228. - 229. Auktion Reiss & Sohn • 21. - 23. April 2026
A. Strnad, Brief an C.F. Hindenburg
Strnad, Antonín (böhmischer Mathematiker, Astronom u. Meteorologe; 1746-1799). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift u. Adresse an seinen Kollegen Carl Friedrich Hindenburg. Prag, 6. Mai 1787. (23:18,5 cm). 1 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Schönes lateinisches Empfehlungsschreiben des Astronomen Antonín Strnad aus Prag an den "Clarissime ac Celeberrime Vir!" Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808), seinen wissenschaftlichen Kollegen, den Mathematiker u. Professor der Philosophie u. Physik aus Leipzig. Strnad bekam durch P. Bosquich (?), Adjunkt des Professors für Physik in Buda, die Grüße Hindenburgs übermittelt zusammen mit der Bitte, schriftliche Angelegenheiten an ihn zu übermitteln, was Strnad gerne tun will, da es ihm die Gelegenheit böte, einem so angesehenen Mann bekannt zu werden. Ein weiterer Gelehrter, Hellius (?) bemühe sich ebenfalls darum, mit Hindenburg bekannt gemacht zu werden. - Gering angestaubt, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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J.D. Titius, 2 Briefe an C.F. Hindenburg
Titius, Johann Daniel (Tietz, dt. Physiker u. Astronom; 1729-1796). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift u. Adresse an C. F. Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Wittenberg, 10. April 1775 u. 30. November 1788. (Je 26,9:17,8 cm). 1 1/2 bzw. 2 S. auf je 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Johann Daniel Titius schreibt 1775 an den "hochzuverehrenden Herrn und Freund" Hindenburg mit Dank für den Erhalt der Brillengläser. Er habe außerdem Bücher bei seinem Vater bestellt, "aber nicht den Preis von allen bekommen... vielleicht sind diese wohl schon verkauft" - Hindenburgs Vater war Kaufmann. Im Brief von 1788 verspricht Titius dem Wunsch Hindenburgs zu entsprechen und bei der Fakultät Fürsprache für Professor Dindorf (wohl Gottlieb Immanuel Dindorf (Sprachwissenschaftler u. Theologe; 1755-1812) zu halten, der sich auf eine Stelle beworben hatte. Titius empfiehlt, der "so geschätzte Mann" solle sich "auch bey der Universität mit seinem Verlangen melden". Desweiteren berichtet er, den Auftrag zur Herstellung des "Reflexions Instrument(s) zu dem Lichtversuche" erteilt zu haben; der Hersteller "wird es auch wohl bald senden. Nur ist er jetzt ganz von seinem botanischen Handbuche eingenommen... Schade, daß der Mann nicht studiert hat. Er arbeitet sehr fein und fleißig." - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, 1 Bl. mit Ausriss am Siegel ohne Textberührung, gering randfleckig. - Zus. 2 Doppelbll.
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G.v. Vega, 2 Briefe an C.F. Hindenburg
Vega, Georg v. (slowenischer Mathematiker; 1754-1802). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift an Prof. C. F. Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Leipzig, 6. Juli 1790 u. Wien, 6. Oktober 1790. (23,7:19,5 cm u. 26,5:18,8 cm). Je 1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Vega schickte im Brief vom Juli 1790 an Prof. Hindenburg beiliegend einen Aufsatz, "um solchen in das nächste Stück Ihres Magazins für reine und angewandte Mathematik einrücken zu lassen". Die bedeutende mathematische Fachzeitschrift wurde von Carl Friedrich Hindenburg und Johann Bernoulli von 1786-88 und von 1794–1800 von Hindenburg allein als 'Archiv der reinen und angewandten Mathematik' herausgegeben. "Wenn die Rügung wegen einigen Physikern im A.B., welche die Natur der ganzen Welt ausstudiert zu haben glauben, aber dabey erklärte Feinde der Mathematik sind, sich mit der Absicht Ihres Magazins nicht vertragen sollten, so haben Sie als Herausgeber immer die Freyheit diese Rügung auszulassen." Vega bietet desweiteren Abhandlungen aus dem Gebiet der mechanischen Wissenschaften zur Veröffentlichung an. Mit folgenden Brief vom Oktober desselben Jahres reicht Vega Verbesserungen zu seinem Aufsatz ein. "Sollte aber derselbe schon bereits abgedruckt seyn, so bitte ich die Abänderung im nächstfolgenden Stücke des Magazins zu veranlassen beiläufig unter dem Titel... wie es bey dem Einschlusse B. zu ersehen ist." - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, 1 Bl. auf Pappe aufgezogen. - Zus. 2 Bll.
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Adolph Wagner, Briefe an A. Apel / 24 Briefe u. Billets
Wagner, Adolph. (Schriftsteller, Onkel Richard Wagners; 1774-1835). Sammlung von 15 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift u. 8 eigenh. Billets mit Unterschrift oder Paraphe an seinen Freund August Apel. Dresden u. Leipzig 1802-1806. 4to u. 8vo. 1-4 S. - Dazu: Eigenh. Brief mit Unterschrift, wohl an die Witwe Johanne Emilie Wagner. Leipzig, 28. Februar 1817. 8vo (ca. 20:12,5 cm). 3 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Adolph Wagner war als Schriftsteller und Privatgelehrter in der literarischen Welt nicht nur Leipzigs vernetzt. Besonders befreundet war er mit August Apel. Da beide in Leipzig ansässig waren, ergab sich die Notwendigkeit für längere Briefe nur, wenn einer der beiden abwesend war. Vorliegend zwei Briefe Wagners von 1802 und 1803 aus Dresden und eine Reihe von Briefen aus Leipzig nach Dresden, wo Apel u.a. in "Landtagsgeschäften" zu tun hatte, aus den Jahren 1805 und 1806. "Werden Sie diesmal Ihre Geschäfte nicht früher beendigen? Ich erwarte Sie mit Sehnsucht; denn ich liebe die papiernen Brücken nicht sehr. Doch bitte ich Sie, mir ja bald wieder zu schreiben". Das Verhältnis der beiden war vertraut, so berichtet Wagner - der erst mit 49 Jahren heiraten sollte - über ein ungünstig gelegenes Quartier in Dresden. "Zum Glück gibt es neben an eine recht jungfräuliche formlose Mutter, die mir nicht übel will und mir manche frohe Augenblicke schenkt". Er fügt eine Anekdote über Kotzebue bei, mit dem die Schwester seiner Bekannten eine Liebschaft gehabt habe. Aus Dresden schreibt Wagner auch über die Künste. "Von der hiesigen Musik habe ich nur die sonntägige gewöhnlich gehört, und dabei einen Castraten Saffarolli, dessen Stimme über allen Ausdruck schön ist. Seine höchsten Töne sind wie Flötenlaut (...)". Wagner scheut sich nicht, sich über andere Freunde Apels zu äußern: "Am vorigen Freitage war ich mit Jeanetten in Ermlitz und ließ mich in Ihren Zimmern umherführen. (...) Nach Ihrem Lieblingszimmer fragte ich zuerst und hier waren Sie mir ganz gegenwärtig. (...) Auch des sterilen Rochlitzens Wohnzimmer nahm ich in Augenschein, wo mir die Dichtertetras überaus witzig u. sarkastisch auf seinen Schreibtisch zu blicken schien" (3. 2. 1805). Neben dem Austausch über Literatur und Apels Werke nimmt die Vorbereitung einer Aufführung von Apels 1805 erschienenen Theaterstück "Polyidos" großen Raum ein, die Wagner organisierte und an der auch sein Bruder Friedrich, der Vater Richard Wagners teilnahm. Am 1. März 1806 drängt Wagner Apel, seinen Aufenthalt in Dresden früher zu beenden, da die Aufführung nicht verschoben werden könne. "So sind wir denn soweit gediehen, dass wir vorige(n) Mittwoch bereits eine Probe auf dem Theater gehalten haben. Die zu dem Vorhang nöthige Perspective ist berechnet, mein Bruder hat studirt und sich nach dem Nöthigen umgesehen (...) - und nun sollte mein Freund nicht kommen, der die Freude theilen, erhöhen sollte?". Unter den Billets besonders bemerkenswert: "Da mir das Wetter nicht zusagt und ich mich nicht zum besten fühle, sende ich Ihnen den Hölderlin, welcher Ihnen nichts helfen wird, denn er ist gräulich verworren bis zur Lächerlichkeit". In dem Brief von 1817 an Apels Witwe verspricht Wagner unter anderem Hilfe bei der Herausgabe des dritten Bandes von Apels "Metrik", für die er besonders geschätzt wurde. "In allem rechnen Sie unbedingt auf meine reine Liebe zur Sache, und zum Freunde, der mir ja nicht gestorben ist". - Wenige Briefe etwas gebräunt.
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Richard Wagner, 40 Briefe an Theodor Apel / 41 Briefe
Wagner, Richard. (Komponist; 1813-1883). Sammlung von 40 eigenhändigen Briefen an seinen Jugendfreund Theodor Apel (1811-1867), zusammen mit 1 Brief von der Hand seiner Frau Minna Wagner (1809-1866) an denselben. Magdeburg, Leipzig, Paris u.a. 1832-1853. Verschiedene Formate, meist 4to.
Diese Sammlung enthält alle bisher gedruckten Briefe Richard Wagners an seinen Jugendfreund Theodor Apel - eine unschätzbare Quelle für Wagners frühe Jahre.
Aus der Bibliothek Apel in Ermlitz. - Richard Wagner und Theodor Apel kannten sich bereits aus der Leipziger Nikolaischule. Befreundet war jedoch schon Theodors Vater August Apel mit Wagners Vater und seinem Onkel Adolph Wagner, die sowohl im Stadthaus der Apels in Leipzig als auch auf dem Apelschen Gut in Ermlitz mehrfach zu Besuch waren.
Die zum Teil sehr umfangreichen Briefe Richard Wagners an Theodor Apel sind von großer Vertrautheit geprägt. Schon in den ersten Briefen berichtet Wagner von der unerwiderten Liebe zu Jenny Pachta, die er in Prag kennengelernt und im böhmischen Pravonin besucht hatte: "Nein, länger kann ich nicht mehr an mich halten, mein theurer, einziger, einziger Freund Theodor! Ich muß mich endlich einmal ganz wieder in Dein Herz ausschütten, oder es preßt mir selbst das meinige zusammen" (aus dem frühesten vorliegenden Brief, datiert Pravonin, 12./20. Oktober 1832; dieser wurde in Würzburg am 14. März 1833 fortgesetzt, hier als ein Brief gezählt).
Im Sommer 1834 reisten Wagner und Apel gemeinsam sechs Wochen durch Böhmen, ein Erlebnis, an das Wagner noch im letzten Brief von 1853 erinnert: "Wenn ich mich entsinnen will, je wirklich und recht heiter gewesen zu sein, so muß mir nur jene Reise einfallen: Gesundheit, Jugend und eine Fülle von wilden Hoffnungen, waren - mit Dir - damals meine Begleiter".
Später im Jahr 1834 wurde Wagner Musikdirektor am Magdeburger Theater. Aus dieser Zeit stammen die meisten von Wagners Briefen an Apel. Ausführlich berichtet er über seine Arbeit, seine Pläne und auch über die Liebe zu Minna Planer - in so offenen Worten ("Ich genieße ihre Gunst völlig u. fast aussschweifend"), dass der Brief vom 2. Oktober 1835 in der Ausgabe von 1910 nur stark gekürzt erschien.
Im Brief vom 27. Oktober 1834, nachdem er an die gemeinsame Reise nach Böhmen erinnert hat ("Du hast gar keinen Begriff, wie wohl es mir tut, daran zu denken"), stellt Wagner seinem Freund einen Plan vor: mit seiner Oper "Liebesverbot" müsse er "durchschlagen und Ruf u. Geld gewinnen; ist mir es geglückt, beides zu erlangen, so ziehe ich mit Beidem und mit Dir nach Italien (...) In Italien komponire ich dann eine italienische Oper (...) sind wir dann braun u. kräftig, so wenden wir uns nach Frankreich (...)".
