Handschriften
(verkauft)
Ahnensaal in Hohenaschau
Epitomé Historica XII. Heroum
Hohenaschau. - Epitomé (graece) Historica XII. Heroum Ex Illustrissimâ familiâ D.D. â Preising, quorum Statuae elegantissimae in aulâ majore nobilissimi Castri in Hochenaschau aptissimâ serie visuenter collocatae. Deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1700. 4to. Blattgr. 20:16 cm, Schriftspiegel ca. 16:12 cm. Kursive in braunschwarzer Tinte. Mit 12 lavierten Fedezeichnungen. 34 tlw. beschriebene Bll. Lagen. Eingelegt in Papierdecke.
Gewidmet Johann Maximilian II. Franz Graf von Preysing (1642-1717), der 1672-1686 Schloss Hohenaschau umbauen und dabei auch den noch heute bestehenden Ahnensaal gestalten ließ. Dieser enthält 12 Gipsstatuen von bedeutenden Vertreten des Geschlechts Preysing, die hier in qualitätvollen lavierten Federzeichnungen dargestellt sind, dazu biographische Ausführungen. Am Ende unterzeichnet von "J. L. (?) â Croneckh" (Cronegg). - Beiliegt: Farbige Wappenmalerei, wohl des 18. Jh. 16,5:14 cm, auf einem größeren gefalteten Blatt. Dargestellt ein Allianzwappen, gemeint wohl Preysing-Freyberg.
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(verkauft)
Horae B.M.V. Flandern, um 1450
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Paris. Handschrift auf Pergament. Flandern, um 1450. Blattgr. 10,2:7,7 cm, Schriftspiegel 5,8:4,4 cm. 14 (Kalendar bis zu 17) Zeilen. Gotische Textura in braunschwarzer Tinte, braungrau (Kalender blassrot) regliert, Hervorhebungen in Rot. Zahlreiche ein- bis zweizeilige Initialen in Gold auf blau- und mauvefarbenem Grund mit weißem Federwerk bzw. in Gold, Blau oder Rot mit rotem oder schwarzem Fleuronnée. Mit 8 großen Miniaturen in Gold und Farben in goldenen Rahmen, umgeben von dreiseitigen floralen Bordüren in Gold und Farben sowie ähnlichen Bordüren auf den gegenüberliegenden Seiten, zwölf 6-7zeiligen Initialen mit goldenem Stamm auf farbigem Grund und weißem Federwerk bzw. mit farbigem Stamm auf Goldgrund, teilw. mit Dornblattranken, drei 9-11zeiligen Initialen "I" mit goldenem Stamm sowie sechs ebensolchen 5-6zeiligen Initialen. 161 (inkl. 1 w.) Bll. Wohl gering späterer blindgepr. Kalblederband auf 3 Bünden mit Prgt.-Vorsätzen; etwas berieben, Rücken an Kapitalen u. Gelenken restauriert, Bindebänder entfernt; in mod. Ldr.-Kassette mit blindgepr. Rücken (sign.: Renaud Vernier) und passendem Pp.-Schuber mit Ldr.-Kanten.
Kleinformatiges vollständiges Stundenbuch aus dem Raum Flandern im Stil des "Meisters von Otto van Moerdrecht", der in der ersten Hälfte des 15. Jh. in den Niederlanden von verschiedenen Meistern gepflegt wurde (vgl. Goldene Zeit der holländ. Buchmalerei, S. 75ff). Die hervorgehobenen Eintragungen im Kalendar für Remigius von Reims (1. Okt.; Übertragung der Gebeine nach Reims) und Callistus (13. Okt.) lassen eine Verwendung in der Region von Reims vermuten.
Buchschmuck: Die 8 Miniaturen auf Versoseiten von, wie in der Region häufig, eingeschalteten Blättern (recto leer) mit gleich gestalteten Bordüren. Die Darstellungen in rechteckigen goldenen Rahmen die, eingefasst von schwarzen Linien innen und außen, auf der inneren schwarzen Linie mit einem weißen Strich akzentuiert werden. Die ersten 3 Rahmen mit ausgestelltem Bogen an der oberen Kante, die übrigen ohne diesen Bogen und im Aufbau geringfüging abweichend. Die Bordüren der jeweils gegenüberligenden Versoseite ähnlich, aber sicher von anderer Hand. Dargestellt sind: Aussendung des hl. Geistes (fol. 13v, zur Heilig-Geist-Messe); Heilige Helena (22v, zur Heilig-Kreuz-Messe); Auferweckung des Lazarus (29v, zur Totenmesse); Kreuzigung (54v, zum Heilig-Kreuz-Offizium); Thronende Maria mit Kind (59v, zur Messe zur hl. Jungfrau); Verkündigung an Maria (72v, zum Marienoffizium); Jüngstes Gericht (125v, zu den Bußpsalmen); Aufbahrung mit singenden und trauernden Personen (143v, zur Totenvigil). Die Bordüre der Miniaturen mit länglichen Goldpollen und alternierenden roten und blauen Punkten, an den 3 Außenseiten dicht, am Bundsteg jedoch sparsam, insgesamt etwas flüchtig ausgeführt. Kennzeichnend sind hier die in den Außenecken dargestellten Blumensträuße mit je 3 Blüten. Die Bordüren der gegenüberstehenden Textanfänge filigraner in der Zeichnung, mit Dornblättern, zapfenförmigen Goldpollen und Blüten.
Text: Kalender (fol. 1-12), Heilig-Geist-Messe (14r-21v), Heilig-Kreuz-Messe (23r-28v), Totenmesse (30r-36r), Oratio de septem verbis Christi in cruce des Beda Venerabilis (36v-40r), Passion nach Johannes (40v-52v; Bl. 53 leer), Heilig-Kreuz-Offizium (55r-58r), Messe zur hl. Jungfrau (60r-66v), Auszüge der Evangelien (66v-71v), Stundengebete (Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Complet; 73r-124r), Bußpsalmen (126r-142r), Totenvigil (144r-161r), schließt mit den Bibelversen Johannes 11, 25-26 (161v).
Einband: Schöner, wohl in der 2. Hälfte des 15. Jh. gefertigter Einband. Beide Deckel mit Streicheisenlinien, umlaufendem Rollenstempel Ranke mit Blüten 51:9mm und im Mittelfeld dreifach verwendetem Rollenstempel mit Schrift "AVE MARIA ORACIA PLENA GRACIA PLENA" bei dem die einzelnen Worte durch kleine Darstellungen: Kopf n.l., Blüte, Lamm Gottes, Pferd liegend (?) getrennt werden. Rückenfelder mit Teilen desselben Schriftstempels. Beide Rollenstempel im Negativschnitt, weder bei Haebler noch in der Einbanddatenbank nachzuweisen.
Zustand: Insgesamt breitrandig und wohlerhalten, bei zahlreichen Blättern die Zirkelstiche zur Markierung des Zeilenabstands erhalten. Recto durchgängig mit Bleistift foliiert. Teilweise in der unteren Ecke etwas fingerfleckig, dabei die Blätter der Stundengebete etwas stärker betroffen, vereinzelt gering fleckig. Die Bordüren der ersten 3 Miniaturen am Kopfsteg etwas knapp, eine dort auch leicht angeschnitten. Bl. 60v u. 61r mit kl. Braunfleck, Bl. 65 mit kl. Loch durch Pergamentfehler im Bundsteg, die Miniatur der Verkündigung (72v) und die Bordüre Bl. 73r gering abgegriffen u. mit kl. Farbabplatzungen, Bl. 74 mit Einriss im Fußsteg durch Pergamentfehler, Initialen auf Bl. 85 u. 103 mit kl. Abplatzung am Gold. Prgt.-Vorsätze mit geringen Wurmspuren u. Eckabrissen an den festen Vorsatzblättern.
Small-format complete book of hours for the use of Paris, executed around 1450 in the Flanders region in the style of the ‘Master of Otto van Moerdrecht’. With 8 large miniatures in gold and colours with floral borders, similar borders on the 8 opposing pages, 21 initials of 5-11 lines height and numerous smaller initials, all in gold and colours. - Wide margined and overall well preserved, the stitches for marking the line spacing retaining on numerous sheets. Recto foliated throughout in pencil. Some thumbing in places, heavier to the part with the Liturgy of the Hours, little occasional staining. Borders of 3 miniatures cut to the edge (one slightly cropped) at top. Two sheets with small hole resp. tear due to parchment flaw. Miniature of the announciation and the opposing border little worn and with some colour flaking. Bound in slightly later (still 15th cent.) blindtooled full calf; little rubbing to extremities, ends of spine and joints carefully restored, housed in modern full calf clamshell box with matching slipcase.
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(verkauft)
Horae B. M. V. Stundenbuch, Nordfrankreich, um 1470
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich (Angers?) oder Paris, um 1470. Blattgr. 11,8:8,3 cm, Schriftspiegel 6:4,5 cm. 15 (Kalendar 17) Zeilen. Mit brauner und braunschwarzer Tinte in Bastarda (2 Schriftgrade) geschrieben, blassrot regliert. Zahlreiche Initialen und Lombarden in Blau u. Rot, wenige Hervorhebungen in Blau u. Rot. Mit 4 Miniaturen in Gold und Farben in breiten floralen Bordüren mit einigen Drolerien sowie 8 dreizeiligen Initialen in Blau und Mauve mit weißem Federwerk auf Goldgrund mit dreiseitigen Bordüren in Gold und Farben. 152 Bll. (die ersten u. letzten 3 leer und regliert). Goldbrauner Maroquinband um 1800 mit etwas Rückenvergoldung, Deckelfileten, Innenkantenvergoldung und altem Goldschnitt; Kanten berieben, Rücken gering bestoßen. In Lwd.-Schuber d. 20. Jh. mit goldgepr. Monogramm.
Stundenbuch in ungewöhnlicher Aufteilung. Mit 4 sehr qualitätvollen Miniaturen in prächtigen Bordüren mit phantasievollen Drolerien, die in der Vergangenheit der Schule des Jean Fouquet zugeschrieben wurden. Einzelne der im Kalender hervorgehobenen Einträge: Julianus von Le Mans "Juliani epi(scopus) cenom(anus)" (27. Jan.), Übertragung der Gebeine des hl. Nikolaus (9. Mai), Laurentius von Rom (1. Aug.), Marsilius von Angers (13. Sept.) könnten auf eine Verwendung im Nordwesten Frankreichs deuten. Das Stundenbuch ist nahezu durchgängig mit Bleistift neuzeitlich foliiert, dabei jedoch irrig ein zum Vorsatz gehörendes Pergamentblatt zu Beginn mitgezählt (in der Kollation oben nicht gezählt). In den nachfolgenden Benennungen folgen wir dieser vorhandenen Foliierung.
