228. - 229. Auktion Reiss & Sohn • 21. - 23. April 2026
Eigentliche Abcontrefactur des Babstumbs - Einblattdruck
Eigentliche und ware Abcontrefactur des Babstumbs. O.O. u. Dr., (um 1545). Blattgr. 27:35,5 cm. Mit kreisförmigem altkoloriertem Holzschnitt (Ø 21,5 cm), ober- u. unterhalb dreispaltiger Typendruck, Kopfzeile mit Titel, unten rechts "P.L.". Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht bei Geisberg. - Derbes polemisches Spottblatt gegen den Papst, die Kurie und verschiedene Orden. Die kreisförmige Darstellung zeigt 8 Köpfe, denen jeweils ein kurzes Knittelvers-Spottgedicht zugeordnet wird: 1. Narr, 2. Ordens mann, 3. Cartheüser Münch, 4. Bischoff, 5. Cardinal, 6. Bapst, 7. Todt, 8. Teüffel. Im Außenrand der Scheibe mit umlaufendem Text: "Der anfang disers Ordens ist: voll narheitt falsch betrug und list: Dem herren dem sy gutz hand than: finstu am end diß redlins stan". Auf die freie Seite eines Makulaturblatts gedruckt, rückseitig mit einem Mandat Kaiser Karls V. vom 4. Sept. 1544 bzgl. der Jahrmaktsprivilegien der Stadt Metz u. ihrer Händler, bestätigt von J. Obernburger. - Blatt in ausgezeichnetem Erhaltungszustand, vereinzelt gering fleckig, im Rand stellenweise leicht gewellt.
Weiterlesen...
Genesis 37. Tugent macht Edel - Einblattdruck
Genesis am XXXVII. Tuge(n)t macht Edel. Einblattdruck. Augsburg, Anthony Formschneyder (d.i. A. Corthoys d.Ä., um 1538). Blattgr. 37:27,5 cm. Mit großem altkolorierten Holzschnitt monogrammiert "I.K." (15,3:25,5 cm), darüber Titelzeile, darunter dreispaltiger gereimter Text. Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht bei Geisberg. - Sehr seltener Einblattdruck mit der Geschichte von Josef und seinen Brüdern und Josefs Aufstieg in Ägypten. Die Erzählung, hier in 50 zweizeiligen Reimen wiedergegeben, beginnt: "Dem bösen glück wirdt offt gut rath | Schwär anfang offt guts ende hat". Der schöne Holzschnitt zeigt Genesis 37, 28: die Brüder des Joseph ziehen ihn aus der Zisterne, um ihn an die Midianiter zu verkaufen. Zu dem Meister mit dem Monogramm I.K. (Jacob Köbel oder Jacob Kallenberg?) benennt Nagler (2682) die Tätigkeitszeit mit 1536-1545 und zählt 170 Holzschnitte als Buchillustrationen und Einzelblätter, ohne jedoch das vorliegende Motiv zu kennen. Nach Benzing (Deutsche Buchdrucker, S. 39) war Anthony Corthoys d.Ä. ab 1535 in Augsburg als Formschneider, Maler und Verleger tätig. Spätestens 1543 (Strauss 133: "about 1541") geht er nach Frankfurt, wo sein zweiter Sohn geboren wird. - Hervorragend erhaltenes Blatt, kaum gebräunt, ganz gering fleckig, unbedeutende Faltspuren.
Weiterlesen...
Lindener, Historj von dreyen Brüdern - Einblattdruck
Lindener, M. Die schöne historj vin den dreyen Brüdern, welchen jr Vatter starb, und inen doch vergundt ward, ainen andern zuerwöhlen. Einblattdruck. (Augsburg, D. de Negker?, um 1560). Blattgr. 35,8:25,2 cm. Mit halbseitigem altkolorierten Holzschnitt (17,8:24,4 cm), darüber zwei Titelzeilen, darunter dreispaltiger Text, die Spalten durch schmale typographische Bordüren getrennt. Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht bei Strauss. - Sehr seltener Einblattdruck mit einer Geschichte über die rechte Wahl zwischen Macht, Reichtum und Tugend. Der Literat Michael Lindener (auch: Lindner; 1520-1562) führte "ein unstetes, zwischen der Suche nach einer gesicherten Existenz und dem Abgleiten ins Wirtshaus- und Dirnenmilieu schwankendes Leben" (NDB XIV, 597). Ab 1557 lebte er in Augsburg, wo er 1562 wegen Totschlags hingerichtet wurde. Alle bei Strauss verzeichneten Einblattdrucke mit Texten von Lindener sind der Uffizin von David de Negker zugeordnet. - Schwach gebräunt, unbedeutende kleine Verwischung am Kolorit, äußereste linke obere Ecke abgerissen; für einen Einblattdruck dieser Zeit von außergewöhnlich guter Erhaltung.
Weiterlesen...