Theodor Apel hatte Jura studiert, war aber auch schriftstellerisch tätig. Zu seinem Schauspiel "Columbus" komponierte Wagner eine Ouvertüre. Am 7. Dezember 1834, nach Lektüre des Manuskripts, äußerte Wagner sich enthusiastisch: "Du hast etwas herrliches geliefert, mein Theodor, - ich bin erstaunt über Dein Werk, - Du hast all meine Erwartungen übertroffen". In demselben langen Brief schreibt Wagner auch über die Schulden, in die er inzwischen geraten ist: "Ich habe meine Lage zu wenig beurteilen können, ich habe mich durch Leichtsinn aller Art in eine solche Schulden-Schmiere gebracht, daß mir die Haare davor zu Berge stehen. (...) Ausschweifungen mancher Art brachten mich noch tiefer hinein. (...) Ich bitte Dich, nimm ein kleines Kapital von 200 Thl:, lege es bei mir auf ein Jahr an, Du büßest höchstens die Geldzinsen ein, die ich Dir doch unmöglich anbieten könnte (...)". Apel half in diesem Fall und später auch.
Wagners Geldsorgen und seine Bitten an Apel um Geld bestimmen immer wieder auch die folgenden Briefe. "Meine Geldaffairen, Du Rettungsengel, sind noch nicht ganz in Ordnung; - das weiß der liebe Gott! Hätt‘ ich mich nur damals auf dem wahnsinnigsten Standpunkte meiner verzweifelten Lage noch genauer gegen Dich ausgesprochen! Will ich vollkommen rein sein und zugleich für meine nächste ungewisse Zukunft etwas gedeckt, so sind mir noch 200 Thaler nöthig! Erschrick‘ nicht! Aber es ist so" (19. Mai 1835). Besonders offen und ausführlich äußert sich Wagner am 21. August 1835 aus Frankfurt: "Ich sehe jetzt nur zu gut, daß das Geld keine Chimäre, keine verächtliche werthlose Nebensache sei (...) Ich war im Wahnsinn, sage ich, denn ich begriff mich und meine Stellung zur Welt nicht; - ich wußte, daß ich nicht den mindesten begründeten Anhalt u. Rückhalt hatte, u. handelte doch wie ein Toller, überschritt meine Verhältnisse in jeder Beziehung (...) es ist unerhört u. unerklärlich, in welchen Abgrund ich gerathen. Deine enormen u. anhaltenden Anstrengungen, mich aus ihm zu retten, machten mich nur noch kühner, u. ließen mich auf ein blindes Etwas vertrauen (...) Ich kann aber Magdeburg nicht eher wieder betreten, bis ich eine Schuldenlast von 400 Thalern von mir gewälzt habe".
Aus dem Brief vom 5. November 1835: "Du hast mir auch das Geld nicht geschickt, - warum bringst Du mich in so gemeine Verlegenheit, Dich darum zu mahnen, was Du mir nicht schuldig bist?"
Nach einem wütenden Brief (4. April 1835) wegen eines Missverständnisses über eine Probe für die Ouvertüre zum "Columbus" ("Ich soll mich entschuldigen! Weshalb! – Daß Ihr dumme Teufel seid? ... Leb‘ wohl, - mein Alter - voll Gift und Galle / Dein Richard") zeigt sich Wagner im Brief vom 8. April 1835 versöhnlich "Du hattest also meinen Mord- und Totschlagbrief (...) noch nicht erhalten. Er war in der größten Wuth abgefaßt".
Der vorerst letzte Brief von Wagner an Apel stammt vom 6. Mai 1836: "Mein Horizont umwölkt sich immer mehr. Ich nehme Dein Anerbieten einer Zuflucht in Ermlitz an." Apel konnte das Angebot nicht aufrechterhalten, da auf Ermlitz Bauarbeiten stattfanden. Ebenfalls im Mai 1836 hatte Apel einen Reitunfall, der später zu seiner Erblindung führte.
Erst am 20. September 1840 schrieb Wagner wieder, und zwar einen sehr langen Brief aus Paris, in dem er Apel über die zurückliegenden Jahre berichtet, seine prekäre Lage in Paris schildert und ihn wieder um Hilfe angeht: "Um allen Schein von Heuchelei zu vermeiden, schicke ich (...) sogleich an die Spitze dieses meines Briefes, nach Jahren wieder des ersten: das ist: - ich bin im äußersten Unglück, u. Du sollst mir helfen! (...) Es ist über 4 Jahre her, daß wir uns nicht sahen: - Du bist während dem blind geworden, u. ich muß meinen ersten Brief an Dich so beginnen; - Da hast Du ein Stück Schicksal, genug für uns Beide. (...) gegenwärtig (stehe ich) wieder in ziemlich günstigen Relationen wegen einer 2 oder 3actigen Oper. - 'Der fliegende Holländer' - von welcher mein eingereicher Entwurf des Sujets den größten Beifall erhalten hat. (...) Für jetzt hätte ich aber gern meinem armen Weibe Medicin gekauft!". Apel half wieder; eine Verzögerung - und dass Wagner glaubte, Apel könne noch mehr für ihn tun - führte dazu, dass Wagner zwei Briefe, geschrieben von Minna Wagner folgen ließ: am 28. Oktober (nicht 25.) und am 17. November 1840 (dieser liegt hier nicht vor), die ebenfalls die materielle Not der Wagners in düsteren Farben vor Augen stellten: "Das Einzige was ich heraus bringe ist: Hülfe, Hülfe! Bringen Sie Richard ein großes Opfer, suchen sie es schleunig möglich zu machen, und Gott wird es Ihnen lohnen, wenn Richard's dankbare(s) Herz und mein Gebet zu schwach dazu sein sollten".
Der letzte bekannte Brief Wagners an Apel stammt vom 3. August 1853: eine freundliche, lange Antwort auf einen Brief Apels. Wagner erinnert sich an die Reise durch Böhmen und schreibt viel von seinen Plänen. "So bin ich denn wieder daran, mich zu einem großen Kunstwerke zu rüsten: bald denke ich die Musik zu meinem großen Bühnenfestspiel: der Ring des Nibelungen, zu beginnen, wozu ich wohl drei bis vier Jahre gebrauchen werde, denn es sind so gut wie 4 Dramen. Dann soll mich erst noch die Aufführung beschäftigen, die ich als ein besonderes dramatisches Fest dereinst in Zürich zu veranstalten gedenke. Du bist dazu eingeladen! (...) Ich denke, Ihr werdet nächstens nun auch den 'Lohengrin' hören: unter der Bedingung, daß Liszt in meinem Namen die Aufführung überwacht, habe ich dem Leipziger Theater die Erlaubnis dazu gegeben. Das ist wohl mein edelstes Werk: leider konnte ich selbst noch nicht die Musik hören; was Beethoven die Natur auferlegte, legt mir die Polizei auf". Er schließt: „Schreib mir nach Zürich! Adieu! behalt lieb Deinen Richard Wagner“.
Die hier vorliegenden Briefe sind seit 1910 weitgehend bekannt. In diesem Jahr veröffentlichte ein Enkel Apels "im Einverständnis mit dem Hause Wahnfried" die vorliegenden Briefe, die jedoch zum Teil leicht, in einem Fall erheblich gekürzt wurden. In diesem Zuge gelangten vollständige Abschriften in das Richard-Wagner-Archiv. Als der erste Band von Wagners "Sämtlichen Briefen" 1967 erschien, galten Wagners Briefe an Theodor Apel als "durch die Ereignisse der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre verschollen"; der Abdruck erfogte nach den Abschriften im Richard-Wagner-Archiv oder nach dem Erstdruck. Nummern der vorliegenden Briefe (inklusive des von Minna W. geschriebenen) in den "Sämtlichen Briefen": Bd. 1: 8-10, 15-34, 37, 39, 40, 42, 45-48, 51, 59-63, 66, 67 u. 113, 117; Bd. 5: 224. - Hier u. da etwas fleckig, meist durch aufliegendes Siegel, Brief vom 20. 9. 1840 etwas stärker fleckig; stellenw. mit kleinen Randläsuren, auch durch Siegelausrisse; Brief vom 6. 6. 1835 mit geringem Textverlust durch Fehlstelle (in den Abdrucken erwähnt); Brief vom 27. 1. 1835 mit kleinem Textausschnitt am Ende (nach "gesund"; in den Abdrucken nicht erwähnt).
Collection of Richard Wagner's letters to his close friend Theodor Apel, an invaluable source of information about Wagner's early years. 40 letters by Wagner's hand, 1 letter by the hand of his wife Minna. Most of the letters date from 1834 to 1836 when Wagner was in Magdeburg and constantly struggled for money, 2 letters (1 written by his wife) are written in Paris, when Wagner had hit rock bottom. Apel lent Wagner large sums of money. All these letters have been printed in "Sämtliche Briefe" from transcripts . - Some staining here and there, somwhat heavier to 1 letter; some marginal fraying in places; small loss of text to 1 letter, small cut-out with loss of text to another letter.
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Richard Wagner, Eigenhändiges Notenblatt "An Theodor Apel"
Wagner, Richard (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiges Musikmanuskript "An Theodor Apel". (Leipzig 1831). Qu.-fol. (26,5:33 cm). Mit schwarzer Tinte geschrieben (Notenlinien in brauner Tinte). 1 Bl., beidseitig beschrieben.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Wohl aus den Anfangsmonaten von Wagners Studienzeit bei dem Thomaskantor Christian Theodor Weinlig (1780-1842), der ihm von 1831 bis 1833 Kompositionsunterricht erteilte. Zwölfzeiliges Notenpapier (zu je 6 in doppelzeiliger Klaviernotation gruppiert). Die Vorderseite enthält fünf kontrapunktisch angelegte Themenköpfe von jeweils 3, 4, 3, 9 und 5 Takten, gefolgt von einer Art Zueignungstext: "Daß zum Andenken an Richard Wagner, denn daß ich dich wiederbesuchen soll, kannst du unmöglich verlangen, da ich dich niemals zu Hause finde. R. W." Die Rückseite bestätigt die Datierung; sie enthält eine ziemlich elementare Kompositionsübung, was das Blatt eher in das Jahr 1831 als 1833 verweist. Es beginnt mit einem viertaktigen Fugato, das innerhalb von 15 Takten jedoch keine nennenswerte Entwicklung bewirkt. Ein sodann folgendes energisches Dreiklangmotiv lässt zunächst an das Finale von Beethovens Fünfter Symphonie denken; es wird jedoch nach einem Takt ganz geschickt fugiert und nach zehn Takten sogar gespiegelt - also kein Beethoven-Imitat, sondern ein Operieren mit einigen Bach'schen Verfahren, die der Student Wagner hier vorsichtig durchbuchstabiert. Die Seite enthält einige Korrekturen; im zweiten und dritten Notensystem sind der jeweils letzte bzw. die letzten vier Takte ausgestrichen, was dem Blatt einen Hauch von Nachdenken und Arbeit gibt.
Das Blatt inklusive Musik wurde 1921 (W. Lange, Richard Wagner und seine Heimatstadt Leipzig) und 1937 (L. Weinhold, Handschriften von Richard Wagner in Leipzig) publiziert, an entlegenen Stellen. Bei der Herausgabe des Wagner Werk-Verzeichnisses (WWV, 1986) wurde es nicht berücksichtigt. 1998 taucht es im Wagner-Briefverzeichnis (WBV), als Anhang unter dem Sigel A1: "Theodor Apel, Leipzig. 1831. Widmung auf einem Blatt mit Kontrapunkt-Übungen. Verbleib unbekannt." - Leicht gebräunt u. etwas fleckig; recto im Rand tlw. angestaubt. Mit vertikaler Faltspur, dort unten ein ca. 7 cm langer Einriss. Im Unterrand mit kleinem Stempel sowie mit Bleistiftsignatur.
Early autograph music manuscript, most probably written in 1831. 1 sheet, both sides with composotion exercises. "To Theodor Apel". With a notice to his friend: "This as a memento of Richard Wagner, for you cannot possibly expect me to visit you again, since I never find you at home". - Some browning and staining, some marginal soiling. Vertical creasemark, here a tear without loss (c. 7 cm). With library stamp and shelf mark in pencil.
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Richard Wagner, Musikmanuskript "Die Feen"
Wagner, Richard (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiges Musikmanuskript aus der Oper 'Die Feen'. "Recitativ, Scene und Arie |Ada, Farzana und Zemina erscheinen.|". "Rec(itativ): O Grausamer! So habt ihr kein Erbarmen (…)". 1833/1834. Qu.-fol. (ca. 28,5:32 cm). Geschrieben in brauner u. dunkelbrauner Tinte auf Papier mit Wasserzeichen "ISB". 19 beidseitig beschriebene Bll. (ohne das Schlussbl.). Geheftet, das letzte Dopplbl. lose.
