I. Inkunabeln und Handschriften

Los 1
Biblia germanica. Nürnberg 1483. Bd. 2
Biblia germanica. Neunte deutsche Bibel. Teil 2 (von 2). Nürnberg, A. Koberger, 17. Feb. 1483. Fol. (40,5:27,5 cm). Got. Typ., 2 Kol., durchgehend in Rot eingemalte Initialen. Mit 21 altkolorierten Textholzschnitten sowie 2 Initialen in Gold u. Farben auf dem 1. Textblatt. 1 w., CCXCVI-CCCCCLXXXIII, 1 w. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. 16. Jh. über Holzdeckeln, zwei Schließen; gebräunt, etwas berieben, Ecken bestoßen, Beschläge entfernt. Vorderes Innengelenk eingerissen, hinteres verstärkt.
Hain 3137; GW 4303; BMC II, 424; Goff B-632; Bibelslg. Württ. LB, E 22; Fairfax Murray 63; v. Arnim, Slg. Schäfer I, 52. - Teil 2 der ersten in Nürnberg gedruckten deutschen Bibel, berühmt für ihre Illustrationen. Die Stöcke waren von Koberger aus der Holzschnittfolge zu den im Handel kaum auffindbaren Quentell-Bibeln von 1478/79 erworben worden. Die Holzschnitte in klaren, schwarzen Abdrucken und schönem zeitgenössischen Kolorit. - Teilw. etwas gebräunt. Stellenweise etwas fleckig bzw. stock- u. fingerfleckig, meist in den Rändern, letzte Bll. stärker fingerfleckig. Wenige alte Anmerkungen u. Feuchtigkeitsränder. Vorderer Innendeckel mit Schabstelle, hinterer mit Papierresten. Besitzvermerk des 16. Jh. auf Innendeckel, Vorsatz u. weißem Blatt (Höchstatt a.d. Aisch), weiterer Vermerk auf dem 1. Blatt. Kleiner Sammlerstempel auf dem 1. u. letzten Blatt.
Part 2 (of 2) only, with 21 woodcuts in contemporary colouring. - Some browning, spotting and thumbing, heavier thumbing to last leaves. Some dampmarking in places, few old annotations. 16th cent. ownership inscriptions to inner cover, fly-leaf and first blank, small collector's stamp to first and last prined leaf. Bound in 16th cent. blindstamped pigskin over wooden boards, two clasps, browned and somewhat rubbed, cornerpieces removed, paper remnant to rear inner cover.
 
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20.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 2 *#
Biblia latina. Handschrift auf Pergament
Biblia latina cum prologis S. Hieronymi et cum interpretationibus nominum hebraicorum. Lateinische Handschrift auf Pergament. Paris (?), ca. 1260-1280. 4to. Blattgr. ca. 21:14,5 cm, Schriftspiegel ca. 14:10,5 cm. 2 Kolumnen (hebr. Namen in 3 Kolumnen), 41-42 Zeilen, rubriziert. Mit schwarzbrauner Tinte in feiner gotischer Perlschrift geschrieben; Kolumnentitel u. Kapitelnumerierung in Blau u. Rot. Mit sehr zahlreichen Fleuronnée-Initialen in Rot u. Blau, viele mehrzeilige Initialen mit reicher Binnenfeldornamentik sowie filigranen Ausläufern u. Zierleisten.  485 (statt ?) Bll.; die fehlenden Bll. zum Teil durch kalligraphierte Bll. im selben Stil ersetzt. Lederband d. Zt. über Holzdeckeln mit Streicheisenlinien u. reicher Blindprägung aus vier Einzelstempeln; spätere Schließen, Schließbänder erneuert, Ecken, der Bereich um die Schließenhaften, der Rücken an Kopf u. Schwanz sowie vorderes Gelenk restauriert, hinteres Gelenk leicht angebrochen.
Typische "Pariser Bibel" des 13. Jahrhunderts, wie sie um 1230 ihre endgültige Gestalt erhielt. Im Bibeltext fehlen 12 Blätter, die durch wohl am Ende des 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts kunstvoll neu geschriebene Blätter ersetzt wurden, auch die Initialen und Zierleisten sind hervorragend imitiert. Die Erklärungen der hebräischen Namen brechen im Buchstaben E ab, sie wurden auf 11 neu geschriebenen Blättern bis zum Buchstaben L fortgeführt. Außerdem am Ende eingebunden 4 neu geschrieben Blätter, die offenbar 4 noch vorhandene, aber durch Tintenfraß beschädigte Blätter im Buch Daniel ersetzen sollten; hier sind die farbigen Verzierungen nicht vollendet. - Meist etwas gebräunt u. stellenw. etwas fleckig, wenige Bll. stärker; im oberen oder unteren Rand stellenw. mit schmalem Wasserrand; hier u. da mit leichten Farbverwischungen. Etwa 70 Bll. mit meist kleinen Fehlstellen durch Tintenfraß, bei weiteren Blättern Stellen unleserlich. 8 Bll. mit Einschnitt im Außenrand.
Latin Bible with the Prologues attributed to St. Jerome and interpretations of Hebrew names. Manuscript on vellum, Paris (?), second half of 13th century. 485 leaves (not complete), in a fine gothic bookhand in dark brown ink. With rubrics in red, running headings and chapter numbers in red and blue. Also with numerous initials in red and blue with elaborated extensions and penwork. 12 missing leaves of text supplied by artificial, very similar calligraphic leaves from a late 19th or early 20 century hand; the interpretation of Hebrew names ending at letter E continued by the same hand to letter L. - Some browning; some staining in places, heavier to few leaves; some marginal waterstaining in places; slight colour blurring here and there. Mostly small defects due to ink erosion to c. 70 leaves, some other leaves partly illegible; marginal cut to 8 leaves. Contemporary blind-tooled calf over wooden boards with later clasps, restored.
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70.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 3
"Si Lira non lirasset Lutherus non dictasset" -
Biblia latina. Nürnberg 1485 / 4 Bde.
Biblia latina. - Biblia cum postillis Nicolai de Lyra et expositionibus G. Britonis in omnes prologos S. Hieronymi et additionbus Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering. Tl. 1-2 u. 4 (von 4) in 3 Bdn. Nürnberg, Anton Koberger, 1485. Fol. (32:24 cm). Got. Type, 2 Kol., Text von Kommentar in kleinerer Type umgeben. Mit 4 Initialen in Gold u. Farben, eingemalten Initialen in Rot u. Blau sowie 28 (4 blattgr.) teils schematischen Textholzschnitten. - Dazu: Dass. Tl. 2 (von 3), (Venedig, Franz Renner, 1482). Fol. (33:24 S.). Got. Type, 2 Kol., Text von Kommentar in kleinerer Type umgeben. Mit 2 Initialen in Gold u. Farben, 1 farbigen Ranke u. eingemalten Initialen in Rot u. Blau. 468 nn. Bll. Blindgepr. Lederbände d. Zt. über Holzdeckeln, tlw. leicht abweichend, mit noch 15 (von 32) Eckbeschlägen u. 6 (von 8) Mittelstücken aus Messing, Schließenreste, beschabt u. tlw. wurmstichig, Rücken alt mit Farbe überstrichen u. lädiert.
I. Hain-C. 3166; GW 4288; BMC II, 427 (Impressum vorliegend wie dort); Goff B-613; Schreiber 3472; Bibelslg. Württ. LB, D 115. - Die Bibel mit dem Kommentar des Nicolaus de Lyra war erstmals 1481 von Herbart in Venedig gedruckt worden, vorliegend 3 Teile der ersten Ausgabe bei Koberger, die auch die erste illustrierte lateinische Bibel ist. Die Holzschnitte (vorliegend alle in Teil 1) entstammen dem Koberger-Druck der Postilla Nicolaus' de Lyra vom 22. Jan. 1481, damit die ältesten Illustrationen der Offizin. Sie stellen in schematisierter Form Bundeslade, den großen Leuchter, Gesetzestafeln, Hohepriester, Tempel, Pläne, Grundrisse etc. dar. "De Lyra's famous commentary added much to the bulk and beauty of many early Bibles, and a Nuremberg edition was used by Luther" (Rumball-Petre 29). Das Neue Testament mit einigen Marginalien von alter Hand, die sich auf Luther beziehen, entsprechend der Vorsatz mit dem alten Eintrag: "Si Lira non lirasset Lutherus non dictasset". - Kollation: Tl. 1: 468 nn. Bll. (das erste weiß); Tl. 2: 370 nn. Bll. (Bl. 260 zwischen Ps. u. Prv. weiß);  Tl. 4: 386 nn. Bll. (das erste Bl. u. die zwei letzten weiß). - II. Hain-C. 3165; GW 4287; BMC V, 197; Goff B-612; Bibelslg. Württ. LB, D 97. - Enthält Psalterium (Lagen A-K), Proverbia, Ecclesiestes, Sapientia, Ecclesiasiticus sowie die Großen und Kleinen Propheten und Makkabäer I-II; insgesamt die Lagen A-K und 1-37. Da der in (I) nicht vorliegende Teil 3 nicht so umfangreich ist, liegt eine vollständige Bibel vor, u.a. das Psalterium ist doppelt vorhanden. - Insgesamt stellenw. wasserfleckig, meist nur im Rand; vereinzelt fleckig; (II) im Kopfsteg mit Wurmspuren, (I) nur vereinzelt mit einigen Wurmlöchern; wenige Eckabrisse, 2 Bll. in Tl. 4 mit hinterlegtem Einriss. An den Initialen im Bibeltext von (I) meist etwas fleckig, vermutlich wurden dort vor dem Einmalen der Initialen enstprechende Buchstaben in Tinte entfernt. Alle Bände auf dem ersten Textblatt mit Besitzvermerk des Jesuitenkollegs Burghausen (Oberbayern), datiert 1646, 1634, 1653 und 1646; außerdem mit Exlibris bzw. Papierrückenschild des Archivs Oberdeutsche Provinz S. J., die zeigen, dass die zumindest dort die Bände unter einer Signatur aufgestellt waren.
Contains the whole Latin Bible with the commentaries of Nicholas of Lyra: Parts 1, 2 and 3 (of 4) of the Koberger edition printed in 1485 and part 2 (of 3) of the edition printed 1482/83 in Venice by Franz Renner, thus e.g. the psalter is present twice. With numerous initials supplied in red and blue, vol. 4 rubricated. This Koberger edition is the first illustrated Latin bible, the present part 1 with 28 woodcuts. - Mostly marginal waterstaining in places; some staining at the initials in the main text of (I); otherwise staining here and there; mostly marginal worming to the Renner volume, some worm holes to the other volumes here and there; few corners torn off, tears without loss to 2 leaves in part 4. Blind-tooled calf over wooden boards, heavily worn, lacking the clasps and most of the brasses. All volumes with 17th century ownership inscriptions of the Jesuit school in Burghausen (Upper Bavaria).
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12.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 4
Brant, Stultifera navis
Brant, S. Stultifera navis. Basel, J. Bergmann von Olpe, 1. August 1497. 4to (21,5:16 cm). Rom. Typ. Mit altkol. Titelholzschnitt und 116 (dav. 9 altkol. bzw. ankol.) großen Textholzschnitten meist von A. Dürer u. alt ankol. Druckermarke am Schluss. 159 (o.d.l.w.) röm. num. Bll. Kalblederband d. 18. Jh. mit Rückenverg. u. Rsch., Kanten und Bünde etwas berieben.
Hain-C. 3750; GW 5061; Goff B-1090; Meder S. 275; nicht im BMC - Fünfte latein. Ausgabe, die zweite bei Johann Bergmann u. mit den von den Originalstöcken gedruckten, überwiegend dem jungen Dürer zugeschriebenen Holzschnitten.  "Erst Goethes 'Werther' hatte höhere Auflagen erlebt" (Schoch/Mende/Scherbaum 266 Anm.) Zugleich die erste Ausgabe in der durch Beigaben Thomas Beccadelli's erweiterten Fassung des Narrenschiffs in Jakob Lochers latein. Übersetzung. Die überwiegend in schönen und klaren Abdrucken vorliegenden Holzschnitte, darunter 2 ganzseitig, sind von bekannter kunsthistorischer Bedeutung. - Fast durchgehend mit leichten Fingerspuren, sonst nur ganz vereinzelt leicht fleckig. Auf wenigen Seiten alte, blasse Unterstreichungen u. hs. Marginalien. Bl. 1 (Titel) u. Bl. 8 im Bund- und Fußsteg breit angerändert. Bl. 57 u. 70 je 1 kleiner Randeinriss sauber geklebt. Bl. 107-110 u. Bll. 155-159 am Schluss um je wenige mm enger beschnitten u. möglicherweise aus einem anderen Exemplar der gleichen Ausgabe stammend, Rubrizierung und alte Kolorierung sehr ähnlich. Bll. 115-119 Pag. etwas angeschnitten. Provenienz: Reiss & Auvermann, Auktion 39 (1988), Los 117 .
First enlarged edition by Thomas Becadelli and in total the fifth Latin edition. With the woodcuts, partly in old colour largely attributed to the young Duerer. The woodcuts mostly in fine impressions. - Slight fingerstaining almost throughout, else little staining in places only. Faint manuscript annotations and underlinings in places. Leaf 1 (title) and leaf 8 remargined at gutter and buttom. Leaf 57 and leaf 70 each with small tear carefully closed. Leaves 107-110 as well as leaf 155-159 slightly trimmed and most likely from another copy of the same edition, rubrication and the partial old colouring very similar. Leaves 115-117 pagination slightly shaved by the binder's knife. 18th century calf, slightly rubbed.
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15.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 5 *#
Breydenbach, Von der heilgen reyse
Breydenbach, B. v. Von der heilgen reise heilsamen fart uber mehr, ghen Jerusalem, zu dem hailgen grabe unsers hern Jhesu christi. Deutsche Handschrift auf Papier. Mühlhausen 1527. 4to. Blattgr. ca. 19,5:15 cm, Schriftspiegel ca. 16,5;12 cm. Mit schwarzer Tinte in sauberer Bastarda geschrieben, Hervorhebungen in Rot. CXVII num., 7 (statt ?) nn. Bll. In alten Manuskriptpergamentband neu eingehängt, vorderes Außengelenk aufgeplatzt, Rückdeckel fleckig.
Bearbeitung der deutschen Fassung von Bernhard v. Breydenbachs "Peregrinatio in terram sanctam", die in deutscher Übersetzung erstmals 1486 in Mainz bei Reuwich erschienen war, eine zweite Ausgabe folgte 1488 in Augsburg bei Sorg ("Die fart oder reysz über mere" etc.). In der vorliegenden Handschrift bearbeitet und geschrieben von Matthias Sartoris, einem Dominikaner. Bernhard v. Breydenbach (ca. 1440-1497), Domherr und hoher Beamter in Mainz, reiste 1483/84 mit weiteren Adligen und Gefolge nach Jerusalem und zum Berg Sinai, vorliegend ab Bl. XLI "Reiß von Hierusalem durch die Wusteney gegen den berg Synay zu sant Katherina". Ab Bl. LXXIv folgen die Abschnitte über die verschiedenen Religionsgemeinschaften im Orient, ab Bl. CXVIIv ein ausführliches Register. Der Bearbeiter nennt sich Bl. LXXIr: "Frater Mathias Sartoris ordinis predicator(um) Conventus hallen(sis) predicator in Mulhaußen anno d(o)m(ini) 1527 scripsit hec omnia". Welchen Druck er als Vorlage nutzte, können wir nicht entscheiden. Kürzungen werden z.B. an einer Stelle deutlich: Nachdem berichtet wird, dass ein Vertrag mit dem Venezianer Contereni über die Beförderung nach Jerusalem geschlossen wurde, wird dieser Vertrag in den Ausgaben 1486 und 1488 wörtlich abgedruckt, vorliegend heißt es "wie das verbrifft und verburget ward sih den Breytenbach" (Bl. IIII). Beiliegt ein Inhaltsverzeichnis auf einem Doppelblatt in 4to (19:15 cm), verfertigt vom Vorbesitzer Hans Carl v. Ow-Wachendorf (1814-1882), dazu ein eingelegter Zettel, auf dem es heißt: "Dasselbe bestätigt und richtig befunden von Oberstudienrath Dr. W. Heyd, Oberbibliothekar der K. Öffentlichen Bibliothek zu Stuttgart 21/5. 1884" (folgt ein Zitat von Heyd: " ... das Manuscript enthält nichts anderes als einen ziemlich weitläufigen Auszug"). - Durchgehend etwas wasserrandig, tlw. dort auch etwas sporenfleckig; vereinzelt im Außensteg etwas tintenfleckig. Das ausführliche alphabetische Register endet im Buchstaben "T", es fehlen also höchstwahrscheinlich einige Blätter am Ende.
Interesting redaction of the German version of Bernhard von Breydenbach's famous travel report, written by a Dominican friar in 1527. - Some waterstaining throughout, there partly some traces of mildew; ink staining to outer margins of few leaves. The alphabetical register ends in the letter T, so there are most likely some leaves missing at end. Recased in manucript vellum, upper joint cracked, staining to rear cover.
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15.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 6 *#
Sammelhandschrift zu Büchsenmeisterei u.a.
Büchsenmeisterei. - Sammelhandschrift zu Büchsenmeisterei, Kriegsrecht u.a. Deutsche Handschrift auf Papier. O.O. 1554-1562. Fol. Blattgr. ca. 29:18,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Mit braunen u. braunschwarzen Tinten von mehreren Händen in deutschen Kursiven geschrieben, Unterstreichungen mit roter Tinte, außerdem durchgehend im unteren Rand mit Linien in rotbrauner Tinte aufgefüllt. Mit 5 ganzseitigen Federzeichnungen in brauner u. roter Tinte. 135 nn. Bll. Hprgt. um 1900.
Umfangreiche und interessante Sammelhandschrift, zum Teil eine Abschrift der bei Christoph Egenolff und seinen Erben zwischen 1529 und 1597 mehrfach erschienenen "Büchsenmeisterei". Enthält zunächst "Eine lehr so Keiser Maximilian In seiner Jugent durch erfarne treffliche seine kriegs räth Zugestelt ist" (Bl. 1-7), ein Lehrgedicht, das sich, mit geringen Abweichungen, ab 1534 auch am Schluss von Egenolffs Ausgaben der "Büchsenmeisterei" findet, hier noch ohne Zwischentitel. Bl. 8-37 enthält die "Büchsenmeisterei", in der es vor allem um die Zubereitung von verschiedenen Sorten von Schießpulver geht. Bl. 37-39 folgen "Gemeine Streits Regelnn", die sich ebenfalls in den Egenolffschen Ausgaben finden, auf Bl. 39 beginnt auch "Ordnung Namen und Regiment alles Kriegs Volcks ... auß dem Kriegs rathschlag ... Jacoben Preussen, Zeugmaisters" (endet Bl. 42; der Hinweis auf Jacob Preuß findet sich in der Egenolff-Ausgabe von 1559 z.B. nicht mehr). EIn Zwischentitel auf Bl. 43 lautet "Gerichts Hendell unnd Cautele in malefich Hendelnn Schüldtrechten unnd gastrechten", danach folgen verschiedene kriegsrechtliche Abschnitte, so ab Bl. 44 "Die gerichts ordnüng under den Landes Knechten zuführen und zu halten", diese findet sich etwa so in Leonhard Fronspergers "Von kaiserlichen Kriegsrechten". Ab Bl. 57 geht es um Bestallungen, die erste dort zitierte Bestallung ist den 18. Mai 1550 datiert, auch andere Formulare werden vorgestellt, dazwischen ab Bl. 71 verso eine Schiffordnung und eine "Schiffgeschichte aus Hispanien". Ab Bl. 79 wechselt der Schreiber, dort beginnen die "Artickel darauff die Hauptleut ... unnd gemeine knecht der Ro. Kay. Maj. unserm aller gnedigisten Herrnn gelobenn und schwerenn sollen S. K. M. zu dienen". Es folgen weitere Exzerpte über verschiedene Themen, z. T. von anderen Händen, u.a. wieder Bestallungen, aber auch Multiplikationstabellen, Eidesformeln und die fünf Tuschzeichnungen. Diese zeigen Feuerpfeile und militärische Erfindungen. Das Wasserzeichen ist in allen Abschnitten dasselbe (ein um 90 Grad gedrehter Bär mit Halsband). Unter dem Lehrgedicht steht "Anno 1.5.5.4. I.W.", der Titel der Büchsenmeisterei ebenfalls 1554 datiert, die erste Zeichnung trägt die Jahreszahl 1556, das Schlussblatt ist verso "den 14 Martij an(n)o 1562" datiert. Auf Bl. 109 verso findet sich zwischen zwei Abschnitten ein Zusatz von anderer Hand: "Gefertiget von mir Hanß sinnecker(?)". - In der zweiten Hälfte seitlich knapp beschnitten; das Lehrgedicht mit Wurmgang im Text. - Exlibris des englischen Forschungsreisenden, Reiters und Großwildjägers Oberst J. Hamilton Leigh (1867-1944) aus Stockport.
Interesting composite manuscript on military themes, partly following the gunsmith manual repeatedly printed by Christian Egenolff and his heirs, partly obviously Leonhard Fronspergers works. With 5 full-page pen-and-ink illustrations. Bookplate of Col. J. Hamilton Leigh (1867-1944), explorer and big game hunter. - Partly trimmed at outer margins, wormtrail affecting text to first leaves. Half vellum around 1900.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 7
Duns Scotus, Quaestiones
Duns Scotus, J. Quaestiones in secundum librum Sententiarum. Hrsg. Thomas Penketh. (Padua), Albrecht von Stendal, 1474. Fol. (34:24,5 cm). Rom. Typ., 2 Kol. Blau u. rot rubriziert, eingemalte Initialen in Rot und Blau, Blatt 2 mit großer farb. Initiale mit Rankenwerk. 158 nn. Bll. Maroquinband wohl aus der ersten Hälfte d. 20. Jahrhunderts mit dezenter Blindprägung u. goldgepr. Rtitel, Vordergelenk eingerissen.
Hain-C. 6426; GW 9081; BMC VII, 12; Goff D-385. - Erste Ausgabe, herausgegeben von Thomas Penketh. "Da der Schluss der 6. Distinctio keinen Platz mehr auf der Lage hh hatte und die nächste Lage i schon gesetzt war, fügte der Drucker den Rest als Nachtrag am Ende des Buches an und machte in der letzten Zeile der Lage hh eine entsprechende Notiz" (GW). Schöner zweispaltiger Druck, breitrandig, am Schluß des Werkes vom Rubrikator monogrammiert. - Etwas stock- u. fingerfl., 1. Bl. mit Wiener Besitzvermerk des 17. Jh., hinterer Innendeckel mit Bezug eines früheren Pergamentfragmentes eines Briefes vom Bischof von Passau an die Offiziellen von Krems. Provenienz: aus der Bibliothek Broxbourne mit Exlibris sowie dem "Diamont-shape"-förmigen Initialstempel von Albert Ehrmann; Reiss & Sohn, Auktion 95 (2004), Los 459.
First edition, fol. 2 with decorated initial and marginal decorations, some initials in red and blue, rubricated, last leaf initialled by the rubricator. - Some spotting and fingermarking, first leaf with marginal inscription "Facultatis philosophica vienna 1686". Rear inner cover paste-down is a fragment of an letter on vellum by the bishop of Passau. Overall a nice copy bound in recent red morocco, small tear to upper joint. From the Broxbourne library.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 8
Johannes Ferrariensis, De coelesti vita
Johannes Ferrariensis. De coelesti vita et de animarum immortalitate. Hrsg. von Antonius de Canchorio. (Venedig), Matteo Capcasa für Hieronymus Blondus, 19. Dez. 1494. Fol. (32,5:23,5 cm). Rom. Typ. Mit Holzschn.-Initiale u. Druckermarke, Titel in Rot gedruckt. 71 röm. num., 1 nn. Bll. - Angebunden: Eusebius Caesariensis. De evangelica praeparatione a Georgio Trapezuntio e graeco in latinum traductus. Hrsg. von Hieronymus Bononius. Venedig, Bernadinus Benalius, 31. Mai 1497. Fol. Rom. Typ. Mit 1 Textholzschnitt. 108 nn. Bll. - L. C. Lactantius Firmianus. Opera. Mit Brief des Johannes Andreas (de Bossis), Bischof von Aleria. Venedig, Simon Bevilaqua, 4. April 1497. Fol. Rom. Typ.; Min. f. Init. 139 nn. Bll. (davon 1 weiß, ohne das 2. w. Bl.). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 Messingschließen, etwas beschabt oder wurmstichig.
I. Hain-C. 6982; GW M13549; BMC V, 485; Goff J-313. - Wohl einzige Inkunabelausgabe, ein ebenfalls 1494 in Florenz bei Bonnacorsi erschienener Druck wird nur von Hain verzeichnet. - II. Hain-C. 6706; GW 9444; BMC V, 376; Goff E-122; Sander 2610. - Fünfte Ausgabe, erstmals 1470 in Venedig erschienen. Der Holzschnitt am Schluss mit einer Darstellung des hl. Hieronymus. - III. Hain-Cop. 9818; GW M16553; BMC V, 522; Goff L-13. - Letzte Ausgabe des 15. Jahrhunderts, die einzige bei Bevilaqua. Bll. n6 u. A1-7 nach vorne gebunden. - (I) u. (II) im Kopfsteg tlw. mit Wasserfleck; (III) stellenw. gebräunt u. im Fußsteg mit Wurmgang u. ohne 1 weißes Blatt. Exlibris des Priesterseminars St. Luzi in Chur, Titel von (I) mit entsprechendem Stempel "S. C." u. Besitzvermerk.