Neuer Friedenbringender Postreuter. - Einblattdruck
Neuer auß Münster vom 25. deß Weinmonats im Jahr 1648. abgefertigter Freud- und Friedenbringender Postreuter. O.O. u. Dr. 1648. Blattgr. 34,5:29 cm. Mit halbseitigem Holzschnitt (26,5:14,6 cm), darüber drei Titelzeilen u. unterhalb dreispaltiger Typendruck sowie Datierung mit Einfassungslinien. Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 4620:736947M; Paas P-2205. - Einblattdruck über den Westfälischen Frieden. Die Darstellung zeigt einen Postreiter aus Münster, der die Nachricht über den Friedensschluss herausposaunt. "Links ist Wien mit angedeutetem Stephansdom und am fernen Horizont Paris dargestellt. Ein Segelschiff mit Friedensfahne bringt die Nachricht auf dem Seeweg nach Stockholm am rechten Bildrand. Im Text unter dem Bild wird die Friedensbotschaft mit dem Gotteslob verbunden... Der Druck, den es in unterschiedlichen Varianten gibt, ist eines der bekanntesten Flugblätter aus der Zeit des Westfälischen Friedens und illustriert das enorme Medienecho, das der Friedensschluss in seiner Zeit hervorgerufen hat" (Museumsstiftung Post und Telekommunikation). - Einblattdruck in hervorragendem Zustand, einzelner Fleck in der mittleren Textspalte, unten rechts mit leichter Knickspur, oben rechts mit Bleistiftsignatur.
Weiterlesen...
(Sachs), Die böß Gesellschafft - Einblattdruck
(Sachs, H.). Die böß Gesellschafft, mit jren Neun Eygenschafften. Einblattdruck. Nürnberg, Hans Weigel (d.Ä., nach 1549). Blattgr. 37,3:26,7 cm. Mit großem altkol. Holzschnitt von Peter Flötner (16,8:19,2 cm), darüber Titelzeile, links und unterhalb vierspaltiger Text mit schmaler typographischer Bordüre. Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Vgl. Hollstein, German VIII, 130; nicht bei Geisberg u. Strauss. - Sehr seltener Nachdruck des zuerst 1533 erschienenen Einblattdrucks mit dem Gedicht von Hans Sachs über den Umgang mit schlechten Menschen und die daraus hervorgehenden Laster und dem dazu von Flötner angefertigten allegorischen Holzschnitt (vgl. Geisberg G.817). Der vorliegende Zustand des Holzschnitts (mit 2 kleinen Spalten im Druckstock links) ist Hollstein nicht bekannt; zu dem Druck von 1533 ist dort "complete editions unknown" vermerkt. - Leicht gebräunt, das typograph. Schmuckelement rechts neben der Titelzeile gering angeschnitten, sonst ausgesprochen wohlerhalten.
Weiterlesen...
(Sachs), Der Scaffstall Christi - Einblattdruck
(Sachs, H.). Der Scaffstall Christi. Johan. x. O.O. u. Dr. 1524. Blattgr. 33:26 cm. Mit halbseitigem altkololoriertem Holzschnitt (24,3:16,5 cm), darüber Titelzeile u. unterhalb dreispaltiger Typendruck. Gerahmt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Vgl. Geisberg G.221. - Für uns nicht nachweisbare Variante des "Schafstall"-Motivs der reformatorischen Bildpropaganda. Ein Gleichnis Jesu aus dem Johannes-Evangelium (Joh. 10, 2-20) wird polemisch gegen die römische Kirche ausgelegt. Die Darstellung zeigt einen Schafstall mit Christus an der Tür, von rechts Anhänger der neuen Lehren herantretend, links ein Engel aus der hl. Schrift den Altgläubigen vorlesend. Im Bildvordergrund Paulus mit Schriftzug "Ich paulus gottes knecht hab euch zeigt den rechten weg" und Petrus mit "Petrus apostel genant geet den weg den xps hat gebant". Mönche und Priester steigen auf Leitern auf das Dach, darüber: "Man last nyemant do herem steigen, Ir werdet sonst dieb und morder pleyben - Wir ordens leut nur wollen hoch auff steigen Christus heyst uns bey der thur bleyben". Die drei Spalten in Typendruck mit den Überschriften: "Christus spricht. Der Engel spricht. Der Gotloß Hauff spricht." - Einblattdruck in hervorragendem Zustand, vereinzelt gering fleckig, kleine Wurmspur innerhalb der Darstellung mit etwas Bildverlust, Bleistiftsignatur in der oberen Bildecke, Blattrand stellenweise minimal knittrig.
Weiterlesen...
Begründung der Meteoritenforschung - Widmungsexemplar
Chladni, Ursprung der Eisenmassen / 2 Bde.
Chladni, E. F. F. Ueber den Ursprung der von Pallas gefundenen und anderer ihr ähnlicher Eisenmassen, und über einige damit in Verbindung stehende Naturerscheinungen. Riga, Hartknoch, 1794. 4to (22,5:18 cm). 2 Bll., 63 S. Pp. d. Zt.; gering berieben, untere Außenecke etwas bestoßen. - Dazu: Ders. Chronologisches Verzeichniss der herabfallenden Stein- und Eisenmassen. - Ueber Gediegeneisen und besonders über eine noch nicht bekannte, im Mailändischen gefundene Gediegeneisenmasse. Halle, Anton, 1812. 24 S. Brosch.; Rückseite gering fleckig, Vorderseite mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - I. VD18 11387513; Brüning 1880; Schuh 687; Melde 43. - Erste Ausgabe. Zeitgleich auch bei Göschen in Leipzig erschienen. Selten. "Gegenüber der namentlich von der französischen Akademie festgehaltenen Ansicht, daß die Meteore tellurischer Herkunft seien, weist Chladni hier an Hand des von Pallas 1772 in Sibirien aufgefundenen Meteoreisens deren kosmische Natur nach" (Brüning). - Gering gebräunt u. stockfleckig, Titel u. 2 Schlussbll. etwas stärker, Titel mit Widmung "Herrn Doctor Apel nebst Versicherung seiner Freundschaft und Hochachtung gegeben von dem Verfasser". - II. Melde 44. - Zwei Aufsätze Chladnis aus dem 'Journal für Chemie und Physik', Bd. 4 (1812) im Sonderabdruck mit durchlaufender Paginierung. - Vereinzelt gering fleckig, S. 15 mit Stempel, S. 16 mit hs. Anmerkung.