Buchschmuck: Die hervorragenden Miniaturen ca. 5,9:4,3 cm in schmalen, oben abgerundeten goldenen Einfassungen. Vorherrschende Gewandfarbe ist ein leuchtendes Blau, die Bordüren der Gewänder, die dargestellten Strahlen, die Akzentuierungen der Frisuren und Gewandfalten in feinsten Linien mit Goldfarbe aufgetragen. Neuere Zuweisungen deuten auf den Umkreis oder die Werkstatt des Maître François oder des Maître de Jouvenel des Ursins hin. Dargestellt sind: Verkündigung an Maria in einem Raum mit spitzbogiger Architektur (zum Beginn der Matutin, fol. 17r); König David betend (zum Beginn der Bußpsalmen, 61r); Totengeleit mit Mönchen in grauem Habit und Trauernden, darunter zentral in blauem Gewand vermutlich der Eigner des Stundenbuchs (zu Psalm 116 des Totenoffiziums, 78r); Pietà, im Hintergrund der Kalvarienberg, am Horizont eine Stadt (zum gereimten Mariengebet "Ave mundi spes Maria", 115r). Von den vielfarbigen Bordüren der Miniaturen mit Akanthusblättern, Blüten und goldenen Samenkapseln sind 3 mit phantasievollen Drolerien ausgestattet: Affen, einer ein Kamel reitend, Drache, verschiedene Fabelwesen, Igel, Narr, weiblicher und männlicher Kentaur. Diese Blätter, wie auch die zugehörigen gegenständigen Blätter, auf dünnerem Pergament, die Schrift und die eingemalten Lombarden und Hervorhebungen auf diesen Blättern in Farbe und Duktus geringfügig abweichend. Offenbar wurden die Blätter mit den Miniaturen in der Werkstatt separat illuminiert und dem Hauptteil der Handschrift beigefügt.
Text: Kalender (fol. 5r-16v); Stundenbuch: Matutin (beginnend mit "Domine, labia mea aperies..."; 17r), Laudes (26v), Prim (36r), Sext (40v), Non (46r), Vesper (49r), Komplet (51r), Auszug aus dem Johannesevangelium (55v), Obsecro te (57r), Bußpsalmen (61r), Litanei (71v), Totenoffizium (78r), Mariengebete (darin 2 in Versform; 115r-150r). Perikopen und Terz sind hier offenbar entfallen.
Zustand: Stellenweise schwach fingerfleckig, vereinzelte kleine Flecken, die leeren Bll. zu Beginn und am Schluss gebräunt u. fleckig, das erste Bl. recto u. das letzte verso angeschmutzt. Die Miniaturen mit wenigen unbedeutenden Bereibungen und vereinzelten minimalen Farbabplatzungen. Insgesamt wohlerhalten und breitrandig.
Provenienz: Die ersten beiden der leeren Blätter mit kalligraphischem Namenszug eines Jaques Bille, der auf dem 2. Blatt recto eine längere Anmerkung eintrug, wohl an einen Finder, falls das Stundenbuch verloren gehen sollte: "Ces p(rese)ntes heures sont a iaques bille qui les trouvera si les luy Rende et il paiera voluntriers le VIII le jour de la sainct martin. Tesmoion (?) son seign manuel cy mis le huytiesme jour de Avril L'an mil cinqcens et seze". Der angegebene Tag und das spezifische Jahr in diesem Eintrag in anderer Tinte von zeitnaher (derselben?) Hand eingetragen. Eine vormals dort befindliche Datierung durch Rasur gelöscht. Möglicherweise befand sich das Stundenbuch bereits deutlich vor 1516 im Besitz der Familie Bille. Auf der leeren Versoseite des abschließenden Textblatts und auf den 3 folgenden leeren Blättern am Schluss vermerkt J. Bille seine Hochzeit (8.4.1516) und die Geburten seiner Kinder in den Jahren 1520 bis 1549, darunter "Nycolas Bille" (1534), Pierre Bille (1537), Claude Bille (1538), Jaques Bille (1541). - Auf dem 3. freien Blatt zu Beginn ein weiterer Besitzvermerk: "Tussanus Philippus, Adeline Presbyter, anno 1763." - Sothebys, Auktion 25. Feb. 1946 (dat.: um 1450). - Maggs Bros., Kat. 768 (1947), Nr. 7. - Maggs Bros., Kat. 802 (1951), Nr. 14. - Europäischer Privatbesitz.
An attractive manuscript Book of Hours from Nothern France or Paris, with good decoration and 4 exceptionally fine miniatures. "There is a miniature at the beginning of the four chief divisions of the book and not one before each of the Hours as is more usual; none apparently are missing. The subjects are: The Annunciation, David in Prayer, a Burial Procession, the Virgin supporting the body of Christ on her knee. These little miniatures are the work of a very competent artist with an individual style. His figure drawing is excellent and there is evident appreciation of anatomical detail. The treatment of the folds and creases in the costumes and drapery is very studied, in the manner of Jean Fouquet and his school" (Maggs Bros., Cat. 802 (1951), no. 14). More recent attributions point to the circle or workshop of Maître François or Maître de Jouvenel des Ursins. Ownership inscription and extensive entries on the births of his children by a certain Jaques Bille, dated April 8, 1516 on the first and last 3 blank leaves. The date re-written on a cancelled entry. - Faint thumbing, little staining in places. First and last blank leaves somewhat browned, the first an the final soiled. The miniatures with a few insignificant rubbings and isolated minimal colour flaking. Honey-coloured morocco binding from around 1800, spine, fillets, inner dentelles and edges gilt; extremities rubbed, spine slightly bumped. In 20th century cloth slipcase with gilt-stamped monogram.
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(verkauft)
From the Luxembourg and Savoy Families
Horae B.M.V. Handschrift, Nordfrankreich, um 1530
Horae B. M. V. "Initium sa(n)cti evangelii secundu(m) Ioannem gloris tibi domine". Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich, um 1530. Blattgr. 16,7:11 cm, Schriftspiegel 10,7:7,2 cm. 18-20 Zeilen. Rot regliert u. liniert. Textualis in 2 Schriftgrößen in schwarzbrauner Tinte, Versalien gelb schattiert, Rubriken in Rot. Mit 20 ganzseitigen Miniaturen in Gold und Farben, 17 kleinen Miniaturen mit zweiseitigen in Farben gemalten Bordüren auf Goldgrund und zahllosen 1-3zeiligen goldenen Initialen auf farbigem Grund. 4, 106 (statt 108?), 8 (statt 10?) Bll. Französischer goldgepr. Lederband d. Zeit mit reichem Bandwerk auf punziertem Grund; restauriert; Gelenke und Kapitale geschickt ergänzt, Kanten teilweise restauriert, Vergoldung teilw. ergänzt, die ursprünglichen Schließen entfernt und durch etwas spätere Metallschließen ersetzt, diese teilweise lose, feste Vorsätze mit altem Prgt. erneuert.
Reich ausgestattetes Stundenbuch aus der Zeit von Franz I. von Frankreich, in leuchtenden Farben illuminiert und zart mit Pinselgold gehöht. Das wiederholt in Bordüren erscheinende Allianzwappen zeigt auf einem gekrönten Schild das Wappen der Familie Luxembourg (aufsteigender Löwe in Rot, zweimal auch in Schwarz, auf Silber), sowie das Wappen von Savoyen (silbernes Kreuz auf Rot). Der Hauptteil mit wohl von der Hand des Schreibers eingetragenen Lagensignaturen a-b6, c-k8, l7 (statt 8), m-(o)8, durchgängig neuzeitlich mit Bleistift foliiert A-D, 1-106, E-L.
Inhalt: Evangelium des Johannes (fol. 1r-9v), Marienoffizium (10r-94v), Suffragien (95r-106r). Die Totenvigilien in einer Bastarda Gallica von etwas späterer Hand auf den vier zu Beginn eingehefteten leeren Blättern (A recto-D verso) niedergeschrieben. Weiterhin als Nachträge: auf Bl. 106r beginnend ein Gebet an den Hl. Bonaventura, dazu eine Miniatur von anderer Hand auf dem ersten der 8 nachgebundenen Bll. (E-L). Auf Bl. F verso eine weitere Miniatur dieser zweiten Hand zu einem hs. Gebet an Pierre de Luxembourg (G recto). Dazwischen (E verso) die abschließende Miniatur der ersten Hand. Die vorgebundenen Blätter A-D und die nachgebundenen E-G und J-K sind regliert und gehören zum originalen Blattbestand. Die Blätter H-I und L, aus anderem Pergament und nicht regliert, wurden dem ursprünglichen Blattbestand wohl im 17./18. Jh. hinzugefügt.
Illumination: Die 20 ganzseitigen Miniaturen zeigen den Evangelisten Johannes umgeben von vierseitiger Bordüre mit Wappen (Bl. 1v) - Christus im Garten Gethsemane (3r) - Kreuzigung (8v) - Virgo Jesse (10v) - Verkündigung an Maria (11r) - Heimsuchung Mariens (27r) - Christi Geburt mit Anbetung der Hirten (37v) - Botschaft an die Hirten (42r) - Christi Geburt mit Anbetung der Drei Könige (46r) - Darbringung im Tempel (50r) - Flucht nach Ägypten (54r) - Marientod (60v) - Kreuzigung mit Maria u. Johannes (67v) - Pfingstwunder (72v) - Maria Assunta (76v) - Michal, die Tochter Sauls, verhilft David zur Flucht (77r) - Trinität (95r) - Hl. Bonaventura (E re.) - Mariä Geburt (E ver.) - Peter von Luxemburg betend (F ver.).