 
Sammelband with three works, all printed in antiqua. Some marginal waterstaining to (I) and (III); browning in places, marginal worm trail to (III), lacking 1 blank. Small stamp of a theological seminary to title of (I). Blindtooled pigskin over wooden boards with 2 clasps, rubbed, some worming.
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8.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 9 *
Missale. Deutschland (?), 1400
Missale. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Deutschland.
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(abgelaufen)
(abgelaufen)
Los 10
Der Erstdrucker Nürnbergs
Petrus Lombardus, Glossa psalterii
Petrus Lombardus. Glossa psalterii. (Nürnberg, Johann Sensenschmidt u. Andreas Frisner, 1475/76). Fol. (34:23,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit großer Anfangsinitiale in Rot u. Braun sowie zahlr. kl. Initialen in Rot. Rubriziert. 415 nn. Bll. (1. weiß). Prgt. d. Zt. über Holzdeckeln mit Streicheisenlinien; später wurde der Einband weinrot eingefärbt, der Rücken u. die Vorsätze erneuert sowie die Schließen, die Messingeckbeschläge sowie die Messingbuckel in der Mitte angebracht; etwas berieben.
Hain 10202; GW M32581; BMC II, 408; Goff P-476. - Erste Ausgabe des Psalmenkommentars des berühmten Scholastikers. Sensenschmidt, der 1474-1478 mit Frisner zusammenarbeitete, ist der Erstdrucker von Nürnberg. Durchgehend rubriziertes Exemplar.  - Im Rand mit wenigen Wurmlöchern oder kleinen Wurmgängen; untere Außenecken des 1., 2. u. letzten Blatts ergänzt; 3. Blatt etwas fleckig u. mit entferntem Stempel, die große Initiale bei der Restaurierung mit Tinte aufgefrischt, auf die Versoseite durchschlagend u. mit etwas Tintenfraß.
First edition. - Slight marginal worming, 3 corners restored, some marginal worming, erased stamp and ink oxydation to third leaf (begin of text). Contemporary vellum, restored: coloured in red, spine renewed, new brasses and clasps; somewhat rubbed.
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6.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 11
The First Printed Topographic Maps
Rudimentum novitiorum. 1475
Rudimentum novitiorum. Epithoma partes in sex juxta mundi sex aetates divisum, prius alibi non receptum quod placuit rudimentum novitiorum intitulari. (Lübeck), Lucas Brandis, 5. August 1475. Fol. (39,3:29,2 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, mit eingemalten Initialen in Blau und Rot. Mit 1 großen altkolorierten Holzschnitt-Initiale über 37 Zeilen, koloriert in Gold und Farben und mit mehrfarbigem eingemaltem Rankwerk über beide Kolumnen; 5 altkolorierten Holzschnitt-Initialen in Gold und Farben über 14-16 Zeilen mit eingemaltem mehrfarbigem Rankwerk, 23 mehrfarbigen eingemalten Initialen über 5-8 Zeilen, 2 doppelblattgroßen Holzschnitt-Karten (Welt und Palästina), 1 ganzseit. Textholzschnitt, ca. 149 (inkl. Wiederh.; 6 altkolorierten) Textholzschnitten in verschiedenen Größen, 37 ganzseitigen genealogischen (inkl. Wiederh.) und 29 ganzseitigen historischen schematischen Holzschnitten. 475 (statt 476; inklusive 2 leere, jedoch ohne das leere Bl. a1) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit 7 (von 8) Messing-Eckbeschlägen, 2 Messing-Mittelstücken und 4 durchbrochen gearbeiteten Messing-Haften; Rücken geweißt, gering bestoßen, Vorderdeckel etwas wurmstichig und fleckig, Rückdeckel nur mit wenigen einzelnen Wurmlöchern. Restauriert (s.u.).
Erster datierter Lübecker Druck - Erste gedruckte topographische Weltkarte - Erste gedruckte moderne Landkarte - Erste gedruckte Karte von Palästina - Erstdruck der 'Descriptio Terrae Sanctae' des Burchard von Monte Sion - Die ersten "Gelehrtenbilder" in Holzschnitt - Früher Abdruck von 29 Fabeln des Äsop

Hain-C. 4996; GW  M39062; BMC II, 550; Schramm X, 1-96; Baer, Historienbücher 183. – Erste Ausgabe der frühen Weltchronik. Ein prototypographischer Meilenstein, der unter anderem bedeutendes kartographisches, geographisches und ikonographisches Wissen zum ersten Mal im Buchdruck vorstellt. Von eminenter Seltenheit. Das Rudimentum war zur Vermittlung grundlegenden Wissens gedacht, vornehmlich wohl für junge Kleriker, aber auch für Personen, die sich keine eigene Bibliothek leisten konnten. "Am Beginn der Lübecker Druckgeschichte steht ein Werk, das seines kolossalen Umfangs und seiner kostbaren Ausstattung wegen zu den hervorragendsten typographischen Denkmälern gehört. Es ist die unter dem Namen Rudimentum Novitiorum bekannte theologisch-historische Enzyklopädie eines ungenannten Verfassers" (G. Kohfeldt. Zur Druckgeschichte des Lübecker Rudimentum Novitiorum vom Jahre 1475. In: Zentralblatt für Bibliothekswesen 24 [1907] S. 26ff). Dem Vorbild des Isidorus von Sevilla folgend ist das Werk in sechs Zeitalter unterteilt. Beginnend mit der Schöpfungsgeschichte wird die Periode des alten Testaments und der Antike in fünf Zeitaltern dargestellt. Von besonderer Bedeutung für die Geographie und die Kartographie sind das zweite und das dritte Zeitalter. Das zweite Zeitalter enthält die bedeutende doppelblattgroße Weltkarte und ein umfangreiches geographisches Lexikon (Bll. 75-107). Im dritten Zeitalter findet sich eine ausführliche Beschreibung des Heiligen Landes und die erste gedruckte Landkarte von Palästina. Die "gewaltige Geschichtsenzyklopädie … umschließt (darüber hinaus) in ihren … geographischen Teilen den Erstdruck der 1283 verfaßten 'Descriptio Terrae Sanctae' des Burchard von Monte Sion, ferner im Anhang das 'Martyrologium' des Usuardus..." (A.-D. von den Brincken. Die Rezeption mittelalterlicher Historiographie durch den Inkunabeldruck. In: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im späten Mittelalter, 31 [1987], S. 225). Das fünfte Zeitalter bringt Artikel zu Naturwissenschaftlern und Philosophen der Antike, darunter Aristoteles, Bias von Priene, Cicero, Diogenes, Empedokles, Hippokrates, Perikles, Plato, Pythagoras, Sokrates, Sophokles, Xenophon, wie auch 29 Fabeln des Äsop. Das sechste Zeitalter für die Zeit von Christi Geburt bis zum Jahr 1473 behandelt vornehmlich die Historie von Kaisern und Königen, Päpsten und Märtyrern.
Im Handel von größter Seltenheit, insbesondere, wenn wie hier, mit vollständigem Blattbestand und ohne Ergänzungen von Blättern aus anderen Exemplaren. Das Jahrbuch der Auktionspreise nennt für die Jahre 1950-2020  lediglich 1 vollständiges Exemplar (1951 bei Hauswedell & Nolte, Auktion 43 Nr.23), 3 weitere Exemplare waren stark unvollständig. Die Exemplare der Bibliotheken Joost R. Ritman und Otto Schäfer mit Ergänzungen einzelner Blätter aus anderen Exemplaren.

Illustrationen
Das Rudimentum präsentiert sich in reichster Ausstattung mit Holzschnitten von herausragender Qualität. Wenige der Holzschnitte waren von Brandis bereits zuvor für den Druck seiner Josephus-Ausgabe verwendet worden. "Was im 'Josephus' versucht worden war, gedieh im 'Rudimentum' ... zur Vollendung... Ein edler Rhythmus verbindet dort Druck, Ornament und Illustration zu einer derartig einheitlichen Schönheit, dass dieses Buch als mustergültig für die Erzeugnisse der Presse aller Zeiten gelten kann" (Baer, Historienbücher, S. 98ff, ausführlich). Die erste Lage zeigt 19 Stammbaum-Holzschnitte, graphisch als Ketten geformt und meist mit szenischen Darstellungen verziert. Diese blattgroßen Holzschnitte sind Wiederholungen der bereits im Text vorhandenen Stammbäume und fehlen häufig, da sie wohl erst nach dem Abschluss des Druckes von Brandis hinzugefügt wurden. Vorliegendes Exemplar enthält auch das selten vorhandene 11. Blatt dieser ersten Lage mit erneutem Abdruck des Stammbaums von Blatt *5 verso (so auch das Expl. der BSB, vgl. BMC, Anm.). Abgeschlossen wird die erste Lage mit einem blattgroßen Ensemble von 9 Holzschnitten mit Szenen aus dem Leben Jesu. Die Vorlage dazu wurde vielfach kopiert. "Die Originale ... sind verloren gegangen... Die Kopien im Rudimentum ... gehören zu den frühesten und besten; sie sind besonders wertvoll, da ein in den übrigen Kopien-Serien fehlendes Bild, 'Der Auszug der Apostel', unter ihnen enthalten ist" (Baer). Es folgen 7 schöne Holzschnitte zu den Schöpfungstagen, von denen die ersten 6 koloriert sind. Zahlreiche Holzschnitte zu Stadtgründungen zeigen meist einen Regenten, der Arbeitern (Maurern, Handwerkern) Anweisungen erteilt, darunter auch "(S3 ve) ein ziemlich wahrheitsgetreues Abbild der Stadt Lübeck" (Baer; wiederholt auf Bl. *2 ve und m4 ve). Szenen von Belagerungen mit den ersten Handfeuerwaffen, sogenannten "Handrohren", sind in mehreren Abdrucken vorhanden. Die Gelehrten-Biographien mit neun Darstellungen in zahlreich wiederholten Abdrucken, illustrieren "zum ersten Male Philosophen, Dichter und andere berühmte Männer in äusserst charakteristischer Weise im Formschnitt ... Alle sind in einer bestimmten Thätigkeit dargestellt, die meisten schreiben, Aerzte heben ein Harnglas, ... Astronomen betrachten die Sterne. Die 'Gelehrten' gehören zu den bedeutendsten Illustrationen des Buches" (Baer). Die schematischen historischen Darstellungen des 6. Zeitalters führen chronologisch Päpste, Regenten und Gelehrte in drei Kolumnen von Ringen auf. Oberhalb wiederholt eine Darstellung von Papst, Kaiser und einem Gelehrten. Die großen kolorierten Holzschnitt-Initialen haben figürliche Darstellungen im Zentrum. Das prächtige Kolorit der Initialen sowie die eingemalten großen Akanthus-Ranken und die mit Akanthus-Blättern verzierten eingemalten kleineren Initialen überwiegend in Blau-, Grün-, Mauve- und Rot-Tönen an einigen Stellen mit Gold gehöht. Die eingemalten Initialen und Ranken fügen sich in die Verzierung der ebenso kolorierten Holzschnitt-Initialen hervorragend ein. Rubriziert, zahlreiche kleine Initialen in Rot und Blau.

Holzschnittkarten
Das Rudimentum, dessen Druck 2 Jahre vor dem ersten mit Karten versehenen Atlas (Ptolemaeus, Bologna 1477) erfolgte, enthält mit den doppelblattgroßen Holzschnittkarten die beiden ersten gedruckten Landkarten mit topographischen Details. "These are the first to try to show land forms and countries in topographical relation to each other" (Shirley).
Weltkarte. - Shirley 2; The World Encompassed 42. - Zweite gedruckte Weltkarte, vorausgegangen war nur die kleine schematische "T-O" Karte aus dem Isidorus von 1472. Die kreisförmige Weltkarte auf 2 Blatt mit dem dreigeteilten kreisrunden Kartenbild, der symbolischen Darstellung von Ländern durch Berge und den teilweise mythologischen Figuren markiert den letzten Stand und Höhepunkt des mittelalterlichen Verständnisses der Geographie. Sie spiegelt aber mit den halbwegs richtigen Verortungen der Länder zueinander gleichzeitig die moderne Erkenntnis der geographischen Verhältnisse. "It gains vivacity by scattering its place names over a myriad of little hills" (TWE). Erstmals auf einer gedruckten Landkarte genannt werden über 100 Länder, Regionen und Inseln, darunter in Europa: Brabant, Böhmen, Dänemark, England, Finnland ("vinla(n)d"), Griechenland, Kreta, Norwegen, Polen, Rhodos, Rom, Russland ("Moscavia" und "Tarta(r)ea"), Schweden, Venedig, Zypern. In Asien: Arabien, Indien, Judaea, Kikilien, Palästina, Persien, Sri Lanka ("Trabrobana") sowie in Afrika: Ägypten, Äthiopien, Karthago und Lybien. Meere sind in der Darstellung untergeordnet oder symbolisch gezeigt. Deutlich ist nur das Mittelmeer zu erkennen, die Griechischen Inseln und Zypern umgebend. Am unteren Bildrand sind noch Nord- und Ostsee angedeutet. Indien liegt in einem Ozean am oberen Bildrand der dem Garten Eden entspringt, in dem zwei Zweige haltende Männer (Lehrer und Schüler?) stehen.
Palästina. - Laor 128; Loewenhardt 56; Nebenzahl 20; TWE 42. - "The first regional map (arguably the first map) ever printed" (Nebenzahl). Die erste gedruckte Regionalkarte zeigt das Heilige Land geostet aus der Vogelschau mit Jerusalem in der Mitte. Wie schon die Weltkarte ist auch hier das Land durch Berge strukturiert, die von detailliert dargestellten Städten und Siedlungen gekrönt werden. Die Berge sind in ihrem Aussehen gestaltet und von Wegen durchzogen. Als zweitgrößte Stadt ist die für die Seefahrer und Kreuzritter wichtige Hafenstadt Akkon dargestellt. Im Vordergrund das von Segelschiffen befahrene Mittelmeer, oben der See Genezareth und das Tote Meer, am rechten Bildrand das Rote Meer. Das Kartenbild ist umgeben von 8 windblasenden Köpfen. Es finden sich auch einige biblische Szenen auf der Karte, wie Taufe im Jordan, Mose empfängt die Gesetzestafeln und Kreuzigung. Nebenzahl vermutet eine verlorene Karte des Burchard von Monte Sion als Vorbild. Die Beschreibung seines zehnjährigen Aufenthalts in Palästina folgt unmittelbar im Anschluss.

Drucker
Der aus Delitzsch stammende Lucas Brandis (vor 1450-1500?) gründete seine erste Offizin in Merseburg Anfang der 1470er Jahre. Der erste dort datierte Druck ist vom 20.10.1473. Im gleichen Jahr verlegte er seine Offizin nach Lübeck. "Der erste von Lucas Brandis in Lübeck mit Namen und Datum veröffentlichte Druck ist das Rudimentum novitiorum (H 4996) vom 5. August 1475. Zuvor sind aber bereits, wie die schrittweise Erweiterung der Druckschriften zeigt, ein niederdeutsches Psalterium (HC 13520), die umfangreiche Ausgabe der Opera des Flavius Josephus (HC 9450) und mindestens noch zwei kleinere Drucke erschienen" (U. Altmann, Die Leistungen der Drucker mit Namen Brandis im Rahmen der Buchgeschichte des 15. Jahrhunderts, S. 31). Dass Brandis seine Ausbildung bei Fust und Schöffer in Mainz erhielt kann nach U. Altmann nicht als gesichert angesehen werden. 1478/79 wird er nach Magdeburg berufen und leitet dort als Werkmeister den Druck eines Missales für den Prämostratenserorden und den des Missale Magdeburgense. 1483 bis 1499 ist er wieder als Drucker in Lübeck nachweisbar. "Trotz des Dunkels, das über vielen Schaffensjahren von Lucas Brandis liegt, gebührt ihm auf Grund seiner Leistungen ein hervorragender Platz nicht nur unter den Druckern Lübecks, sondern insbesondere unter den ersten Jüngern der Schwarzen Kunst" (Altmann, S.52).

Einband
Der zeitgenössische, reich blindgeprägte Einband kann nachweislich einer böhmischen Werkstatt (Einbanddatenbank w002813) zugewiesen werden die ca. 1478-1487 tätig war. Verwendung fanden u. a. die Stempel: Doppeladler mit Krone (s021330), Drache (s021335), Rosette (s021337), Vogel auf Ast (s021338), Pelikan mit Jungen (s021340), Schriftband (s021342), Böhmischer Löwe (s021352). Je 2 Montagelöcher auf Vorder- u. Rückdeckel lassen einen ehemals vorhandenen "Stabilisator" vermuten (vgl. Adler, Buchverschluss u. Buchbeschlag, S. 111 u. Expl. der Library of Congress). - Behutsam gereinigt und sorgfältig restauriert: linke untere Ecke des vorderen Deckelbezugs (ca. 9:11 cm) ergänzt und mit passender Blindprägung versehen, der dort fehlende Eckbeschlag aus Messing ergänzt und brüniert, die 4 Schließbänder und die 4 Schließen geschickt ergänzt und farblich angeglichen bzw. das Messing brüniert. Die weiße Farbe am Rücken aufgefrischt, einige Nägel der Beschläge ergänzt; vorderes Gelenk restauriert. Vorderes Vorsatzpapier und hinteres freies Vorsatz mit altem Papier erneuert und farblich angeglichen. Heftung mit passendem Heftgarn erneuert. - In moderner Halbleder-Kassette mit goldgeprägtem Pergament-Rückenschild.

Kollation
Die Kollation ist vollkommen identisch mit dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek. Das Exemplar der Library of Congress (L. J. Rosenwald Library) ebenfalls identisch, jedoch mit dem im vorliegenden und dem Münchner Exemplar fehlenden leeren Blatt a1. Die erste Lage mit 11 Blatt genealogischer Holzschnitte mit dem häufig fehlenden, einseitig bedruckten Blatt mit wiederholtem Holzschnitt "Ofni & finees". Es folgt der Textteil, recto oben mittig in Blau nummeriert I-CCCCVIII, sowie zu Beginn ebenfalls recto, ab Bl. VIII verso in rot mittig, später in der Innenecke num. 1-409 (lückenhaft und mit Fehlern). Es fehlt das leere erste Blatt (a1) der ersten Lage des Textteils. Am Schluss 56 nicht num. Blätter, die letzten beiden leer. Das erste Blatt jeder Lage im Fußsteg alt mit brauner Tinte nummeriert (1-44).

Provenienz
1. Unbekannter Erstbesitzer, wohl aus Böhmen um 1480. Von diesem in den Abteilungen 1, 2 und 6 sehr zahlreiche sorgfältige und saubere Annotationen in den breiten Rändern und interlineare Anstreichungen, alles in roter Tinte. Schreibmaterial und Duktus lassen auf einen klösterlichen, vielleicht als Rubrikator oder Schreiber tätigen Erstbesitzer schließen. - 2. Vermutlich Jan Jiri Humpolecký z Rybenska (Georg Humpoletz), wohlhabender Adliger aus Mähren. Die wenigen Annotationen in brauner Tinte, sowie auf Bl. XVIII recto (leer) ein im 17. Jh. kalligraphierter Titel in brauner Tinte "Chronologia seu liber historiar(um) veteris & novi testamenti uariarumq(ue) rerum incidentium commemoratio", möglicherweise von seiner Hand. - 3. Wohl Johann Veit Baron v. Schwanenfeld. - 4. Graf Gottfried Ignatz v. Walldorf (1683-1739). Ebenfalls auf Bl. XVIII recto sein 1733 dat. Besitzvermerk. - 5. Franz Kajetan Graf Chorinský (1761-1821). – 6. Österreichischer Privatbesitz.

Zustand
Sehr schönes, hervorragend illuminiertes Exemplar. Durchgängig mit technisch und ästhetisch brilliant ausgeführten Restaurierungen, die häufig nur im Durchlicht deutlich erkennbar sind. Zu Beginn etwas wurmstichig, die Zahl der Wurmlöcher schnell nachlassend. Ganz vereinzelte kleine Flecken, sonst sehr sauber. Das weiße Papier der unteren Außenecke durchgehend ergänzt. Die ersten ca. 100 Bll. auch am weißen Fußsteg mit Ergänzungen. Vereinzelt auch Papier an Kopf-, und Außenstegen oder Blatträndern ergänzt. An insgesamt 19 Stammbaumholzschnitten Teile der Darstellungen meist am unteren Rand oder den unteren Ecken perfekt mit Tusche nachgezeichnet. Wenige der Stammbaumholzschnitte am Kopf gering angeschnitten. Blatt c1 (XVIII) stärker wurmstichig, und mit handschriftlichem Titel und Besitzvermerk recto auf der leeren Seite versehen (s.o.), an 3 Seiten angerändert, dabei der Holzschnitt unten sowie die blaue Foliierung nachgezeichnet. Dieses Blatt war wohl im 17. und 18. Jahrhundert zu Beginn eingeheftet. Bei der Weltkarte die unbedruckten Ränder teilweise ergänzt, dabei nur an der linken Hälfte der Karte die Einfassungslinie oben auf ca. 2 cm Länge nachgezeichnet. Die Palästina-Karte, wie fast immer, unten bis in die Darstellung beschnitten, oben nur der rechte Kopf des Windbläsers angeschnitten, sowie beide untere Außenecken (ca. 9:2,5 cm) ergänzt und perfekt nachgezeichnet. Die blauen u. roten Initialen im nicht foliierten Martyrologium stellenweise etwas durchschlagend. An den letzten 5 Blättern (2 leere) ein ca. 15:17 cm großes Stück der unteren Außenecke ergänzt, dabei die letzten 10-11 Zeilen der jeweils äußeren Kolumne und wenige Buchstaben der inneren Kolumne perfekt nachgezeichnet. Der eigentliche Druckvermerk im mittleren Teil der letzten Kolumne ist im Druck erhalten. Alter hs. Titel des 16. Jahrhunderts auf dem ersten Blatt unten. Zahlreiche Annotationen u. Anstreichungen des Erstbesitzers in Rot (s.o.). Wenige kleine Annotationen in brauner Tinte zwischen den Kolumnen, ganz vereinzelt auch im Text. 2 Seiten mit je einer längeren handschriftlichen Annotation d. 18. Jh. Blasse Tintenverwischung auf der leeren Seite von Bl. t3 (CLXXVI). Fehlt das leere Bl. a1. - Detaillierte Zustandsbeschreibung auf Anfrage.
First and Only Edition of the Book with the First Topographic Maps ever Printed - The Earliest Dated Lübeck Printing - First Printing of the Account on Palestine by Burchard of Monte Sion - First Printed Map of the Holy Land - First Portraits of Scholars to Appear in a Printed Book - Early Appearance of 29 Fables of Aesopus in Print

A milestone of prototypography. Introduces amongst others for the first time in a printed book important cartographic, geographic and iconographic knowledge. The Rudimentum is a universal chronicle of the world, conceived as an elementary book for young clerics and as a manual for readers who could not afford a whole library. Following the schedule of six eras introduced by Isidorus, parts 1-5 deal with events from the Old Testament and the ancient world. The 6th part is on the Christian era up to 1473. The second and third part are of high importance in geographic and cartographic aspects. The second part contains an extensive encyclopedia on geography accompanied by the important world map. The third part comprises the first printing of the 'Descriptio Terrae Sanctae', an account written in 1283 by Burchard of Monte Sion of his 10-year visit to Palestine. This part also encloses the first printed map of Palestine. The last section comprises an early printing of the Martyrology of Usuard. The Rudimentum served as a model for the extremely successful French version 'La mers des hystoires' (1488 and later).
Of outstanding scarcity, especially when not supplemented with leaves from other copies as for instance the ones from the libraries of Joost R. Ritman and Otto Schäfer. The German „Jahrbuch der Auktionspreise“ lists for the years 1950-2020 one complete copy at auction only (1951 at Hauswedell & Nolte, Sale 43 lot 23), 3 further copies auctioned in Germany were very incomplete missing up to over 200 leaves.

Illustration and Illumination
One of the earliest illustrated books from Lübeck, the Rudimentum offers a large number of woodcuts, some beeing the first of their kind. With 1 large woodcut-inital (37 lines) with floral decoration extending into margins over both columns, all in contemporary gold and colours; 5 contemp. coloured  woodcut initals (14-16 lines) in gold and colours with fine acanthus decoration, 23 hand-painted initials in various colours (5-8) lines, 2 double-page woodcut-maps (World and Palestine) 1 full-page woodcut in the text, ca. 149 (incl. repeats; 6 contemporary coloured) woodcuts in the text, 37 full-page genealogical woodcuts (incl. repeats) and 29 full-page historical woodcut diagrams. The book opens with a quire of 19 full-page genealogical tables shaped as chains partly decorated by scenic woodcuts. These tables are repetitions from the principal part of the book and were presumably added by the printer after the printing of the principal part had been finished. This quire is often missing. The present copy shows an additional leaf with a further repetition of the table from leaf *5 verso bound in at the beginning (similar to the copies held by the Library of Congress and the Bavarian State Library Munich). This quire ends with a set of 9 woodcuts depicting scenes from the life of Christ and form a full-page illustration. The first part opens with 7 fine woodcuts illustrating the days of the creation, 6 of which with fine contemporary colouring by hand. Scenes of the foundation of cities show bricklayers and craftsmen and scenes of sieges of cities with the use of the first firearms invented illustrate the following parts. Of high importance are the first woodcuts showing various scholars writing or reading, illustrating numerous biographic entries of ancient scientists, poets, philosophers and medics. 29 tables on popes, regents and scholars illustrate the final section. Five parts open with a highly decorative woodcut initial with bright contemporary colouring, some accompanied by large painted tendrils of acanthus leaves. Another 23 smaller initials painted in 3-5 colours and lavishly decorated with acanthus leaves perfectly match the style of the large woodcut initials. Rubricated, small initials supplied in red and blue.

Maps
Printed two years prior to the first illustrated atlas and with the exception of a single "T-O" diagram from 1472 in the work of Isidorus Hispalensis, the Rudimentum contains the first ever printed topographic maps.
World Map – Large circular world map with a diameter of 38 cm printed on two sheets. "The world map derives from a Christianised medieval tradition without any reference to either Ptolemaic or Portolan sources, and is a vivid piece of cartographical design" (Shirley 2). It shows more than 100 names of countries, regions or islands spread over a huge number of hills forming the surface. All of the named countries and places like Arabia, Crete, Cyprus, Egypt, England, Greece, India, Rhodos, Russia and many more appear here for the first time on a printed map. Numerous buildings representing towns, crowned sovereigns representing kingdoms and mythological figures are shown. This map marks the last state and climax of medieval understanding of geography but also, with the halfway correct locations of the countries in relation to each other, it simultaneously reflects a surprisingly modern realisation of the geographical conditions.
Palestine – The double-page map of Palestine is the first printed regional map. It presents a bird's eye view over the hills of the Holy Land showing Jerusalem in the centre and Acre (Akko) to the left, both with detailed depiction of buildings. The map is orientated to the east with the Sea of Galilee and the Dead Sea at top, the Read Sea to the right and the Mediterranean at the bottom. A large number of cities are named and shown with small buildings. Eight wind blowing heads surround the map. Nebenzahl suspects that a lost map by Burchard of Monte Sion was the model. The map is followed by the text of Burchard's description of Palestine.

