226. - 227. Auktion Reiss & Sohn • 28. - 30. Oktober 2025
226.-227. Auktion
226.-227. Auktion
Loblied der Ehe
Erasmus Roterodamus, Encomium matrimonii. 1518
Erasmus Roterodamus, D. Encomium matrimonii. Encomium artis medicae per eundem. Basel, J. Froben, 1518. 4to (19,5:15,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Hans Holbein u. Druckermarke. 52 (recte 55) S. Neuerer Manuskriptpgt., Vorsätze leicht gebräunt.
VD 16, E 2811 (= 3491); Bezzel 1668 b). - Die schönen Loblieder des Erasmus auf die Ehe und die medizinische Kunst, hier vorliegend als Teilstück von "In hoc libello continentur Querela pacis (etc.)" mit eigenem Titel, Lagenzählung A-G und Impressum. Bei Froben erschien im selben Jahr eine Seperatausgabe mit leicht abweichender Kollation (VD 16, E 2809; 54 S., 1 Bl.). - Etwas gebräunt, stellenw. mit alten Marginalien oder Unterstreichungen; wenige Bll. mit kleinem Randeinriss; Titel u. Schlussbl. angefalzt u. mit Restaurierungen im Bundsteg. Neueres Exlibris.
Erasmus' scarce work on marriage, here present as part of "Querela pacis". A separate edition of this work was printed with a slightly differing collation in the same year (see above). Any copies of these early printings are scarce. - Minor browing, ms. marginalia and underlinings in places, marginal tear to few leaves, title and last leaf re-hinged with some repair. Recent book plate.
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Erasmus Roterodamus, De conscribendis u. Beibd.
Erasmus Roterodamus, D. Opus de conscribendis epistolis, ex postrema authoris recognitione emendatius editum. 2 Tle. in 1 Bd. Köln, P. Horst, 1569. (16,5:11 cm). Mit Druckermarke. 8 Bll., 429 S., 1 Bl.; 149 (recte 145) S., 7 Bll. (d.l.w.). - Angebunden: Ders. De duplici copia verborum ac rerum commentarii duo: multa acceßione, novisque formulis locupletati. Addita sunt nunc recens... commentaria a M. Veltkirchio conscripta. Ebda. 1577. Mit Druckermarke. 4 Bll., 449 S., 7 Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt., beide Deckel mit großer Bandwerksplatte (in Rollenrahmen) mit ovalem Mittelstück, darin vorne das Porträt des Herzogs Christoph von Württemberg, hinten das württemberg. Wappen; etwas bestoßen, fleckig u. gebräunt, Rücken stark, Rückdeckel mit Kantenausbruch u. hint. Gelenk mit 3 Wurmgängen, vord. freies Vorsatz lose.
I. VD 16, E 2537; Bezzel 636 (ohne Tl. 2) u. 272 (in: Vives). - Erstmals 1522 erschienene Briefkunst, die in Teil 2 Texte von J. L. Vivis, C. Celtis und Ch. Hegendorff enthält. - II. VD 16, E 2702; Bezzel 796. - Lehrbuch der Rhetorik, erstmals 1512 veröffentlicht. - Zum Einband vgl. Haebler II, 90, IV u. V. Herzog Christoph war bereits 1568 verstorben, Haebler weist zahlreiche spätere Bände mit seinen Stempeln nach und führt diesen Umstand auf die "Pietät seines bücherliebenden Sohnes Ludwig II." zurück. - Stärker gebräunt, hier u. da etwas fleckig, Unterrand stellenw. etwas wasserfl. (teils bis in den Textrand), einzelne Randläsuren. Mit alten hs. Anmerkungen u. Unterstreichungen. In beiden Innendeckeln Aufkleber der St. Mark's Library/New York. Titel mit hs. Besitzvermerk von Georg Adam Schmidt (Pfarrer) zu Eschenthal, datiert 1660.
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Athanasius, De passione domini. Köln um 1530
Erasmus Roterodamus. - Athanasius Alexandrinus (Pseudo-). De passione domini ac de cruce liber optimus. Des. Erasmum Roterod. nunc primu(m) versus. (Köln, S. Kruffter, um 1530). (16:10 cm). Mit vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre u. Holzschnitt-Vignette am Schluss. 28 nn. Bll. Mod. Pp.
VD 16, ZV 23414. - Sehr seltener Druck der pseudoathanasischen Homilie. Einer von zwei Drucken Kruffters, beide werden um 1530 datiert. Von der vorliegenden Variante verzeichnen VD 16 und USTC lediglich 1 Exemplar (BSB München). Der andere Druck (VD 16, A 4000) mit abweichender Titelbordüre und 30 Bll. Umfang. Im vorliegenden Exemplar die Blätter D2 und D3 doppelt eingebunden, das Doppelblatt D1/D8 liegt als Dublette lose bei. Mindestens bei Blatt D3r ist eine Abweichung im Druck durch einen im Satz verschobenen Buchstaben des letzten Wortes zu erkennen, die übrigen Seiten der doppelt vorhandenen Blätter nicht auf Unterschiede im Druck geprüft. Juchhoff, Kruffter (S. 80) kennt nur die Variante mit 30 Bll., die in IA 109.390 (ungenau) genannten Exemplare in London, Wien und Wroclaw sind ebenfalls die Variante mit 30 Bll. - Schwach gebräunt u. teilweise gering fleckig.
Extremely scarce variant, one of two printings by Kruffter. USTC and VD 16 know only of 1 copy. With woodcut title border and woodcut vignette at end. Bound with and enclosed loose are 4 additional sheets of the final quire (D1-D3, D8) as duplicates, of which at least D3 is showing a printing variant recto caused by a letter of the last word shifted in the typesetting. - Slight browning and staining. Bound in modern boards.
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Estienne/Liébault, Siben Bücher von dem Feldbau
Estienne, C. & J. Liébault. Siben (sic) Bücher von dem Feldbau, und vollkom(m)ener Bestellung eynes ordentlichen Mayerhofs oder Landguts. Nun aber von Melchior Sebizio in Teutsch gebracht. Straßburg, B. Jobin, 1580. Fol. (34,5:22 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre, ganzseit. Porträt u. 36 Textholzschnitten. 6 Bll., 643 S., 18 Bll. (l.w.). Blindgepr. Schweinslederband d. Zt., restauriert, Rückdeckel tlw. ergänzt, ohne die Schließen u. den hinteren freien Vorsatz.
VD 16, E 4000; Muller 585, 105; Lindner 11.563.02; Schoene 3692; vgl. Arents 28 u. Schwerdt I, 167. - Zweite deutsche Ausgabe (zuerst 1579). Berühmtes Sammelwerk über alle Bereiche der Land- und Hauswirtschaft, Jagd und Forstwirtschaft und Gartenbau mit umfangreichen Abschnitten über Pferdezucht, Imkerei, Fischerei, Wein, Tabak, Bierbrauen, Destillieren, Seidenbau u. v. a. "Enth. die jagdlich interessanten Kapitel auf S. 558-612 und das 7. Buch 'Von der Wolffjagdt', beschrieben von Clamorgan" (Lindner). Bemerkenswert die schönen, von Jobin nach Amman, Stimmer u.a. geschnittenen Illustrationen, davon 14 zur Wolfsjagd. - Durchgehend etwas fleckig, stellenw. etwas stärker; letzte Bll. im Fußsteg mit bräunenden Wasserflecken; meist mit wenigen Wurmlöchern; S. 251/252 mit restauriertem Einriss bis in den Text; Titel gereinigt u. mit 2 ergänzten kleinen Eckabrissen.
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Estienne/Liébault, XV. Bücher von dem Feldbaw
Estienne, C. & J. Liébault. XV. Bücher von dem Feldbaw und recht volkommener Wolbestellung eines bekömmlichen Landsitzes, unnd geschicklich angeordneten Meyerhofes oder Landguts, sampt allem, was demselben Nutzes und Lusts halben anhängig. Deren etliche vorlängst Frantzösisch vorkom(m)en. Welche vom Melchiore Sebizio inn Teutsch gebracht seind. Etliche aber an jetzo auffs New, erstlich auß dem Frantzösischen letzmahls ernewertem und gemehrten Exemplar, so dann, auß deß Georgii Marii Publicierter Garntenkunst (!), und forter, deß J. Fischarti Colligirten Feldbawrechten und Landsitzgerechtigkeiten hinzu gethan worden. Straßburg, B. Jobins Erben, 1598. Fol. (32,5:21 cm). Mit Holzschn.-Titelbordüre u. 55 Textholzschnitten. 8 Bll., 763 S., 19 Bll. Grün eingefärbter Prgt. mit weit übergreifendem blindgepr. Schweinslederrücken u. -ecken; berieben, ohne vorderen freien Vorsatz.
VD 16, E 4004; Muller 603, 29; Lindner 11.0563.06; Schoene 3689; Thiébaud 359 Anm.; Kress 205; vgl. Schwerdt I, 167 u. Arents 28 (andere Ausgaben). - Sechste deutsche Ausgabe, vierte der von 7 auf 15 Bücher erweiterten Fassung. S. 171-265 über Pferde und Gestütswesen, S. 648-763 über Jagd, Waidwerk und Falknerei mit zahlreichen Holzschnitten, darunter die schönen zur Wolfsjagd. - Durchgehend gebräunt; Titel mit längerem hinterlegten Randeinriss u. einigen Wurmfraßstellen in der Bordüre.