Die Suffragien mit 17 kleinen Miniaturen (ca. 3,7:3,5 cm) auf Seiten mit prachtvollen zweiseitigen Bordüren mit Blumen und Insekten, meist auf Goldgrund. Dargestellt sind Erzengel Michael - Johannes der Täufer - Petrus - Paulus - Johannes der Evangelist - Laurentius - Claudius - Nikolaus - Antonius - Rochus - Franziskus - Anna - Maria Magdalena - Katharina - Margerita - Barbara - Apollonia. Zum Stil der Miniaturen vgl. Ulrike Bauer-Eberhardt, Die illuminierten Handschriften französischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek, VII/2, Nr. 60, 61 u. 71.
Zustand: Stellenweise schwach gebräunt. In den Rändern etwas fingerfleckig sowie mit einigen Klebstoffspuren, Nadellöchern und Spuren vormals eingeklebter oder eingenähter Wallfahrtsandenken, Medaillen oder Gnadenbilder. Wenige kleine Bereibungen und Farbabplatzungen an Miniaturen und Schrift. Bl. 40r mit 2 kl. Wachsflecken im Schriftspiegel. Vier Seiten des Hauptteils im Rand mit spätereren Hinzufügungen von Gebeten (3) und einem Geburtsvermerk in Tinte. Die vor- und nachgebundenen Blätter mit weiteren Gebeten und zahlreichen späteren Besitz- und Geburtsvermerken verschiedener Familien des 17.-19. Jh. Fehlt das Blatt l2 (zwischen Nr. 76 u. 77, hier ist auch noch ein Rest eines weiteren Blattes erkennbar) und mindestens 1 Blatt zwischen E und F, vermutlich mit einer Miniatur der zweiten Hand zu einem der später eingetragenen Gebete an den Hl. Hieronymus. Vor Blatt Nr. 1 wurden 2 weitere Bll. entfernt.
Provenienz: Ursprünglich aus dem Besitz einer Person aus einer Verbindung der Häuser Luxemburg und Savoyen. Unter den zahlreichen späteren Besitzvermerken und Familieneinträgen: Sonnete Cauche (?) de Lagnette (um 1590), de Chartongne (1609-1640), de Saint-Quentin (1645-1739), Larcher de Chamont (1799), de Bruce (1821-1844) - Europäischer Privatbesitz.
Richly decorated book of hours from the time of Francis I of France, illuminated in bright colours and delicately heightened with brush gold. Latin mansucript on vellum. Contains 20 full-page miniatures (2 by a somewhat later hand), as well as 17 small miniatures on leaves with splendid borders on two sides. The first owner must have belonged to the Luxembourg and Savoy families. The alliance coat of arms, which appears repeatedly in borders, shows the coat of arms of the Luxembourg family and the coat of arms of Savoy. - Margins with some fingerstaining and with a occasional traces of glue, pinholes and contours of previously glued or sewn-in pilgrimage souvenirs, medals or images of grace. Few small abrasions and colour flaking to miniatures and lettering. Later additions of prayers and a family note to margins of 4 pages. Extensive ms additions of prayers and family notes to 4 blank leaves at front and 8 (6 blanks) at end. Two small wax stains to 1 leaf of text. Lacking at least 1 leaf between the recently numbered leaves 76 and 77, one of the additional bound sheets at the end and presumably 2 sheets at front. French leather binding of the period with rich strapwork on embossed ground; restored; joints and capitals skilfully replaced, edges of covers partially restored, gilding renewed, the original clasps removed and replaced by somewhat later metal clasps, these partially loose, pastedowns renewed using old vellum sheets.
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(verkauft)
Closen, Koch Büech. Handschrift 1690
Kochbuch. - Closen, Maria Theresia Franziska v. Koch Buech Warinen Allerhandt guette Koch zufündten. Der Hochwollgebornne Frauen Maria Francisca Terehsia freyfrawen von Cloßen, zu Arnstorff und Gehrn, gebohrnnen freyin Von Alt: Und Neuen Fraun Hoven gehörig. Deutsche Handschrift auf Papier. (Arnstorf/Niederbayern? 1690). Fol. Blattgr. ca. 27,5:19,5 cm, Schriftspiegel ca. 23:13 cm. Deutsche Kursive in braunen u. braunschwarzen Tinten. 1 nn., 220 num. Bll. Mod. Hldr.
Die zahlr. Rezepte (auch mit ungarischen, polnischen u. französischen Gerichten) unterteilt in 20 Kapitel (u.a. wie allerhandt guette Koch, allerhandt Dortten, allerhandt Pastetten von Fisch und Fleisch, allerhandt Krapfen zumachen, allerhandt Fleisch Speiß, Allerhandt Würst von Fleisch, allerhandt Wuerstl und Knödel zumachen, allerhandt Suppen, allerhandt Fisch zu kochen, allerhandt Geselchte Sachen, allerhandt Sülzen) sowie durch ein Register erschlossen. - Tlw. gereinigt, die Schift besonders auf den ersten Bll. etwas schwach; oben durchgehend, etwas sporenfleckig; beim Neubinden die alte Foliierung tlw. an- oder angeschnitten, gegen Ende moderne Folierung in Bleistift; Bl.184 mit etwas Textverlust durch ergänzten Randausriss.
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(abgelaufen)
Küferbuch für H. Silbersdorff. Manuskript 1835
Küfer. - Kieferbuch für H. Silbersdorff. Deutsche Handschrift auf Papier. 1835. Qu.-8vo. Blattgr. ca. 10,5:17,5 cm. Deutsche Kursive in braunschwarzer Tinte. Mit 32 Konstruktionszeichnungen in Tinte. 132 Bll. (davon ca. 35 weiß). Hldr. d. Zt., berieben. Rücken leicht lädiert.
Das Büchlein enthält insgesamt drei Teile, wohl alle etwa zur gleichen Zeit von dem Küferlehrling H. Silbersdorff angelegt. Auf das "Küferbuch" (37 Bll.) folgt ein Abschnitt mit Rezepten zur Herstellung von Wein- und Likör (16 Bll.), und im hinteren Teil sind Verse und Prosatexte eingetragen (43 Blätter); eingestreut finden sich einzelne andere Rezepturen. Die Überschriften sind in Antiquakursive, die Texte in sauberer Kurrentschrift geschrieben und gelegentlich mit kleinen Zierleisten versehen. Auf der Titelseite mit der Überschrift "Küferbuch" ist unter der stolz mit Federschwüngen umkreisten Signatur "H. Silbersdorff" das Datum "Mai (18)35" vermerkt, wohl der Beginn der Lehrzeit. In 27 sorgfältigen, jeweils mit kurzen Texten erläuterten Zeichnungen wird die Konstruktion von Fässern erklärt, vom einfachen runden Fass bis hin zu einem Fass "nach Art einer Sanduhr". Dazwischen stehen insgesamt sechs kleine Rezepturen, etwa "Kupferstiche zu machen", ein "Hausmittel gegen den Geschwulls" oder eine "Salbe für den Kretz". Der zweite Teil mit dem ebenfalls von H. Silbersdorff signierten Titel "Vom Wein und Liqueurs; überhaupt was die Kellerey anbelangt" ist in drei Teile gegliedert. Der erste Abschnitt (neun Blätter) unter der Überschrift "Von der Behandlung des Weins im Keller" enthält 34 Rezepte und Ratschläge, etwa für die Herstellung von Kräuterwein, Muskatellerwein und Alantwein oder die Bereitung der "allgemein bekannten Weinschöne". Es folgen vier Rezepte "Vom Wein- & Bier-Essig" und 16 Rezepte "Vom Brandwein-brennen, hauptsächlich aber Liqueure oder abgezogene Sorten davon zu machen". Wendet man das Büchlein auf den Kopf und schlägt es von hinten auf, finden sich unter der Überschrift "Gedanken" insgesamt 40 ernste und humorvolle Verse und Prosatexte, meist wohl aus Almanachen oder Zeitschriften abgeschrieben, darunter Texte aus der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria v. Weber. Auch eigenständige Gedichte könnten darunter sein, so ist eine Liebeserklärung in 32 Strophen mit der Unterschrift "Max Volkert im Februar 1835" versehen. - Stellenw. etwas fleckig.
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Ludwig III. von der Pfalz, Urkunde 1422
Ludwig III., Kurfürst von der Pfalz. Bestätigung von Jagdgerechtigkeiten für Johann V. von Sponheim. Deutsche Urkunde auf Pergament. Heidelberg, 6. Juni 1422. Blattgr. ca. 18:27,5 cm, Schriftspiegel ca. 8:21 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit papiergedecktem Siegel verso, dieses beschädigt.
Mit Johann V. starben die Sponheimer 1437 aus. - Etwas fleckig, verso stärker, mit verschiedenen Rückvermerken.
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Apothekerhandschrift
Manuale oder Hauß Apotheklin (1691)
Manuale oder Hauß Apotheklin in welchem verfaßet ein und das ander Artzneylin inn und aüßert dem Leib für allerhand Schäden zu gebrauchen und mit kleinem Costen zubereiten. Zusammen geschriben Anno 1691. Deutsche Handschrift auf Papier. Blattgr. 16,5:9,5 cm, Schriftspiegel meist ca. 14,5:6 cm. Deutsche Kursiven in brauner Tinte, von mehreren Händen. 1 Bl., 325 S., 20 Bll. Prgt d. Zt. mit hs. Rtit.; etwas angestaubt u. fleckig, Rückdeckel mit ergänzter Bezugsfehlstelle, Innengelenke angebrochen, ohne die Bindebänder.
Apothekerhandbuch mit Rezepten zu Pharmazie und Kosmetik. Der Hauptschreiber bis S. 227; mit einem Register versehen. - Anfangs mit Wurmspur im Bundsteg, Vorsätze mit hs. Besitzvermerk einer Elisabetha Hongauer (?). Wappenexlibris des Arztes, Homöopathen, Märzrevolutionärs und Mitbegründers des deutschen Sängerbundes, Dr. Karl Gerster (1813-1892).
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Liturgische Handschrift mit Noten. Italien, 2. Hälfte 15. Jh.
Musik. - Liturgische Handschrift auf Pergament. Italien, 2. Hälfte d. 15. Jh. Kl.-8vo. Blattgr. (11,5:8 cm). Von mehreren Händen in Rotunda geschrieben. Mit 1 großen Initiale in Gold u. Farben u. zahlr. kleineren Initialen in Rot u. Blau mit Federwerk in brauner Tinte. Durchgehend mit Quadratnoten auf drei- u. vierlinigem System. Mit alter Foliierung im rechten Rand. 97 Bll. (foliiert I-LXXXVII, CXXVIII-CXXXI, CLV-CLX. Spät. Prgt. mit 2 Schließen, Spiegel mit Wurmspuren, Rücken alt erneuert.
