und Gesellschaftstheorie, die auf Analogien zwischen menschlicher Anatomie und dem idealen Aufbau eines Staates beruht. Das Werk behielt bis ins 17. Jahrhundert große Bedeutung als Fürstenspiegel. - Unterschiedlich, leicht bis stärker, gebräunt; etwas stockfleckig.
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Los 250
Josephus, Zweyntzig bücher
(Josephus, Flavius. Zweyntzig bücher von den alten geschichten (der Juden). Siben bücher von dem Jüdischen krieg, und zerstörung Hierusalem. Zwey bücher wider Appionem. Von meisterschafft der vernunfft, oder von den Machabeern ein buch, durch D. Erasmum von Roterdam im Latein wider besichtigt). 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, B. Beck, 1544. Fol. (32:21 cm). 13 (statt 14) nn., 344 num., 20 nn. Bll. (l. w.); 12 nn., 183 num., 4 (statt 9) nn. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, berieben u. bestoßen, gebräunt, Rückdeckel an den Kanten alt restauriert, Rücken mit repariertem Einriss, Schließen fehlen.
VD 16, J 972; Muller 313, 107; Fürst II, 122. - Vierte Beck'sche Gesamtausgabe der Werke des Josephus in der deutschen Übersetzung C. Hedios, die 1531 erstmals erschien. Tl. 1 enth. die jüdische Geschichte, Tl. 2 den Jüdischen Krieg u. kleine Schriften. - Gebräunt u. wasserfleckig, stellenw. sporfleckig. vereinzelt mit kl. Wurmspuren im weißen Rand, 1 Bl. mit repariertem Einriss, 1 Bl. mit Randeinriss, Vorsätze erneuert. Fehlender Titel in Kopie auf altem Papier ergänzt. oRR/Waf.
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Los 251
Lactantius, Divinarum institutionum
Lactantius Firmianus, L. C. Divinarum institutionum libri septem. Eiusdem De ira Dei. De opificio Dei. Epitome in libros suos. Carmen de Dominica resurrectione. Cum indice rerum. Leiden, S. Gryphius, 1543. (17,5:11 cm). 620 S., 26 Bll. Späterer Ldr. mit reicher Rvg., goldgepr. Deckelbordüren, Stehkantenverg. u. monogr. Vign. "R.N." u. "H.L.V.", Rücken lädiert, Gelenke geplatzt, berieben u. bestoßen.
Vgl. Adams L 24 (Ausg. 1541). - Werkausgabe des Kirchenvaters Lactantius (ca. 250-320), ein aus der römischen Provinz Africa stammender lateinischer Rhetoriklehrer und christlicher Apologet. - Gebräunt, stellenw. fleckig, tls. mit Wasserrand, Buchblock gebrochen, Titel mit Randausriss u. altem Besitzvermerk.
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Los 252
Lencker, Perspectiva literaria
Lencker, H. Perspectiva literaria, Das ist, ein clerliche fürreissung, Wie man alle Buchstaben des gantzen Alphabets, Antiquitetischer oder Römischer Schrifften... in die Perspectif einer flachen ebnen bringen mag. (Nürnberg, U. Neuber), 1567. Fol. (33:22,5 cm). 2 Bll. Titel u. Text und 13 (statt 22) Bll. Radierungen von Matthias Zündt nach Hans Lencker. Geheftet.
VD 16, L 1149; Andresen I, 56 (detaillierte Aufstellung der Radierungen); vgl. Bibl. Dt. Mus., Libri rari 168 (Faksim.) u. Ornamentstichkat. Bln. 4692 (Ausg. 1595); Thieme-B. XXIII, 45 (Lencker) u. XXXVI, 585 (Zündt). - Erste Ausgabe dieses sehr seltenen perspektivischen Werkes. Leider unvollständig. Vorhanden sind die 2 Textbll. und die Tafeln 1-13 (nach Andresen) mit der Titelzeile und mit den lateinischen Versalbuchstaben, in verschiedene Richtungen gestellt, gelehnt u. gelegt und der Breite der Platten nach in zwei Reihen. - Unbeschnitten. Teilweise wasserfleckig, Ränder angestaubt, Titel mit Randläsuren, Heftung gelockert, Titel recto u. letzte Taf. verso im Bund mit festem Japanpapier beklebt, der Klebstoff durchschlagend, bei der letzten Taf. auch die Darstellung betreffend; Titel mit hs. Buchstaben in der oberen Innenecke. Fehlen die 9 Tafeln mit geometrischen Körpern.
First edition of one of the most important German 16th century treatises on perspective. 13 (of 22) full-page plates etched by Matthias Zündt after Lencker's designs depicting letters of the Roman alphabet, modelled as three-dimensional cut-outs and shown in perspective. - Uncut. Somewhat waterstained, some marginal soiling, marginal fraying to title-page, beautiless glueing of heavy Washi paper to inner margin of 1st leaf recto and last leaf verso causing glue shadowing to paper affecting image of last plate. Lacking 9 of the plates. Sewn, loosened.
