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Wagner, Briefe an Theodor Apel / 41 Briefe
Wagner, Richard. (Komponist; 1813-1883). Sammlung von 40 eigenhändigen Briefen an seinen Jugendfreund Theodor Apel (1811-1867), zusammen mit 1 Brief von der Hand seiner Frau Minna Wagner (1809-1866) an denselben. Magdeburg, Leipzig, Paris u.a. 1832-1853. Verschiedene Formate, meist 4to.
Diese Sammlung enthält alle bisher gedruckten Briefe Richard Wagners an seinen Jugendfreund Theodor Apel - eine unschätzbare Quelle für Wagners frühe Jahre.
Richard Wagner und Theodor Apel kannten sich bereits aus der Leipziger Nikolaischule. Befreundet war jedoch schon Theodors Vater August Apel mit Wagners Vater und seinem Onkel Adolph Wagner, die sowohl im Stadthaus der Apels in Leipzig als auch auf dem Apelschen Gut in Ermlitz mehrfach zu Besuch waren.
Die zum Teil sehr umfangreichen Briefe Richard Wagners an Theodor Apel sind von großer Vertrautheit geprägt. Schon in den ersten Briefen berichtet Wagner von der unerwiderten Liebe zu Jenny Pachta, die er in Prag kennengelernt und im böhmischen Pravonin besucht hatte: "Nein, länger kann ich nicht mehr an mich halten, mein theurer, einziger, einziger Freund Theodor! Ich muß mich endlich einmal ganz wieder in Dein Herz ausschütten, oder es preßt mir selbst das meinige zusammen" (aus dem frühesten vorliegenden Brief, datiert Pravonin, 12./20. Oktober 1832; dieser wurde in Würzburg am 14. März 1833 fortgesetzt, hier als ein Brief gezählt).
Im Sommer 1834 reisten Wagner und Apel gemeinsam sechs Wochen durch Böhmen, ein Erlebnis, an das Wagner noch im letzten Brief von 1853 erinnert: "Wenn ich mich entsinnen will, je wirklich und recht heiter gewesen zu sein, so muß mir nur jene Reise einfallen: Gesundheit, Jugend und eine Fülle von wilden Hoffnungen, waren - mit Dir - damals meine Begleiter".
Später im Jahr 1834 wurde Wagner Musikdirektor am Magdeburger Theater. Aus dieser Zeit stammen die meisten von Wagners Briefen an Apel. Ausführlich berichtet er über seine Arbeit, seine Pläne und auch über die Liebe zu Minna Planer - in so offenen Worten ("Ich genieße ihre Gunst völlig u. fast aussschweifend"), dass der Brief vom 2. Oktober 1835 in der Ausgabe von 1910 nur stark gekürzt erschien.
Im Brief vom 27. Oktober 1834, nachdem er an die gemeinsame Reise nach Böhmen erinnert hat ("Du hast gar keinen Begriff, wie wohl es mir tut, daran zu denken"), stellt Wagner seinem Freund einen Plan vor: mit seiner Oper "Liebesverbot" müsse er "durchschlagen und Ruf u. Geld gewinnen; ist mir es geglückt, beides zu erlangen, so ziehe ich mit Beidem und mit Dir nach Italien (...) In Italien komponire ich dann eine italienische Oper (...) sind wir dann braun u. kräftig, so wenden wir uns nach Frankreich (...)".
Theodor Apel hatte Jura studiert, war aber auch schriftstellerisch tätig. Zu seinem Schauspiel "Columbus" komponierte Wagner eine Ouvertüre. Am 7. Dezember 1834, nach Lektüre des Manuskripts, äußerte Wagner sich enthusiastisch: "Du hast etwas herrliches geliefert, mein Theodor, - ich bin erstaunt über Dein Werk, - Du hast all meine Erwartungen übertroffen". In demselben langen Brief schreibt Wagner auch über die Schulden, in die er inzwischen geraten ist: "Ich habe meine Lage zu wenig beurteilen können, ich habe mich durch Leichtsinn aller Art in eine solche Schulden-Schmiere gebracht, daß mir die Haare davor zu Berge stehen. (...) Ausschweifungen mancher Art brachten mich noch tiefer hinein. (...) Ich bitte Dich, nimm ein kleines Kapital von 200 Thl:, lege es bei mir auf ein Jahr an, Du büßest höchstens die Geldzinsen ein, die ich Dir doch unmöglich anbieten könnte (...)". Apel half in diesem Fall und später auch.
Wagners Geldsorgen und seine Bitten an Apel um Geld bestimmen immer wieder auch die folgenden Briefe. "Meine Geldaffairen, Du Rettungsengel, sind noch nicht ganz in Ordnung; - das weiß der liebe Gott! Hätt‘ ich mich nur damals auf dem wahnsinnigsten Standpunkte meiner verzweifelten Lage noch genauer gegen Dich ausgesprochen! Will ich vollkommen rein sein und zugleich für meine nächste ungewisse Zukunft etwas gedeckt, so sind mir noch 200 Thaler nöthig! Erschrick‘ nicht! Aber es ist so" (19. Mai 1835). Besonders offen und ausführlich äußert sich Wagner am 21. August 1835 aus Frankfurt: "Ich sehe jetzt nur zu gut, daß das Geld keine Chimäre, keine verächtliche werthlose Nebensache sei (...) Ich war im Wahnsinn, sage ich, denn ich begriff mich und meine Stellung zur Welt nicht; - ich wußte, daß ich nicht den mindesten begründeten Anhalt u. Rückhalt hatte, u. handelte doch wie ein Toller, überschritt meine Verhältnisse in jeder Beziehung (...) es ist unerhört u. unerklärlich, in welchen Abgrund ich gerathen. Deine enormen u. anhaltenden Anstrengungen, mich aus ihm zu retten, machten mich nur noch kühner, u. ließen mich auf ein blindes Etwas vertrauen (...) Ich kann aber Magdeburg nicht eher wieder betreten, bis ich eine Schuldenlast von 400 Thalern von mir gewälzt habe".
Aus dem Brief vom 5. November 1835: "Du hast mir auch das Geld nicht geschickt, - warum bringst Du mich in so gemeine Verlegenheit, Dich darum zu mahnen, was Du mir nicht schuldig bist?"
Nach einem wütenden Brief (4. April 1835) wegen eines Missverständnisses über eine Probe für die Ouvertüre zum "Columbus" ("Ich soll mich entschuldigen! Weshalb! – Daß Ihr dumme Teufel seid? ... Leb‘ wohl, - mein Alter - voll Gift und Galle / Dein Richard") zeigt sich Wagner im Brief vom 8. April 1835 versöhnlich "Du hattest also meinen Mord- und Totschlagbrief (...) noch nicht erhalten. Er war in der größten Wuth abgefaßt".
Der vorerst letzte Brief von Wagner an Apel stammt vom 6. Mai 1836: "Mein Horizont umwölkt sich immer mehr. Ich nehme Dein Anerbieten einer Zuflucht in Ermlitz an." Apel konnte das Angebot nicht aufrechterhalten, da auf Ermlitz Bauarbeiten stattfanden. Ebenfalls im Mai 1836 hatte Apel einen Reitunfall, der später zu seiner Erblindung führte.
Erst am 20. September 1840 schrieb Wagner wieder, und zwar einen sehr langen Brief aus Paris, in dem er Apel über die zurückliegenden Jahre berichtet, seine prekäre Lage in Paris schildert und ihn wieder um Hilfe angeht: "Um allen Schein von Heuchelei zu vermeiden, schicke ich (...) sogleich an die Spitze dieses meines Briefes, nach Jahren wieder des ersten: das ist: - ich bin im äußersten Unglück, u. Du sollst mir helfen! (...) Es ist über 4 Jahre her, daß wir uns nicht sahen: - Du bist während dem blind geworden, u. ich muß meinen ersten Brief an Dich so beginnen; - Da hast Du ein Stück Schicksal, genug für uns Beide. (...) gegenwärtig (stehe ich) wieder in ziemlich günstigen Relationen wegen einer 2 oder 3actigen Oper. - 'Der fliegende Holländer' - von welcher mein eingereicher Entwurf des Sujets den größten Beifall erhalten hat. (...) Für jetzt hätte ich aber gern meinem armen Weibe Medicin gekauft!". Apel half wieder; eine Verzögerung - und dass Wagner glaubte, Apel könne noch mehr für ihn tun - führte dazu, dass Wagner zwei Briefe, geschrieben von Minna Wagner folgen ließ: am 28. Oktober (nicht 25.) und am 17. November 1840 (dieser liegt hier nicht vor), die ebenfalls die materielle Not der Wagners in düsteren Farben vor Augen stellten: "Das Einzige was ich heraus bringe ist: Hülfe, Hülfe! Bringen Sie Richard ein großes Opfer, suchen sie es schleunig möglich zu machen, und Gott wird es Ihnen lohnen, wenn Richard's dankbare(s) Herz und mein Gebet zu schwach dazu sein sollten".
Der letzte bekannte Brief Wagners an Apel stammt vom 3. August 1853: eine freundliche, lange Antwort auf einen Brief Apels. Wagner erinnert sich an die Reise durch Böhmen und schreibt viel von seinen Plänen. "So bin ich denn wieder daran, mich zu einem großen Kunstwerke zu rüsten: bald denke ich die Musik zu meinem großen Bühnenfestspiel: der Ring des Nibelungen, zu beginnen, wozu ich wohl drei bis vier Jahre gebrauchen werde, denn es sind so gut wie 4 Dramen. Dann soll mich erst noch die Aufführung beschäftigen, die ich als ein besonderes dramatisches Fest dereinst in Zürich zu veranstalten gedenke. Du bist dazu eingeladen! (...) Ich denke, Ihr werdet nächstens nun auch den 'Lohengrin' hören: unter der Bedingung, daß Liszt in meinem Namen die Aufführung überwacht, habe ich dem Leipziger Theater die Erlaubnis dazu gegeben. Das ist wohl mein edelstes Werk: leider konnte ich selbst noch nicht die Musik hören; was Beethoven die Natur auferlegte, legt mir die Polizei auf". Er schließt: „Schreib mir nach Zürich! Adieu! behalt lieb Deinen Richard Wagner“.
Die hier vorliegenden Briefe sind seit 1910 weitgehend bekannt. In diesem Jahr veröffentlichte ein Enkel Apels "im Einverständnis mit dem Hause Wahnfried" die vorliegenden Briefe, die jedoch zum Teil leicht, in einem Fall erheblich gekürzt wurden. In diesem Zuge gelangten vollständige Abschriften in das Richard-Wagner-Archiv. Als der erste Band von Wagners "Sämtlichen Briefen" 1967 erschien, galten Wagners Briefe an Theodor Apel als "durch die Ereignisse der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre verschollen"; der Abdruck erfogte nach den Abschriften im Richard-Wagner-Archiv oder nach dem Erstdruck. Nummern der vorliegenden Briefe (inklusive des von Minna W. geschriebenen) in den "Sämtlichen Briefen": Bd. 1: 8-10, 15-34, 37, 39, 40, 42, 45-48, 51, 59-63, 66, 67 u. 113, 117; Bd. 5: 224. - Hier u. da etwas fleckig, meist durch aufliegendes Siegel, Brief vom 20. 9. 1840 etwas stärker fleckig; stellenw. mit kleinen Randläsuren, auch durch Siegelausrisse; Brief vom 6. 6. 1835 mit geringem Textverlust durch Fehlstelle (in den Abdrucken erwähnt); Brief vom 27. 1. 1835 mit kleinem Textausschnitt am Ende (nach "gesund"; in den Abdrucken nicht erwähnt).
Collection of Richard Wagner's letters to his close friend Theodor Apel, an invaluable source of information about Wagner's early years. 40 letters by Wagner's hand, 1 letter by the hand of his wife Minna. Most of the letters date from 1834 to 1836 when Wagner was in Magdeburg and constantly struggled for money, 2 letters (1 written by his wife) are written in Paris, when Wagner had hit rock bottom. Apel lent Wagner large sums of money. All these letters have been printed in "Sämtliche Briefe" from transcripts . - Some staining here and there, somwhat heavier to 1 letter; some marginal fraying in places; small loss of text to 1 letter, small cut-out with loss of text to another letter.
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Levaillant, Histoire des perroquets. 2 Bde.
Papageien. - Levaillant, F. Histoire naturelle des perroquets. 2 Bde. Paris, Levrault frères bzw. Levrault, Schoell & Co., 1801-1805. Imp.-fol. (55:36 cm). Mit 145 Tafeln von Langlois nach J. Barraband in Farbstich mit Retusche. 4 Bll., 135 S., 1 Bl.; 2 Bll., 112 S., 1 Bl. Rote HMaroquinbde. d. Zt., mir goldgepr. Rückentiteln und Rückenvergoldung; berieben, Innengelenke etwas gelockert.
Nissen, IVB 558; Anker 303; Zimmer 392; Ronsil 1780; Fine Bird Books 118; Martin Libr. 143. - Erste Ausgabe dieser seltenen prächtigen Monographie in einer breitrandigen Großfolio-Ausgabe auf starkem Papier. Mit den prachtvollen, von Langlois gestochenen Darstellungen. Fortsetzungen mit lith. Tafeln von A. Bourjot St. Hilaire erschienen 1837-38 und von Souancé 1857-58. - Schönes unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar. Seidenhemdchen etwas stockfleckig, die Tafeln nur in den äußeren Rändern betroffen, Text gleichmäßig leicht gebräunt, die Tafeln nicht betroffen. Erste u. letzte Bll. in Bd. 1 mit kleinem Wasserfleck im äußersten Rand, Taf. 26 kopfstehend eingebunden. Vorsätze mit lith. Exlibris mit Motto "Je ne change qu'en mourant" und teilw. gelöschtem Stempel einer ornithologischen Bibliothek.
First edition, 2 vols., large paper copy. Beautifully illustrated with 145 fine engravings printed in colours and touched up by hand. Levaillant's fundamental monograph on parrots "is, unwittingly, a part of the glories of Napoleonic France" (Fine Bird Books). Supplementary volumes with lith. plates were issued by Bourgot St. Hilaire in 1837-38 and by Souancé in 1857-58. - Fine uncut and wide margined copy. Text evenly lightly browned, plates not affected, some foxing to protective tissue guards, plates and text only affected in margins; little maginal waterstaining to margins of first and last leaves of first vol. Plate 26 bound in upside-down. 20th cent. bookplate to pastedown and partly erased stamp of an ornithological library to free endpapers. Bound in contemp. red half-morocco, spines gilt; somewhat rubbed, inner hinges slightly loosened.
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Exemplar des Georg Joachim Rheticus
Ptolemaeus, Almagestum 1528+Apian, Introductio. Annotiertes Ex. G.J. Rheticus
Ptolemaeus, C. Almagestum seu magnae constructionis mathematicae opus plane divinum. Latina donatum lingua ab G. Trapezuntio. Per L. Gauricum recognitum. Venedig, L. Giunta, 1528. Fol. (31,9:22 cm). Mit Druckermarke in Rot u. zahlr. Holzschnitt-Diagrammen, meist als Marginalien. 6 nn., 143 num. Bll. - Angebunden: P. Apian. Introductio geographica Petri Apiani in doctissimas Verneri annotationes... Huic accedit translatio nova primi libri Geographiae Cl. Ptolemaei (etc.) (Ingolstadt 1533). Fol. Mit Titelholzschnitt-Vignette, gr. Wappenholzschnitt (Titel verso), zahlr., teils großen Textholzschnitten, 2 figürl. Holzschnitt-Initialen, sowie Diagrammen u. Tabellen im Text. 88 Bll. Blindgeprägter Schweinslederband d. Zt. mit handschriftlichen Rückentiteln, reicher Prägung aus Tanz-, Reformatoren- und Tugendrollen, Kurfürstenmedaillon sign. "H.H", ein Ornament sign. "C. N."; berieben und fleckig, an den Ecken bestoßen, hinterer Vorsatz erneuert.
Spektakuläres Dokument zur Begründungsgeschichte der Modernen Astronomie
Bisher unbekannter Sammelband mit eigenhändig annotierten Exemplaren aus Vorbesitz des Kopernikus-Schülers Rheticus
Rheticus war der bedeutendste Verbreiter der Kopernikanischen Heliozentrik
I. EDIT 16, CNCE 29477; Adams P 2214; Sander 5972; Renouard 92; Houzeau-L. 865; Sparrow 167; Norman 1760; Honeyman 2251; Stillwell 97n; vgl. PMM 40, DSB XI, 187 ff. u. Thorndike IV, 395 f. - Erste nach dem griechischen Urtext übersetzte Ausgabe, insgesamt zweite lateinische. Von mehreren der genannten Bibliographen wird die Seltenheit des Giunta-Druckes gegenüber dem Petrus Liechtensteins von 1515 hervorgehoben, der auf einer arabischen Intermediärübersetzung basierte. "The editio princeps of the first Latin version of Ptolemy's 'Almagest' to be taken directly from the original Greek text... remained the dominant influence in theoretical astronomy until the close of the 16th century" (Norman). - Rheticus lehrte in Wittenberg über Ptolemäus, den er in seiner Jugend "als Schöpfer der Himmelskunde" verehrte "ohne den es keinen Kopernikus gegeben hätte" (vgl. Burmeister I, S. 49-50). Bei diesem Exemplar handelt es sich um die damals modernste Fassung des "Almagest".
Georg Joachim Rheticus hat den "Almagest" (und dessen astronomische Konzepte) intensiv benutzt und gekannt, als er mit Nikolaus Kopernikus zusammenarbeitete.
Im 16. Jahrhundert war der "Almagest" das Standardwerk der Astronomie. Kein Astronom – auch nicht Kopernikus – konnte daran vorbeigehen. Kopernikus entwickelte sein heliozentrisches System aus der Auseinandersetzung mit Ptolemäus' geozentrischem Modell, um dessen mathematische Unstimmigkeiten (wie den Äquanten) zu beseitigen.
Rheticus war ein exzellenter Mathematiker, der aus der Wittenberger Schule kam, die stark auf Ptolemäus basierte. Als er 1539 zu Kopernikus nach Frauenburg kam, brachte er umfassende Kenntnisse der ptolemäischen Astronomie mit.
In seiner Narratio Prima (1540), dem ersten Bericht über Kopernikus' Theorie, vergleicht Rheticus die neuen Erkenntnisse des Kopernikus direkt mit den alten Lehren des Ptolemäus. Er nutzte die Daten und Methoden des Almagest, um zu zeigen, wie viel präziser das neue heliozentrische Modell in bestimmten Punkten war.
Rheticus verstand, dass Kopernikus die mathematischen Werkzeuge von Ptolemäus (Epizykel, Exzenter) weiterverwendete, aber in ein neues, sonnenzentriertes System einbaute.
Rheticus hat nicht nur den Almagest benutzt, sondern ihn als Vergleichsbasis genutzt, um die revolutionäre Arbeit des Kopernikus zu verstehen, zu überprüfen und schließlich durch die Drucklegung (1543) zu unterstützen.
II. VD 16, A 3089. - Vermutlich seltener erster von 2 Drucken des gleichen Jahres. Titel in Rot und Schwarz gedruckt. Enthält unter anderem Werners berühmte Neuinterpretation von Ptolemaeus "Geographia", die wegweisend ist für die Weiterentwicklung hin zur modernen Kartographie. Ferner die wohl erste Beschreibung von Apians "Torquetum", einem astronomischen Instrument zu Bestimmung der Position von Planeten, weiterentwickelt in Apians berühmtem "Astronomicum Caesareum".
Zustand I und II: Handschriftliche Notizen im Text und auf Vorsatz von Rheticus und weiteren Vorbesitzern. Insgesamt gering gebräunt, stellenweise etwas stockfleckig und kaum fleckig. - II. Schlusslage "l" im unteren Drittel mit gegen Ende stärker werdenden bräunenden Flecken, insbesondere die letzten 4 Bll. des 2 Werkes mit reparierten Feuchtschäden, davon das Bl. mit "De usu Torqueti" und "Castigationoes erratum" mit kleinen reparierten Textverlusten.