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Estienne, Poesis philosophos
Estienne (Stephanus), H. (ed.). Poiesis philosophos (gr.). Poesis philosophica, vel saltem, reliquiae poesis philosophicae. (Genf), H. Stephanus (Estienne), 1573. (17:11 cm). 222 S. (inkl. 3 weißen). Olivgrüner Maroquinband d. 20. Jhr. mit goldgepr. Rtitel, Rvg., Deckelfileten, Steh- u. Innenkantenverg. sowie Goldschnitt; Gelenke minimal berieben.
Adams P 1682; Renouard 140, 8; Schreiber 187; Moeckli 79. - Erste Ausgabe dieser Sammlung. Griechischer Text, Überschriften lateinisch. Mit Texten von Cleanthes, Democritus, Empedocles, Heraclitus, Parmenides, Pythagoras, Xenophanes. - Gering gebräunt, vereinzelt stärker, gelegentlich leicht stockfleckig, stellenweise wasserfleckig. Ein Bl. mit kl. Eckausriss. Zahlreiche Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand.
First edition of the fragments of the Pre-Socratic philosophers, "a volume of major importance to the history of Western thought, which rightly belongs on the same shelf with the first editions of Plato and Aristotle" (Schreiber). Text in Greek. - Slightly browned, occasionally slightly foxed, waterstained in places. Numerous marginalia and underlinings by old hand. Minor tear-off to corner of one leaf. 19th century olive morocco with gilt title to spine, spine gilt, gilt fillets to covers, cover edges and inner dentelles gilt, edges gilt.
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(Estienne), Phrases Hebraicae
(Estienne [Stephanus], R.). Phrases Hebraicae, seu loquendi genera Hebraica quae in veteri testamento passim leguntur, ex commentariis Hebraeoru(m), aliísque doctissimorum virorum scriptis explicata. (Genf), R. Estienne, 1558. (17,5:12 cm). 1002 (recte 1006) S., 1 w. Bl. Flex. Prgt. d. Zt. mit spanischen Kanten, fleckig bzw. angestaubt, wenige kl. Wurmgänge, oberer Rücken fehlt, ohne die Bindebänder.
Adams S 1827; Renouard 162. - Erste Ausgabe. Verfasser ist laut Vorwort Robertus Stephanus. Die irreführenden Angaben "Thesauri linguae Hebraicae altera pars" im Titel sowie auf S. 940 sind vorliegend nicht überklebt, S. 940 vorliegend allerdings mit Spuren alter Überklebung. - Etwas gebräunt bzw. fleckig, Ränder stellenw. leicht wasserfl., erste Bll. im Bug mit Wurmspuren. H2 mit Randeinriss bis in den Text. Vereinzelt alte Anmerkungen in Tinte. Titel mit 3 (1 gestrichen) alten Besitzvermerken, Vorsätze mit Etiketten der Maryland Diocesan Library u. weiteren hs. Besitzvermerken.
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Rare History of the Order of St. Anthony
Falco, Antonianae historiae
(Falco, A.). Antonianae historiae compendium ex variis ijsdem(que) gravisimis ecclesiasticis scriptoribus, necnon rerum gestarum monumentis collectum, una cum externis rebus (quam) plurimis scitu memoratuque dinissimis. Lyon, T. Payen, 1534. Fol (28:20,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. zahlr. floralen u. figürlichen Initialen in Holz- u. Metallschnitt. 6 nn. Bll., 116 (recte 115, davon 2 w.) röm. num. Bll., 3 nn. Bll. Restaurierter blindgepr. Ldr. d. Zt., Deckelbezüge mit goldgepr. Antoniterkreuz auf beiden Deckeln sowie punziertem Goldschnitt.
Baudrier IV, 214. - Selten. Erste Abhandlung über die Geschichte des Antoniter-Ordens vom Ordensbruder Aymar Falco (auch Falcoz oder Falcon). - Etwas gebräunt u. stellenweise stockfleckig. Mehrere Bll. etwas wasserrandig. Vereinzelt kl. Tintenflecken oder -wischer. Letztes Bl. mit größerem ergänztem Eckausriss. Titel angeschmutzt u. mit hs. Besitzvermerk des Pariser Jesuitenkollegiums sowie im Fußsteg mit gedrucktem Schildchen, laut dem die Bibliothek das Buch von Achille de Harlay (1536-1616; 1582-1611 Premier Président du Parlement de Paris) erhalten hatte.
Scarce. - Some browning, foxing in places. Several leaves somewhat waterstained. Occasional small ink stains or smudges. Last leaf with larger repaired corner tear. Title soiled and with ms. ownership inscription of the Jesuit College of Paris and with its bookplate mounted on lower margin. Restored contemporary blind-stamped calf with gilt Antonite cross on both boards, gilt edges.
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Rarissimum des österreichischen Buchdrucks - Mit Widmung des Autors (?)
Sponrib, Carls Hochzeitliche haimfuerung
Festbücher. - Karl II. von Innerösterreich. - Sponrib, W. Warhaffte Beschreibung was vor ... Ertzhertzogen Carls zu Osterreich (et)c. Hochzeitlichen haimfuerung in der Hauptstadt Grätz in Steyer vom 17 Augusti biß auff den 8 September von Porten und andern Triumphirenden zierligkhaiten zuegerichtet. Graz, Z. Bartsch, 1572. 4to (26:19 cm). Mit 51 (13 fast ganzs.) Holzschnitten im Text (inkl. Titel) u. 3 doppelblattgr. Holzschn.-Tafeln, alle altkoloriert. 60 nn. Bll. Prgt. d. Zt. unter Verwendung eines rot u. schwarz gedruckten Missale-Blattes, berieben, fleckig, Rücken etwas angeplatzt, Schließbänder fehlen.
VD 16, S 8361; Thieme-B. II, 585; Nebehay-W. 712. - Einzige Ausgabe. "Die Druckwerke von Bartsch zählen zu den grössten Seltenheiten" (A. Schlossar, Der Buchdrucker und Formenschneider Zacharias Bartsch zu Graz im XVI. Jahrh., in: Zeitschrift f. Bücherfreunde, Jg. 6, 1903, H. 10, S. 399). Reich illustrierte Schilderung der prunkvollen siebentägigen Feierlichkeiten anlässlich des Einzugs des frischvermählten Erzherzog Karl II. von Innerösterreich mit seiner Gattin und Nichte, Prinzessin Maria Anna von Bayern, in Graz durch Wenzel Sponrib. Die doppelblattgroßen Holzschnitte des Zacharias Bartsch zeigen den festlichen Einzug mit der frühesten druckgrafischen Wiedergabe des Grazer Stadtbildes im Hintergrund, des Weiteren ein Turnier sowie die Anreise des Brautpaars auf dem Wasserweg. Die ganzs. Holzschnitte zeigen 9 Ehrenpforten für den Festzug, die Textholzschnitte das Allianzwappen des Paares sowie zahlr. Wappen teilnehmender Adeliger. Die Wappen stammen teils aus dem 1567 erschienenen steiermärkischen großen Wappenbuch von Bartsch, das den Formschneider in den ständischen Kreisen bekannt machte. Der streng katholische Erzherzog Karl II. war seit 1564 Gegenspieler der protestantischen Landstände, die in der 2. Hälfte des 17. Jh. den Höhepunkt ihres Einflusses erreichten mit Graz als lutherischer Hochburg. Auch der Buchdrucker Bartsch war Protestant, wurde jedoch auch als solcher für die Herstellung amtlicher Druckstücke für die erzherzogliche Regierung herangezogen, "zumal er (ab 1571) als der einzige Druckereibesitzer in der Stadt und im Lande überhaupt erschien" (Schlossar S. 396). - Provenienz: Mit wohl eigenh. Widmung des Autors Sponrib an seinen Dienstherren "Christoffer dem Jüngern, Freyherr zu Kainach, Leonrod und Einöd, Pfanndt Innhaber der Herrschaft Ober Voitsperg, und einer Ersamen Lanndtschafft In Steirr Dienst Hauptman, meinem gnädigen und gebiethendem Herrn". Sponrib nennt sich entsprechend selbst "ainer Ehrsamen Landtschafftn in Steyer Registrator". "Diese Stellung hatte er von 1567 bis 1577 inne ... 1571 bekam er neben seiner üblichen Besoldung auch 100 Gulden auf 'der herrn verordneten ratschlag", vermutlich hängt diese Gabe mit den Hochzeitsfeierlichkeiten zusammen" (K. Vocelka, Habsburgische Hochzeiten, S. 68f). Auch die Herren von Kainach aus der Steiermark waren Anhänger Luthers. - Etwas gebräunt, tls. braun- u. fingerfleckig, vereinzelt mit Randläsuren, 1 Bl. fast lose, 2 doppelblattgr. Holzschnitte mit hinterlegten Randausrissen mit Bildverlust, davon einer mit tls. repariertem Einriss im Mittelfalz, der dritte doppelblattgr. Holzschn. mit Einriss im Mittelfalz u. im oberen Bildteil sowie minimal angeschnittener Überschrift, vorderes freies Vorsatzbl. mit Eckausschnitt.
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Franck, Guldin Arch
Franck, S. Die Guldin Arch darein der kehrn und die besten hawptsprüch, der heyligen schrifft, alten Lerer unnd Väter der Kirchen, auch der erleüchten Hayden und Philosophen. Mit ainem Register alles jnhalts. Augsburg, H. Steiner, 1. Aug. 1538. Fol. (33,5:21,5 cm). Mit großem Titelholzschnitt, 1 ganzseitigem u. 2 kleineren Textholzschnitten. 6 nn., 267 (statt 268) röm. num., 12 nn. (l.w.) Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Titelprägung "DIE GVLDIN ARCH." und Jahreszahl "1538"; bestoßen, berieben, etwas fleckig und wurmstichig, Abstoßungen an Ecken, Kapitalen, Kanten, Bünden etc., Schließen entfernt.