I. First edition. Published simultaneously by Göschen in Leipzig. "Considered one of the foundation works of modern meteoritic studies... Chladni asserts unequivocally that the fireballs sometimes seen in the sky consisted of compact and heavy matter, which came from cosmic space" (Schuh). - Slight tanning and foxing, title and 2 final pages somewhat heavier, manuscript dedication to Johann August Apel on title. - II. Two Essays from 'Journal für Chemie und Physik', vol. 4 (1812). - Occasional light spotting, stamp to p. 15, ms. note to p. 16.
Weiterlesen...
Mathesius, Sarepta. 1571
Mathesius, J. Sarepta. Darinn von allerley Bergwerck unnd Metallen, Was ir eygenschafft und natur, und wie sie zu nutz und gut gemacht, guter bericht gegeben. Auff ein newes mit fleiß durchgesehen, corrigirt, und gebessert. Nürnberg, D. Gerlach. 1571. Fol. (30:20 cm). 6 nn., CCXXXVII num., 26 nn. Bll. (d.l.w.). Etwas späterer Hschafldr. mit hs. Rtitel., berieben, beschabt u. fleckig, mit einzelnem kl. Wurmloch im Rückdeckel.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 16, M 1558; Goed. II, 189, f; vgl. Hoover 565 u. Koch 323 (andere Ausg.). - Dritte Ausgabe. Erstmals 1562 erschienene Sammlung von Predigten von Bergleuten, eine der bedeutensten gedruckten Quellen zum zeitgenössischen Bergbau und Hüttenwesen. "Die theologischen Einkleidungen erbaulichen Inhalts sind Beiwerk, denn im Grunde handelt es sich um eine zwar nicht systematische, aber beinahe universale Darstellung, die in wohlgeordneter Folge bergtechnische, mineralogische, bergbaugeschichte, geologische und hüttenkundliche Abhandlungen in leichtverständlicher Form zusammenfaßt, ohne dabei ungenau zu sein... In deutscher Sprache geschrieben, ist in ihr der reiche Schatz der alten Bergmannsausdrücke des 16. Jahrhunderts erhalten" (Koch, S 43). Mit der tabellarischen Chronik von Joachimsthal. - Etwas gebräunt u. fleckig. Titel mit kl. Wurmloch u. hinterl. Ausschnitt, Besitzvermerke auf Vorsatz und Titel, darunter Joh. Opitz Diakon von St. Anna in Eisleben, von diesem auch angeschnittene Marginalien auf Bl. 3, Bl. 187 - 191 Wurmspur im Bundsteg mit geringem Textverlust, Titel verso u. Bl. 100 mit blassem Stempel.
Weiterlesen...
Meissner, Arithmetischer Kunst-Spiegel + Beiband
Meissner, H. Arithmetischer Kunst-Spiegel, bestehend in dreyhundert sechs und dreissig außerlesenen... Auffgabe(n), welche alle auswahre(n) Gründe auffgelöset... Welchem noch beygefüget ein künstlicher Appendix... vorgestellet von Paul Halken. Hamburg u. Stockholm, Liebezeit, 1694. (16,5:10,5 cm). Mit Holzschnitt-Druckermarke u. zahlreichen Textholzschnitten. 8 Bll., 321, 55 S., 3 Bll. - Nachgebunden: (J. C. Öhlers. Arithmetica mercatoria nova, oder neues kauffmännisches Rechen-Buch. Hamburg, Selbstverlag, 1724). Mit 2 doppelblattgr. gefalt. Tabellen. 184 S. (ohne d. Titel). Pp. d. Zt.; berieben u. stellenweise leicht beschabt, Rücken mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - I. VD 17 39:114893E; Hoock-J. II/M16.6. - Wohl zweite Ausgabe, die im Titel genannte erste von 1679 ist jedoch nicht nachweisbar. Meissner hatte 1690 gemeinsam mit Valentin Heins die "Kunst-Rechnungs-Liebende Societät" gegründet, die älteste mathematische Gesellschaft Deutschlands, aus der sich später die Mathematische Gesellschaft in Hamburg entwickelte. Der vom Buxtehuder Rechenmeister Halke, ebenfalls Mitglied der Sozietät, verfaßte Appendix enthält dessen "Beschreibung einer neu-erfundenen General-Regul über die figurliche Zahlen und deren unendlichen Aggregaten". Die erste Lage des Appendix wie stets mit nur 7 Bll. (beginnend mit A2). - Leicht gebräunt u. vereinzelt etwas fleckig, 4 Bll. der Vorstücke ('An den Leser') angerändert. - II. Seltenes Kuriosum, in dem die Namen von Fürsten, Adeligen, u. meist Hamburger Patriziern in Gold, Silber u. Dukaten verschlüsselt oder umgerechnet werden. - Leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig. Fehlt der doppelblattgr. Titel.
Weiterlesen...