Binding
Beautiful contemporary blind-stamped pigskin over wooden boards by a so far unnamed bookbinder from Bohemia (Einbanddatenbank w002813) working approx. from 1478 to 1487. With 7 (of 8) brass corner pieces, 2 brass center pieces and 4 brass catches. The circular or rhombus-shaped stamps showing a crowned double-headed eagle (s021330), a dragon (s021335), a bird on a leaf (s021338), a pelican with hatchlings (s021340), the Lion of Bohemia (s021352) and others. – Carefully cleaned and expertly restored: Missing lower left corner of leather from front cover, corresponding brass corner piece, leather straps and brass clasps supplemented to style. Some of the nails renewed. The later white painted spine retouched, front joint restored. Front endpapers and free rear endpaper renewed using old paper. Stiching expertly renewed. Housed in recent half-calf clamshell box.

Collation
The collation of the present copy is identical to the copy held by the Bavarian State Library Munich. The Lessing R. Rosenwald copy at the Library of Congress has the same collation but preserves the blank leaf a1 that the present copy as well as the Munich copy are lacking. Leaves a2 to T12 numbered by hand in blue at top margin "I-CCCCVIII" and additionally in red (mainly at verso and erroneously) "1-409", followed by 56 not numbered (including the final two blank) leaves. Quires numbered in brown ink at bottom margin of first leaf "1-44" probably by the bookbinder.

Provenance
1. Unidentified friar (?) presumably of Bohemia. His neat annotations to parts 1, 2, and 6 in red ink from about 1480 on the wide margins, rarely in the text and extensive underscoring by the same hand to these parts. Elegant style and placement as well as the type of ink used suggest they come from an experienced writer, maybe a rubricator. – 2. Presumably J. J. Humpolecký z Rybenska. – 3. J. V. Baron v. Schwanenfeld. - 4. G. I. Count v. Walldorf (1683-1739; his ownership inscription to one blank page). - 5. F. K. Count Chorinský (1761-1821). – 6. Austrian private property.

Condition
Wide-margined copy, beautifully illuminated. Some marginal restorations expertly executed, the majority only recognizable when backlit. Some decreasing worming to first quires. Insignificant small brown spots on few pages. Remargined throughout at blank lower outer corner. The first 100 leaves remargined at white bottom margin, a few also at top- or outer margin, only affecting 19 of the 37 genealogical tables mainly at lower end or lower corners, everything perfectly redrawn. Few of the genealogical tables somewhat cropped at head. Heavier worming to leaf c1, remargined affecting parts of woodcut verso (this and the blue foliation perfectly redrawn) and with 17th century ms. title and owner's inscription of Count Walldorf, dated 1733 to blank recto. Due to the inscriptions and the condition it is obvious that this leaf had been bound in at the front during the 17th and 18th century. The world map partly remargined affecting only 2 cm of the outline at top margin of the left sheet, carefully supplied. Map of Palestine trimmed at bottom (as almost always) with some loss to the Mediterranean Sea. Top end of the head of the windblower at upper right corner touched by binder's knife. Lower outer corners restored and redrawn at approx. 9:2,5 cm. More severe loss at lower outer corner of the last 5 leaves (including the last 2 blank leaves) with 10-11 lines of the outer columns and a few letters of the inner columns redrawn. The lines of the actual imprint at the last column not affected. Few of the blue and red initials from the unfoliated Martyrology visible on the back. Small inked-in title (5 short lines) from the 16th century to recto lower right corner of first leaf. Extensive annotations in neat handwriting and underscoring with red ink (see above). Occasionally short annotations in brown ink between columns, very few in the text. 18th century ms. annotations to 2 pages. Faint ink-smudging to blank verso of leaf t3 (CLXXVI). Lacking 1 blank leaf (a1). – Detailed condition report available on request.
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1.200.000,00 EUR (Schätzpreis)

II. Alte Drucke - Wissenschaften - Ideengeschichte - Illustrierte Bücher

Los 12
Aus den Bibibliotheken von J. Camerarius d. J. und C. J. Trew
Agricola, De re metallica
Agricola, G. De re metallica libri XII, quibus officia, instrumenta, machinae, ac omnia denicq(ue) ad metallicam spectantia ... ita ob oculuos ponuntur, ut clarius tradi non possint. Eiusdem de animantibus subterraneis liber, ab authore recognitus. Basel, H. Froben & N. Episcopius, März 1556. Fol. (33:23,5 cm).  Mit 2 (1 eingefalt.) Holzschnitt-Tafeln, 292 tlw. ganzseit. Textholzschnitten u. 2 Druckermarken. 5 Bll., 538 (recte 502) S., 37 Bll. Prgt. d. Zt., leicht fleckig.
PMM 79; VD 16, A 907; IA 101.559; Horblit 2b; Sparrow 4; Dibner 88; Hoover 17; Duveen 4; Darmstaedter, Agricola S. 45 f. u. 87 f.; Michaelis-Prescher 21 u. Horst 743 ff. - Erste Ausgabe des bedeutendsten Bergbaubuches der Renaissance, das auch andere Bereiche der Technik und des Maschinenbaus behandelt. "The first systematic treatise on mining and metallurgy and one of the first technological books of modern times" (PMM). "Das Werk ist mit 292 Holzschnitten ausgestattet, wovon 23 einfache geometrische Figuren darstellen und 269 lagerstättenkundliche Bilder, markscheiderische Instrumente, bergmännisches Gezähe, Geräte, Maschinen, Grubenbaue, ja sogar die Salzgewinnung aus dem Meer, eine Glashütte u.a.m. darstellen. Diese Holzschnitte wurden in Basel nach Entwürfen von Basilius Wefring aus Joachimsthal hergestellt. Daran waren u.a. zwei bekannte Meister beteiligt: der Zeichner Hans Rudolf Manuel Deutsch aus Bern und der Holzschneider Zacharias Specklin aus Straßburg" (Horst 743f.). - Etwas gebräunt u. stellenw. etwas stockfleckig oder etwas wasserrandig; wenige alte Unterstreichungen u. Marginalien; der Holzschnitt auf S. 341 mit geringem Bildverlust durch Verklebung; Bll. a2-a5 sowie das Schlussbl. im Bund verstärkt. - Titel mit Besitzvermerk des Nürnberger Arztes und Botanikers Joachim Camerarius d.J. (1534-1598): "Joachimo Joach(imi) F(ilio) Camerario". Titel verso das gest. Exlibris von Christoph Jakob Trew (1695-1769), ebenfalls Arzt und Botaniker in Nürnberg: ein sitzender Hund, dessen Halsband mit den Initialen "C.I.T.", im Bildhimmel der Spruch "Simulare nescit" (Variante ohne Trews Namen). Dieses Buch ist als Dublette offensichtlich nicht mit Trews Bibliothek über Altdorf nach Erlangen gelangt; Trews anderes Exemplar ist dort vorhanden. Auf dem freien Vorsatz außerdem ein privater Stempel mit Besitzvermerk "Habel Werner / Wien 1977".
First edition of the most important Renaissance book on mining and technical sciences in general. - Some browning; some foxing or waterstaining in places; few old underlinings and marginalia; small loss of image due to adhesion to 1 woodcut, inner margins of leaves a2-a5 and Bb6 strengthened. Contemporary vellum, somewhat stained. With owner's inscription of Joachim Camerarius the Younger (1534-1598) and engraved bookplate of Christoph Jacob Trew (1695-1769), both famous Nuremberg physicians and botanists.
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30.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 13
Seltenes Epos vom Grauen der Religionskriege
(Aubigné), Les Tragiques
(Aubigné, T. A. d'). Les Tragiques. Donnez au public par le larcin de Promethee. "Au Dezert" (Château de Maillé) "par L.B.D.D." (J. Moussat für den Verfasser), 1616. (20:14,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette u. 1 Vignette im Text. 15 Bll. (e4 leer), 391 (recte 291) S., 2 Bll. Kalblederband d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung, etwas berieben, Rücken am Kopf mit kl. Fehlstelle, Gelenke mit einzelnen winzigen Wurmlöchern.
En Français dans le Texte 85; KNLL I, 840; Barbier IV, 739; Tchemerzine I, 160 ("fort rare"). - Erste Ausgabe. Außerordentlich selten. Mit seinem bereits 1575 begonnenen epischen Meisterwerk "Les Tragiques" gilt Théodore Agrippa d'Aubigné (1552-1630) als der sprachmächtigste französische Schriftsteller des Frühbarock. Er schildert das Verhängnis der Religionskriege mit "außerordentlich verbaler, bildhafter und rhythmischer Kraft" (KNLL). Aus der Perspektive des militanten Hugenotten und mit engagierter Haltung werden seine Klagen in sieben Büchern in Versform vorgebracht: "Les Misères" beschreibt die Leiden des Volkes, "Princes" klagt die Schandtaten des Königs und der Herrscher an, "La Chambre dorée" bezeugt die Unehrbarkeit der Richter, "Les Feux" feiert die protestantischen Märtyrer der Reformation und "Les Fers" schildert die Schlachten und Massaker der Bürgerkriege; schließlich verkünden "Vengeances" und "Jugement" die Bestrafung der Schuldigen und den Lohn der Gerechten. Der Autor ließ das Werk anonym und auf eigene Kosten durch Jean Moussat drucken, wohl auf einer eigens auf seinem Anwesen Maillé eingerichteten Presse. Die Pressen von Moussat blieben sechs Jahre lang in Maillé und es entstanden dort zwei weitere Werke von d'Aubigné. Das Kryptonym L.B.D.D. bedeutet "Le Bouc du Dezert", sein durch seine unnachgiebige Haltung erworbener, spöttischer Beiname. Das Bürgerkriegsepos blieb seinerzeit unbeachtet und wurde erst im 19. Jh. durch Malherbe wiederentdeckt. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, stellenw. oben etwas knapp beschnitten. Anfangs ganz vereinzelt mit hs. Anmerkungen in Rot. Innengelenke angebrochen, erste u. letzte Bll. gelockert. Wie meist ohne das Errata-Blatt am Schluss.
Extremely rare first edition of the masterpiece of the Huguenot poet Agrippa d'Aubigné. Printed by Jean Moussat, probably at Maillé, on the author's own presses, who had decided to distance himself from the court, thus taking up the nickname "Le Bouc du Dezert". - Some browning and foxing, here and there upper margin trimmed, scattered annotations in red. Inner hinges starting to crack, first and last leaves somewhat loose. Bound in contemp. calf, spine richly gilt, somewhat rubbed, head of spine chipped, single small worming to joints. Lacking as often the errata-leaf.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 14
"One of the most famous medical texts ever written"
Avicenna, Canon medicinae. 2 Bde.
Avicenna (Abu-'Ali al-Husain Ibn'Abdallah Ibn-Sina). Canon medicinae. Übers.: Gerardus Cremonensis. Komm.: Jacobus de Partibus. Mit Beig. von Ioannes Lascaris. Hrsg. von Jacques Ponceau. (Teil 2 u. 3 von 4) in 2 Bdn. (Lyon: Johann Trechsel, vollendet von Johann Klein, 24. Dezember 1498). Fol. (42:30 cm). Got. Typ. 2 Kol. Text von Kommentar umgeben. 379; 357 nn. Bll. (jeweils ohne das weiße Blatt am Schluss). Blindgeprägte Kalbldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit zwei späteren Schließen bzw. Schließenresten; mehrere Schabstellen, etwas wurmstichig, alte Reparaturen.
Hain 2214; GW 3127; BMC VIII, 302; Goff A-1428; vgl. PMM 11 u. Garrison-M. 43. - Eines der bedeutendsten medizinischen Werke aller Zeiten. "Avicenna, an Arabian philosopher, physician, poet, courtier and politician, had perhaps a wider influence in the eastern and western hemispheres than any other Islamic thinker... The 'Canon', written in Arabic and here translated into Latin by Gerardus of Cremona, is a compendium of Greek and Muslim medical knowledge of Avicenna's time, coordinating the teachings of Galen, Hippocrates and Aristotle. It superseded all previous works - even the great medical encyclopaedia of Rhazes - and in its Latin translation became the authoritative book in all universities" (PMM). "His 'Canon' is one of the most famous medical texts ever written... It dominated the medical schools of Europe and Asia for five centuries" (GM). Vorhanden sind hier Lib. 3, Fen 1-12 u. Fen 13-22 mit der speziellen Pathologie. Ohne die Teile 1 und 4 (452 u. 142 Bll.). - Schöner, breitrandiger Druck. Stellenweise etwas gebräunt, gering fleckig, vereinzelt alte Anmerkungen, Bd. gegen Ende einige Feuchtigkeitsränder. Einige Wumlöcher u. Wurmspuren mit vereinzeltem Buchstabenverlust. Provenienz: Venator, Auktion 23/24 (1962), Nr. 15 mit Erwähnung aus dem früheren Besitz der Dombibliothek Fritzlar. Vorderer Innendeckel mit Klebespuren eines entfernten Exlibris, eingeklebter Katalogaufnahme von Venator.
                                                                                                                                 
Two complete volumes of the four-volume Latin edition of Avicenna’s magnum opus. Gerard de Cremona’s widely received translation was here edited by Jacques Ponceau with the commentaries of Jacobus de Partibus and Johannes Lascaris. – The principal writing of Abu Ali al-Husain ibn Abdullah ibn Sina (ca. 980-1037), the "Qanun" is the most authoritative medical text in the Islamic world. Written in Arabic, it was widely translated throughout the Middle Ages and formed the basis of medical training in the West as late as the mid-17th century. Through this encyclopedic work, the author exerted "perhaps a wider influence in the eastern and western hemispheres than any other Islamic thinker" (PMM). - The present two volumes comprise the complete Third Book, fen 1-12 and 13-22, and thus cover the principal part of the Qanun: special pathology and therapy "a capite ad calces" (from head to toe), including ailments of the ear, nose, and throat, as well as obstetrics. Volumes 1 and 4 (not present here) comprised books I (452 leaves) and book IV, fen 1 (142 leaves). - Some slight browning, some waterstaining to edges (mainly towards end of vol. 2), otherwise little staining; some worming with slight loss of letters in places, few contemporary ms. annotations. Lacking the final blank in both volumes. Contemporary full calf over wooden boards on four raised double bands, blind- and giltstamped, one volume with 2 brass clasps (and remnants on the other volume); partly worn and repaired. - Provenance: traces of removed bookplates on pastedowns. According to a pencil note on the inside front cover of the first volume, the set was removed from the Fritzlar Cathedral Library, parts of which were dispersed in 1724 and in 1803. Later sold at Venator (Cologne), sale 23/24 (1962), lot 15; old sales notice pasted to inside front cover of first volume.

 
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60.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 15
Biblia germanica. 1518. 2 Bde.
Biblia germanica. - Bibel teütsch der erst tail (der ander tail). 2 Bde. Augsburg, S. Otmar für H. Rynmann, 27. Jan. 1518. Fol. (31,5:22 cm). Mit 2 wiederh. (1 altkol.) Holzschnitt-Titelbordüren von Daniel Hopfer, 108 (87 & 21) Textholzschnitten, davon die 21 zu Teil 2 altkoloriert u. goldgehöht, sowie zahlr. Holzschnitt-Initialen (in Teil 2 altkoloriert).  400; 401 nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. späteren 16. Jh. (Teil 2) mit 8 Eck- u. 2 Mittelbeschlägen, 2 erneuerten Schließen; gebräunt u. berieben, Rücken unter Verwendung alten Materials restauriert, Vorsätze teilw. restauriert bzw. erneuert. Teil 1 in mod. blindgeprägtem Ldr. mit 2 Schließen.
VD 16, B 2676; Bibelslg. Württ. LB E 57 (Teil 2); Panzer, DA 888; Muther 972. - Die 14. und letzte deutsche Bibelausgabe vor Luther, sehr selten. Sie ist ein fast genauer Abdruck der 13. deutschen Bibel (Augsburg, Otmar, 1507). Auch die schönen Inkunabel-Holzschnitte entstammen der Bibel von 1507, für welche sie von Schönspergers deutschen Bibeln 1487 und 1490 übernommen wurden. In Teil 2 sind Bordüre, alle großen Holzschnitt-Initialen sowie die 21 Textholzschnitte altkoloriert, bei den Holzschnitten der Hintergrund  bzw. Himmel mit Gold gehöht, ein wesentlicher Reiz dieses Exemplars. - Bd. 1 gering gebräunt u. etwas fingerfleckig, erste u. letzte Bll. wurmstichig bzw. mit Wurmspuren, teilw. hinterlegt, sonst vereinzelte Wurmlöcher u. kleinere Wurmspuren. Wenige geringe Feuchtigkeitsränder, Titel aufgezogen. Bd. 2 fingerfleckig, vereinzelte, meist kleinere Restaurierungen, wenige Wurmlöcher gegen Ende. Ca. 10 Bll. mit größeren restaurierten Einrissen. Titel u. die drei folgenden Bll. kleinem restaurierten Loch durch Rostfleck mit etwas Buchstabenverlust, in der Titelbordüre größeres hinterlegtes Loch durch Stempelrasur. Die Vergoldung mit vereinzelten kleinen Abplatzungen. Beide Titel verso mit kleinem Sammlerstempel.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 16
Freud, Traumdeutung
Freud, S. Die Traumdeutung. Leipzig u. Wien, F. Deuticke, 1900. (22,5:15 cm). 2 Bll., 371 S., 2 Bll. Etwas späterer Hlwd. mit Rtit., etwas berieben, Rücken am Kopf leicht bestoßen, Vorsätze erneuert.
PMM 389; Horblit 32; Norman F 33; Grinstein 227; vgl. Ludger Lütkehaus, Freuds Jahrhundertbuch auf www.literaturkritik.de. - Erste Ausgabe der berühmten "Traumdeutung", eines der meistgelesenen und einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Zukunftsweisend auf das neue Jahrhundert, wurde das Titelblatt auf 1900 vordatiert, die Auslieferung durch den Verlag erschien aber bereits am 4. November 1899 in einer Auflage von nur 600 Stück. Der Verkauf verhielt sich recht schleppend, so dass erst im Jahr 1909 eine Neuauflage nötig wurde. "Although not published until 1900 'The Interpretation of Dreams' was virtually complete in all essentials at the beginning of 1896. Extending the wish-fulfillment nature of day-dreams to night-dreams, Freud differentiated the two kinds of wish: those in day-dreams being open and conscious, while the less pleasant subjects were repressed, to be released from the sub-conscious only in sleep ... This is unquestionably Freud's greatest single work. It contains all the basic components of psychoanalytic theory and practice" (PMM). - Minimal gebräunt, erste 3 Bll. zu Beginn mit unbedeutend kl. Randläsuren. S. 25/26 mit hinterl. kurzem Randeinriss.
First edition. - Slightly browned, three first leaves with very small marginal lesions. Small repaired tear to p. 25/26. Somewhat later half-cloth, slightly rubbed, head of spine slightly bumped, endpapers renewed.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 17
Galilei, Dialogo dove ne Congressi
Galilei, G. Dialogo... dove ne i congressi di quattro giornate si discorre sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. Florenz, G. B. Landini, 1632. 4to (24:17 cm). Mit gest. Frontispiz von Stefano della Bella, 31 Holzschnitt-Illustrationen und Diagrammen im Text u. Druckermarke auf dem Titel. 4 Bll., 458 S., 16 Bll. Interims-Kartonage d. Zt. mit hs. Rtit.; gering berieben.
PMM 128; Dibner 8; Horblit 18c; Sparrow 74; Gamba 475; Riccardi I/1, 511, 10.1; Cinti 89. - Seltene erste Ausgabe seines astronomischen Hauptwerkes. "A masterly defense of the Copernican hypothesis. When it appeared there seemed to be no indication of trouble, but the sale of the book was shortly prohibited, for having offended the Pope. The entire edition was sent to the Inquisition and burned; first editions... are extremely rare" (Sparrow). Exemplar mit dem schönen Frontispiz und dem kleinen gedruckten Korrektur-Zettel im Rande von S. 92. - Breitrandig, an Kopf und Fuß unbeschnitten. Teilweise etwas gebräunt, Register mit kl. schwachen Wasserfleck im Bundsteg, ganz vereinzelte Fingerflecken. Drucktitel und erste 3 Bll. (Widmung u. Vorwort) behutsam gereinigt, dabei das Papier neu geleimt sowie ca. 5 mm im Bund fachgerecht mit dünnem Japanpapier verstärkt. Wenige zeitgenössische kurze hs. Zusätze in brauner Tinte, darunter auch der fehlende Buchstabe H im Diagramm auf S. 192. Ohne das letzte leere Blatt, sonst in außergewöhnlich gutem Zustand.
First edition. Rare. "A masterly polemic for the new science. It displays all the great discoveries in the heavens which the ancients had ignored; it inveighs against the sterility, wilfulness, and ignorance of those who defend their systems; it revels in the simplicity of Copernican thought and, above all, it teaches that the movement of the earth makes sense in philosophy, that is, in physics. ... The Dialogo, more than any other work, made the heliocentric system a commonplace" (PMM). - With the engraved frontispiece by S. della Bella and small correction over-slip pasted to margin of p. 92. - Fine wide-margined copy, uncut at top and bottom margins. Some browning, small faint waterstain to inner margin of index leaves, few insignificant fingermarks. First 4 leaves (title, dedication, foreword) lightly cleaned, consolidated and strengthened at 5 mm of inner margin with fine Japanese paper. Very few short contemp. ms annotations to outer margins and the added letter H to diagram on p. 192. Lacking final blank leaf. Preserved in contemporary interim paper boards with manuscript title to spine; minor rubbing and staining.
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100.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 18
Gersdorff, Feldtbuch der Wundartzney
Gersdorff, H. v. Feldtbuch der Wundartzney. Augsburg, H. Steiner, 1542. Fol. (29:19,5 cm). Mit großem Titelholzschnitt, 1 gefalt. Holzschnitt-Tafel u. 24 meist blattgr. Textholzschnitten. 4 nn., 84 röm. num. Bll. Alter, neu aufgebundener Prgt. mit hs. Rückentitel.
VD 16, G 1626 (nur zwei Nachweise); nicht bei Durling, Wellcome, Waller (jeweils andere Ausgaben); zur EA. vgl. Garrison-M. 5560, Goldschmid 36 u. Muther 1387. - Überaus seltene dritte Augsburger Ausgabe (die anderen undatiert um 1530 u. 1532 nach VD 16). Die Originalausgabe war 1517 bei Joh. Schott in Straßburg erschienen, der auch die beiden folgenden Drucke (1526 u. 1528) verlegte. - Gersdorff, über dessen Lebensumstände nur wenig bekannt ist, verfaßte sein Werk aufgrund der Erfahrungen seiner 40jährigen ärztlichen Tätigkeit in der Schweiz, dem Elsass und Lothringen. "G. erscheint in seinem 'Feldbuch der Wundarznei' als ein seinen bis jetzt bekannten deutschen Vorgängern an allgemeiner und ärztlicher Bildung bei Weitem überlegener Wundarzt" (Hirsch-H. II, 728). "Das für die Kenntnis der deutschen Chirugie unschätzbare Buch ist ausgezeichnet durch seine prachtvollen Abbildungen" (Goldschmid). "Gersdorff performed nearly 200 amputations... The book contains some instructive pictures of early surgical procedures and includes the first printed picture of an amputation" (GM). Die Hans Wechtlin zugeschriebenen Holzschnitte zeigen Instrumente, chirurgische Handgriffe, Trepanationen, Streckverbände, künstliche Gliedmaßen, eine Beinamputation (laut GM die erste gedruckte Darstellung einer Amputation), ferner zwei Lepröse (Hiob u. Visitenbild). Die große Holzschnitttafel zeigt ein Skelett unter der Überschrift "Ein contrafacter Todt mit seinen beynen, fügen und glidern". - Fingerfleckig, etwas gebräunt u. fleckig, einige kleinere Restaurierungen im Rand, Tafel in einer Faltstelle hinterlegt u. im Bild u. Text etwas berieben. Die Holzschnitte in kräftigen Abdrucken und breitrandig.
Rare edition of Gersdorff's "Field-book of wound surgery", one of the most important works on 16th century surgery. Illustrated with large woodcut on the title-page, 24 mostly full-page woodcuts in text and 1 folded plate. - Fingermarking throughout, several small marginal restorations, one fold of the plate restored on verso with some rubbing recto. Woodcuts in fine impressions and with wide margins. Old restored vellum.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 19
Houttuyn, Houtkunde + Suppl.
Houttuyn, M. Houtkunde, behelzende de afbeeldingen van meest alle bekende, in en uitlandsche houten. Abbildung in- und ausländischer Höltzer. A representation of inland and foreign wood. Réprésentation des bois, des arbres & arbrisseaux tant du pays qu'etrangers (etc.). - Mit Supplement. - Amsterdam, J. C. Sepp, 1773-1791, Suppl. 1795. 4to (29:24 cm). Mit altkol. Kupfertitel u. 106 altkol. Kupfertafeln. 10 Bll. Titeleien u. Vorworte, 50 Bll. Tafelerläuterungen, LVIII (recte LIV) S. Index, 1 gefalt. Bl. Errata; Titel u. 4 Bll. (Suppl.). Ldr. d. Zt. mit etwas Rückenvergoldung und Rückenschild; gering fleckig und bestoßen, wenige kleine Schabstellen, Ecken restauriert, Innendeckel mit Schabstelle durch entferntes Exlibris.
Nissen, BBI 939; Stafleu-C. 3082 ("our information is obviously incomplete. The book seems to be rather rare"); Landwehr, Dutch books with coloured plates 84; Sotheby's, de Belder 166. - Seltenes Werk mit 885 fein kolorierten Mustern heimischer u. exotischer Hölzer, vorliegend mit dem Supplementheft und dem vollständigen Text in 5 Sprachen. Der niederländische Index mit ausführlichen Erklärungen zu den Holzarten. Text des Supplements in 4 Sprachen. Basiert auf den 48 Tafeln von J. M. Seligmanns "Abbildung in- und ausländischer Hölzer", Nürnberg 1773-78. "Sepp added some 42 plates which show especially timbers from the West Indies, drawn from the cabinet of Rev. Hazeu at Rotterdam. Eighty samples were then taken from the collection of Martinus Houttuyn" (Landwehr). Die 6 Tafeln des Supplements nach Vorlagen aus der Sammlung des Apothekers H. De Troch. - Sauberes, nahezu fleckenfreies Exemplar mit den originalen Seidenhemdchen zu den Tafeln des Hauptteils; das Supplement beschnitten u. lose in später hinzugefügter Einbandtasche im hinteren Innendeckel.
Scarce work, especially when entirely complete as the present copy. A collection of 885 elaborately hand-coloured cross-sections of European and exotic woods on 106 engraved plates, plus hand-coloured engraved title page. Text in 5 languages, the supplement omitting Latin names. - A fine nearly stainless copy preserving the protective tissue guards to the 100 plates of the principal part. Bound in contemp. full-calf, spine gilt and with black morocco label; minor staining and bumping, few small abrasions, corners restored, abrasion to front inner cover due to removal of a bookplate. The supplement with printed front wrapper cut to size, loose in later added pocket to rear inner cover.
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12.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 20
Kant, Critik der reinen Vernunft. 1781
Kant, I. Critik der reinen Vernunft. Riga, Hartknoch, 1781. (21:13 cm). 12 Bll., 856 S. (S. 426-61 nicht paginiert). Neuerer Ldr. im Stil d. Zt. mit etwas Rvg. u. farb. Rschild.
PMM 226; Goed. V, 3, 6; Warda 59; Adickes 46. - Erste Ausgabe. Eines der Hauptwerke der philosophischen Literatur, mit dem Kant weltberühmt wurde. Nur diese erste Ausgabe enthält den ursprünglichen Text; alle späteren Ausgaben gehen auf die zweite, verbesserte Auflage zurück. - Minimal gebräunt, bzw. mit Anflug von Stockfleckchen, Schnitt der letzten Lagen mit Braunfleck. Vorrede u. Einleitung mit Anstreichungen u. Marginalien in Bleistift u. Tinte aus dem 19. Jh., sonst nur vereinzelte Marginalien. Im ganzen gutes Exemplar.
First edition. "With it Kant became world-famous" (PMM). - Minor browning or foxing, brownstain to bottom edges of last gatherings. Foreword and introduction with ms. ink and pencil marginalia of the 19th century, otherwise scattered marginalia. Bound in recent calf gilt to style, red label to spine. Overall a fine copy.
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12.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 21
Ausnahmeexemplar aus dem Besitz von Cyriakus Spangenberg
Luther, Werke. 11 Bde.
Luther, M. Der Erste (- Achte und letzte) Teil aller Bücher und Schrifften. 8 Bde. (Mit:) Index oder Register uber die Acht deudsche Tomos, Ersten und andern Drucks. Gestellt durch T. Kirchner. 1 Bd. Zus. 9 Bde. Jena, C. Rödinger oder Rödingers Erben, 1555-1558 u. Jena, T. Rebart Erben, 1583. (Index). Fol. (ca. 32,5:22 cm, Index 31,5:20,5 cm). Mit 8 (teils wiederh.) Titelholzschnitten. u.  9 (5 ganzseit.) Textholzschnitten. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, etwas abweichend, jeweils 2 Schließen, Deckel mit Monogramm "M.C.S." (= Magister Cyriakus Spangenberg) und Datierung 1556-1559; etwas berieben u. gebräunt, Kapital von Bd. 1 etwas abgestoßen, von Bd. 2 mit kleinem Einriss. Indexband in abweichend blindgeprägtem Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, 2 Schließen (1 defekt), fleckig, Rücken am Fuß mit kleiner Fehlstelle. - Dazu: M. Luther. Der Erste (Ander) Theil der Bücher, Schrifften und Predigten des Herrn Martin Luthers deren viel weder in den Wittenbergischen noch Jhenischen Tomis zu finden. 2 Bde. Eisleben, U. Gaubisch, 1564-65. Fol. (33:22,5 cm). Mit 2 wiederh. Wappenholzschnitten u. 92 Textholzschnitten. 14 nn., 568 (recte 566) num.; 16 nn., 502 (recte 501) num. Bll. Abweichend blindgeprägte Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln; berieben u. gebräunt, beide Bände restauriert, Schließen erneuert.
I. VD 16, L 3323-26, 3330-31, 3336-37 und L 3458 (Indexband); Goed. II, 151; Aland S. 570 ff. - Die vollständige Jenaer Gesamtausgabe, jeder Band in der ersten Auflage, mit dem Indexband und den zwei Nachtragsbänden, so sehr selten.  Der Indexband in der dritten Ausgabe, erstmals 1564 erschienen. - Kurfürst Johann Friedrich, der einst die Wittenberger Ausgabe gefördert hatte, sah diese seit 1552 als teilweise verfälscht oder unvollständig an und gab diese neue Ausgabe in Auftrag, die von Amsdorf, Aurifaber, Rörer, Stoltz u. a. ediert wurde. Die 8 Bände der Jenaer Ausgabe erschienen in der sehr kurzen Zeit von nur 4 Jahren und überholten die Wittenberger Edition. Diese wiederum hat dann für ihre Bände 9 und 12 auf das Material der Jenaer Ausgabe zurückgegriffen
Der Titelholzschnitt zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, neben dem Kruzifix kniend; die blattgr. Holzschnitte mit Brustbildern der drei sächsischen Herzöge mit ihren Wappen. Die übrigen Holzschnitte zeigen Papstesel, Mönchskalb und Weltkarte ("Daniel's Dream-Map", vgl. Shirley 65A).
Die Bände (besonders Bd. 1) enthalten mehrere Marginalien von alter Hand. Es lassen sich mindestens drei verschiedene Hände unterscheiden und aufgrund paläografischer Übereinstimmungen lässt sich eine davon sicher Cyriakus Spangenberg zuordnen. Unter den Spangenberg zuzuordnenden Randvermerken findet sich in Bd. 7, S. 195 eine Eintragung mit Orts- und Zeitangabe (Schlitz [Vogelsberg] 28. April 1583), die seinen Schlitzer Kollegen, den 2. Pfarrer (Diakon) Conrad Camerarius betrifft. Spangenberg nennt ihn hier "mein abtrünniger Diaconus Cuntz Gemerer zu Schlietz". Spangenberg kam 1580 nach Schlitz, wo ihm die erste Pfarrstelle angeboten worden war. "Besonders der 2. Schlitzer Pfarrer, Conrad Camerarius (Cunz Gemmer) sowie der Schlitzer Kirchenpatron Johann Riedesel... hatten Spangenbergs Berufung nach Schlitz gefördert. Das zunächst freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ortspfarrern verwandelte sich im Laufe weniger Jahre aufgrund persönlicher und theologischer Differenzen in völlige gegenseitige Ablehnung. Vornehmlicher Streitpunkt war die Lehre von der Erbsünde. Bereits 1583 bezeichnete Spangenberg seinen Amtskollegen als 'abtrünnigen Diaconus' (s.o.), während Camerarius in den folgenden Jahren nicht müde wurde, Intrigen gegen Spangenberg zu spinnen, die schließlich zu Gerichtsverhandlungen, Predigtverbot und Entlassung führten" (W. Schmidt, Ein unbekanntes Spottgedicht von Spangenberg, Jahrbuch der Hess. Kirchengeschtl. Vereinigung, Bd. 63, 2012). Auf dem Vorsatzblatt von Bd. 3 findet sich ein 24zeiliges Spottgedicht, das mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls der Hand Spangenbergs zuzuordnen ist. Es trägt den Titel "Catalogus Bonorum Operum Papistarum" (zur Transkribierung und zum Inhalt siehe ausführlich W. Schmidt). - Auf dem vorletzten Blatt in Band 8 findet sich der zeitgenössische Vermerk "Joann. Walther Churfürstlicher Gesangmeister zu Torgaw". Dies ist sicherlich kein Besitzvermerk des Komponisten und Dichters, sondern bezieht sich auf das vorhergehende Gedicht "Epitaphium des Ehrwirdigen Herrn Martini Luthers... M.D.XLVI.", das von Walther stammt und auch im Druck erschienen war.
Die Reihe insgesamt stellenweise gebräunt u. teilw. etwas fleckig, vereinzelte Wurmspuren. Die Einbände sämtlich mit dem Monogramm Spangenbergs und der Datierung zwischen 1556 und 1559, die Prägung von dreierlei, etwas abweichender Art. Der Indexband ebenfalls mit abweichender Blindprägung.
II. VD 16, L 3357 u. L 3359; Koepplin-Falk 220; Pauli, Beham 1124a-1196a II. - Sehr seltene erste Ausgabe dieses von Joh. Aurifaber besorgten Supplements. Von besonderem Interesse ist das Werk durch die Wiedergabe zweier Bilderfolgen: 1. "Das Passional Christi und Antichristi" (erstmals 1521) mit 26 großen Holzschnitten von L. Cranach. Die bekannten Schnitte Cranachs wurden von den Originalstöcken gedruckt, lediglich Nr. 7 u. 17 sind durch Nachschnitte ersetzt worden. Alle Holzschnitte sind von wechselnden Bordüren umgeben. 2. "Das Bapstthum mit seinen Gliedern" (erstmals 1526). Mit 65 kleinen Holzschnitten (Ordenstrachten) nach H. S. Beham. - Beide Bände teilw. gebräunt u. stockfleckig, Bd. 1 mit einigen Anmerkungen u. Unterstreichungen, letzte Bll von Bd. 2 wurmstichig. Die Abdrucke der Holzschnitte etwas flau.
III. Im Indexband angebunden: A. Osiander.  Harmoniae evangelicae libri IIII. graece et latine. Basel, Froben, 1561. Fol. 6 nn., 145 num., 1 w., 46 nn. Bll.  - VD 16, B 4627; Seebaß, Osiander 24.7. - Siebte Ausgabe, die zweite bei Froben, erstmals 1537 erschienen. Griechisch-lateinischer Text. "In der Evangelienharmonie, der ersten von evangelischer Seite, hat O. die harmonistischen Grundsätze unter Voraussetzung einer sehr strengen Inspirationsvorstellung mit großer Gewaltsamkeit durchgeführt" (ADB XXIV, 483).
 