Hier u. da etwas fleckig; Foliierung stellenw. angeschnitten; 2 Bll. mit ergänztem Pergamentfehler; erstes Bl. tlw. berieben u. mit 2 kleinen Fehlstellen im Rand. - Aus der Sammlung des englischen Organisten u. Komponisten John Stainer (1840-1901), sein Exlibris auf dem Spiegel nur tlw. vorhanden. Teile von Stainers Musikbibliothek wurden 1919 im Katalog Nr. 355 von Quaritch in London angeboten. Vorliegende Handschrift wurde bei Sothebys 1934 und 1976 versteigert.
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(verkauft)
Russian Hymns. Handschrift
Musik. - Russian Hymns (Rückentitel). Kirchenslawische Handschrift auf Papier. Wohl Mitte des 18. Jh. 4to. Blattgr. ca. 20:15 cm. Mit braunschwarzer u. hellroter Tinte geschrieben, fast durchgehend mit Noten auf fünflinigem System. Mit 14 Eingangsseiten mit Bordüren u. Kalligraphie. 186 Bll. Schwarzgepr. Prgt. d. späten 19. Jh., etwas angestaubt.
Auf dem ersten Bl. Notiz, enthaltend die Jahreszahl 1751. - Fingerfleckig, vereinzelt etwas wachsfleckig; vereinzelt angeschnitten, u.a. Bordüren der Eingangsseiten; wenige Bll. im Format etwas kleiner; wenige Bll. mit hinterlegten Randläsuren. oRR./Waf.
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Handschrift Gestütsprotokoll 1767
Pferde. - Fohlung-, Beschell- und Gestütts Prothocoll bey der Hochgräfflich-Dietrichsteinischen Herrschaft Dioszegh pro Anno 1767. Deutsche Handschrift auf Papier. Hosszúpályi 1767. Blattgr. 35:24 cm. Deutsche Kursive in brauner Tinte, häufig in kalligraphischer Gestaltung. 43 nn. Bll., 1 w. Bl., 26 nn. Bll., 2 w. Bll. Ldr. d. Zt. mit reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Vorderdeckel mit hs. Titel auf Scherenschnitt in Form eines Wappens; stärker berieben, vereinzelt kl. Wurmlöcher, Vorderdeckel mit Wurmspur, Bindebänder entfernt.
Unterteilt in: Abteilung 1 "Das Gestuetts Prothocoll. Worinnen sammentlicher Pferdenalter und farben zu findent seÿnd". Abtl. 2 "Das Beschell Register. Über die ... belegte Chavallen" u. Abtl. 3 "Fohlung und Beschell Register ... Worinnen Erstens die ... gefallnen Hengste, und STuete begriffen, so dann aber die anheuer wider belegte Chavallen zu ersehen seynd". Aufgeführt werden in der ersten Abteilung 403 Pferde, in der zweiten 17 Hengste, die 143 Stuten gedeckt haben, und in der dritten 65 Fohlen. Alle Eintragungen für das Gestüt in Hosszúpályi (Ungarn), mit Unterschriften des Inspektors Johann von der Porthen am Ende des 1. und 3. Index mit Datierung "Székelyhid, 30. Juni 1767". - Kaum gebräunt, vereinzelt gering fleckig.
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Handschrift Rossarznei 1767
Pferde. - Hohlmann (?), F. W. Ross Artzde neu (!) Buch. Anno 1767 den 10ten Decemb. Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland, 1767. Blattgr. 19:15,5 cm. Deutsche Kursive in brauner Tinte von einer oder zwei Händen. Ldr. d. Zt., stärker berieben u. etwas bestoßen, Rücken mit Fehlstelle, ein Bindeband entfernt, Buchblock verzogen.
Umfangreiches Rossarzneibuch mit 374 Rezepten; schließt mit einem Gebet, einem Register u. einer Tabelle mit Aufschlüsselung alchemistischer Symbole sowie Auflistung von Apothekergewichten. Am Schluss 19 Bll. mit weiteren Rezepten. Die letzten Bll. leer, teilw. mit Ausriss. - Stellenweise gering gebräunt u. fingerfleckig, Titelblatt etwas angeschmutzt.
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Handschrift Rossarznei 1773
Pferde. - Pferd-Buch über unterschidlien (sic) Eigenschaften deren Recepten. Deutsche Handschrift auf Papier. Österreich, 1773. Blattgr. 18,5:12 cm. Deutsche Kursive in brauner Tinte. 349 (recte 348) S., 17 Bll. (Register), 10 w. Bll. Ldr. d. Zt. Rückdeckel mit Einschlagklappe über Vorderdeckel; berieben, etwas bestoßen, teilw. wasserfleckig, Bindeband entfernt.
Umfangreiches handschriftliches Pferdearzneibuch mit zahlreichen Rezepten. S. 292-324 u. 329-349 leer, S. 333 in der Paginierung ausgelassen. - Leicht gebräunt u. etwas fingerfleckig, stellenweise stärker. Teilw. im Bug wasserrandig, dort gelegentlich stockfleckig, Buchblock angebrochen, einzelne Lagen gelockert. Innendeckel mit Exlibris "Schloßbibliothek Petronell".
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With Astronomical Tables
Psalterium. Handschrift auf Pergament um 1450
Psalterium. Lateinische Handschrift auf Pergament mit wenigen französischen Zusätzen. Paris (u.a.?), um 1450. Blattgr. 17,7:12,7 cm, Schriftspiegel 11,1:7,6 cm. 20 Zeilen (Kalender bis zu 33 Zeilen), blassrot regliert. Gotische Bastarda Gallica in braunschwarzer und roter Tinte. Mit 3 großen Miniaturen in Gold und Farben von 2 Händen, 2 schematischen Federzeichnungen, einer 5zeiligen Initiale in Blau und Mauve auf Goldgrund mit ausgreifendem Rahmenwerk, neun 3-5zeiligen, zahllosen 1-2zeiligen Initialen und Zeilenfüllern, alles in Blau, Mauve und Flüssiggold mit weißer Binnenzeichnung sowie kl. Blättern oder Blüten im Zentrum. Nahezu durchgängig mit breiten 4seitigen floralen Bördüren aus Dornblattranken mit Blüten, Blättern, Früchten und Goldpollen, bei den Miniaturen auch mit Drolerien versehen. 195 (statt 267?) Bll. Gepunzter und bemalter Goldschnitt d. Zt. Lederband d. 18./19. Jh. mit Rsch., Rvg., goldgepr. Deckelfileten u. Blindprägung; berieben.
Reich verzierte lateinische Handschrift für einen französischen oder englischen Adligen. Im Kalendarium hervorgehoben sind neben Dionysius von Paris (9. Okt.) und Martin von Tours (11. Nov.) auch Augustinus von Canterbury (22. Mai), Alban von England (22. Jun.) und Thomas Becket (7. Juli, Übertragung d. Gebeine). Bemerkenswert ist ein Teil mit astronomischen Tabellen zur Kalenderberechnung, darunter Berechnung von Mondphasen, Mondständen, beweglichen Feiertagen etc. Die Texte zu diesem Teil überwiegend in französischer Sprache. Enthält Kalendarium, astronomische Tabellen, Widmung und das vollständige Psalterium. Vermutlich sind zwischen Widmung und Psalterium zu einem Zeitpunkt vor der Neubindung 72 Bll. entnommen worden, da die zeitnah hinzugefügte Foliierung des Psalteriums in blauer Farbe mit Nummer 90 beginnt. In den folgenden Angaben beziehen wir uns auf diese alte Foliierung. Kalendarium, astronomischer Teil u. Widmung sind nicht foliiert.
Inhalt u. Kollation: Kalendarium (fol. 1r-6v), astronomische Tabellen mit Anweisungen zur Verwendung (7r-14r), 2 Miniaturen (14v-15r), Widmung (15r-16r), 16v u.17 leer (regliert), 1 Miniatur (90r), Psalterium (90r-267v; Nr. 109 ausgelassen = Bl. 18-194), 1 leeres Blatt.
Illumination: Miniaturen von 2 Händen. - Erste Hand: Die Miniatur zum Beginn des Psalteriums "Beatus vir" (fol. 90r), gehört zur Originalausstattung des Psalteriums: kniend betender König David mit am Boden liegendem Buch und Harfe in weiter Landschaft mit 2 Stadtansichten in der Ferne. Gottvater am Firmament, eine päpstliche Tiara tragend, von 2 Engeln flankiert, der Himmel dazwischen wird aus kleinen goldenen Quadraten gebildet, in die ein Muster aus blauen und roten Quadraten eingefügt ist. Art und Qualität deutet auf einen Nachfolger des Bedford-Meisters, vermutlich aus Paris hin. Die hier besonders elegante Bordüre mit drei Vögeln (darunter: Adler schlägt Taube) und einem Schmetterling. - Zweite Hand: Die beiden Miniaturen zum Widmungsteil "O desolatorum consolator captivorum liberator" sind gering später hinzugefügt und wohl nicht mehr in Paris entstanden. 1. Miniatur mit Auftraggeber (oder späterem Besitzer) als gewappneter kniender Ritter, im Gebet in Kircheninnenraum (fol. 14v). Links ein Helm mit großer Hemzier (geflügelter Löwenkopf) über einem großen Wappen (goldener, aufsteigender Löwe vor schwarzem Grund mit silbernem Schrägband (letztes könnte für einen außerehelich geborenen Mann sprechen). 2. Stehender Heiliger mit Bischofsstab in Nische mit grünen Säulen und goldenen Gesimsen (15r). Möglicherweise ist hier der Hl. Claudius, Erzbischof von Besançon dargestellt. Das kleine Wappen auf der rechten Seite in der Bordüre zeigt einen schwarzen Löwen auf goldenem Grund. Die Bordüren zu diesen beiden Miniaturen einfacher in Aufbau und Ausführung, jedoch auch mit Drolerien. - Die Bordüren zu Kalendarium und Widmungsblättern möglicherweise von einer Hand, die der ersten Lage des Psalteriums erheblich filigraner und detailreicher von anderer, die der übrigen Blätter des Kalendariums wohl von einer dritten Hand.