VD 16, F 2100; Kaczerowsky A 122. - Zweiter Druck der ersten Ausgabe, kollationsgleich mit dem ersten Druck vom 15. März 1538. Sammlung von Texten aus der Bibel, aus den Kirchenvätern und aus der Antike zu verschiedenen Themen wie "Von Gott, Von Christo, Von dem hailigen Gaist, Von dem hailigen und Engeln, Von Teuffeln und bösen Gaystern, Von der Seel, Von dem natürlichen Menschen, Von dem Freyen willen" etc. Franck begründet damit sein Spiritualitätsverständnis und seine Ablehnung jeder kirchlichen Amtsautorität. Der in Ulm unter Zensurpflicht stehende Franck versuchte diese durch den Druck in Augsburg zu umgehen. Im Juli 1538 wurde sein Fall in Ulm erneut untersucht und Franck im Januar 1539 endgültig ausgewiesen. Der schöne ganzseitige Holzschnitt mit Darstellung der Erde als Paradies, umgeben von Himmelsphären, über denen Gott sich erhebt. - Etwas gebräunt, im Rand wasserfleckig u. mit geringen Wurmspuren, vereinzelt etwas braunfleckig, zu Beginn u. am Schluss mit wenigen Wurmlöchern im Satzspiegel. Wenige Anstreichungen in Tinte, die fehlgedruckten Foliierungen alt mit Tinte korrigiert. Titel mit kl. hs. Besitzvermerk von 1605 und mit kleiner Schabstelle im Zentrum mit geringem Verlust an einer Einfassungslinie, Bl. 19 mit Einriss in den Satzspiegel. Fehlt das num. Blatt 134 und das leere Blatt Yy4 vor dem Register. - Zum Einband: beide Deckel mit den 3 Rollenstempeln: 4 Köpfe, Vase, ornamentales Blattwerk mit Schild "M I" (Haebler I, 208, 5) - Kreuzigung, Eherne Schlange, Sündenfall, Auferstehung (Haebler I, 208, 6) - Ornamentales Blattwerk (nicht bei Haebler). Den Namen eines Buchbinders kann Haebler dem Monogramm "MI" nicht zuweisen, die dort aufgeführten Einbände befinden sich in Dresden (5) u. Zwickau (1).
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Franck, Von dem Laster der Trunckenheyt
Franck, S. Von dem greüwelichen laster der trunckenheyt, so in disen letsten zeiten erst schier mit de(n) Frantzosen auffkom(m)en, Was füllerey, sauffen, un(d) zutrincken, für jam(m)er un(d) unrath, schaden der seel und deß leybs ... mit sich bringt. Augsburg, H. Steiner, 1533. 4to (20:15 cm). Mit Titelholzschnitt von Hans Weiditz. 38 nn. Bll. Mod. Umschlag.
VD 16, F 2151; Kaczerowsky A 14; vgl. Schoene 13401. - Einer von vier Drucken des Jahres 1533 bei Steiner, war erstmals ebenda 1531 erschienen und ist in allen Ausgaben selten. Ein vormals auf 1528 datierter Druck (VD 16, F 2142) wird inzwischen 1533 datiert. "Eine der ersten Abhandlungen über Wein und Trunkenheit aus der Zeit der Reformation. Das Werk ist auch von medizinischem Interesse, denn Franck behandelt ausgiebig die Krankheiten des Körpers und des Geistes, echte und eingebildete, die von der Trunkenheit herrühren... Alle seine Werke kamen 1559 auf den Index" (Horn-Arndt 46). Ein Kapitel gibt Anleitung zum vernünftigen Gebrauch des Weins. - Etwas gebräunt und kaum fleckig. Wenige alte Anstreichungen und Marginalien von 2 alten Händen, Fußsteg teilw. mit kl. Wurmspur, Bl. G2 verso mit Auslassung weniger Buchstaben durch beim Druck aufliegenden Fremdkörper, letztes Bl. mit kl. Randausriss.
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Mit Reuchlins "De arte cabalistica"
Galatinus, Opus de arcanis catholicae veritatis
Galatinus, P. Opus de arcanis catholicae veritatis. Hoc est, in omnia difficilia loca Veteris Testamenti, ex Talmud, aliisqu(e) Hebraicis libris ... contra obstinatam Judaeorum perfidiam, absolutissimus commentarius. Ad haec, Joannis Reuchlini...de Arte Cabalistica libri tres... Basel, (J. Herwagen), 1550. Fol. (31,5:23 cm). 12 Bll., 891 (recte 791) S., 16 Bll. Hldr. d. 19. Jh. mit goldgepr. Rtitel, berieben u. etwas bestoßen, Gelenke oben gebrochen.
VD 16, C 4615 (Galatino) u. VD 16, R 1237 (Reuchlin, Johannes: De arte cabalistica libri tres); STC 218; Adams C 2419; Fürst I, 314; vgl. Caillet 4304 (unter Galatini u. mit and. Ausg.). - Sehr seltene erste Ausgabe bei Herwagen (insgesamt 2. Ausg.; erstmals 1518 in Ortona erschienen). Galitanus "verteidigt den Katholizismus gegen das Judentum und verteidigt auch zugleich Reuchlin gegen die Angriffe seiner Zeitgenossen, so daß das Werk in Form eines Dialogs zwischen Capnio (Reuchlin) und Galatino eingerichtet ist" (Fürst). Mit vielen hebräischen Textstellen u. Zitaten. Ab S. 719 der in der Erstausgabe (und auch in der dritten Ausgabe) nicht enthaltene Abdruck von Reuchlins "De arte cabalistica", erstmals 1517 erschienen. - Stellenweise gering stockfleckig, zu Beginn und am Schluss wasserrandig, dort auch stärker stockfleckig.
Very scarce first Herwagen edition (overall the second; published for the first time 1518 in Ortona). - Minor foxing in places, water stains at the beginning and end, with more severe foxing in these areas. 19th century half-calf with gilt title to spine; rubbed, somewhat bumped, joints at the top cracked.
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Geiler von Kaisersberg, Christenlich bilgerschafft
Geiler von Kaisersberg, J. Christenlich bilgerschafft zum ewige(n) vatterla(n)d, fruchtbarlich angezeigt in glychnuss un(d) eige(n)schafft eines wegfertige(n) bilgers, der mit flyss vn(d) yle(n)t sucht sin zitlich heymut. Basel, A. Petri, 1512. Fol. (28,5:20 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre, Titelholzschnitt, 3 (1 wiederh.) Textholzschnitten u. 1 mehrf. verwendeten figürl. Holzschnitt-Initiale, alles von Urs Graf. 4 nn., CCXVIII num. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln; berieben u. etwas bestoßen, Innengelenke angebrochen, Schließen entfernt.
VD 16, G 727; Proctor 14274; Goed. II, 398, 5; Dacheux, Geiler 55; Hieronymus 131 (ausführl.). - Erste Ausgabe dieser Predigtsammlung des bedeutendsten deutschen Predigers des ausgehenden Mittelalters, Gailer von Kaisersberg (1445-1510). Herausgegeben von seinem Schüler und Gehilfen Jacob Otther (1485-1547) und "Der Erberen vnd Tugentrichen frouwen, frouw Radegundi gossenbröteryn zu Füessen" gewidmet. Seine Predigten "sind auch für den einfachen Menschen eingängig, weil sie denselben Gedanken gern ausführlich darlegen, Allegorien, Gleichnisse, Erzählungen, Sprichwörter und volkstümliche Redensarten in reicher Zahl verwenden und sich mit der Derbheit und Komik, wie sie das Zeitalter liebte, vertraut zeigen" (NDB VI, 150). Mit den schönen, hier erstmals verwendeten Holzschnitten von Urs Graf: Christus, den Pilger in sein Haus rufend (Titel) und Der Pilger, am Tisch sitzend, seine Schulden bezahlend (Text). Die Zuweisung des 2. Textholzschnitts (Elternpaar mit 3 Kindern) ist nicht eindeutig geklärt. - Etwas gebräunt u. stock- bzw. fingerfleckig, teilw. gering wasserrandig. Titel angestaubt, gelockert, u. mit kl. Riss die Bordüre berührend sowie zwei kl. Löchern im weißen Rand. Einzelne Seiten mit Eintrag römischer Zahlen von alter Hand im Fußsteg. Letzte 2 Bll. mit hinterlegten Einrissen. Titel mit Besitzvermerk datiert 1710. - Zum Einband: Verziert mit Streicheisenlinien u. verschiedenen Einzelstempeln, darunter ein kreisrunder Namensstempel, kleines Wappen mit Blume u. Buchstaben "u" und "b", kleine freie Blüte, Triskele im Kreis.
First edition of this collection of famous sermons, edited by J. Otther. Title with large woodcut surrounded by a woodcut title border, 3 (1 rep.) woodcuts in text and 1 repeated woodcut initial, all by Urs Graf. - Slightly browned and stained, minor waterstaining in places. Title dusty, loose, with a small tear touching the border and two small holes to white margin. Individual pages with Roman numerals written by an old hand in the lower margin. Last two leaves with backed tears. Ownership inscription to title, dated 1710. Contemporary blind-tooled pigskin over wooden boards; rubbed and somewhat bumped, hinges cracked but holding, clasps removed.