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15.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 22
Maier, Lusus serius
Maier, M. Lusus serius, quo Hermes sive Mercurius rex mundanorum judicatus et constitutus est. Oppenheim, H. Galler für L. Jennis (Frankfurt), 1616. 4to (20:17 cm). Mit gest. Titelvignette. 79 S. - Vorgeb.: Ders. Examen fucorum pseudo-chymicorum detectorum. Frankfurt, N. Hoffmann für de Bry, 1417 (recte 1617). Mit gestoch. Titelvignette. 47 S. - J. v. Morsheim. Hoffleben. Dessen Schlag und Händel, wie untrew daselbsten von etlichen gepflogen wird. Frankfurt, P. Jacob, 1617. Mit Kupfertitel u. 21 Textkupfern. 72 S. Prgt. d. Zt mit spanischen Kanten u. hs. Rtitel, etwas fleckig.
I. VD 17 23:291351B; Brüning 1151; Ferguson II, 63; Gardner 418; Kloß 2479; Caillet 6995; Wolfstieg 42294 ("selten, betr. die Rosenkreuzer"); Ackermann IV, 122; Rosenthal 570 ("très rare"). - Erste Ausgabe. Große Seltenheit der alchemistisch-rosenkreuzerischen Literatur. Viele andere Exemplare haben die Jahreszahl 1616 hs. in "1619" verändert. Phantastische Erzählung über ein Parlament von Tieren, die vor dem Menschen - als Schiedsrichter - ihre jeweiligen Ansprüche auf Vorrangigkeit darlegen. Michael Maier (1568-1622), Leibarzt des dänischen Königs, gehört zu den frühesten glühenden Propagandisten des Rosenkreuzertums. Die Titelvignette, von Ackermann de Bry zugeschrieben, zeigt Hermes mit einem Kollegium von Tieren vor dem Schiedsrichter. - II. VD 17 23:291363Y; Brüning 1199, Ferguson II, 63; Gardner 423; Wellcome I, 3976; Duveen 381; Ferchl 347; Honeyman 2107; Rosenthal 569. - Erste Ausgabe. "Against fraudulent and quackish alchemists. Rare" (Duveen 381). -  III. VD 17 23:294193V; Goed. I, 393, 8. - Erste Ausgabe mit Kupfertitel (nach M. Merian) u. Textkupfern von E. Kiefer. Erschien zuerst 1515 unter dem Titel "Spiegel des Regiments inn den Fürstenhöfen", danach unter wechselnden Titeln. "Mischung aus allegorischem Fürstenspiegel und Moralsatire" (NDB XVIII, 158f.), hier ergänzt durch die „Ermahnung an die Obrigkeit und Richter“ des Heidelberger Prof. Hermann Witekind (1522-1603). - Enthält desweiteren in Bindefolge 12 Hochschulschriften u. Reden:
1. C. Dornau. Rodulphus (sic!) Habsburgicus, panegyrico historico celebratus. Editio altera. Beuthen (1617). 4 Bll., 92 S., 2 Bll. - VD 17 14:052862E. - 2. S. Siccama. Lex Frisionum sive antique Frisiorum Leges. Franeker, 1617. 8 Bll., 151 S., 4 Bll. - Dekkers 160. - Erste Ausgabe. - 3. J. Blocius. Oratio de pane lucrando. Publice recitata in inclytae Rosarum auditorio magno. Rostock 1617. 20 Bll. - VD 17 23:259843K. - 4. J. v. Nessen. Oratio, de quastione, an adulatores in republ. sint ferendi. Rostock 1617. 120 Bll. - VD 17 28:720249K. - 5. C. Finck. Oratio Panegyrica I. Gießen 1608. 4 Bll., 55 S. - 6. Ders. Oratio Panegyrica II. Gießen 1608. 4 Bll., 58 S., 1 Bl. - VD 17 23:247645B. - 7. C. Dieterich. Oratio panegyrica de mixta haereticorum. Gießen 1609. 64 S., 2 Bll. (d.l.w.). - VD 17 23:247643M. - 8. R. Goclenius. Solennis actus promotionis. Marburg 1608. 35 Bll. - VD 17 23:234771E. - 9. W. Heider. Hypotyposis scholastici boni simulet mali. Jena 1607. 44 Bll. (d.l.w.). - VD 17 23:236116E. - 10. W. Seber. Oratio de indefesso satanae adversus pias scholas odio. Leipzig, 1605. 26 S., 3 Bll. - VD 17 23:247981P. - 11. Ders. Festum scholasticum. Leipzig 1605. 1 B., 34 S. - VD 17 23:247964Y. - 12. F. Widebrand. Typus depositionis scholasticae, heroicae carmine descriptus. Wolfenbüttel 1603. 8 Bll. - VD 17 23:294733P. - Vord. Innengelenk, Vorsatz u. 1 Bl. mit kl. Wurmspur, gegen Ende etwas gebräunt u. stockfleckig, sonst gutes Exemplar.
 
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 23
Miller, Cimelia physica
Miller, J. F. Cimelia physica. Figures of rare and curious quadrupeds, birds, &c. Together with several of the most elegant plants. Engraved and coloured from the subjects themselves by John Frederik Miller. With descriptions by George Shaw. London, Bensley für B. u. J. White u. J. Sewell, 1796. Gr.-Fol (53,5:36 cm). Mit 60 kol. Kupfertafeln. 2 Bll., 106 S. Roter Hmaroquinband d. Zt. mit Rückenvergoldung, farb. Rückenschild u. goldgepr. Deckel- u. Innenkantenbordüren, kaum berieben, Rückdeckel beschabt, Vorsätze erneuert.
Nissen 638 (IVB) u. 1377 (BBI); Stafleu-C. 6033; Sitwell 134; Zimmer 585; Bradley Martin Library 164. - Zweite Ausgabe. Erschien zuerst 1776-1792 unter anderem Titel. "John Frederik Miller, the son of John Miller the botanical artist, was employed by Sir Joseph Banks and thus had access to the numerous zoological specimens that Banks constantly received. He painted and engraved these subjects, the majority of which are birds, and probably executed the coloring of the plates as well. The descriptive text is by George Shaw, a founding member of the Linnean Society and a keeper of natural history at the British Museum." (BML). Die meisten Tafeln (41) zeigen exotische u. außergewöhnliche Vögel. Unter den anderen Tierdarstellungen auch etliche Pinguine. "Miller... had accompanied Banks and Solander as draughtsman on the voyage to Iceland" (Anker). - Wie meist ohne die 6 Bll. Tafelliste u. Linné-Tabelle am Schluss, die in der ersten Ausgabe enthalten sind und gelegentlich der zweiten Ausgabe beigebunden wurden. Ganz vereinzelt braunfleckig, stellenw. (meist sorgfältig reparierte) kl. Randeinrisse, nur bei Tafel 20 u. 30 bis in den weißen Bildrand, Taf. 34 mit kl. Eckabriss.
Second edition, the first with this title. With 60 engr, col. plates, 41 of which showing birds. - Faint brownstaining here and there, small marginal tears in places (mostly carefully repaired), only at plate 20 and 30 affecting white margin of illustration, small loss of corner to plate 34. Bound in contemp. half red morocco, spine gilt and with green label; boards and turn-ins tooled gilt, minor rubbing, some wear to rear board, endpaper renewed.
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14.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 24
Missale itinerantium 1512
Missale itinerantium. - Vade mecum. Missale Itinerantium seu Misse Peculiares valde devote. (Nürnberg, W. Huber, um 1512). 4to (21,5:15 cm). Mit blattgr. Kanonholzschnitt (Kreuzigung), 1 figürl. Holzschnittinitiale sowie 1 Schlussstück (dornengekröntes Haupt Christi), alle nach Wolf Traut u. altkoloriert. Durchgehend in Rot u. Schwarz gedruckt. 1 nn., 25 num., 6 nn. Bll., num. Bll. 26-48 (fehlt das letzte nn. Blatt). Brauner Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit floral-ornamentaler Blindprägung und Einzelstempeln mit Blüten, Drachen u.a., zwei Schließen; berieben u. bestoßen, Wurmspuren, teilw. Beschädigungen durch Wurmfraß, Vorderdeckelbezug im oberen Teil entfernt. Hinterer Innendeckel mit Bezug aus einer lateinischen Handschrift in Schwarz und Rot auf Pergament (Minuskel des 12./13. Jahrhunderts mit Messtext). Bezug des vorderen Innendeckels entfernt. - Zwei zeitgenössische Handschriften angebunden (s.u.).
VD 16, M 5538; Weale-B. 479; Dodgson I, 506, 3A; Thieme-B. XXXIII, 353. - Dritter Druck mit diesen Holzschnitten, erstmals 1507 bei Höltzel in Nürnberg erschienen, vorliegend der zweite Druck bei Huber (erstmals 1510). Die Holzschnitte sind exakte Nachschnitte der von Wolf Traut eigens für das Missale geschaffenen Illustrationen und liegen hier in schönem zeitgenössischen Kolorit vor, der Kanonholzschnitt 1510 datiert. Traut zählt zu den bedeutendsten künstlerischen Kräften des Kreises um Dürer, der ihn u.a. zur Mithilfe an der "Ehrenpforte" heranzog. Schöner zweispaltiger Druck Hubers, der Kanon in größerer Missaletype. - Teilw. fingerfleckig erste 5 Bll. mit vereinzelten Wurmspuren mit geringem Buchstabenverlust. Alte Blattweiser. Einige Bll. sowie der Kanonteil im weißen Rand hinterlegt. Es fehlt das letzte nn. Blatt mit einem weiteren Holzschnitt. - Angebunden zwei zeitgenössische Handschriften auf Papier: 1. Missa Marie. Introitus Salve sancta parens collecta. Lateinische Handschrift. Mit schwarzer Tinte, Überschriften und Initialen in Rot. 2 Bll. 2 weiße Bll. vor- und 3 weiße nachgebunden (dazwischen 4 weiße sichtbar entfernt). - 2. Incipit MIssa Barbare virginis (und andere Gebete auf den Hl. Valentin, Maria etc). Lateinische Handschrift in Schwarz und Rot, Initialen in Rot, zwei in Blau. 2 Kolumnen. 21 Bll. (das erste leer). - Beide Handschriften in sorgfältiger und dekorativer Ausführung. - Zwei spätere Handschriften (2 bzw. 1 Bl) angebunden.
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8.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 25
Morus, Insula Utopia
Morus, T. De optimo reip. statu deque nova insula Utopia libellus vere aureus, nec minus salutaris quam festivus. Epigrammata T. Mori, pleraque e Graecis versa. 2 Tle. (von 3) in 1 Bd. Basel, J. Froben, November/Dezember, 1518. 4to (21:16 cm). Mit 4 Holzschnittbordüren von H. Holbein (2) u. Urs Graf (2), jeweils wiederholt, 2 (1 blattgr.) Textholzschnitten von Ambr. Holbein u. 2 Druckermarken. 163 S., Bl. 164 u. 1 nn. Bll., S. 165-271. - Angebunden: D. Erasmus Roterodamus. - Ioan. Frobenius, studiosae iuventutis. Accipte nunc opuscula quaedam moralia adulescentes studiosi... In hoc volumine haec continentur. Disticha moralis, titulo Catonis, cum scholiis auctis Erasmi Roterodami, Apohthegmata Graciae sapientium interprete Erasmo (etc). Basel, J. Froben, 1520. 4to.  Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren von Holbein u. Graf u. Druckermarke. 171 S. Alter Prgt., berieben, etwas fleckig.
I. VD 16, M 6300; Adams M 1757; Fairfax Murray 304; Gibson 4; Hieronymus 261; vgl. Winter, Comp. Utop. I, 37; Holbein-Kat. Basel 341 (Bordüre) u. 120-121 (Holzschnitte). - Seltene vierte (zweite Basler) Ausgabe des berühmten Staatsromans, der für eine ganze Literaturgattung namengebend wurde. Die erste Basler Ausgabe war im März 1518 ebenfalls bei Froben erschienen. Mit dem ersten der häufig fehlenden, weil nach Hieronymus auch einzeln verkauften epigrammatischen Anhänge. Es fehlt der zweite Anhang "Epigrammata D. Erasmi Roterodami". Dafür ein anderes Werk von Erasmus eingebunden (s.u.). - Die Utopia wurde von Erasmus ediert, dem Morus 1516 das vollständige Manuskript übersandt hatte. Der zweite Teil der Schrift war bereits 1515 in Flandern "in enger geistiger Fühlungnahme mit Erasmus" (K. J. Heinisch) entstanden, der erste im Jahr darauf. Von den beiden Holzschnitten Ambrosius Holbeins zeigt der ganzseitige die berühmte Vogelschau-Ansicht der Insel Utopia nach dem Löwener Erstdruck von 1516, der kleinere, hier erstmals verwendete den Autor, mit Hythlodaeus und Petrus Aegidius disputierend (vgl. ausf. Hieronymus). "Die beiden Textholzschnitte sind mit denen der Ausgabe vom März 1518 identisch. Von deren Titeleinfassungen ist die des Haupttitels ausgewechselt gegen die auch für die Praefatio verwendete Nischeneinfassung, die hier somit zweimal vorkommt. Für die Epigrammata des Morus erscheint Grafs alte Einfassung zu des Erasmus Encomium moriae..." (Hieronymus). - Leicht gelockert, etwas gebräunt, teilw. etwas stockfleckig bzw. fleckig, wenige alte Randanmerkungen, der blattgroße Holzschnitt mit Braunfleck, letztes Blatt mit kleiner Fehlstelle im unteren Bund. Titel  mit altem Besitzvermerk (Stephanus Bertolini?), im unteren Rand gebräunt u. mit kleinem Inventarstempel.
II. VD 16, C 1606; Adams C 1115 (beide unter Cato); van der Haegen II, 15. - Seltene Ausgabe mit Kommentaren von Erasmus. -Stellenweise gebräunt, gering fleckig. Titel mit kleiner Fehlstelle im Bund.
Fourth edition of the Utopia, the second Basel edition (the first published in March 1518 by Froben). With the first of the two Epigrammata, without the "Epigrammata D. Erasmi Roterodami". "More often than not the three parts are found separately bound" (Fairfax Murray). - Slightly loose, some browning, some foxing and spotting, few old annotations, brown spot to full-page woodcut, small defect to lower inner margin of the last leaf. Old ownership inscription and small marginal stamp to title. Bound with a rare work with comments by Erasmus (Basel, Froben, 1520). - Partly browned, small hole to inner margin of the title. Together in old vellum, rubbed
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 26
Prachtvoll altkoloriert
Officium B.M.V. 1622
Officium Beatae Mariae Virginis, Pii V. Pont. Max. iussu editum. Nunc pluribus quam hactenus umquam figuris aeneis illustratum. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1622 (Kolophon 1621). 4to (24,5:18,5 cm). Mit gest. Titelvignette, 56 (statt 57) blattgr. Textkupfern u. 36 gest. Textvignetten, alles in goldgehöhtem Altkolorit. 20 Bll., 694 (statt 696) S., 6 Bll. (die letzten 4 w.). Roter Maroquinbd. d. Zt. mit reicher Rvg., dreifachen goldgepr. Deckelbordüren u. Goldschnitt; etwas berieben, Vordergelenk u. kl. Einriss am hint. Gelenk sorgfältig restauriert.
Vgl. Funck 331 f. (unter Heures). - Eine von zahlreichen bei Plantin-Moretus erschienenen Ausgaben, der Text ganz in Rot u. Schwarz gedruckt. Die fein gestochenen und prachtvoll altkolorierten Kupfer stammen von Theodor Galle und Karel de Mallery (Kupfer auf S. 142 u. 216 signiert). - Etwas gebräunt, vereinzelt gering fingerfleckig. Fehlen S. 43/44 mit 1 blattgr. Kupfer.
Beautiful Moretus print with engraved title vignette, 56 (of 57) full-page engravings in text and 36 engr. vignettes, all in fine contemporary colouring heigthened with gold. - Some browning, slight thumbing, lacking pp. 43/44 with one engraving. Bound in contemp. red morocco, gilt fillets, spine richly gilt; upper joint and small tear to lower one expertly restored.
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10.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 27
Ramelli, Le diverse machine
Ramelli, A. Le diverse et artificiose machine... Nelle quali si contengono varii et industriosi movimenti, degni di grandissima speculatione, per cavarne beneficio infinito in ogni sorte d'operatione. Paris, "in casa del autore", 1588. Fol. (32:22,5 cm). Mit gest. Titel, gest. Porträt Titel verso u. 194 (174 blattgr., 20 doppelblattgr.) Textkupfern. 16 nn. (inkl. Titel), 338 num. Bll. Mod. Prgt. aus älterem Material mit altem Rsch.
Adams R 52; Riccardi I/2, 341, 1; Ornamentstichkat. Bln. 1770; Mortimer 452; Norman 1777; Dibner 173; Bibl. Dt. Mus., Libri rari 228; Wellcome I, 5323. - Erste Ausgabe des berühmten Werkes über die Technik der Spätrenaissance. Mit italienisch-französischem Paralleltext und prachtvollen Illustrationen. "One of the most elegantly produced of all technological treatises, emphasized and exploited the unlimited possibilities of machines. The plates in Ramelli's treatise are artistically as well as technologically superb, the bilingual text beautifully printed, and both plates and text surrounded by handsome borders of typographic ornaments" (Norman). Beschrieben und abgebildet werden Wasser- und andere Hebewerke, Fördermaschinen, Pumpen, Brunnen, Mühlen, Brücken, Fähren, diverse Kriegsmaschinen für Belagerung und Verteidigung, auch Automaten (sprechende Vögel), das bekannte Bücherrad u.v.a. Mit den korrigierten Kupfern auf Bl. 194 u. 195 die über die urprünglichen Kupfer geklebt wurden. - Behutsam gereinigt, weiterhin leicht gebräunt und sehr gering fleckig; Porträtkupf. mit kleinen ergänzten Fehlstellen am rechten Rand; Bll. 135, 139 u. 173 mit 1-3 kl. Löchern durch Roststellen mit geringem Verlust an der Einfassungslinie bzw. im Bild; Bl. 330 mit kl. Papierdurchbruch; Bll. 12, 13, 214 u. 215 mit kl. Tintenfleck im Rand; Bll. 250 u. 277 mit hinterl. kl. Randeinriss; das doppelblattgr. Kupf. auf Bl. 337/338 mit kl. Einriss im Bug; Titel u. letztes Bl. mit schwachen Resten eines nicht mehr lesbaren Trockenstempels im Fußsteg.
First edition of Ramelli's famous book on machinery. Richly illustrated with engr. title, engr. portrait of Ramelli on the verso and 194 text engravings (174 full-page and 20 double-page). With the changed engavings to leaves 194 and 195 pasted over the discarded engravings. - Lightly cleaned, still some faint browning throughout and spotting in places; small losses to right border of portrait, restored and carefully redrawn; few small holes from rusty stains to leaves 135, 139 and 173 affecting border or image; small tear to center of leaves 330 and 337/338; 4 leaves with tiny inkstain to margin, restored marginal tear to 2 leaves; illegible dry stamp to bottom margin of title page and last leaf. Bound in recent full vellum using older material and old leather label to spine.
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12.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 28
An Early Artists' Book - Illustrated by Guido Reni
Reni/Morello, Funerale d'Agostin Carraccio
Reni, Guido. - Morello, B. Il funerale d'Agostin Carraccio fatto in Bologna sua patria da gl'Incaminati Academici del Disegno Scritto All Cardinal Farnese. Bologna, V. Benacci, 1603. 4to (19,5:14 cm). Mit gest. Titel u. gefalt. Kupfertafel von Francesco Brizio u. 7 Radierungen im Text von Guido Reni. 52 S. (inkl. gest. Titel). Roter Maroquinbd. um 1860 mit breiter, goldgeprägter Deckelbordüre, reicher Rückenvergoldung, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt; Ecken u. Kanten teilw. etwas bestoßen, Vordergelenk unten minimal eingerissen.
BL, 17th cent. Italian Books 593; Brunet III, 1900; Cicognara 1409; Bartsch, Le Peintre graveur XVIII, S. 265, no. 24 u. S. 268, no. 30 (Brizio); S. 306-12, no, 54-60; Thieme-B. V, 55. - Einzige Ausgabe und nur eines von zwei Werken mit Illustrationen des italienischen Malers, Freskanten und Radierers der Bologneser Schule, Guido Reni, einer der berühmtesten und bedeutendsten Künstler des 17. Jahrhunderts. Er wirkte vor allem in seiner Heimatstadt Bologna und in Rom und war der Hauptvertreter eines barocken Klassizismus in der Malerei. Zugleich eines der frühesten Künstlerbücher. Das Werk entstand anlässlich der großartigen und prachtvollen Totenfeier für den Maler Agostino Carracci in der Kirche des Ospedale della Morte in Bologna. Die Accademia degli Incamminati, eine der ersten Kunstakademien Italiens, hatte die Totenfeier veranstaltet. Ausgestattet ist das Werk mit den schönen Radierungen von Guido Reni, von denen 3 fast blattgroß sind und jeweils 5 allegorische Darstellungen zeigen, die übrigen Radierungen im schmalem Format mit allegorisch anmutenden Darstellungen. Die große Falttafel (ca. 42:26 cm) zeigt zwei Dorische Säulen. - Titel mit restaurierten Abriss im unteren Rand unter teilw. Verlust der Datierung. Die Falttafel im linken u. rechten Rand knapp beschnitten u. aufgezogen, letztes Blatt verso mit alter Anmerkung im unteren weißen Rand.
One of only two books illustrated by Guido Reni, the dominant Italian Baroque artist of the Bolognese School. With engraved title and large folded plate by Francesco Brizio and 7 (3 nearly full-page) engravings by Reni. The splendid etchings by Reni depicting 18 pictures of temporary, mostly allegoric and emblematic decorations realised on occasion of the memorial service for his friend and co-member of the Bolognese circle, Agostino Carracci (1557-1692), held January 18th 1603. The large plate shows etchings of 2 Doric columns situated on the front and rear side of a mausoleum constructed by the Accademia degli Incamminati in honour of Carracci. The text, written by Benedetto Morello, is dedicated to Cardinal Farnese and contains a description of Carracci's funeral and explanations of Reni's and Brizio's accompanying illustrations. - Lower right part of the title restored with loss of publisher's date, folded plate mounted and somewhat narrow-margined, old annotation to lower margin of the last leaf. Bound in red morocco gilt around 1860, gilt edges, slight rubbing to extremities, small tear to lower upper joint.
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18.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 29
Rösel, Natuurlyke historie der insecten. 9 Bde.
Rösel v. Rosenhof, A. J. De natuurlyke historie der insecten. Met zeer nutte en fraaie aanmerkingen verrykt, door den Heer C. F. C. Kleemann. 4 in 8 Bdn. Haarlem u. Amsterdam, Bohn & de Wit (Bd. 2 ff.:) Bohn & Gartman, (1764-1782?). 4to (27:22 cm). Mit 1 gest. Porträt, 3 altkol. gest. Front. u. 359 Abb. auf 288 (3 gefalt.) altkol. Kupfertafeln. - Dazu: (C. F. Kleemann), Vervolg op de natuurlyke historie der insecten. O.O. (nach 1787). 4to. Mit 26 altkol. Kupfertafeln. 192 S. Uniforme gefleckte Ldr. d. Zt. mit farb. Rückenschildern, Rücken- u. Stehkantenverg.; stellenweise berieben, hier und da etwas fleckig und mit kl. Bezugsfehlstellen, Ecken teilw. etwas bestoßen. Bd. 2/I mit kl. Wurmspur im hinteren Außengelenk.
Nissen, ZBI 3467; Landwehr, Books with Col. Plates 161 (ausführl.); Horn-Sch. 18267. - Erste und einzige holländische Ausgabe von Rösels berühmter "Insecten-Belustigung", des schönsten deutschen Insektenwerkes der Zeit. Mit den Tafeln der deutschen Originalausgabe, "carefully coloured by hand by Kleemann and his wife Katharina Barbara Roesel von Rosenhof" (Landw.). Nissen und Landwehr zählen beide 356 Abb. auf 288 (bzw. 286? [N.]) Tafeln. Die von Nissen und Horn-Sch. genannten Erscheinungsdaten werden von Landwehr gut begründet korrigiert. Bd. 4/II enthält den "Algemeenen Bladwyzer" (Nomenclator) von A. A. van Moerbeek. Mit dem seltenen Supplement von Kleemann. Dieses laut Landwehr in drei Varianten gedruckt, vorliegend dritte Variante ohne eigene Titelei und mit 192 Seiten. - Gleichmäßig etwas gebräunt und kaum fleckig. Vorderes Innengelenk (Bd. 1: Buchblock vorne) meist gebrochen bzw. angebrochen. Bd. 1/I: 2 Taf. mit schmalem Wasserrand. Bd. 2/II: 1 Falttaf. mit Falz- bzw. Randeinriss bis ins Bild hinein (teilw. unschön repariert). - Zus. 9 Bde.
Only Dutch edition, illustrated with engraved portrait, 3 engr. frontispieces and 288 plates (3 folding) with 359 engravings and additional 26 plates for the supplement, all in fine contemporary colouring. -  Some browning and minor spotting here and there. Front inner hinge (partly) cracked. Vol. 1/I: Some waterstaining to margins of 2 plates. Vol. 2/II: Tear to margin of 1 folding plate affecting image (repaired). Bound in contemporary leather with coloured spine labels, spine and dentelles gilt; some rubbing in places, some spotting here and there, corners somewhat worn in places. Vol. 2/I: Minor worming to lower joints. - Together 9 vols.
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6.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 30
With all Sequels and Supplement
Sepp, Nederlandsche Insecten. 18 Bde.
Sepp, J. C. Beschouwing der Wonderen Gods, in de minstgeachte schepzelen of Nederlandsche Insecten. 8 Bde. Amsterdam, J. C. Sepp, 1762-1860. 4to (23,5:19,5 cm). Mit 8 altkol. Titeln u. 400 altkol. Tafeln in Kupferstich (332) u. Lithographie (68). - Dazu: (Supplement) P. C. T. Snellen. Determinatie der Lepidoptera, afgebeeld in het werk, getiteld Beschouwing der wonderen Gods. Ebda., Sepp & Sohn, 1762. 4to (26:21,5 cm). - (Fortsetzung 1:) S. C. Snellen van Vollenhoven. Beschrijvingen en afbeeldingen van Nederlandsche vlinders. 4 Bde. Ebda., Sepp, (ab Bd. 2:) Nijhoff, 1860-1900. 4to (26:21 cm). Mit 200 altkol. lith. Tafeln. - (Fortsetzung 2, Bd. 1; alles erschienene:) A. Brants. Nederlandsche vlinders beschreven en afgebeeld. 10 Teile in 5 Heften. Den Haag 1905-1928. 4to (28-29:22 cm). Mit 10 kol. lith. Tafeln. Insgesamt 18 Bde. Hldr. d. 19. Jh. mit blindgepr. Rücken und goldgepr. Rückentiteln (Hauptwerk u. 1. Fortsetzung = 12 Bde.), Rücken berieben, Bde. 2-4 d. 1. Fortsetzung Rücken stärker berieben u. verblasst, 2 Gelenk geplatzt. - Hlwd. d. Zt. mit aufgez. Or.-Umschl. (Suppl.), etwas fleckig u. berieben. - Or.-Umschl. (2. Fortsetzung), Rücken verblasst, Umschl. von Heft 9-10 etwas beschädigt.
Nissen, ZBI 3808, 3808a (kennt nur 2 Tle. mit 100 Taf.) u. 3808b; Horn-Sch. 20145 u. 20733; Landwehr, Dutch books 182 u. 202. - Erste Ausgabe, in dieser Vollständigkeit mit allen 3 Serien (mehr nicht erschienen) und dem sehr seltenen Supplement nahezu unauffindbar. Die schönen Tafeln zeigen Tag- u. Nachtfalter mit ihren Raupen u. Puppen, teilw. auf Pflanzen. Der Supplementband mit leeren Bll. durchschossen, ca. 55 leeren beigehefteten Bll. und mit 2 lose beiliegenden Heften mit zeitgenöss. handschriftlichen Zusätzen (20 S. u. 12 S.) - Hervorragendes Exemplar; erste Fortsetzung stellenw. etwas stockfleckig, sonst nur vereinzelt gering fleckig. Der gest. Titel in Bd. 4 des Hauptwerks mit kl. Papieranhaftungen im Bund.
The most important work on Dutch Lepidoptera, one of the finest works on butterflies and moths ever published. A complete copy, including all three series (of series III only pt. 1 published) and the rare supplement of 1762. This supplement vol. interleaved with white paper, approx. 55 sheets of white paper bound in at end and with 2 contemp. manuscript booklets of additions (20 and 12 p.) enclosed. All together 18 volumes with 8 hand-coloured title-pages and 610 hand-coloured plates. Extremely scarce when in this completeness. - Some foxing to second series, else only minor occasional foxing. Little adherence of endpaper to inner margin of title page of vol. 4 from 1st series. Bound in mid 19th cent. half calf, blindtooling and gilt titles to spines (1st and 2nd seriers = 12 vols.); spines somewhat rubbed, heavier to vols. 2-4 of 2nd series, these partly decolorized, one joint split but firm. - Contemp. half cloth, orig. printed wrappers pasted to boards (supplement), somewhat stained. - Orig. printed wrappers (3rd series), spines of wrappers sunned, partial damage to wrappers of last vol.
 