Astronomischer Teil: Der Teil zur Kalender- und Mondphasenberechung enthält 2 kreisförmige Diagramme und 4 Tabellen mit einleitenden oder erklärenden Texten, alles in roten und braunschwarzen Tinten, mit einigen eingemalten Initialen in Gold und Farben. - "Pour savoir en quel signe du ciel et on q(ue)l degre du signe soit la lune ch(aq)ue jour des mois de l'an" (Bl. 7r/v) mit 20zeiliger Tabelle. - Astrologische Hinweise zu den Sternzeichen in lat. Sprache (8v-9r; 8r leer) mit kreisförmigem Diagramm zu Bestimmung der Mondphasen. - "Pour savoir les festez mouvablez" (9v-10r; 10v leer) mit Computusrosette und 38zeiliger Tabelle. - "Por scavoir la nouvelle lune et la plaine lune" (11r-14r) mit kalendarischer Tabelle in 34 Zeilen über 6 Seiten.
Zustand: Kaum gebräunt, stellenweise mit kleineren Verwischungen an den Bordüren. Die Kopfzeile mit der Foliierung meist, sowie wenige Bordüren außen gering angeschnitten. Etwa 47 Bll. mit schmalem Braunfleck im äußersten Rand. Auf dem letzten leeren Bl. ein etwas späteres verblasstes Inhaltsverzeichnis in Tinte für das Psalterium, das keine Bll. unter Nr. 90 angibt. Die Miniatur des David mit einigen kleineren Farbabplatzungen, die beiden anderen Miniaturen mit schwachen Bereibungen.
Richly decorated Latin psalter with 3 large miniatures and a section of astronomical tables for calculating phases of the moon, computus and astrological predictions. Mid 15th century manuscript on vellum with countless initials painted in gold and colours and with wide borders painted in gold and colours almost throughout. - Occasional slight fingermaks or blurring to borders. Top line of old foliation cropped nearly throught and only a few borders slightly cropped at outer margin. Presumably about 72 leaves were removed a long time ago. The foliation of the Psalterium begins with no. 90 (109 omitted), the old ms index entered on the last blank leaf does not mention any leaves with numbers lower than 90. Insignificant colour flaking and rubbing to the miniatures. Bound in 18th/19th cent. full calf with spine-labels and some blind- and gilt-tooling to spine and covers; rubbed.
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Rechenbuch. Handschrift 1784
Rechenbuch. - Rechenbüchlei(n) geschrieben von Abraham Conradt. Deutsche Handschrift auf Papier. (Danzig?) 1784. 4to (20,5:17 cm). Blattgr. 19,5:15,5 cm, Schriftspiegel wenig kleiner. Deutsche Kursive in schwarzbrauner Tinte, mit zahlreichen Rechenbeispielen, Tintenzeichnungen u. einigen aquarellierten Zeichnungen. Überschriften tlw. in Farben kalligraphiert. 186 Bll. Ldr. d. Zt., Rückdeckel mit Wurmspuren, Vorderschnitt etwas tintenfleckig, ohne die Schließbänder.
Umfangreiches und sorgfältig ausgeführtes Rechenbuch, jede Seite regliert. Behandelt ausführlich Grundrechenarten, Bruch- und Dezimalrechnung, Währungsrechnen, Zinsrechnung, Gewinn- u. Verlustrechnung, Flächenberechnung, Höhenmessung (mit einem Beispiel aus Danzig), "Cosz oder Algebra aus Herren Tobias Beutels, und anderen Authoren" etc. Auf dem hinteren Vorsatz "Abram Conrad zu Tiegenhoff 1792", wohl das heutige Nowy Dwór Gdański zwischen Danzig und Elbing.
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Papst Sixtus V., Urkunde 1589
Sixtus V., Papst (vorher Felice Peretti; 1521-1590). Urkunde für Bartholomeus de Tomasino, Kanonikus der Basilica di San Giuliano in Gozzano (Diözese Novara). Lateinische Urkunde auf Pergament. Rom, "Decimo K(a)l. Februaris" (= 23. Januar) 1589. Qu.-fol. Blattgr. ca. 31:50,5 cm, Schriftspiegel ca. 25:44 cm, Plica 6 cm. 26 Zeilen. Kanzleischrift in brauner Tinte, die Eingangszeile kalligraphiert. Mit mehreren Unterschriften (unter der Plica) u. anhängendem Bleisiegel. - Verlust weniger Buchstaben durch 2 kleine Fehlstellen.
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Albrecht I., Urkunde 1306
Soest. - Albrecht I., deutscher König. Bestätigung für die Stadt Soest wegen der Vogtei Soest. Lateinische Urkunde auf Pergament. Frankfurt, 22. Juli 1306. Blattgr. ca. 10,5:21,5 cm, Schriftspiegel ca. 5,5:19 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit Spuren eines Siegels verso.
An die "prudentib(us) viris, mag(istr)is civium, consulib(us) et universitati civium Suacien(sium)". König Albrecht (reg.1298-1306) erklärt, dass durch die von ihm vorgenommene Belehnung des Grafen von Arnsberg weder für den Erzbischof von Köln noch für die Stadt Soest in Bezug auf die Vogteigerichtsbarkeit ein Präjudiz geschaffen werden solle. Abgedruckt in der Zeitschrift des Vereins für Soest und die Börde, Jg. 1887/88, S. 133f. Dort eine genaue Beschreibung der Urkunde, der Abdruck erfolge aber "nach einer Copie". - Etwas fleckig, verso nicht lesbarer Vermerk in Farbstift.
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Urkunde 1332 / 2 Teile
Soest. - Lateinische Urkunde auf Pergament. 1332. Blattgr. ca. 8:22 cm, Schriftspiegel 5:18,5 cm. Kanzleischrift in brauner Tinte. Mit anhängendem Siegel mit Gegensiegel (beschädigt).
Beginnt mit "Nos Joh(anne)s Wilhardi proconsul...", folgen weitere Namen. Im eigentlichen Urkundentext werden mehrere Bürgerinnen und Bürger von Soest (z. B. "Hadewigis de Lünen oppidana zusacien.") genannt. Nach Angaben des Vorbesitzers wurde die Urkunde in Lippstadt ausgestellt. - Das Siegel zeigt Petrus mit Kreuz und Schlüssel, das Gegensiegel ähnelt dem der Erzbischöfe von Köln. - Dazu: Bruno v. Isenberg, Bischof von Osnabrück. Lateinische Urkunde auf Pergament für die Ministerialen Godehard und Hermann. 1250. Blattgr. 8,5:18, Schriftspiegel wenig kleiner. - Etwas gebräunt; mit langem Einschnitt außerhalb des Texts. - Zusammen 2 Stücke.
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(abgelaufen)
Carta executoria. Madrid 1849
Spanien. - Carta executoria. - Despacho Confirmatorio y Juridico de Nobleza y escudos de armas que por sus dos lineas paterna y materna legitimamente pertenece ab Sr. Don Baltasar de Anduaga, Espinosa Martinez y Rodriguez. Spanische Handschrift auf Pergament. Madrid, 22. März 1849. Fol. Blattgr. 36:26,5 cm, Schriftspiegel ca. 20,5:16 cm, 19 Zeilen. Kursive in schwarzer Tinte mit rotem geschwungenem Rahmen. Mit 1 blattgr. und 4 kl. Wappen, 1 mehrfach gefalt. Stammbaum, Titelbordüre, 15 Kartuschen und zahlreichen figürlichen Initialen, alles in Aquarell mit Gouache, teils gold- und silbergehöht, sowie mit Siegel aus geprägtem und geschnittenem Papier. 50 Bll. Reich goldgepr. Samteinband d. Zt. mit Seidenmoiré-Vorsätzen u. Goldschnitt; Rücken erneuert, Innengelenke mit Gewebeband verstärkt.
Adelsbrief für den spanischen Politiker, Juristen, Schriftsteller und Übersetzer Baltasar Anduaga y Espinosa (1817-1861). Er war dreimal Abgeordneter und veröffentlichte juristische, historische und literarische Werke. In den verschiedenen Abschnitten mehrfach unterzeichnende Aussteller der Urkunde waren Antonio Rujula y Busel ("Cronista y Rey de armas de S. M."), Maurizio José de los Martires ("Procurador"), ferner die Hofräte José Maria Montemayor ("Magistrado honorario de la Audiencia Territorial de Granada"), Candido Alejandro de Palacio (u.a. "Mayordomo de semana de S. M.") und Miguel Maria Sierra ("Escribano", Notar); am Schluss 3 Beglaubigungssignaturen. Wappenexlibris Tornos.
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Kompendium zur Seidenweberei mit Stoffmustern. Manuskript
Stoffe. - Kompendium zur Seidenweberei. Französische Handschrift auf Papier. Ca. 1865. Gr.-fol. (46:31 cm). Mit über 140 Stoffmustern u. zahlr. Zeichnungen in Tinte, tlw. farbig. 188 Bll. (davon 23 weiß). Hprgt. d. Zt., berieben u. bestoßen.
Interessante französische Handschrift zur maschinellen Herstellung von Seidenstoffen, besonders wertvoll durch die zahlreichen Stoffmuster. Zu Beginn: "Notice historique sur l'origine de la soie et sur les étoffes fabriquées avec cette matière" (4 1/2 S.). Es folgen "Préliminaires" (12 S.), dann wird die Fabrikation einzelner Stoffe beschrieben. - Leicht gebräunt, hier u. da etwas fleckig.
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"Da sach man manigen toten / Vallen vor Olifiere"
Stricker, Karl der Große. 2 Fragmente. 14. Jh.
Stricker. Karl der Große. Mittelhochdeutsche Handschrift auf Pergament. Daraus 2 Fragmente aus 1 Doppelblatt mit je 2 Spalten pro Seite. Wohl 2. Hälfte d. 14. Jh. Blattgröße ca. 44:305 u. 47:305 mm, die Breite eines Einzelblatts ca. 170 mm, Breite einer Spalte 60 mm. 9 bzw. 10 Zeilen pro Spalte. Bastarda in schwarzbrauner Tinte, rubriziert u. regliert. 1 zweizeilige Initiale in Rot, mit Teilen von Federwerk. Verse abgesetzt.