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Los 253
Travelling to Turkey
Leunclavius, Historiae (M)usulmanae + Hugo, Obsidio Bredana
Leunclavius (Lewenklaw), H. Historiae Musulmanae Turcorum, de monumentis ipsorum exscriptae, libri XVIII. Frankfurt, A. Wechel Erben (C. de Marne u. J. de Bry), 1591. Fol. (30,5:22 cm). Mit wdh. Druckerm. 17, 20 S., Sp. 21-800, S. 801-02, Sp. 803-898, 22 Bll. - Vorgebunden: Hugo, H. Obsidio Bredana armis Philippi IIII. auspiciis Isabellae ductu Ambr. Spinolae perfecta. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1626. Fol. (31,5:21 cm). Mit Kupfertitel, 7 doppelblattgr. gest. Plänen, 7 (5 blattgr.) Textkupf. sowie Druckerm. 3 Bll., 128 S., 2 Bll. Späterer Hldr. mit Rsch. u. etwas Rvg., leicht berieben, Ecken bestoßen, wenige unscheinbare Wurmlöchlein am Rücken.
I. VD 16, L 1370; Adams L 597; Göllner 1876 u. vgl. 1868 (ausf. zu L.).; Apponyi 1885. - Erste lateinische Ausgabe, die erste (deutsche) Ausgabe erschien 1590. Enthält neben anderem die Chronik des Sa'd-ed-din, allerdings "nach dem sogenannten Codex Verantius, also vollständigerer Text als in der Ausgabe von 1588" (G.). "Leunclavius (or Löwenklau) a historian and jurist, travelled in Turkey about three years, departing for Constantinople in 1582. He learned Turkish and travelled extensively before returning to establish himself in Vienna" (Blackmer 1014). - II. Funck 338; Cockle 817; de Backer-S. IV, 520; 7. - Erste Ausgabe. "This is the best of the histories of the siege of Breda under Spinola; and it attained immediate popularity" (Cockle). Die Kupfer, laut Funck von Th. Galle u. Bolswert, zeigen Umgebungs-, Stadt- u. Belagerungspläne von Breda. - Zum Zustand: (I) Leicht gebräunt, stellenweise gering fleckig; Ränder knapp beschnitten, teilweise mit Textverlust in der Kopfzeile. - (II) Leicht gebräunt, stellenweise gering bis etwas fleckig, gest. Titel ins Bild beschnitten und mit kleiner hinterlegter Fehlstelle unten; erste 4 Bll. mit Braunfleck unten.
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Los 254
Lukian von Samosata. Opera omnia. 2 Bde.
Lukian von Samosata. Opera omnia in duos tomos divisa (Graece et Latine). Johannes Benedictus ex antiquis libris emendavit. Editio purissima cum indice locupletissimo. 2 Bde. Saumur, Pié de Dieu, 1619. (19:13,5 cm). 10 Bll., 1078 (recte 1122) S., 17 Bll. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel, kaum berieben.
Schweiger I, 193. - Selten. Von Jean Benoit (gest. 1664) herausgegebene Werkausgabe in griech.-lat. Paralleltext. "Aus Manuscripten und Conjecturen ist der Text geändert und an einigen Stellen wirklich verbessert. Ziemlich correct gedruckt" (Schweiger). - Schwach gebräunt, anfangs mit kl. Wasserrändchen, Innengelenke u. Vorsätze mit Wurmgängen.
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Los 255
Mancinus, Libellus / 4 Bde.
Mancinus, D. Libellus de quattuor virtutibus et omnibus officiis ad b(e)n(e) vivendu(m). (Leipzig, M. Landsberg, 1505). 4to (19,5:15 cm). 39 (st. 42) nn. Bll. Pp. d. 18. Jh., stark berieben.
VD 16, M 523. - Teilw. gebräunt u. fleckig, umfangreiche Anmerkungen von alter Hand. Es fehlen die letzten 3 Blatt. - Dazu: 1. J. de Sacrobosco. Liber de sphaera. Venedig, de Sabio & Sessa, 1532. (15,5:10,5 cm). Mit einigen Textholzschnitten. 32 (st. 40) Bll. Hprgt. um 1900. - EDIT 16, CNCE 32315. - Teilw. fleckig, Titel mit Streichung, teilw. alte Anmerkungen. - 2. C. Plinius Secundus (d. J.). Epistolae omnium. Florenz, F. Giunta, 1515. (16:10 cm). - EDIT 16, CNCE 28734. - Fehlt mindestens Titel u. Vorstücke sowie Schluss des Textes. - 3. A. Ciaconius (Chacón). Vitae et res gestae pontificum Romanorum. Bd. 1 (von 2). Rom, Typis Vaticanis, 1630. Fol. (42:28 cm). Mit zahlr. Porträt- u. Wappenholzschnitten. Mod. Ldr. - Teilw. fleckig, gegen Ende wasserrandig, die letzten 5 Bll. beschädigt. - Zus. 4 Bde. oRR/Waf.