Aus der Bibliothek Apel in Ermlitz. - WWV 32, IIa; Gregor-Dellin 907; Drüner 821. - Die erste Partitur-Niederschrift, die aus Wagners frühester Oper, 'Die Feen', im Autograph noch erhalten ist. Das Manuskript enthält die 5. Szene des zweiten Aktes der Oper. Diese außerordentliche Quelle entstand 1833 und liegt hier dem offiziellen Werkverzeichnis zufolge in einer ersten Fassung vor, die Wagner im Frühjahr 1834 durch eine zweite, allerdings während des Dritten Reichs in Verlust geratene Fassung ersetzte, was die Quellenforschung heute sehr erschwert. Die damals ausgeschiedene, hier vorliegende Erstfassung gelangte höchstwahrscheinlich als Geschenk in den Besitz von Wagners Freund Theodor Apel. Die Neufassung der 5. Szene jedoch fügte Wagner dem Gesamtautograph seiner Oper 'Die Feen' bei. Das Gesamtautograph machte er 1860 seinem späteren Hauptförderer, König Ludwig II. von Bayern, zum Geschenk.
Das hier vorliegende Teilmanuskript der Erstfassung ist zuletzt 1913 in Theodor Apels Familie in Ermlitz bei Merseburg lokalisiert worden (Richard Wagner Gedächtnis-Ausstellung Leipzig). Zu Wagners Lebzeiten waren 'Die Feen' nie aufgeführt und auch nicht publiziert worden. 1834, ein Jahr nach der Komposition, gab es zwar Aufführungsverhandlungen, die noch einige Werkänderungen mit sich brachten. Doch insgesamt gab es so viele Probleme, dass Wagner die Lust am Werk verlor; inzwischen saß er ja bereits an seinem nächsten Projekt, das vergnüglicher zu werden versprach, die komische Oper 'Das Liebesverbot'. Derweil waren 'Die Feen' seit 1860 zum bloßen Archivmaterial im Königlichen Archiv des Wittelsbacher Ausgleichfonds geworden, in dem die Nachfolger König Ludwigs II. es eingelagert hatten. Erst 1888 kümmerte sich jemand wieder um das Werk: Hermann Levi, Münchner Hofkapellmeister, Freund von Brahms, dann von Wagner. Levi bemühte sich nicht nur um eine verspätete Uraufführung der Feen, die am Münchener Hoftheater am 29. Juni 1888 mit großem Erfolg gefeiert wurde, sondern auch um die späte Erstausgabe des Werks.
1939 gelangte die Original-Partitur der 'Feen' zusammen mit denen der Wagner-Opern 'Das Liebesverbot', 'Rienzi', 'Rheingold' und 'Die Walküre' in den Besitz von Adolf Hitler, der sie von der Industrie- und Handelskammer als Geschenk zum 50. Geburtstag erhalten hatte. Ob Hitler das Geschenk in der Reichskanzlei oder im Berghof auf dem Obersalzberg aufbewahrte, ob es dort verbrannt ist oder gestohlen wurde, ist unbekannt und Objekt wildester, Bände füllender Spekulationen geworden. Jedenfalls sind diese Preziosen seit 1945 nie wieder aufgetaucht und bilden einen schmerzlichen Verlust für die Kulturgeschichte. Somit verbleibt als Hauptquelle der Oper 'Die Feen' lediglich die Partitur-Bearbeitung des Werks durch Hermann Levi, der einige Glättungen vornahm, wie es auch heute noch im Opernbetrieb vorkommt. Von den Original-Manuskripten kannte man nur einen in Bayreuth aufbewahrten Gesamtentwurf, der jedoch keine Partitur, sondern nur ein Particell in Klaviernotation ist, das den Gesang komplett, vom Orchester aber nur einen Hauch wiedergibt. Unter diesen Umständen kommt dem hier angebotenen Manuskript große Bedeutung zu. Verrät es, wie sich Wagner bei diesem Werk das Ganze vorstellte?
Das Manuskript, das in der Wagner-Bibliographie S. 116 unter WWV 32, IIa bisher als "verschollen" geführt wird, nennt die originale Orchesterbesetzung: zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Pauken, zwei Violinen, Violen, Violoncelli und Kontrabässe. Die Musik beginnt mit einem Rezitativ, das jedoch auch ariose Partien aufweist ("O Grausamer! So habt ihr kein Erbarmen", S. 1 bis 7), gefolgt von einer Scene und Arie der Hauptfigur Ada "Ich sollte ihm entsagen"; diese ist in drei Teile gegliedert: Zunächst ein Allegro con fuoco, sodann ein Adagio (eingeleitet von einem schmelzend schönen Violoncello-Solo, das in der Folge auch noch mit einer Solo-Viola korrespondiert), sowie, zum Abschluss, einem Allegro assai e con molto fuoco, insgesamt eine präromantische, musikalisch schlüssige Großarchitektur, wie man sie von Carl Maria von Weber her kennt, vor allem von dessen 'Der Freischütz'. Insbesondere dessen schwungvolle Finalteile finden sich auch in Wagners hier vorliegendem Frühwerk wieder, das stellenweise besondere melodische Qualitäten aufweist, die in den allerletzten Passagen geradewegs das Vorspiel zu Lohengrin vorausahnen lassen. Doch ganz im Gegensatz zu Webers 'Freischütz' bemüht Wagner keinen Teufelsspuk für seine Feen; diese kommen mit einem knappen sechsköpfigen Hauptpersonal aus, einem König und dessen Freunden, sowie mit drei Feen, einer 'guten' und zwei 'bösen'. Diese Letzteren verursachen allerlei Unheil, an dem des Königs Reich schier zerbricht. Doch die Liebe der 'guten' Fee zum König ist so stark, dass sich alles zum Guten wendet und die bitterbösen Feinde der Vernichtung anheimfallen. - In der oberen rechten Außenecke zart mit Bleistift foliiert. Kaum fleckig; 2 spätere kleine Marginalien u. wenige Unterstreichungen in Buntstift; Bl. 2 im weißen Außenrand mit kleinem Ausriss; Bl. 1 recto u. Bl. 19 verso etwas gebräunt. Ohne das Schlussblatt, das ausweislich der Bräunung von Bl. 19 verso schon länger nicht vorhanden ist.
Autograph music manuscript from Richard Wagner's earliest opera 'Die Feen'. 19 leaves from the fifth scene of the second act. This extraordinary source was created in 1833 and is available here in its first version, which Wagner replaced in the spring of 1834 with a second version. The first version, which was discarded at the time, most likely came into the possession of Wagner's friend Theodor Apel as a gift. Wagner added the new version of the fifth scene to the complete autograph that was lost during the Third Reich. - Pencil foliation to upper outer corner. Hardly stained; small marginal tear to white margin of leaf 2; some browning to recto of leaf 1 and to verso of leaf 19. Without the last leaf.
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Richard Wagner, Brief an Theodor Apel + Beilage
Wagner, Richard. (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiger Brief an Theodor Apel. O. O. u. Datum. Qu.-8vo (ca. 11,5:16 cm). 1 S. Mit Siegel, dieses etwas beschädigt.
Aus der Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht in der Ausgabe der Briefe Wagners an Apel von 1910 und nicht in "Sämtliche Briefe" abgedruckt. "Lieber Apel, / Obgleich meine Geschäfte gänzlich verunglückt, so will ich doch lieber mein Ehrenwort lösen, wenn ich auch in meiner unangenehmen Lage bleibe; da ich nämlich sah, daß ich Dir heute nur einen Thaler wiedergeben würde können, so habe ich es unterlaßen, obgleich ich mich so den größten Unannehmlichkeiten aussetze. Ich danke Dir übrigens für Deinen Willen, wenngleich ich keinen Gebrauch davon machen konnte. - Wegen der fehlenden 8 gr. wirst Du mich wohl hoffentlich meines Ehrenwort's für heute entbinden, da Dir an ihnen wohl nicht sehr viel gelegen sein wird. / Dein / unangenehmer Wagner“. Die Adresse auf der Versoseite: "Herrn Theodor Apel". Das Siegel zeigt ein Memento-Mori-Motiv. - Dieser Brief stammt anscheinend aus der Frühzeit der Freundschaft zwischen Richard Wagner und Theodor Apel, darauf deuten das Schriftbild und die Anrede "Lieber Apel", die an Schüler höherer Klassen denken lässt. - Gebräunt; das Wort "Apel" auf einem kleinen Ausriss unter dem Siegel erhalten geblieben. - Verso ganz beschrieben von Theodor Apels Sohn Heinrich: "Mein Vater Dr. Theodor Apel hatte Richard Wagner große Summen geborgt u ihn mehrfach unterstützt. Bei der Erbschaftstheilung nach dem Tod meines Vaters haben wir Schulddocumente von bedeutender Höhe gefunden." Man habe davon abgesehen, gerichtlich gegen Wagner vorzugehen, "da offenbar mein Vater selbst keine Schritte gethan hatte." Die Dokumente seien entweder bei dem damaligen Anwalt, oder bei dem Mann der Schwester Marie, Herrn v. Weber. "Wagner ist genau, wie gegen andere, gegen meinen Vater undankbar gewesen. Seine niedrige Denkungsweise wird auch durch mehrere Schriftstücke kund, die sich im Nachlasse Dr. Th. Apel's gefunden haben. Dies zum Verständniß dieses und anderer Schriftstücke." - Dazu: In Festum Christi natale. Lateinische Handschift auf Papier. 4to (21:18 cm). Titel sowie 2 S. auf 1 Doppelbl. - Offensichtlich eine Schülerarbeit. Umfasst 50 Zeilen, jede 5. numeriert, Zeile 50 endet mit einem Komma. Mit Rot sind Korrekturen vorgenommen worden, die u. a. Wortwahl und Wortstellung betreffen. Ob es sich um ein eigenständiges Gedicht oder eine Übersetzungsarbeit handelt, können wir nicht sagen, eine Randbemerkung des Lehrers "Non bona metaphora" deutet vielleicht auf ersteres. Der Überlieferungszusammenhang - das Doppelblatt wurde zusammen mit Wagners Briefen an Apel aufbewahrt - lässt annehmen, dass es sich um eine Arbeit von Richard Wagner handelt. - Das obere Blatt, das nur den Titel trägt, mit großem Abriss, das zweite Blatt mit Randausriss, dadurch sowohl recto wie verso Verlust an Marginalie des Lehrers.
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Richard Wagner, Brief an Theodor Apel. 1845
Wagner, Richard. (Komponist; 1813-1883). Eigenhändiger Brief an Theodor Apel. Dresden, 10. Mai 1845. 4to (ca. 27,5:22,5 cm). 1 S. auf 1 Doppelbl. Mit Adresse, Poststempeln u. Siegelrest.
Aus der Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht in der Ausgabe der Briefe Wagners an Apel von 1910 und nicht in "Sämtliche Briefe" abgedruckt. Dieser Brief, der in die große Lücke zwischen den erhaltenen Briefen von 1840 und 1853 fällt, zeigt einmal mehr, wie sehr die Schulden Wagners die Freundschaft zwischen Apel und Wagner belasteten, und wirkt entsprechend distanziert:
"Verehrtester Freund, / recht sehr ersuche ich Dich um freundliche Auskunft, ob beiliegender Brief, den ich heute von Herrn Advocat Römisch d: aelt erhielt, wirklich mit einem von Dir gegebenen Auftrage zusammenhängt? Ist das der Fall, so glaube ich mich am zweckmäßigsten mehr an Dich mit der Bitte wenden zu dürfen, mir für dasmal Nachsicht zu gewähren, da es mir, der ich für ähnliche Geldforderungen aus alter Zeit an Wucherer u. andere Gläubiger bereits bei weitem mehr auszugeben gehabt habe als ich seit der glücklicheren Wendung meiner äußeren Verhältniße eingenommen habe, in dieser Zeit fast unmöglich fallen wird, den in Deinem Auftrage von Herrn Römisch erhobenen Ansprüchen zu genügen. Für diesen Fall ersuche ich Dich also, nicht klagbar gegen mich werden zu wollen (...) Richard Wagner“. - Außenseite mit der Adresse etwas fleckig; das Wort "weitem" von Tintenfleck tlw. überdeckt.