Vgl. Verfasserlexikon IX, 419ff. u. J. Singer, Strickers Karl der Große, XXIII, l. - Zwei Fragmente aus dem umfangreichen Versepos "Karl der Große" des als "der Stricker" sich bezeichnenden Dichters. Es handelt sich dabei um eine ca. 1220/1230 enstandene Bearbeitung des "Rolandslieds", das von dem Zug Karls des Großen gegen die Sarazenen und dem Tod seines Neffens Roland, dessen Freund Olivier und der gesamten Nachhut des fränkischen Heers handelt. Die beiden Pergamentstreifen gehören zu einer Handschrift, für die sich eine zweispaltige Einrichtung mit je 36 abgesetzten Verszeilen erschließen lässt. Die Blattgröße der im bairisch-österreichischen Sprachraum entstandenen Handschrift betrug ursprünglich ca. 220:173 mm. Die Fragmente stammen zweifellos aus der gleichen Handschrift wie die Fragmente in Berlin, Staatsbibl., mgf 923 Nr. 26 (vgl. www.handschriftencensus.de/1860). Sie gehörten zum zweitinnersten Doppelblatt einer Lage und schließen aneinander an. Enthalten sind nach der heute maßgeblichen Ausgabe von Johannes Singer (2016) auf auf dem ersten Blatt des Doppelblatts Verse aus dem Bereich Vers 7174–7300 und aus dem zweiten Blatt Verse aus dem Bereich Vers 7607–7733 (das entspricht in der älteren Ausgabe von Bartsch den Versen 7314–7440 und 7749–7875). Die Texte beginnen mit "Da sach man manigen toten / Vallen vor Olifiere". Die Handlung der vorliegenden Abschnitte fällt in die Phase des Kampfes der letzten zwölf Überlebenden aus Rolands Heer, nachdem Roland schon drei Mal in sein Horn geblasen hat, um Karl den Großen zur Hilfe zu rufen. "Da machte ouch manigen schadehaft / Der auserwelt Růlant / Der sluec mit sein selbes hant / Den Chvnic Alfabinen / vnd seine pruder Ebelinen ... Do sprach der Bischolfe Turpein / Geselle ir sult gewis sein / Daz vns der Chaiser nahet / Vnd also vaste gahet / Daz im sein hercze plueten mac" (hier Ende des vorhandenen Textes; Roland und Turpin sind die letzten überlebenden Franken, die aber noch vor Eintreffen des Kaisers an ihren Wunden streben). - Für entscheidende Hinweise zu dieser Beschreibung danken wir Herrn Dr. Klaus Klein, Marburg, sehr herzlich. - Einbandfund. Beide Fragmente in sich verzogen. Jeweils etwa die Hälfte der Streifen etwas gebräunt u. mit Leimspuren; hier u. da schwer lesbar; etwas Buchstabenverlust durch Fehlstellen; beide Streifen an einer Seite mit Verlust weniger Buchstaben in den jeweiligen Zeilen.
Two fragments of a 14th century manuscript containing verses from the Middle High German "Karl", a German adaptation of the "Chanson de Roland", by the itinerant poet "der Stricker" ("the Knitter"). - Partly browned and with traces of glue, some loss of letters.
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Urkunden und Zeugnisse 1522-1815. 13 Stücke
Urkunden und Zeugnisse. - Konvolut von 11 in Tinte kalligraphierten Urkunden, Zeugnissen und 1 Schmuckblatt. Deutsche Handschriften auf Pergament (10) und Papier. Verschiedene Orte, 1522-1815. Verschiedene Folio- und Gr.-fol.-Formate. Teilw. mit Schmuckinitialen oder figürlichen Zeichnungen. Lose.
Enthält auf Pergament, (mit Angabe der Blattgröße), meist mit Unterschrift: 1. Notariatsinstrument des Augsburger Stadtschreibers Michael Kümmerle zur Verlesung eines Verbots des Abts Gregorius von St. Magnus in Füssen zu Handel und Umgang mit Juden. 1522. 40:33 cm. - 2. Peter Philipp (von Dernbach), Fürstbischof zu Bamberg u. Würzburg (unterz. von anderer Hand). 1670. 23,5:42,5 cm. - 3. Johann Philipp Donner, Rat und Handelsmann zu Schwäbisch Hall. Zeugnis für Tobias Friedrich Laskar. 1716. 39:53 cm. Mit Lacksiegel. - 4. Ursula Catharina Seitzmann. Uebergab ... zum geneigten Andencken. Schmuckblatt für den Juristen und Rektor der Universität Altdorf, Georg Heinrich Linck und den Historiker, Numismatiker und Bibliothekar der Universotät Altdorf, Johann David Köhler. 1722. 56:69,5 cm. - Mit einer Vignette mit Ansicht von Altdorf. - 5. Friedrich Ludwig Gmelin, Hof-Apotheker in Stuttgart. Zeugnis für Franciscus Mauritius Strauss. 1747. 35:59 cm. - 6. Alexander Markgraf von Brandenburg-Ansbach. Privileg für den Buchdrucker Johann David Messerer. 1788. 40:34 cm. 4 (l.w.) Bll. - 7. Jacob Hiller aus Biberach. 23:40,5 cm. - 8. Max Joseph, König von Bayern (unterz. von anderer Hand). 1808. 32:67 cm. - 9. Mathias Weiss, Gärtner in München. Zeugnis für Johann Völk. 1811. 32,5:45 cm. Mit Seidenbändern. - 10. Johann Georg Friedrich Hilpert, Handelsmann in Ulm. Zeugnis für Johann Konrad Raum. 1815. 41,5:68 cm. Mit anhängendem Lacksiegel in Holzkapsel. - Auf Papier: 11. Johann Jacob Voigt, Handelsmann in Dresden. Zeugnis für Georg Christian Friedrich Endter. 52,5,:74 cm. - Dazu: Abschied aus dem Großherzogl. Hess. Garde Regiment Chevauxlégers für Joh. Dieter Dietrich. Lith. Vordruck, hs. ausgefüllt. 1826. 41:43 cm. Mit Lacksiegel. - 1 weitere Beilage. - Insgesamt gering gebräunt, gelegentlich etwas fleckig, einige Stücke vollständig oder teilweise angestaubt. Schmuckblatt stärker gebräunt u. mit Sammlungsstempel Hans Hopf. - Zus. 13 Teile.
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Glorez u.a., Vieh Buch von Ochsen, Kühen etc.
Veterinärmedizin. - Glorez, A. Vieh Buch von Ochsen, Kühen, Kälbern, Schwein, Schaff, und Geissen. Samt deren Wart, Kranckheiten, und Cur. Deutsche Handschrift auf Papier. (Um 1720). 4to. Blattgr. 21,5:16 cm, Schriftspiegel ca. 18,5:13,5 cm. Deutsche Kursive in brauner Tinte. Mit 1 eingefalt. Tintenzeichnung. 1 nn., 56 num., 7 nn. Bll. Späterer Prgt. mit hs. Rtitel; gering fleckig, Rücken mit 1 Wurmloch.
Handschrift auf Papier mit insgesamt 55 beschrifteten Bll. über Viehhaltung und -krankheiten. Laut Titeltext aus A. Glorez u. verschiedenen Autoren kompiliert. - Etwas gebräunt, vereinzelt etwas fleckig, 7 Bll. mit Prgt.-Blattweisern, Titel mit Bibliotheksstempel. Vorderer Spiegel mit gest. Exlibris des kurmainzischen Diplomaten Philipp Lyncker von Lützenwick (1710-1779), Titel verso mit mod. gedrucktem Exlibris.
Manuscript on paper. A compilation of A. Glorez and other authors, about lifestock diseases and treatments. With 1 folding drawing. - Slightly browned, occassional minor foxing, title-page stamped. Engr. bookplate to endpaper, printed mod. bookplate to title-page verso. Bound in later vellum, ms. title to spine; some slight spotting, 1 wormhole to spine.
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Miniaturen und Einzelblätter
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Antiphonar. Einzelblatt Abruzzen. Initiale D
Antiphonar. - Berardo de Teramo. - Einzelblatt aus einer liturgischen lateinischen Handschrift auf Pergament. Abruzzen um 1330-40. Blattgr. 56,5:39 cm. Schriftspiegel ca. 42:29 cm. 10 Zeilen Text in schwarzbrauner Textura u. Quadratnoten auf vierlinigem System, Hervorhebungen in Rot. Recto Miniatur von Berardo da Teramo in Farben als figürliche Füllung einer Initiale "D" (ca. 8:8 cm) mit farbigen Ausläufern. Insgesamt 13 weitere kleinere Initialen in Rot u. Blau.
Mit ausführlicher Expertise des Kunsthistorikers Prof. Dr. Gaudenz Freuler. - Prachtvolles Antiphonarblatt (fol. XXXXVIIIv) mit Initiale D(ominus dixit ad me filius meus es tu ego hodie genui te.... 21. Dezember) mit dem Heiligen Thomas, der die Erscheinung Gottes schaut. "Beim vorliegenden Blatt handelt es sich um ein weiteres ... Element eines bedeutenden, in der Zwischenzeit aufgelösten Antiphonars, von dem 11 weitere Fragmente bekannt sind. Die Fragen nach Autorschaft, Provenienz und bezüglich des Stifters dieses Chorbuchs klären sich dank der ersten Prachtseite, die sich in Venedig in der Sammlung der Stiftung G. Cini (Inv. 2084) befindet. Dort setzte der Buchmaler mit Dominus Beradus de Teramo fecit hoc opus seinen Namen oben über die illuminierte Initiale A. Am unteren Rand ebendieser Initiale lesen wir in goldenen Lettern eine Dedikation: Archipresbiter Jacobus de sancto Flaviano fecit fieri hoc opus pro anima fratris Mathei propositi Gabiani cuius anima benedicatur ... Aus dieser Inschrift darf die Herkunft des Antiphonars aus dem Benediktiner Kloster S. Benedetto in Gabiano (bei Giulianova) als gesichert gelten. Über den Buchmaler Berardo da Teramo ist im Übrigen nichts bekannt, weshalb seine sich aus der Signierung ergebene Identität ein Glucksfall gilt, zumal aus ihr auch die geographische Herkunft aus Teramo in den Abruzzen erschlossen werden kann" (G. Freuler). - Etwas gebräunt u. fleckig, geringe Knitterspuren, kleines Loch durch Pergamentfehler im unteren weißen Rand, kleine Montagereste im oberen Rand. Provenienz: Privatsammlung London bis 2002, Schweizer Privatsammlung bis 2008, danach deutsche Privatsammlung.