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(Giannotti/Kellner), Venedig
(Giannotti, D.). Respublica. Das ist: Warhaffte eigentliche und kurtze Beschreibung der herrlichen und weitberümpten Statt Venedig, mit gründtlicher erholung ihres Ursprungs ... auch, wie sie sich von Anfang biß auff gegenwärtige zeit unzertheilt in Einigkeit erhalten hat, und noch erhelt. Sampt angehengter fernerer glaubwirdiger Vermeldung, was sich bey eines jeden Hertzogen Leben und Regierung denckwirdig zugetragen und verlauffen hat (von H. Kellner). 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, S. Feyerabend, 1574. Fol. (32:22 cm). Mit 2 gleichen Titelholzschn. (einmal im Text wiederholt), 1 Druckermarke u. 94 Textholzschn. von J. Amman (einige wiederholt). 4 nn. (l.w.), 56 num., 2 w.; 4 nn. (l.w.), 140 num., 6 nn. (l.w.) Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 1 (von 2) Schließen, fleckig u. berieben, vorderes Außengelenk oben eingerissen.
VD 16, K 695 (unter Kellner); Adams K 11; Lipperheide Jba 3 (beide nur Kellner); Becker, Amman 18a; New Hollstein, Amman book illustr. 106 & 105. - Die italienische Originalausgabe von Giannottis Beschreibung von Venedig erschien erstmals 1540, die erste deutsche Ausgabe 1557. Beigefügt in dieser Ausgabe die kurz zuvor fertiggestellte "Chronica das ist Warhaffte ... Beschreibung, aller Hertzogen zu Venedig Leben (etc.)" mit eigenem Titel und den Dogenporträts Ammans, von Heinrich Kellner aus verschiedenen italienischen Werken kompiliert und übersetzt; laut Feyerabend beigefügt, "damit es einer beieinander hette" (Respublica A3v). Kellners "Chronica" wie meist vorgebunden. - Insgesamt gebräunt u. im Kopfsteg schwach wasserfleckig; Wappen tlw. ankoloriert, erste Lage neu eingeheftet u. im Bund verstärkt, Titel unten angerändert.
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Goclenius, De luxu convivali nostri seculi
Goclenius, R. De luxu convivali nostri seculi, ganeaeque artificibus, origine, auctoribus & asseclis, Oratio. Marburg, W. Ketzel, 1607. (16:10 cm). 126 S., 2 weiße Bll. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel; angestaubt, etwas fleckig, Rücken mit Einrissen.
VD 17 1:076788G (3 Standorte); Hayn, Bibl. Monacensis 266. - Sehr selten. Zweite Ausgabe. Rudolf Goclenius der Jüngere (1572-1621) war Professor an der Universität Marburg und gräflich-isenburgischer Leibarzt in Büdingen. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, stellenweise braunfleckig. Etwas wasserrandig. S. 7 mit ergänztem Randabriss. Freies Vorsatz mit altem Besitzvermerk. Titel verso mit Stempel Kloster Maria Laach. - Angebunden: (F. Vegetus Renatus. De re militari. Libri Quatuor. Köln, M. Cholinus, 1580). Fragment. S. 1-320. - VD 16, V 464.
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Goldast von Haiminsfeld, Alamannicarum
Goldast von Haiminsfeld, M. Alamannicarum rerum scriptores aliquot vetusti. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Richter bzw. Saur (Tl. 3), 1606. Fol. (30,5:20 cm). Mit 3 Holzschnitt-Titelvignetten. 4 Bll., 396 S., 13 Bll.; 4 Bll., 199 S., 2 Bll; 12 Bll, 224 S., 3 Bll. Späterer Hldr. mit Rsch., reicher Rvg. u. goldgepr. Wappensupralibros des Max von Preysing-Lichtenegg; etwas berieben u. bestoßen, Vordergelenk mit kl. Wurmspur, Buchblock angebrochen.
Dünnhaupt 1657, 11.1; Graesse III, 107; DW 1249; ADB IX, 329. - Erste Ausgabe. "Umfassende Kompilation schwäbischer, schweizerischer und elsässischer Quellen des Mittelalters, vornehmlich aus St. Gallen, darunter die Erstdrucke der Vita Sanctae Wiboradae sowie der Keronischen Glossen, einem lat.-dt. Glossar des 8. Jhs., ferner mehrere Erstdrucke historischer Schriften des Joachim von Watt" (D.). - Gebräunt u. fleckig, Bl. 2 fast lose. Titel mit hs. Besitzvermerk Max v. Preysing u. Stempel Waldemar Sensburg, vorderes freies Vorsatzpapier mit dessen Namenszug (datiert 1902) sowie mit durchgestrichenem Stempel.
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Goltzius, Keyserische Chronick + Beiband
Goltzius, H. Keyserische Chronick Darinne Warhaffte eigentliche und kurtze Beschreibung aller desz heyligen Römischen Reich Keyser Leben unnd Regierung. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, P. Schmidt für S. Feyerabend, 1588. Fol. (36:23,5 cm). Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten, vielen Textholzschnitten von J. Amman und großer Holzschnitt-Druckermarke. 4 nn., 84 num., 2 nn. (d.l.w.); 2 nn., 136 (statt 137) num., 4 nn. Bll. - Vorgebunden: L. Guiccardini. Niderlands Beschreibung in welcher aller darinn begriffnen Landtschafften, Fürstenthumben... Ursprung und Auffgang eigentlich erklärt wirt ... verteutschet durch Danielen Federmann von Memmingen. Frankfurt, P. Schmidt für S. Feyerabend, 1582. Fol. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 219 S., 6 Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit goldgepr. Wappensupralibros "Issac Phendler" u. goldgepr. Rückenschild sowie 2 Messingschließen; etwas berieben u. bestoßen, angestaubt u. fleckig.
I. VD 16, G 2641; nicht bei Adams. - Enthält in Teil 2: Aulus Hirtius, Historische Beschreibung der Feldschlachten zu Alexandria, in Afrika und in Hispania. - Fehlt in Tl. 2 das Blatt 100 (Dd4). - II. VD 16 ZV 14130 (alt: G 4046) . - Erschienen als beigedrucktes Werk zu "Newe Chorographia und Histori teutscher Nation". Auf den vorderen Spiegel montiert eine gefaltete Kupferstichkarte von G. Mercator ("Belgii inferioris descriptio...), diese leicht knittrig, mit kurzem Randeinriss u. kl. Löchern. - Insgesamt etwas gebräunt u. stockfleckig. - Trotz der Flecken ein immer noch prächtiger Einband.
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Gregorius I., Secundus dyalogorum liber. 1505
Gregorius I., papa. Secundus dyalogorum liber de vita ac miraculis beatissimi Benedicti. Eiusdem Almi patris nostri Benedicti regula. Speculum Bernardi Abbatis casinensis de his ad que in professio nec obligatur monachus. 3 Tle. in 1 Bd. Vendig, L. Giunta, 1505. 16mo (10,5:7 cm). Mit Holzschn.-Druckermarke, 4 ganzs. Textholzschn., 3 figürl. Holzschn.-Bordüren u. 3 gr. figürl. u. einigen kleinen Initialen. 8 nn., 191 num. Bll. Prgt. d. 17. Jhs. über Holzdeckeln mit gepunztem Goldschnitt; fleckig u. berieben, Kanten teilweise beschabt, Schließen fehlen.
STC 314; Essling 529; Albareda, Bibliografia de la Regla Benedictina 26; Camerini, Annali dei Giunti 98; Sander 3270 mit Abb. 289-290. - Selten. Titel u. einige Textpassagen in Rot u. Schwarz gedruckt, überwiegend rubriziert. Die ganzseitigen Holzschnitte zeigen den thronenden Papst, der sein Buch einigen Geistlichen präsentiert, den Hl. Benedikt mit Placidus und Maurus, den lehrenden Hl. Benedikt (von Mönchen umgeben) und Georg, den Drachentöter. Angebunden 44 weiße Blätter. - Etwas wasserrandig, stellenweise leicht fleckig oder gebräunt, Titel randverstärkt, die Bordüren außen mit Bildverlust angeschnitten u. tls. etw. berieben, die Darstellung des hl. Georgs auf das 1. w. Bl. nach dem Text montiert.
Rare edition of the second book of the dialogues of pope Gregory I. With Giunta's woodcut fleur-de-lys device, 4 full-page woodcuts, 3 woodcut borders and 3 large woodcut initials. Partially printed in red and black, text mostly rubricated. Somewhat waterstained throughout, occasional spotting or browning, marginal reinforcement to title, ornamental borders trimmed with loss of image, depiction of St. George mounted onto white leaf after last page. 17th century vellum, some spotting and rubbing, edges slightly chafed, clasps missing.
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Gresemund, In septem artium liberalium dialogus. 1505
Gresemund, D. Iucundissimus in septem artium liberaliu(m) defensionem dialogus. Leipzig, J. Thanner, 1505. (20,5:14,5 cm). 22 Bll. Inkunabelpapierumschlag.
VD 16, ZV 7019 (nur Zwickau). - Erstmals Mainz 1494 als erster Teil in seinem Erstlingswerk 'Lucubratiunculae bonarum septem artium liberalium' erschienen. Dialog, in dem der Wert der sieben freien Künste diskutiert wird. Mit Widmungsbrief des Autors an Johannes Trithemius, Mainz 1. Januar 1494, Gedicht auf das Werk und Nachwort an den Leser. Dietrich Gresemund d.J. (1477-1512) war der bedeutendste Kopf des Mainzer Humanismus. Er bildete unbestritten den Mittelpunkt aller wissenschaftlichen und literarischen Bestrebungen in der Frühphase der Mainzer Universität und korrespondierte mit anderen Humanisten in ganz Mitteleuropa. - Leicht gebräunt u. stellenw. etwas stockfleckig; erste 2 Bll. mit Wasserfleck in der oberen Innenecke.