Argens, Kabbalistische Briefe. Bde. 1-7
Occulta. - (Boyer) d'Argens, (J.-B. de). Kabbalistische Briefe, oder philosophischer, historischer und kritischer Briefwechsel zwischen zween Kabbalisten, verschiedenen Elementargeistern und dem höllischen Astaroth. Aus d. Französischen nach der neuesten Haager Ausgabe. Bde. 1-7 (von 8). Leipzig, Jacobäer, 1786 (Bd. 1) u. Danzig, Wedel, 1773-1776 (Bde. 2-7). (ca. 19:12 cm). Broschur d. Zt.; etwas bestoßen, Vorderdeckel von Bd. 1 mit mod. Papieretikett, Vorderdeckel von Bd. 2 mit kl. Wurmspur.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Fromm I, 580f.; vgl. Wolfstieg IV, 10715 (nur Bd. 1 in EA), Ackermannn I, 10 u. Caillet I, 1605 (franz. Ausg.). - Mischauflage. Bd. 1 in zweiter, Bde. 2-7 in erster deutscher Ausgabe. Die französische Erstausgabe der "Lettres cabalistiques" war 1737-1738 als Fortsetzung von Argens' "Lettres juives" erschienen. "Der Erfolg (der Lettres juives) bei den Zeitgenossen veranlaßte A. 'Lettres cabalistiques' nachfolgen zu lassen... in denen... insbesondere der zersetzende Eifer gegen die Kirche und die dogmatische Schule ansteigend glühender und dreister wird" (ADB I, 522). - Bde. 2-7 teilw. unaufgeschnitten. Insgesamt leicht gebräunt u. etwas stock- oder braunfleckig, stellenw. stärker. oRR./Waf.
Weiterlesen...
Beaumont u.a., Sammelband Hexerei
Occulta. - Beaumont, J. Historisch- Physiologisch- und Theologischer Tractat von Geistern, Erscheinungen, Hexereyen und andern Zauber-Händeln. Aus d. Engl. von T. Arnold. Nebst Vorrede des Herrn Thomasii. Halle 1721. 4to (22:19 cm). Mit 1 Kupfertafel, als Front. gebunden. 19 Bll., 360 S., 20 Bll. - Angebunden: W. H. Beckher. Schediasma critico-litterarium de controversiis praecipuis B. Bekkero ... ob librum cui titulum fecit: Die bezauberte Welt. Königsberg u. Leipzig 1721. Mit gest. Titelvignette. 47 S. - (J. C. Franck; pseud.:) G. Wahrlieb. Deutliche Vorstellung der Nichtigkeit derer vermeynten Hexereyen und des ungegründeten Hexen-Processes. Nebst Beantwortung der... Untersuchung vom Kobold. Amsterdam, "Nach Erfindung der Hexerey im dritten Seculo, und nach Einführung des Hexen-Processes im Jahr 236" (= 1720). Mit gest. Front. 5 Bll., 172 S.; 7 Bll., 78 S. Interims-Pp. d. Zt., beschabt u. bestoßen, wenige Wurmspuren, Rücken mit mod. Papieretikett.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Sammelband mit drei Schriften über Hexen- und Geisterglauben in deutscher (2) u. lateinischer Sprache. - I. Coumont B32.2; Caillet 879; Ackermann II, 786; Graesse, BMP 86; Rosenthal 3947; Hayn-G. III, 176. - Erste deutsche Ausgabe, das englische Original war 1705 in London erschienen. Zur Vorrede von Thomasius siehe Lieberwirth, Nr. 293. - Tafel verso mit Deakzessionsstempel. Ohne die 4 Bll. Verlagsanzeigen am Schluss. - II. Graesse, BMP 62; Rosenthal 2874; nicht bei Ackermann. - Selten. Kritische Abhandlung über B. Bekkers 1693 erschienenes Werk "Die bezauberte Welt". - III. Graesse, BMP 64; Rosenthal 4020; Hayn-G. III, 244; Weller, Druckorte I, 70; nicht bei Coumont u. Ackermann. - Erste Ausgabe. Bereits bei Hayn-G. als "rar" bezeichnete wichtige Schrift gegen den Hexenglauben und für Thomasius (vgl. auch Lieberwirth Nr. 283 u. 293). Die angehängte "Beantwortung" mit eigenem Titelblatt. - Insgesamt leicht gebräunt u. vereinzelt gering fleckig, zu Beginn wenige Wurmlöcher im Rand, vereinzelt Notizen von alter Hand.
Weiterlesen...
Digby, Philosophische Geheimnüsse
Occulta. - Digby, K. Außerlesene, seltzame philosophische Geheimnüsse und chymische Experimente, wie auch...Artzneyen, Menstrua und Alkaheste... übersetzet von J(ohann) L(ange). Hamburg, G. Schultze, 1684. (17,5:10 cm). Mit gestochenem Porträt u. 4 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 4 Bll., 269 S., 5 Bll. Pp. d. Zt.; stärker berieben, bestoßen und angestaubt, Rücken am Fuß beschädigt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 39:115965L; Brüning 2558; Krivatsy 3238; Ferguson I, 212; Ferchl 125; Duveen 173; Slg. Böhme 769. - Erste deutsche Ausgabe. Die englische EA 1682/83 postum von Digbys Gehilfen publiziert. Gegliedert in einen vorwiegend metallurgischen und einen chemisch-pharmazeutischen Teil, auf S. 255 die Beschreibung von Digbys berühmtem "Sympathetischen Pulver". - Etwas gebräunt u. fleckig. Einige Unterstreichungen im Text, oder Marginalien von alter Hand, eine Tafel u. Titel verso mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel.