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9.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 31
Extremely Scarce Rogel Printing
Stöer, Geometria et perspectiva
Stöer, L. Geometria et perspectiva. Hier Jnn Etliche Zerbrochne Gebew, den Schreiner(n) Jn eingelegter Arbait dienstlich, auch vil andern Liebhabern zu sonder(m) gefallen geordnet vnnd gestelt. Augsburg, H. Rogel, 1567. Fol. (33,5:22,5 cm). Titel mit zweifarbig gedruckter Holzschnitt-Bordüre und 11 Holzschnitt-Tafeln. Geheftet; Heftfaden gelöst.
VD 16, S 9209; vgl. Ornamenstichkat. Bln. 1165. - Erste Ausgabe. Überaus selten. Außergewöhnlich breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. Die prachtvollen Tafeln in scharf zeichnenden kräftigen tiefschwarzen Abrucken. "Getruckht zu Augspurg durch Hannß Rogel Formschneider". Ein zweiter Druck mit dem Jahr 1567 erfolgte ebenfalls in Augsburg durch Michael Manger. Vergleiche zeigen, dass der Druck von Manger ein erheblich schwächeres Druckbild aufweist. Da Manger die Druckerei des 1568 verstorbenen Matthäus Frank erst durch Heirat der Witwe Barbara Franck (geb. Hofer) am 26. Juni 1569 übernahm, ist davon auszugehen daß auch sein Druck von Stöers 'Geometria' nicht vor dem Juni 1569 erfolgte (vgl. Benzing, Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts, S. 18). Eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke seiner Zeit zur perspektivischen Darstellung. Die komplexen dreidimensionalen Darstellungen geometrischer Körper, Rollwerk-Ensembles, architektonischen Fragmenten und Ruinen vor weiten Landschaften wirken sehr modern und scheinen Ideen von M. C. Escher vorwegzunehmen. "Auf den Drucken Stöers jedoch, die Forssman (Säule und Ornament. Stockh. u. Köln 1956) als die 'vielleicht merkwürdigsten Vorlagen des deutschen Manierismus' bezeichnet, wird das Rollwerk ein eigenständiges, bildwürdiges Motiv. Hier leugnet es jede Verwandtschaft mit der Kartusche, in seiner ungewöhnlichen Zusammenstellung mit Ruinen und geometrischen Körpern" (D. Pfaff, Lorenz Stöer, München 1996, S. 13). Über den Maler und Graphiker Stöer (auch Stör, Stoer, Sterr, Storr; nachweisbar 1555-1599) ist nur wenig bekannt. Zuerst in Nürnberg ansässig, ging er nach dem Tod seiner Frau Anna 1557 nach Augsburg. Vorliegendes Werk, auf dessen Titel er als "Maller Burger inn Augsburg" genannt wird, ist das einzige von ihm nachweisbare Druckwerk. Der Druck eines Buchs "Perspectiva in lucem prodita", für das er 1555 von Kaiser Ferdinand I. ein Druckprivileg erhielt, ist nicht bekannt. Sammelbände mit Zeichnungen ähnlicher Motive von ihm finden sich in Augsburg, Erlangen und München. Wir konnten über KVK nur 6 Standorte des Drucks von Rogel nachweisen: Augsburg, Bamberg (inkompl.), Budapest (laut VD 16; kein Nachweis im Online-Kat.), Rom (Bibliotheca Palatina), Schweinfurt (Otto Schäfer) und Wien (MAK). - Unbeschnitten. Außenränder mit geringen Läsuren u. stellenweise etwas angestaubt, teilweise etwas wasserfleckig, vereinzelte Fingerflecken im Fußsteg, die Tafeln in der oberen Außenecke alt mit Bleistift nummeriert, Titel mit hs. Buchstaben "B" in der oberen Innenecke. Heftung defekt. Das Titelblatt recto und das letzte Blatt verso im Bundsteg mit Japanpapier beklebt, der Klebstoff nur das Japanpapier bräunend, die Blätter soweit erkennbar nicht betroffen.

Nachtrag Oktober 2021
Wood, C. S. The Perspective Treatise in Ruins: Lorenz Stoer, "Geometria et perspectiva", 1567. In: Studies in the History of Art. Vol. 59. 2003, S. 235-257 (ausführlich). - "It is virtually certain that the Hans Rogel printing of 'Geometria et perspectiva' preceded the Michael Manger printing. The xylographic script used in the Rogel colophon is the same script used on the title page... Manger was an Augsburg printer who established himself in 1570 by marrying the widow of the printer Matthias Franck and taking over his press. Manger issued hundreds of titles over the next three decades. He must have bought the blocks from Rogel soon after the publication of the first edition..." (Wood, S. 242 u. 252). Weitere Untersuchungen zu der Historie des Druckers M. Manger zeigen, dass von ihm außer dem "1567" datierten Stöer keine weiteren Drucke vor 1569 nachzuweisen sind. Aus dem Jahr 1569 (Übernahme der Druckerei, s.o.) sind nur 2 Drucke Mangers nachzuweisen, ab 1570 dann zahlreiche Drucke jährlich. In VD 16 wurde der Eintrag des Druckes von Manger (VD 16, S 9208) entsprechend mit neuer zeitlicher Einschätzung [1569?] versehen. Wir danken Frau Dr. Ulrike Bayer, München für die zeitnahe Prüfung und Anpassung des Eintrags in VD 16.
First edition. Extremely scarce. We could only verify 6 (1 incomplete) copies of the printing by Rogel in public libraries. Title page with woodcut border in 2 colours and 11 woodcut plates. Beautiful impressions of deep black colour of the impressive three-dimensional constructions of abstract geometrical figures and imaginary ruins in wide landscapes. It is to assume that the other Augsburg printing of the 'Geometria' by Michael Manger dated 1567 was executed later. Manger took over the printing office of the 1568 deceased M. Franck marrying the widow in June 1569. His impressions of the woodcuts are of much lower quality. - Uncut, wide margined. Minor fraying and soiling to outer edes of margins, some faint waterstaining, occasional insignificant fingerstaining to few bottom margins. Plates with old pencil numbering to upper outer corner. Title page with ms. letter "B" to upper inner corner. Strong Washi paper glued to inner margin of title page recto and last plate verso, some browning to the Washi paper, leaves not visibly affected. Remains of former stiching, loosened.
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50.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 32
Koloriert
Thurneisser, Historia unnd Beschreibung
Thurneisser zum Thurn, L. Historia unnd Beschreibung Influentischer, Elementischer und Natürlicher Wirckungen aller fremden unnd Heimischen Erdgewechssen, auch irer Subtiliteten. Berlin, M. Hentzke, 1578. Fol. (36:24 cm). Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre, 1 Holzschnittporträt, 1 gr. Holzschnitt, 36 Pflanzenholzschnitten mit Bordüre, zahlr. kl. Holzschnitten u. Diagrammen im Text u. Druckermarke, alles in altem Kolorit.  6 Bll., 156 (recte 158) S., 12 Bll. Alter Ldr. mit goldgepr. Eckfleurons, etwas bestoßen, Rücken u. Vorsätze erneuert.
VD 16, T 1172; Nissen, BBI 1964; Hunt 135; Durling 4353; Wellcome I, 6300; vgl. Ferguson II, 451 (Titelauflage von 1588) u. Anderson, Herbals 181ff. (lateinische Ausgabe). - Erste deutsche Ausgabe, im selben Jahr wie die lateinische erschienen. Behandelt die Umbelliferen, weitere Teile des auf 10 Teile geplanten Werks sind nicht erschienen. Eines der ersten Kräuterbücher mit Beschreibung der Heilwirkung der Pflanzen nach astrologischen Gesichtspunkten.  Die Pflanzenholzschnitte wurden von Peter Hille nach Franz Friedrich aus Frankfurt/Oder geschaffen. "As a piece of printing this is a remarkable book. The woodcuts of the plants are enclosed in a border - the Hebrew (sometimes Syriac) name above and the Greek below, and in the four corners are the constellation of the plant, its composition in terms of sulphur, salt and mercury, its educts, and its virtues" (Ferguson). Gedruckt in der nur 5 Jahre tätigen dritten Berliner Offizin, die Thurneissers eigene Druckerei erworben hatte. Zu Thurneissers abenteuerlichem Leben und Charakter vgl. auch Ferguson: "He tried to pass as a man of science, a learned physician, and an accurate scholar, when in reality he was a man of action, with a gift to organising and commercial advertisement (S. 453f.). - Gebräunt, im Kopf- u. Außensteg meist wasserrandig; wenige kurze hinterlegte Randeinrisse. - Mit 2 Exlibris des Arztes und Bibliophilen Piergiorgio Borio u. seinen goldgepr. Initialen auf dem Rücken.
First German edition. Richly illustrated, all illustrations in old colouring. - Browning throughout, marginal waterstaining. Old calf gilt, corners bumped, spine and endpapers renewed.
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15.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 33
Die Geburt der modernen Anatomie
Vesalius, De humani corporis fabrica
Vesalius, A. De humani corporis fabrica libri septem. Basel, J. Oporinus, 1543. Gr.-fol. (41:29 cm). Mit großem Titelholzschnitt, Porträt des Vesal, 23 blattgroßen sowie ca. 200 kleineren Holzschnitten sowie 2 doppelblattgroßen u. 1 unpag. blattgroßen Holzschnittafeln, bis S. 165 alle Holzschnitte u. Initialen altkoloriert. 6 Bll., 659 (recte 663) S. (inkl. Taf.), 18 Bll. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung, zwei Schließen. Vorderdeckel mit blindgeprägtem Titel, Monogramm "C N M" (Caspar Naevius Medicus) u. Datierung 1544; etwas berieben u. gebräunt, Ecken u. Kanten teilw. etwas bestoßen.
PMM 71; Horblit 98; Dibner 122; Cushing VI.A-1; Garrison-M. 375; Durling 4577; Wellcome I, 6560; Osler 567; Choulant-Fr. 178 ff.; Norman 2137; VD 16, V 910; Hieronymus 483 (sehr ausführlich). - Erste Ausgabe des epochemachenden Werkes, eines der bedeutendsten wissenschaftlichen Werke des 16. Jahrhunderts überhaupt. Vesalius veröffentlichte die Fabrica im Alter von nur 28 Jahren; allein die Drucklegung zog sich über drei Jahre hin, da Vesalius von seinem Drucker Oporinus äußerste Umsicht, Sorgfalt und Qualität erbat. So entstand neben dem wohl berühmtesten medizinischen Werk, der Geburt der modernen Anatomie, eine prachtvolle Folge von Holzschnittillustrationen, die neue Qualitätsmaßstäbe für anatomische Abbildungen aufstellten. Die Illustrationen werden teilweise dem venezianischen Künstlerkreis um Tizian zugeschrieben, besonders dem in Italien arbeitenden niederländischen Künstler Jan Stephan van Calcar. Der ganzseitige Titelholzschnitt zeigt Vesal bei der Sektion eines weiblichen Körpers, umgeben von Professoren, Studenten und einigen allegorischen Gestalten. Die 23 blattgroßen Holzschnitte, mit je 1 ganzen menschlichen Figur, demonstrieren den Knochenbau (3), die Muskulatur (14) sowie Blutkreislauf und Nervenbahnen; der Hintergrund der 14 blattgroßen Muskeldarstellungen ergibt zusammengesetzt ein Panorama der euganeischen Hügel südlich und südwestlich von Padua. Die vielen kleinen Holzschnitte mit anatomischen Darstellungen und einigen Instrumenten.
Außergewöhnliches Exemplar, bis S. 165 in schönem Altkolorit und im ersten Einband des Erstbesitzers, des Mediziners Caspar Naevius (Neefe, 1514-1579). Naevius, u.a. sächsischer Leibarzt, erstand das Werk kurz nach Erscheinen und nutzte es ausführlich als praktischer Mediziner. Von seiner Hand finden sich zahlreiche kenntnisreiche Anmerkungen, auch bei den Holzschnitten. Umfangreichere Anmerkungen auf dem vorderen Innendeckel, dem vorletzten Blatt verso und dem letzten Blatt mit dem Kolophon. Interessant die auf dem vorletzten Blatt beginnende kurze Abhandlung "Historia von der grausamen erschröcklichen und unerhörten Pestilenz zu Venedig anno 1576“, auf dem letzten Blatt verso u.a. eine Liste zu Patienten (?, Fürsten, Grafen, Freiherren). - Breitrandiges Exemplar. teilw. etwas stock- u. fingerfleckig, meist in den Rändern. Durchgehender Wasserrand im rechten Rand. Alte Stempelrasur im unteren weißen Rand des Titels.
First edition of this epochal publication, "one of the most beautiful scientific books ever printed" (Horblit). "This work is the first modern treatise on anatomy based upon dissections of the human body. Vesalius really described the body as we know it, for the first time fully, and for the first time accurately" (Osler). Complete copy with woodcut pictorial title, author portrait, and printer’s device, 23 full-page and c. 200 smaller woodcuts, two double-page plates and one full-page plate. All woodcuts and initials up to page 165 in full contemporary hand colour.
The importance of Vesalius's 'Fabrica' in the history of medicine can scarcely be exaggerated. His remarkably accurate text is coupled with woodcut anatomical illustrations of artistic and technical brilliance in a comprehensive study of bones, muscles.
A truly outstanding copy. Preserved in its original binding with the blindstamped initials of its first owner, the German physician Caspar Naevius (Neefe, 1514-79), and with his handwritten annotations throughout, the present copy is partly coloured by a contemporary artist (including the iconic woodcut used as title-page and all anatomical illustrations up to page 165). Caspar Naevius who later served as personal physician to the Dukes of Saxony, acquired the precious volume only a year after its publication and obviously consulted it extensively throughout his career as a medical practitioner. - Some foxing and thumbing, mostly in margins, waterstaining to right margin throughout. Erased circular library stamp in the blank lower margin of the title page. A wide-margined copy bound in contemporary richly blindstamped pigskin over wooden boards with bevelled edges, on five raised double bands, with two clasps. Upper cover with blindstamped title, Naevius's monogram, and dated 1544; some browning and rubbing, corners bumped. In custom-made solander box.