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On Demons
Augustinus, Einzelblatt (Fragment) aus De civitate Dei
Augustinus, Aurelius. De civitate Dei. Einzelblatt (Fragment) aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. 11 Jahrhundert. Blattgr. noch ca. 17:15,5 cm. Noch 21 Zeilen. Karolingische Minuskel in brauner Tinte.
Enthält Abschnitte aus den Kapiteln 15 und 16 von Buch VII aus De civitate Dei, über Dämonen. Vorhanden ist recto ein Textteil aus Kapitel 15 beginnend mit "daemones habere nossemus, prae bonitae vitae..." bis "...ut daemones, quamuis magis aerii sint". Verso aus Kapitel 16 von "oblectari et in eis..." bis "...quod corpore aeris, ipsi sunt soli. proinde". Die Textlücke lässt vermuten daß in etwa die obere Hälfte des ursprünglichen Blattes erhalten ist. - Einbandfund mit den entsprechenden Faltstellen, Flecken, Heftlöchern. Recto links die ersten, verso rechts die letzten 2-3 Buchstaben jeder Zeile ab- oder angeschnitten. Die Versoseite stark angeschmutzt und berieben, einige Buchstaben hier nicht mehr erkennbar.
Upper half of a single leaf from an 11th cent. manuscript of A. Augustinus De civitate Dei, regarding demons. - Once used for binding purposes with the corresponding folds, stains, stitching holes. Recto left the first, verso right the last 2-3 letters of each line cropped or trimmed. The verso side heavily soiled and rubbed, some letters no longer legible.
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Biblia latina, (Matthäus 21-22). 1 Bl.
Biblia latina. - Einzelblatt aus einer lateinischen Bibelhandschrift auf Pergament. 11. Jahrhundert. Blattgr. ca. 28,5:22 cm, Schriftspiegel ca. 19:11 cm. 20 Zeilen. Regelmäßige karolingische Minuskel in brauner Tinte, 3 Versalien (Uncialis) zu Abschnittsanfängen.
Vollständiges Einzelblatt einer mittelalterlichen Vulgatahandschrift, enthält Matthäus 21,33 (ohne den Beginn, vorhanden ab: et peregre...) bis 22,12 (ohne den Schluss, endet: ...vestem nuptialem) mit den Gleichnissen von den bösen Weingärtnern und von der Königlichen Hochzeit. - Einbandfund in entsprechendem Zustand: gebräunt, etwas fleckig, einige Falzspuren, in den Rändern mit Resten späterer Einträge und Notizen. Verso etwas stärker gebräunt und fleckig sowie mit Bereibungen, dadurch einige Worte, insbesondere an den Zeilenanfängen nicht mehr lesbar.
Single complete vellum leaf from a medieval vulgate manuscript of the 11th century in regular Carolingian minuscule, contains Matthew 21:33 (present from: et peregre...) to 22:12 (ends: ...vestem nuptialem). - Once used for bookbinding purposes, with the corresponding signs of use: Some browning and spotting, various crease marks, later notes and annotations to margins. On the verso some words, especially at the beginning of the lines, are no longer legible.
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(verkauft)
Einzelblätter aus lateinischen Handschriften. 4 Bll.
Konvolut von 4 Einzelblättern (1 Fragment) aus einer niederländischen und drei lateinischen Handschriften des 15. Jahrhunderts auf Pergament. Verschiedene Formate. Gotische Bastarda- u. Textualis-Schriften in braunen u. schwarzen Tinten, Initialen in Flüssiggold und Farben, teilw. mit Fleuronnée, 1 mit Bordüre in Gold und Farben.
Drei Bll. aus Stundenbüchern ca. 12,5-17:9-11,5 cm. Ein Blatt als Aussschnitt (ca. 9:13,5 cm) aus einem unbestimmten lat. Text mit großer Initiale "E" (4,5:4 cm). - oRR/Waf.
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(verkauft)
In Nativitate Domini
Missale. Einzelblatt mit Weihnachtsgeschichte. 15. Jh.
Missale. - Einzelblatt aus einer liturgischen lateinischen Handschrift auf Pergament. Deutschland (?), um 1430. Blattgr. 33,5:23,5 cm, Schriftspiegel 21:14 cm. Braun regliert u. liniert, 21 Zeilen. Textualis in schwarzbrauner Tinte in 2 Schriftgraden. Rubriziert, Hervorhebungen in Rot, Initialen in Blau u. Rot, darunter eine achtzeilige Initiale "J" und eine zweizeilige "A" mit Fleuronnée in Rot.
Das Blatt zur Weihnachtsmesse. Blatt Nr. 4 wohl aus einem Missale, mit der vollständigen Weihnachtsgeschichte (Lukas 2, 1-14) und den zugehörigen Gradualen in der Reihenfolge: "Tecum principium, Dixit Dominus Domine, Dominus dixit ad me" vor dem Bibeltext und dem Offertorium "Letentur caeli" gefolgt von dem Versus alleluiaticus "Cantate Domino ... omnis terra" und der Communio "Cantate Domino ... in diem salutare eius". Der folgende Choral "Accepta tibi sit Domine" schließt mit "... nostra substantia in unigenito tuo Domino nostro". - Insgesamt wohlerhaltener Einbandfund mit entsprechenden Klebstoffresten und Anschmutzungen, sorgfältig gereinigt. Spätere hs. Zusätze in den Rändern nahezu vollständig verblasst.
The text for the Christmas Mass. Single sheet of parchment probably from a latin missal, including the complete Christmas story (Luke 2, 1-14) and the corresponding graduals et al. - Previously used as binding material with corresponding adhesive residue and soiling, carefully cleaned. Later ms additions in the margins almost completely faded.
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(verkauft)
Einzelblatt Johannes Baptista / 3 Bll.
Neogotik. - Johannes Baptista. - Darstellung der Taufe Jesu im Jordan, oben im Bildhimmel Gottvater mit der Taube des Hl. Geistes. Einzelblatt auf Pergament, wohl Frankreich, Ende 19. Jh. Blattgröße 19,5:15 cm. Recto farbig aquaraellierte und goldgehöhte Miniatur (10:6,8 cm, mit Rundbogenabschluss), darunter 4 Zeilen Text beginnend mit vierzeiliger Initiale S. Umgeben von dreiseitiger Bordüre aus farbigen Akanthusblättern und Blüten sowie Dornblattrankwerk in Flüssiggold und schwarzer Feder, unten mittig eingesetzt kl. Darstellung des Evangelisten Johannes in Vierpassrosette. Verso 5 Zeilen lateinischer Text in historisierender, gebrochener Schrift mit schwarzer Tinte, darin 2 einzeilige farbige Initialen.
Geschickte Nachahmung der mittelalterlichen Buchmalerei, typisch für die Spätzeit des Historismus in Frankreich. - Vor allem unten mittig mit kl. Abreibungen bzw. Fraßspuren. - Dazu: 1. Olybrius trifft die Hl. Margareta. Ebenso. Blattgr. 244,5:17,5 cm. Recto farbig aquarellierte Miniatur mit Goldhöhung (13:9,5 cm; mit Rundbogenabschluss), darunter vierzeiliger französ. Text beginnend mit vierzeiliger Initiale; eingefasst von dreiseitiger Bordüre in Gold und Farben. Stark gebräunt, fleckig u. knitterfaltig. - 2. Vermutlich Szene aus Boccaccios 'La Teseida'. Ebenso. Blattgröße ca. 32,5:23 cm. Recto farbige u. goldgehöhte Miniatur (ca. 19:17,5 cm), an 3 Seiten eingefasst von Rankwerksbordüre mit farbigen Blättern u. Blüten, nur oben auch goldgehöht. Leicht angestaubt u. fleckig, ev. nicht ganz vollendet. - Zusammen 3 Einzelbll. auf Pergament.
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Persische Miniaturen. 3 Bll.
Orientalische Handschriften. 3 Bll. aus verschiedenen persischen Handschriften auf Papier des 18./19. Jh. Verschiedene Blattgrößen. Jedes Blatt mit großformatiger Miniaturmalerei in Gold u. Farben und kalligraphiertem Text.
Dekorative vielfigurige Darstellungen: 1. Jagdszene in felsiger Landschaft mit Reitern, Kamelen, Antilopen, Bär, und Hunden. Blattgr. 29:20 cm, Schriftspiegel 20:10 cm. - Die Darstellung weit über den Schriftspiegel hinaus reichend. - 2. Stadtansicht mit Reitern und Personen. Blattgr. 31:21 cm, Schriftspiegel 23:14,5 cm. - 3. Innenansicht eines Palastraums mit Personen. Blattgr. 19:14 cm, Schriftspiegel 16:9,5 cm. - Insgesamt leicht gebräunt u. fleckig, 2 Bll. in den Rändern etwas wasserfleckig, 1 Bl. mit wenigen Marginalien in Tinte.
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Petrus Lombardus. 6 Bll. aus 1 Handschrift 12./13. Jh. / 7 Hefte
Petrus Lombardus. Sententiae. - 6 Blätter aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament, verwendet als Einbände. Ende des 12. oder erste Hälfte des 13. Jh. Blattgröße noch 30:20,5, Schriftspiegel 24:14 cm. 29 Zeilen. Frühgotische Minuskel in brauner Tinte, Hervorhebungen in Rot. Mit 1 neunzeiligen figürlichen Initiale "S" in Gold auf Blau u. zahlreichen zweizeiligen Initialen in Rot.