Weiterlesen...
Gockel, Beschreyen und Verzaubern
Occulta. - Gockel, E. Tractatus polyhistoricus magico-medicus curiosus, oder ein kurtzer, mit vielen verwunderlichen Historien untermengter Bericht von dem Beschreyen und Verzaubern, auch denen darauß entspringenden Kranckheiten und zauberischen Schäden. Frankfurt u. Leipzig, Kroniger, 1699. (16:10 cm). 4 Bll., 182 S. Pp. d. Zt. mit Brokatpapierbezug; stärker berieben, leicht bestoßen, Farbe überwiegend verblichen, vorderes Innengelenk geplatzt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:313503E; Hayn-Got. III, 198: "Rar"; Graesse, BMP 42. - Erste Ausgabe. Gockel (Gockelius, Göckel) war seit 1675 Stadtphysicus in Ulm, auch Arzt des Herzogs von Württemberg. - Kaum gebräunt, vereinzelt gering fleckig, wenige Bll. mit kl. Randläsur, Titel mit Bugeinriss, hs. Initialen u. etwas durchschlagendem Stempel verso.
Weiterlesen...
Hexenprozesse
Laymann, Proceß gegen die Unholden
Occulta. - (Laymann, P.). Processus iuridicus contra sagas et veneficos. Das ist, Ein Rechtlicher Proceß gegen die Unholden unnd Zauberische Personen. Posterior et correctior editio. Aschaffenburg, Q. Botzer, 1629. 4to (20:16,5 cm). 86 S., 1 Bl. Hldr. d. 20. Jh. mit goldgepr. Rtit.; gering berieben.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:609951Y; Hayn-G. III, 213; vgl. de Backer-S. IV, 1589, 26 u. Graesse, BMP 33. - Früher Aschaffenburger Druck, sehr selten. Im selben Jahr auch in Köln erschienen. Laymann "gilt als einer der bedeutendsten Moraltheologen seiner Zeit, dessen Rat von vielen eingeholt wurde, so von Kaiser Ferdinand II., dessen Beichtvater er war" (NDB XIV, 6). Seine Autorschaft für vorliegendes Werk ist seit den Einwänden Bernhard Duhrs (vgl. Zeitschrift für katholische Theologie Jg. 23, 1899) umstritten, das VD17 führt ihn jedoch weiterhin als Verfasser. - Stellenweise stark gebräunt bzw. braunfleckig, Titel mit Blattweiserausriss, fliegendes Vorsatzbl. vorne mit kl. Randeinriss, S. 50 mit Stempel der Landesbibliothek Halle.
Weiterlesen...
On Ghosts and Vampires
(Mayer), Abhandlung der Gespenster
Occulta. - (Mayer, A. U.). Abhandlung des Daseyns der Gespenster, nebst einem Anhange vom Vampyrismus. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg 1768. 4to (24,5:19 cm). 174 S., 1 Bl. Zwischentitel, 23 S., 1 Bl. Broschur d. Zt.; mit Gebrauchsspuren im Rand, ohne Vorsätze.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Graesse, BMP 66 u. 87; Rosenthal, BMP 1894. - Erste Ausgabe. Abhandlung wider den Gespensterglauben, verfasst von dem im sog. "bayerischen Hexenkrieg" an der Seite Sterzingers gegen den Hexenwahn kämpfenden Andreas Ulrich Mayer, der in mehreren Sendschreiben unter dem Pseud. Blocksberger gegen den Augustiner-Eremiten Agnellus März hervorgetreten ist. Tl. 2 mit eigenem Titel: G. van Swieten. Vampyrismus, aus dem Französ. übers. - Unbeschnittenes Exemplar, durchgehend kl. Randläsuren. Etwas gebräunt u. leicht stockfleckig, stellenw. stärker.
Weiterlesen...
Praetorius, Ludicrum chiromanticum
Occulta. - Praetorius (Schulze), J. Ludicrum chiromanticum: seu Thesaurus chiromantiae, locupletissimus. 2 Tle. in 1 Bd. Jena (Tl. 1) u. Arnstadt (Tl. 2), Freyschmidt für Oehler in Leipzig, 1661. 4to (20:17,5 cm). Mit Kupfertitel, 1 gefalt. Holzschnitt-Tafel u. zahlreichen teils ganzs. Textholzschnitten. 1 Bl., 36 S., 4 (Widmung), 24 nn. Bll., 156 S., num Bll. 157-190, S. 215-1026, 1 Bl., 14 S., S. 301-340, 6 Bll. (Index). Hprgt. d. Zt.; bestoßen u. etwas angeschmutzt, Deckel mit wenigen Wurmlöchern u. kl. Schabstellen, Rücken mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - I. VD 17 1:063431P; Dünnhaupt 3153f., 8.I-II; Faber du Faur II, 745b; Sabattini 443; Dorbon 3772; Caillet 8950; Thorndike VIII, 490. - Erste Ausgabe. "Umfängliches und reich illustriertes Kompendium der Chiromantie" (D.). "Ouvrage de chiromancie excessivement rare" (C.). Tl. 2 unter dem Titel "Centrifons idolum Jani...". Tl. 1 u. 2 vorliegend offenbar ineinander verbunden, doch komplett mit der häufig fehlenden Widmung. Der emblematische Kupfertitel von J. B. Paravitinus stellt neben Handflächen- und Gesichtskennzeichen auch Hermes Trismegistus, Johannes de Indagine und Rudolf Goclenius dar. Die zahlreichen Holzschnitte illustrieren die Handlesekunst und die Stirnliniendeutung nach Planetenzuordnung (Metoposkopie). Die Falttafel mit magischem Alphabet. - Etwas gebräunt, stellenweise schwach stockfleckig, Kupfertitel u. wenige Bll. zu Beginn mit Wurmspur u. geringem Textverlust, vereinzelt mit kl. Tintenflecken oder Papierunreinheiten, selten mit Anmerkungen im Rand, einige Holzschnitte etwas knapp beschnitten, Kupfertitel verso mit durchscheinendem Deakzessionsstempel.
