228. - 229. Auktion Reiss & Sohn • 21. - 23. April 2026
Alchemie. Sammelhandschrift 18. Jh.
Alchemie. - Sammelhandschrift mit alchemistischen Texten sowie mit Rezepten verschiedener Art. Deutsche Handschrift auf Papier. 1. Hälfte d. 18. Jh. Blattgr. 31,5:19,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Deutsche Kursiven, von verschiedenen Händen mit braunen u. braunschwarzen Tinten geschrieben. Mit einigen kleinen Tintenzeichnungen. Num. Bll. 8-167 u.( 2)-156 (mit Lücken), davon ca. 130 Bll. weiß. Blindgepr. Ldr. d. Zt., defekt, ohne Rücken.
Interessante Sammelhandschrift, die zunächst alchemistische Texte enthält, teilweise als Auszüge aus gedruckten Büchern (so lässt sich Ruscellis "Kunstbuch" vom Ende des 16. Jahrhunderts identifizieren), teilweise aber offensichtlich nach Handschriften, so zu Beginn Texte von Paracelsus' angeblichem Lehrer Salomon Trismosin, die vermutlich nicht auf den Drucken des "Aureus vellus" von 1598 oder 1708 beruhen. Enthält außerdem zahlreiche Rezepte, auch für z. B. für Marmeladen ("Marmelade aus Cytronen und Oranien" etc.). Ein Teil der Handschrift ist von Johann Wilhelm Joseph Schellart v. Obbendorf zu Gürzenich (1694-1741), der sich an mehreren Stellen nennt, so mit einem 1730 datierten Besitzvermerk auf dem letzten Bl. verso, oder Bl. 164 (1. Fol.) verso "Welches Von mir ist mundirt und abgeschrieben worden" (folgt sein Name). Von seiner Hand auch eine Reihe von Rezepten, besonders für verschiedene Lacke ("vernis"). Die erste Foliierung in alter Tinte bis Bl. 89, danach in Rötel; die zweite Foliierung ebenfalls zunachst in Tinte (Bl. 1 = Bl. 167 der ersten Foliierung) , ab Bl. 51 ebenfalls in Rötel. - Meist etwas stockfleckig; wenige Bll. lose u. mit Randläsuren. Die zweite Foliierung ohne die Bll. 24-27, 31, 35, 42 u. 43.
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Edwards, Eigenhändiger Brief an Stendhal / 3 Teile
Autographen. - Edwards, William Frédéric (Physiologe, Anthropologe u. Ethnologe; 1777-1842). Eigenhändiger Brief an Stendhal. (Paris 1838?). 4to (ca. 22:17,5 cm). 4 S. auf 1 Doppelblatt.
Vgl. DSB IV, 285f. u. Sylvain Venayre, Mémoires d’un touriste: Stendhal, voyageur et historien?. In: Recherches et Travaux 90 (2017), S. 1-10. - Edwards war auf Jamaika geboren und hatte in Brüssel gelebt, bevor er in Paris Medizin studierte. Zu seinen Brüdern zählte Henri Milne Edwards. Er beschäftigte sich auch mit "Rassen", 1829 veröffentlichte er 'Lettre à Mr Amedée Thierry sur les caractères physiologiques des races humaines dans leurs rapports avec l’histoire'. 1839 gründete er die Société ethnologique de Paris. Stendhal kannte er über seinen Bruder Edward Edwards. Der vorliegende Brief (gerichtet an "Mon cher Beyle") handelt von den in Frankreich ansässigen "Rassen". Weite Teile wurden von Stendhal wörtlich oder leicht umformuliert in entsprechende Passagen seiner 'Mémoires d’un touriste' (erstmals 1838) übernommen; Stendhal gibt als Quelle "le lumineux 'Essai sur les races d'homme'" an. - Dazu: 1. Notiz des 19. Jh. in französischer Sprache über diesen Zusammenhang. 1 S. auf 1 Doppelbl. - 2. W. F. Edwards. De l'influence réciproque des races sur le caracrtère national. (Paris 1842?). 14 S., 1 Bl. Ohne Einband. - Unaufgeschnitten. - Gelesen in der Société ethnologique de Paris am 24. Juli 1842; auch abgedruckt in dem 'Mémoires de la Societé ethnologique', Bd. 2, Tl. 1 (1845), S. 1-12.- Etwas gebräunt.