Provenienz: Bisher unbekanntes Exemplar aus dem Besitz des Georg Joachim Rheticus, hier mit seinem eigenhändigen Besitzvermerk auf dem Titel und zahlreichen eigenhändigen Anmerkungen in beiden Werken des Sammelbandes. Rheticus' hier benutzer Besitzvermerk mit dem Geburtsnamen seiner Mutter "Georgius Ioachimus de Porris", geht zurück auf seine Mutter Tomasina de Porris, einer reichen italienischen Adligen. Den mütterlichen Namen hatte Rheticus für kurze Zeit nach dem Tod seines Vaters angenommen, später änderte er ihn wieder in Rheticus. Der Vater war ein erfolgreicher Arzt in Feldkirch und wurde, vermutlich aus Neid und Missgunst, der Hexerei beschuldigt und mit dem Schwert hingerichtet. Es liegt nahe anzunehmen, dass Rheticus schwerwiegende und rufschädigende Nachteile als Sohn eines zum Tode verurteilten (vermeintlichen) Hexers befürchtete und deshalb den Namen änderte. - Dass der Geburtsname der Mutter des Rheticus landläufig unbekannt ist, mag erklären, dass erst vor kurzem die Identität des berühmten Astronomen hinter dem Namen "Porro" als Besitzer dieses Bandes enthüllt wurde.
Rheticus' Nachlass, insbesondere auch die Handschriften, darunter die Originalhandschrift von Nikolaus Kopernikus o.g. 'De revolutionibus orbium coelestium', ging weitgehend an den Rheticus-Schüler Valenthin Otho über. Auch hatte R. Teile seiner Bibliothek schon zu Lebzeiten verschenkt. Vermutlich über Auktionen gelangten beispielsweise schon früh im 17. Jahrhundert Bände in die Bibliothek der Grafen von Schönborn-Buchheim (unsere Auktion 53 und 54 im Jahr 1993).
Weitere Vorbesitzer: Berosius (?), um 1600, unleserlicher Name aus der Hand des nächsten Besitzers Polycarpus Procopius de Bonanno mit dessen gest. Exlibris, Polycarp war Naturwissenschaftler italienischer Herkunft, Arzt und Berater von Erzbischof György Lippay, vermutlich stammen die weiteren handschriftlichen Einträge von seiner Hand, (Teile des Nachlasses von Polycarp mit seinem Exlibris finden sich heute in der Kathedralbibliothek in Esztergom in Ungan); Ignatius de Bonanno (Sohn des ersteren und Dekan der Wiener Philosophischen Fakultät um 1681), hier mit (seinem eigenhändigen?) handschriftlichem Datumsvermerk 4. Juni 1664 auf dem väterlichen Exlibris; in den 90iger Jahren des 20. Jahrhunderts auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse aus dem Wiener Antiquariatshandel erworben, Provenienz Rheticus damals noch nicht entschlüsselt.
I-II. Sammelband with 2 highly important astronomical books, previously unknown copy from the collection of Georg Joachim Rheticus, here with his handwritten ownership inscription, still using his mothers name "de Porro", on the title page and with numerous handwritten annotations from his hand in both works from the sammelband. Rheticus' ownership inscription on the title-page with his the name ‘Georgius Ioachimus de Porris’, which goes back to his mother Tomasina de Porris, a wealthy Italian noblewoman. Rheticus had taken his mother's name for a short time after his father's death, later changing it back to Rheticus. His father was a successful physician in Feldkirch but was accused of witchcraft, presumably out of envy and resentment, and executed by the sword. It stands to reason that Rheticus feared serious and reputation-damaging disadvantages as the son of a (supposed) witcher condemned to death and therefore changed his name. Since Rheticus' mother's birth name was generally unknown, it was only recently that the identity of the famous owner Georg Joachim Rheticus behind the name "Porro" of his mother could be deciphered. Rheticus taught in Wittenberg about Ptolemy, whom he revered in his youth ‘as the creator of astronomy’ ‘without whom there would have been no Copernicus’ (cf. Burmeister I, pp. 49-50). The present copy by him is the most modern version of the ‘Almagest’ at that time. Georg Joachim Rheticus made extensive use of Ptolemy's ‘Almagest’ (and its astronomical concepts) and was very familiar with it when he worked with Nicolaus Copernicus. Rheticus not only used the Almagest, but also employed it as a basis for comparison in order to understand and verify Copernicus' revolutionary work and ultimately support it by publishing it (1543).
Further owners: Berosius (?, around 1600), illegible name in the hand of the next owner, Polycarpus Procopius de Bonanno, with his ex libris; Polycarp was a natural scientist of Italian origin, physician and advisor to Archbishop György Lippay; the other handwritten entries are presumably in his hand. (parts of Polycarp's estate with his bookplate can now be found in the Metropolitan Library in Esztergom, Hungary); Ignatius de Bonanno (son of the former and dean of the Vienna Faculty of Philosophy around 1681), here with (his own?) handwritten date note 4 June 1664 on his father's bookplate; acquired in the 1990s at the Stuttgart Antiquarian Book Fair from the Viennese antiquarian book trade, provenance Rheticus not yet deciphered at that time.
Condition I and II: Handwritten annotations in the text and on the front inner cover by Rheticus and other previous owners. Slightly browned overall, some foxing in places and hardly any stains. - II. Last gathering ‘l’ in the lower third of the text with brown spots becoming more pronounced towards the end, especially the last 4 leaves of the 2nd work with repaired moisture damage, of which the leaf with ‘De usu Torqueti’ and ‘Castigationoes erratum’ has small repaired text losses. - The two works bound in interesting richly blindstamped contemporary pigskin, manuscript titles to spine, little duststaining and wear, corners bumped, rear inner cover of the binding with new paper covering in old style.
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Wagner, Eigenhändiges Musikmanuskript "Die Feen"
Wagner, Richard (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiges Musikmanuskript aus der Oper 'Die Feen'. "Recitativ, Scene und Arie |Ada, Farzana und Zemina erscheinen.|". "Rec(itativ): O Grausamer! So habt ihr kein Erbarmen (…)". 1833/1834. Qu.-fol. (ca. 28,5:32 cm). Geschrieben in brauner u. dunkelbrauner Tinte auf Papier mit Wasserzeichen "ISB". 19 beidseitig beschriebene Bll. (ohne das Schlussbl.). Geheftet, das letzte Dopplbl. lose.
WWV 32, IIa; Gregor-Dellin 907; Drüner 821. - Die erste Partitur-Niederschrift, die aus Wagners frühester Oper, 'Die Feen', im Autograph noch erhalten ist. Das Manuskript enthält die 5. Szene des zweiten Aktes der Oper. Diese außerordentliche Quelle entstand 1833 und liegt hier dem offiziellen Werkverzeichnis zufolge in einer ersten Fassung vor, die Wagner im Frühjahr 1834 durch eine zweite, allerdings während des Dritten Reichs in Verlust geratene Fassung ersetzte, was die Quellenforschung heute sehr erschwert. Die damals ausgeschiedene, hier vorliegende Erstfassung gelangte höchstwahrscheinlich als Geschenk in den Besitz von Wagners Freund Theodor Apel. Die Neufassung der 5. Szene jedoch fügte Wagner dem Gesamtautograph seiner Oper 'Die Feen' bei. Das Gesamtautograph machte er 1860 seinem späteren Hauptförderer, König Ludwig II. von Bayern, zum Geschenk.
Das hier vorliegende Teilmanuskript der Erstfassung ist zuletzt 1913 in Theodor Apels Familie in Ermlitz bei Merseburg lokalisiert worden (Richard Wagner Gedächtnis-Ausstellung Leipzig). Zu Wagners Lebzeiten waren 'Die Feen' nie aufgeführt und auch nicht publiziert worden. 1834, ein Jahr nach der Komposition, gab es zwar Aufführungsverhandlungen, die noch einige Werkänderungen mit sich brachten. Doch insgesamt gab es so viele Probleme, dass Wagner die Lust am Werk verlor; inzwischen saß er ja bereits an seinem nächsten Projekt, das vergnüglicher zu werden versprach, die komische Oper 'Das Liebesverbot'. Derweil waren 'Die Feen' seit 1860 zum bloßen Archivmaterial im Königlichen Archiv des Wittelsbacher Ausgleichfonds geworden, in dem die Nachfolger König Ludwigs II. es eingelagert hatten. Erst 1888 kümmerte sich jemand wieder um das Werk: Hermann Levi, Münchner Hofkapellmeister, Freund von Brahms, dann von Wagner. Levi bemühte sich nicht nur um eine verspätete Uraufführung der Feen, die am Münchener Hoftheater am 29. Juni 1888 mit großem Erfolg gefeiert wurde, sondern auch um die späte Erstausgabe des Werks.
1939 gelangte die Original-Partitur der 'Feen' zusammen mit denen der Wagner-Opern 'Das Liebesverbot', 'Rienzi', 'Rheingold' und 'Die Walküre' in den Besitz von Adolf Hitler, der sie von der Industrie- und Handelskammer als Geschenk zum 50. Geburtstag erhalten hatte. Ob Hitler das Geschenk in der Reichskanzlei oder im Berghof auf dem Obersalzberg aufbewahrte, ob es dort verbrannt ist oder gestohlen wurde, ist unbekannt und Objekt wildester, Bände füllender Spekulationen geworden. Jedenfalls sind diese Preziosen seit 1945 nie wieder aufgetaucht und bilden einen schmerzlichen Verlust für die Kulturgeschichte. Somit verbleibt als Hauptquelle der Oper 'Die Feen' lediglich die Partitur-Bearbeitung des Werks durch Hermann Levi, der einige Glättungen vornahm, wie es auch heute noch im Opernbetrieb vorkommt. Von den Original-Manuskripten kannte man nur einen in Bayreuth aufbewahrten Gesamtentwurf, der jedoch keine Partitur, sondern nur ein Particell in Klaviernotation ist, das den Gesang komplett, vom Orchester aber nur einen Hauch wiedergibt. Unter diesen Umständen kommt dem hier angebotenen Manuskript große Bedeutung zu. Verrät es, wie sich Wagner bei diesem Werk das Ganze vorstellte?
Das Manuskript, das in der Wagner-Bibliographie S. 116 unter WWV 32, IIa bisher als "verschollen" geführt wird, nennt die originale Orchesterbesetzung: zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken, zwei Violinen, Violen, Violoncelli und Kontrabässe. Die Musik beginnt mit einem Rezitativ, das jedoch auch ariose Partien aufweist ("O Grausamer! So habt ihr kein Erbarmen", S. 1 bis 7), gefolgt von einer Scene und Arie der Hauptfigur Ada "Ich sollte ihm entsagen"; diese ist in drei Teile gegliedert: Zunächst ein Allegro con fuoco, sodann ein Adagio (eingeleitet von einem schmelzend schönen Violoncello-Solo, das in der Folge auch noch mit einer Solo-Viola korrespondiert), sowie, zum Abschluss, einem Allegro assai e con molto fuoco, insgesamt eine präromantische, musikalisch schlüssige Großarchitektur, wie man sie von Carl Maria von Weber her kennt, vor allem von dessen 'Der Freischütz'. Insbesondere dessen schwungvolle Finalteile finden sich auch in Wagners hier vorliegendem Frühwerk wieder, das stellenweise besondere melodische Qualitäten aufweist, die in den allerletzten Passagen geradewegs das Vorspiel zu Lohengrin vorausahnen lassen. Doch ganz im Gegensatz zu Webers 'Freischütz' bemüht Wagner keinen Teufelsspuk für seine Feen; diese kommen mit einem knappen sechsköpfigen Hauptpersonal aus, einem König und dessen Freunden, sowie mit drei Feen, einer 'guten' und zwei 'bösen'. Diese Letzteren verursachen allerlei Unheil, an dem des Königs Reich schier zerbricht. Doch die Liebe der 'guten' Fee zum König ist so stark, dass sich alles zum Guten wendet und die bitterbösen Feinde der Vernichtung anheimfallen. - In der oberen rechten Außenecke zart mit Bleistift foliiert. Kaum fleckig; 2 spätere kleine Marginalien u. wenige Unterstreichungen in Buntstift; Bl. 2 im weißen Außenrand mit kleinem Ausriss; Bl. 1 recto u. Bl. 19 verso etwas gebräunt. Ohne das Schlussblatt, das ausweislich der Bräunung von Bl. 19 verso schon länger nicht vorhanden ist.
Autograph music manuscript from Richard Wagner's earliest opera 'Die Feen'. 19 leaves from the fifth scene of the second act. This extraordinary source was created in 1833 and is available here in its first version, which Wagner replaced in the spring of 1834 with a second version. The first version, which was discarded at the time, most likely came into the possession of Wagner's friend Theodor Apel as a gift. Wagner added the new version of the fifth scene to the complete autograph that was lost during the Third Reich. - Pencil foliation to upper outer corner. Hardly stained; small marginal tear to white margin of leaf 2; some browning to recto of leaf 1 and to verso of leaf 19. Without the last leaf.
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"Mein Gott, kommen Sie denn gar nicht wieder"
Lichtenberg, 40 Briefe u. Billets an C.F. Hindenburg
Lichtenberg, Georg Christoph (Physiker u. Schriftsteller; 1742-1799). Sammlung von 40 eigenhändigen Briefen u. Mitteilungen mit Unterschrift oder Paraphe an den Mathematiker Carl Friedrich Hindenburg. Göttingen, (7. Jan. 1778) bis 24. Sept. 1796. Verschiedene Formate. Im 19. Jh. alle bis auf 1 auf weiße Bll montiert oder aufgeklebt u. in einem Halblederband zusammengefasst, dieser etwas berieben.
Die vorliegende Sammlung erhält alle erhalten gebliebenen Briefe und Billetts Lichtenbergs an seinen Kollegen Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808 ), der ab 1781 als außerordentlicher Professor der Philosophie, ab 1786 Professor der Physik in Leipzig lehrte. Besonders eng war der Kontakt zwischen Januar 1778 und Sommer 1779, als Hindenburg sich mehrfach für längere Zeit in Göttingen aufhielt. Aus dieser Zeit stammen neben Briefen auch undatierte Billets. So spricht Lichtenberg eine Einladung zum Kegeln aus oder lädt in sein Gartenhaus: "Ich bitte mir von Ihnen (...) diesen Abend um 7 die Ehre auf meiner Gartenstube auf ein kaltes Butterbrod aus. Sie können versichert seyn ich nehme das Wort nicht in der Bedeutung unserer Stadt, die unter Butterbrod alles eßbare in der Welt versteht, nur kein Butterbrod". Auch in den kurzen Billets zeigt sich Lichtenbergs Witz: "Di Klopstockische Ordografi bitte ich mir wider disen Abend aus weil där Herr Prof. Feder si wider zurick haben will. Das buch wird file ferführen, mich verfürz nicht". Ende Dezember 1778 möchte Lichtenberg Hindenburg und seinem Begleiter Georg Forster "den Weltumsegler, Otaheiten und weyland Antipoden auf einige Augenblicke vorführen. Ich hoffe, es wird sie nicht gereuen diesen guten und artigen Mann kennen gelernt zu haben".
Einen langen Brief vom 24. 8. 1778 - Hindenburg ist zu der Zeit nicht in Göttingen - beginnt Lichtenberg: "Ich würde gewiß Ihre Briefe, die mir die angenehmsten meiner ganzen Correspondenz sind, eher beantwortet haben, wenn mich nicht bey meinen mannigfaltigen Abhaltungen, als Reisen, Arbeiten, Kranckheiten (...) nicht das sichere Vertrauen auf Ihre gütige Nachsicht zum Aufschub auf bessere Tage verleitet hätten. (...) Mein Gott, kommen Sie denn gar nicht wieder. Ich sehe sehr offt aus meinem Hörsaal nach ihren Fenstern. Einige Male haben ein Paar herrliche Mädchen herausgesehen. (...) Wenn Sie doch einmal gerade um eine solche Zeit angefahren kämen, ich wolte so bald ich die Kutsche sähe, oben die Thüre verrammen Sie könten alsdann machen was Sie wolten."
Die beiden Naturwissenschaftler tauschten sich natürlich auch über wissenschaftliche Themen aus, so als Lichtenberg sich dafür bedankt, dass Hindenburg ihn auf Fehler in den von ihm herausgegebenen 'Anfangsgründen der Naturwissenschaften' von Erxleben aufmerksam gemacht hatte. Die neue Auflage war allerdings schon gedruckt: "Es ist mir herzlich leid, daß ich Ihnen nicht vor der Hand Nachricht gegeben habe, daß Dietrich wieder eine neue Auflage von Erxleben auf dem Stapel liegen hätte, die nun bereits vor einigen Tagen wieder ins Wasser gelassen worden ist. Ich habe nun über ein Paar leck geordene Stellen wieder ein Paar Bohlen genagelt, in einige Risse Lappen gestopft (...)" (14. 5. 1791). In einem langen Brief vom. 1. 6. 1787 geht es um eine von Hindenburg entwickelte Luftpumpe (mit Zeichnung), in der Nachschrift um "3 Vulcane", die Herschel "im Mond entdeckt" habe. Empfehlungen an Hindenburg für Personen, die nach Leipzig kamen, sind ebenfalls Thema von Briefen, so am 27. 5. 1792, als Lichtenberg einen von der Revolution offenbar nicht unberührten Instrumentenmacher namens Renard empfiehlt: "Er ist eigentlich aus Metz gebürtig und hat der Unruhen wegen sein Vaterland verlassen (...) Ein Aristokrat scheint er eben nicht zu sein, allein, wenn er auch gleich einmal von die Reckte der Mensch Eit spricht, so geschieht es immer mit der Bescheidenheit, die diesem würklich redlichen und guten Manne besonders eigen ist".
Zur Erlangung der Magisterwürde durch Lichtenberg am 4. Januar 1779 ließ Hindenburg bei Dieterich (Aere Theodericiano) einen Glückwunsch in lateinischen Distichen auf einem Doppelblatt drucken. Ein Exemplar liegt hier bei. Lichtenberg schreibt gleich danach in einem Dankesbrief: "Wenn ich nicht fürchtete in dem schrecklichen Aufzuge, in welchem ich zwar gewöhnlich, besonders aber an meinen Feyertagen im Hause einhergehe, so würde ich sicherlich, so wie ich bin, zu Ihnen gerannt sein, Ihnen meinen lebhafftesten und aufrichtigsten Danck für die unverdiente Ehre abzustatten." Ebenfalls beiliegend: 8 S. auf 2 Doppelbll. in 8vo mit deutschen Gedichten, wohl von Hindenburg, jedenfalls wird eines davon ("Geschlossen sitzt, an Schwanz und Pferdefuß, der Teufel / zu Hamburg nun." [...]) von Hindenburg in seinem Brief vom 8. 1. 1778 als seines zitiert (Briefwechsel I, 426).
Dazu: 1 eigenh. Brief Lichtenbergs an Johann Christian Friedrich Köhler. (Göttingen Frühjar 1782). 1 S. - Über Chodowieckis Kupfer zum von Lichtenberg hrsg. Göttinger Taschen-Calender für 1782, mit 1 kleinen Tintenzeichnung (Briefwechsel I, 919). - Alle Blätter, somit auch ein Teil der Briefe, in der oberen rechten Außenecke alt in Tinte nummeriert; vereinzelt etwas fleckig; die aufgeklebten Stücke meist etwas leimschattig; stellenw. mit kleinen Randläsuren, besonders der Brief an Köhler.
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Milestone of Nautical Charting
Waghenaer, Le miroir de la navigation
Waghenaer, L. J. Pars prima (&) La deuxiesme partie. Du miroir de la navigation. 2 Teile in 1 Bd. Antwerpen, Jean Bellère (u. Tl. 2) Amsterdam, C. Claesz, jeweils 1590. Gr.-fol. (41:28 cm). Mit 2 gleichen gest.Titeln, 2 ganzseit. Textkupfern, 2 ganzseit. Textholzschnitten u. 47 doppelblattgr. Kupfer-Karten. 1 Bll., 36 S.; 4 Bll. Flexibler Prgt. d. Zt., gebräunt, stärker fleckig, etwas wellig, Rückdeckel mit Bezugsfehlstelle, Vordergelenk unten eingerissen, Bindebänder entfernt.