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T. Apel, Brief mit Zusatz von Richard Wagner + Beilagen
Wagner, Richard. - Apel, Theodor (1811-1867; Schriftsteller u. Freund Richard Wagners). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an seine Mutter. Prag, 3. Juli 1834. 4to (ca. 26,5:22,5 cm). 3 S. auf 1 Doppelbl. Mit eigenhändigem Zusatz Richard Wagners.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Langer Brief Theodor Apels an seine Mutter Johanne Emilie Schreckenberger (1792-1864; geb. Hindenburg, verw. Apel) von der Reise durch Böhmen, die er im Sommer 1834 zusammen mit Richard Wagner unternahm. "Wie du siehst sind wir jetzt in dem alten berühmten Prag angekom(m)en. Ich gestehe ich habe mich noch nie so sehr in einer Stadt getäuscht. Ich vermutete einen düstern melancholischen Ort und finde die freundlichste, lebenslustige Stadt. (...) Richard, den ich einigemale vergeßen habe grüßend zu erwähnen, läßt sich bestens empfehlen, und fügt selbst hinzu wie folgt". Im längeren eigenhändigen Nachtrag zeigt Wagner sich glücklich über die "gütige Erwähnung", die er in den Briefen der "verehrteste(n) Frau Doktorin" an ihren Sohn Theodor fand. "Ihr Vertrauen und Ihre Geneigtheit macht mich ebenso stolz, als mir oft das Unverdiente der selben noch drückend wird; ich werde aber alle Kraft meines Herzens und meines Geistes aufbieten, um mich der Liebe, die Sie mir zu schenken im Stande u. in Ueberzeugung sind, ganz würdig zu zeigen. Doch da ich dieß meist noch der Zukunft überlaßen muß, die mich Ihnen hoffentlich makellos zeigen soll, so kann ich Ihnen auch heute nur mein Gelöbnis geben, das ich Ihnen hiermit niederlege." Nicht in "Sämtliche Briefe". - Etwas gebräunt, mit Randläsuren, längerem Einriss sowie Ausriss mit etwas Verlust im von Apel geschriebenen Text. Mit 3 Stempeln. - Dazu:
1. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift Apels an R. Wagner. Leipzig, 1. August 1835. 4to (ca. 27:22 cm). 2 S. - Vermutlich nicht abgeschickt, ohne Versandspuren. Langer Brief, in dem Apel auf Wagners letzte Schreiben eingeht. "Gestern, mein Richard, erhielt ich deinen Brief, der die Reise nach Heidelberg, von da wied. zurück über Kissingen nach Leipzig gemacht. Denselben 16ten Juli, wo mir die lieben Zeilen von Dir entstanden, kam ich wohlbehalten in Ermlitz an, eilte den anderen Tag nach Leipzig, und fand Dich nicht mehr hier. Dazu wünsche ich Dir Glück wie zu dem ganzen neuen Verhältniß. Das Philisternest hier ist zu verpestend und stinkt à la Wiedehopf." Wagner hatte Leipzig inzwischen verlassen und sein Engagement in Magdeburg erneuert; jetzt war er auf Reisen. "Mit Schlesier bin ich schon längst nicht zusam(m)en. Unsere Naturen paßten nicht für 9 Tage zusam(m)en, viel weniger auf längere Zeit. Dein Verhältnis zu Laube kenne ich zu wenig, um etwas unternehmen zu können." In seinem nächsten Brief vom 21. August aus Frankfurt eröffnet Wagner seinem Freund erneut seine katastrophale finanzielle Lage. - Leicht gebräunt; kleiner Eckabriss. Recto u. verso mit Stempel.
2. 5 Doppelblätter mit Briefdiktaten Theodor Apels. Leipzig 1840/1841. Fol. - Der in Folge eines Reitunfalls 1838 erblindete musste fortan seine Briefe diktieren. Hier enthalten unter anderem das abkürzungsreiche Konzept eines langen Briefes ( 2 1/2 S.) von Apel an Wagner in Paris vom 26. Oktober 1840. Wagner hatte sich erstmals nach Jahren am 20. September 1840 an Apel mit der dringenden Bitte um Hilfe gewendet. Als er das Geld, das Apel Heinrich Laube anvertraut hatte, nicht umgehend erhielt, schrieb er Mitte Oktober noch einmal (nicht erhalten) und ließ dann die von seiner Frau Minna geschriebenen Briefe vom 25. Oktober und 17. November folgen. Apel schreibt: "Mein armer Richard! D(u)rch Laube wirst Du bereits von mir Nachrichten u. Geld empfangen haben. Leider bin ich nicht um Stande, Dir genüg(end?) zu helfen u. muß mich damit begnügen, Dir nur eine Unterstützung in der gegenwärtigen Lage zu gewähren. Sind aber auch die sechs Friedrichsdor nicht (aus)reichend, so sind sie doch gegenwärtig für mich eine Summe, welche ich auch mit dem besten Willen nicht überschreiten kann. Weitere Erklärung darüber halte ich für unwichtig.(...) Ehe dein 2ter Brief ankam, hatte ich schon mit Laube über Dich gesprochen u. gethan, was mir die Verhältnisse erlauben. (...) Soweit von mir. Ich grüße Dich und Deine gute, sich so bewährende Frau, deren Bild mir noch deutl(ich) als freundl(iche) Erinnerung (aus) einer Zeit voll Enthusiasmus und schwärmerischer Hoffnung vorschwebt. (...)." Vom 21. Novenber 1840 stammt das Diktat eines Briefes (1 1/2 S.) an Minna Wagner: "Wenn Ihr erster Brief an mich keine Antwort zur Folge hatte, so war die einzige Ursache davon die Vermutung, daß mein Brief an Richard v. 16 Octbr. bereits bei Ihnen angekommen sei. In ihm hatte ich schon die Unmöglichkeit, mehr zu thun, als bereits geschehen war, niedergelegt. (...). Es thut mir leid, solche Worte schreiben zu müssen. Sie selbst aber nöthigen mich, noch folgendes hinzuzufügen. Als Krankheit u. daraus nachfolgende Schwäche der Augen mir die Verwaltung meiner Angelegenheiten unmöglich machte, mußte ich dieselbe an Bevollmächtigte abgeben, u. mußte dem nach schon seit Jahren auf die freie disposition über mein Vermögen verzichten. Selbst die Summe, welche ich d(u)rch Dr. Laube an Richard sandte, hatte ich mir auf einer für meine Gesundheit unternommenen Badereise zurückgelegt, um mir für diesen Winter einige Annehmlichkeiten u. Erleichterungen zu gewähren. Ich habe sie unbedenklich dem Freunde zum Opfer gebracht, es sollte mir jed(o)ch leid thun, wenn dieses Opfer nur Hoffnungen erzeugen konnte, deren Befriedigung nicht in meiner Macht liegt."
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Johanna Geyer, Brief an T. Apel
Wagner, Richard. - Geyer, Johanna (verw. Wagner, geb. Pätz; 1774-1848; Mutter von Richard Wagner). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Johanne Geyer" an Theodor Apel. Leipzig, 25. April 1836. 4to. 1 S.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - In einer für Richard Wagner prekären Lage - von seiner Oper "Das Liebesverbot" hatte er keine Einkünfte gehabt - wendet sich seine Mutter an Theodor Apel mit der Bitte," mir auf mein Wort 50 (Reichstaler) für den Richard zu leihen. (...) Mein Sohn ist jetzt in einer, ich glaube doch noch nie dagewesenen Noth und ich muß suchen zu helfen, jedoch auf meine Weise, nicht wie er sich immer geholfen hat, und so würde ich bitten, das Geld mir zukommen zu lassen, von wo aus Sie es auch zurück erhalten werden". - Leicht fleckig, mit Stempel.
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Rosalie Wagner, Brief an T. Apel + 3 Beilagen
Wagner, Rosalie. (Schauspielerin; 1803-1837). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Theodor Apel. (Leipzig, 29. März 1836?). 8vo (20,8:12,5 cm). 1 1/2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Rosalie Wagner war die Lieblingsschwester von Richard Wagner und seit 1829 in Leipzig tätig, die Adresse des Briefes entsprechend "Herrn Theodor Apel Wohlgeb. Allhier", er beginnt: "Im Auftrag meines Bruders sende ich Ihnen einige Zeilen zu, um Sie recht dringend und herzlich zu bitten, ihm doch die Freude zu machen, und zu ihm nach Magdeburg zur Aufführung seiner Oper zu kom(m)en. Der Brief muß einen Tag länger liegen geblieben sein, denn soeben erhalte ich ihn erst, und Morgen ist die zweite Aufführung schon. Sie müßten demnach noch heute abreißen, was freilich beschwerlich sein dürfte, doch da er so viel Noth und Plage gehabt, daß er ganz elend u mager geworden, wie meine Mutter mir schreibt, so wünscht sie ihm von Herzen nun Erholung unter seinen Freunden. (...)". Bei der Oper handelt es sich das "Liebesverbot". Die Einnahmen aus der zweiten Vorstellung waren für Wagner bestimmt, es kamen jedoch nur drei Zuschauer und wegen einer Prügelei unter den Schauspielern kurz vor Beginn musste die Vorstellung abgesagt werden. Abgedruckt in der Ausgabe von Wagners Briefen an Apel (1910), S. 93. - Leicht gebräunt. - Dazu: 1. Heinrich Laube (Schriftsteller; 1806-1886). Eigenhändiger Brief an Theodor Apel. Leipzig, 21. November 1840. 2 S. auf 1 Doppelbl. - Dieser Brief gehört in den Zusammenhang der Briefe aus Paris, in denen Wagner seinen Freund abermals um finanzielle Hilfe bat. Apel hatte Laube um die Übermittlung seines Beitrags für Wagner gebeten, der ihn erst einmal zurückhielt, "weil ich immer anderswoher auf einen Succurs hoffte". Zum Teil abgedruckt in der Briefausgabe von 1910, S. 94f. - Mehrere Läsuren außerhalb der Adresse. - 2. Cosima Wagner (geb. Liszt; Richard Wagners Frau; 1837-1930). Diktierter Brief mit eigenhändiger Unterschrift "C Wagner" an Theodor Apel jun. Bayreuth, 14. Nov. 1904. 3 S. auf 1 Doppelbl. - "Empfangen Sie den Ausdruck meines herzlichsten Dankes für die güthige Mittheilung der Briefe. Ich werde sie jetzt lesen und daraufhin prüfen ob eine baldige Veröffentlichung und in welcher Form, mir wünschenswerth erscheint. Vielen Dank auch für die Abbildung des Grabes der Großmutter meiner Kinder. Ich war befremdet, von Ihnen zu hören, dass dieses Grab gestört werden soll. (...).". Theodor Apel jun. war der Herausgeber der Briefe Richard Wagners an seinen Großvater Theodor Apel. Cosima Wagner versuchte später, die Veröffentlichung der zu Briefe verhindern, die mit einigen Kürzungen dann doch erschienen. Weiter geht es im vorliegenden Brief um die Neugestaltung des Grabes von Wagners Mutter und Schwester. - 1 S. mit Stempel. - 3. Eva Chamberlain (Tochter Richard Wagners; 1867-1942). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Theodor Apel jun. 1 S. auf 1 Doppelbl. Mit Umschlag (Poststempel Frankfurt, 11. Nov. 1910). - "Im Namen des Hauses Wahnfried dankt Herrn Theodor Apel für die liebenswürdige Ueberreichung des werthvollen u. ergreifenden Büchleins herzlich und verbindlich Eva Chamberlain, geb. Wagner". - Zusammen 4 Briefe u. 1 Umschlag.
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Chodowiecki illustriert 'die Gefahren der Empfindsamkeit'
J.K. Wezel, 2 Briefe an D. Chodowiecki. / 3 Bll.