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Guigo, Statuta ordinis Cartusiensis. 1510
Guigo (prior Cartusiae). Statuta ordinis Cartusiensis a dom(i)no Guigone priore cartusie edita. 6 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Amerbach (mit Froben & J. Petri), 15. Jan. 1510. Fol. (33:23 cm). Mit 3 ganzseitigen, 2 halbseitigen Holzschnitten, und 33 kleinen Porträtholzschnitten, alles von Urs Graf. Durchgehend rubriziert, mit einigen eingemalten Initialen und zahlreichen Lombarden in Blau und Rot. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln; etwas fleckig u. bestoßen, Rückdeckel wurmstichig, später eingeprägter Rtit., Schließen u. 1 Hafte entfernt.
VD 16, G 4071; Adams G 1559; Isaac 14140; Muther 1285 u. Taf. 219; Hieronymus, Oberrhein. Buchillustr. II, 60. - Erste Ausgabe, nur für die Mitglieder des Karthäuserordens gedruckt. Die schönen Holzschnitte von Urs Graf zeigen: die Ordensgeschichte in 9 Bildern (ganzseit.); den Ordensstammbaum; Guilhelmus Rainaldi vor 8 Ordenbrüdern lehrend; Franciscus de Puteo (ganzseit.); den Ordensstammbaum umgeben von 17 kleinen Porträts der Päpste aus dem Kartäuserorden; 33 solcher Porträtholzschn. inkl. Wiederholungen im Text der "Privilegia". Die sechs Teile des Werkes sind wie folgt gebunden: 1. Statuta ordinis cartusiensis (wie Haupttitel oben). 26 (l.w.) nn. Bll. - 2. Statuta antiqua. 106 nn. Bll. - 3. Statuta nova (des Franciscus de Puteo). 26 nn. Bll. - 4. Tertia compilatio statutorum. 28 nn. Bll. - 5. Repertorium. 66 nn. Bll. - 6. Privilegia. 10 nn., 50 num. Bll. - Schwach gebräunt, vereinzelt gering fleckig. Zu Beginn kaum, gegen Ende etwas stärker wurmstichig. Die blaue Farbe der Initialen u. Lombarden etwas oxidiert, vereinzelt abgeplatzt oder mit Papierduchbruch, die erste Initiale auf Blatt A4r vollständig abgeplatzt, dort und am vorangehenden Blatt A3 mit Papierausbrüchen mit etwas Buchstabenverlust. - Zum wohl süddeutschen (Ulm?) Einband in spätgotischem Stil mit Streicheisenlinien und 2 wiederholten Stempeln: Doppeladler mit Nimben im Kreis Ø 30mm und fünfblättrige Blüte im Kreis Ø 14mm vgl. EBDB s026126 u. s020597. Zahlr. alte Blattweiser. - Provenienz: aus der Bibliothek der Sammlerin Ida Schoeller (1863-1917) mit ihrem Exlibris, die 1921 durch J. Baer in Frankfurt versteigert wurde. - Reiss & Auvermann, Auktion 12 (1976), Los 4267 - Europäischer Privatbesitz.
First edition, 6 parts in 1 vol. With 5 large and 33 smaller woodcuts by Urs Graf, rubricated, some initials and numerous lombardic capitals supplied in blue and red. - Slightly browned, scattered minor staining. Hardly any wormholes at the beginning, heavier towards the end. The blue colour of the initials and Lombardic letters is somewhat oxidised, scattered flaking or paper breakage, the first initial on leaf A4r completely flaked off, there and on the preceding leaf A3 with paper breakage and some loss of letters. Bound in blindstamped pigskin over wooden boards probably from Southern Germany; somewhat stained, partly worn at extremities, some woming mainly to rear cover, later embossed title to spine, clasps and one catch removed.
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(Guigo), Privilegia ordinis Cartusiensis. 1510
(Guigo, prior Cartusiae. - Privilegia ordinis Cartusiensis, et multiplex confirmatio eiusdem). Basel, (J. Amerbach), 1510. Fol. (31,:21 cm). Mit 33 teilw. wiederh. kl. altkol. Porträtholzschnitten von Urs Graf. Rubriziert, zahlr. rot eingemalte Lombarden. 50 num. (ohne die 10 nn.) Bll. Hldr. d. 18. Jh. (= Statuta ordinis Cartusiensis, Tl. 6).
VD 16, G 4071; Hieronymus, Oberrh. Buchillustr. II, 60. - Erste Ausgabe. Letzter Teil des umfangreichen Regelwerks, nur für die Mitglieder des Karthäuserordens gedruckt. - Gebräunt, im Rand etwas wasser- und sporfleckig, kleine Ergänzungen in den Rändern des ersten u. letzten Blattes, wenige Anstreichungen u. Marginalien, Bl. 49 mit rasiertem Wort im Text. Fehlt der Zwischentitel und die 9 nn. Bll. oRR./Waf.
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Oracle of the Netherlands
Hadrian VI., Regulae
Hadrian VI. (Adrian von Utrecht), Papa. Regulae, ordinationes & constitutiones cancellariae. Köln, H. von Neuß, 1523. 4to (19,5:14,5 cm). Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 12 nn. Bll. Mod. Hprgt.
VD 16, K 330 (nur München); nicht bei Harthausen. - Sehr seltener Druck, der "Decima nona de Mensis Februarij" datiert ist. "Die letzten Drucke stammen aus dem Jahre 1522; wir wissen aber nicht, ob Heinrich von Neuß in diesem Jahre gestorben ist" (Harthausen S. 92). Ein gelehrter - nicht italienischer - Papst hatte den Beinamen "das Orakel der Niederlande" (Wikipedia), Erasmus gehörte zu den Teilnehmern an seinen Vorlesungen. Der Holzschnitt zeigt das Wappen Hadrians VI. - Leicht gebräunt; Titel mit Besitzvermerk von 1802.
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Mit seltenem Einblattdruck
Hamelmann, Oldenburgisch Chronicon + Beibände
Hamelmann, H. Oldenburgisch Chronicon. Das ist, Beschreibung der Löblichen Uhralten Grafen zu Oldenburg und Delmenhorst ... sampt ihres Stammens ersten Ankunfft, Thaten, Regierung, Leben und Ende. Oldenburg, W. Berendts Erben, 1599. Fol. (32:22 cm). Mit breiter gest. Titelbordüre, 1 doppelblattgr. Kupfertafel, 63 (5 ganzseit.) Textkupfern, ca. 50 Textholzschnitten u. 3 doppelblattgr. Stammtafeln. 43 Bll., 494 S., 8 Bll. (o.d.l.w.). - Angebunden: C. Spangenberg. Hennebergische Chronica. Der Uralten Löblichen Graven und Fürste(n) zu Henneberg, Genealogia, Stammenbaum und Historia ... gründliche Beschreibung. Straßburg, Jobin Erben, 1599. Fol. Mit 2 Wappenholzschn. (inkl. Titelholzschn.) u. Druckermarke. 4 Bll., 287 S., 10 (d.l.w.) Bll. - (S. Glaser.). Warhafftige Genealogia der gefürsten Grauen und Herrn zu Hennenberg ... bis auff das Jhar 1568. und die noch lebende Fürsten zu Hennenberg. Einblattdruck. O. O. ca. 1568. (88:38 cm). Mit Wappenholzschnitt. - J. Stumpff. Keyser Heinrychs des vierdten Hertzogen zu Francken und am Rhyn &c fünfftzigjärige Historia. Auß den alten waarhafften Latinischen Geschichtsschreybern fleyssig zusamen in Teütsche spraach gezogen. Zürich, C. Froschauer, 1556. Fol. Mit Druckermarke a. d. Titel u. 104 Textholzschnitten. 10 nn., 137 num. Bll. (o.d.l.w.). Späterer Hschweinsldr., etwas berieben, Rücken etwas wurmstichig, Innengelenke u. Vorsätze mit stärkeren Wurmspuren.
I. VD 16, H 407; Adams H 30; Schottenloher 31933a; Lipperheide Da 10. - Erste Ausgabe, zugleich der zweite von zwei Drucken der einzigen Oldenburger Offizin im 16. Jahrhundert (der andere Druck, ein niederdeutscher Katechismus, ist nur noch in einem Exemplar bekannt). Die schönen Kupfer mit Porträt Hamelmanns, einer Darstellung des Oldenburger Wunderhorns und Porträts der Oldenburger Grafen und ihrer Gemahlinnen mit den Wappen, darunter auch ein lebensechtes Jugendbildnis Graf Anthon Günthers. Dazu die doppelblattgroße Kupfertafel mit der Vogelschauansicht von Oldenburg von Pieter Bast von 1598 (Eckhardt-Elerd-Gäßler 11: "die älteste detaillierte Darstellung der Stadt Oldenburg" ). Merians Vogelschauansicht von 1647 ist eine Kopie der vorliegenden. Unter den Holzschnitten, meist Siegel, Münzen, Kriegsereignisse usw., eine blattgroße Ansicht Oldenburgs (E.-E.-G. 13) sowie die älteste gedruckte Ansicht Kopenhagens (S. 337), die während der Belagerung der Stadt in der Grafenfehde (1536/37) gezeichnet wurde. - II. VD 16, S 7587; Muller 604, 40; Pfeiffer 20549. - Erste Ausgabe. Wichtiges Quellenwerk zur Geschichte des fränkisch-thüringischen Raumes, entstanden unter dem Patronat Ernsts von Mansfeld. - III. Sehr seltener Einblattdruck, von dem wir ein digitalisiertes Exemplar im Staatsarchiv Meiningen finden konnten. Mit Wappenholzschnitt, Widmungsgedicht von Sebastian Glaser und Gedicht von O. Marolt. 1593 erschien der Stammbaum (fortgeführt bis 1583) noch einmal als Einblattdruck bei Michael Schmuck in Schmalkalden. Abgedruckt sind die Daten in 'Rapsodiae sive Chronicon Hennebergicum' (1755), S. 188ff. (u. vgl. Vorbericht). - IV. VD 16, S 9869; Leeman-van Elck S. 122 u. Abb. 73; Feller-Bonjour 185. - Erste Ausgabe, selten. "Eine Monographie, die den Schaden des Papsttums zeigen sollte" (Feller-B.). Die Holzschnitte von V. Solis und H. Asper sind, bis auf einen neuen von J. Murer (Heinrich in Canossa), Wiederverwendungen aus Stumpfs Schweizer Chronik von 1548. - Insgesamt im Kopfsteg meist etwas wasserfleckig, sonst nur vereinzelt etwas fleckig oder mit alten Marginalien u. Unterstreichungen; (I) u. (II). etwas gebräunt; letzte Bll. von (IV) etwas wurmstichig; Titel von (I) etwas stärker gebräunt, mit leichten Wurmspuren, auch in der Bordüre. Der Einblattdruck (III) im Rand etwas geknittert sowie mit kurzem Einriss bis in den Text. - Titel mit Besitzvermerk von Johann Peter Haintzel von Degerstein (1572-1608; "Hanns Peter Hainzel von Degerstein") von 1603. Die Bibliothek des Augsburger Patriziers kam 1640 an Herzog August II. von Braunschweig-Wolfenbüttel.