Koeman, Wag 8A/B; New Hollstein, Dutch, Doetecum III, 791-840; vgl. Shirley, M.WAG-1a Anm. - Äußerst seltene erste französische Ausgabe des als "Spiegel der Zeevaerdt" bekannten Seeatlas und nautischen Handbuchs, epochemachendes Werk in der Geschichte der nautischen Kartographie. "Eine Wendemarke auf dem Gebiete der Seekartographie. Jede Karte bot eine Fülle echter Informationen" (Seifert, Karte als Kunstwerk S. 46). Die Ausgabe wurde von Bellère (Druck des Textes) und C. Claesz (Druck der Kupfer) gemeinsam publiziert. Entgegen Koeman unser Exemplar am Schluss von Teil 2 mit "Extrait du Privilege". Enthält nach einer Übersichtskarte von Europa im Hochformat (nach Hollstein im 2. Zustand von 2; mit hinzugefügten lateinischen Bezeichnungen) eine nahezu lückenlose Aufnahme der europäischen Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten. Alle Karten mit meist je 2 Rollwerkskartuschen sowie reichem figürlichem und heraldischem Schmuck, unten rechts mit Kartennummerierung u. unterhalb mit Legende für die Küstenprofile (meist im vorletzten von 4-9 von Hollstein aufgeführten Zuständen). "This work holds a unique place among the printed rutters of the sea in the 16th century because it is the first printed rutter with charts... Thanks to the unparalleled skill of the engravers, Baptist and Johannes van Deutecom, the original ms. charts by Waghenaer were transformed into the most beautiful maps of the period" (Koeman S. 469). Die in dieser Ausgabe neu hinzugekommene Karte *XIX und Karte 20-22 aus Teil 1 hier am Beginn von Teil 2 eingebunden. - Text anfangs etwas gebräunt, gest. Titel stärker; teilw. etwas fleckig. Titel u. erstes Bl. gelockert sowie in den Rändern ausgefranst; Titel auch mit langem Randeinriss, rechts im Rand mit alter Num. u. Eintragungen in Tinte. S. 1/2 fehlt die untere Hälfte mit Text. Ränder teils etwas wasserfleckig, bei den meisten Karten auch bis in das Bild, anfangs u. gegen Ende stärker; die 2 Textkupfer u. 1 Holzschnitt ebenfalls betroffen. Ab Kte. 25 kl. Wurmspuren in den w. Rändern. Europa-Kte. knapp bzw. oben u. unten leicht angeschnitten, unten auch kl. Ausriss, 5 Ktn. mit kl. Rand- und/oder Bugeinrissen im w. Unterrand, Kte. 4 (Flandern) mittig mit hinterlegtem Fehlstreifen (mit etwas Bildverlust), Kte. 22 mittig mit leichter Knitterfalte, Kte. 42 mit kl. ergänztem Randausriss (ohne Bildverlust). Die ganzseitige Kompass-Darstellung vorliegend ohne Volvelle. Alle Ktn. mit Plattenton, nur etwa 15 Ktn. im Abdruck etwas flau, alle anderen in guten, kräftigen Abdrucken. Im vord. Innenspiegel Schenkungsvermerk, datiert 1816.
Two parts in 1 volume, first French edition of this scarce pilot book. This French edition was a joint publishing by Bellère (letterpress) and Claesz (copperplate printing). Complete with 2 engraved titles, 2 full-page engravings (the compass depiction without volvelle) and 2 full-page woodcuts in the text, and 47 double-page engraved maps with numbering at lower right and legend printed below. - Text somewhat browned at beginning, heavier to title; some staining in places. Title and first leaf loosend and margins frayed, title also with long marginal tear, at right with old numbering and notes in ink; p. 1/2 lacking lower half of text. Some waterstaining to margins, also affecting most maps and reaching into image, heavier at beginning and towards the end; text engravings and 1 woodcut also affected. From map 25 onwards some small worm traces to blank margins. Map of Europe trimmed, at top and bottom slightly shaved, also with small tear at bottom. Small marginal and/or centerfold tears to around 5 maps, map 4 (Flanders) with narrow strip missing at center added (with some loss of image), slight crease fold at center to map 22; small marginal tear (without loss of image) to map 42. The full-page compass depiction lacking volvelle. Maps somewhat toned, impression of c. 15 maps somewhat weak, the others in fine and dark impressions. Donation note to front paste-down dated 1816. Bound in contemporary limp vellum, browned and stained, somewhat wavy, hole to back cover, tear to upper joint at the bottom, ties removed.
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Agricola, De re metallica. 1556
Agricola, G. De re metallica libri XII, quibus officia, instrumenta, machinae, ac omnia denicq(ue) ad metallicam spectantia ... ita ob oculuos ponuntur, ut clarius tradi non possint. Eiusdem de animantibus subterraneis liber, ab authore recognitus. Basel, H. Froben & N. Episcopius, März 1556. Fol. (33,5:23 cm). Mit 2 eingefalt. Holzschnitt-Tafeln, 292 tlw. ganzseit. Textholzschnitten u. 2 Druckermarken. 6 (l.w.) Bll., 538 (recte 502) S., 37 Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 1 (von 2) Schließen; berieben, etwas beschabt und fleckig, Bezug an den Ecken teilw. abgestoßen, feste Vorsatzbll. mit Randläsuren, freie Vorsatzbll. entfernt.
PMM 79; VD 16, A 907; IA 101.559; Horblit 2b; Sparrow 4; Dibner 88; Hoover 17; Duveen 4; Darmstaedter, Agricola S. 45 f. u. 87 f.; Michaelis-Prescher 21 u. Horst 743 ff. - Erste Ausgabe des bedeutendsten Bergbaubuches der Renaissance, das auch andere Bereiche der Technik und des Maschinenbaus behandelt. "The first systematic treatise on mining and metallurgy and one of the first technological books of modern times" (PMM). "Das Werk ist mit 292 Holzschnitten ausgestattet, wovon 23 einfache geometrische Figuren darstellen und 269 lagerstättenkundliche Bilder, markscheiderische Instrumente, bergmännisches Gezähe, Geräte, Maschinen, Grubenbaue, ja sogar die Salzgewinnung aus dem Meer, eine Glashütte u.a.m. darstellen. Diese Holzschnitte wurden in Basel nach Entwürfen von Basilius Wefring aus Joachimsthal hergestellt. Daran waren u.a. zwei bekannte Meister beteiligt: der Zeichner Hans Rudolf Manuel Deutsch aus Bern und der Holzschneider Zacharias Specklin aus Straßburg" (Horst 743f.). - Etwas gebräunt, Titel u. letztes Bl. stärker, stellenw. schwach braunfleckig, im Rand teilweise schwach wasserfleckig, stellenweise mit alten Anstreichungen und Marginalien in Tinte, einige der Marginalien durch Rasur entfernt und dort vereinzelt mit kleinem Papierdurchbruch; Titel und Spiegel mit mehreren, teilw. gelöschten Besitzvermerken, einer mit kl. Loch, die größere Tafel innen breitrandig eingebunden, außen mit ca. 18 mm Verlust an der kreisförmigen Darstellung, S. 103-120 mit einzelner Wurmspur im Bundsteg, ab S. 455 mit einzelnem kl. Wurmloch im breiten Außensteg, letztes Bl. mit zahlr. kl. Tintenflecken durch Abklatsch eines ehemals einliegenden Schriftstücks und 2 kl. Hinterlegungen im unbedruckten Bereich.
First edition of the most important Renaissance book on mining and technical sciences in general. With 2 woodcut printer's devices, 2 folding woodcut plates and 292 (many full-page) woodcuts. - Slightly browned, title and last leaf somewhat stronger, occasionally faint brown staining, marginal areas partially lightly water-stained, old ink markings and marginalia in places, some of the marginalia shaved off with isolated small paper penetrations; title and front pastedown with several, partly erased ownership notes, one with a small hole, the larger plate bound with a wide margin on the inside, but approx. 18 mm loss on the outside of the circular illustration, pp. 103-120 with little worming to inner margin, from p. 455 onwards with a single small wormhole in the wide outer margin, final leaf with numerous scattered ink stains and 2 small paper repairs in the unprinted area. Bound in contemp. blindstamped pigskin over wooden boards with 1 (of 2) brass clasps; somewhat scuffed and stained, cover partially worn at corners, pastedowns with marginal damage, free endpapers removed.
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Rare Set of Bi-lingual Wall Maps
Weltkarte + Erdteile. 5 Bll. Clouet-Mondhare
Weltkarte und die 4 Erdteile. 5 Bll. Kupferstich-Karten von (J. B. L.) Clouet bei L. Mondhare, Rouen, Paris und Cadiz, 1776. Mit meist 2 figürl. oder ornament. Kartuschen und zusammen 3 kl. Nebenkarten; jeweils eingefasst von breiten Bordüren mit 20 Vignetten sowie mit französ.-span. Titel und Text. Jeweils von 4 Platten gedruckt u. zusammengesetzt; je ca. 96:122 cm.
Tooley, Mapmakers I, 274 (C.) u. III, 270 (M.); ders., Africa S. 32 (dat. 1788); Amerika: Lowery 643 (dat. 1782). - Seltene Wandkarten. Laut TMM in der Erstausgabe (von mindestens 3), mit der Dat. 1776 in beiden Titelkartuschen. Alle außerordentlich dekorativ durch die breite Rocaille-Bordüre mit den histor. oder biblischen Szenen zur Entdeckungsgeschichte, ebenfalls mit zweisprachigem erläuterndem Text. - Gereinigt u. verstärkt, das alte Grenzkolorit teilw. noch sichtbar; etwas angestaubt u. fleckig sowie mit einigen hinterlegten Bruchstellen, Einrissen u. Löchern in den alten Faltstellen. Zahlreiche Randausrisse u. -einrisse ergänzt bzw. rep.; Außenränder mit Papier verstärkt. Weltkarte u. Afrika: 1 bzw. 2 Eckausrisse unten. Europa: Fehlstelle oben mittig im Text u. kl. Eckausriss unten links. Gerollt.
Extremely rare set with bi-lingual wall maps of the world and of the 4 continents by Clouet & Mondhare. According to TMM in its first edition (of minimum 3) with date 1776 and with French and Spanish titles. Attractively decorated with ornamental borders containing 20 vignettes, each with historical or biblical scenes of the main discoveries, the descriptions are bi-lingual too. The fine "Carte generale de la Terre - Mappa Mundi" in 2 hemispheres supported by figures of Atlas and Hercules, surrounded by armillary sphere and 8 smaller planetary systems et al., furthermore with explorer tracks 1525-1709, the latest entry is "Cap de bone esperance fixé par les Observ.ons de 1752". - Uncol. Each map in 4 sheets, joined. Cleaned and strengthened, the former outline col. faded resp. still visible in places; dusty and with some spotting; repairs to some cracks, holes and tears at old foldings affecting image. Repairs to several small marginal tears and splits, some of them replaced; outer margins backed with strong paper. World map and Africa with tear out to lower corners. Europe: loss of text at top center and small tear out to lower left corner. Rolled up.
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Seligmann, Verzameling van Vogelen. 9 in 5 Bdn.
Seligmann, J. M. Verzameling van uitlandsche en zeldzame vogelen, benevens eenige fremde dieren en plantgewassen: in't Engels beschreven en med kleuren afgebeeld door G. Edwards en M. Catesby: Vervolgens verbeterd, in't Hoogduitsch uitgegeven; Thans in't Nederduitsch vertaald... door M. Houttuyn. 9 in 5 Bdn. Amsterdam, J. Ch. Sepp, 1772-1781. Fol. (42:27 cm). Mit 473 altkol. Kupfertafeln von Seligmann u.a. nach G. Edwards u. M. Catesby. Marmor. Ldr. d. Zt. mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung u. floraler Deckelfilete auf allen Deckeln; Kanten etwas beschabt, einige oberflächliche Abplatzungen, Ecken und Rücken an Kapitalen und Gelenken restauriert, Lederbezug an 2 Gelenken erneut eingerissen.
Nissen, IVB 859; Fine Bird Books 93; Zimmer 200; Schlenker 373.3. - Einzige Ausgabe in niederländischer Sprache, selten. Mit ca. 425 Darstellungen von Vögeln, darunter Papageien, Paradiesvögel, Kraniche, Enten, Spechte, Eulen, Greifvögel sowie Darstellungen von Säugetieren, Fischen, Schildkröten, Insekten u.a. Die Tafeln nach G. Edwards "A natural history of uncommon birds" und "Gleanings of natural history" sowie Mark Catesby "The natural history of Carolina", von Seligmann mit szenischen Hintergründen und botanischen Darstellungen vermehrt. Die Legende der Tafeln in deutscher, lateinischer u. französischer Sprache. - Schönes, kaum fleckiges Exemplar, wenige Tafeln mit schwachem Wasserfleck im äußersten Rand. 20 Tafeln mit Sammlerstempel im unbedruckten Teil der Darstellung, teilw. auf dem Plattenrand. 1 Taf. mit Randeinriss, 1 freies Vorsatzbl. mit kl. Löchern durch Entfernung des Sammlerstempels.
Only Dutch edition. 9 vols. bound in 5, illustrated with 473 plates in fine contemp. colouring, about 425 depicting birds. "The plates (after Edwards and Catesby) were re-engraved by Seligmann and some of those by Edwards further embellished by the addition of figures of plants not in the originals... The text appears to follow Edwards and Catesby closely, with the addition of descriptions of the new botanical subjects" (Zimmer). - Private collector's stamp to the white areas of 20 plates, minor waterstaining to margin of few plates, marginal tear to 1 plate, small holes to 1 free endpaper, else a fine, nearly stain-free copy. Bound in contemp. mottled full-calf, spines gilt and with 2 labels, gilt floral borders to covers; edges slightly scuffed, some superficial flaking, corners and spine at capitals and joints restored, leather split again at 2 joints.
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Large Folio Copy
Temminck, Nouveau recueil d'oiseaux. 5 Gr.-folio Bde.
Temminck, C. J. & (G. M. J.) Meiffren de Laugier de Chartrouse. Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux, por servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon. 5 Bde. Paris, F. G. Levrault, u. Amsterdam, L. Imbert, 1838. Gr.-Folio (53,5:37 cm). Mit 600 altkolorierten Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit Rückenvergoldung und Rückentitel; berieben, gering bestoßen, Rücken etwas nachgefärbt.
Nissen, IVB 932; Fine Bird Books 147; Anker 503; Zimmer 626; Ronsil 2892; vgl. Martin Libr. 217 (Ausgabe in 4to). - Erste Ausgabe. Exemplar in Großfolio von Temmincks monumentalem Werk. Die prachtvollen Tafeln in leuchtendem Kolorit mit ca. 800 Vogeldarstellungen von und nach N. Huet und J.-G. Prêtre auf 600 Tafeln, teilw. eiweißgehöht. Der Text stammt mehrheitlich von Temminck, eine Mitarbeit von Meiffren de Laugier ist, abgesehen von der Nutzung der Präparate seiner umfangreichen Sammlung, nicht nachgewiesen. Die 102 Lieferungen erschienen zwischen 1820 und 1839. Zu ihrer komplizierten Editionsgeschichte vgl. ausführlich Zimmer 628: "Exact calculation is impossible since some of the questionable plates are described in the same pages or paragraphs with other plates of the same species whose numbers are wery widly separated." Die Tafeln hier nicht in numerischer Reihenfolge eingebunden. - Textblätter etwas stockfleckig, stellenweise leicht gebräunt, vereinzelt auch mit Wasserrand in den Ecken, die Tafeln nur vereinzelt gering betroffen; wenige restaurierte Randeinrisse. - Vorsätze mit gest. Doppelexlibris der Ornithologen Frederick DuCane Godman (1834-1919) und Osbert Salvin (1835-1898), beide Gründungsmitglieder der British Ornithologists’ Union; Bd. 1 mit hs. Namenszug "A. J. Dearden" auf dem Exlibris und Schenkungsvermerk desselben "to my Son's collection of Natural History", dat. 1929 auf dem freien Vorsatzblatt.
First edition. Rare large folio copy. Containing 600 engraved plates depicting c. 800 birds in vivid contemporary colouring by hand. The plates bound with their text from differing issues, therefore not in numerical order. - Some foxing, light tanning in places, occasional waterstaining to outer ends of corners of the leaves of text, the plates only slightly or not at all affected. Bound in contemp. half-calf, spines gilt; rubbed, slightly bruised, spines somewhat re-dyed. - Engraved bookplates of the ornithologists Frederick DuCane Godman and Osbert Salvin, owner's inscription 'A.J.Dearden' to endpapers.
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Missale. Handschrift um 1400
Missale. Incipit: "Ad te levavi animam meam...". Lateinische Handschrift auf Pergament. Deutschland, um 1400. Fol. Blattgr. ca. 37:26 cm, Schriftspiegel meist 27:18 cm. 2 Spalten, meist 30 Zeilen, regliert u. rubriziert. Textura in brauner u. roter Tinte, überwiegend von einer Hand. Mit hunderten von mehrzeiligen Initialen in Rot. 235 (statt 236?) nn. Bll. Schweinsledereinband d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 Schließen, deren Leder erneuert, die Haften auf dem Vorderdeckel versetzt; fleckig, Rückdeckel mit großer Bezugsfehlstelle, der vordere Pergamentspiegel überwiegend entfernt.
Pergamenthandschrift für den Gebrauch in der Messe. Ohne Lagenreklamanten. Lagen meist zu 8 Bll. Enthält nach 6 Bll. Kalendarium das Proprium de tempore (Temporale; Bl. 7-135v), beginnend mit dem Introitus zum ersten Adventssonntag mit der großen Initiale A(d te levavi), den Kanonteil. (Bl.136-151) und das Proprium de Sanctis (Sanctorale; Bl. 151v-189v). Der folgende Abschnitt beginnt mit "Officia de s(ancto) Sp(iritu)". Es folgt u.a. auf Bl. 191 "Officiu(m) de beata Virgine". Auf demselben Blatt in Form einer Marginalie ein "Officiu(m) contr(a) Turcos", in dem das Wort "holocaustum" vorkommt. Bl. 195v "Pro defunctis" ("Si enim credimus quod Ihesus mortuus est et resurrexit..."). Die Noten als Hufnagelnoten auf vierlinigem System. - Provenienz: Bl. 202v ein Gebet zu Ehren des hl. Ansverus (Answer von Ratzeburg), das als Marginalie durch ein weiteres Gebet ("Oblationem famulorum tuorum suscipe omnipotens Deus quam tibi suppliciter deferimus in honore beati Ansueri" etc.) ergänzt wird. Auf Bl. 146v und Bl. 147r - Mitte Juli im Sanctorale - drei weitere Zusätze zu Ansverus, dessen Gedenktag der 15. Juli ist. Ansverus wurde vor allem in Holstein und Mecklenburg verehrt. Im vorderen Innendeckel findet sich ein zeitgenössischer Auszug aus einem Stadtbuch o.ä., bei dem es um die Übertragung einer Kapelle der St. Georgskirche "dieser Stadt" an die Wollweberzunft geht, die sich um deren Renovierung und Erhaltung kümmern soll, datiert 1448. Genau dies geschah 1448 in Wismar, wo eine Kapelle der Georgenkirche an das Amt der Wollenweber verkauft wurde, unter der Bedingung, dass dieses sich um die bauliche Erhaltung der Kapelle kümmere (vgl. Schröder, Papistisches Mecklenburg, Bd. 2 [1741], S. 2049). Die vorliegende Handschrift war also zumindest zeitweise in der Georgenkirche in Wismar in Benutzung. - Vereinzelt Marginalien von verschiedenen Händen des 15. u. 16. Jh. Stellenw. etwas fleckig, fingerfleckig oder abgegriffen, besonders im Kanonteil; vereinzelt verwischt. Hier u. da Pergamentfehler, tlw. zeitgenössisch genäht u. in der Handschrift ausgespart; einige Bll. mit Randfehlstellen oder Randabschnitten (z. B. Bl. 1, bei Bl. 107 mit Buchstabenberührung); am Ende im äußersten unteren Rand mit kleinen Fraßspuren. Das letzte Bl. auf den hinteren Spiegel montiert. Es fehlt zumindest das drittletzte Blatt.
Missal for the use during the Holy mass. Latin manuscript on vellum. With numerous initials in red. A note to the front pastedown suggests that the manuscript was in use for a time in St. George's Church in Wismar. - Some 15th and 16th century marginalia. Staining, thumbing or rubbing in places, especially to the canon part; some vellum flaws, partly contemporarily sewed; marginal flaws or cut-offs to few leaves; outer lower margins of last leaves partly mouse-bitten. Lacking at least 1 leaf. Contemporary pigskin over wooden boards with 2 clasps, staining, large flaw to rear cover, vellum pastedown of front cover mostly removed, leather ties renewed.
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"Unique and Wonderful"
Audebert & Vieillot, Oiseaux dorés. 2 Bde.