Wezel, Johann Karl (Dichter, Kritiker, Pädagoge, Philosoph; 1747-1819). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift, davon 1 mit Adresse, an Daniel Chodowiecki (Maler u. Kupferstecher; 1726-1801). Gotha, 1. März (17)81 u. Leipzig, 3. Mai (17)81. (22,2:18,3 u. 18,4:11,2 cm). 1 1/2 S. auf 1 Doppelbl. u. 1 1/1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Johann Karl Wezel (auch Carl; auch Wetzel) wendet sich an Daniel Chodowiecki, da er "sehr gerne dem Roman, den ich auf Pränumeration drucken lasse, die nämliche Zierde von Ihren Händen verschaffen möchte" und bittet, ihm "zwey Oktavzeichnungen in dem Format wie die zu der Ehestandsgeschichte [d.i. Die wilde Betty. Eine Ehestandsgeschichte, 1779] zu machen. Auch schadete es nicht, wenn sie ein wenig größer ausfiele... Ihre Zeichnungen wünschte ich so bald als möglich fertig, damit ich die Platten längstens zu Ausgang des Augusts bekäme." Bei dem neuen Roman von Wezel handelt es sich um 'Wilhelmine Arend, oder die Gefahren der Empfindsamkeit', erschienen 1782, zu dem Chodowiecki die Illustrationen beisteuerte. Mit dem Brief vom 3. Mai 1781 sendet Wezel mehrere "Süjets (sic) zu den Kupfern" für den ersten Band zur Auswahl für Chodowiecki und verspricht, die ersten Druckbogen zu schicken, "damit Sie sich mit der Größe der Kupfer nach dem Format richten können" und bittet, "die Platten etwas stark zu ätzen." - Dazu: Anonymes Schreiben ohne Ort u. Datum. 1 S. auf 1 Bl. (18,5:11,2 cm). "An Herrn Chodowiecki", unterzeichnet mit "Dero aufrichtiger Diener und Verehrer, der Verfasser" (d.i. wohl Johann Gottlieb Schummel; 1748-1813). Jener entwirft darin eine Räubergeschichte, in welcher "Wilhelm Blumenthal, den Sie als Knabe so schön gezeichnet haben... in die Hände eines listigen Gauners (gerät), der ihm ein Schlaftrünkchen" verabreicht, ihn im Wald aussetzt und seinen Koffer raubt. Die Illustration davon könne "unter unsers Chodowieckis Händen nicht anders als glücklich ausfallen". Chodowiecki hatte zuvor Schummels 1780-81 erschienenen Roman 'Wilhelm von Blumenthal oder das Kind der Natur' illustriert. - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur; ausgeschnittenes u. gut erhaltenes Siegel lose beiliegend. - Zus. 3 Bll. u. 1 loses Siegel.
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Album amicorum des Erhard Gustav v. Wedel
Album amicorum. - Stammbuch des Erhard Gustav v. Wedel. ("E. G. v. W."). Evenburg/Leer, Kloster Berge, Halle u.a. 1771-1776. Qu.-8vo. (12,5:20,5 cm). Mit 6 (5 lavierten) Federzeichnungen u. 6 Aquarellen. 114 Bll. Bll. mit 76 Einträgen. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung, berieben u. bestoßen, Rücken mit Läsuren.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Erhard Gustav v. Wedel wurde 1756 auf der Evenburg bei Leer geboren, besuchte die Schule in Kloster Berge bei Magdeburg, immatrikulierte sich 1776 in Halle und wurde 1786 preußischer Offizier. Er nahm an den Kriegen der Zeit teil, ab 1810 auf französischer Seite als Brigadegeneral. Unter den Orten außerdem u. a. Gödens, Jever und Magdeburg. Mit Einträgen von Familienmitgliedern, Schulkameraden, Kommilitonen etc., unter den Namen v. Hane, Lynar, v. Nostitz (mehrfach), v. Rehden, v. Steuben, v. Zedlitz, Johann Jacob Gebauer (wohl der Verleger aus Halle), Professor Johann Matthias Schröckh in Wittenberg etc. - Einige Bll. entfernt.
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Herkommen der Uralten Statt Augspurg. Handschrift
Augsburg. - Jäger, C. - Das Herkommen der Uralten deß Heiligen Reichs Statt Augspurg sampt dem Anfang des Zünfftlichen Regiments (etc.) ... Welches Clemens Jäger Rhats Diener alhier gemacht (und weitere Texte). Deutsche Handschrift auf Papier. (Wohl Augsburg, 2. Hälfte d. 17. Jh.). Fol. Blattgr. ca. 33,5:19,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Deutsche Kursiven von verschiedenen Händen in braunen u. braunschwarzen Tinten. 590 neu in Bleistift foliierte Bll. (davon einige weiß; u. 26 gedruckt; inkl. freie Vorsätze). Schweinsldr. d. Zt. mit blindgeprägten Deckelbezügen; etwas wurmstichig, ohne die Schließen, Rücken mit Signaturschild, dieses mit Klebfolie befestigt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die unter dem Namen des Augsburger Archivars Clemens Jäger (ca. 1500-1561) verbreitete Chronik mit Berichtszeitraum bis 1648 vorliegend zusammen mit einer Chronik der "geistlichen Händel" in Augsburg 1517-1648, zwischengebunden zahlreiche Abschriften von Dokumenten. Die ersten beiden Schriften finden sich zusammen in einer Handschrift, die Sammler Zacharias Konrad v. Uffenbach 1717 in Auftrag gegeben hatte (heute in der UB Erlangen). Enthält zunächst auf Bl. 3-126v den Text mit dem oben genannten Titel, zeitgenössisch paginiert 1-248, folgen 112 (!) S. Register. Nach 2 weißen Bll. von derselben Hand: "Augspurgische Cronica, Gaistliche Händel betreffend, waß sich von Anno MDXVII. biß auff Jetzige Zeit Anno MDCXLVIII inn Gaistlichen Sachen begeben und zugetragen hatt" (Bl. 185-230v u. 508-552, Register Bl. 554-586), alt paginiert S. 1-92, 93-181, 65 S. Zwischengebunden (Bl. 231-505) sind zahlreiche Abschriften von Ratsbeschlüssen, Supplikationen, etc., meist aus den 1580er Jahren und zumindest teilweise zur Kalenderreform. Diese Abschriften, von verschiedenen Händen gefertigt, sind teilweise wohl zeitgenössisch. Enthält Bl. 380-405 "Zwo Christliche in Gottes Wort ... wolgegründete Predigen" von Georg Mylius, ein Druck in 4to von Gruppenbach in Tübingen (VD 16, M 5316), der durch Anrändern in Folioformat gebracht wurde. - Meist unbeschnitten u. im äußersten Rand gebräunt u. vereinzelt mit kleinen Randläsuren; stellenw. etwas stockfleckig oder leicht wasserrandig. Die zwischengebundenen Bll. tlw. mit vertikalen Faltspuren. Schlussbl. verso u. mehrere Textbll. mit Stempel. - Vorderer freier Vorsatz mit Besitzvermerk: "Abraham Hosenneßtel (?) der älter / In Augßpurg Anno 1700", dieser wohl aus der Augsburger Familie Hosenestel.
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Einzelblatt aus Antiphonar mit Initiale "Q"
Einzelblätter. - Antiphonar. - Initiale "Q" (13:12 cm) auf gepunztem Goldgrund. Auf dem vollen Blatt eines Antiphonars auf Pergament. Wohl Spanien, nach 1500. Blattgr. 56:38 cm, Schriftspiegel inkl. Verzierungen ca. 47,5:28 cm. Die Initiale in Gold u. Farben mit Rankwerksausläufern über fast die gesamte Blatthöhe, am unteren Rand eine in Silber und Farben gemalte Zierleiste aus Akanthus und Drôlerien. 7 Textzeilen gotischer Textura in schwrzer u. roter Tinte unter Quadrat- bzw. Hufnagelnotation auf fünflinigem System.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Etwas fingerfleckig u. angestaubt, die Bordüre links leicht angeschnitten. Unten rechts kleiner hs. Besitzvermerk "D. H. Apel".
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Einzelblatt aus Antiphonar mit histor. Initiale "Pfingsten"
Einzelblätter. - Pfingsten. - Initiale "S" (12:11,5 cm) historisiert mit Miniatur der Ausgießung des hl. Geistes. Auf dem vollen Blatt eines Antiphonars auf Pergament. Süddeutschland oder Alpenraum (?), nach 1500. Blattgr. 54,7:37 cm, Schriftspiegel inkl. Verzierungen ca. 45:24 cm. Die Initiale in Gold u. Farben mit Rankwerksausläufern über die gesamte Blatthöhe. 7 Textzeilen runder gotischer Buchschrift in schwarzbrauner u. roter Tinte mit 3 größeren Federwerksinitialen in Rot u. Blau unter Quadratnotation auf vierlinigem System.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die Figuren der Miniatur vor blass violettem Hintergrund, die breite Bordüre aus Akanthus-Ranken in Blau-, Grün-, Karmin- und Mauve-Tönen mit weißem Federwerk und Flüssiggold. Text ist der gregorianische Introitus zur Pfingstmesse "Spiritus Domini replevit orbem terrarum"; am unteren Rand 2 Zeilen in kleinerem Schriftgrad. - Etwas fingerfleckig, 1 kleines Loch im Rand durch Pergamentfehler, die Tinte der Rückseite abgerieben. Unten rechts kleiner hs. Besitzvermerk "D. H. Apel".
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Äthiopische Handschrift mit 1 Malerei u. Ornamenten
Ge'ez. - Liturgische Ge'ez Handschrift auf Pergament. 3 Teile in 1 Bd. Äthiopien, 18. Jahrhundert. Blattgr. 13,8:7,5 cm, Schriftspiegel ca. 9,6:5,7 cm. 17-19 Zeilen. Schwarze Schrift, Hervorhebungen in Rot. Mit 1 blattgroßen in Farben gemalten Miniatur und einigen ornamentalen Zierleisten in Schwarz u. Gelb. 80 nn. Bll., 1 zusätzl. Bl. beigebunden. Holzdeckelband d. Zt. ohne Rücken; Heftung teilw. erneuert. In mod. Pp.-Schuber.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Einspaltiger Text auf kräftigem Pergament. Auf Blatt 42 verso die blattgroße Malerei: Madonna mit Kind, darüber 2 Engel, zu ihren Füßen ein liegender Heiliger. Die Darstellung vollflächig in kräftigen Farben mit Schattenwürfen an Kleidung und Hintergrund ausgeführt. Als Vorbild ist wohl eine griechisch-orthodoxe Ikone oder eine europäische Mariendarstellung des 18. Jh. zu vermuten. Geheftet in 12 Lagen A2, B-E8, F4, G-L8, M2. Ein einzelnes Blatt von anderer Hand vor der letzten Lage eingeheftet; nach Bl. 19 sind 4 spätere Papierbll. mit 3 S. hs. Text (Ergänzungen oder Zusätze?) eingeheftet. - Gebräunt, teilweise etwas fingerfleckig, stellenweise wasserfleckig. Durchgängig oben rechts mit Bleistift foliiert. Am Schluss Instandsetzungsbericht aus dem Jahr 1958 des Restaurators H. Heiland, Gera (2 Papierbll. mit 2 Fotos) eingeheftet. Erstes Bl. mit hs. Besitzvermerk von Heinrich Apel, dort sowie auf dem Bl. der Miniatur verso u. auf dem Schlussblatt mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempeln.
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Äthiopische Handschrift mit 5 Miniaturen u. Ornamenten
Ge'ez. - Psalterium. Ge'ez Handschrift auf Pergament. Äthiopien, 18. Jahrhundert. Blattgr. 19,7:12,5 cm, Schriftspiegel ca. 13,5:10,5 cm. 23 Zeilen. Einspaltig, ab Bl.125 zweispaltig in schwarzbrauner Tinte geschriebener Text, Hervorhebungen in Rot. Mit 5 ganzseitigen farbig kolorierten Federzeichnungen, 1 dreiseitigen farbig gemalten Bordüre und einigen ornamentalen Zierleisten in Gelb u. Rot. 142 (d.e. leer) Bll. Reich blindgepr. Holzdeckelband d. Zt., Spiegel mit altem Stoffbezug, vorderer Innendeckel mit eingelassenem Rahmen aus Metall; berieben, gering beschabt, Rücken am Kopf u. 1 Gelenk mit Einriss.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Sehr schöne, reich ausgestattete und wohlerhaltene Handschrift. Die erste Darstellung gegenüber dem Textbeginn zeigt König David mit der Harfe, detailreich in vielen Farben koloriert. Die dreiseitige Bordüre zum Textbeginn aus dreifarbigem Bandwerk mit Darstellungen von Gesichtern in 2 Ecken. Die übrigen Darstellungen am Schluss wohl von 2 verschiedenen anderen Händen und etwas weniger farbenreich: Flucht nach Ägypten, Prophet Elias mit den Tieren, St. Georg mit dem Drachen und Eva im Paradies. Auf Bl. 124 verso finden sich im unteren Rand Reste einer weiteren Malerei einer Heiligendarstellung, diese jedoch stark abgegriffen. Das erste Doppelblatt separat geheftet, die übrigen in 14 Lagen zu 10 Bll. - Auf kräftigem Pergament, wenige genähte Pergamentfehler. Etwas gebräunt und fingerfleckig, durchgänig in der oberen Außenecke mit Bleistift foliiert, dabei das erste leere Bl. ausgelassen; die letzten 3 Bll. mit Wurmspuren, dabei lediglich das letzte Bl. (Eva im Paradies) mit erwähnenswertem Bildverlust in den äußeren Teilen der Darstellung. Auf den ersten leeren Seiten ein Besitzvermerk des 19. Jh., dort sowie auf den letzten 3 Bll. mit blassen Bibliotheks- u. Deakzessionsstempeln im Rand.