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Hertzog, Chronicon Alsatiae
Hertzog, B. Chronicon Alsatiae. Edelsasser Chronick unnd außfürliche beschreibung des untern Elsasses am Rheinstrom, auch desselben fürnemmer Stätt. Als auch gehabter Landgraffen, Bischoffen, Graff und Herrschafften, Adenlicher, und Burgerlicher Geschlechter, jhrer Genealogien, Wappen und Cleinodien. 5 Tle. in 1 Bd. Straßburg, B. Jobin, 1592. Fol. (34:22 cm). Mit 1 altkol. doppelblattgr. Holzschnitt-Tafel u. zahlr. Wappenholzschnitten im Text, teilw. altkol. 8 Bll., 155, 239, 131, 312, 231 (statt 233) S., 3 Bll. (d.l.w.). - Angebunden: C. A. Curio. Saracenische Geschichte und schröckliche Kriegsrüstung. In das Teutsch gebracht durch N. Höniger von Tauber Königshofen. Basel, S. Henricpetri, 1580. Mit 10 (5 doppelblattgr.) Textholzschnitten u. Druckermarke. 10 Bll., 215 S. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln; berieben, Bezugsdefekte, Ausschnitt am Vorderdeckel, Schließen u. Messingbeschläge im Stil d. Zt. erneuert.
I. VD 16, H 2659; Muller 598, 225 (= Ritter 1162); Wegele 398 f.; Barth 22019. - Einzige Ausgabe des wichtigen Quellenwerkes. "In 10 Bücher eingeteilt, von welchen die beiden ersten die Kaisergeschichte bis auf Rudolph II. behandeln, die übrigen acht die Geschichte bzw. die Beschreibung des untern Elsasses. Der stoffliche Wert seiner Chronik besteht in originalen Nachrichten über die adligen und bürgerlichen Geschlechter des untern Elsaß und dergl." (ADB XII, 251). - Mit der häufig fehlenden Holzschnitt-Tafel, deren Kolorit 1786 datiert ist u. mit dem der Wappen im Text gleichzeitig sein dürfte. Im Innendeckel 1787 dat. Besitzvermerk J. M. Lassberg, wohl der Vater des Bibliophilen; von dessen Hand dort einige bibliograph. Vermerke, u. a. eine mutmaßl. Zuschreibung der Holzschn. an Stimmer. Auf dem Titelbl. gestrich. durchschlagender Besitzvermerk Quirinus Weck ex liberali donazione praenob. Dominae Appoll. Kunigundae Zandt a Merebg. (?) 1649". Im Text zahlr. Marginalien von verschied. Händen, auch derjenigen Joseph v. Laßbergs. - Teilw. stärker gebräunt u. braunfleckig, besonders am Kopf. Es fehlt im 5. Teil das Bl. Cc5 (S. 33f.). - II. VD 16, C 6414; Göllner 1720; vgl. Blackmer 431. - Erste deutsche Ausgabe. Sammelwerk zur Geschichte der Islamischen Völker einschließl. der Türkenkriege. "First printed at Basle in 1567. Also included in this work is Curio's account of the Moorish kingdom of Mauritania, his brother's account of the siege of Malta and Drechsler's chronicle of the Saracens and Turks" (Blackmer). Mit doppelblattgr. Karten von Arabien, Palästina u. Afrika sowie Ansichten von Konstantinopel u. Kairo. - Etwas gebräunt, fast durchgehender Wasserrand, einige alte hs. Marginalien. Auf dem rückwärtigen Vorsatz spielerischer Vermerk "Jos: L(iber) B(ar)on de Lassberg 1785".
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Homer, Odyssea des Kriechischen Fürstens Ulyssis
Homer. Odyssea, Das seind die aller zierlichsten und lustigsten vier vnd zwaintzig bücher des eltisten kunstreichesten Vatters aller Poeten Homeri, von der zehen järigen irrfart des weltweisen Kriechischen Fürstens Ulyssis, beschriben, unnd erst durch Maister Simon Schaidenreisser, genant Minervium, diser zeit der Fürstlichen statt München stattschreiber, mit fleiß zu Teütsch tranßferiert, ... auch mit beschreibung des lebens Homeri gemeret, nit unlustig zulesen. (Augsburg, A. Weissenhorn, 1537 oder 1538). Fol. (30:20,5 cm). Mit Titelholzschnitt und 17 (statt 18) großen Textholzschnitten. 5 (statt 6) nn., 100 (statt 102) röm. num. Bll. Pp. d. 19. Jh. mit Rsch.; berieben, Kanten beschabt.
VD 16, H 4708 oder H 4709; Goed. II, 319, 3. - Erste deutsche Übersetzung. Selten. Auf Grund einer Beschädigung des Titelblatts ist nicht zu ermitteln, ob es sich bei dem vorliegenden Exemplar um den ersten Druck (1537) oder den zweiten Druck (1538), beide bei Weissenhorn handelt, da außer dem Druckjahr bislang keine weiteren Unterschiede im Druckbild der beiden Drucke bekannt sind. Der Übersetzer Simon Schaidenreisser (um 1497-1572) studierte in Wittenberg und Basel und war in München als Rektor der späteren Lateinschule, Stadtpoet, Stadt- und Gerichtsschreiber tätig. "Schaidenreißer verdient ein bleibendes Andenken in der Geschichte der Litteratur als erster deutscher Uebersetzer der Odyssee... Die Uebersetzung ist in Prosa gehalten, nur hie und da sind deutsche Reime mit eingewoben. Die naive Sprache hat einen eigenthümlichen Reiz" (ADB XXX, 552). - Gebräunt, gering finger- und braunfleckig. Im Rand teilw. leicht wasserfleckig und mit 1-3 kl. Wurmlöchern mit gelegentlicher Berührung der gedruckten Marginalien. Vereinzelte hs. Marginalien in Tinte oder Bleistift. Titelblatt mit großem Ausriss mit etwas Bildverlust, nahezu vollständigem Verlust des Impressums und etwas Textverlust verso, letztes Bl. mit kl. Ergänzungen im Bundsteg. Vorsatz mit Einriss, Resten eines späteren Wappenexlibris u. mont. Katalogeintrag für ein anderes Expl. Es fehlen das letzte Blatt der Vorstücke sowie die röm. num. Blätter 1 (mit Holzschn.) und 18, dort je 1 leeres Blatt aus Papier des 19. Jh. eingebunden.
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Hondorff, Calendarium historicum + Beibd.
Hondorff, A. Calendarium historicum Oder der Heiligen Marterer Historien, so von Anfang der Welt, biß auff unsere letzte zeiten. Frankfurt, P. Schmidt für J. Feyerabend, 1575. Fol. (33,5:24 cm). Mit 12 Textholzschnitten. - Angebunden: A. Saur. Diarium Historicum, Das ist: Ein besondere tägliche Hauß und Kirchen Chronica. Ebenda, N. Basse, 1582. Mit Holschnitt-Druckermarke, Wappenholzschnitt und 12 Monatsholzschnitten. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln; angestaubt, fleckig, berieben u. bestoßen, Rücken eingefärbt, Schließen entfernt.
I. VD 16, H 4724. - II. VD16, S 1900. - Seltene Chronik des Juristen Abraham Saur, der am fürstl. hessischen Hofgericht zu Marburg wirkte. Die hübschen Monatsholzschnitte von Bordüren eingefasst. - Insgesamt gebräunt u. teilw. stockfleckig, gelgentlich gering wasserrandig, einige Bll. mit Randläsuren, ein Bl. mit geklebtem Einriss. Vorderes freies Vorsatzblatt lose, hinteres teilw. ausgerissen. Mit Schenkungs- und Besitzvermerken auf Spiegel u. freiem Vorsatzblatt datiert 1662, hinterer Spiegel mit Kaufvermerk datiert 1585.
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Key Figure in the Trial Against Reuchlin
Hoogstraten, Ad reverendissimum Bernardinum. 1511
Hoogstraten, J. van. Ad revere(n)dissimu(m) d(omi)n(u)m) Bernardinu(m) .. Cardinale(m) Dycon(is) tituli sancte Crucis Editio tertia ab eximio ... in defensione(m) p(ri)cipum Almanie (com)pilata. (Con)tra Petru(m) Rave(n)nate(m). Köln, (H. Quentel Erben), 1511. 4to (20,5:14,5 cm). 16 Bll. Neuerer Hprgt.