Audebert, J. B. & L. J. P. Vieillot. Oiseaux dorés ou à reflets métalliques. Vol. 1: Histoire naturelle et générale des colibris, oiseaux-mouches, jacamars et promerops. - Vol. 2: Histoire naturelle et générale des grimpereaux et des oiseaux de paradis. 2 Bände. Paris, Crapelet & Langlois für Desray, (1800)-1802. Gr.-fol. (55:37,5 cm). Mit 190 (1 doppelblattgr.) Farbstichtafeln von Audebert, teilw. beikoloriert und mit Gold gehöht von L. Bouquet u.a. 2 Bll., X, 128, 8, 28 S.; 2 Bll., 128, 40 S. Rote Halbmaroquinbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung; Deckel etwas berieben u. fleckig, restauriert, Leder an Gelenken und Kapitalen erneuert sowie an den Ecken mit Ergänzungen.
Nissen, IVB 47; Fine Bird Books 73; Anker 14; Zimmer 17. - Erste Ausgabe. Eines von 200 Exemplaren der Ausgabe in Großfolio und mit den Tafelunterschriften in Golddruck dieses prachtvollen Werkes über die 'golden und metallisch glänzenden Vogelarten'. In insgesamt fünf Abschnitten werden Kolibris, Glanzvögel, Baumläufer und Paradiesvögel beschrieben. "In die ornithologische Illustration wurde der Farbendruck eingeführt von Jean Baptiste Audebert, der von dem reichen Naturaliensammler Gigot d'Orex als Zeichner angestellt war. Er stach und druckte seine Darstellungen meist selbst, so daß sie in dieser Hinsicht wohl die vollkommensten sind. Vor allem seine 'Oiseaux dorés', die erste Prachtdarstellung der Kolibri - in Gouache (recte: Ölfarben) statt in den Redoutéschen Lasurfarben und mit reichlicher Verwendung von Gold gedruckt - haben ihn alle Register seines Könnens ziehen lassen. Doch gleichen sie mehr einer Sammlung von Gemälden, denn von wissenschaftlichen Illustrationen" (Nissen S. 47). Audebert starb bereits im Jahr 1800, das Werk wurde von Vieillot fortgeführt und beendet. - Unbeschnittenes, breitrandiges Exemplar, die Schutzblätter aus Seidenpapier bis auf 1 (Paradiesvögel, Taf. 5) vollständig erhalten. Stellenweise leicht stockfleckig, meist nur die Ränder betroffen, die unbeschnittenen äußersten Blattränder teilweise etwas gebräunt.
Two volumes. First edition, one of two hundred copies in large folio with the captions printed in gold. With 190 fine (one double-page) colour-printed engraved plates after and by Audebert, partly finished by hand and many heightened with gold. "One of the most beautiful books of its era. It is the gold reflections of the plumage that render the book unique and wonderful" (Fine Bird Books). "The colours of the birds and their handsome appearance have evidently been the cause of their selection for inclusion in the book. The plates with the bird portraits are in beautiful colours; in this respect they are among the best colour prints found in ornithology" (Anker). Audebert died in 1800 just as the text was beginning to appear, and it was completed on the basis of his notes by Vieillot. - Uncut, wide margined copy. The protective tissue guards are completely preserved except for one (Birds of Paradise, Plate 5). Mild foxing, mainly to margins, the uncut outer edges of the leaves slightly browned in places. Bound in contemporary red half-morocco, spines richly gilt; some rubbing and staining to covers, restored, leather on joints and capitals professionally renewed and partly supplemented at the corners.
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Biblia latina. Handschrift, 13. Jh.
Biblia latina cum prologis S. Hieronymi. Lateinische Handschrift auf Pergament. Paris (?), wohl 2. Hälfte d. 13. Jahrhunderts. Blattgr. ca. 17:12 cm, Schriftspiegel ca. 10,6:6,8 cm. 2 Kolumnen, 57 Zeilen, regliert. Mit schwarzbrauner Tinte in feiner gotischer Perlschrift geschrieben; Kolumnentitel u. Kapitelnummerierung in Blau u. Rot. Mit sehr zahlreichen Fleuronnée-Initialen in Rot u. Blau, die Buchanfänge mit großen blau-roten Initialen mit Binnenfeldornamentik u. filigranen Ausläufern. 432 Bll., meist in Lagen zu 12 Bll. Späterer Ldr. mit etwas Blindprägung u. 1 (von 2) Schließen, spätere goldgepr. Eckstücke in den Außenecken; besonders der Rücken mit einigen Wurmspuren; Pergamentvorsätze alt erneuert.
Typische "Pariser Bibel" des 13. Jahrhunderts, wie sie um 1230 ihre endgültige Gestalt erhielt. Der Text folgt der Rezension des "Correctorium Sorbonicum" von 1226, erkennbar unter anderem an der falschen Lesart "confessus" in Mk. 8, 38. Im Psalter auch die Versanfänge mit roten oder blauen Initialen. - Schrift vielfach etwas abgegriffen, besonders auf dem ersten Blatt; meist oben wasserrandig, dadurch stellenw. jeweils einige Textzeilen unleserlich; vereinzelt etwas fleckig oder mit kleinen Randläsuren, wenige Bll. mit Randeinschnitten bis knapp in den Text, 1 Bll. mit geringem Textverlust durch Randausriss, Schlussbl. mit Eckausriss; erstes Bl. mit entferntem Stempel.
Latin Bible with the Prologues attributed to St. Jerome. Manuscript on vellum, Paris (?), second half of 13th century. 432 leaves, in a fine gothic bookhand in dark brown ink. With rubrics in red, running headings and chapter numbers in red and blue. Also with numerous initials in red and blue with penwork. - Some rubbing, especially to first leaf; dampstaining to upper margins nearly throughout, first few lines illegible in places; some staining or marginal lesions here and there, few leaves with cuts into the text, tear-off with slight loss of text to 1 leaf, tear-off to white margin of last leaf; erased old stamp to recto of first leaf. Later blindstamped calf with 1 (of 2) clasps with later gold-tooling to outer corners and later vellum endpapers; some worming, especially to spine.
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Development of the Law of General Equilibrium
Walras, Éléments d'économie politique pure
Walras, L. Éléments d'économie politique pure ou théorie de la richesse sociale. 2 Teile in 1 Band. Lausanne, Corbaz, Paris, Guillaumin und Basel, Georg, 1874-(1877). (21:14 cm). Mit 3 gefalteten Tafeln. VIII, 208 S.; S. (209)-407. Hlwd. d. Zt. mit hs. Rückenschild; leicht berieben, Kanten etwas stärker, Rsch. leicht gebräunt.
Einaudi 5965; Palgrave III, 653ff. - Erste Ausgabe seines bedeutendsten Werkes mit dem er die Grundlage der ökonomischen Neoklassik schuf. "Léon Walras was the founder of of the modern theory of general economic equilibrium" (New Palgrave IV, 852). Ausgehend von den Theorien seines Vaters Antoine Auguste W. und den mathematischen Ideen von A. Cournot, gelingt Walras eine schlüssige allgemeine mathematische Darstellung ökonomischer Theorie, nahezu zeitgleich mit H. H. Gossen und W. S. Jevons. "His name will always be associated with those of Gossen and Jevons as one of the discoverers of the key to economic sciences" (Palgrave). - Gleichmässig schwach gebräunt, vereinzelte unbedeutende Fleckchen, Vortitel und Titel zu Teil 2 mit altem hs. Namenseintrag "A. Veyrassat".
First edition of Walras' most important book, successfully developing the law of general equilibrium. - Minor evenly browning, small insignificant spots here and there, front title and title to part 2 with old handwritten name entry "A. Veyrassat". Bound in somewhat later half-cloth, with handwritten label to spine label; slightly rubbed, edges somewhat more, label slightly browned.
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Sammlung ca. 440 Briefe und Schriftstücke / ca. 500 Bll.
Sammlung von ca. 440 Briefen und Schriftstücken an August Apel, Theodor Apel, Heinrich Apel, Carl Friedrich Hindenburg, Christian Friedrich von Blankenburg u.a. Überwiegend eigenhändig und mit Unterschrift oder Paraphe. Verschiedene Orte, ca. 1661-1880. 8vo-, 4to- und Folio-Formate. In 4 alten Lwd.-Kassetten, teilw. beschädigt.
Ausgesprochen reichhaltige Sammlung von meist inhaltsreichen Briefen, wenigen Billets, Gedichten, Urkunden und anderen Schriftstücken. Inhaltlich ein weites Spektrum von Naturwissenschaften, Mathematik, Medizin, Literatur, Schauspiel, Musik, Geschichstschreibung, Buchhandel, Kunst, Theologie u.a. abdeckend. Unter den Schreibern der Briefe und Schriftstücke die Mathematiker: A. Burja (1752-1816), F. G. v. Busse (1756-1835), C. F. v. Hindenburg (1741-1808), F. C. Jetze (1721-1803), W. J. G. Karsten (1731-1787), G. S. Klügel (1739-1812), C. Kramp (1760-1826), C. F. v. Pfleiderer (1736-1821), J. A. v. Segner (1704-1777), K. D. M. Stahl (1771-1833), J. H. van Swinden (1746-1823), F. X. Zach (1754-1832). - Naturwissenschaftler und Naturforscher: A. E. Brehm (1829-1884), J. F. A. Breithaupt (1791-1873), J. K. Burckhardt (1773-1825), H. Burmeister (1807-1892), O. L. Erdmann (1804-1869), E. G. Fischer (1754-1831), J. K. Hasskarl (1811-1894), J. F. L. Hausmann (1782-1859), K. W. G. Kastner (1783-1857), J. G. Köhler (1745-1800), J. T. Ratzeburg (1801-1871), J. S. C. Schweigger (1779-1857), G. R. Treviranus (1776-1837), J. F. Wurm (1760-1833). - Dichter und Schriftsteller: B. Auerbach (1812-1882), A. Apel (1771-1816; 11 Stücke), W. G. Becker (1753-1813), K. H. Bogatzky (1690-1774), Louise Brachmann (1777-1822), A. Bube (1802-1873), M. F. Chemnitz (1815-1870), Helmina v. Chézy (1783-1856), C. A. H. Clodius (1772-1836), F. v. Dingelstedt (1814-1881), T. Drobisch (1811-1882), C. A. Eberhard (1769-1845), L. Feldmann (1801-1882), J. G. Fischer (1816-1897), E. Geibel (1815-1884), F. Gerstäcker (1816-1872; 6 Stücke), R. Griepenkerl (1810-1868), K. Gutzkow (1811-1878), T. Hell (1775-1856), R. Heller (1814-1871), K. Herloßsohn (1804-1849), M. Heydrich (1820-1885; 10 Stücke), F. Hofmann (1813-1888), K. v. Holtei (1798-1880), F. Horn (1781-1837), E. Kauffer (1824-1874; 4 Stücke), Friederike Kempner (1828-1904), Friederike Roswitha Kind (1814-1843), A. v. Kotzebue (1761-1819), F. A. F. Krug v. Nidda (1776-1843), H. Laube (1806-1884), F. M. Leuchsenring (1746-1827), S. A. Mahlmann (1771-1826), H. v. Maltzahn (1826-1874), H. Marggraff (1809-1864), Benedicte Naubert (1752-1819; 11 Stücke), E. Ortlepp (1800-1864), E. Palleske (1823-1880), Elise Polko (1822-1899), R. E. Prutz (1816-1872); E. Rittershaus (1834-1897), F. Rochlitz (1769-1842), L. Schefer (1784-1862), G. Schlesier (1810-1881; Schulfreund Wagners); L. Schücking (1814-1883), T. Storm (1817-1888), M. A. v. Thümmel (1738-1817; Briefentwurf), C. A. Tiedge (1752-1841), C. A. Vulpius (1762-1827). - Philosophen: F. W. J. Schelling (1775-1854; Billet), F. Schlegel (1772-1829), H. Ulrici (1806-1884). - Musiker, Komponisten und Schauspieler: F. David (1810-1873), B. Dawison (1818-1872), E. Devrient (1801-1877), Lina Fuhr (1828-1906), E. Genast (1797-1866), Friederike Goßmann (1838-1906), Anna Löhn-Siegel (1825-1902), Marie v. Marra-Vollmer (1822-1878), H. Marschner (1795-1861), A. Methfessel (1785-1869), C. B. v. Miltitz (1780-1845), J. F. Nesmüller (1818-1895), Sara Oppenheimer (1844-1906), F. Wallner (1810-1876). - Philologen: J. C. Adelung (1732-1806), E. G. Benseler (1806-1868), G. Bernhardy (1800-1875), C. A. Böttiger (1760-1835), F. W. Doering (1756-1837), L. Friedländer (1824-1909), G. Hermann (1772-1848), G. M. Redslob (1804-1882), J. G. Stallbaum (1793-1861), B. Weiske (1748-1809), F. A. Wolf (1759-1824). - Buchhändler, Verleger und Künstler: H. Brockhaus (1804-1874), H. Geßner (1768-1813), E. Keil (1816-1878), A. F. Kuhn (1784-1829), M. Retzsch (1779-1857), L. Richter (1803-1884; Quittung), O. Spamer (1829-1886), T. O. Weigel (1812-1881). Ca. 100 Stücke nicht oder nicht eindeutig bestimmt. - Durchgängig mit Bibl.-Signatur und blassen Bibl.-Stempeln; teilweise alt auf Trägerpapiere montiert, stellenweise gering stockfleckig oder angestaubt, vereinzelt mit Randläsuren oder Siegelausschnitt. Detaillierte Liste auf Anfrage. - Dazu: 6 Bll. mit ausgeschittenen mont. Unterschriften (oben nicht gezählt). oRR/Waf
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Important 18th Century Maritime Atlas
Bellin, Le petit atlas maritime. 5 Bde.
Bellin, J. N. Le petit atlas maritime. Recueil de cartes et plans des quatre parties du monde. 5 Bde. (Paris), Bellin, 1764. Kl.- fol. (33,5:24 cm). Gest. Gesamttitel, 5 gest. Band- u. 1 gest. Zwischentitel, gest. Widmung, 5 gest. Indices aus jeweils 2-3 Bll. sowie 582 (236 doppelblattgr., davon 9 eingefalt.) Kupferkarten- u. Pläne. Marmorierte Ldr. d. Zt. mit je 2 farb. Rsch., Rückenvergoldung (jeweils 4 Stempel: je 2 Lilien u. Anker) u. alle Deckel mit dem goldgepr. Wappen-Supralibros des französischen Königs Louis XV.; etwas beschabt u. bestoßen, Oberecken von Bd. 2 abgestoßen, Kapitale teilw. ausgefranst bzw. gefestigt, Bd. 1 hint. Gelenk mit kl. Einriss, Vordergelenk von Bd. 3 gebrochen.
Phillips 3508 (ausführl.); Shirley, M.Bell-5c (575 Ktn.); National Maritime Museum III, 211 (ausführl.); Sabin 4555; Polak 595. - Selten. Vollständiges Exemplar mit allen 7 bei Phillips gelisteten Zusatzkarten. Bd. 1 behandelt Nordamerika und die Karibik (Karten num. 1-102), Bd. 2 Südamerika (1-89 u. 39*, 61*), Bd. 3 Asien/Afrika (1-124 u. 3*, 92*, 95*), Bd. 4 Europa (1-128 u. 50*, 109*) und Bd. 5 Frankreich (1-132). Mit Weltkarte (dreimal wiederholt), See- und Küstenkarten, Hafenplänen etc. In Bd. 3 sind die Ktn. 123 u. 124 doppelt eingebunden (oben nicht mitgezählt). - Stellenw. etwas gebräunt od. fleckig, Ränder u. insbes. die Oberecken wasser- u. sporfl., stärker in den Bdn. 4-5 (in diesen beiden Bdn. Oberecken teils ausgefranst od. verstärkt), vereinzelt kl. Randläsuren. In Bd. 2 Kte. 27 die seitl. Faltstellen durchgerissen u. hinterlegt; zu Beginn von Bd. 3 Wurmspuren im w. Unterrand u. Kte. 47 links bis an die Einfassung beschnitten; Kte. 73 in Bd. 4 seitl. angeschnitten; in Bd. 5 Kte. 109 vor Kte. 107 eingebunden.
The complete five-volume set of Bellin's maritime atlas containing engraved general and 6 engr. part-titles, engr. dedication and indices to each volume, and 582 engr. maps, charts and plans, including all 7 additional maps listed by Phillips. "Many of the maps are reproductions in reduced size of maps and charts occurring in Bellin's previous atlases. But there is also a large amount of fresh material" (NMM). Vols. 1 and 2 are devoted to the Americas, vol. 3 to Asia and Africa, vol. 4 to Europe and vol. 5 to France. In vol. 3 maps 123 and 124 are bound in twice (not counted above). - Some browning or staining in places, waterstaining resp. mildew spotting esp. to upper corners, more severe in vols. 4-5 (in these 2 vols. upper corners partly frayed or reinforced), only a few marginal tears or holes. In vol. 2 torn foldings of map 27 rep., beginning of vol. 3 with some wormholes to lower blank margin and map 47 cut close to border at left; in vol. 4 map 73 shaved at sides; and in vol. 5 map 109 misbound. Bound in contemporary marbled calf, gilt spine and all covers with the gold-embossed coat-of-arms of Louis XV; somewhat rubbed and worn, upper corners of vol. 2 chipped, head and tail of spines partly frayed or reinforced, small tear to lower joint of vol. 1 and upper joint of vol. 3 broken.
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With Armorial Bookplate of "Jaillot Géographe Ordinaire du Roi"
Jaillot u.a., Sammelatlas mit 176 Karten in 2 Bdn.
Jaillot, A. H. Sammelatlas mit gest. Porträt von A. H. Jaillot u. 176 (ca. 95 grenzkol.) meist doppelblattgr., davon 16 eingefalt., Kupferstich-Karten und -Plänen vor allem von dem bedeutenden Pariser Kartographen u. Verleger A. H. Jaillot. 2 Bde. Um 1760. Gr.-fol. (55,5:44 cm). Ldr. d. Zt. mit Rsch. u. Rückenverg., mit starken Gebrauchsspuren, abgestoßen u. abgeschabt, Gelenke angebrochen.
Bemerkenswerter Sammelatlas mit Länder- und Gebietskarten, Umgebungskarten, Belagerungsplänen und Grundrissen von und aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Italien, Malta, Österreich und Spanien. Bd. 1 enthält 2 Gesamtkarten der Spanischen Niederlande und der Grafschaft Holland, letztere in 2 Bll. (diese wie alle weiteren mehrblättrigen Karten oben einzeln gezählt) sowie zahlreiche Gebiets- und Detailkarten, darunter 28 Karten aus Fricx "Table des cartes des Pays-Bas et des frontières de France" (inklusive der 23 Bll., die zusammengesetzt die berühmte Riesenkarte der Spanischen Niederlande ergeben sowie der 1727 datierten Luxemburgkarte; vgl. Koeman II, Fricx 1-2) und des Herzogtums Luxemburg in 4 Bll. von A. H. Jaillot, datiert 1736 (Vekene 2.32.E), ferner einige Umgebungs- und Belagerungskarten sowie Grundrisse u.a. von Antwerpen, Bergen op Zoom und Luxemburg (Vekene 30.15.B). Bd. 2 beginnt mit dem von Vermeulen gestochenen Porträt A. H. Jaillots gefolgt von einigen Gesamt- und zahlreichen Gebietskarten von und aus Deutschland inkl. Böhmen u. Mähren, Elsaß, Österreich und Schlesien (in 2 Bll. bei Covens & Mortier), Donaulauf in 2 und Rheinlauf in 4 Bll., der seltenen zweiblättrigen Karte des Hochstifts Lüttich mit Stadtplan und oberhalb prachtvoller Landschaftsansicht mit kleinen szenischen Darstellungen in Rocaillekartusche (nach Le Clerc von P. Maire bei Everard Kintz); außerdem enthalten 2 Gesamtkarten von Spanien, Karten von Gibraltar (2), Katalonien (von Sanson bei Jaillot), 2 Gesamtkarten von Italien, die seltene u. separat publizierte Karte Norditaliens von 1735 auf 2 zusammengesetzten Bll. (von M. A. dal Re; Sanfelici/Z., Langobardia 63), Savoyen und Piemont in 6 Bll., Savoyen (von Placide de Sainte Hélène bei Jaillot) sowie Karten der Inseln Korsika, Malta (von B. A. Jaillot), Menorca und der Bucht von Mahón (beide von Beaurain), Sardinien und Sizilien. Unter den Plänen Cuneo, Koblenz, Maastricht, Mainz, Prag und Wesel. Der Großteil der Karten stammt von A. H. Jaillot, ferner von seinem Sohn und Enkel B. bzw. B. A. Jaillot (zusammen 3) sowie 2 Karten von Sanson in der Ausgabe bei Jaillot. Jeweils wenige Karten stammen von weiteren Pariser Kartographen wie Beaurain, Guérard, Le Rouge und H. Sengre, ferner sind vertreten die Kartographen-Verleger A. Rittmann (Lorraine), Covens & Mortier aus Amsterdam, E. H. und G. Fricx aus Brüssel sowie M. A. dal Re aus Mailand. Beide Bände zu Beginn mit hs. Index, mit dem der Kartenbestand übereinstimmt, lediglich in Bd. 2 ist nach Karte 80 die Norditalienkte. zusätzlich eingefügt. - Stellenw. etwas gebräunt oder fleckig, nur hier u. da stärker. Wenige Ktn. etwas geknittert, ca. 30 Ktn. leicht angeschnitten, die 28 Fricx-Ktn. auf das Atlas-Format angerändert. Vorsatz von Bd. 2 mit montierter hs. Notiz (von Jaillot?) zur "Carte dessinée et lavée de l'allemagne en 21. grandes feuilles". Vorsätze mit blauen Namensstempeln "E de St. Basile". In den beiden vorderen Innendeckeln je 2 bekrönte Wappenexlibris, davon 1 jeweils von "Jaillot Géographe Ordinaire du Roi".