Weiterlesen...
Praetorius, Storchs und Schwalben
Occulta. - Praetorius (Schulze), J. Storchs und Schwalben Winter-Quartier, Das ist, eine ungemeine Vergnügung der curiosen Gemüther, durch einen vollständigen physicalischen Discurs, von obgedachten Sommer-Boten, wie auch andern unstet-lebenden Vögeln und Thieren. Frankfurt u. Leipzig, Weidmann, 1676. (16:10,5 cm). 20 Bll., 445 S., 7 Bll. Späterer Pp.; etwas berieben, bestoßen u. angestaubt, Rücken mit mod. Papieretikett, voderes freies Vorsatzbl. entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:304628N; Goed. III, 239; Dünnhaupt 3180, 54.1. - Erste Ausgabe. "Durch den unerwarteten, anhaltenden Erfolg der Disputation seines Schülers F. R. Bruno ermutigt, präsentiert Praetorius hier eine weit umfangreichere Kompilation verwandter Themen, hauptsächlich über Zugvögel, doch auch mit reichem Material zu Volkskunde und Aberglauben" (D.). - Gebräunt u. stellenw. leicht stockfleckig, S. 1f. mit Fleck mit geringem Textverlust, letzte Bll. mit minimaler Wurmspur im Fußsteg.
Weiterlesen...
Schott, Physica curiosa. 2 Bde.
Occulta. - Schott, C. Physica curiosa, sive mirabilia naturae et artis libris XII. comprehensa. Editio altera auctior. 2 Bde. Würzburg, J. Hertz für J. A. Endter in Nürnberg, 1662. 4to (21:17 cm). Mit gest. Titel, Wappenkupfer Titel verso u. 57 (3 gefalt.) Kupfertafeln. 27 Bll., 770 S.; 1 Bl., S. 771-1583, 12 Bll. Ldr. d. Zt. mit etwas Rvg.; beschabt u. bestoßen, Bd. 1 Vorderdeckel mit kl. Wurmspur, Rücken mit Papierschildchen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:010260L; Dünnhaupt 3817, 7.1; Nissen, ZBI 3746; Ferguson II, 340; Caillet 10005; vgl. DSB XII, 211. - Erste Ausgabe. "Ausführliche Abhandlung über die Wunder der animalischen Natur sowie der physikalischen Phänomene, in der Schott exakte naturwissenschaftliche Beobachtungen mit Erscheinungen der Fabelwelt wie Dämonen, Hexen, monströsen Tierungeheuern usw. in Einklang zu bringen sucht" (Dünnh.). Wie immer ohne die bei Nissen und Dünnhaupt erwähnten Tafeln A-C. - Insgesamt etwas gebräunt u. leicht fleckig, vereinzelte kl. Randläsuren, Tafeln häufig angeschnitten u. vereinzelt angerändert, Titel u. Kupfertitel sowie Tafeln verso mit Stempel.
First edition. 2 vols. With engr. title, coat of arms to title verso and 57 (3 folding) plates. - Somewhat browned, light spotting, occasional fraying, plates frequently cut to edge and occasionally remargined, stamp to title, engr. title and plates verso. Contemporary full-calf; worn.
Weiterlesen...
Praetorius, Wunder-Comet
Praetorius (Schulze), J. Bellerophon Vulnerandorum, das ist: Der neulichste und ungeheure Wunder-Comet, Welcher sich in diesem auffwachsenden 1665. Jahre ... an selbiger Gegend des Himmels auffgehalten hat. Leipzig, Kirchner, 1665. 4to (19:15 cm). Mit gest. Frontispiz. 1 Bl., 92 S. Geheftet.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:287923C; Brüning 1209; Dünnhaupt 3165, 24. - Einzige Ausgabe, selten. Eine der zahlreichen Publikationen der Jahre 1664/1665 zur Kometensichtung. Der Verfasser publizierte mehrere Schriften zum Thema. - Leicht gebräunt, Anfang u. Schluss etwas stärker betroffen, im oberen Außeneck mit Tinte foliiert, Frontispiz u. Titel gelockert, Frontispiz verso mit Papierschild.
Weiterlesen...
Mesmerismus
Untersuchung des Thierischen Magnetismus + Beibde.