VD 16, H 4802; vgl. NDB IX, 605f. (unter Hoogstraeten). - Erste Ausgabe. Eine der Schriften Hoogstratens gegen Pietro Tomasi aus Ravenna, der die Praxis des Strafvollzugs, die durch den Strang Hingerichteten eine Zeitlang hängen zu lassen und nicht sofort zu beerdigen, kritisiert hatte. Auf dem letzten Bl. verso: "Protectoriu(m) principu(m) Alemanie de maleficis no(n) sepelie(n)dis con(n)tra Ravennatem". Hoogstraten war Inquisitor von Mainz, Köln und Trier und spielte eine wichtige Rolle im Prozess gegen Johannes Reuchlin; er gehörte zu denen, die in den Dunkelmännerbriefen verspottet wurden. Der Druck wurde früher auch H. von Neuß zugeschrieben, vgl. Harthausen IX, 2. - Gebräunt, im Kopfsteg wasserrandig.
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Irenäus, Spiegel der Hellen
Irenäus, C. Spiegel der Hellen und Zustand der Verdampten. Auss Gottes Wort, der Veter und D. Luthers Schrifften, mit schrecklichen Exempeln erklert und fürgestelt, zur Warnung allen Gottlosen und Epicurern, wes Standes und Landes sie sind. (Oberursel, N. Henricus), 1581. 4to (21:16,5 cm). 28 nn., 348 num. Bll. Ldr. d. Zt. mit Rollenblindprägung signiert "NP" über Holzdeckeln; Kanten u. Rückdeckel mit Fehlstellen, Rücken u. Gelenke mit Wurmspuren, vorderes Außengelenk mit Einriss, ohne die Schließen.
VD 16, I 297; Kopp 171. - Erste Ausgabe. - Gebräunt u. teilw. etwas wasserrandig u. fleckig, erste Lagen mit kl. Randläsuren, Spiegel sowie erste u. letzte Bll. im Rand mit Wurmspuren, Titel u. Spiegel mit alten hs. Besitzvermerken u. Stempel, 1 Bl. mit Randeinriss bis in den Text. - Der Einband mit Monogramm des Meisters NP, den Haebler im Süden u. Westen Deutschlands verortet (vgl. Haebler I, S. 337-356).
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Jacobus Magdalius, Stichologia gaudensis. 1503
Jacobus Magdalius. Stichologia gaudensis. Enchiridion poetarum. (Köln), H. Quentel, 1503. 4to (20:15 cm). 52 nn. Bll. Mod. Bibl.-Lwd.
VD 16, J 133. - Erste Ausgabe. Anleitung zur Dichtkunst, überwiegend mit Metrikproblemen beschäftigend, verfasst von dem aus Gouda stammenden Dominikaner, Dichter und exegetischen Schriftsteller. Am Schluss beim Neubinden über 30 w. Bll. nachgebunden. - Gering gebräunt bzw. fleckig. Vorsätze mit amerikan. Bibl.-Etiketten, Bl. E3 recto mit Stempel der General Theological Seminary Library.
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Johannes Chrysostomus, Opera. Venedig 1503 (EA). 2 Bde.
Johannes Chrysostomus. Opera. Bd. 1: Accipe candidissime lector opera Diui Joannis chrisostomi archiepiscopi constantinopolitani. Bd. 2: Que in secundo volumine continentur. 6 Tle. in 2 Bänden. Venedig, B. Stagnino & G. de Gregori, 1503. Fol. (32:21 cm). Mit einigen teils größeren und historisierten Holzschn.-Initialen u. einer Druckermarke (Kristeller 227). 10 nn., 62 num., 104 (recte 102) num., 140 num. Bll.; 16 nn., 184 num., 117 num. (o.d.l.w.), 168 (recte 169) num. Bll., 1 w. Bl. Blindgepr. rote Kalbldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 4 u. 1 (von 4) Schließen; stark bestoßen u. berieben, stellenweise beschabt, etwas wurmstichig, Bd. 2 Rücken u. untere Ecke des Rückdeckels modern ergänzt u. mit altem Papierschildchen.
EDIT 16, CNCE 33769; Graesse II, 151 ("édition très rare"). - Erste Gesamtausgabe. Sehr seltene Ausgabe der Werke des Heiligen Johannes Chrysostomus. Die Anbringungen der Schließen an Kopf- u. Fußschnitt sowie Stil der Prägung weisen auf einen zeitgenössischen norditalienischen Einband hin. Auf beiden Einbänden äußerer Rahmen aus einer Blattrankenrolle, innerer Rahmen aus aneinandergereihten kreuzförmigen Stäbchen bzw. geschweiften Vierecken mit Blüte, die Mittelfelder zeigen jeweils ein großes, auf einem Berg stehendes Kreuz, gebildet aus den geschweiften Vierecken bzw. aus den Kreuzstäbchen. - Stellenweise schwach bis stärker gebräunt oder fleckig, wenige Bll. mit leichten Feuchtigkeitsflecken, teilweise etwas wasserwellig, das letzte Bl. des 1. Bds. im Bug eingerissen, einzelne Bll. mit kl. Läsuren im Rand, teilweise etwas wurmstichig, einige sehr sorgfältig ausgeführte Marginalien u. Unterstreichungen von alter Hand.
Rare first edition of St. John Chrysostom's collected works in 2 volumes. - Occasional browning and spotting, minor dampstaining to few leaves, slight warping in parts, scattered marginal fraying, closed tear near gutter to last leaf of vol. 1, touching text. Bound in contemp. (Italian?) blind-stamped calf over wooden boards, somewhat rubbed and bumped, some abrasions and worming, vol. 2 spine and 1 edge restored, vol. 1 missing 3 clasps.
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Johannes Chrysostomus, Opera. Paris 1536. 3 Bände.
Johannes Chrysostomus. Opera, quatenus in hunc diem latio donata noscuntur... Paris, C. Chevallon, 1536. 5 in 3 Bdn. Fol. (37:27 cm). Mit zahlreichen figürlichen Hozschn.-Initialen. 14, 214; 348; 243 (o.d.l.w.); 482; 372, 144 nn. Bll. Uniforme Ldr. des 17./18. Jh. mit goldgepr. Rsch. u. reicher Rvg.; etwas berieben, bestoßen, teils beschabt, wenige Wurmlöcher, Bd. 3 an den Ecken nachträglich verstärkt.
BP16_108216; Moreau-Renouard V, 209; USTC 147132. - Erste Pariser Gesamtausgabe. Sehr selten. Im Rahmen unserer Recherche konnten wir kein Exemplar in Deutschland nachweisen. Der Text besteht weitestgehend aus Überarbeitungen der Teilübersetzung der "Missa sancti Ioannis Chrysostomi" durch Erasmus und Germain de Bries Übersetzung in der Basler Gesamtausgabe von 1530 bei Froben u. Herwagen. Alle Teile beginnen mit einem eigenen Titel. - Insgesamt gering gebräunt und etwas stockfleckig, stellenweise stärker, vereinzelt mit kl. Wurmspuren im Rand u. kl. Feuchtigkeitsflecken, überwiegend außerhalb des Satzspiegels, Bd. 4 minimal sporenfleckig; die Titelbll. mit Bibliotheksstempeln der Klosterbibliothek St. Andreae und des Jesuitenordens sowie hs. Geschenkvermerk an die Konventsbibliothek in Salzburg; das Titelbl. zu Bd. 4 unten mit ergänztem Eckausriss, Titelbl. des Index seitlich ergänzt.
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Josephus, Alle Bücher
Josephus, Flavius. Alle Bücher. Nämlich zwentzig von den alten geschichten der Juden. Syben vom Jüdischen krieg, und Zerstörung Hierusalem. Zwey wider Appionem Grammaticum (etc.). 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, S. Emmel, 1561. Fol. (34:23 cm). 12 nn., 356 röm. num., 18 nn. Bll.; 12 nn., 171 röm. num., 8 nn. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, fleckig u. berieben, Bezug an Kanten u. Rücken tlw. aufgeplatzt, vordere Vorsätze mit einigen Wurmspuren, ohne die Schließen.
VD 16, J 975; Muller 460, 62; Goed. II, 319, 5; Fürst II, 122. - Gesamtausgabe der Werke des Josephus in der deutschen Übersetzung Caspar Hedios, die 1531 erstmals erschien. Der erste Teil enthält die Jüdische Geschichte, der zweite den Jüdischen Krieg und kleine Schriften. - Etwas wasserrandig u. vereinzelt etwas fleckig; Bl. 124 der zweiten Foliierung ein Stück vom Rand mit der Blattzahl ausgerissen, aber vorhanden; Titel mit Besitzvermerk eines Klosters.
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Josephus, Historien und Bücher. 1581
Josephus, Flavius. Historien und Bücher: Von alten Jüdischen Geschichten, zwentzig, sampt einem von seinem Leben: Vom Jüdischen Krieg (etc.) Alles auß dem ursprünglichen Griechischen Exemplar ... verteutscht (von J. Spreng u. Z. Münzer). 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, J. u. S. Feyerabend, 1581. Fol. (32,5:23 cm). Mit breiter Holzschnitt-Titelbordüre, Druckermarke u. zahlr. Textholzschnitten von J. Amman. 5 nn. Bll. (o.d.l.w.), 348 num., 14 nn. (l.w.); 177 num., 8 nn. Bll. (o.d.l.w.). Ldr. d. Zt., beschabt, Rücken oben mit Fehlstellen, vorderer freier Vorsatz mit langem Einriss.