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Horoskop für Margaretha. Handschrift 1563
Horoskop. - Natiuitet 1563 Jhars (für Margaretha). Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Mitteldeutschland, 1563. Blattgr. 21,2:15,7 cm, Satzspiegel ca. 17:9,2 cm. 23 Zeilen. Kalligraphierte deutsche Kurrentschrift in schwarzbrauner Tinte; Überschriften, Hervorhebungen und Reglierung in Rot und mit Silber gehöht. Mit dreiviertelseitiger Radix. 18 nn. (inkl. 2 w.) Bll. Prgt.-Umschlag aus einem vollständigen Blatt einer Biblia vulgata des 15. Jahrhunderts an 3 Seiten eingeschlagen; angestaubt und etwas fleckig, kl. Bibl.-Vermerk in Tinte auf dem Mittelsteg.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Aufwändig ausgeführtes Horoskop für eine am 31. Oktober 1551 geborene, vemutlich adelige Margaretha, deren Name sich auf dem ersten Blatt findet. Nach den Planetenstellungen und der Radix folgen die Vorhersagen in Kapiteln "Von gemüth und eigenschafft unnd den Sittenn, Von substantz unnd reichtumb, Von diner meÿdt unnd hausgesindt, Von vihe clein unnd groß, Von der ehe und manne, Von kindern unnd erbenn, Von ehr unnd guttenn gerücht, Von gutten freundenn, Von feinden, Von kranckheit thott unnd abgang, Von den erwellungen, Von tagen in der wochenn, Von farben der kleittung, Von Rossen, Von edelgestein, Von den Profectionibus, Die glücklichstenn Jar auß den dierectionibus in gemein, Die unglücklichsten in gemein auß den dierectionibus an kranckheit oder ander gefahr". Das Wasserzeichen ähnlich dem bei Piccard-online AT3800-PO-101935 (Gera 1565). - Erstes Blatt mit schwachem Fleck, sonst kaum fleckig. - Der Pergamentumschlag aus dem vollständigen num. Blatt LXVII einer Biblia vulgata mit dem Text aus Daniel 13, beginnend mit Vers 16 ab "ibi quisquam..." bis Vers 52 endend mit "...dixit ad eu(m)" in einer gotischen Textura in brauner Tinte, rubriziert. Satzspiegel 17,7:18,2. 2 Kol. 31 Zeilen.
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Balbus, Catholicon 1460. Fragmente. 5 Bll.
Balbus, J. Catholicon. Mainz, Drucker des Catholicon (GW 3182) (Johannes Gutenberg?), 1460. Got. Typ. Druck auf Pergament. - Daraus: 5 Fragmente aus den Blättern 127 und 132. Jeweils ca. 15:8-12 cm.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Hain-C. 2254; GW 3182; BMC I, 39; Goff B-20; Zedler, Mainzer Catholicon, passim. - Fragmente aus einem der wenigen auf Pergament gedruckten Exemplare der editio princeps des Catholicons, eines der wichtigsten Zeugnisse der frühen Buchdruckerkunst und das erste gedruckte Wörterbuch. Die Urheberschaft und die Entstehungsgeschichte des Druckes sind in der Forschung umstritten und konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden. "In jedem Fall erweist die Type den Druck als eine der bedeutendsten typographischen Urkunden, aus der wir, auch wenn Gutenberg dem Druck fern stehen sollte, ohne Zweifel manche wichtige Aufschlüsse über die erste Entwicklung seiner Erfindung gewinnen können" (Zedler). Von Blatt 127 liegen 2 Fragmente aus der linken Spalte der Recto- bzw. rechten der Verso-Seite vor; von dieser Spalte fehlen seitlich ca. 1,5 cm, sowie je 1 Zeile in der Mitte und unten. Von Blatt 132 liegen knapp die obere Hälfte der linken Spalte und große Teile der recten Spalte der Recto-Seite sowie die entsprecheden Spalten verso vor. - Einbandfunde. Neben den üblichen Klebstoffspuren, Verfärbungen und Abklatsch-Spuren, jeweils mit ca. 1,5 cm breiten u. 9 cm langen Ausschnitten im Text und wohl im 19. Jh. die Spatien durch mit blauer Tinte eingeschriebene Buchstaben gefüllt, sowie mit hs. Zusätzen auf 2 Fragmenten in derselben Tinte. Im 19. Jh. mit Papierfalzen auf 2 Trägerkartons montiert, auf dem Karton mit hs. Zusätzen, darunter "Gekauft bei Antiquar Simmel in Leipzig 1885".
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Letzner, Stammbuch der von Berlepsch
Berlepsch. - Letzner, J. Stammbuch oder Chronick: Des Uhralten Adelichen ... Geschlechts, der von Berlebsch (!). Erfurt, G. Baumann, 1593. 4to (20:16 cm). Titel mit typogr. Bordüren u. altkol. Wappenholzschnitt sowie mit 29 (8 Porträts, 10 Wappen) teils wiederh. oft ganzseitigen Holzschnitten im Text. 140 nn. Bll. Prgt. d. Zt. mit blindgepr. Deckelfileten; fleckig u. gebräunt, Rücken unten mit mod. Papieretikett, hinteres Gelenk mit kl. Wurmspur, Bindebänder entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Vgl. VD 16, ZV 9591. - Druckvariante, Lage Dd gegenüber dem Expl. in der UB Leipzig in abweichendem Druck (dort auch ohne die Bll. Dd3-4) und noch ohne die im Februar 1594 nachträglich beigegebenen 4 Bll. Errata, Nachträge und neuer Druckvermerk am Schluss (siehe VD 16, L 1329). Reich illustrierte Geschichte des alten hessischen (urspr. niedersächsischen) Adelsgeschlechts von Berlepsch, unter den ganzseitigen Holzschnitten auch eine Ansicht des Schlosses bei Witzenhausen. - Gebräunt u. teilw. etwas fleckig, durchgehend mit Buntstift num., Titel mit Namenszug u. verso mit Deakzessionsstempel der ULB Sachsen-Anhalt, 1 weiteres Bl. mit deren Stempel, Vorsätze u. erste Bll. oben mit Wurmspur mit geringem Text- u. Bordürenverlust, einige Bunstift-Unterstreichungen u. Anmerkungen.
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Betbüch für allerley anligen + Lasius, Beichtbüchlein
Betbüch für allerley gemein anligen. Einem jeden Christen sonderlich zugebrauchen. Leipzig, J. Bärwald, 1561. (19,5:13,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre, gr. Holzschnitt verso Titel, Druckermarke u. 93 (teilw. wiederh.) figürl. Holzschnitt-Bordüren. 48 (l.w.) Bll. - Angebunden: C. Lasius. Beichtbüchlein und was dazu gehöret, Als nemlich, Von der Sünde. Von der Absolution. Von dem Abentmahl Christi. Ebda. 1561. Mit Holzschnitt-Titelbordüre, gr. Holzschnitt verso Titel, Druckermarke u. 63 (teilw. wiederh.) figürl. Holzschnitt-Bordüren. 32 Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. von Balthasar Metzger in Dresden mit dreiseitig gepunztem Goldschnitt; bestoßen u. berieben, Rücken mit kl. Bezugsfehlstellen, Bindebänder entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - I. VD 16, B 2298; Schulz 121, 2.S - Wohl einzige Ausgabe, sehr selten. Sowohl das VD 16 als auch Schulz kennen ausschließlich das vorliegende Exemplar. Nicht identisch mit dem Betbüchlein ähnlichen Titels, das 1546 in Leipzig von Bapst d.Ä. herausgegeben wurde. Der große Holzschnitt Titel verso, eine klassische Kreuzigungsszene darstellend, mit ,HS' monogrammiert (möglicherweise nach Hans Sibmacher; vgl. Nagler 1456). Die seitlichen Randleisten zeigen Illustrationen biblischer Szenen mit entsprechender Kapitelangabe, Kopf- u. Fußleiste meist mit Putten, Wappen, Porträtmedaillons, Lamm Gottes u. anderen religiösen Symbolen. - II. VD 16, ZV 9452; vgl. Beck, Erbauungsliteratur 89, Anm. 2. - Etwas spätere Ausgabe des ursprünglich 1551 bei Bapst erschienenen Beichtbüchleins, mit dem "wir den Anfang auf einem Gebiete der erbaulichen Literatur gemacht (sehen), welches sich im Laufe der Zeit ... einer besonderen Arbeit und Pflege erfreuen sollte" (Beck). - Gering gebräunt, im Rand vereinzelt leicht fleckig, Titel zu I. im Mittelstück mit gelöschtem Eintrag u. Braunfleck, II. überwiegend mit schwachem Wasserrand, fl. Vorsatz hinten lose, vorne mit Deakzessionsstempel der LB Sachsen-Anhalt u. Abschnitt oben, Spiegel vorne mit mont. Katalogbeschreibung. - Zum Einband: Beide Deckel mit Plattenstempel (EBDB p002191) aus der Werkstatt von Balthasar Metzger in Dresden (EBDB w004000).
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(Clamorinus,) Thaten der Freyherren auff Tautenburg
(Clamorinus, B.). Kurtz Vorzeichnuß vom Alter, Ankunfft, und von vielen Ritterlichen Thaten und trewen geleisten Diensten der wolgebornen Edlen Freyherren auff Tautenburg, etc. (Teil 2 von 2). (Dresden, Gimel Bergen d.Ä.), 1590. 4to (18:15 cm). Mit Turnierholzschnitt auf dem Titel. 8 Bll. Mod. Pp.; Rücken leicht beschabt, Vorderdeckel mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, C 4019. - Selten. Bildet den Anhang zum 'Thurnirbüchlein', vorliegend apart gebunden. - Etwas gebräunt, Titel mit altem Vermerk, Bl. TT1 verso mit Stempel.
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Letzner, Dasselische Chronica
Einbeck. - Letzner, J. Dasselische und Einbeckische Chronica. 2 Tle. in 1 Bd. Erfurt, J. Beck, 1596. Fol. Mit kl. Titelholzschnitt, zahlreichen Textholzschnitten, 5 doppelblattgr. Stammtafeln u. 1 doppelblattgr. Holzschnitt-Tafel. 12 nn., 195 num., 1 w.; 1 nn., 157 num., 4 nn. Bll. Späterer Ldr. mit Rvg.; stärker berieben u. leicht bestoßen, Rsch. fehlt, 2 Bibl.-Rsch.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, L 1324. - Erste Ausgabe. Chronik der Städte Einbeck u. Dassel, Genealogie der Grafen v. Dassel und Geschichte der umliegenden Gegend. Wichtige Quelle zur Geschichte des südniedersächsischen Raumes. Mit zahlreichen großen Wappenholzschnitten u. der häufig fehlenden doppelblattgroßen Holzschnitt-Ansicht von Einbeck. - Gleichmäßig gebräunt, vereinzelt gering fleckig, einige Unterstreichungen u. Marginalien, Titel mit ergänztem Eckabriss u. kl. Bundeinriss, Vorsätze leimschattig.
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Die Martinsgans
Fabris, Von der Martins Gans
Fabris, M. Von der Martins Gans, Ein schöne nutzliche Predig, darinn züsehen ein feine Außlegung des H. Evangelii: S. Martini leben. Und ein hailsame anmanung, wie und was gestalt wir S. Martins Gans essen, unnd unser Leben inn ein anderen Gang richten sollen. Tierhaupten, Klosterdruckerei, 1597. 4to (19:14,5 cm). Mit ganzs. Holzschnitt Titel verso. 2 nn., 45 (recte 46) Bll. Heftung ohne Umschlag.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, F 491; Weiss 1002; vgl. Hohenemser 3795. - Dritte Ausgabe, erstmals 1595 erschienen. Seltener Thierhauptener Druck aus der 1591 errichteten Klosterdruckerei der Benediktinerabtei. Der Holzschnitt stellt die bekannte Mantelteilung St. Martins zu Pferde dar, hier jedoch entgegen der Tradition mit Gans im Bildvordergrund. - Leicht gebräunt, im Rand teilweise fingerfleckig, Außenecken vereinzelt etwas knittrig, wenige Bll. mit kl. Randläsur Titel u. das letzte Bl. verso etwas angeschmutzt, A2/A3 gelockert, Titel mit kl. Bugeinrissen und Löchlein, minimaler Verlust an der Zierleiste über dem Holzschnitt verso.