Untersuchung des Thierischen Magnetismus. Aus dem Französischen. Leipzig, Haugs Witwe, 1787. (19:12 cm). 96 S. - Angebunden: (F. A.) Mesmer. Beschwerden... an das Parlament zu Paris, wider den Bericht der königlichen Kommissäre vom Thierischen Magnetismus. Aus dem Französischen von F. R. Wien, Holle, 1785. 19 S. - (J. G. Rosenmüller). Briefe über die Phänomene des thierischen Magnetismus und Somnambulismus. 2 Tle. Leipzig, Göschen, 1788. 84; 106 S. (o.d.l.w. Bl.). Hldr. d. Zt.; etwas beschabt, oberes Kapital mit Fehlstelle, Rücken unten mit mod. Papieretikett, Vordergelenk mit Einriss, hinterer Spiegel mit Buntstift-Eintrag.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Sammlung von 3 seltenen Schriften zu Mesmers kontroverser Behandlungsmethode. - I. Ackermann II, 291; nicht bei Rosenthal. - Zuerst 1784 in Paris erschienener kritischer Bericht einer franz. Untersuchungskommission. - II. Ackermann II, 291; nicht bei Rosenthal. - Mesmers Verteidigung gegen die erste Schrift. - III. Blake 388; nicht bei Rosenthal u. Ackermann. - Insgesamt leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig, Vorsätze sowie erste u. letzte Bll. leimschattig, 2 Bll. mit Stempel der ULB Sachsen-Anhalt, Titel verso mit Deakzessionsstempel.
Weiterlesen...
Die Neunte
Beethoven, 9. Sinfonie
Beethoven, L. van. Sinfonie mit Schluss-Chor über Schillers Ode: "An die Freude" für grosses Orchester, 1 Solo- und 4 Chorstimmen. 125tes Werk. Mainz u. Paris, B. Schotts Söhne, u. Antwerpen, A. Schott, (1826). 4to (33:26,5 cm). Lith. Titel, 1 Bl. Subskribentenverz., 226 gest. Notenseiten. Hldr. d. Zt. mit Rsch. u. Rvg., berieben u. bestoßen, Buchblock angebrochen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Erster Druck der ersten Ausgabe. Partitur eines der bedeutendsten und einflussreichsten Werke der abendländischen Musik. Mit dem gemeinsamen Subskribentenverzeichnis für die Missa solemnis, die Ouvertüre Op. 124 und die Neunte Symphonie, das nur vorbestellten Exemplaren beigegeben wurde. Ohne Metronomangaben. S. 191 ohne Plattennummer, S. 172 mit Plattennummer, bei zahlr. Seiten die Plattennr. 2321 (für die Stimmenausgabe) zur Plattenr. 2322 korrigiert. S. 207 beginnt mit "frech" statt "streng". - Stellenw. leicht stockfleckig; Titel mit Eintrag "G. T. Apel". Ohne das weiße Schlussblatt.
First edition, first issue of the Ninth Symphony, a landmark of western civilisation. - Some foxing here and there; name to titlle. Without the blank leaf at end. Contemporary half-calf, worn.
Weiterlesen...
Gegen Bevormundung der Frauen
Pamphilus Castimonius, Politische Hof-Mädgen
Castimonius, Pamphilus (pseud.) Das politische Hof-Mädgen, d. i. Allerhand neue, selzame und wunderliche Griffgen, welche von etlichen Frauen-Zimmern, sich in die Höhe zu bringen, ersonnen und practiciert worden. Bey müssigen Stunden ausgefertiget, und iezo allen Liebhabern zu sonderbahrer Belustigung an den Tag gegeben. "Freistadt an der Gehl" (Gotha?), 1686. 12mo (14:8,5 cm). Mit 1 Kupfertafel. 2 Bll., 231 S. Hlwd. um 1900, mit goldgepr. Rtit; leicht bestoßen, Vorderdeckel mit Bibl.-Etikett.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:316664V; Goed. III, 281. - Sehr seltenenes Werk, in dem sich der Autor gegen die Bevormundung von Töchtern durch ihre Eltern wendet. - Gleichmäßig gebräunt, kaum fleckig, Kopfsteg schief beschnitten; die Tafel außen mit geringem Bildverlust angeschnitten und angefalzt; S. 207-220 mit geringer Wurmspur im Fußsteg, Taf. verso u. 1 Bl. im Fußsteg mit blassem Stempel, veräußertes Exemplar aus dem Besitz der Eigentümer der Ermlitzer Bibliothek.
Weiterlesen...
Der Teutsche Merkur 1778 (Cook). 2 Bde.
Cook, J. - Forster, J. R. und G. Auszüge aus Hrn. D. Johann Reinhold Forsters ... Reise um die Welt, während den Jahren 1772-75. (In:) "Der Teutsche Merkur vom Jahr 1778". Hrsg. von M. C. Wieland, zus. 4 Teile in 2 Bdn. Bd. 2: 3. Vierteljahr, S. 59-75 und 144-164, sowie 4. Vierteljahr, S. 137-155. Wieland, Weimar, 1778. (18:12 cm). Mit 4 gestochenen Porträts. 1 Bl, 304 S.; 1 Bl., 296 S.; 288 S.; 286 S. Dekorative Pappbände der Zeit, mit je 2 goldgepr. Rückenschildern; leicht berieben und angestaubt, Rücken am Kopf gering bestoßen, mit kl. Bibl.-Etiketten.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Fiedler 42.5 u. 935. - Ankündigung der Publikation und Auszüge bzw. Vorabdrucke aus dem 1778-80 bei Haude und Spener (Berlin) erschienenen Bericht über die zweite Reise James Cooks. Verfasst und übersetzt von G. Forster. Besonders interessant im Hinblick auf die Publikationsgeschichte von Forsters Werk: Wieland kündigt in "Kunstsachen" (Bd. 1; 2. Vierteljahr, S 294-295) das Erscheinen der deutschen Ausgabe an und bietet an, diese auch mit den 37 Taf. zu veröffentlichen, sollten sich genug Geldgeber finden. Dies konnte wohl nur zu einem kleinen Teil realisiert werden. In "Kunstsachen" (Bd. 2; 4. Vierteljahr, S. 173-182) liefert Wieland eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Tafeln und wirbt nochmals für das Abonnement der Nachdrucke. - Etwas gebräunt und fleckig, stellenweise etwas stärker, Titel des ersten Teils verso u. S. 100 mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel.