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Los 256
Marulic, De institutione bene vivendi
Marulic, M. De institutione bene beatéq. vivendi libri sex. Solingen, J. Soter (für G. Hittorp), 1540. (15:11 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke u. einigen Holzschn.-Initialen. 28 Bll., 863 S. Flex. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel, berieben und stellenweise fleckig, kleinere Fehlstellen, Einbd. vom Buchblock getrennt.
VD 16, M 1289. - Sehr seltener Solinger Druck, bedeutendstes Werk des Autors. - Leicht gebräunt, kaum fleckig; Titel einzeln an den Einbd. montiert, der Rest des Buchblockes lose; Titel mit gelöschten altem hs. Namenszug, dort winzige Stellen von Tintenfraß, Bund unten stellenweise mit Wurmgängen.
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Los 257
Marulic, Opera
Marulic, M. Opera circa l'institutione del buono, e beato vivere. Tradotta in lingua toscana. Venedig, F. Bindoni, 1563. 4to (20,5:15,5 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke u. einigen figürlichen Holzschn.-Initialen. 4 nn., 309 num. Bll. Mod. Prgt. mit spanischen Kanten.
EDIT 16, CNCE 23512. - Erste italienische Ausgabe der erstmals 1506 in Latein erschienenen moralischen Abhandlung über das richtige Leben. Bedeutenstes Werk von Marulic. - Etwas gebräunt, stellenweise finger- und stockfleckig oder wasserrandig; vereinzelte Tintenflecken; etwa mittig einige Lagen unten mit geringem Textverlust durch Wurmgänge; alter hs. Vermerk auf dem Titel unten, dergleichen mehrfach auf dem letzten Bl. verso; Kopfsteg knapp beschnitten, in der letzten Lage mit Berührung der Kopfzeile.
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Los 258
Marulic, Sechs Bücher
Marulic, M. Sechs Bücher. Von gedächtnuß würdigen Reden und Thatten.Oder: Von Lehr und Underweisung das Leben wol und selig anzustellen. Dillingen, J. Mayer, 1594. 4to (22:16,5 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke. 38 Bll., 956 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Schließen, berieben und gebräunt, Bezug mit kleineren restaurierten Fehlstellen, 1 Schließband ergänzt.
VD 16, ZV 10462; Bucher, Dillingen 700. - Seltene zweite deutsche Ausgabe von Marulic' bedeutendstem Werk "De institutione bene vivendi". - Etwas gebräunt, stellenweise etwas fleckig oder wasserrandig, Vorsätze mit alten hs. Vermerken, freie Vorsatzbll. mit größerem ergänztem Ausriss; alter Bibl.-Stempel auf dem Titel.
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Los 259
(Mazzolini), Summae sylvestrinae
(Mazzolini) de Prierio, S. Summae sylvestrinae quae summa summarum merito nuncupatur. 2 Tle. in 1 Bdn. Antwerpen, Nutius, 1581. 4to (30,5:21,5 cm). Mit Holzschn.-Druckervignette. 1 B., 460 S., 1 Bl., 1 Bl., 454 S., 12 Bll. Mod. Hldr. mit Rvg. u. goldgepr. Deckelfilete.
Nicht bei Adams. - Die Originalausgabe war 1515 bei Plantin erschienen, "A 'summa' of theology, more especially regarding the sins and cases of conscience, in the form of a dictionary with the entries in alphabetical order" (Voet). - Gebräunt, durchgängig mit Wasserrand unten, stellenw. etwas sporfleckig. Alter Name auf Titel.
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Los 260
Betti, Orazione funerale
Medici, Cosimo de. - Betti, B. Orazione funerale da lui pubblicamente recitata nelle esequie del Sereniss. Cosimo Medici Duca di Toscana celebrate il di 13 di giugno 1574 con la descrizione dell'apparato messa nel fine. Florenz, Giunta, 1574. (23,5:16,5 cm). Mit Holzschn.-Titel- u. Druckervignette am Schluß, 3 gr. figürlichen Holzschn.-Initialen u. 1 Holzschn.-Porträt. 15 Bll. Hlwd. d. 19. Jh., berieben.
EDIT 16, CNCE 5659; Adams B 845. - Einzige Ausgabe. Selten. Das Holzschn.-Porträt. zeigt Cosimo de Medici. - Etwas stockfleckig. Schöner Druck auf Bütten, unbeschnitten.
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