 
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700.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 34
Volckamer, Nürnbergische Hesperides. 2 Bde.
(Volckamer, J. C.). Nürnbergische Hesperides, Oder gründliche Beschreibung der edlen Citronat-, Citronen- und Pomerantzen-Früchte, wie solche in selbiger und benachbarten Gegend, recht mögen eingesetzt, gewartet, erhalten und fortgebracht werden. - Continuation der Nürnbergischen Hesperidum. 2 Tle. in 2 Bdn. Nürnberg, Endter Erben, 1708-14. Fol. (36:23,5 cm). Mit 2 gest. Front., 26 gest. Vign. u. 245 (statt 250) Kupfertafeln, davon 1 gefaltet u. 23 doppelblattgr. (u. teilw. eingefaltet). 4 Bll., 255 S., 4 Bll., 17 S.; 21 Bll., 239 (recte 236) S., 2 Bll. Blindgeprägte Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, gering berieben, Ecken bestoßen, Schließen entfernt, vord. Innengelenk von Bd. 2 angebrochen.
Nissen, BBI 2076 u. 2078; Pritzel 9848-49; Dunthorne 323 u. Abb. S. 165; Ornamentstichkat. Berlin 3324; Lanck.-Oehler I, 43 ff; Hunt 420 (alle mit nicht ganz genauer Kollation). - Erste Ausgabe der berühmten Monographie über Zitrusfrüchte, mit der seltenen "Continuation". Bd. 1 im 2. Druck mit dem Anhang über den Obelisken (inkl. der mitgezählten Falttaf.). Die prächtigen Kupfertafeln meist mit großen Darstellungen der Früchte, darunter im unteren Bildteil betitelte Ansichten aus Nürnberg und Umgebung mit Landsitzen und Gartenanlagen, in der Continuation deutsche Parkanlagen und italienische Palazzi, oft zusätzlich noch mit figürlicher Staffage. Unter den doppelblattgroßen Tafeln eine Karte des Gardasees und Ansichten des Genueser Vorortes S. Pier d'Arena sowie des Palazzo Doria zu Genua. In Bd. 2 zwei große Faltansichten von Erlangen und eine von Schönbrunn bei Wien. Der Anhang "Beschreibung etlicher fremden Gewächse" in Bd. 2 mit exotischen Pflanzen wie Ananas, Baumwolle, Kokosnuss, verschiedenen Palmen sowie Ansichten von Stätten in Amerika, dem mittleren Osten und Indien. - Teilw. gering gebräunt, sehr vereinzelt stärker, gering fleckig, erste Bll. jeweils etwas gelockert, letzte Bll. mit kl. Rostfleck im Rand. Taf. 152 in Bd. 2 mit Einriss. Titel mit altem Besitzvermerk. Es fehlen die Tafeln 172 b-d in Bd. 1 sowie 185 u. 232(bis) in Bd. 2, die diesem Exemplar offenbar nie beigebunden waren.
First German ed. (vol. 1 in second issue), with the scarce "Continuation", published in 1714, and the Obelisco-appendix. Two volumes, with 2 engr. front., 26 engr. vign. and 245 (of 250) engr. plates, partly folding or double-page. - Slight browning, heavier to very few leaves, slight spotting in places. First leaves slightly loose, marginal rust stain to last leaves, minor waterstaining to top margin of last leaves of vol. 2, tear to plate 152 of vol. 2. Bound in contemp. blindstamped pigskin over wooden boards, slightly rubbed, corners bumped.
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25.000,00 EUR (Schätzpreis)

III. Atlanten - Reisen - Photographie

Los 35
Blaeu's 'Het Licht der Zeevaert' Counterfeited by Janssonius
Blaeu, Le flambeau de la navigation
Blaeu, W. Le flambeau de la navigation, monstrant la description & delineation de toutes les costes & havres de la Meer occidentale, septentrionale, & orientale... A quoy est adjoustée une insturction de l'art de marine. 3 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, J. Janssonius, 1620. Qu.-4to (27,5:30 cm). Mit illustr. gest. Titel (mit mont. französ. Drucktitel), gest. Frontispiz, 42 (40 doppelblattgr. u. 2 kleineren eingefalt.) Kupferkarten, 2 Holzschnitt-Titelvignetten sowie etlichen Textillustrationen (darunter 2 Volvellen) u. Küstenprofilen. 27 Bll.; 119; 127 S. Restaurierter Ldr. unter Verwendung der alten Deckelbezüge mit goldgepr. Wappen mittig; Deckel etwas beschabt, Vorsätze erneuert.
Koeman IV, M.Bl 23 (J); Shirley, M.JAN-1a. - Erste französische Ausgabe dieser Imitation von Blaeus Navigationshandbuch 'Het Licht der Zeevaert' durch seinen Konkurrenten Janssonius. "Twelve years after the first edition (1608)... Joannes Janssonius issued the same work, composed and printed on his own presses and supplemented with charts, printed from his own plates which are faithful copies of Blaeu's plates, presumably engraved by Petrus Kaerius. Obviously, copyrights and privileges did not prevent this imitation... The existence of two concurrent publications of this pilot book is one of the most preculiar (sic) facts in the history of Dutch maritime cartography" (Koeman IV, S. 267). Beginnt mit einem einleitenden Teil zur Navigation illustriert mit Textholzschnitten sowie einem montierten Kupfer mit Volvelle und einer weiteren Holzschnitt-Volvelle. Darauf folgen die Beschreibung der Seewege und Küsten des europ. Nordatlantiks sowie der Nord- und Ostsee, reich illustriert mit den entsprechenden See- und Küstenkarten sowie im Text zahlreichen Küstenprofilen in Holzschnitt. Die Karten folgen der Beschreibung unter Koeman M.Bl 15. - Text meist etwas gebräunt u. stellenw. leicht fleckig, vereinzelt kl. Randläsuren restauriert. Karten sorgfältig gereinigt u. nur noch vereinzelt leicht (wasser)fleckig. Gest. Titel ebenfalls gereinigt u. mit kl. Randläsuren (1 kl. Ausriss bis in das Bild) verstärkt.
Three parts in one volume. First French edition of Janssonius' counterfeit of Blaeu's pilot book. With illustrated engraved title (with printed overslip), engr. frontispiece, 42 (40 double-page, 2 folding) engr. maps, 2 woodcut title vignettes and numerous diagrams (incl. 2 volvelles) and coastal profiles in text. - Some browning and occasional slight staining to text, a few marginal tears restored. Maps expertly cleaned, only a few with slight (water)staining. Engr. title with some marginal fraying (at top with small loss of image), carefully cleaned and reinforced. Restored calf using the old covers, these are somewhat rubbed, endpapers renewed.
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60.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 36 *
Pioneering Amazon Photographs
(Frisch), Vistas do Amazonas
Frisch, A. Vistas do Amazonas (Deckeltitel). Album mit 73 Fotografien auf 37 Kartonblättern. 1 Bl. gedruckte Liste. Rio de Janeiro, G. Leuzinger, (nach 1873). Qu.-fol. (33,5:42 cm). Bildgr. ca. 17,5:22,5 bis 18,5:23,5 cm. Grüner geglätteter Or.-Kalblederband mit reicher Vergoldung, berieben u. mit einigen Schabspuren, Rücken mit Papierschildchen.
Vgl. Frank Stephan Kohl, Amazonasbilder 1868. Produktion und Zirkulation von Tropenfotografien aus dem kaiserlichen Brasilien (Dissertation Marburg 2012) u. Ders. Albert Frisch and the first images of the Amazon to go around the world (in: G. Wolff, Explorers and entrepeneurs behind the camera, Berlin 2015, S. 26ff.). - Umfangreiche Auswahl aus den Aufnahmen, die der deutsche Fotograf Albert Frisch (1840-1918) während einer fotografischen Expedition in den Jahren 1867 und 1868 im Gebiet des oberen Amazonas machte, womit er zum Pionier der Fotografie in dieser Gegend wurde. Vertrieben wurden die Fotografien von Georg Leuzinger (1813-1892), einem gebürtigen Schweizer, der 1840 in Rio de Janeiro eine Kunst- und Schreibwarenhandlung gegründet hatte und seine Geschäftstätigkeit später auch auf einen Verlag, eine Druckerei etc. ausweitete; etwa 1865 hatte er auch mit der Produktion und dem Vertrieb von Fotografien begonnen. Etwa zur selben Zeit wurde Frisch, der schon einige Jahre als Fotograf in Argentinien gearbeitet hatte, von Leuzinger als Fotograf angestellt.
Albert Frisch wurde 1868 von Leuzinger mit einer offiziellen Expedition mitgeschickt, die unter Leitung seines Schwiegersohns Franz Keller(-Leuzinger) von Manaus aus den Rio Madeira befahren sollte. Frisch hingegen fuhr mit nur zwei Begleitern von Manaus aus den Amazonas entlang bis Tabatinga an der peruanischen Grenze und fotografierte auf dem Rückweg. Die Ausbeute waren über 120 Glasnegative. Aus diesen wurden später 98 ausgewählt, um sie zu vertreiben (die Nummern 99 und 100, die zweitweise auch auftauchten, waren Collagen, die F. Keller zusammenstellte). Albert Frisch reiste 1870 nach Deutschland zurück, um sich in der Reproduktion von Fotografien weiterzubilden, und blieb dort. Die Firma Leuzinger vertrieb seine Amazonasfotografien bis etwa 1890.
"Between 1867 and 1868 Albert Frisch produced over 120 negatives on his expedition through the Upper Amazon region. This is an extraordinary, ground-breaking achievement if only from a logistical and technical perspective. Frisch worked with the collodion process ... This meant that it was absolutely essential to have a portable photo laboratory, consisting of a darkroom and an extensive arsenal of photographic chemicals, bowls and working utensils. Together with the heavy photo equipment and the fragile glass negatives, all this was transported on the rowing boat along the Amazon during the expedition and throughout the entire 10,000 kilometer journey from Rio de Janeiro to Tabatinga and back, without suffering any damage ... Another striking feature of the entire series of negatives produced by Frisch is the incredibly wide range of themes and motifs. These transform his images into a historical photo-reportage which, even today, provides valuable insight on the European perspective of the Upper Amazon region at the start of the last third of the 19th century. The first major theme in Frisch’s series focuses on the inhabitants of the Upper Amazon. As well as shooting images of the four different ethnic groups he referred to as 'wild' (Ticuna, Miranha, Caixana, Umpqua), Frisch also took photographs of 'half-civilized indigenous people' and the hybrid population known as the 'Tapuyas' ... A second major motif are the fauna and flora of the Upper Amazon, i. e. the natural resources of the tropical rainforest. He photographed river species such as Amazon crocodiles, giant pirarucu fish or sea cows ... The third major motif of the Amazon photographs can be described as 'modern infrastructure' or 'civilization'. It comprises shots of the provincial capital, Manaus, and other smaller towns and villages, which also map out the stops of the steamship liner that travelled along the Upper Amazon River" (Kohl, First images 30). Im vorliegenden Album sind Fotografien zu allen drei von Kohl erwähnten Themen enthalten, etwa 27 Fotografien sind einzelnen Bäumen oder Tieren gewidmet. "The anthropological and ethnological images clearly had great appeal, if one takes the number of photographs housed in various collections and archives as an indication of popularity. The shots of flora and fauna, however, feature less frequently, and the views of towns and cities, hardly at all" (Kohl, First images 32).
Dem vorliegenden Album ist eine gedruckte Liste mit ausführlichen Titeln und Beschreibungen vorgebunden, die den folgenden Titel trägt: "Solimões ou Alto Amazonas e Rio Negro. Photographies faites pour le compte de la maison G. Leuzinger, de Rio de Janeiro, par Mr. Albert Frisch qui a parcouru 1,600 kilomêtres de ces grand fleuves dans une petit embarcation avec 2 hommes, au milieu de tribus sauvages". Diese Angebotsliste umfasst nur mehr 93 Nummern: 1-98 ohne die Nummern 41, 42, 70, 71, 76 (vgl. Kohl, Amazonasbilder 1868, Textband, S. 220 mit Abb. des Einbands, u. Bildband, Abb. II.105 mit Abb. der Liste).
Offensichtlich konnte der Käufer das Albums aus der Liste auswählen, welche Fotografien in seinem Album enthalten sein sollen. (Auch wenn drei Kartonblätter offensichtlich entfernt wurden, hat dieses Album nie alle Fotografien enthalten.) Die Fotografien im vorliegenden Album sind auf dem Trägerkarton handschriftlich in deutscher Sprache bezeichnet und mit Nummern versehen, die weitgehend der gedruckten Liste entsprechen. Da die Numerierungen nicht ganz korrekt sind, geben wir die Nummern nach dem Teil II im Bildband von "Amazonasbilder 1868". Das Album enthält: Nr. 2, 3, 9-11, 13-16, 20-39, 42-45, 47-61, 67-69, 73-80, 82, 83, 85, 87-97 (davon folgende Varianten: 11 ohne Kollage, 13a, 16.1, 20a, 22a, 24a, 27b, 31 [gedreht], 38 ohne Kollage, 39.3, 42-42 ohne Kollage, 45a, 60a, 77b, 85b.2, 87a, 89b, 90a). Das Bild Nr. 74, der rechte Teil des Panoramas ist doppelt vorhanden (oben nicht mitgezählt), dafür ist die Nr. 72, der linke Teil, leider nicht vorhanden. Interessant ist, dass die Nr. 42 und 76 im Album enthalten sind, obwohl sie aus der gedruckten Liste entfallen sind. Bei der Datierung des Albums haben wir einen in den Innendeckel montierten Lederstreifen mit dem goldgeprägten Firmennamen "G. Leuzinger & Filhos" berücksichtigt. Die Aufnahme der Söhne in die Firma erfolgte 1874. Ein Papierschildchen, ebenfalls im Innendeckel, gibt die Adresse an mit: "G. Leuzinger & Filhos / 31 & 36 / Rua d'Ouvidor / Rio de Janeiro". - Etwa 10 Fotografien etwas fleckig, auch durch Retuschen, Nr. 42, 49 u. 92 stärker fleckig; Nr. 20, 68 u. 82 mit kleinem Verklebungsschaden im Bild. Vorsatz mit Stempel eines Klosters.
Album with 73 chosen photographs taken by Albert Frisch on the Upper Amazon 1867 and 1869. Much rechearch on Albert Frisch's Amazon photographs has been done by Frank Stephan Kohl in the last years (see German description). Printed after 1873. No. 74, i.e. the right part of the panorama of Manaus is present twice (though counted only once), therefore is no. 72, the left part, missing. - Some staining to about 10 photographs, more severe to nos. 42, 49 and 92; nos. 20, 68 and 82 with some loss of image due to adhesion; some foxing or soiling to cardboards in places. Original green calf album gilt, some rubbing, stamp of a monastery to endpaper.
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20.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 37
Goos, Zee-Atlas ofte Water-Wereld
Goos, P. De Zee-Atlas, ofte Water-Wereld, waer in vertoont werden alle de Zee-Kusten van het bekende des Aerd-Bodems. (Amsterdam), P. Goos, 1669. Gr.-fol. (48:31 cm). Mit breiter gest. Titelbordüre, 39 (statt 40) doppelblattgr. Kupferkarten u. 1 zusätzl. Kupferkarte. 10 Bll. Ldr. d. 18. Jh. mit Rvg. u. goldgepr. Deckelfileten, narbig ausgetrocknet.
Koeman IV, Goos 5B; Nat. Maritime Mus. III, 94; Phillips-LeGear 5690; zu den Karten von Nordamerika Burden 386-387 u. 389-391. - Prachtvoller und früher holländischer Seeatlas, die Karten wurden aus der ersten Ausgabe von 1666 übernommen. Goos' Seeatlanten waren vor allem für "Heeren en Kooplieden", die im Titel auch an erster Stelle genannt werden, und erst in zweiter Linie für "Schippers en Stuurlieden" gedacht. So legte er besonderen Wert auf die ansprechende Gestaltung seiner Karten mit schönen figürlichen Kartuschen und Schiffsstaffagen, von seinem hohen ästhetischen Anspruch legt auch die allegorische Titelbordüre Zeugnis ab. Von besonderer Bedeutung sind 12 Karten mit Bezug zu Amerika, darunter insbesondere die Karte von Kalifornien. "Perhaps the most attractive and certainly the most definite representation of California as an island. California is the centre and 'raison d'etre' of the map. Immediately to its north is the strait of Anian with a large unknown land at the top of the map" (Tooley, California as an Island 22; dazu auch McLaughlin-Mayo 36, mit Abb. auf Umschl. u. Titel). Dieser berühmte kartographische Irrtum findet sich auch auf der "Pascaerte vande Zuyd-Zee" (McLaughlin-M. 34). Erwähnenswert sind auch zahlreiche Karten der Nordsee sowie eine der Ostsee. Anders als seine holländischen Konkurrenten führte Goos bei Neuauflagen im Text und bei den Karten keine wesentlichen Änderungen durch, lediglich die Datierung einiger Bll. wurde verändert, bei wenigen auch kleine Kompassrosen eingefügt (vgl. Koeman 5A). Es existieren Exemplare mit 41 und mit 40 Karten, das vorliegende ohne die "Paskaerte van de Zuijdt en Noordt Revier in Nieu Nederlant", die auch im Tafelverzeichnis nicht aufgeführt ist. - Alle Karten in sauberen und klaren, tiefschwarzen Abdrucken und alt (wohl schon vom Verleger) zur Erhöhung der Haltbarkeit auf Büttenpapier aufgelegt. Gleichmäßig leicht gebräunt, vereinzelte Stockflecken, 1 Kte. mit kl. Rostfleck im Bild. Einige Karten bis an den Plattenrand beschnitten, wenige bis an die Einfassung u. 2 rechts unten minimal angeschnitten. Es fehlt die Weltkarte, dafür eine unbezeichnete doppelblattgr. Karte des Ärmelkanals zwischen Calais und Dover eingebunden. Innendeckel mit kl. gest. Wappenexlibris "Comes de Solms".
Splendid early Dutch sea-atlas, illustrated with printed title within elaborate engraved allegorical border and 39 (of 40, plus 1 additional) double-page engraved sea and coastal charts. Of special importance are the final 12 maps relating to America, including the famous 'Paskaert van Nova Grenada, en t'Eylandt California' (McLaughlin-M. 36; Tooley 22). "With the similar Joannes van Loon chart of the same year, this is one of the most desirable of all California as an island maps. They are the first folio maps devoted to this curious cartographic phenomenon" (Burden). - All maps are in fine and dark impressions and contemporarily underlaid with paper. Light overall browning, slight foxstains here and there, small ruststain to 1 map. Several maps cut close to engraved area, a few close to neatline, and 2 slightly shaved at lower right. Lacking the world-map, a double-page chart of the English Channel bound in instead. 18th century calf, spine gilt, somewhat brittle.
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35.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 38
The First Printed Pilot Book With Charts
Waghenaer, Le miroir de la navigation
Waghenaer, L. J. Pars prima (&) La deuxiesme partie. Du miroir de la navigation. 2 Teile in 1 Bd. Antwerpen, Jean Bellère (u. Tl. 2) Amsterdam, C. Claesz, jeweils 1590. Gr.-fol. (41:28 cm). Mit 2 gleichen gest.Titeln, 2 ganzseit. Textkupfern, 2 ganzseit. Textholzschnitten u. 47 doppelblattgr. Kupfer-Karten. 1 Bll., 36 S.; 4 Bll. Flexibler Prgt. d. Zt., gebräunt, stärker fleckig, etwas wellig,  Rückdeckel mit Bezugsfehlstelle, Vordergelenk unten eingerissen, ohne die Bänder.
Koeman, Wag 8A/B; New Hollstein, Dutch, Doetecum III, 791-840; vgl. Shirley, M.WAG-1a Anm. - Äußerst seltene erste französische Ausgabe des als "Spiegel der Zeevaerdt" bekannten Seeatlas und nautischen Handbuchs, epochemachendes Werk in der Geschichte der nautischen Kartographie. "Eine Wendemarke auf dem Gebiete der Seekartographie. Jede Karte bot eine Fülle echter Informationen" (Seifert, Karte als Kunstwerk S. 46). Die Ausgabe wurde von Bellère (Druck des Textes) und C. Claesz (Druck der Kupfer) gemeinsam publiziert. Entgegen Koeman unser Exemplar am Schluss von Teil 2 mit "Extrait du Privilege". Enthält nach einer Übersichtskarte von Europa im Hochformat (nach Hollstein im 2. Zustand von 2; mit hinzugefügten lateinischen Bezeichnungen) eine nahezu lückenlose Aufnahme der europäischen Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten. Alle Karten mit meist je 2 Rollwerkskartuschen sowie reichem figürlichem und heraldischem Schmuck, unten rechts mit Kartennummerierung u. unterhalb mit Legende für die Küstenprofile (meist im vorletzten von 4-9 von Hollstein aufgeführten Zuständen). "Thanks to the unparalleled skill of the engravers, Baptist and Johannes van Deutecom, the original ms. charts by Waghenaer were transformed into the most beautiful maps of the period" (Koeman S. 469). Die in dieser Ausgabe neu hinzugekommene Kaarte *XIX und Karte 20-22 aus Teil 1 hier am Beginn von Teil 2 eingebunden. - Text anfangs etwas gebräunt, gest. Titel stärker; teilw. etwas fleckig. Titel u. erstes Bl. gelockert sowie in den Rändern ausgefranst; Titel auch mit langem Randeinriss, rechts mit alter Num. u. Eintragungen in Tinte. S. 1/2 fehlt die untere Hälfte mit Text. Ränder teils etwas wasserfleckig, bei den meisten Karten auch bis in das Bild, anfangs u. gegen Ende stärker; die 2 Textkupfer u. 1 Holzschnitt ebenfalls betroffen. Ab Kte. 25 kl. Wurmspuren in den w. Rändern. Europa-Kte. knapp bzw. oben u. unten leicht angeschnitten, unten auch kl. Ausriss, 5 Ktn. mit kl. Rand- u./od. Bugeinrissen im w. Unterrand, Kte. 4 (Flandern) mittig mit hinterlegtem Fehlstreifen (mit etwas Bildverlust), Kte. 22 mittig mit leichter Knitterfalte, Kte. 42 mit kl. ergänztem Randausriss (ohne Bildverlust). Die ganzseitige Kompass-Darstellung vorliegend ohne Volvelle. Alle Ktn. mit Plattenton, nur etwa 15 Ktn. im Abdruck etwas flau, alle anderen in guten, kräftigen Abdrucken. Im vord. Innenspiegel Schenkungsvermerk, datiert 1816.
Two parts in 1 volume, first French edition of this scarce pilot book. This French edition was a joint publishing by Bellère (letterpress) and Claesz (copperplate printing). Complete with 2 engraved titles, 2 full-page engravings (the compass depiction without volvelle) and 2 full-page woodcuts in the text, and 47 double-page engraved maps with numbering at lower right and legend printed below. - Text somewhat browned at beginning, heavier to title; some staining in places. Title and first leaf loosend and margins frayed, title also with long marginal tear, at right with old numbering and notes in ink; p. 1/2 lacking lower half of text. Some waterstaining to margins, also affecting most maps and reaching into image, heavier at beginning and towards the end; text engravings and 1 woodcut also affected. From map 25 onwards some small worm traces to blank margins. Map of Europe trimmed, at top and bottom slightly shaved, also with small tear at bottom. Small marginal and/or centerfold tears to around 5 maps, map 4 (Flanders) with narrow strip missing at center added (with some loss of image), slight crease fold at center to map 22; small marginal tear (without loss of image) to map 42. The full-page compass depiction lacking volvelle. Maps somewhat toned, impression of c. 15 maps somewhat weak, the others in fine and dark impressions. Donation note to front paste-down dated 1816. Bound in contemporary limp vellum, browned and stained, somewhat wavy, hole to back cover, tear to upper joint at the bottom, lacking ties.
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75.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 39 *#
Historical Cartographic Rarissimum
Cypern. "L'Isola di Cypro". A. Lafreri
Cypern. "Disegno de l'Isola di Cypro con li confini della Caramania Soria Giudea et Egitto". Kupferstich-Karte von A. Lafreri, Rom, 1570. Mit 2 Rollwerkskartuschen, kl. Windrose, 3 größeren Segelschiffen sowie Flottenformationen. Von 2 Platten gedruckt u. zusammengesetzt; 56:59,5 cm, Blattgröße 58:62 cm.
Stylianou 54; Navari 17; Baynton-Williams/Scutari 20: "Lafreri's map of Cyprus and the Levantine coasts reflects the increased tension in the Eastern Mediterranean in the face of the growing Ottoman threat"; Bakirtzis/Iacovou S. 187; Zacharakis/Scutari 1833/1211; Bifolco/Ronca (2018) Taf. 848; Tooley, Italian Atlases 184; Woodward, Watermarks 124 (erwähnt). - Äußerst seltener Einblattdruck zum aktuellen Geschehen im September 1570: die christliche Armada auf dem Weg nach Cypern, um die Türken zu vertreiben; in diesem Herbst kam es allerdings zu keiner Auseinandersetzung, da die venetianischen und spanischen Flotten vom Fall Nicosias am 22. September erfuhren u. umgehend nach Kreta zurückkehrten. - Mit etwas Plattenton bzw. Plattenschmutz; tlw. leicht fleckig. Mittig vertikale u. unten horizontale Faltstelle, letztere mit 2 kl. Einrissen links im Bildrand. Rechts bis an/in den Plattenrand beschnitten u. angerändert.
"Unusual and historic map" (St. p. 49) by the wellknown and famous Antonio Lafreri, published as broadsheet to illustrate the course of the Christian armada from Crete (starting on September 18th, 1570) to Cyprus, where they were going to confront the Turks, who had occupied the island in April 1570 - besides Nicosia and Famagusta. But at last also Nicosia was captured (September 9th), and this news reached the armada on September 22nd. Already one day later not only Andrea Doria and his Spanish fleet withdrew, but also the Venetian one decided to return to Iraklion. The importance of Cyprus in general is given at length in the large cartouche below the island with an account of its position, dimension, treasures and products. "The map is very rare today and has been recorded in some IATO" (St.). - Paper with watermark: tulips in shield under six-pointed star = Woodward 124, mentioned among several known prints mainly by Lafreri. - Uncol. Somewhat toned and with some ink smudging in places; light occasional spotting. Each 1 vertical fold at center resp. horizontal at bottom, the horizontal one with 2 small tears at left affecting image. Trimmed at right to/into platemark and remargined.
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40.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 40
Fine Colour-printed Mezzotints
(Young, A Series of). Daraus 14 Bll. Porträts
(Young, J. A series of Portraits of the Emperors of Turkey, from the Foundation of the Monarchy to the year 1815. London, W. Blumer. 1815). Daraus 14 Bll. farbig gedruckte Mezzotinten mit Porträts von türkischen Herrschern. Fol. (52:40 cm), Plattengröße je ca. 38:26 cm. Lose.
Abbey, Travel 372; Atabey 1350; Blackmer 1863; Lipperheide Lb 45. - Prächtige Porträts aus dem seltenen Werk (s. u.). Jeweils mit französischer Bezeichnung, arabischen Inschriften in den Oberecken, unten Kampfszenen oder Ansichten. - Leicht flaue Abdrucke; stockfleckig, weiße Ränder stärker. Jeweils am Oberrand unter Passepartout montiert.
Fourteen rare and fine colour-printed mezzotints from one of the greatest colour-books on the Ottoman Empire. With following portraits on an oval frame with a view at bottom: "Sultan Achmet Khan I (&) II - Amurat III - Bajazet II - Ibrahim - Mahomet III (&) IV - Mustapha (&) II - Orkan - Othman II (&) III - Selim II - Soliman II". - 14 sheets. Slight fade impressions; overall spotting and foxing, stronger to blank margins. Mounted at upper margin under passepartout.
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12.000,00 EUR (Schätzpreis)