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Fryg, Würden und Chargen der römischen Kirche. 6 Bll.
Fryg, Ludwig. Die Würden und Chargen der römischen Kirche. Folge von 6 altkolorierten Holzschnitten nach Tobias Stimmer. Jeweils ca. 37:27 cm. Zürich um 1570. Mit Papierfalzen in Passepartouts eingehängt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Holstein, German 13-18; Brun 515; (sowie unter Stimmer:) Andresen III, 41, 55-60; Bartsch 19-24. - Sehr seltene prächtige Folge in kraftvollem leuchtenden Kolorit. Blätter 1 und 5 mit dem Monogramm des Züricher Formschneiders Fryg (Frig, Fry, Frei) der von 1550 bis ca. 1590 tätig war. Die Blätter zeigen eine Reihe von Figuren die sich als fortlaufende Darstellung verstehen lässt. Sie sind ab Bl. 2 unten rechts nummeriert und die Darstellungen sind im Oberrand bezeichnet. Blatt 1: Der Römische Bapst. Cardinal. Patriarch. - 2: ErtzBischoff. WeihBischoff. Apt. - 3: ThumDechant. ThumbHerr. Einsidler. - 4: (drei Mönche): Carthäuser. Augustiner. Barfüsser. - 5: Jacobs Bruder. Jesuwiter. Geyßler. - 6: Capuciner. Meßpriester. Diacon. Sigrist. Im Unterrand 3 Spalten mit Vierzeilern. - Geglättet und restauriert, seitlich knapp beschnitten, stellenweise gering fleckig; durchgängig mit horizontalen Knickspuren und auseinander gezogenen Quetschfalten im Zentrum, einige kleinere Hinterlegungen, an Blatt 1 und 6 vor allem mittig mit Hinterlegungen und kleinen ergänzten Fehlstellen. Bei Blatt 5 am rechten Rand der Teil der zum folgenden Blatt gehörenden Figur ausgeschnitten und am linken Rand von Blatt 6 angesetzt. Letztes Bl. mit kl. Eckausschnitt mit Verlust der Nummerierung.
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Halt, Perspectivische Reißkunst + Beibde.
Halt, P. (Perspectivische, allen Bawleuten dienende Reißkunst). Augsburg, D. Francke für den Autor, 1625. Fol. (33:22 cm). Mit Kupfertitel u. 185 ganzseitigen Kupferstichen auf 101 meist beidseitig bedruckten Bll. 3 (statt 4) Bll., 228 S., 1 Bl. - Angebunden: A. Alberti (Albrecht). Zwey Bücher: das erste von der ohne und durch die Arithmetica gefundenen Perspectiva. Das andere von dem dartzu gehörigen Schatten. 2 Tle. Nürnberg, S. Halbmair für den Autor, 1634. Mit 2 gest. Titeln, 14 gefalt. Kupfertafeln u. 1 gefalt. Tabelle. 3 (l.w.) Bll., 75 S.; 1 Bl., S. 77-99. - L. Brunn. Praxis Perspectivae das ist: von Verzeichnungen ein außführlicher Bericht, darinnen das jenige was die Scenographi erfordert, begrieffen ... wird. Nürnberg u. Leipzig, L. Kober für S. Halbmeyer, 1615. Mit 26 Kupfertafeln. 6 Bll., 60 S. Prgt. d. Zt. mit blindgepr. Deckelfileten; angestaubt, etwas fleckig, Rücken mit mod. Papieretiketten.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Drei interessante Werke zu perspektivischem Zeichnen, die Tafeln mit geometrischen Figuren, Buchstaben, Häuseransichten u.a. - I. VD 17 1:079131B; Ornamentstichkat. Bln. 1724. - Erste Ausgabe, selten. Zusätzlich eingebunden sind hier 2 Tafeln aus L. Hulsius, Tractat der mechanischen Instrumente, 1604. - II. VD 17 23:230470P; vgl. Fowler 17 u. Ornamentstichkat. Bln. 4710. - Zweite Ausgabe. - III. VD 17 23:232177K; Ornamentstichkat. Bln. 4708. - Erste Ausgabe. - Insgesamt leicht gebräunt, vereinzelt stärker, teilw. fleckig u. etwas wasserrandig bis in Text oder Abbildung, erste Bll. gelockert, stellenw. wenige Wurmspuren, vereinzelt mit etwas Buchstaben- oder Bildverlust, wenige Tafeln mit Randeinriss bis ins Bild. Tafeln in "Reißkunst" oft unsauber u. etwas berieben, 1 Tafel in "Zwey Bücher" mit Quetschfalten. Fehlt der Drucktitel in "Reißkunst".
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Hollar, 4 Jahreszeiten, Ansichten von Straßburg
Hollar, Wenzel. (1607 Prag - 1677 London). Die vier Jahreszeiten in Ansichten von Straßburg. Folge von 4 Radierungen auf Büttenpapier. Straßburg, J. von der Heyden, (1629). 10,5:24,5 cm. In den Platten bezeichnet.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Parthey 622-25; New Holstein, German 62-65. - Vollständige Folge. Blätter 1 und 3 im ersten, Blätter 2 u. 4 im einzigen Zustand, alle mit ca. 2-3 mm Rand. Reizvolle Jahreszeiten-Folge in Form von detailreichen belebten Stadtansichten von Straßburg, wo Hollar aus Prag über Stuttgart kommend 1629 eintraf und eine erste erfolgreiche Schaffenszeit erlebte. Das Blatt Frühjahr, mit Verlegervermerk unten rechts u. in der Platte signiert, zeigt ein Schützenfest vor den Toren der Stadt, der Sommer mit badenden Personen im Wassergraben vor der Stadtmauer, der Herbst stellt das Verladen von Fässern auf Kähne an dem Doppelkran vor dem "Kaafhüs" (Ancienne Douane) dar, der Winter, in der Platte monogrammiert, mit zahlr. Pferdeschlitten und Wintervergnügungen auf einem Platz der Stadt. - Verso mit Sammlungsstempeln, darunter Apel-Ermlitz und Leopold-Hoesch-Museum Düren, die Inventarnummern des Leopold-Hoesch-Museums recto im Rand leicht durchschlagend; neuzeitlich mit Papierfalzen auf Karton montiert.
Complete set of the four seasons series of etchings depicting scenes in Strasbourg, all in first or only state. - Colletor's stamps to verso, the inventory numbers slightly showing through on the recto margin; mounted on cardboard with paper folds.
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Horae B.M.V. Paris, Hardouyn, 1528
Horae B. M. V. Hore beate Marie virginis secundu(m) usum Romanum. (Fragment). Auf Pergament gedruckt. Paris, G. Hardouyn, (um 1528). (15,5:10 cm). Mit großer Metallschnitt-Druckermarke, 6 (statt 16) etwa halbseitigen u. zahlr. kleinen Holzschnitten, alle in goldgehöhtem Kolorit, 5 Bll. mit eingemalten architektonischen Goldgrundbordüren, die übrigen mit dreiseitiger Einfassung in Gold, dazu zahlr. eingemalte Initialen u. Lombarden in Gold auf blauem u. rotem Grund. 76 (statt 88) nn. Bll. Prgt. d. 19. Jh. unter Verwendung von älterem Material; Rücken am Fuß eingrissen, Vorderdeckel mit Bibl.-Etikett.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - BP16_105696; Moreau-Renouard III, 1507; Bohatta 1130; Murray 274. - Lateinisches Stundenbuch im Verlagskolorit Hardouyns, mit Almanach für 1528-1545 und Kalendarium. Die großen Holzschnitte zeigen Knochenmann, Evangelist Johannes, Jesus im Garten Getsemane, Verkündigung an die Hirten, Madonna im Strahlenkranz, Hiob und seine Freunde, zu Beginn Hardouyns Druckermarke. Die kleinen Illustrationen, meist im Rund oder im Oval, mit biblischen Gestalten und Heiligendarstellungen. - Fleckig und mit Gebrauchsspuren, Kolorit meist berieben, abgegriffen oder mit Verwischungen, architektonische Bordüren am Kopf teilw. angeschnitten, Bll. B1-5 mit kl. Wurmspur im Bundsteg, Bl. H8 mit Eckausriss mit geringem Buchstabenverlust, 1 Textstelle (Hl. Christophorus) ausgestrichen. Die Bll. C7 nach H8, D4 nach G5 u. G6 nach H3 eingeheftet. Vorsatz mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel. Fehlen die Bll. C1-2+8, D5, E1+3+5+8, F5-6, G3, K8.
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Hrabanus Maurus, De laudibus s. crucis
Hrabanus Maurus. De laudibus sancte crucis opus erudicione versu prosaque mirificum. Pforzheim, T. Anshelm, März 1503. Fol. (29:22 cm). Mit 2 großen Textholzschnitten u. 30 blattgroßen Figurentexten in Rot u. Schwarz. 10 nn., LIX num., 1 nn., XIV num., 2 (l.w.) nn. Bll., Überschriften, Initialen u. Texthervorhebungen in Rotdruck. Goldgeprägter Ldr. des 19. Jhs. mit Goldschnitt; etwas beschabt u. verblasst.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, H 5271; Proctor 11747; Adams R 3; Murray 350 (mit 2 Abb.); Alberts, Anshelm 14; Spelsberg, Hrabanus Maurus 137; nicht bei Dodgson u. Muther. - Editio princeps des vom ersten Abt von Fulda um das Jahr 810 verfaßten "Lob des Kreuzes" mit den berühmten Figurengedichten. Die einzige Ausgabe des 16. Jahrhunderts, von J. Wimpheling in Straßburg ediert und mit einer Vorrede versehen; die Widmungsgedichte stammen u.a. von Sebastian Brant u. Johannes Reuchlin. Die beiden Holzschnitte zu Beginn zeigen Hrabanus bzw. Hrabanus und seinen Lehrer Alcuin vor Papst Gregor IV. Von besonderer Bedeutung sind vor allem die 30 Bildgedichte, die einen "Gipfelpunkt in der Geschichte des Figurengedichtes" markieren (HAB, Text als Figur 8). Zwei sind ganz xylographisch entstanden, "this might be considered as a late instance of a German block-book" (Murray). Die übrigen Blätter sind teils halb xylographisch und halb typographisch, teils ganz in Typendruck ausgeführt worden. - Schwach gebräunt u. kaum fleckig, Titel mit wenigen kl. Wurmspuren außen, verso minimaler Buchstabenverlust, erste Lagen etwas wasserfleckig im Rand, 1 Bildgedicht leicht betroffen, Bl. XXXVII mit etwas Buchstabenverlust durch Fleck, letzte 3 Bll. mit wenigen kl. Hinterlegungen, 2 mit Buchstabenberührung. Vorderes freies Vorsatzbl. mit hs. Kaufvermerk u. Stempel Rittergut Ermlitz, Titel recto mit hs. Besitzvermerken des Stifts St. Zeno in Reichenhall sowie Apel/Ermlitz u. verso mit durchgestrichenem Stempel Bayerische Staatsbibliothek.
First edition, one of the earliest books printed at Pforzheim. With 2 woodcuts in text and 30 full-page carmina figurata printed in black and red, partly entirely xylographic, partly set in type, partly using both techniques. - Mild browning, minor thumbing, foxing or staining in places, small marginal worming to title-page with minor loss of letter verso, some marginal waterstaining to first few quires, touching 1 printed figure, stain with loss of letter to leaf XXXVII, small backed tears (2 touching letters) to last 3 leaves. Ownership-inscriptions and stamps to upper free endpaper and title-page. Bound in 19th century orange full-calf, spine, covers, and edges gilt; some scraping and sunning.
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(Cochläus), Historia von Hussen
Hus, J. - (Cochläus, J.). Warhafftige Historia von Magister Johan Hussen von anfang seiner newe(n) Sect biß zum ende seines lebens ym Concilio zu Costnitz, auß alten Originalen beschrieben. Leipzig, N. Wolrab, 1547. (15,5:10 cm). 63 (l.w.) Bll. Mod. Umschl.; einige Läsuren, kl. Fehlstelle am Fuß.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, C 4424. - Erste Ausgabe. Sehr selten. Spahn u. Index Aureliensis unbekannt. Möglicherweise als Vorarbeit zu C.'s großer "Historia Hussitarum" von 1549 zu betrachten. - Leicht gebräunt, vereinzelt etwas fleckig, Titel stärker, letzte Lage gelockert.