Fine composite atlas with engraved portrait and 176 (c. 95 coloured in outline) mostly double-page engr. maps and plans depicting the Benelux countries, Germany, France, Italy, Austria and Spain, and the islands Corsica, Malta, Menorca, Sardinia and Sicily. Most of the maps are by the renowned French geographer and publisher A. H. Jaillot, with others by his son and grandson B. resp. B. A. Jaillot. Some maps are by other Parisian cartographers such as Beaurain, Guérard, Le Rouge and H. Sengre, and by A. Rittmann (Lorraine), Covens & Mortier from Amsterdam, E. H. and G. Fricx from Brussels, and M. A. dal Re from Milan. Both volumes with ms. index bound in. - Some browning and staining in places, a few maps somewhat creased. Approx. 30 maps slightly shaved, white margins of the 28 maps by Fricx extended to atlas format. Front fly-leaf of vol. 2 with mounted handwritten note (by Jaillot?) on the ‘Carte dessinée et lavée de l'allemagne en 21. grandes feuilles’. Bound in contemporary calf spine gilt, with heavy signs of wear, rubbed and scuffed, joints broken. With blue stamps ‘E de St. Basile’ to endpapers, 2 crowned coat-of-arms bookplates to paste downs, one of which is of ‘Jaillot Géographe Ordinaire du Roi’.
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Clemenceau/Toulouse-Lautrec, Au pied du Sinaï
Toulouse-Lautrec, H. - Clemenceau, G. Au pied du Sinaï. Paris, H. Floury, (1898). 4to (32:25 cm). Mit 6 lith. Vignetten, der farbigen Or.-Lithographie für den Umschlag (eingefaltet beigebunden) u. 10 Or.-Lithographien in jeweils 4 Zuständen (10 signiert) sowie den 4 verworfenen (1 doppelblattgr.) Or.-Lithographien, alles von Henri de Toulouse-Lautrec. 2 Bll., 107 S., 2 Bll. Dunkelbrauner Maroquinband d. Zt. von Marius Michel (sign.) auf 4 künstlichen Bünden, mit goldgepr. Rückentitel, in rehbraunem Leder intarsiertem Titel in kalligraphischer Manier auf dem Vorderdeckel, Innenkantenvergoldung, Spiegeln und Vorsätzen aus hellbraunem Seidenmoirée und Goldschnitt. In moderner dunkelbrauner aufwändig gearbeiteter Lederkassette mit Scharnieren und Verschluss aus lackiertem Edelholz (sign. R. Vernier), in zugehörigem Pp.-Schuber mit Rückenschild.
Wittrock 187-201; Adriani 213-227; Delteil 235-249; Carteret IV, 106 ("Ouvrage rare, très coté et recherché"); The Artist and the book 302. - Erste Ausgabe. Nr. 25 von 25 (GA. 380) num. Exemplaren der Vorzugsausgabe auf unbeschnittenem "Japon ancien" in einem getrüffelten Exemplar. Gegenüber der Ausstattung der Vorzugsausgabe mit 3 Folgen das vorliegende Exemplar mit einer vierten Folge der Or.-Lithographien. Enthält die 10 signierten Lithographien auf "Japon ancien" sowie die drei weiteren Folgen auf "Japon impérial" auf China und auf getöntem Velin, sowie die 4 verworfenen Or.-Lithographien, ebenfalls auf "Japon ancien" ("planches refusés", Wittrock 187 u. 199-201), darunter auch die doppelblattgr. ursprüngliche Or.-Lithographie für den Umschlag. Der ausgeführte farbig. lith. Or.-Umschlag hier breitrandig, zwei mal vertikal gefaltet und zu Beginn eingeheftet. "An account of the ghetto life in Poland. A shrewd observer of his subjects, Lautrec spent hours in the Tournelle quarter of Paris, sketching poor Russian and Polish Jews" (The Artist and the book). Die Blätter in unterschiedlichen Formaten, außen u. unten unbeschnitten, einige der Lithographien zur Anpassung der Formate vom Buchbinder auf Falze gesetzt. Text ca. 26:23 cm, sign. Lith. 31,5:23 cm, Abzüge auf China 31,5:22 cm, auf Japan imp. 30:22 cm, auf Velin 26:19,5 cm. Hervorragendes Exemplar in einem prachtvollen zeitgenössischen Meistereinband, mit gleicher Ausstattung und nahezu identischem Einband wie das Exemplar Nr. 1 der Vorzugsausgabe das in der Ausstellung "Des livres rares depuis l'invention de l'imprimerie" der Bibliothèque nationale de France 1998 gezeigt wurde (Katalog Nr. 210). Antoine Coron schreibt dazu: "L'exemplaire exposé est exceptionnel. Il semble en effet qu'il soit le seul en reliure décorée strictement contemporaine. Celle-ci, en outre, est signée Marius Michel, dont la composition calligraphique Art nouveau est singulièrement sobre." - Sauber, lediglich eine der Lithographien mit unbedeutendem Anflug von Stockflecken.
First edition. Number 25 of 25 copies of the édition de tête in an exceptional copy, grangerized by the addition of a fourth series of the lithographs and in a beautiful contemporary full morocco binding. With 10 signed lithograph plates on "Japon ancien", 3 additional series of the same lithographs on China, Japon impérial and vélin, the colour lithographed original wrappers (folding and tipped in at front) and the 4 rejected lithographes (including the double-page "couverture refusé") on "Japon ancien", all by Henri Toulouse-Lautrec. The present copy is similar in structure and binding to copy no. 1, which was shown in the exhibition of rare books at the BnF in 1998 and was praised as "le seul en reliure décorée strictement contemporaine". The different lithographs printed in slightly varying colours. The sheets somewhat varying in size, all uncut at outer and bottom margin. - In perfect condition, only a single plate with a slight touch of foxing. Bound in contemporary dark brown full morocco by Marius Michel (signed) spine with 4 raised bands marking the 2 areas of gilt lettering, front cover with inlaid and blindtooled title of light brown morocco in calligraphic manner, inner dentelles gilt, light brown silk doublures and endpapers. Housed in a modern, dark brown, elaborately crafted leather case with hinges and clasp made of lacquered precious wood, in an accompanying cardboard slipcase with spine label.
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Wagner, Eigenhändiges Notenblatt "An Theodor Apel"
Wagner, Richard (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiges Musikmanuskript "An Theodor Apel". (Leipzig 1831). Qu.-fol. (26,5:33 cm). Mit schwarzer Tinte geschrieben (Notenlinien in brauner Tinte). 1 Bl., beidseitig beschrieben.
Wohl aus den Anfangsmonaten von Wagners Studienzeit bei dem Thomaskantor Christian Theodor Weinlig (1780-1842), der ihm von 1831 bis 1833 Kompositionsunterricht erteilte. Zwölfzeiliges Notenpapier (zu je 6 in doppelzeiliger Klaviernotation gruppiert). Die Vorderseite enthält fünf kontrapunktisch angelegte Themenköpfe von jeweils 3, 4, 3, 9 und 5 Takten, gefolgt von einer Art Zueignungstext: "Daß zum Andenken an Richard Wagner, denn daß ich dich wiederbesuchen soll, kannst du unmöglich verlangen, da ich dich niemals zu Hause finde. R. W." Die Rückseite bestätigt die Datierung; sie enthält eine ziemlich elementare Kompositionsübung, was das Blatt eher in das Jahr 1831 als 1833 verweist. Es beginnt mit einem viertaktigen Fugato, das innerhalb von 15 Takten jedoch keine nennenswerte Entwicklung bewirkt. Ein sodann folgendes energisches Dreiklangmotiv lässt zunächst an das Finale von Beethovens Fünfter Symphonie denken; es wird jedoch nach einem Takt ganz geschickt fugiert und nach zehn Takten sogar gespiegelt - also kein Beethoven-Imitat, sondern ein Operieren mit einigen Bach'schen Verfahren, die der Student Wagner hier vorsichtig durchbuchstabiert. Die Seite enthält einige Korrekturen; im zweiten und dritten Notensystem sind der jeweils letzte bzw. die letzten vier Takte ausgestrichen, was dem Blatt einen Hauch von Nachdenken und Arbeit gibt.
Das Blatt inklusive Musik wurde 1921 (W. Lange, Richard Wagner und seine Heimatstadt Leipzig) und 1937 (L. Weinhold, Handschriften von Richard Wagner in Leipzig) publiziert, an entlegenen Stellen. Bei der Herausgabe des Wagner Werk-Verzeichnisses (WWV, 1986) wurde es nicht berücksichtigt. 1998 taucht es im Wagner-Briefverzeichnis (WBV), als Anhang unter dem Sigel A1: "Theodor Apel, Leipzig. 1831. Widmung auf einem Blatt mit Kontrapunkt-Übungen. Verbleib unbekannt." - Leicht gebräunt u. etwas fleckig; recto im Rand tlw. angestaubt. Mit vertikaler Faltspur, dort unten ein ca. 7 cm langer Einriss. Im Unterrand mit kleinem Stempel sowie mit Bleistiftsignatur.
Early autograph music manuscript, most probably written in 1831. 1 sheet, both sides with composotion exercises. "To Theodor Apel". With a notice to his friend: "This as a memento of Richard Wagner, for you cannot possibly expect me to visit you again, since I never find you at home". - Some browning and staining, some marginal soiling. Vertical creasemark, here a tear without loss (c. 7 cm). With library stamp and shelf mark in pencil.
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Kästner, Briefe an C.F. Hindenburg
Kästner, Abraham Gotthelf (Mathematiker, Astronom u. Dichter; 1719-1800). Sammlung von ca. 165 eigenhändigen Briefen, Billets, Abhandlungen, Sinngedichten, mathematischen Arbeiten und anderen Schriftstücken an seinen Kollegen Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Zusammen 375 Bll. Meist mit Unterschrift oder Paraphe. Überwiegend Göttingen 1771-1799 (einige undatiert). 8vo- und 4to-Formate. Teilweise mit Adresse, wenige mit Siegelresten und Randausschnitten zum Öffnen. 45 Schriftstücke (115 Bll.) lose, die übrigen eingehängt in einen Hldr.-Band um 1860 (22:18 cm). mit Rvg.; gering berieben, mit Bibl.-Rsch.
Außerordentlich umfangreiche Sammlung der erhaltenen Briefe und anderen Schriftstücke von Kästner an Hindenburg aus der langjährigen Korrespondenz der beiden Mathematiker. Kästner war ab 1739 als Privatdozent für Mathematik in Leipzig tätig, wo er auch Hindenburg bei seinen ersten mathematischen Studien unterstützte. Ab 1756 wirkte er als Professor in Göttingen, wo er u.a. Georg Simon Klügel, Wilhelm Olbers und Johann Pfaff zu seinen Studenten zählte und 1763 auch die Leitung der Sternwarte übernahm. Hindenburg machte 1771 seinen Abschluss als Magister und war im Fach Mathematik als Privatdozent in Leipzig tätig. 1781 wurde er dort zum Professor der Philosophie, 1786 auch zum Professor der Physik ernannt. "Für die beiden Jahrzehnte 1760-80, waren Kaestner's Vorlesungen in Göttingen Epoche bildend. Da wurde Alles gelehrt, was nicht für damals die höchsten nur Wenigen zugänglichen Höhen der Mathematik darstellte" (ADB XV, 445). "Ruhm und Feindschaft zugleich brachten ihm jedoch seine Epigramme ein, die Ereignisse aus dem privaten und literarischen Leben aufs Korn nehmen und meist an bestimmte Personen gerichtet sind. K.s Satire ist weniger scharf als mit Behagen witzelnd und spöttelnd; die späteren Epigramme werden derber und zynischer" (NDB X, 736).
Vorhanden sind: 1. 76 Briefe zu je 1-20 S. deren Inhalte ein großes Spektrum an Themen abdecken: Kollegen, Studenten, Erlebnisse, Publikationen und deren Rezensionen, mathematische, astronomische physikalische und philosophische Themen u.v.m. "Weißberg (?) machte mir das Compliment daß sie einen sehr gelehrten Candidaten an hier gehabt hätten der ein Schüler von mir war" und zum Treffen mit dem Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel schreibt er am gleichen Tag "Der Herzog wollte mich auch lesen hören, wie unter Profesoren. ich hatte zum Glücke gleich das Erstsemester (?) von Newtons Chronologie, und er zeigte jedoch einige Erinnerung daß ihm hiervon nicht alles unbekannt war, wie er denn überhaupt für einen Herzog viel Gelehrsamkeit besitzt" (8. April 1781). - 2. 37 Billets meist in kleinerem Format, davon 9 bei der Heftung des Sammelbands auf größere Blätter montiert. - 3. 23 Blätter mit zahlreichen seiner berühmten Sinngedichte, meist in deutscher, wenige auch in lateinischer Sprache, meist auf Persönlichkeiten seiner Zeit "An Basedow. Warum nennst du den Mann Göttingens Pädagogen? | Hat er doch niemand hier, als seine Frau erzogen, | Und hätte die Verstand durch seine Zucht bekommen | So hätte sie ihn nicht genommen", oder auch allgemeinerer Natur: "Ein Arzt droht mir gar fürchterlich | Mich sterbenskrank, und todt zu schreiben | Gesund werd ich, und lebend bleiben | Schreibt er auch kein Rezept für mich." - 4. 10 mathematische Arbeiten, häufig über mehrere Seiten, meist in lateinischer Sprache, darunter auch 2 zum Parallelenaxiom. - 5. Einige Abhandlungen zu verschiedenen Themen, Lobreden auf Kollegen, Ergänzungen zu eigenen Schriften. "Vorzug von Euklids Elemenen vor der Bibel. Euklids Elemente enthalten nichts als lauter Warheit. Ein Vorzug der in dem Grade wohl keinem so grossen Buche zu kommt als der Bibel, werden wenigstens noch manche Theologen sagen, ich weiß nicht ob alle? Ja! aber bey Euklids Elementen, haben selbst Abschreiber, Uebersetzer, Exegeten, Commentatoren, Dogmatiker, keine Unwahrheiten hinein bringen können und keine Wahrheiten heraus." - Unter den in dem Sammelband zusammengefassten Schriftstücken auch einige mit teilweise umfangreichen Zusätzen und Kommentaren von der Hand des Empfängers C. F. Hindenburg sowie 3 separate Bll. mit von Hindenburg niedergeschriebenen Sinngedichten Kästners (oben nicht gezählt). - Insgesamt teilweise etwas gebräunt, vereinzelt im Rand etwas angestaubt oder gering stockfleckig, wenige unbedeutende Randläsuren. In dem Sammelband die Blätter fortlaufend mit Tinte foliiert und die ersten 60 Schriftstücke mit Bleistift nummeriert, dort 2 Bll. zum Brief Nr. 13 mit Nr. 21 versehen und verbunden, die Vorsätze und 1 Brief im Rand mit Bibl.-Stempel. Die losen Schriftstücke sämtlich mit blassem Bibl.-Stempel u. Bibl.-Signatur. Vermutlich fehlen Blätter bei 3-4 Briefen.
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Jefferys, Atlas des Indes occidentales
Jefferys, T. Atlas des Indes occidentales, ou description géo-hydrographique des régions, des côtes, des isles, & des mers (etc.). London, Sayer & Bennett, u. Paris, Julien, 1777. Gr.-fol. (55,5:41 cm). Mit doppelblattgr. Kupfertitel u. 39 (36 doppelblattgr.) Kupferkarten. 1 Bl., 6 S., 1 Bl. Index. Mod. Hldr. im Stil d. Zt.
Phillips 3943; diese Ausgabe nicht bei Shirley. - Seltene Ausgabe des berühmten Atlas mit französischem Text, Kupfertitel und Karten entsprechen der englischen Ausgabe "The West-India atlas" von 1775. Enthält Seekarten des Ärmelkanals, des nördlichen Atlantiks, der Azoren, Kanarischen Inseln und Madeiragruppe sowie der Kapverden und Bermudainseln; ferner Übersichtskarte von Mittelamerika gefolgt von 16 Detailkarten (zum Zusammensetzen) sowie 16 Karten einzelner Inseln und Inselgruppen. - Schonend gereinigt, noch leicht gebräunt u. teils mit Druckabklatsch. 2 Ktn. mit leichter Knitterfalte, Indexbl. mit ergänztem Ausriss im Bund.
With double-page engraved title and 39 (36 double-page) engr. maps and charts identical to those from the 1775 English edition, but here with 6 pages of French historical and descriptive text. - Skilfully washed, still light browning and some offsetting in places, slight creasefold to 2 maps, repaired marginal tear-off to index leaf. Recent half-calf bound to style.
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Susemihl, Teutsche Ornithologie
Susemihl, J. C. Teutsche Ornithologie oder Naturgeschichte aller Vögel Teutschlands in naturgetreuen Abbildungen und Beschreibungen. Hrsg. von M. B. Borkhausen, J. W. Lichthammer, C. W. Bekker und Lembcke. Darmstadt, Verlag der Herausgeber, (1800-1837). Gr.-fol. (46,5:32,5 cm). Mit 132 (davon 3 lose beiliegend) altkolorierten Kupfertafeln, teilw. in Farbstich. 2 Bll. Subskribentenverz., 89 Bll. Tafelerklärungen (davon 3 Bll. mit frz. Text). Prgt. d. 20. Jhdts. mit Rückenschild, reicher Deckel-, Rücken-, Steh- u. Innenkantenvergoldung, mehrfarbig intarsiertem figürl. Maroquin-Mittelstück auf dem Vorderdeckel, Kopfgoldschnitt u. Vorsätzen mit goldgelben Seidenbezügen (sign.: Hans Zieher - MDE) im Hprgt.-Schuber, Or.-Umschl. (Lfg. 2 u. 22) mit eingebunden.
Nissen, IVB 907; Anker 52; Sitwell-B. 79. - In 22 Lieferungen zu je 6 Tafeln erschienen. Vorliegend Lfg. 1-21 in erster Ausgabe. Lieferung 22, 1817 erstmals erschienen und in der Originalausgabe sehr selten, hier in zweiter Ausgabe. Eine Titelei ist nicht erschienen. "Nicht minder lobenswert ist auch die 'Teutsche Ornithologie', die Johann Conrad Susemihl gemeinsam mit seinem Bruder Johann Theodor und später mit seinen Kindern Eduard und Emilie in Darmstadt mit Hilfe eines Kreises begeisterter Naturfreunde schuf. Die Tafeln gehören in Stich wie Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstiches" (Nissen). Das hervorragende Kolorit ohne sichtbare Farbverfälschungen durch das Alter. Drei Tafeln (Der graue Geyer - Männchen, Die Brandweihe - Männchen, Der ruhsfarbige Milan - Weibchen) sowie 9 Or.-Umschläge u. ein Inhaltsverzeichnis in Kurrentschrift liegen bei. - Vereinzelt etwas stockfleckig oder mit kl. Papierunreinheiten, die eingebundenen Tafeln meist kaum betroffen, Außenecken teilweise leicht fingerfleckig, einige der übergroßen Darstellungen sehr knapp beschnitten, die Tafel "Der schwarzkehlige Saenger" mit kl. Hinterlegung im Rand, "Der ruhsfarbige Milan - Weibchen" (lose) mit hinterl. Randeinriss bis in den Plattenrand.