Handschriften - Stammbücher - Urkunden

Los 101 *#
Stammbuch des L. G. Uhlig (Frankfurt)
Album amicorum. - Frankfurt. - "Zum Freundschaftlichen Andenken geweiht". Stammbuch des L. G. Uhlig. Frankfurt (überwiegend) u.a., 1822-29. Quer-8vo (10,5:16 cm). Mit 1 Gouache u. 5 kol. Kupfertafeln. 87 Bll. mit 60 Eintragungen. Grüner Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. u. Rsch., goldgepr. Deckelbordüren, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt, berieben u. beschabt, etwas fleckig, in Pp.-Schuber, dieser berieben u. bestoßen.
Freundschaftsalbum eines Frankfurters mit Eintragungen aus Frankfurt (24), Offenburg (2), Reutlingen (1), Stuttgart (3), Dellingen (1), Regensburg (18), u. Annaberg (6), wo sich der Inhaber wohl niedergelassen hatte. Drei der Eintragenden nennen ihre Berufe: "Courier" in fürstlich Thurn u. Taxisschen Diensten, "Posamentir" u. "Kunststicker". Auf dem ersten Blatt die ganzs. Lobschrift des Inhabers Uhlig auf den Wert u. Trost der Freundschaft. Die Kupferstiche mit Ansichten aus Frankfurt (Friedberger Tor) u. Wiesbaden (Schloss Biebrich). Lose beiliegend ein mit einer ganzs. Gouache geschmücktes Blatt von 1843 aus dem Album einer jungen Dame aus Annaberg. - Meist fingerfleckig.
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500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 102 *
Architecturae civilis & militaris, Handschrift
Architektur. - (Architecturae civilis - Mechanicae -) Geometriae - Trigonometriae - Architecturae militaris - Pyrotechniae. Deutsche Handschrift auf Papier. Ohne Ort, um 1750. Qu.-Fol. Blattgr. 33,5:45 cm, Schriftspiegel ca. 29:41 cm. 63 Tafeln mit 6 in Grisaille aquarellierten Vignetten und sehr zahlreichen in Farben oder Grisaille aquarellierten Federzeichnungen. Hldr. d. 20. Jh. mit kalligraph. Deckel- u. Rückentitel: "Zivil und Militärarchitektur -anno 1700-"; etwas berieben u. gering bestoßen.
Qualitätvoll ausgeführte und reich ausgestattete Handschrift in 6 Abteilungen, alles von einer Hand. Sämtliche Tafeln mit handschriftlichen Erklärungen und Berechnungen in gut lesbarer deutscher Kursive. Bei den Teilen 3-6 die Tafeln fortlaufend nummeriert und die Vignette mit eingetragenem Titel. Bei den Teilen 1-2 je nur eine Taf. nummeriert und bezeichnet ("Architect. Civil. Tab. III" als 14. Taf. eingeheftet und "Mechan. Tab II"), der Titel in der Vignette jedoch nicht ausgeführt. Die winzige Flagge in der ersten Vignette trägt die Jahreszahl 1748. Das Wasserzeichen des Papiers mit Straßburger Wappen. Zu den Abteilungen im Einzelnen - Zivile Architektur. 17 Tafeln mit detailreichen Beispielen zu den 5 klassischen Ordnungen, meist nach Giacomo Barozzi da Vignola. Unter den ca. 75 Aquarellen auch 3 ganzseit. Ansichten von Portalen. - Mechanik. 5 Tafeln zu Gewichten, Berechnung von Hebelwirkungen und von Übersetzungen für Hebezeuge. Mit ca. 21 Aqurellen. - Geometrie. 5 Tafeln zur Darstellung und Berechnung geometrischer Flächen und Körper sowie Entfernungen. Mit zahlr. Darstellungen von Körpern u. Flächen und ca. 12 farb. Aquarellen. - Trigonometrie. 2 Tafeln zur Berechnung von Strecken. Mit 4 aquarell. Federzeichnungen. - Militärische Architektur. 31 Tafeln zum Festungsbau mit Grundrissen und Querschnitten, Berechnung der Winkel, Aufteilung beim Campieren. Mit ca. 57, meist farbigen Aquarellen. Unter den hier genannten Vorbildgebern A. Freitag, B. François, Comte de Pagan, N.-F. Blondel, S. de Vauban, M. van Coehorn und L. C. Sturm. - Artillerie. 3 Tafeln zu Geschützen und Geschützteilen. Mit ca. 10 Aquarellen. - Insgesamt sauber, wenige kleine Flecken oder unbedeutende Farbverwischungen. Geometrie Taf. 1 im Rand gering angestaubt und mit 3 kl. Randeinrissen, Milit. Archit. Taf. 4 etwas fleckig und angestaubt.
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2.500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 103 *
Ussol, Traité de fortification
Architektur. - Festungsbau. - Ussol (od. Yssol), L. M. d'. Traité de fortification contenant les fortifications regulieres irregulieres forts de campagne et profils. Paris 1685. 4to (30:22,5 cm). Französische Handschrift auf Papier. Flüssige Kursive in schwarzer Tinte. Mit einigen geometrischen Figuren sowie zahlreichen Federzeichnungen, 6 davon doppelblattgr. 174 Bll. Ldr. d. Zt. mit Rückenverg. u. Goldschnitt, stärker beschabt u. bestoßen, Gelenke angebrochen, 1 Ecke des Vorderdeckels abgestoßen.
Umfangreiches Manuskript, beginnend mit den mathematischen Grundlagen der Fortifikation bis hin zu den unterschiedlichen Arten von Befestigungsanlagen in Frankreich, Deutschland und Italien, u.a. nach Blondel und Vauban. Reich illustriert mit entsprechenden Grundrissen, Profilen etc., ganz vereinzelt mit Ergänzungen in roter Tinte oder farbig. - Vereinzelt etwas gebräunt, Tinte durchgehend etwas durchschlagend u. ca. 25 Bll. mit Brüchen an der Tinteneinfassung durch Tintenfraß (hier u. da rep.), 1 Bl. hierdurch auch mit kl. Ausbruch im Bild.
Extensive manuscript on fortification, beginning with the mathematical basics of fortification and ending with the different types of fortifications according to Blondel, Vauban and others in France, Germany and Italy. Richly illustrated with plans, profiles etc., very occasionally with additions in red ink or in colour. - Some occasional browning, shine-through of ink throughout, approx. 25 pp. with cracks to border due to ink corrosion (here and there repaired.), 1 p. also with small break in the image due to this. Bound in contemporary calf, spine and edges gilt; rubbed and worn, splits to joints, 1 corner chipped off.
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4.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 104 *
Valentin, Principes de la fortification
Architektur. - Festungsbau. - Valentin, B. Principes de la fortification de campagne (Deckeltitel). O. O., um 1780. 4to (24:19 cm). Französische Handschrift auf Papier. Flüssige Kursive in brauner u. schwarzer Tinte. Mit kl. gest. mont. Kartusche, Frontispiz in Bleistiftzeichnung und über 40 (teilw. montierten) meist farbig aquarellierten Federzeichnungen, davon 7 mit zusätzl. Klappteilen. 2 Bll., 127 S., 21 Bll. u. 34 einmontierte Tafeln (meist mit mont. Zeichnungen). Buntpapierborschur d. Zt. mit hs. Deckelschild, etwas fleckig, abgegriffen u. mit kl. Läsuren.
Beschäftigt sich mit den verschiedenen Befestigungsmanieren u.a. von Marolois, de Villes und Vaubon. Sorgfältig und reich illustriert, nicht nur mit Festungsgrundrissen u. Festungsdetails, sondern auch mit Ansicht einer Redoute, eines Leuchtturms und eines Magazins (dieses mit 8 Klappteilen für die unterschiedlichen Etagen). Die zu Beginn montierte kl. Kartusche mit ausgeschnittenem Medaillon mittig für den hs. Namenszug auf der darunterliegenden Seite. - Leichte Gebrauchsspuren, Buchblock vom Umschlag gelöst.
Manuscript on the various fortification manners of Marolois, de Villes and Vaubon, among others. Carefully and richly illustrated with pencil frontispiece and over 40 (7 with folding parts) mostly coloured ink drawings not only depicting ground plans and details of fortresses, but also a redoubt, a lighthouse and a magazine (the latter with 8 folding parts for the different floors). - Slight signs of wear. Contemporary wrappers, somewhat stained, rubbed and with small tears; book block detached.
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1.800,00 EUR (Schätzpreis)
Los 105 *
The Bible and Geoscience
Beke, Origines biblicae
Beke, Charles Tilstone. Origines biblicae or researches in primeval history. Volume the first (alles Erschienene). Englische Handschrift auf Papier. (London?), 1834. Fol. Blattgr. ca. 330:205 mm. Von verschiedenen (zwei?) Händen mit braunschwarzen Tinten geschrieben. 6 nn., 14 num., 363 (recte 378) num. Bll. Etwas spät. Prgt., Gelenke oben eingerissen.
Vgl. Henze I, 223 u. Embacher 30. - Manuskript der Erstveröffentlichung, 1834 erschienen bei Parbury, Allen & Co. in London. Etwa die Hälfte der Manuskriptblätter besteht wohl aus Reinschriften von fremder Hand mit Streichungen und Verbesserungen des Autors. Die ersten, separat pag. 14 Blatt enthalten das ursprüngliche Chapter I mit der Randanmerkung "This chapter was cancelled C.T.B.". 4 Bll. mt eingeklebten Ausschnitten mit Drucktext, vermutlich aus einer vorangegangenen Zeitschriftenveröffentlichung Bekes. Beke (1800-1874), späterer Afrika- und Orient-Forscher, "beschäftigte sich aber am liebsten mit der biblischen Geschichte und Geographie des Orients" (Henze). Er versuchte hier die biblische Darstellung der Frühgeschichte der Menschheit auf Grundlage der Ergebnisse der damals noch jungen Geowissenschaften zu konstruieren. "It raised a storm of opposition on the part of defenders of the traditional readings of the Book of Genesis; but in recognition of the value of the work the University of Tübingen conferred upon him the degree of Ph.D." (Wikipedia). - Stellenw. etwas fingerfleckig.
Manuscript of Beke's first publication, published in 1834 by Parbury, Allen & Co. in London. About half of the manuscript probably consist of fair copies in someone else's hand with deletions and improvements by the author. The first, separately pag. 14 leaves contain the original Chapter I with the marginal note "This chapter was cancelled C.T.B.". - Thumbing in places. Bound in contemp. vellum, ms. title to cover, faint rubbing, joints starting to crack.
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600,00 EUR (Schätzpreis)
Los 106 *
Bukowina. Sammelband mit Abschriften von Erlassen
Bukowina. - Sammelband mit Abschriften von Erlassen etc., die orthodoxe Kirche in der Bukowina betreffend. Kirchenslawische Handschrift auf Papier. Ca. 1782-1802. Fol. (34:22 cm). Von verschiedenen Händen mit braunen und braunschwarzen Tinten geschrieben. 112 (recte 113) alt num., 82 nn. Bll. Mod. Hldr.
1775 kam die von Rumänen und Ukrainern besiedelte Bukowina zu Österreich. Da die orthodoxen Christen im neuerworbenen Gebiet zu verschiedenen Diözesen gehörten, wurde 1781 ein Bistum Bukowina mit Sitz in Tschernowitz (Tschernowzy, Cernăuți, gegründet. Der erste Bischof war der rumänischstämmige Dosoftei (Herescu; Dosifej Herescul; 1709-1789), sein Nachfolger der Serbe Daniil (Wlachowitsch; 1760-1822).
Der vorliegende Sammelband enthält überwiegend - wohl zur Verbreitung angefertigte - Abschriften von Schreiben der genannten Bischöfe, aber auch Patente etc. der österreichischen Kaiser; z. B. zu Beginn eine kirchenslawische Übersetzung (in Auszügen) des am 16. Juli 1779 von Maria Theresia erlassenen "Rescriptum declaratorium", das die Verhältnisse in der Karlowitzer Metropolie regelte, zu der das Bistum Bukowina gehörte. - Hier u. da etwas wasserfleckig; vereinzelt stärker fleckig; wenige längere Einrisse.
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400,00 EUR (Schätzpreis)
Los 107 *#
Contract de mariage. 1781 / 2 Teile
Contract de Mariage. Heiratsvertrag zwischen Benoit Maurice François de Sales und Claudine Alexandrine de Grollier. Französische Handschrift auf Pergament. Bourg 28. Oktober 1781. 4to (25:19 cm). Von einer Hand in flüssiger Kursive mit dunkelbrauner Tinte geschrieben. 6 Bll., davon 5 beschrieben, 1 hinteres Deckblatt auf Papier (vorderes fehlt). Seidenbandheftung, Bänder teilw. zerschlissen.
Notariell aufgesetzter Heiratsvertrag. De Sales (1760-1797) war u.a. Lieutenant au Regiment du Roi und Adjudant Général de Cavalerie. Claudine de Grollier (ca. 1762-1849) war die Tochter der bekannten Blumenmalerin Charlotte Eustace Sophie de Grollier. Notariats- und Beglaubigungsstempel auf den ersten drei und  dem letzten Blatt. - Braunrandig, alte Faltstellen, hinteres Deckblatt stärker fleckig und mit Randläsuren. - Dazu: Histoire Genealogique de la Maison de Sales. Recueillie par Charles François de Sales... lan 1700. Französische Handschrift auf Papier. 4to. 26 Bll., 1 gefalt. genealogische Tabelle. Lose. - Teilw. fleckig. - Zus. 2 Teile.
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200,00 EUR (Schätzpreis)
Los 108 *
Dreißigjähriger Krieg. 49 Dokumente in 1 Bd.
Dreißigjähriger Krieg. - Sammlung von 49 Dokumenten in zeitgenössischen Abschriften. Lateinische, französische u. italienische Handschriften auf Papier. Ca. 1630-1648. Fol. (33:22,5 cm). Blattgr. ca. 32:21 cm. Wechselnde Schriftspiegel. Insgesamt 155 (29 w.) Bll. Flex. Prgt. aus altem Material mit Goldprägung u. passendem hs. Rückentitel d. Zt.; etwas fleckig.
Abschriften von verschiedenen zeitgenössischen Händen der ursprünglich in Alameda, Chantilly, Charmes, Dewn Haag, Köln, Lüttich, Madrid, Mainz, Maline, Trier u. anderen Orten entstandenen Dokumente, zu Ereignissen in Deutschland, Schweden, Frankreich, Spanien und den Niederlanden in den Jahren 1629-1634. Unter den ursprünglichen Urhebern: Gustav Adolf von Schweden, Ferdinand Fürstbischof von Trier, Ludwig XIII., Philipp IV. und die Infantin Isabella. Die Wasserzeichen der verwendeten Papier lassen auf eine Entstehung in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland schließen. Der aus wiederverwendetem Material gefertigte Einband mit einer für Italien typischen Goldprägung, Vorsatzpapieren die vermutlich in Rom um 1650 hergestellt wurden und dem hs. Rückentitel "(V.) Narratio Rerum German. Ann. 1630-1631 M.S." Kann wohl als Sammlung von handschriftlichen "Zeitungen" verstanden werden. - Unterschiedlich gebräunt, teilw. mit geringen Randläsuren. - Detaillierte Liste auf Anfrage.
Collection of 49 documents on the Thirty Years' War in contemp. manuscript copies. Latin, French and Italian manuscripts on paper, relating to occurrences in Germany, Sweden, France, Spain and the Netherlands in the years 1629-1634. Presumably compiled in Italy in the mid 17th century. - Some browning, minor fraying to edges. Bound in contemp. limp vellum using older partly gilt material with matching contemp. ms. title on spine; stained. - Detailed list on demand.
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1.500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 109 *
Brief nach Ehrenbreitstein
Ehrenbreitstein. - Franz Friedrich v. Liebenstein. Brief mit eigenh. Unterschrift an Werner Schilling v. Lahnstein, Burghauptmann auf Ehrenbreitstein. Saarbrücken, 23. Febr. 1590. Fol. (31,5:20,5 cm). Kanzleischrift in brauner Tinte. 2 S. auf 1 Doppelbl.
Wegen des Hofmanns in Büchelborn (Osterspai). Franz Friedrich von Liebenstein (auch Levenstein; ca. 1540-1596) war Oberamtmann in Saarbrücken. Die Adresse lautet: "Dem Edlen und Vesten Werner Schilling von Lanstein Amptman und Hauptman Auff Erenbreitstein Meinem Lieben Vetern zur Handt", der Präsentationsvermerk ist vom 1. April 1590. Werner Schilling v. Lahnstein amtierte 1587-1597. - Adresseite fleckig.
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250,00 EUR (Schätzpreis)
Los 110 *#
Friedrich I. von Schweden, Lehensbrief für Lersner
Frankfurt. - Lersner. - Friedrich I. von Schweden, Landgraf von Hessen-Kassel. - Lehensbrief (Lehensbestätigung) für Achilles August v. Lersner und seinen namentlich genannten männlichen Verwandten in Frankfurt, 2 Hufen Land betreffend. Deutsche Urkunde auf Pergament. Kassel, 2. Nov. 1730. Quer-fol. Blattgr. ca. 29,5:55 cm, Plica 4 cm. Schriftspiegel ca. 21:48 cm. Kanzleikursive in dunkelbrauner Tinte, Eingangszeile kalligraphiert. Vom Kanzler Johann Justus Hartmann Scheffer gezeichnet. Mit angehängtem schwarzem Wachssiegel in gedrechselter Holzkapsel (Durchm. des Siegels ca. 8 cm, der Kapsel 10 cm; Kapsel ohne Deckel).
Die zwei Hufen bestanden in drei Stücken Land: 30 Morgen in Helboldessen (Wüstung bei Immenhausen), 13 Morgen "vor der Höltzer Höhe" und 16 Morgen bei Grebenstein; sie waren ursprünglich dem hessischen Kanzler Heinrich Lersner (1506-1576) zu Lehen gegeben worden. - Gefaltet.
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400,00 EUR (Schätzpreis)
Los 111 *#
Dokumente zu den Lersners in Nieder-Erlenbach
Frankfurt. - Lersner. - Nieder-Erlenbach. -  Drei Aktendeckel mit diversen Dokumenten zum Besitz des Frankfurter Patriziergeschlechts v. Lersner. Meist 19. Jh. Verschiedene Formate.
Das 1746 errichtete Lersner'sche Schloss war bis 1953 im Besitz der Familie. Enthält diverse Dokumente, vor allem das Gut betreffend. - Tlw. gebräunt. oRR./Waf.
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400,00 EUR (Schätzpreis)
Los 112 *#
Dokumente zum Lersner'schen Lehen in Preungesheim
Frankfurt. - Lersner. - Preungesheim. -  "Hessen Casselisches Regierungs Decret, cum Adj. d.  d. 13. Jul. 1761. betreffend das von Lersnerisch Breungesheimer Erbe". Deutsche Handschrift auf Papier. 1757-1761. Fol. u. 4to (ca. 35:22 cm u. kleiner). Mit braunen u. braunschwarzen Tinten von verschiedenen Händen geschrieben. Ca. 55 Bll.
Aktenfaszikel um das Lehen, das das Frankfurter Patriziergeschlecht v. Lersner in Preungesheim innehatte. Zur 1762 erfolgten Lehensbestätigung für Carl Ludwig v. Lersner und seine männlichen Verwandten für eine halbe Hufe bei Preungesheim durch den Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel vergleiche unsere Auktion 203, Nr. 117; die Lehensbestätigung war nach dem Tod von Wilhelm VIII. im Februar 1760 nötig geworden. Enthält u.a. einen Pachtvertrag zwischen Carl Ludwig v. Lersner als Senior des Familienverbandes und dem Pächter Philipp Braumann, ferner Briefkonzepte, amtliche Schreiben, darunter eine Aufstellung über die Kosten der Lehensbestätigung, eine Stammtafel der Lersners etc. - Tlw. gebräunt.
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300,00 EUR (Schätzpreis)
Los 113 *#
Urkunde zum Verkauf von 3 Häusern. 1421
Frankfurt. - Währschaftsbrief. - Herburd Frauenstein und seine Frau Ele verkaufen drei Häuser in der Breitengasse an Tronet Drach für 80 Gulden Frankfurter Währung. Deutsche Urkunde auf Pergament. Frankfurt, "feria sexta post dorothee virginis" 1421. Qu.-fol. Blattgr. ca. 16,5:29,5 cm, Plica 4 cm; Schriftspiegel ca. 9:23 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit Siegel der Stadt Frankfurt (Durchm. ca. 6,5 cm; nur tlw. erhalten).
Währschaftsbrief der Frankfurter Stadtkanzlei. Es handelt sich um "drei husen und ein schuren under eim dache und ein garten dahinde gelegen". - Gefaltet.
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400,00 EUR (Schätzpreis)
Los 114 *#
Urkunde zum Verkauf eines Gartens. 1443
Frankfurt. - Währschaftsbrief. - Helizeus Weiß (Elizeus Wysse) verkauft einen Garten "vor der Rieder porten" an seinen Schwager Ort Landeck und dessen Ehefrau Ryle für 400 Gulden Frankfurter Währung. Deutsche Urkunde auf Pergament. Frankfurt, "feria tercia ante diem Antonii confessor(is)" 1443. Qu.-fol. Blattgr. 20,5:39 cm, Plica 3,5 cm; Schriftspiegel ca. 13:31 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit Siegel der Stadt Frankfurt (Durchm. ca. 6,5 cm; mit Randabsplitterungen).
Währschaftsbrief der Frankfurter Stadtkanzlei. Helizeus (auch Eliseus) Weiß war ein Sohn des Stadtschultheißen Rulmann Weiß von Limpurg. Rückvermerk u.a. "allerheil. garten". Das Allerheiligentor hieß zunächst Rieder Tor. - Gefaltet.
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500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 115 *
Aus der Bibliothek des Christoph Wenzel Graf von Nostitz
Peterswald, Lateinische Grammatik
Grammatik. - Peterswald, S. v. Lateinische Grammatik und Stilkunde (ohne Titel). Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. O. O. 1608. (15:9,5 cm). In brauner u. schwarzer Tinte geschrieben. Mit 1 ganzs. Federzeichnung (Wappen). 185 (1 eingefalt.) nn. Bll., davon ca. 60 Bll. unbeschriftet. Alter Manuskript-Prgt., gebräunt u. mit starken Gebrauchsspuren, einige Wurmlöchlein u. Papierverklebungen, Rücken fehlt fast vollständig.
Handschrift des aus einem schlesischen Adelsgeschlecht stammenden Hofbeamten Siegmund von Peterswald ("Sigismundus von Peterswaldtt"), der ab dem Sommersemester 1614 an der Universität Leipzig immatrikuliert war und 1615 an die Universität Marburg wechselte. Behandelt werden lateinische Verben und ihre Konjugation und Tempora, darauf folgen ein Vokabelverzeichnis, Kapitel zur Vers- und Stillehre sowie verschiedene Abhandlungen philosophischen und religiösen Inhalts. - Gebräunt u. stellenw. leicht fleckig, 2 Seiten stärker. Erste Lagen etwas gelockert. Im vord. Innendeckel großes gest. Wappen-Exlibris mit den Initialen CWGVN des böhmischen Bibliophilen Christoph Wenzel Graf von Nostitz (1643-1712).
Manuscript in Latin and German by Siegmund von Peterswald, a court official from a Silesian noble family. Manual of Latin grammar as well as treatises on philosophical and religious topics. - Browned, slight spotting in places, heavier to 2 pages. First quires somewhat loosened. Bound in old manuscript vellum, browned and worn, some wormholes and paper agglutinations, spine almost completely missing. Coat-of-arms bookplate (see above).



 
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800,00 EUR (Schätzpreis)
Los 116 *
Zillert, Grammaire allemande
Grammatik. - Zillert, M. de. Grammaire allemande. Französische Handschrift auf Papier. O. O., 1. August 1728/nach 1733. 4to (22:17 cm). In brauner u. schwarzer Tinte geschrieben. 52 nn. Bll. Alter Pp. mit hs. Rückentitel, stockfleckig u. etwas bestoßen, Vordergelenk bzw. Rücken oben eingerissen.
Enthält zu Beginn einige kalligraphische Schriftvorlagen, dann folgen Hinweise zur Aussprache der deutschen Buchstaben, Regeln zur Deklination und den Tempi sowie Vokabeln. - Unterschiedlich gebräunt u. teilw. leicht fleckig, 2 Bll. mit schmaler Fehlstelle mittig. Unbeschnitten.
 