VD 16, ZV 8758; Goed. II, 319, 5; Becker 14e; nicht bei New Hollstein, Amman Book illustrations (vgl. 58 zur Ausgabe 1569). - Diese Übersetzung erschien erstmals 1569. Die Weltkarte (Bl. 176r) ist ein Abdruck von "Daniel's Dream Map". - Etwas wasserrandig; bis Bl. 12 tlw. mit hinterlegten Randläsuren, stellenw. mit Verlust an den gedruckten Marginalien; vereinzelt im Kopfsteg mit Randläsuren, Tl. 2, Bl. 100 mit geringem Textverlust im Kolumnentitel u. der 1. Textzeile, Bl. 110 mit Verlust im Kolumnentitel; Titel mit 2 gestrichenen Besitzvermerken, Bordüre seitlich angeschnitten.
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Josephus, Historien
Josephus, Flavius. Historien und Bücher: Von alten Jüdischen Geschichten, zwentzig, sambt eynem von seinem Leben: Vom Jüdischen Krieg, sieben: Von der Juden altem Herkommen wider Apionem Grammaticum, zwey: Von Meysterschafft der Vernunfft, und der Machabeer Marter, eyns. Alles aus dem Griechischen verteutscht (durch K. Lautenbach). Straßburg, T. Rihel, 1590. Fol. (33,5:24 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre, Druckermarke u. 111 Textholzschnitten (inkl. einiger Wiederholungen) von T. Stimmer. 6 nn., 524 num., 20 nn. Bll. - Angebunden: Hegesippus. Fünff Bücher: Vom Jüdischen krieg, und endlicher zerstörung der ... Statt Jerusalem. Aus dem Latein verteutschet (von K. Lautenbach). Ebenso. Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. 21 Textholzschnitten von T. Stimmer. 6 nn., 118 num., 5 nn. Bll. (o.d.l.w.). Gefärbter Prgt. d. Zt. mit weit übergreifendem blindgepr. Schweinslederrücken, Vorderdeckel mit Goldprägung "Philippus Christophorus a Masbac" (oben) u. SBHF 1607 (unten), berieben u. stärker bestoßen, Bindebänder entfernt.
VD 16, ZV 17562; Muller III, 550, 89; Goed. II, 319, 5. - Wohl siebte Straßburger Ausgabe der Lautenbach'schen Übersetzung, wie stets mit dem Hegesipp, der keinen eigenen Druckvermerk hat, zusammengedruckt. Die schönen Holzschnitte Tobias' Stimmers, größtenteils von C. van Sichem u. St.'s Bruder Hans Christoffel ausgeführt, gehören "zu den schönsten Erzeugnissen der deutschen Formschneidekunst der 2. Hälfte d. 16. Jhdts." (Thieme-B. 32, 59). - Gebräunt, teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, Titel u. einige Bll. zu Beginn stärker betroffen. Titel mit restauriertem Randausriss. Titel u. erstes Bl. mit entferntem Stempel, Titel recto mit hs. Eintrag datiert 1929. Freies Vorsatz mit Stempel eines Klosters. Vorderer Spiegel mit alten hs. Besitzvermerken.
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Victor von Karben, Opus aureum. Köln 1509
Judaica. - Victor von Karben. Op(us) aureum ac novum ... in quo o(mn)es iudeoru(m) errores manifestantur qui hacten(us) nobis ignoti fuere. Köln, H. von Neuß, 1509. 4to (20,5:14,5 cm). Mit 3 blattgr. (2 gleichen) u. 1 kleinen Textholzschnitt. 76 nn. Bll. Mod. brauner Maroquinband, Vorsätze leimschattig.
VD 16, V 969; Harthausen 15. - Erste Ausgabe, selten. Antijüdische Polemik. Der ehemalige Rabbiner Victor von Karben (1422/23-1515) trat mit 50 Jahren zum Christentum über und wurde bald darauf Priester in Köln. In der Kontroverse zwischen Reuchlin und Pfefferkorn über Beschlagnahme und Vernichtung von jüdischen Schriften wurde er in die von Kaiser Maximilian eingesetzte Untersuchungskommission berufen. Das Lobgedicht auf dem Titel stammt von Ortwin Gratius, dem Adressaten der "Dunkelmännerbriefe". Die blattgroßen Holzschnitte zeigen Maria mit dem Kind und einem Beter (dieser Holzschnitt auf dem Schlussbl. wiederholt) sowie einen Weinstock, einen Esel und ein Eselfohlen (nach Genesis 49). Vorliegend Variante, in der stattt der zwei zusammengefügten Metallschnitte auf Bl. H1 verso ein auf der Seite liegender Wappenholzschnitt eingedruckt ist; Harthausen beschreibt ein weiteres solches Exemplar. - Stellenw. leicht fleckig; Schlussbl. mit kleinem restauriertem Riss im Bundsteg; Titel mit Blattweiserrest. Auf dem letzten Bl. verso von alter Hand: "Jo(hann)es reuchlin" (wohl als eine Art Kustode innerhalb eines Sammelbandes).
First edition, scarce. Anti-Jewish tract by a former rabbi. With 2 full-page woodcuts (1 repeated), variant with a small woodcut instead of 2 small metal cuts. - Slight staining here and there, restored marginal tear to last leaf. Recent brown morocco, endpapers glue-shadowed.
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Justinus, Historici clarissimi in Trogi Pompeij. 1526
Justinus, M. J. Historici clarissimi in Trogi Pompeij historias libri quadragintaquatuor. Basel, A. Cratander, 1526. (16,5:11,5 cm). Mit alt ankol. Holzschnitt-Druckermarke u. einigen Holzschnitt-Initialen. 4 Bll., 371 S., 20 Bll. Blindgepr. Prgt. d. Zt. über Holzdeckeln mit alt übermaltem Rücken, hs. Rtitel u. 2 Schließen; berieben, angestaubt u. etwas fleckig, vordere Vorsätze mit kl. Wurmspuren.
VD 16, T 2050. - Selten. Von Justinus bearbeitete u. gekürzte Fassung der Universalgeschichte des Pompeius Trogus. - Leicht gebräunt, stellenw. etwas fleckig, mit zahlreichen Marginalien von alter Hand, Titel u. vordere Vorsätze mit alten Besitzvermerken.
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Almanach für 1509. Einblattdruck
Kalender. - Anno salutis nostre. Millesimo quinge(n)tesimonono. Primus post bisextum ... Almanach Conradi de Nuremberga m(a)g(ist)ri Erfordensis. Einblattdruck (Fragment). (Nürnberg, H. Weyssenburger? 1508). Mit 2 Holzschnitten. In Rot u. Schwarz gedruckt. Blattgr. noch ca. 40,5:28,5 cm.
Von uns nicht nachgewiesener Kalender. Die BSB München verwahrt einen Kalender für 1507 mit ähnlichem Titel (Einbl.Kal. 1506 g; unter Tockler), gedruckt bei Weyssenburger, den wir mangels Digitalisat leider nicht vergleichen konnten. Die Holzschnitte zeigen die Geburt Jesu sowie die Anbetung der Könige. Die Monate sind in drei Spalten angeordnet. Fast vollständig erhalten sind Januar/Februar, Mai/Juni und September/Oktober. Als Verfasser kommen Conrad Tockler oder Conrad Heinfogel in Frage, wobei der 1530 gestorbene Tockler, Professor der Medizin in Leipzig, offenbar in Leipzig den Magistergrad erreichte, nicht in Erfurt. - Gebräunt. Bild- u. etwas Textverlust durch Fehlstellen; an der rechten Seite mit leichtem Bild- u. Textverlust beschnitten, unten fehlt etwa die Hälfte des Blatts. oRR./Waf.
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Bauernkalender. Einblattdruck
Kalender. - (Bauernkalender). Anno M. D. X... Diser Kalender ist einem yegklichen wohl zuverste(hen, ober er schon) nicht lesen kan. Einblattdruck. Augsburg, H. Hofers Erben, (ca. 1580). Fol. Mit altkol. Holzschnitten. 2 Teile, unter Passepartout montiert.
Vgl. Strauss 429-432 u. Zinner 2983 (Kalender für 1581). - Typischer "Mandlkalender", der sich an ein des Lesens unkundiges oder nicht gewöhntes Publikum wandte. Hans Hofers Erben gaben den Kalender mindestens zwischen 1567 und 1590 in dieser Form heraus. - Mit Bild- u. Textverlust durch Fehlstellen, die leider auch das Jahr betreffen.
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Chemnitz, Bericht vom Calendario
Kalenderreform. - Chemnitz, M. Bericht vom newen Bäpstischen Gregoriano Calendario, an den Landgraffen zu Hessen, etc. O.O. 1584. 4to (19,5:15,5 cm). 4 Bll. Mod. Hprgt.
VD 16, C 2158 (nicht in München); Zinner 3131. - Gebräunt, erstes u. letztes Bl. im Bundsteg mit Archivband verbunden.
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Kurtzer Bericht von gemeinem Kalender
Kalenderreform. - Kurtzer Bericht, von gemeinem Kalender, woher er kommen, wie er mit der zeit verrückt, ob und wie er widerum(b) zuersetzen sey. Auff die neue Päpstliche Kalenders deformation (!). Gemehrt und widerum(b) gedruckt. Neustadt/Haardt, M. Harnisch, 1584. 4to (19,5:15,5 cm). 1 Bl., 38 S. Mod. Hprgt.
VD 16, K 2739 (nicht in München); vgl. Zinner 3080. - Erstmals im Vorjahr erschienen. Aus der zweiten Druckerei in Neustadt. - Vereinzelt etwas fleckig, wenige alte Unterstreichungen oder Marginalien.
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