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Lombroso, Eigenhändiger Brief + Beilage W. Wertheim
Autographen. - Lombroso, Cesare (Mediziner und Kriminalist; 1835-1909). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift in französischer Sprache an Jules Claretie. Turin, 14. Juli 1897. 8vo (ca. 22:14,5 cm). 2 1/2 S. auf 1 Doppelblatt.
Unter dem gedruckten Briefkopf des von ihm gegründeten "Archivio di psichiatria, scienze penali ed antropologia criminale". Mit dem französischen Schriftsteller und Theatermann Jules Claretie (1840-1913) stand Lombroso im Briefwechsel. - Dazu: Wilhelm Wertheim? (Physiker; 1815-1861). Eigenhändige physikalische Abhandlung in französischer Sprache. Ca. 1860. 4to. Mit 1 Bleistiftzeichnung. 7 1/2 S. auf 2 Doppelbl. - Über die Ausbreitungsgeschwindigkeit (vitesse de propagation) von Elektrizität, Magnetismus etc. Die Zuschreibung an Wertheim erfolgt allein nach Angaben des Vorbesitzers. Zu Wertheim vgl. Poggendorff II, 1302f. u. ÖBL XVI, 145.
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Staël-Holstein, Eigenhändiger Brief
Autographen. - Staël-Holstein, Germaine de. (Schriftstellerin; 1766-1817). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Necker Stael de Holstein". Mailand, "à l'auberge de la cité", 30. Dez. (1804). 8vo (ca. 18:12 cm). 1 S. auf 1 Doppelblatt.
Mehrfach abgedrucktes Billet der Madame de Staël an den italienischen Schriftsteller Vincenzo Monti (1754-1828). Beginnt: "il est impossible monsieur, à qui s'occupe des lettres de n'avoir pas recueilli votre nom avec admiration, de n'avoir pas lu vos poésies qui soutiennent encor l'honneur de la litterature moderne en italie - c'est ce sentiment qui m'a fait désirer une lettre d'introduction aupres de vous". In der oberen rechten Ecke mit kleinem alten Papierschild, das den Empänger nennt. - Im linken Rand leicht gebräunt, das weiße Bl. etwas fleckig.
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Boon, Bey den Ittaliäneren 20 Buchstaben. Handschrift 1692
Boon, J. A. Incipit: "Bey den Ittaliäneren seind 20 Buch staben". Deutsche u. italienische Handschrift auf Papier. Hamburg 1692. Blattgr. 16:10 cm, Schriftspiegel ca. 9,5:9 cm. Sehr saubere Kursive in schwarzbrauner u. roter Tinte. Mit gefalt. Sepiazeichnung. 3 nn. (l.w.), 137 num., 4 nn. Bll. Ldr. d. Zt. mit etwas Deckelvg. u. Goldschnitt; berieben u. bestoßen, Rücken mit Fehlstellen.
Italienische Sprachlehre. Boon (auch Bohn, um 1677-1723) war von 1714-1715 Präsident der Hamburger Handelskammer. Das vorliegende Jugendwerk liefert einen interessanten Einblick in seine handelsrelevanten Sprachkenntnisse. Die gefaltete Zeichnung zeigt eine Stadt. - Gebräunt, teilw. etwas fleckig, Widmungsbl. u. Zeichnung mit schwachem Durchschlag wohl eines entfernten Titelblattes ("Gramatica italica", Rest nicht lesbar).
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Promotionsurkunde Graz 1647
Graz. - Promotionsurkunde der Universität Graz für den Philosophiestudenten Martin Wenzl. Lateinische Urkunde auf Pergament. Graz, 6. Sept. 1647. Qu.-fol. Blattgr. 41,5:63 cm, Schriftspiegel 29,5:43 cm, Plica 5,5 cm. Mit brauner Tinte geschrieben, Eingangszeilen in Versalien. Mit anhängendem Siegel in Holzkapsel.
Martin Wenzl stammte wohl aus dem Tiroler Adelsgeschlecht. Mit Unterschriften von Franz Amicus (Francesco Amico; 1578-1651), Theologe und Kanzler der Universität (vgl. ADB I, 399) und von Wolfgang Vischer, Universitätsnotar. Die Universiät Graz wurde 1586 gegründet und zunächst den Jesuiten übergeben. - Außenseite stellenw. fleckig, Deckel der Holzkapsel gesprungen.
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