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300,00 EUR (Schätzpreis)
Los 117 *#
Bergamo & Verona. Urkunde auf Pergament
Italien. - Bergamo und Verona. Urkunde über den Erwerb des Castel d'Azzano bei Verona seitens der Grafen Sonzogno aus Bergamo. Italienische Handschrift auf Pergament. Fiscal Camera di Verona, August 1768. 4to (24:18 cm); Schriftspiegel ca. 17:10,5 cm. Regelmäßige Kanzleikursive in schwarzer Tinte, kalligraphischer Beginn der Widmung in Gold. Mit blattgroßem aquarelliertem Wappen der Grafen Sonzogno in Gold und Farben. 12 Bll. (1. u. letztes weiß). Brauner Kalbldr. d. Zt. mit floraler Deckelvergoldung u. blindgepr. Filetenbordüre, mit reich gravierter u. beschrifteter Metallkapsel (Durchm. 3.5 cm) an rotgoldener Kordel; etwas berieben u. verzogen, Schließbänder fehlen, Kordel u. Einband lose.
Schöne Verkaufsurkunde mit dekorativer Wappenmalerei. Mit Widmung an Alvise Mocenigo IV., Doge von Venedig ("Aloysius Mocenico Dei gratia Dux Venetiarum etc."). Am Schluss mehrere Beglaubigungen mit 3 papiergedeckten Wachssiegeln. - Ränder fingerfleckig u. teilw. etwas angestaubt. 1. u. letztes Blatt mit Wasserrand im oberen Rand.
Document on the acquisition of the Castel d'Azzano near Verona by the Counts Sonzogno from Bergamo. Italian manuscript on vellum with watercoloured coat-of-arms, dedication to the doge of Venice in gold and 3 paper-covered wax seals; furthermore metal capsule attached to red gold cord. - Marginal fingerstaining and somewhat dusty; first and last sheet with water stains affecting upper margin. Contemporary blindstamped brown calf with floral cover gilding, somewhat rubbed and warped; lacking ties, cord and binding loose.
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800,00 EUR (Schätzpreis)
Los 118 *
Kardinal Moritz von Savoyen. Urkunde
Italien. - Moritz von Savoyen, Kardinal (Maurizio di Savoia), Urkunde als "protector" der Erzbruderschaft vom Schutzengel (archiconfraternitas sancti angelis custodis), als "custodes" Ottaviano Raggi u.a. Lateinische Urkunde auf Pergament. Rom, 10. Nov. 1630. Gr.-fol. Blattgr. ca. 87:61 cm, Schriftspiegel 64:50 cm. Römische Urkundenschrift in dunkelbrauner Tinte, Eingangszeilen u. Hervorhebungen in goldenen Versalien. Im Kopf u. an den Seiten farbige Bordüre aus kreisförmigen u. vegetabilen Elementen, oben drei farb. Darstellungen im Rund: links das Wappen von Papst Urban VIII., in der Mitte ein Engel mit Kind, rechts das Wappen von Kardinal Moritz von Savoyen; in den seitlichen Bordüren je ein weiteres Wappen.
Die Urkunde wurde ausgestellt für eine Gruppe der Erzbruderschaft um die Kirche Santa Maria di Casalecchio in Rocca bei Montemonaco in der Diözese Montalto. Moritz von Savoyen (1593-1657) war seit 1607 Kardianal. Ottaviano Raggi (1592-1643), war hoher Kurienbeamter und ab 1641 Kardinal, von ihm ist die Urkunde u.a. unterzeichnet. - Stellenw. fleckig; mehrere restaurierte Fehlstellen im Rand, davon auch die Bordüre leicht betroffen.
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500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 119 *#
Carlo II. duca di Savoia e principe di Piemonte. 1521
Italien. - Piemont. - Cronaca (ohne eigentlichen Titel) über die Feierlichkeiten anlässlich der Geburt von Adriano Gianni Amedeo, Sohn von Carlo II. duca di Savoia e principe di Piemonte (genannt 'Il Buono'). Vom anonymen Autor als "Adrianeo" bezeichnet. Italienische Handschrift auf Papier. O. O. 1521. Fol. (31:22 cm), Schriftspiegel ca. 24:15 cm. Flüssige Kursive (Überschriften in Versalien) von einer Hand in brauner Tinte.112 Bll. Brauner Kalbldr. d. Zt. mit reichem Flechtbandwerk, berieben, Ecken bestoßen, Vordergelenk unten mit Einriss.
Die gut lesbare Festbuch-Handschrift ist wie folgt aufgeteilt: 1. (Index) "Tabula del pr(ese)nte libro ne la quale distinctamente le stesse li capituli. Lauctore... baptizare il principe de piemonte ando al palazo del Duca de Savoya...". 3 Bll. - 2. "Prologo 1521. Adriano sexto Pont. Max. in roma fu incoronato quel anno... In quel tempo Beatrice del Re Lusitano... et muyler de Carlo Duca de Savoya partori (19.11.) un bel fanciullo... Adriano Johan(n)e Amadeo... tal opera cominciai et tuta dal nome del novo principe Adrianeo la chiamai... in quatro libri l'ho divixa...". 3 Bll. - 3. "Incomincia el primo libro del Adrianeo dove l'immenso aparato, cerimoniosi processi et riti baptisimali vederete...". 19 Bll. - 4. "secondo libro... dove il corere a lanello et la cerimoniosa remuneratione cum altre belle cose". 15 Bll. - 5. "tercio libro... dove la fiera pugna de la barriera... et como le insegne et arme se hanno a portare". 28 Bll. - 6. "quarto libro... dove il circuito de questo mondo venti provincie insule vederete et como la origine de la mortal inimicicia tra francesi et angli è venuta". 42 Bll. Hier mit Erzählungen u. Beschreibungen über die Welt, wie z. B. Cypern, Asien, Mittelmeer, etc. - Teilw. fleckig bzw. braunfleckig, etwas fingerfleckig, letzte Bll. mit kleinem Wurmloch im weißen Rand. 1. Bl. mit Besitzvermerk "ce livre et a moy Ysabel contesse de Challant... 1777" sowie mit kl. Randausriss oben. - Zum schönen italienischen Prägeband vgl. Fürstenberg, Italienische Renaissance-Einbände 38-42.
Chronicle (without title) about the festivities on the occasion of the birth of Adriano Gianni Amedeo, son of Charles II. Duke of Savoy and Prince of Piedmont (called 'Il Buono'). Inscribed by the anonymous author as 'Adrianeo'. Italian manuscript on paper, dated 1521. For contents see above, for example describing in the 'fourth book' the regions of the whole world, e. g. in the sixth chapter Cyprus: "La Insula de Cypro... fra le altre insule fu celeberrima: de tutte le cose habundasse et de infinite ricchezze adornata". - Some spotting in places, last sheets with small worm hole to upper blank corner. First sheet with ownership note (s.a.) and small split to upper margin. Contemporary brown calf with rich blindstamped strapwork-pattern, rubbed, corners bumped, lower front joint with tear.
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3.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 120 *#
Torahrolle. 18./19. Jh.
Judaica. - Torahrolle. Hebräische Handschrift auf Pergament. Mitteleuropa, 18./19. Jahrhundert. Ca. 0,52:24 m. Aus 41 Segmenten zu je 3 oder 4 Kolumnen zusammengesetzt. Regelmäßige Quadratschrift in schwarzer Tinte. Meist 54 Zeilen pro Spalte (je ca. 43:12,7 cm). Ohne Wickelstäbe.
Unvollständige Torahrolle, einsetzend in Bereshit (Genesis) 30, 14. Nach den spezifischen Schriftmerkmalen dem mitteleuropäischen Raum zuzuordnen. - Fehlen die ersten 29 Kapitel Bereshit und die Verse 1-13 sowie ein Teil des Verses 14 des Kapitels 30. Unterschiedlich gebräunt, teilweise fleckig und angestaubt (stellenweise unleserlich), einige ergänzte Fehlstellen, einige kleinere Randeinrisse oder Abrisse.
Manuscript Torah in Hebrew square script. Central Europe, 18th or 19th century. Scroll on vellum, c. 0,52 by 25 meters. - Some browning, spotting or dust-staining in parts (sometimes illegible), some tears. Lacking the first 29 chapters of Bereshit (Genesis) and verses 1-13 and part of verse 14 of chapter 30.
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2.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 121 *#
"Vom Halbmondlager in Wünsdorf nach Konstantinopel"
Stiehl, Fahrt nach Konstantinopel 1917. Heft und Fotoalbum
Konstantinopel. - Stiehl, O. Fahrt nach Konstantinopel 1917. Deutsche Handschrift auf Papier. 1917. (20:12,5 cm). Mit 1 ganzs. farbigen Kartenskizze u. zahlr. kleinen Architekturskizzen in Tinte. 1 Bl., 93 S. (wenige S. weiß). Wachstuchumschlag, berieben, Rücken eingerissen. - Dazu: Album mit  175 (ca. 140 privaten) Fotografien u. 19 Lichtdrucken u.ä. auf 34 Kartonbll. 1917. (25,5:18 cm). Verschiedene Bildgr. Hlwd. d. Zt. mit Rückentitel "Konstantinopel 1917".
Der Architekt Otto Stiehl (1860-1949), seit 1905 Professor an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg, war während des Ersten Weltkriegs als Offizier im "Halbmondlager" bei Wünsdorf tätig, in dem muslimische Kriegsgefangene aus der französischen, britischen und russischen Armee gesammelt wurden, um sie nach Möglichkeit zum Kampf gegen ihre Kolonialherren zu bewegen; sie wurden besser behandelt als andere Kriegsgefangene, 1915 wurde für sie auch eine Moschee gebaut. Den Zweck der Fahrt nach Konstantinopel fasst Stiehl auf der Versoseite des Titels seines Reisetagebuchs zusammen: "Ueberführung von mohamedanischen Kriegsfreiwilligen vom Halbmondlager in Wünsdorf nach Konstantinopel". Ein erster solcher Transport, mit 1800 Freiwilligen, in das mit Deutschland verbündete Osmanische Reich hatte im Frühjahr 1916 stattgefunden. Der von Stiehl begleitete umfasste "1 Offizier, 109 'Araber' d.h. Algierier und Tunesier aller Hautschattierungen und 4 Inder, dazu als Begleitmannschaften 1 Rechnungsführer, 1 Sanitäter, 1 U.O. mit 9 Mann". Die Hinreise durch das verbündete Bulgarien, für die Stiehl auf S. 87/88 alle Aufenthalte minutengenau notierte, dauerte vom 4. bis zum 17. April, die Rückfahrt trat Stiehl am 30. April an. Besonders interessant sind die Notizen zu Gesprächen, die Stiehl mit anderen deutschen Offizieren in Konstantinopel geführt hat, so notierte er gleich am 17. April: "Am Abendtisch erhalte ich meinen Platz bei einer Gesellschaft v. Herren die gerade von den verschiedenen Fronten zurückgekommen sind. Meine Antwort auf die Frage, was mich herführt, löst ringsum die Anschauung aus: 'Die armen Leute, die verkommen ja hier wie so viele andere'. Alle sind eines Sinnes, das mit den Türken nichts anzufangen ist." Auch die Massaker an den Armeniern werden am selben Abend zum Thema: "Schauderhaft haben die Türken unter den Armeniern gehaust, in ganzen Städten nur vielleicht den Schneider und Schuster des Wali geschont (...)". Den Aufenthalt in Konstantinopel, überhaupt die ganze Reise, hat Stiehl auch zu Beobachtungen der örtlichen Architektur genutzt, davon zeugen sowohl die zahlreichen Skizzen im Tagebuch wie auch ein Teil der Fotografien. Die Fotografien sind zum Teil offensichtlich von Stiehl aufgenommen worden (diese meist nur 4:5,5 cm), andere sind gekauft, auch Postkarten mit Originalfotografien haben wir hinzugerechnet, diese sind zum Teil gelaufen und an Stiehls Frau Anna in Berlin-Steglitz gerichtet (geschrieben in Stenographie). Neben Architektureindrücken ist auch ein Interesse an Straßenszenen und "Typen" feststellbar. Stiehl hatte sich an der Kriegspropaganda mit dem Fotobuch "Unsere Feinde. 96 Charakterköpfe aus deutschen Kriegsgefangenenlagern" (Stuttgart (1916) beteiligt, für das er neben europäischen auch nichteuropäische Gefangene porträtierte. - Die Kartonbll. des Albums etwas wasserrandig; die Fotografien tlw. etwas ausgesilbert.
Interesting diary of a mission to Constantinople. Otto Stiehl (1860-1949), a German architect and professor, was posted as an officer in the "Half Moon Camp" near Berlin, where Muslim prisoners of war were kept in good conditions to encourage them to fight against Britain, France and Russia. In April 1917, he accompanied a transport of Muslim volunteers to fight in the army of the Ottoman Empire, which was allied with Germany. The diary also contains numerous observations and sketches on architecture. A supplement to the diary is the photo album with photographs partly taken by Stiehl himself. - Some waterstaining to cardboards of photo album; some silvering to part of photographs.

 
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1.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 122 *
Faucher, Journal de la campagne
Logbuch. - Faucher, L.-F. de. Journal de la campagne que j'ay fait sur le vaisseau du roy Le Solide, commandé par M. Le Commandeur De Voisin. Französische Handschrift auf Papier. Logbuch vom 22. Juli 1735-23. Januar 1736. Fol. (34:23 cm). Mit brauner Tinte in Kursive geschrieben. 35 S., 2 Bll. Alter Umschlag., angestaubt, Ränder ausgefranst.
Louis-François de Faucher (1715-1795), französischer Marineoffizier und Kommandant des Schiffes Le Hazard, nahm an verschiedenen Kampagnen in Westindien, an den Küsten Amerikas, dann Marokkos teil. Im vorliegenden Journal werden v.a. die Mittelmeerhäfen Barcelona, Cádiz und Gibraltar erwähnt. Auf dem letzten Bl. verso verschiedene Unterschriften. - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, stellenw. Tintenflecken; 1. Bl. unten mit Randausriss (mit etwas Textverlust).
Original ms. log-book by the French naval office de Faucher. - Somewhat browned and stained, occasional ink stains, marginal tear to first leaf (with small loss of text). Old wrappers, soiled, marginal fraying.
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500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 123 *
Wise, Logbuch der HMS Stately
Logbuch HMS Stately. - Wise, S. Journal of the proceedings on board His Majestys Ship Stately, George Scott Esq. Captain, commencing September 14th 1799, ending September 20th 1800. [Bd. 2:] … commencing September 21st 1800, and ending November 7th 1801. [Bd. 3:] … commencing November the 8th 1801, ending the 9th July 1803. 3 Bde. Englische Handschrift auf Papier. (Verschiedene Orte, meist im Mittelmeerraum) 1799-1803. Fol. (32:20-21 cm, Blattgr. ebenso). Geschrieben in lat. Kursive mit verschiedenen braunen Tinten. Mit 6 gezeichneten Profilen von Küsten und Inseln. 2 (1 w.) Bll., 87 S.; 1 nn., 38 num., 1 nn. Bll.; 1 nn., 43 num. Bll. Versch. Kartonagen d. Zt., teilw. mit hs. Deckeltitel; fleckig, Rücken von Bd. 1 hinterlegt u. mit transparentem Archivband kaschiert. In mod. Hldr.-Kassette mit goldgepr. Rückentitel.
Drei aufeinander folgende Logbücher, ausgeführt duch den "Master's Mate" der HMS Stately, einem Schiff der Royal Navy von 1388 Tonnen. Ausgestattet mit 64 Kanonen wurde die Stately für die britische Kampagne (März-September 1802) im Mittelmeer im Zweiten Koalitionskrieg (1798-1802) gegen Napoleon eingesetzt. Neben den üblichen Angaben zu Wetter, Position, Gesundheitszustand der Crew etc. werden Besonderheiten und Ereignisse geschildert. So wird regelmäßig vom Aufbringen anderer Schiffe und von Gefechten berichtet. Im September 1799 liegt das Schiff in den Downs in der Nähe von Deal Castle, bis April 1800 kreuzt die HMS Stately entlang der Südküste Englands. Ende April 1800 verlässt sie britische Gewässer, erreicht Genua am 18. Mai wo sie bis zum 23. Mai liegt. Hier wird von der österreichischen Belagerung Genuas berichtet. Die Weiterfahrt entlang der Küste des östlichen Mittelmeers, mit ca. 2 Monaten Aufenthalt in Marmaris (Türkei) und 1 Monat in Aboukir (Ägypten), führt nach Alexandria. Am 11. Mai 1801 bricht die HMS Stately auf nach Minorca und besegelt das westliche Mittelmeer mit mehreren längeren Aufenthalten in Valetta. Beim letzten Eintrag vom 9. Juli 1803 befindet sich das Schiff bei Kap Matapan an der Südspitze des griechischen Festlands. Ein anschließender Band mit dem Logbuch von 1803-1804 wird vom National Maritime Museum in Greenwich aufbewahrt. Unter den Küstenprofilen die Bucht von Tunis und Kap Bon sowie die Inseln Favignana, Marettimo und Stromboli. - Etwas fingerfleckig, wenige kl. Tintenflecken, vereinzelt gering stockfleckig, letztes Bl. von Bd. 1 mit 1 kl. Einriss u. kl. Ausriss mit geringem Textverlust.
Three sequential manuscript ship’s logs recording the journey of HMS Stately along the south coast of England and in the Mediterranean Sea from Sept. 14, 1799 to July 9, 1803. With 6 ink drawings of coastlines. - Some fingermarking, minor foxing, few ink-stains, small tear and a hole to last leaf of first vol. with some loss of letters. Bound in contemporary stiff wrappers made of different paper, two with ms. title to front cover; stained, somewhat worn at extremities, spine of 1st vol. repaired. In recent half-calf clamshell box.
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4.500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 124 *#
Chenouard, Arteries
Medizin. - Chenouard, T. Arterès. Veines. Neurologie. Französische Handschrift auf Papier. Frankreich 1831. Fol. (41,5:28 cm). 49 kolorierte Federzeichnungen mit Bezeichnungen von einer Hand. Prgt. d. Zt. mit Schließbandresten, teilw. fleckig, Rückdeckel mit kleinerer Reparatur.
49 Tafeln mit Zeichnungen eines Chenouard zum Blutkreislauf und Nervensystem, jeweils mit separatem Titel zu den drei Abteilungen (23, 7, 19 Tafeln). Federzeichnungen in brauner Tinte, Kolorierung der Blut- oder Nervenbahnen in Rot, Gelb oder Blau. Die Zeichnungen auf verschiedenen, dünneren Papierformaten u. jeweils auf starkes Papier montiert. Über den wohl angehenden Mediziner Chenouard ist nichts zu ermitteln, ein kleiner Hinweis über ihn findet sich als ein studentisches Mitglied einer medizinischen Gesandschaft nach Polen im März 1831. - Fingerfleckig, teilw. gebräunt bzw. braunfleckig.
Medical courses containing 49 plates of anantomy of the circulatory and nervous system by Chenouard, drawn in pen in red and black, with handwritten captions. Drawings mostly on paper in different sizes and mounted. - Fingermarking and brownstaining. Bound in contemporary vellum, spotted, small repair to rear cover.
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1.500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 125 *
With Calligram in Microscript and Portrait of Paracelsus
Dornberger, Die sechs Hauptstuck christlicher Lehre
Medizin. - Dornberger, M. Die sechs Hauptstuck christlicher Lehre, in unten verfasset 6 stuck, geschrieben, durch Martinum Dornbergern. Deutsche und vereinzelt lateinische Handschrift auf Papier. O. O. (Süddeutschland?), um 1620. (15:9,5 cm). Von einer Hand mit brauner u. roter Tinte in regelmäßiger Kursive geschrieben. Mit goldgehöhtem Kalligramm in Mikroschrift auf dem Titel sowie 2 ganzs. Porträts u. 1 Wappen, jeweils farbig aquarelliert u. goldgehöht. 172 nn. Bll. (gut 70 nicht beschrieben, aber teilw. in Rot regliert). Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit gepunztem Goldschnitt, auf dem Vorderdeckel mit Namensangabe "Adam Eckhart"; etwas bestoßen u. gewellt, Rücken u. Gelenke etwas beschabt, kl. Einriss am oberen Kapital, ohne die Bänder.
Reizvoll illustrierte medizinisch-alchemistische Handschrift. Das Kalligramm auf dem beschnittenen u. montierten, als Titel vorangestellten Blatt stellt die sechs Grundwahrheiten der christlichen Lehre dar. Es folgt eine Seite in lateinischer Sprache über Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, geschmückt mit dessen Porträt und Wappen. Ferner Rezepturen, Alchemistisches und - unter dem Titel "Der barmhertzige Samariter" Medizinisches. Ein weiteres ganzs. Porträt zeigt einen Priester mit Kreuz und Vanitas-Schädel. Auf dem vorletzten Bl. Dat.1619 und dann eine Widmung (?) an "Jo: Martinus Heckerus Badensis". - Leicht gebräunt u. fleckig, vereinzelt etwas wasserfleckig, 1 Bl. mit kl. Randausriss.
Early 17th century manuscript on medicine and alchemy illustrated with a fullpage portrait of Paracelsus, his coat of arms, and the portrait of a priest. The calligram in microscript (on the trimmed and mounted title) depicts the main points of Christian doctrine. - Slight browning and staining, some occasional waterstaining; small tear to 1 leaf. Bound in contemporary blindstamped calf with owner's name on front cover, edges gilt and gauffered; somewhat rubbed and wavy, small tear to head of spine, lacking ties.
 
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1.500,00 EUR (Schätzpreis)
Los 126 *#
Fodhayl ibn Ali Jamali, Saun al-faaredh
Orientalische Handschriften. - Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray. Saun al-faaredh. (&) Anonym. Gesetzessammlung in 40 Abschnitten. Jeweils persische Handschrift auf Papier, zus. in 1 Bd. Türkei, o. J. (um 1847). Blattgr. 27:18 cm. Zum Inhalt s.u. Persischer Lackeinband d. Zt. mit Lwd.-Rücken, Deckel mit figuralem Dekor in Lackmalerei, äußere Deckelbordüre mit einer umlaufenden Beschriftung in späterer persischer Handschrift (nicht lesbar) in schwarzer Tinte; stellenweise gering berieben, der Lack etwas craqueliert, der Vorderdeckel mit wenigen kleinen, der Rückdeckel mit größeren Fehlstellen; Spiegel jeweils mit Kalender-Tabelle in persischer Handschrift auf Papier, Nasta'liq-Schrift in schwarzer und farbiger Tinte.
Der schmale Band enthält Regeln des islamischen Erbrechts der Hanafi Fiqh, eine der vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams, welche im Osmanischen Reich zur Staatsrechtsschule erhoben wurde. In arabischer Sprache. Jeweils in Nasta'liq-Schrift in schwarzer Tinte, rot rubriziert. - I. Schriftspiegel 18,5:11 cm. Meist 27 Zeilen, eingefasst von goldenen u. schwarzen Linien. Mit zahlreichen kol. Miniaturen, 3 (2 blattgroßen) farbigen Textillustration sowie 2 Tabellen in Rot im Text. Die Zugehörigkeit der 2 blattgr. Illustrationen am Ende war für uns nicht genauer zu eruieren. Bl. 1 verso - 9 recto. - Das Werk des osmanisch-islamischen Gelehrten Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray (1514-1583) aus dem Jahr AH 974 (= 1566) behandelt das ebenfalls von ihm verfasste Aoun al-raaedh fi Fan-al-faraaedh (AH 971 = 1563) und enthält neben den Gesetzestexten zahlreiche Marginalien in schwarzer und roter Tinte. Die deckweiß- und goldgehöhten Miniaturen und Illustrationen zeigen u.a. Figuren, Tiere, Engel und Monster sowie Tierkreiszeichen. - II. Schriftspiegel ca. 19:9,5 cm. 13 Zeilen. Bl. 9 verso - 21 verso. - Der Hidschrī-Kalender auf den Spiegeln bezieht sich auf das Jahr AH 1263 (= 1847) und gibt Empfehlungen für die Erledigung bestimmter Aufgaben. - Etwas gebräunt und stellenweise fleckig, Bindung teilw. mit Lwd. verstärkt.
Persian calligraphic manuscripts on paper, written in Arabic language, dealing with islamic inheritance rules of the Hanafi Fiqh. Turkey, (ca. 1847). - I. With numerous coloured miniatures, 3 coloured illustrations and 2 tables in red ink within the text. Saun al-faaredh deals with the work Aoun al-raaedh fi Fan-al-faraaedh, both written by the Ottoman Islamic scholar Fodhayl ibn Ali Jamali Aksaray. With marginal comments in black and red ink. - Persian lacquer binding with cloth spine, boards richly decorated with figural patterns, border with later added persian manuscript in ink (illegible); some rubbing in places, the lacquer somewhat craquelling, some minor exposure to front cover, somewhat stronger to back cover; pastedown with Hijri calendar of AH 1263 (= 1847) each. - Some browning and spotting in places, stitching reinforced.
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2.000,00 EUR (Schätzpreis)
Los 127 *#
Qader. Abtath
Orientalische Handschriften. - Qader. (Abtath. = Das arabische ABC). Persische Handschrift auf Papier. Türkei, o.O., 1704. Blattgr. 16,5:12 cm. Schriftspiegel überwiegend ca. 11:9 cm. Tabellen mit je 6 Zeilen bzw. Spalten sowie Textseiten mit je 7 Zeilen, jeweils eingefasst von goldenen Linien. Naschī-Schrift in schwarzer Tinte. Die erste Doppelseite mit kol., teils ornamentalen Bordüren. 17 Bll. Brokatpapier-Umschl. d. Zt., stellenweise etwas fleckig und berieben, vereinzelt kl. Randläsionen.
Abtath steht für die ersten vier Buchstaben des arabischen Alphabeths a-b-t-th. Ein kleines ABC-Heft, im Spiegel datiert (Textteil wohl später) zum Erlernen des arabischen und persischen Alphabets für das Studium des Korans. Enthält am Ende 4 Textseiten mit Gebeten. - Etwas gebräunt und stellenweise leicht fleckig.
Persian calligraphic manuscript on paper, written in Arabic language. The primer comprises the abtath (Arabic alphabet) to enable beginning readers to study the Koran. First pages with coloured ornamental borders, last 4 pages with prayers. Written in Naskh script in black ink. Bound in contemp. brocade paper dated 1704 (manuscript probably of later origin); some spotting and slight rubbing in places, here and there with minor marginal fraying. - Some browning and slight spotting in places.
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300,00 EUR (Schätzpreis)
Los 128 *
Peutinger, hs. Brief + Porträtkupf. / 2 Bll.
Peutinger, Konrad (Humanist u. Jurist, Sammler, Berater der Kaiser Maximilian I. u. Karl V.; 1465-1547). Brief mit Unterschrift "Chunradt Peuetinger/ Doctor", möglicherweise von Sekretärshand. (Augsburg), 16. Jan. 1514. 4to (20,5:19 cm). 10 Zeilen u. Adresse.
Nicht bei König, Konrad Peutingers Briefwechsel (München 1923). - An Cyprian von Sernthein (1498-1524), oberster Hofkanzler in Innsbruck. "Wolgeborner Gnediger herre, E. G. schick ich hiemit dreue truhen, die mir Caspar nutzel von Nuernberg geschickt hat, und hab fur Plahen, binden und die furlan, von Nuernberg biß gen Insprugg Neuen Guldin und zweien Creutzer bezalt, Deßhalben E. G. dem furman weitter zubezalen nichtz schuldig sein...". Der Nürnberger Ratsherr und Bürgermeister Kaspar Nützel (1427-1529) zählte zum reformatorischen Gesprächskreis um Johann von Staupitz, dem auch Willibald Pirckheimer und Albrecht Dürer angehörten. - Auf Papier mit Wasserzeichen "Krone mit Bügel, mit Perlen besetzt, darüber Kreuz". - Dazu: "Conrad Peutinger." Porträt (Brustbild im Profil nach rechts) im Oval. Punktierkupfer von C. A. Schwerdgeburth. Weimar, um 1790. 14,5:9,5 cm. - Kaum fleckig.
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2.500,00 EUR (Schätzpreis)