First (issues 1-21) and second (issue 22) edition. With 132 (3 enclosed) hand-coloured and partly stipple-engraved plates. - Occasional foxing or minor paper-flaws, the bound plates mostly less affected, some outer corners slightly finger-stained, few oversized depictions cut to the edge, minor backed fraying to plate "Der schwarzkehlige Saenger", backed marginal tear to "Der ruhsfarbige Milan - Weibchen" (loose) extending to the edge of the plate. Bound in 20th century vellum, richly tooled spine and covers, front cover with figurative coloured morocco-elements, top edge gilt, silk-covered endpapers (signed: Hans Zieher - MDE).
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Merian, Insectes de l'Europe
Merian, M. S. Histoire des Insectes de l'Europe. Traduite en François par J. Marret. Amsterdam, J. F. Bernard, 1730. Gr.-fol. (51:36,5 cm). Mit gest. Frontispiz, Titelvignette, 1 gr. Schlussvignette (= Fig. 170 u. 172) und 184 Kupfern auf 47 Tafeln. 2 Bll., 84 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung; teilw. etwas berieben, restaurierte Schabstellen.
Nissen, BBI 1342; Pfeiffer A8; Hunt 483; Horn-Sch. 14993. - Erste Folio-Ausgabe mit französischem Text. Die schönen Kupfer zeigen Schmetterlinge nebst ihren Raupen und Puppen auf entsprechenden Pflanzen, zu je 3 (4 Taf.) bzw. 4 (43 Taf.) auf einer Tafel. Sie sind von 1-184 nummeriert; von Fig. 1 u. 51 gibt es je zwei verschiedene Kupfer, Fig. 170 u. 172 (recte 171) erscheinen nicht auf den Tafeln, sondern bilden, wie stets in der französischen und holländischen Ausgabe von 1730, gemeinsam die Schlussvignette auf S. 84 (2 Buketts, die mit Buchstaben bzw. Nummern versehen sind, welche auf den beschreibenden Text verweisen); ein Umstand, den Nissen u. Pfeiffer nicht erwähnen und so zu einer falschen Zählung der Kupfer gelangen. - Gleichmäßig leicht gebräunt u. vereinzelt stockfleckig, letzte Tafeln etwas stärker gebräunt. 1. Taf. mit kl. Randeinriss.
First folio edition with French text, with engraved frontispiece, engr. title vignette, 1 text engraving and 187 engravings on 47 plates. - Mild browning throughout, somewhat stronger to last plates, slight foxing in places; small marginal tear to 1st plate. Else a fine copy with strong impressions of the engravings and wide margins, bound in contemp. calf, spine gilt, some restorations.
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First State of the Kaerius Map
Amerika. P. Kaerius
"Americae nova descriptio". Altkol. Kupferstich-Karte von P. Kaerius (= van den Keere), 1614; gest. von A. Goos. Mit 2 ausgem. Rollwerkskartuschen mit Titel und Nebenkarte sowie maritimer Staffage; eingefasst von 4 kol. Bildleisten mit insges. 10 Ansichten, 6 Medaillonporträts und 8 Abb. von Ureinwohnern. 44:56,5 cm.
Burden 182.1 u. Corrigenda-Addenda; Schilder/Stopp, MCN VIII, 26.1 (jeweils von 7) u. VI, 15.1 (von 6); Tooley, America, S. 301; vgl. Campbell 4. - Sehr seltene Karte mit den schönen Randleisten im 1. Zustand (von 7), noch ohne die Le-Maire-Straße bzw. Feuerland nicht als Insel dargestellt; ab dem 3. Zustand von 1631 wurde diese Karte von Visscher herausgegeben. - Leicht gebräunt u. vereinzelt etwas fleckig. Unten alte Faltstellen stellenweise geplatzt und hinterklebt sowie wenige kl. Randeinrisse; verso oben Reste von früherer Montierung.
Scarce map of America in its first state (of 7), with "Tierra del Fogo" as landmass and without Strait of Le Maire. From the third state onwards (1631-52) the map was published by Visscher, with the Keere imprint removed and altered dates. With an inset map of the North West Passage, decorative figures and portraits, and views of: "Havana - Mexico - Cusco - Pomeiooc urbs Virginiana - Carolina... in Florida - S. Domingo - Phernambuco - Potosi - Cartagena - I. S. Iacobi". "This very rare map is the first single sheet map of America with decorative borders" (Burden). - Original col. Light browning and some occasional spotting. Repairs to some cracks at old folds and to a few tears at bottom; verso at top remains of former mounting.
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Curtis, Botanical Magazine. 32 Bde.
Curtis, W. The botanical magazine; or flower-garden displayed. Bde. 1-52 u. Bd. 53 fragmentarisch in 32 Bdn. London 1788-(1829). (24,5:15,5 cm). Mit 2682 (3 unkol., 187 gefalt.) kol. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rückentitel u. Rückenvergoldung; teilw. gering berieben, einige Rücken verblasst.
Nissen, BBI 2350; Stafleu-C. 1290; Pritzel 2007; Henrey III, 472. - Die wohl schönste und bekannteste Blumenzeitschrift aller Zeiten; ab Band 14 von J. Sims übernommen, unter wechselnden Titeln bis 1965 fortgeführt. Nummerierte Tafeln von 1-2676. Außerhalb der regulären Nummernfolge: 903B (unkol.), 923*, 1605B (unkol.), 1685B, 1832B u. 1885B. Bde. 1-6 mit Erscheinungsjahren zwischen 1788 und 1793: "Variant title pages exist of the early volumes caused by the production following the demand" (Stafleu-C.). Ohne das Register von 1805 (für die ersten 20 Bde.) und das Porträt (von F. Sansom), beide auch nicht in den Bibliographien genannt. - Teilw. wenig gebräunt, selten stärker u. gelegentlich minimal stockfleckig. Mehrere Tafeln mit etwas Textabklatsch, einige stärker. Einzelne Textbll. mit in Tinte bzw. Bleistift korrigierten Namen. Bd. 1-4 mit Wappenexlibris.
Vols. 1-52 and vol. 53 in parts in 32 vols. With 2682 mostly coloured engraved plates. "The first and most important botanical magazine made up of figures of plants and short description" (Hunt 689). - Slight browning in places, rarely more severely and occasionally with minimal foxing. Several plates with offsetting from text. Some textleaves with names corrected in ink or pencil. Volumes 1-4 with armorial bookplate. Half-leather with gilt lettering to spine, spine gilt; partially minor rubbing, some spines faded.
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Eastern Europe by Paolo Forlani
"Polonia". 2 Bll. Gastaldi-Forlani
Nordosteuropa. "A benigni lettori... la prima (&) seconda parte del Regno di Polonia". 2 Bll. Kupferstich-Karten nach G. Gastaldi von P. Forlani, Venedig, 1568. Mit je 1 Schriftkasten und Windrose. Plattengröße 37:51,5 bzw. 38:49,5 cm.
Imago Poloniae K4/3 u. 5; Bifolco/R. (2018), Taf. 508.2; Woodward, Forlani 79-80; ders., Watermarks 91-2 "Siren in circle under six-pointed star" (jeweils aufgeführt); Meurer, Strabo 36-37; Tooley, Italian Atlases 454-455; Bagrow/C., Russia, S. 89 f. ; Karrow 30/96.1a-b; Nordenskiöld Abb. S. 125. - Sehr seltene Karten mit Polen, Teilen von Skandinavien inkl. Finnischem Meerbusen und Russland bis zur Krim reichend. Die beiden Bll. der Karte passen allerdings nicht exakt zusammen, weshalb sie "als selbständige Karten angesehen werden können" (I. P.). - Mit etwas Plattenton; stellenweise leicht fleckig u. rechte Unterecken etwas wasserfleckig; oben jeweils bis knapp in die Einfassung beschnitten u. angerändert. 1. Links unten bis in die Einfassung beschn. 2. Kl. Randeinriss unten rechts hinterklebt.
Very rare and fine map(s) of Eastern Europe after Gastaldi-Licinio; depicting Poland, parts of Russia (including Crimea), Gulfs of Bothnia and Finland. "The present adoption by Paolo Forlani draws on the topographical details very closely. The main difference is the engraving in the form of two sheets with separate titles for each. Although they form a matching pair, it is difficult to join the two sheets together" (M.). - 2 sheets, not joined; uncol. Somewhat toned; light spotting in places, some waterstaining to lower right image corners; both sheets cut just into neatline at top and remargined. 1. Cut into neatline at bottom left. 2. Small repaired tear at lower right just affecting image.
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Dekorativ gebundenes Monumentalwerk
Zedler, Universal-Lexikon. 67 Bde.
Zedler, J. H. Grosses vollständiges Universal Lexikon aller Wissenschaften und Künste, welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden. 63 (statt 64) Bde. u. 4 Supplementbde. in zusammen 67 Bdn. Halle u. Leipzig, Zedler, 1732-54. Fol. Mit 63 (statt 64) gest. Porträts, 7 (6 gefalt.) Kupfertafeln, einigen Textkupfern u. (tls. gefalt. oder doppelblattgr.) Tabellen sowie mehreren (meist wdh.) gest. Vign. Uniforme Kalbldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Stehkanten- u. Rückenvergoldung; Deckel überwiegend etwas berieben u. mit geringen Kratzspuren, wenige mit kl. u. oberflächlichen Wurmspuren oder vereinzelten Wurmlöchlein, teilweise mit kl. Farbspritzern am Rücken, sehr wenige an Kopf oder Fuß etwas abgestoßen oder mit kleiner Fehlstelle, Bd. 59 Rückdeckel aufgebogen.
PMM 191; Zischka 3; Collison 104 f.; Lenz 123 ff. - Das monumentale Universallexikon mit etwa 750.000 Artikeln und Verweisen, nach seinem Verleger kurz "Zedler" genannt. Gilt neben der spanischen "Espasa" als bisher größtes Lexikon des Abendlandes. "It is one of the largest encyclopaedias ever completed, and also one of the best" (Collison). "Wie wichtig 'der Zedler' noch heute als Quelle vor allem für Biographien längst vergessener oder weniger bekannter Persönlichkeiten ist, geht nicht zuletzt daraus hervor, daß dieses Monumentalwerk der Lexikographie 230 Jahre nach seinem Erscheinen noch einen unveränderten fotomechanischen Nachdruck aller 68 Bände erfuhr" (Lenz). Die Supplemente wurden nicht abgeschlossen und endeten 1754 wie vorliegend mit Bd. 4 (A - Caq). - Überwiegend gering gebräunt u. fleckig, nur wenige Bde. bzw. einzelne Lagen etwas stärker betroffen, die Schmutztitel häufig knapp beschnitten, vereinzelt mit etwas Berührung angeschnitten, Titelbll. seltener knapp beschnitten, einige Bde. leicht gewellt, zwei Ahnenentafeln mit kl. Einriss im Falz, vereinzelte Randläsuren oder kleinere Randeinrisse, noch seltener mit kl. Ergänzung, in Bd. 35 ein Doppelbl. der Widmung lose u. im Rand gebräunt. Es fehlt Band 58. Text nicht kollationiert. oRR/Waf.
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"Mein Freischütz findet gegen mein Erwarten viel Freunde"
August Apel, Briefwechsel mit Friedrich Kind
Apel, August (Schriftsteller; 1771-1816) u. Friedrich Kind (Schriftsteller; 1768-1843). Umfangreiche Teile ihres Briefwechsels, enthaltend 44 Briefe von Apel an Kind (meist Leipzig oder Ermlitz, 1799?-1815, einige undatiert) u. 62 Briefe von Kind an Apel (meist Dresden, 1798-1811, einige undatiert). Verschiedene Formate. 1-8 S.
August Apel und Friedrich Kind, die beide die Nikolaischule in Leipzig besuchten, waren seit frühester Jugend eng miteinander befreundet und begeisterten sich beide für Dichtung und die Literatur des Sturm und Drang. "So verlebten wir denn täglich zusammenkommend, wenigstens an einander schreibend, und ich kann sagen eifersüchtig darüber wachend, daß kein Dritter sich in unseren Bund dränge, die letzten Schul- und ersten akademischen Jahre ... Wir erfanden uns für unsere Briefe Chiffern ... ich hieß Oskar oder Rodrigo, Apel Dermid oder Franzesco ... so nahe als ich, wenigstens vom 12. bis zum 24. Jahre, hat ihm schwerlich einer gestanden" (Kind, Freischütz 1843, S. 82-85). Auch die vorliegenden Briefe beginnen meist mit "F(rancesco) a(n) R(odrigo)" und "R. a. F." und sind unterzeichnet mit "Fr.", "Franc." u.ä. Obwohl Kind später schrieb, man habe sich später etwas entfremdet, ist der Briefwechsel von Herzlichkeit geprägt. "Leb wol lieber alter Freund. Ich sehne mich oft in die fantastische Zeit zurück wo wir uns abends auf dem Kreuzwege trafen. Nur ein Schatten dieser lieblichen Morgenröthe ging in der Folge noch einmal durch mein Leben, und auch dieser ist verschwunden. Ich bin wirklich jetzt so einsam, dass ich bald anfangen werde, der Einsamkeit froh zu werden. Ewig der Deinige / Francesco" (Apel 22. 11. 1803). Beide waren Juristen, wobei Apel den Anwaltsberuf früher aufgab als Kind. In manchen Briefen geht es auch um juristische Aufträge von Apel an Kind. Mehrfach und nachdrücklich lädt Apel Kind auch zu sich ein. "Wahrscheinlich siehst Du Rochlitz (...) Grüss ihn freundlichst von mir, und sag ihm, er solle doch (...) ja nicht unterlassen, mich aufm Lande zu besuchen und mit Sak (!) und Pack einzuziehen. Seine Stube sey bereit und warte nur auf den Bewohner. Dass ich nun Dich nicht einladen kann, wegen der verdammten Praxis. - Lass doch die Toden ihre Toden begraben und mache Dich aus der verdammten Advokaten Kaste los (..)." (13. 5. 1804). Beide Schriftsteller schicken einander ihre Werke im Manuskript und als Drucke und tauschen sich darüber aus. "Du erhältst beiliegend den letzten Theil des dir gewidmeten Werkchens. (...) Laß mich bald privatim und publice hören, wie du mit dem Ganzen zufrieden bist - ob es mir gelungen ist, die hervorgerufnen Geister zu bannen, oder ob sie mir, wie dem Zauberlehrling, über den Kopf gewachsen sind?" (Kind 4. 5. 1804). "Ich wünsche bald wieder etwas von Dir zu bekommen (...) ich lese Deine Sachen immer am liebsten und komme mir vor wie der Pelican in der Fabel, der sich selbst zerhackt, wenn ich die kritisiere" (Apel 1. 9. 1804). "Der verdammte Druckfehler besingen statt besiegen ist mir ordentlich in die Glieder geschlagen. (...) Ich bitte dich ziehe nach Leipzig, ich hatte mich nun schon so daran gewöhnt dich zu sehen, dass ich mir hier wie fremd vorkomme" (Apel 30. 4. 1805). Apel berichtet Kind auch von der Aufführung seines "Polyidos", in die die Brüder Adolph und Friedrich Wagner involviert sind. "Heute Abend wird mir eine Chorprobe des Polyidos aufgetischt. Wagner hat mir vorläufig gesagt wie er sprechen lässt, es muss götliche Wirkung thun, und wenn er es durchführt, so hat er den Pol. wiedergeboren im Geist" (8. 3. 1806). Über die Aufführung am 22. März folgt am nächsten Tage ein ausführlicher Bericht. Am 23. Mai 1810 schreibt Apel: "Hier hast Du den ersten Theil des Gespensterbuchs und wolle deine Aufgeklärtheit weder an der Sache ein Skandalum nehmen noch deine Fantasei (!) der Schwäche ihres Nächsten darob zürnen weil sie statt zu fliegen nur flattert. Am 31. Mai dann: "Du hast sehr recht, daß es in die Länge schwer wird bei dem Gespensterbuch die Einförmigkeit zu vermeiden. Feenmärchen helfen am wenigsten, denn sie ermüden noch mehr als eigent(liche) Gespenstergeschichten. Indessen durch 4 bis 6 Bändchen denke ich Abwechslung genug durch Erfindung und Behandlung zu bringen und Gott weis ob das Buch nur so viel Bände erlebt. In dem ersten sind zwei Feenmärchen schon zu viel, das zweite soll mannigfaltiger werden. Mein Freischütz findet gegen mein Erwarten viel Freunde, mir sind die Bilder der Ahnen lieber." Friedrich Kind ist der Verfasser des Librettos zu Carl Maria v. Webers Oper 'Der Freischütz', das auf der Erzählung Apels beruhte. Vom 13. November 1813 datiert ein langer Brief Apels, in dem er ausführlich über die Lage in Leipzig mit zahlreichen Seuchentoten berichtet. Unter seinen undatierten Briefen 3 ohne Anrede (komplett?). Ein undatierter, bewegender Brief Apels ist vielleicht von 1795 und bezieht sich auf den Tod von Kinds erster Frau. Zusätzlich zu den Briefen von Kind an Apel sind zwei an die "Hofräthin Hindenburg", außerdem enthalten Gedichtmanuskripte "Purpurblümchen" und "Die Bleicherin". Die ersten beiden Briefe von Kind (1798 u. 1799) in englischer Sprache. - Insgesamt vereinzelt etwas gebräunt oder etwas fleckig. Alle Autographen Kinds mit Signatur, jede Seite mit Stempel; 1 Brief Kinds mit geringem Buchstabenverlust durch Wurmspur, 2 Briefe von Kind alt montiert; 1 Brief von Apel alt montiert u. mit geringem Textverlust durch Ausriss u. Fehlstelle.
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Vadian, Epitome 1534
Vadian (v. Watt), J. Epitome trium terrae partium, Asiae, Africae et Europae compendiariuam locorum descriptionem continens. Zürich, C. Froschauer, Sept. 1534. Fol. (31,5:20,5 cm). Mit Druckermarke a. d. Titel und 1 gefalt. Holzschnittkarte. 20 Bll., 273 S. Flex. Prgt. aus einer alten Notenhandschrift.
VD 16, V 20; Adams V 10; Alden-L. 534/31; Sabin 98279 (dat. irrig 1533); Harrisse 189; Vischer C 234; zur Karte: Shirley 70; Karrow 58/47.1; Nordenskiöld 106; TWE 67; Wolff, America 87. - Erste Ausgabe, die einzige in Folio, im selben Jahr erschien noch eine Oktavausgabe ohne die Karte. Berühmte geographische Weltbeschreibung des Schweizer Humanisten, Gelehrten und Reformators von St. Gallen; das abschließende Kapitel "Insulae Oceani precipuae" (S. 263-273) behandelt Amerika. Von besonderer Bedeutung ist die prachtvolle Holzschnittkarte "Typus Cosmographicus Universalis", welche die gesamte Welt unter Einschluß Amerikas zeigt. Sie orientiert sich an der zwei Jahre zuvor erschienenen Karte von Sebastian Münster und ist eine der ersten, auf der der neue Kontinent den Namen Amerika trägt. Südamerika erscheint bereits im vollständigen, geographisch annähernd richtigen Umriss, während Nordamerika und die Antillen noch als Landblock mit der Bezeichnung "Terra de Cuba" abgebildet werden. Das schöne, im Unterschied zum übrigen Buchblock nicht gebräunte Papier der Karte trägt das Wasserzeichen "Baselstab mit Marke aus Kreuz und 'halbiertem Davidstern'". - Buchblock leicht gebräunt, im Außensteg leicht wurmstichig (gegen Ende etwas stärker), stellenw. etwas fleckig bzw. schwach wasserrandig, S. 1 mit Federproben im Außensteg. Die Karte mit alten Faltspuren u. leichten Leimspuren im linken Rand verso. Letzte Bll. innen im Gelenk mit schmalen, gebräunten Papierstreifen verstärkt.
First edition of this important geographical work, with extensive remarks on America. One of the few copies with the world map, depicting America for one of the first times. "A general map on an oval projection which is a simplified reduction of the Münster map printed at Basle two yers earlier... The wood engraving is clear and precise" (Shirley). South America is shown as a separate continent, and the land to the north is labeled as Cuba. - Light browning to text, some marginal worming, especially at end, occasional spotting or faint marginal dampmarking, old ink scribbling to outer margin of p. 1. Gutter of last leaves strenghtened with tanned paperstrips. Map with traces of old folds as well as minor traces of glue on verso of left margin. Limp vellum from an old manuscript.
