Presse – Sonderkatalog

Die Entdeckung der Berge und der Fuß des Yeti

Auktion 197, 30. Oktober 2019: Exploration and Mountaineering

Sonderauktion bei Reiss & Sohn, Königstein im Oktober 2019

Die Erstbesteigung und damit endgültige Erforschung der Dächer der Welt, insbesondere der legendären Bergwelten des Himalaya mit den welthöchsten Gipfeln Mount Everest, K2 und Kangchendzönga sowie dem berüchtigten ‚Killer Mountain‘ Nanga Parbat, auch propagandistisch Schicksalsberg der Deutschen (Bergsteiger) genannt, ist ein geographiegeschichtliches Kapitel, dass erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Es wäre wohl nie so geschrieben worden, wenn nicht bedeutende Vorarbeiten durch mutige Entdecker, darunter auch Pioniere der Kletterkunst, geleistet worden wären. Die Geschichte dieser Vorläufer von Edmund Hillary, Sherpa Tenzing, Hermann Buhl, Reinhold Messner und zahlreichen weiteren, heute zum Teil noch lebenden Ikonen der Bergsteigerkunst, zeichnet eine beeindruckende Privatsammlung entdeckungsgeschichtlicher Literatur und Bildmaterial über Zentralasien, Himalaya, Alpen und Gipfel der Welt.

Teuerstes Werk dieser Kollektion ist eine Sammlung von 21 Aquarellen des Malers und Bergsteigers Edward Theodore Compton (1849-1921) der Bergwelten des Kaukasus. Die bemerkenswerten Originalarbeiten fanden später Eingang in das klassische Werk Gottfried Merzbachers „ Aus den Hochregionen des Kaukasus“, erschienen in Leipzig 1901 (Schätzpreis 12.000,- Euro).

Von kundiger Hand zusammengetragen finden sich unter den 280 Losnummern weiterhin nicht nur rare Erst- und Frühausgaben, sondern auch bemerkenswerte Provenienzexemplare u.a. aus den Sammlungen der Bergpioniere Günther Oskar Dyhrenfurth sowie Norman Dyhrenfurth und aus der der für ihren guten Erhaltungszustand bekannten Sammlung von Franklin Brooke-Hitching, ferner Fotografien der Expeditionen von 1930 zum Kangchendzönga (1.000,- Euro) sowie von 1934 zum Hidden Peak (1.000,-Euro).

Ein spektakuläres Rarum dürfte die Originalfotografie des berühmten Bergfotografen Vittorio Sella vom Kangchendzönga sein, die dieser auf der von Sir Douglas Freshfield geleiteten Expedition im Jahre 1899 erstellte. Noch dazu trägt das Foto den prominenten Archivstempel von Dyhrenfurth. (300,- Euro).

Unikal ist ein Konvolut mit Tagebüchern, Dokumenten und Original-Fotografien zur Expedition von Sven Hedin aus dem Nachlass des Dokumentarfilmers Paul Lieberenz (1893-1954), der 1927-28 als Kameramann jene Expedition zur Erforschung der Mongolei und Chinesisch-Turkestans begleitete (5.000,- Euro).

Zweifelsohne ein Meilenstein der Entdeckung der Alpen findet sich im Bericht über die Erstbesteigung des Mont Blanc durch Horace Bénédict de Saussure, veröffentlich unter dem Titel „Rélation abrégée d’un voyage à la cime du Mont-Blanc“ im raren Erstdruck von 1787 (4.000,- Euro).

Eine handschriftliche Verfasserwidmung ziert Hans Meyers „In den Hoch-Anden von Ecuador“ mit dem seltenen Atlasband, erschienen in den Jahren 1906-1907 (6.000,-Euro).
Zu den frühen Wegbereitern der zentralasiatischen Erschließung zählt der Geologe Victor Jacquemont (1801-1832), der im Auftrag des ‚Jardin des Plantes‘ nach Indien reiste, wo er exotische Pflanzen und Tiere sammelte und detailliert aufzeichnete. Noch vor seiner Rückkehr in die Heimat verstarb der junge Forscher in Bombay. Seine bemerkenswerte, reich mit Tafeln illustrierte und posthum in 6 Bänden gedruckte Reisebeschreibung, hier vorliegend in attraktiven späteren Halbmaroquinbänden, wird für geschätzte 6.000,- Euro offeriert.

Zum Schluss seien noch zu erwähnen die Ausgabe des Berichtes der Brüder Schlagintweit über Ihre Expeditionen nach Hochasien in den Jahren 1854-58. Die Reise gilt, auch in bergsteigerischen Belangen, als bedeutendste deutsche Expedition vor Sven Hedin in diese Gegenden. Sie bildete die maßgebliche Grundlage für weitere Forschungsreisen der Folgejahrzehnte. (3.000,- Euro).

Auch die Liebhaber von alpinistischen Kuriosa kommen nicht zu kurz: unter der Katalognummer 1527 findet sich ein Abzug des Originalfotos vom „Fußabdruck des Yeti“ von Eric Shipton, das dieser als Leiter der nicht zur Erstbesteigung führenden Everest Expedition von 1951 aufgenommen hatte. Das Foto gilt als der „Klassiker“ der Yetifuß-Aufnahmen. Die Schätzung beläuft sich auf 500,- Euro.

Der reich illustrierte Katalog kann als Printversion erworben werden. Dieser gedruckte Katalog wird in der zweiten Oktoberwoche erscheinen. Die Onlineversion steht bereits unter www.reiss-sohn.de zur Verfügung. Dort können die Lose auch direkt schriftlich beboten werden oder ein Gebotsformular zum Faxen oder Versenden heruntergeladen werden.

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