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Erich, Gülische Chronic
Jülich und Kleve. - Erich, A. Gülische Chronik. Darinnen der uhralten, hochlöblichen Grafen. Marggrafen und Hertzogen von der Marck, Gülich, Cleve, Bergen etc. Ankunfft, Außbreitung, thaten zu Friedens und Kriegszeiten, item der Städte ... biß in das 1610. Jahr continuirt werden. Leipzig, J. Apel & T. Schürer, 1611. Fol. (30:20 cm). Mit 1 gefalt. Kupferkarte, 5 Holzschnitt-Karten u. 2 Holzschnitt-Ansichten im Text, sowie einigen teils wiederh. Wappenholzschnitten. 4 nn., 294 (statt 296) num., 42 (l.w.) Bll. Prgt. d. Zt. mit Rit., angestaubt u. fleckig.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 39:123372F. - Einzige Ausgabe der Lokalchronik bis zum letzten Herzog von Jülich, Cleve und Berg. Adolar Erich (1559-1634) war Pfarrer zu Andersleben an der Gehr. Mit der anonymen und Hostert (S. 107 ff.) unbekannten, bermerkenswert frühen gest. Gebietskarte (31,5:37 cm), genordet, ohne Gradeinteilung und wesentlich eleganter gestochen als z.B. die etwa gleichzeitige Quads; ferner 5 kl. Holzschnitt-Karten des Rheinlaufes, eine wiederh. Belagerungsansicht von Soest (1447) u.a. - Gebräunt und fleckig. Titel verso mit etw. beschädigtem gest. Exlibris, gefalt. Karte mit kl. Löchern entlang einer alten Faltung und dort hinterlegt, gefalt. Karte verso u. S. 100 mit blassem Stempel, die fehlenden Bl. 176 u. 179 alt handschriftlich ergänzt.
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Lied von der Belegerung der Stad Leiptzig
Leipzig. - Ein New Lied von der Belegerung der fürstliche(n) Stad Leiptzig, von dem Churfürsten zu Sachssen etc. Wie er es berennen und schiessen hat lassen, und die Stad zuerobern fürgenomen, auff den fünfften tag des Jenners, im M.D.XLVII. Jar, Ist aber nicht geschehen etc. O.O. u. Drucker, (um 1547). 4to (19:15,5 cm). 8 nn. Bll. Spätere Broschur; mit leichten Gebrauchsspuren.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Vgl. VD 16, N 1269, N 1270 u. N 1274. - Vorliegend eine Variante, in der dem Lied eine Beschreibung der Belagerung mit dem Titel "Warhafftige anzeigung, von der Belegerung der Stad Leiptzig" beigedruckt ist. - Etwas gebräunt u. gering fleckig, Titel mit Stempel Rittergut Ermlitz, Lage b2-b4 mit Wurmloch mit minimaler Buchstabenberührung.
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Morata, Orationes
Morata, Olympia Fulvia. Orationes, dialogi, epistolae, carmina, tam latina quàm graeca: cum eroditoru(m) de ea testimoniis & laudibus. (Ed. C. S. Curio.) Basel, P. Perna, 1562. (16:10,5 cm). Mit Holzschnitt-Druckermarke, figürl. Holzschnitt-Bordüre u. zahlreichen Holzschnitt-Initialen. 8 Bll., 278 S., 1 Bl. Alter Pp. mit marmorierten Deckelbezügen u. Rsch.; leicht berieben u. fleckig.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, M 6287; Adams M 1742; Erdmann 115. - Zweite, wesentlich erweiterte Ausgabe. O. F. Morata, 1526 in Ferrara geboren u. aufgewachsen, heiratete 1550 den Schweinfurter Arzt Andreas Grunthler. Nach der Einäscherung von Schweinfurt, wobei auch die meisten ihrer Werke verbrannten, erlangte Grunthler eine Professur in Heidelberg, wo beide 1555 an der Pest starben. - Gering gebräunt, vereinzelt leicht fleckig, zahlreiche sauber ausgeführte Marginalien, tlw. außen abgeschnitten, Bordüre bis zur Einfassungslinie beschnitten, Titel recto mit gestrichenen Besitz- u. Schenkungsvermerken, verso 2 gering durchscheinende Stempel, S. 100 mit Stempel im Fußsteg.
Second, greatly enlarged edition. "M. surely was one of the most learned women of her age. For her, learning was not a mere ornament, but her true Identity. She also was one of the first women whose writings were put on the index" (Erdmann). - Slight browning, occasional minor staining, numerous neatly executed marginalia, partly trimmed on the outside, woodcut-border trimmed to the edge, crossed-out ownership and presentation inscription to title, 2 stamps verso, lightly visible recto, another stamp to footer of p. 100. Old boards with later marbled covering paper; minor rubbing and spotting.
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Saur, Warnung ob Zauberer und Unholden vorhanden
Saur, A. Ein kurtze treuwe Warnung, Anzeige und Underricht, Ob auch zu dieser unser zeit unter uns Christen, Hexen, Zauberer und Unholden vorhanden, Und was sie außrichten können, &c. Sampt einer vorgehenden jetzt neuwlich zu Marpurg... hingerichten Zauberinnen Bekandtnuß und Urgicht. Frankfurt, C. Rab, 1582. 4to (18,5:15 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette u. Holzschnitt-Druckermarke. 12 Bll. Mod. Brosch.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, S 1915; nicht bei Graesse, Caillet, Schottenloher oder Hohenemser. - Flugschrift zu Hexen und Zauberern. Vor der eigentlichen 'Warnung' befindet sich ein Bl. mit dem unter der peinlichen Befragung abgegebenen Geständnis einer vermeintlichen Hexe, die im selben Jahr in Marburg verurteilt und hingerichtet wurde. - Etwas gebräunt, im Rand tlw. fingerfleckig, zahlreiche Unterstreichungen u. Marginalien in Tinte, erstes u. letztes Bl. mit Randausriss durch Blattweiser, sonst vereinzelt kl. Randläsuren, letztes Blatt mit Feuchtigkeitsfleck im Randsteg, Titel mit Stempel der königl. Hand-Bibliothek Württemberg.
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Grasser, Schweizerisch Heldenbuch
Schweiz. - Grasser, J. J. Schweitzerisch Heldenbuch. Basel, M. Wagner, 1624. 4to (20:16 cm). Mit gest. Titelbordüre und 21 Textkupfern von H. H. Glaser u. 2 Text-Holzschnitten. 221 S., 1 Bl. Prgt. d. Zt. mit hs. Rit.; etwas fleckig und angestaubt, Rücken mit Papieretikett, Schließbänder entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:247613S; Lonchamp 1299; Haller II, 317; Feller-B. I, 429 f. - Erste Ausgabe. Schweizer Geschichte bis zum Jahre 1535 mit interessanten Illustrationen von historischen Ereigneissen, Porträts, Schlachten, Trachten etc., einige mit Monogramm oder 1624 dat. Signatur von Hans Heinrich Glaser "einer der interessantesten Basler Chronisten des 17. Jahrhunderts" (ADB XLIX, 371). - Gleichmäßig etwas gebräunt und kaum fleckig.
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"Vom Gwalt und Macht der Hexen"
Trithemius, Antwort auf acht Fragstuck
Trithemius, J. Antwort... auff acht Fragstuck, jme von weylandt Herrn Maximilian Röm. Kayser &c. hochlöblichster Gedechtnuß, fürgehalten, in Latein beschriben, und jetzund in das Teütsch erstlich tranßferirt. Ingolstadt, A. & S. Weißenhorn, 1555. 4to (20,5:15,5 cm). Mit blattgr. Wappenhozschnitt Titel verso. 70 (l.w.) nn. Bll. Mod. Hlwd., Bibl.-Etikett auf Vordeckel.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, T 1989; Stalla 322; vgl. Caillet 10846 u. Coumont T43.1-4 (beide nur latein. Ausg.). - Erste deutsche Ausgabe. Das lateinische Original war 1515 in Oppenheim erschienen, die vom bayerischen Hofratspräsidenten Wiguleus Hund in Auftrag gegebene Übersetzung besorgte der Ingolstädter Professor Hieronymus Ziegler. "Kaiser Max lud Trithemius gelegentlich zu sich nach Boppard an sein Hoflager ein und legte ihm hier u.a. die bekannten acht Fragen vor, die für den Mann, der sie stellte, wie für die Art, in der sie beantwortet wurden, gleich bezeichnend erscheinen" (Wegele in ADB XXXVIII, 628). Die Fragen 5-7 betreffen die Hexerei (Von den gottlosen Hexen und Zauberern - Vom Gwalt und Macht der Hexen - Von göttlicher Verhengknuß), wobei sich Trithemius als dezidierter Befürworter der Hexenverfolgung äußert. Ziegler widmete seine Übersetzung der Herzogin Anna von Bayern, die Titelrückseite ziert das bayerische Wappen. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, stellenw. im Kopfsteg mit kl. Wasserfleck. Titel mit Signatur und Nr. in Hs.
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Neumayr, Bellum Cypricum
Türkenkriege. - Neumayr von Ramsla, J. W. Bellum Cypricum. Oder Beschreibung des Krieges, welchen im Jahr Christi 1570. 71. und 72. der Großtürck Selim wider die Venetianer wegen des Königreichs Cypren geführet. Leipzig, J. Janssonius für H. Groß, 1621. 4to (18:15,5 cm). Mit gest. Titelbordüre, blattgr. gest. Doppelporträt u. gr. Holzschnitt-Druckermarke. 4 Bll., 449 (recte 447) S. Etwas späterer Hldr. mit blindgepr. Rücken u. Rsch.; leicht angestaubt und berieben, Ecken etwas bestoßen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:237914N; Ioannou 371; Jähns 951 f.; nicht bei Blackmer. - Einzige Ausgabe. "Neumayr ranks as one of the most important military authors of the period ... The 'Bellum Cypricum' consists of a nearly day by day account of the Ottoman conquest of Cyprus. The engraved medallion contains portraits of Sultan Selim and Mustafa Pasha, commander of the Ottoman fleet ... Neumayr studied the Ottoman conquest of Cyprus and other important military actions in order to construct lessons in military strategy" (Ioannou). - Gleichmäßig gebräunt, gelegentlich ein wenig fleckig, Titelbordüre u. Porträt außen leicht angeschnitten, Porträt stärker, letztes Bl. im Außen- u. Bundsteg hinterlegt, Titel verso u. S. 100 mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel.
First and only edition. - Evenly browend, occasionally spotted, title and portrait trimmed into the later with loss. Later half-calf. Slightly rubbed.
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Attraktive Tafel mit Vanitasmotiv
Schmidt, Chronica Cygnea
Zwickau. - Schmidt, T. Chronica Cygnea, Oder Beschreibung Der sehr alten, Löblichen, und Churfürstlichen Stadt Zwickaw. 2 Tle. in 1 Bd. Zwickau, Göpner, 1656. 4to (20:16,5 cm). Mit gest. Frontispiz, 1 gefalt. Kupfertafel u. 2 blattgr. Textkupfern. 2 Bll., 538 (recte 528) S., 24 (l.w.) Bll.; 8, 14 Bll., 732 S., 38 Bll. Prgt. d. Zt. mit goldgepr. Rtit.; berieben u. etwas angestaubt, Rücken oben mit Fehlstelle, Rtit. etwas abgerieben, Rücken gering spröde u. mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:235985G u. 23:235987X; Bemmann-J. III/2, 345. - Erste Ausgabe. Älteste deutschsprachige Chronik der Bergbaustadt Zwickau, verfasst von Tobias Schmidt (1605-1659) unter Einbeziehung des Meißnischen Gebietes, der Topographie und der Geographie. Der zweite Teil enthält einen chronologischen Geschichtsabriss. Vorliegend komplett (nach Kollation in VD 17), aber mit der Widmung zu Tl. 1 vor Tl. 2 verbunden. - Gebräunt u. etwas fleckig, wenige Bll. mit Knickspuren, stellenweise mit leichten Feuchtigkeitsflecken, Frontispiz und Titel verso mit gering durchscheinendem Deakzessionsstempel. Gest. Exlibris Christian Benjamin Bittorf.
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