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Brunschwig, Wund-Artzeny
Brunschwig, H. Das buch der wund Artzeny. Handwirkung der Cirurgia. Nuew getruckt mit ordenlicher zusatzung. Straßburg, J. Grüninger, 1513. Fol. (28:20 cm). Mit 40 (inkl. Wiederholungen) fast blattgroßen u. teilw. von 2 Stöcken gedruckten sowie 13 kl. Textholzschnitten. CXXVI (recte CXXII) num. Bll. Hprgt. d. 18. Jh.; gering fleckig, Kanten etwas beschabt, Rücken unten mit Übermalung.
VD 16, B 8705; IA 125.930; Benzing, Brunschwig 3 u. Strasbourg 239; Schmidt, Grüninger 129; Durling 742; Waller 1580; vgl. Garrison-M. 5559 u. Muther 538 (EA. 1497). - Dritte Ausgabe, erstmals 1497 bei Grüninger erschienen und noch im gleichen Jahr von Schönsperger in Augsburg nachgedruckt. Außerordentlich selten. "First important printed surgical treatise in German... contains the first detailed account of gunshot wounds in medical literature and is notable for its wood-cuts, some of the earliest specimens of medical illustration" (GM). Die Holzschnitte der vorliegenden Ausgabe (66 nach Benzing, der irrig 26 kleine Instrumentenholzschnitte zählte) sind die des Erstdruckes. Die großen, realistischen Darstellungen zeigen in wechselnden Kombinationen Kranke und Ärztekonsilien bei Untersuchung u. Behandlung. "Die Holzschnitte sind sehr bedeutend. Über die Gesichter ist eine unbeschreibliche Lieblichkeit ausgegossen" (Muther). - Schwach gebräunt, teilw. gering fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelte schwache Feuchtigkeitsspuren, einige Anmerkungen des frühen 16. Jahrhunderts in Tinte (teilw. angeschnitten). Durchgehende Wurmspur im unteren Rand mit vereinzeltem Buchstabenverlust, ab num. Bl. 17 auch mit einem, später bis zu fünf kl. Wurmlöchern im Satzspiegel. Titel und letztes Blatt etwas angeschmutzt, Titel mit Hinterlegungen im Rand; letztes Bl. mit 2 größeren Hinterlegungen verso, mit sorgfältiger Nachzeichnung des geringen Buchstabenverlusts recto. Num. Blatt 34 mit restauriertem Randeinriss.
Third edition with the important woodcut illustrations of the first edition of 1497. - Mild browning and staining, small marginal waterstaining in places, ink marginalia (some shaved) of the early 16th cent. Worming to bottom margin with some loss of letters from time to time, 1-5 small wormholes to printing area from leaf 17 onwards, title page somewhat soiled and backed at outer margins, final leaf with 2 restored tears at blank verso, the little loss of letters on recto carefully redrawn, restored tear to leaf 34. Bound in 18th cent. half-vellum; somewhat rubbed and stained, small area on the lower back painted over.
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South America by Gerard de Jode
Südamerika. (G. de Jode)
Südamerika. "Americae Peruviaque... recens delineatio". Altkol. Kupferstich-Karte (aus G. de Jode, Speculum Orbis Terrarum, 1578); gest. von J. u. L. van Deutecum. Mit ausgem. Rollwerkskartusche und maritimer Staffage, in den Unterecken kol. Vogelschauansichten von Cuzco und Mexico City (je ca. 7:15 cm). 37,5:47,5 cm.
New Hollstein Dutch, De Jode III, 963/II u. Doetecum III, 558/II; Ortroy S. 49 f. u. S. 122, Nr. 4; Koeman III, 9800:32A; Wolff, America 112 mit Abb. S. 98. - Sehr selten, "based on Diego's Guitiérrez's map" (New Hollst., De Jode). Erschien nur in der Erstausgabe des Atlas mit Pag. "II" und Sign. "b". - Leicht gebräunt u. stellenweise etwas fleckig. Oben kl. Randeinriss, unten kl. Bugeinriss.
Fine map of South and Central America up to Cuba, with 2 insets with bird's-eye views of Cuzco and Mexico City. Only published in the first edition of G. de Jode's scarce atlas of 1578, and replaced by a new map in the edition of 1593. With pag. "II - b". - Original col. Light browning and some occasional spotting. Small tear to upper margin and to lower centerfold.
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Münster & Belle-Forest, Cosmographie universelle. 2 Bde.
Münster, S. La cosmographie universelle de tout le monde. Auteur en partie Munster, mais beaucoup plus augmentée, ornée & enrichie, par F. de Belle-Forest. 2 Bde. Paris, N. Chesneau, 1575. Fol. (33,5-34:22,5 cm). Mit über 200 (79 doppelblattgr.; Holzschnitten im Text u. auf 13 (statt 18) meist gefalt. oder eingefalt. Tafeln sowie 3 (2 wiederh.) Verlegermarken. (Textkoll. s.u.). Ldr. d. 18. Jh., lädiert.
Burmeister 97. - Einzige Belleforest-Ausgabe. Die Holzschnitte, meist Karten, Pläne und Ansichten, wurden neu angefertigt und weichen meist stark von den gängigen Illustrationen der Münsterschen Cosmographie ab. Als Vorlagen dienten u.a. Karten von Ortelius sowie Ansichten und Pläne von Braun und Hogenberg. Die Holzschnitte teilw. außer Text, teilw. mitpaginiert. Mit gefalteten Karten von Europa, Frankreich und Deutschland und gefalteten Vogelschauansichten von London, Paris, Autun und Kairo; die doppelblattgroßen Vogelschauansichten von Mailand und Jerusalem sind an des Außenseiten eingefaltet. Unter den doppelblattgr. Plänen und Ansichten: Rom, Mailand, Venedig, Pavia, Florenz, Neapel, Basel, Zürich, Lindau, Speyer, Worms, Köln, Antwerpen, Brüssel, Frankfurt, Wien, Lübeck, sowie der doppelblattgr. Holzschnitt der Meerwunder. Die Paginierung von Bd. 1 ist sehr unregelmäßig und wird hier unkorrigiert gegeben: 2 Bll., Sp. 5-160, S. 161-397, S. 1-2, Sp. 3-390; (Seconde volume du premier tome:) Sp. (391)-1838, 43 (statt 44) Bll. Bd. 2: 6 Bll., 2235 (recte 2230) Sp., 88 Bll. Vorliegendes Exemplar mit geringen Abweichungen zur Lagenkollation bei Burmeister. Ein Teil der Auflage erschien bei M. Sonnius. - Stellenw. etwas fleckig; gefalt. Illustr. teilw. etwas geknittert; Frankreichkarte etwas fleckig, mit hinterlegtem Einriß u. lose; Autun mit langem Einriß, verso mit Archivband geklebt; Ans. von Paris mit Riss in der Darstellung; Ans. von Jerusalem mit Bildabklatsch. Wenige Holzschnitte, Spaltennummern, Kopfzeilen oder gedruckte Marginalien leicht angeschitten. In Bd. 1 Blätter LL1 und Zzz6 mit Einriss, u. letzte 3 Bll. in den Rändern teilw. hinterlegt. Fehlen die Weltkarte, die gest. Karte von Korfu,die Karte von Afrika, die Karten von Hispaniola und Kuba und das letzte Bl. des Registers in Bd. 1.
2 vols. Sole edition edition by Belleforest. With numerous woodcuts (differing from the illustrations in other editions) within in the text and on plates. - Some staining in places; some creasing to folding woodcuts; few partly restored tears affecting image; France loose, offsetting to Jerusalem. A few woodcuts, column numbers, headers or printed marginalia slightly shaved. In vol. 1, leaves LL1 and Zzz6 with tear, and last 3 leaves partially backed in the margins. Lacking world map, maps of Africa, Korfu, Hispaniola and Cuba, and final leaf of index of first vol. Later calf; worn.
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Reuchlin, De arte cabalistica + Beibände
Reuchlin, J. De arte cabalistica libri tres, iam denuo adcurate revisi. Hagenau, J. Setzer, 1530. Fol. (30:22,5 cm). Mit gr. Wappenholzschn. auf dem Titel. 4 nn., 90 röm. num. Bll. - Angebunden: P. Ricius. De coelesti agricultura. Augsburg, H. Steiner, 1541. Fol. Mit großem Titelholzschnitt. 4 nn., 210 röm. num. Bll. - H. C. Agrippa von Nettesheim. De occulta philosophia libri tres. (Köln, J. Soter), 1533. Fol. Mit Holzschn.-Porträt auf dem Titel, 8 Textholzschnitten u. zahlr. Initialen von Anton Woensam von Worms sowie vielen Holzschn.-Diagrammen u. kabbalistischen Zeichen im Text. 6 Bll., 362 röm. num. S., 1 w. Bl. - J. de Indagine (Rosenbach). Introductiones apotelesmaticae elegantes, in chyromantiam, physiognomiam, complexiones hominum, naturas planetarum. Straßburg, J. Schott für den Autor, 1522. Fol. Mit großem Holzschn.-Porträt (Titel), großem Wappenholzschn. u. zahlr. Textholzschn. von H. Baldung Grien u. H. Wechtlin. 30 (recte 32), 48 (recte 40) num., 1 nn. Bll. Holzdeckelband d. Zt. mit übergreifendem blindgeprägten Schweinsldr.-Rücken u. 2 Metallschließen; etwas bestoßen u. berieben, einige Wurmlöcher, vorderes Innengelenk mit Wurmspuren.
Interessanter Sammelband mit vier seltenen Werken zur Kabbala und zu Grenzwissenschaften. I. VD 16, R 1236; Adams R 382; Goed. I, 416, 20; Caillet 9333; Durling 3860; Benzing, Hagenau 144 & Reuchlin 100. - Zweite Ausgabe, seltener als die Erstausgabe 1517. Das zweite Hauptwerk Reuchlins zur Kabbala nach "De verbo mirifico", 1494. "Unlike in his former book, Reuchlin here identifies himself more or less with the Jewish kabbalist ... the first and third books of the work discuss the Kabbalah at considerable length and with a fair amount of objectivity and sympathy, while the second book contains a long dialogue on Pythagoras' philosophy ... the quiet and dignified tone and the wealth of new information assured wide interest in the book and made it a classic" (Encyclop. Judaica [1.A.] XIV, 110f.). - II. VD 16, ZV 13263; Adams R 520; Fürst III, 155; Caillet 9395. - Erste Ausgabe. Der aus einem jüdischen Elternhaus stammende Ricius (ca. 1480-1542) konvertierte um 1505 zum Christentum ging, nach Jahren als Doktor der Medizin und Professor der Philosophie in Pavia, 1514 nach Augsburg, wo er Leibarzt von Kaiser Maximilian I. und Erzieher des späteren Kaisers Ferdinand I. wurde; 1530 wurde er zum Freiherr von Sprinzenstein erhoben. Wie Pico della Mirandola und Reuchlin "glaubte er, in der Kabbala die verlorene Uroffenbarung der Menschheit gefunden zu haben, und verstand sie als eine Vor-Deutung des Christentums. Er benützte die Kabbala in seinem vierbändigen Werk 'De coelesti Agricultura' zu missionarischen Zwecken, um Juden zur Konversion zu bewegen: Die kabbalistischen Lehren hätten schon zur Zeit Jesu die Juden auf den Weg zum Christentum geführt; die Juden, die sich damals hätten taufen lassen, seien nichts anderes als 'wahre Kabbalisten' gewesen (NDB XXI, 547). Enthält neben "De coelesti agricultura" in vier Büchern (bis Bl. 122) auch neun Abhandlungen des Ricius (Aufstellung bei Fürst). - III. VD 16, A 1181; Brüning 185; (tlw. als Varianten:) Adams A 386; Caillet 93; Ferguson I, 12; Durling 70; Wellcome I, 91; Merlo 994, 120a-i. - Erste vollständige Ausgabe von Agrippas Hauptwerk, "a more general presentation of the subject than could be found elsewhere, at least in print" (Thorndike V, 136). Einer von fünf Drucken mit dem Druckdatum 1533 (die anderen im VD 16 unter A 1180, A 1082, ZV 269 u. ZV 15702). Variante mit der Trennung "Agrip-" im Titel und der korrekten Paginierung der letzten Seite. Brüning nennt als Unterscheidungsmerkmal für den Erstdruck die kabbalistischen Symbole auf S. 231, die vorliegend wie gefordert alle eine kreisförmige Einfassung aufweisen. Teil 1 war bereits 1531 in Antwerpen erschienen und im gleichen Jahr in Paris und Lyon nachgedruckt worden. "Durch Eingriff der Inquisition verzögerte sich das Erscheinen der folgenden Teile bis Juli 1533" (Brüning), aus diesem Grund erschien unsere Ausgabe wohl auch ohne Angabe von Drucker und Erscheinungsort. Ein 1565 posthum erschienener vierter Teil ist apokryph. - IV. VD 16, R 3108; Adams I 88; Muller 82, 103; Houzeau-L. 4775; Zinner 1180; Sabbatini 282 ("Edizione originale rarissima"); Oldenbourg L 203; Thorndike V, 65f. & 174ff.; nicht bei Durling 2531ff. - Erste Ausgabe, 1523 folgte eine vom Verfasser übersetzte deutsche Ausgabe. "Überregionale Bedeutung gewann Indagine auf dem Gebiet der damals ebenso modischen wie umstrittenen Astrologie sowie auf den damit verwandten Feldern der Chiromantie und Physiognomie ... Dieses bis in das ausgehende 17. Jhdt. trotz päpstlicher Indizierung häufig nachgedruckte Werk mit dem von Hans Baldung Grien angefertigten Porträt Indagines auf dem Titelblatt und den veranschaulichenden Holzschnitten Hans Wechtlins im Innern hat im Deutschland der frühen Neuzeit wesentlichen Anteil an der Verbreitung der Lehre von der Deutung des Körperbaues, des Gesichts und der Handlinien ... I. beruft sich wiederholt auf Julius Firmicus, Marsilius Ficinus u. a., doch erheben eigenständige Erfahrungen und Beobachtungen sein Werk über eine reine Kompilation" (NDB X, 168f.). Die Holzschnitte mit Händen, Charakterfiguren und Sternbildwagen. - Etwas gebräunt u. meist etwas stockfleckig; vereinzelt etwas fleckig; (I) mit Wasserfleck im Fußsteg; (I) zu Beginn mit Wurmspuren im Bundsteg; Porträt auf dem Titel von (IV) mit kleiner Fehlstelle im Bild. Titel von (I) mit altem Besitzvermerk.
Sammelband with four scarce books on Kabbalah, astrology, palmistry and so on. - Some browning and foxing throughout; some staining here and there; marginal waterstain to (I); some marginal worming to first leaves of (I); small flaw with loss of picture to portrait on the title of (IV). Old ownership entry to tite of (I). Contemporary blindtooled half-pigskin with wooden boards and 2 clasps; somewhat worn, few wormholes, some worming to front inner hinge.
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Dresser, The Birds of Europe. 9 Bde.
Dresser, H. E. A history of the birds of Europe, including all the species inhabiting the Western Palaearctic region. 9 Bde. London 1871-1896. Gr.-4to (32,5:27 cm). Mit 9 lith. Titeln u. 723 (721 kol.) lith. Tafeln u. einigen Textillustr. Dunkel burgunderrote Maroquinbände d. Zt. (sign. R. H. Porter) mit goldgepr. Rückentitel u. Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelfileten u. Kopfgoldschnitt; leicht berieben, teilw. gering beschabt.
Nissen, IVB 267; Anker 120; Fine Bird Books 92; Zimmer 177; Martin Libr. 78. - Komplettes Exemplar der monumentalen Prachtpublikation. "A very thorough manual of the subject, beautifully illustrated by J. G. Keulemans, Josef Wolf, E. Neale and others" (Zimmer). Hier mit dem oft fehlenden Supplementband, der erst 1895/96 erschien. "Dresser's collection of twelve thousand bird skins was used by Keulemans and the other artists" (Martin Libr.). Die Tafeln zeigen meist Vogelpärchen in Gezweig oder Landschaft in detaillierten, naturgetreuen Darstellungen. Prächtig koloriert, tlw. mit Eiweiß gehöht. Paginierung und Tafelnum. hier sauber eingestempelt, die Tafeln num. 1-722 u. 599A. - Breitrandiges Exemplar. Leicht gebräunt, vereinzelt etwas stockfleckig, Vortitel von Bd. 1 mit Eckabschnitt, Vortitel von Bdn. 3 u. 5 mit gelöschtem hs. Besitzvermerk.
Complete in 9 vols., including the often missing supplement. - Slightly browned, occasional little foxing, corner of half-title of vol. 1 cut off, scratched out ms. ownership inscription to half-titles of vols. 3 and 5. Bound in contemp. dark burgundy morocco, spine and upper edge gilt; minor rubbing, some chafing in places.
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Die Neunte
Beethoven, 9. Sinfonie
Beethoven, L. van. Sinfonie mit Schluss-Chor über Schillers Ode: "An die Freude" für grosses Orchester, 1 Solo- und 4 Chorstimmen. 125tes Werk. Mainz u. Paris, B. Schotts Söhne, u. Antwerpen, A. Schott, (1826). 4to (33:26,5 cm). Lith. Titel, 1 Bl. Subskribentenverz., 226 gest. Notenseiten. Hldr. d. Zt. mit Rsch. u. Rvg., berieben u. bestoßen, Buchblock angebrochen.
Erster Druck der ersten Ausgabe. Partitur eines der bedeutendsten und einflussreichsten Werke der abendländischen Musik. Mit dem gemeinsamen Subskribentenverzeichnis für die Missa solemnis, die Ouvertüre Op. 124 und die Neunte Symphonie, das nur vorbestellten Exemplaren beigegeben wurde. Ohne Metronomangaben. S. 191 ohne Plattennummer, S. 172 mit Plattennummer, bei zahlr. Seiten die Plattennr. 2321 (für die Stimmenausgabe) zur Plattenr. 2322 korrigiert. S. 207 beginnt mit "frech" statt "streng". - Stellenw. leicht stockfleckig; Titel mit Eintrag "G. T. Apel". Ohne das weiße Schlussblatt.
First edition, first issue of the Ninth Symphony, a landmark of western civilisation. - Some foxing here and there; name to titlle. Without the blank leaf at end. Contemporary half-calf, worn.
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Adolph Wagner, Briefe an A. Apel / 24 Briefe u. Billets
Wagner, Adolph. (Schriftsteller, Onkel Richard Wagners; 1774-1835). Sammlung von 15 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift u. 8 eigenh. Billets mit Unterschrift oder Paraphe an seinen Freund August Apel. Dresden u. Leipzig 1802-1806. 4to u. 8vo. 1-4 S. - Dazu: Eigenh. Brief mit Unterschrift, wohl an die Witwe Johanne Emilie Wagner. Leipzig, 28. Februar 1817. 8vo (ca. 20:12,5 cm). 3 S. auf 1 Doppelbl.
Adolph Wagner war als Schriftsteller und Privatgelehrter in der literarischen Welt nicht nur Leipzigs vernetzt. Besonders befreundet war er mit August Apel. Da beide in Leipzig ansässig waren, ergab sich die Notwendigkeit für längere Briefe nur, wenn einer der beiden abwesend war. Vorliegend zwei Briefe Wagners von 1802 und 1803 aus Dresden und eine Reihe von Briefen aus Leipzig nach Dresden, wo Apel u.a. in "Landtagsgeschäften" zu tun hatte, aus den Jahren 1805 und 1806. "Werden Sie diesmal Ihre Geschäfte nicht früher beendigen? Ich erwarte Sie mit Sehnsucht; denn ich liebe die papiernen Brücken nicht sehr. Doch bitte ich Sie, mir ja bald wieder zu schreiben". Das Verhältnis der beiden war vertraut, so berichtet Wagner - der erst mit 49 Jahren heiraten sollte - über ein ungünstig gelegenes Quartier in Dresden. "Zum Glück gibt es neben an eine recht jungfräuliche formlose Mutter, die mir nicht übel will und mir manche frohe Augenblicke schenkt". Er fügt eine Anekdote über Kotzebue bei, mit dem die Schwester seiner Bekannten eine Liebschaft gehabt habe. Aus Dresden schreibt Wagner auch über die Künste. "Von der hiesigen Musik habe ich nur die sonntägige gewöhnlich gehört, und dabei einen Castraten Saffarolli, dessen Stimme über allen Ausdruck schön ist. Seine höchsten Töne sind wie Flötenlaut (...)". Wagner scheut sich nicht, sich über andere Freunde Apels zu äußern: "Am vorigen Freitage war ich mit Jeanetten in Ermlitz und ließ mich in Ihren Zimmern umherführen. (...) Nach Ihrem Lieblingszimmer fragte ich zuerst und hier waren Sie mir ganz gegenwärtig. (...) Auch des sterilen Rochlitzens Wohnzimmer nahm ich in Augenschein, wo mir die Dichtertetras überaus witzig u. sarkastisch auf seinen Schreibtisch zu blicken schien" (3. 2. 1805). Neben dem Austausch über Literatur und Apels Werke nimmt die Vorbereitung einer Aufführung von Apels 1805 erschienenen Theaterstück "Polyidos" großen Raum ein, die Wagner organisierte und an der auch sein Bruder Friedrich, der Vater Richard Wagners teilnahm. Am 1. März 1806 drängt Wagner Apel, seinen Aufenthalt in Dresden früher zu beenden, da die Aufführung nicht verschoben werden könne. "So sind wir denn soweit gediehen, dass wir vorige(n) Mittwoch bereits eine Probe auf dem Theater gehalten haben. Die zu dem Vorhang nöthige Perspective ist berechnet, mein Bruder hat studirt und sich nach dem Nöthigen umgesehen (...) - und nun sollte mein Freund nicht kommen, der die Freude theilen, erhöhen sollte?". Unter den Billets besonders bemerkenswert: "Da mir das Wetter nicht zusagt und ich mich nicht zum besten fühle, sende ich Ihnen den Hölderlin, welcher Ihnen nichts helfen wird, denn er ist gräulich verworren bis zur Lächerlichkeit". In dem Brief von 1817 an Apels Witwe verspricht Wagner unter anderem Hilfe bei der Herausgabe des dritten Bandes von Apels "Metrik", für die er besonders geschätzt wurde. "In allem rechnen Sie unbedingt auf meine reine Liebe zur Sache, und zum Freunde, der mir ja nicht gestorben ist". - Wenige Briefe etwas gebräunt.