Die "Sententiae" (Sententiarum libri IV) des Petrus Lombardus (ca. 1095/1100-1160) waren eins der einflussreichsten theologischen Werke des Mittelalters. Alle Blätter stammen aus Liber IV. Sichtbar sind 5 Rectoseiten u. 1 Versoseite, jeweils komplett, bei 5 Heften allerdings tlw. verdeckt durch ein großes Deckelschild aus Papier. Die sehr interessante große Initiale zeigt eine geflügeltes Fabelwesen mit einem Menschenkopf, der eine Art Kappe trägt. Sie leitet Liber IV ein: "(S)amaritanus enim...". Die Blätter wurden wohl im 18. Jh. verwendet, um einzelne Stimmen stimmen der "Offertoria ad Evangelia in Festo Corporis Xsti" einzubinden, die Hefte enthalten jeweils 5 Bll. Notenhandschrift. - Etwas angestaubt, 5 Hefte mit Deckelschild. - Dazu: 1 Blatt aus einer anderen, sehr abkürzungreichen lateinischen Handschrift auf Pergament mit theologischem Inhalt, wohl 14. Jh. Bastarda in schwarzbrauner Tinte. - Enthält eine weitere Stimme zum oben genannten Musikwerk. - Zusammen 7 Hefte.
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Petrus Riga, Aurora. Einzelblatt 13. Jh.
Riga, P. Aurora. Einzelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Wohl England, erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Blattgr. 23,8:11,5 cm, Schriftspiegel 20:6,5 cm. 50 Zeilen. Ebenmäßige Rotunda in brauner Tinte. Initialen in Blau und Rot mit Fleuronnée.
Schönes Einzelblatt aus der berühmten Paraphrase der Bibel in Versform des französischen Klerikers und Dichters Petrus Riga (um 1140-1209), in dem wegen der kurzen Zeilen typischen schlanken Hochformat. Wie meist, der erste Buchstabe jeder Zeile gering nach links ausgestellt. - Recto im Rand mit zeitnahen Zusätzen von anderer Hand, verso wohl von eben dieser Hand mit Korrektur durch Rasur in einer Zeile. - Provenienz: eines der mit Nr. 7 bezeichneten Blätter aus den von Otto F. Ege zusammengestellen Portfolios von Einzelblättern aus mittelalterlichen Manuskripten seiner Sammlung.
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Stundenbuchblätter / 22 Bll.
Stundenbuchblätter. - 22 Bll. aus elf verschiedenen lateinischen Stunden- oder Gebetbüchern auf Pergament. Wohl Frankreich oder Flandern, um 1400/15. Jh. 12mo (2) u. 8vo (20), unterschiedl. Blattgrößen von ca. 11:7,5 bis 20:13 cm.
Geschrieben in schwarzen oder braunen Tinten, überwiegend Textura. 6 Bll. mit schlichtem, in Rot und Blau eingemaltem Initialdekor, die anderen 16 Bll. mit meist ein- und zweizeiligen Initialen in Gold und Farben, diese vereinzelt auch mit Deckweißornamentik oder mit rotem oder blauem Federwerk sowie 7 Bll. mit zahlreichen Zeilenfüllern in Gold auf rotem Grund. - Gering fleckig, wenige kl. Randläsuren, die beiden kleinen Bll. stärker gebräunt; 2 Bll. mit kl. Wurmlöchern im Schriftspiegel.
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(verkauft)
Stundenbuchblätter mit Bordüren. 18 Bll.
Stundenbuchblätter. - 18 Bll. aus fünf verschiedenen überwiegend lateinischen Stunden- oder Gebetbüchern auf Pergament. Wohl Frankreich oder Flandern, um 15. Jh. 12mo (7 Bll.) u. 8vo (11 Bll.), Blattgrößen von ca. 12:8,5 bis 21:14,5 cm.
Geschrieben in braunschwarzen und vereinzelt roten Tinten, Textura. Mit etlichen ein- und zweizeiligen Initialen meist in Gold auf blauem oder mauvefarbenem Grund bzw. entsprechender Binnenzeichnung und mit Deckweißornamentik, ferner mit einigen Zeilenfüllern. Alle Bll. außerdem mit einer seitlichen Randbordüre, meist recto und verso: 4 Bll. mit Blattwerksbordüren mit Goldpunktierung, alle anderen Bordüren auch mit farbigen Blüten und 6 Bll. mit Akanthusblättern. - Stellenweise etwas gebräunt oder fleckig, 5 Bordüren angeschnitten. Einzelne kl. Randläsuren. Ränder punktuell meist mit Montageresten.
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(abgelaufen)
2 Einzelbll.: Johannes Baptista - Judith und Holofernes
Stundenbuchblätter. - Johannes Baptista. - Links König Herodes, dahinter Salome, rechts der Täufer im Fellgewand, in seiner Linken ein rotes Buch haltend, auf dem das Lamm Christi ruht. Goldgehöhte Miniatur (ca. 8:5,5 cm) als figürl. Füllung einer Initiale "I". - Dazu: Judith und Holofernes. Goldgehöhte Miniatur (ca. 9.5:6,1 cm) als figürl. Füllung einer Initiale "U". - Zusammen 2 Ausschnitte aus derselben Handschrift auf Papier. Französische Schule (?), wohl Anfang 16. Jh. Blattgröße 11,1:71 bzw. 11,3:8,4 cm.
Bei dem 1. Bl. das Außenmotiv der Initiale angeschnitten, das 2. Bl. bis zum Buchstabenstamm beschnitten; die figürliche Darstellung jeweils unberührt. Beide auf Karton aufgezogen, mit Linieneinfassung versehen u. unter Passepartout montiert. - Qualitätvolle Arbeiten.
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(verkauft)
Stundenbuch. 2 Doppelblätter
Stundenbuchblätter. - 2 Doppelblätter aus einem Stundenbuch auf Pergament. Wohl Frankreich, Mitte 15. Jh. Blattgr. 19:13,3 cm, Schriftspiegel 9:6 cm. 15 Zeilen, zart regliert. Textura in schwarzbrauner Tinte, Hervorhebungen in Rot. Jede Seite im seitlichen Außenrand mit einer breiten (9,5:3,5 cm) und 1 Seite innen auch mit einer kürzeren schmalen Zierleiste in Gold und Farben mit Blumen und Blattwerk. Mit insgesamt 1 zweizeiligen u. 44 einzeiligen Initialen sowie 39 Zeilenfüllern in Gold, Blau und Mauve mit weißem Federwerk. - Ränder stellenw. leicht fleckig.
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Autographen
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Humboldt to a Ventriloquist
Humboldt, Eigenh. Billet
Humboldt, Alexander v. (Naturforscher u. Geograph; 1769-1859). Eigenhändiges Billet in französischer Sprache mit Unterschrift an A. Vattemare. Teplitz, 22. August 1833. Qu.-kl.-8vo (ca. 8:12,5 cm).
Alexandre Vattemare (1796-1864) war ein Bauchredner und Schauspieler, der unter dem Künstlernamen "Monsieuer Alexandre" 1833 auch in Teplitz auftrat. Humboldt erinnert ihn an ein Treffen bei Paris vor vielen Jahren und rühmt das "merveilleux talent mimique que la nature vous a accordée". Gedruckt in Humboldt, Correspondance inédite scientifique et littéraire, Bd. 1 (1869), S. 323f. - Etwas gebräunt.
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(abgelaufen)
Karl V., Brief mit eigenh. Unterschrift 1522
Karl V. (röm.-deutscher Kaiser; 1500-1558). Brief mit eigenhändiger Unterschrift "Carolus" an Friedrich II., Kurfürst der Pfalz. Brüssel, 29. April 1522. Blattgr. ca. 29,5:21 cm. 2 S. auf 1 Doppelbl., mit Adresse. Gegengezeichnet vom Vizekanler Nikolaus Ziegler.
Betrifft das Stift Lüttich. Bischof von Lüttich war Erhard von der Mark, der sich eng an die Habsburger anlehnte, 1521 auf Betreiben Karls zum Kardinal ernannt wurde und 1522 einen Koadjutor ernannte, den Karl ausgesucht hatte. Friedrich (1482-1556) war ab 1508 Statthalter in der Oberpfalz und wurde 1554 Kurfürst. - Mit Faltspuren. 2. Bl. mit Eckausriss außerhalb der Adresse.
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Golo Mann, 9 Briefe + 1 Fotografie + 7 Bde.
Mann, Golo (Historiker u. Schriftsteller; 1909-1994). 9 maschinenschriftliche Briefe mit Unterschrift auf 10 Bll. Kilchberg am Zürichsee, 9. Sept. 1983 - 6. März 1989. (21:14,5 u. 29,5:21 cm). - Dazu: Originalfotografie von Rupert Leser mit dem Porträt Golo Manns, von Mann recto signiert. (18:23 cm).
An Magdalena Ungricht, Zürich, die offenbar Leseabende organisierte. Zum Teil kürzere Briefe mit Terminvereinbarungen, zum Teil inhaltsreicher, so über seinen Vortrag in Nördlingen 1984. Im Brief vom 27. März 1987 schrieb Mann: "Eben lese ich, zu einem bestimmten Zweck, in meinen Tagebüchern der dreissiger Jahre; damals konnte ich meine Sorgen nur dem Tagebuch anvertrauen, eine Möglichkeit zu veröffentlichen besass ich gar nicht. Manches, was ich da schrieb, war nur allzu wahr ...". Zu dieser Zeit schrieb Mann an der Fortsetzung seiner "Erinnerungen und Gedanken". - Dazu: 1. Klaus Mann. Tagebücher. 6 Bde. München (1989-1991). Or.-Lwd. mit OU. - 2. Ausstellungkatalog zu Klaus Mann. Ahlen 1981. Qu.-4to. - Eine Abbildung, die Fritz Landshoff zeigt, von diesem signiert. - Zusammen 9 Briefe, 1 Fotografie u. 7 Bde.
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Thomas Mann zum 150. Geburtstag - Eine Sammlung von Autographen
Mann, 2 eigenh. Briefkarten.1909-1910
Mann, Thomas (Schriftsteller, 1875-1955). 2 eigenhändige Briefkarten mit Unterschrift. München, 28. März 1909 u. 7. Juni 1910. Zusammen gerahmt.
Mann zeigt die Geburt der Kinder Golo und Monika an. "Liebes Fräulein Schlier: heute früh 1/8 Uhr ist ein kleines Mädchen bei uns angekommen. Katja läßt schön grüßen". Zumindest diese Karte ist an Emma Schlier (geb. 1883 in Ansbach) gerichtet, die zeitweise die Verlobte von Katja Manns Bruder Erik Pringsheim (1879-1908) war und zu der die Familie auch nach der Trennung von Erik Pringsheim noch Kontakt hielt. - Gering stockfleckig.
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