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Briefe von Karsten, Klügel, Burckhardt, Chladni an Hindenburg
Hindenburg, C. F. - Sammelband mit eigenhändigen Briefen der Wissenschaftler Wenceslaus Johann Gustav Karsten, Dietrich Ludwig Gustav Karsten, Georg Simon Klügel, Johann Karl Burckhardt und Ernst Florens Friedrich Chladni, alle an Carl Friedrich Hindenburg. Nahezu sämtlich mit Unterschrift, nur wenige mit Paraphe. Zusammen 117 Briefe. Verschiedene Orte 1779-1799. 8vo- u. 4to-Formate. Teilweise mit Adresse, Siegelresten und Randausschnitten zum Öffnen. Eingehängt in einen Hldr.-Band um 1860 (24:20 cm) mit Rvg.; etwas berieben und bestoßen, Gelenke eingerissen u. hinterlegt, mit Bibl.-Rsch.
Bedeutende Sammlung von Briefen hervorragender Mathematiker und Naturwissenschaftler des ausgehenden 18. Jahrhunderts an den Mathematiker und Professor der Philosophie und Physik Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808), der vor allem durch die Erfindung der kombinatorischen Analysis und den kombinatorischen Polynomialsatz bekannt wurde und dessen Hauptwerk 'Infinitinomii dignitatum' 1779 erschienen war. Enthält in Bindefolge:
1. Wenceslaus Johann Gustav Karsten (Mathematiker und Theologe; 1732-1787). 46 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Halle 1779-1787. Je 1-15 S. - Karsten war ab 1778 bis zu seinem Tode Professor für Mathematik und Naturlehre in Halle. "Die wissenschaftliche Thätigkeit Karsten's war eine äußerst umfassende... Auch für die, damals erst zu größerer Bedeutung sich emporringenden naturwissenschaftlichen Studien legte K. reges Interesse an den Tag" (ADB XV, 431). Die Briefe überwiegend zu mathematischen und physikalischen Fragen "Leibnitz hat unrecht, wenn er sagt -a:+b sey ein imaginäres Verhältniß, er hat aber dennoch recht, wenn er sagt, es sey log(-a:+b) imaginär" (25. Jan. 1781), zu Veröffentlichungen und deren Rezension, daneben über Bestellung und Bezahlung eines Thermometers, über Kollegen, Reisen u.v.m. - Die Blätter 2-3 aus dem umfangreichen Brief vom 25. Jan. 1781 an den Schluss der Briefe Karstens verheftet, das letzte Blatt dieses Briefs ebenfalls verheftet.
2. Dietrich Ludwig Gustav Karsten (Mineraloge, Sohn des Voranstehenden; 1768-1810). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Halle u. Berlin 1789. 2 bzw. 3 S. - Geschrieben im Jahr seiner Berufung zum Professor für Mineralogie und Bergwissenschaften nach Berlin.
3. Georg Simon Klügel (Mathematiker und Physiker; 1739-1812). 50 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Helmstedt u. Halle 1785-1799. Je 1-6 S. - Klügel wurde 1766 Professor der Mathematik in Helmstedt und 1788 als Nachfolger von W. J. G. Karsten nach Halle berufen. "K., der kombinatorischen Schule K. F. Hindenburgs nahestehend, zählte zu den berühmtesten Mathematikern seiner Zeit" (NDB XII, 135). Hauptsächlich zu mathematischen Problemen, Beiträgen für Hindenburgs 'Leipziger Magazin zur reinen und angewandten Mathematik' u.a., so z.B. eine Anfrage zum Zustand der mathematischen Instrumente "in der Sternbachischen Auction" (27. Dez. 1789) und die Bitte zur Ersteigerung von Büchern in derselben Auktion "Ich habe einen Zettel beigelegt, doch ohne Preise. Euler, Newton u. Leibniz möchte ich selbst zu einem verhältnißmäßig hohen Preise haben" (1. Feb. 1790). Der Nachlass von Karl Friedrich Kregel von Sternbach wurde ab dem 8. Feb. 1790 durch C. F. Hecht in Leipzig versteigert (Loh, Buchauktionen IV, 151). - Die Briefe auf kleinerem Papier bei der Bindung auf größere Blätter montiert (9) bzw. mit Faden geheftet (4).
4. Johann Karl Burckhardt (Astronom; 1773-1825). 13 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Gotha u. Seeberg (Sternwarte) 1796-1797. Je 2-4 S. - Burckhardt war Schüler von Prof. Hindenburg, erhielt eines der von Kregel v. Sternbach gestifteten Stipendien und war 1796-1797 in Gotha an der Seeberger Sternwarte unter F. X. v. Zach tätig. Auf Empfehlung Zachs sollte er die Sternwarte des Grafen v. Brühl in Harefield übernehmen, ging jedoch, ebenfalls auf dessen Empfehlung, zu Lalande nach Paris, wo er 1807 Direktor der Sternwarte an der Ecole Militaire wurde. Über astronomische Beobachtungen und Berechnungen, die Verhältnisse in Gotha, den Austausch von Aufsätzen, über von Zach und den Brief des Grafen von Brühl, von dem eine Abschrift (von Burckhardt?) in französischer Sprache mit eingehftet ist (oben nicht gezählt).
5. Ernst Floreus Friedrich Chladni (Physiker und Astronom; 1756-1827). 8 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Wittenberg u. Berlin 1787-1799. Je 2 S. - Chladni "was the first to reduce the general association between vibration and pitch to a tabular basis and thus lay the foundation of the modern science of acoustics" (PMM 233). Seine bedeutende Schrift 'Neue Entdeckungen über die Theorie des Klanges' erschien 1787 in Leipzig bei Weidmanns Erben und Reich. Er schickt Prof. Hindenburg mit dem Brief vom 28. April 1787 ein Exemplar: "überreiche anbey eine Schrift, in der ich verschiedene neue, und von den bisher vorhanden gewesenen Berechnungen ganz abweichende Beobachtungen über schwingende Bewegungen ganzer Flächen, elastischer Ringe u.s.w. bekannt gemacht habe ... zur Rezension derselben für die Leipziger gel. Zeitungen." In den weiteren Briefen erbittet oder bedankt sich Chladni meist für Zusendungen oder Beschaffungen von Büchern oder Artikeln die er zu seiner Arbeit benötigt. - Am Schluss beigebunden ein Billet mit einer weiteren Danksagung vom 30. Jan. 1787, unterzeichnet "Reich", vermutlich von der Hand des Verlegers von Chladnis Publikation Philipp Erasmus Reich.
Insgesamt schwach gebräunt, vereinzelt im Rand etwas angestaubt, durchgängig von 2 Händen in Tinte bzw. Bleistift foliiert und nummeriert. Eines der vorgebundenen leeren Bll. mit Bibl.-Stempel u. Signatur, die Briefe ohne Bibl.-Signaturen oder Stempel.
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Sammelatlas. (Pais Bas et Allemagne)
Sammelatlas. "Pais Bas et (A)llemagne" (Rückentitel). Sammelatlas mit Karten der bekanntesten vor allem holländischen und französischen Kartographen und Verleger des 17. Jahrhunderts. Um 1700. Gr.-fol. (45:36 cm). Mit 135 (gut 20 grenzkol., wenige punktuell ankol.) doppelblattgr. Kupferkarten, davon ca. 30 eingefaltet. Ldr. d. Zt. mit Rsch. u. Rückenvergoldung, fleckig, beschabt u. bestoßen, Vordergelenk geplatzt u. Vorderdeckel oben mit Bezugsfehlstelle, Rücken defekt sowie mit Ein- u. Ausrissen (2 Fragmente, eines davon mit dem Rsch., liegen lose bei).
Spezialatlas mit Karten der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs sowie von Deutschland, Böhmen und Mähren, Frankreich, Österreich und der Schweiz von den namhaftesten holländischen und französischen Verlegern und Kartographen der Zeit, darunter jeweils über 10 Karten von Sanson (teilw. in der Ausgabe bei P. Mariette od. bei Jaillot), H. Hondius und aus der Offizin Blaeu (W. u. J. Blaeu), ferner Karten von/bei J. Janssonius, P. Kaerius, G. Mercator, J. B. Nolin, C. N. bzw. N. Visscher, F. de Wit u.a. mit Datierungen von Beginn bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Anfangs eingebunden sind die seltene, erstmals 1608 erschienene Hollandia-Karte Blaeus (vorliegend 2. Zustand ohne die Randleisten; Koeman II, Map 3400:2A u. Blonk 33.2) sowie die Karte der Niederlande nach Coronelli bei J. B. Nolin 1690 (Blonk Addendum, S. 482). Darauf folgen 68 Gebiets- und Detailkarten, darunter u.a. die seltene und dekorative Luxemburg-Karte mit kl. Ansicht der Stadt nach J. Surhon von P. Kaerius 1617 (Vekene 2.07.A), das rechte Teilstück der Karte zu den Feldzügen des Moritz von Oranien in Flandern 1600 "Pourtraict du hardi et belliqueux vogaye" von F. B. van Berckenrode (Hollstein, Dutch II, B. 2; Muller 1127) sowie 4 Teilstücke einer Wandkarte "Caerte ende descriptie figurative van den nieuwe Cannale ofte Riviere" (das 4. Bl. unten mit großem Ausschnitt wohl einer Ansicht). Unter den übrigen Karten finden sich neben zahlreichen Gebietskarten auch 3 Gesamtkarten von Deutschland von Sanson bei Mariette, nach J. Reichelt bei J. B. Nolin und von Duval, ferner die seltene Wandkarte "Les frontieres de France et d'Allemagne" von N. de Fer in 3 Bll. mit reicher figürlich-heraldischer Ausschmückung und Kartuschen mit Plänen von u.a. Breisach, Köln, Luxemburg, Maastricht, Mainz und Trier, die beiden oberen Teilstücke der vierblättrigen Wandkarte "Le cercle de Souabe" nach J. C. Hurter bei N. de Fer 1694, Württemberg nach Rolslin bei N. de Fer 1694, die seltene Franken-Karte von J. G. Walther, die dekorative und grundlegende Mähren-Karte von J. A. Comenius bei C. J. Visscher (Schilder/Stopp, MCN VI, 48: 3. Zustand von 6 mit Dat. 1633) sowie die seltene und prachtvolle dreiblättrige Karte des Donaulaufs "Le cours du Danube et des rivières" von N. de Fer 1688 (Szalai III, 91. tábla), eingefasst von zahlreichen Grundrissen und Ansichten u.a. von Belgrad, Budapest, Donaueschingen, Gran, Linz, Passau, Raab, Stuhlweißenburg, Szigetvar, Visegrad und Wien. Vord. freies Vorsatzblatt mit Index von alter Hand, nach diesem Karte 125 (Brandenburg) entnommen. Alle Karten verso mit kl. Tintennummer, Teilstücke mehrblättriger Karten sind oben einzeln gezählt. - Etwas gebräunt, fleckig u./od. wasserfleckig, einige stark; hier u. da kl. Wurmlöcher oder Knitterfalten. Stellenw. Rand- u. Bugläsuren (teils bis in das Bild, vereinzelt auch mit etwas Bildverlust, je 1 mit gr. Bildverlust bzw. -ausschnitt). Insgesamt ca. 60 Ktn. beschnitten u. aufgezogen bzw. in Papiermaske eingesetzt, über 10 Ktn. angerändert; rund 40 Ktn. an einer od. mehreren Seiten leicht angeschnitten. Mit bekröntem Wappenexlibris gest. von C. Berain im vord. Innendeckel.
Special atlas with 135 (well over 20 coloured in outline; approx. 30 folding) double-page engraved maps by the most renowned Dutch and French publishers and cartographers of the time, depicting the Netherlands, Belgium, and Luxembourg, as well as Germany, Bohemia and Moravia, France, Austria, and Switzerland. - Somewhat browned, stained or dampstained, heavier in places; here and there with small wormholes or creases. Some tears to margins and centerfolds (partly longer ones affecting image, occasionally also with some loss of image, 2 maps with large cut-out resp. tear out). A total of approx. 60 maps trimmed and mounted or inserted into paper masks, over 10 maps remargined; around 40 slightly shaved on one or more sides. Bound in contemporary calf, rubbed, worn and stained, upper joint cracked, with tear-outs, spine defective (2 spine fragments, one of which has the spine title, are enclosed). Armorial bookplate engraved by C. Berain.
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Magnificent Baroque Illustrations
Wolff, Sammelband mit 61 Tafeln
Wolff, J. Sammelband mit 61 altkol. u. teilw. goldgehöhten Kupfertafeln aus dem Verlag von Jeremias Wolff, darunter komplette Jahreszeiten- und Monatsfolge. Augsburg ca. 1710-1720. Qu.-imp.-fol. (44:61,5 cm). Etwas späterer Pp., fleckig, berieben u. bestoßen.
Sammelband mit prächtig altkolorierten Tafeln aus verschiedenen Stichfolgen. Enthält in Bindefolge: 1. (P. Decker. Fürstlicher Baumeister, Oder: Architectura civilis, wie grosser Fürsten und Herren Paläste, mit ihren Höfen, Lust-Häusern, Gärten, Grotten, Orangerien anzulegen). Augsburg 1711-16). 20 (von 131) Kupfertafeln. - Fowler 97; Ornamentstichkat. Bln. 1990. - Teilstück eines der schönsten deutschen Architekturwerke des Barock. Die Tafeln, nach Entwürfen Deckers von Corvinus, Pfauz, Ostertag, Remshardt u.a. gestochen, zeigen meist Palast- und Schlossbauten, darunter einige Darstellungen des Erlanger Schlosses und seiner Gartenanlagen. Die Tafelnummerierung meist aus der Platte entfernt, Nrn. 1-2, 5, 23, 27 u. 29 noch vorhanden. - 3 Bll. im Bund verstärkt oder angerändert, 2 Bll. an einer Seite knapp beschnitten, 6 Bll. mit hinterlegten Einrissen, 1 Bl. im Bild fleckig. - 2. J. Wolff. Prospectus varii praecipiorum situum urbis celeberrimae totius orbis Romae. Gest. Titel u. 7 Kupfertafeln. - Titel u. 5 Taf. mit teils langen hinterlegten Einrissen. - 3. 8 Kupfertafeln mit Detailansichten aus Nürnberg, gest. von J. U. Kraus nach J. A. Graff (Egidienkirche, Neuer Bau, Kirchen St. Jakobi u. St. Clara, 2 Brücken etc.). - 6 Taf. mit hinterlegten Einrissen, darunter auch lange bis in das Bild. - 4. 4 Kupfertafeln mit Ansichten von Schloss Wallerstein bei Nördlingen, Kartause Buxheim, Schloss zu Holtz-Günz u. Thanheim bei Münchroth. - 3 Taf. mit kl. rep. Randeinrissen. - 5. 4 goldgehöhte Jahreszeiten-Tafeln, gest. von C. Remshardt. - Sommer u. Winter mit längeren hinterlegten Einrissen. - 6. 4 goldgehöhte Kupfertafeln mit Sinnbildern, im Unterrand lateinisch-deutsche Sprüche. - 2 Bll. mit langen, teilw. hinterlegten Einrissen, 1 Bl. stark wasser- u. sporfleckig sowie ganz aufgezogen. - 7. Komplette Folge von 12 Monatskupfern mit etwas Goldhöhung auf 6 Kupfertafeln. - Jeweils 2 Monate auf 1 Bl., im Unterrand lateinisch-deutscher Paralleltext. - Mai/Juni mit kl. hinterlegten Randeinriss. - 8. 4 Kupfertafeln mit Landschaften mit Reiter- und Figurenstaffage, gest. von J. C. Hafner nach Vendermeulen. - 2 Taf. mit langen Einrissen, davon 1 im Bild u. hinterlegt. - 9. 3 goldgehöhte Kupfertafeln mit chinesischen Szenen nach A. Drentwet. - 2 Taf. mit hinterlegten Einrissen, davon 1 auch mit Knitterfalten. - Insgesamt leicht gebräunt u. fingerfleckig, Ränder teilw. etwas stockfleckig, fast durchgehend leicht wasserrandig, einige Bll. stärker. Zu den Mängeln der einzelnen Folgen s. dort.
Collection of 61 engraved plates in magnificent contemporary colouring, partly heightened with gold, from various series published by Jeremias Wolff in Augsburg, including complete seasonal and monthly sequence. - Overall slightly browned and stained, occasional marginal foxing, some dampstaing, heavier to some plates. Several marginal tears including long ones affecting image mostly repaired. 3 plates reinforced resp. remargined at fold, 2 plates partly narrow margined, 1 plate mounted. Bound in somewhat later boards, somewhat stained, rubbed and worn.
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Bertuch, Bilderbuch für Kinder. 11 Bde.
Bertuch, F. J. Bilderbuch für Kinder enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Blumen, Früchten, Mineralien, Trachten und allerhand andern unterrichtenden Gegenständen aus dem Reiche der Natur, der Künste und Wissenschaften. Bd. 1-11 (von 12) in 11 Bdn. Weimar, Industrie-Comptoir, (1792)-1824. (25,5:22,5 cm). Mit 1100 (statt 1105) meist kolorierten Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch.; teilw. stärker berieben u. bestoßen, gering fleckig, einige Rückenschilder mit Abplatzungen.
Goed. IV/1, 679, 19; HKJL III, 85 u. S. 391 ff. (ausführlich); Wegehaupt I, 133; Bilderwelt 162; Pressler 46; Nissen, ZBI 340. - Nahezu vollständiges Exemplar der berühmten, reich illustrierten Kinderenzyklopädie. "Ohne Zweifel ist das Bertuchsche Bilderbuch eines der großartigsten Werke, die dem Kinderbuchsammler begegnen... Hier beginnt das neuzeitliche, naturwissenschaftliche Denken, die Zielstrebigkeit, mit der im Kinderbuch das moderne Sachbuch vorausgenommen wird. Darüber hinaus gehört es zu den kostbarsten Schätzen des Sammlers illustrierter Bücher" (E. Strobach in Philobiblon XIII [1969], S. 255). Die Tafeln jeweils mit mehreren Abb. u. mit 1-2 Erklärungsbll. in deutscher, ab Bd. 1 Tafel 46 auch in französischer, Bd. 4-7 zusätzlich in englischer und italienischer Sprache. - Etwas gebräunt, die Tafeln weniger betroffen; Text teilw. stockfleckig, stellenweise fingerfleckig, wenige Bll. mit Randläsuren. Tafel 55 in Bd. 1 lose, Bd. 3 stellenweise etwas braunfleckig, in Bd. 5 Tafel 17 doppelt vorhanden (oben nicht gezählt), Bd. 11 Tafel 327 mit geringen Bleistiftspuren. Es fehlen in Bd. 2, Taf.1, Bd. 6, Taf. 21, Bd. 11 Taf. 78, 97 u. 98.
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