Weiterlesen...
Dapper, Asia (Syrien und Palästina)
Dapper, O. Asia, oder genaue und gründliche Beschreibung des gantzen Syrien und Palestins, oder Gelobten Landes. 2 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Witwe J. van Meurs, 1681. Fol. (32,5:21,5 cm). Mit gest. Frontispiz, 8 (4 gefalt. u. 4 doppelblattgr.) Kupferkarten, 33 (statt 38, davon 19 doppelblattgr.) Kupfertafeln und 34 etwa halbseit. Textkupfern. 3 Bll., 220 S., 2 Bll.; 1 Bll., 456 S., 4 Bll. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel.; fleckig und angestaubt, leicht berieben, die Ecken leicht bestoßen, Bindebänder entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 3:606856T; Blackmer 449; Tiele 301 (Anm.); Tobler 212; vgl. Lipperheide Lc 3. - Erste deutsche Ausgabe. Die aus der holländ. Originalausgabe von 1677 übernommenen Kupfer mit Ansichten von Damaskus, Jaffa und Tripolis, ferner heilige Stätten, Trachten, Altertümer etc. Vorsatz mit hs. Namenszug des sächsischen Juristen, Historikers u. Bibliographen, Benjamin Gottfried Weinart (1751-1813). - Wenig gebräunt u. leicht fleckig, vereinzelt etwas fingerfleckig; Front. mit Besitzvermerk von 1753 im Rand, Titel erster Teil mit hinterl. Ausschnitt versehen mit Bibl.-Nr. u. verso mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel, S. 55-68 u. 1 Taf. mit kl. Wurmspur im Kopfsteg, eine Tafel mit kl. Randeinriss und ergänzter Außenecke; Palästina-Karte stärker gebräunt, im Rand fleckig, mit Einriss und kl. Hinterlegung. Fehlen die Taf. "Jerusalem im Grundrisse", "Alt Jerusalem in die Länge", "Die Stadt Jerusalem", "Ebener Tempelgrund Salomonis", "Altäre und anderer Zierath des Tempels Salomonis".
Weiterlesen...
Menestrier, Philosophia imaginum
Emblemata. - Menestrier, C. F. Philosophia imaginum id est sylloge symbolorum amplissima ... E lingua Gallica in latinam translata. Amsterdam u. Danzig, Janssonius van Waesberge, 1695. (17:12 cm). Mit Kupfertitel u. 78 emblematischen Textkupfern. 7 Bll., 847 S. Etwas späterer Pp. mit hs. Rsch.; minimal berieben, Rücken unten mit mod. Papieretikett.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:282306H; Praz 423; Landwehr 515 Anm.; De Backer-S. V, 924, 84. - Erste lateinische Ausgabe. Das Werk war zuerst 1682 unter dem Titel "La philosophie des images" in Paris erschienen. - Sehr sauberes Exemplar. Vereinzelt gering fleckig.
Weiterlesen...
Friederici, Cryptographia oder geheime Correspondentz
Friederici, J. B. Cryptographia oder geheime schrifft- münd- und würckliche Correspondentz, welche lehrmäßig vorstellet eine hoch-schätzbare Kunst verborgene Schrifften zu machen und auffzulösen. Hamburg, G. Rebelein für den Autor, 1684. 4to (19,5:17 cm). Mit Kupfertitel, 5 Kupfertafeln u. zahlr. teils gest. Tabellen, Diagrammen u. Noten im Text. 3 (statt 5) Bll., 280 S. Etwas späterer Umschlag mit 2 hs. Rsch. über Hprgt. d. Zt.; Umschlag mit Gebrauchsspuren, vorderes freies Vorsatzbl. entfernt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 39:138987H oder 14:757422U (unterschiedl. Widmung); Jantz 1045; vgl. Wheeler I, 198 u. Rosenthal 6042 (2. Ausg.). - Seltene erste Ausgabe. S. 226f. mit mehrfarbig gedruckten Untersteichungen. - Etwas gebräunt, stellenw. etwas fleckig, Kupfertitel u. letztes Bl. mit alt repariertem Ausriss im Bundsteg, 1 Tafel mit Einriss bis knapp ins Bild. Wie meist ohne die 2 Widmungsbll.
Weiterlesen...
Füchsel, Erd- u. Menschengeschichte
Füchsel, G. C. Entwurf zu der ältesten Erd- und Menschengeschichte, nebst einem Versuch, den Ursprung der Sprache zu finden. Frankfurt u. Leipzig (d.i. Weimar) 1773. (17,5:11 cm). 3 Bll., 273 S. Pp. d. Zt. mit Rsch.; gering beschabt, hinterer Spiegel mit Buntstift-Nr.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Erste Ausgabe, Moses Mendelssohn gewidmet. Enthält Überlegungen zur Entstehung von Sprache, Gebirgsbildung, Fortpflanzung von Tieren u. Pflanzen u.a. - Kaum gebräunt, stellenw. mit kl. Wasserfleck im Rand, vereinzelt etwas braun- oder stockfleckig, Titel mit Initiale in Tinte u. verso mit Deakzessionsstempel ULB Sachsen-Anhalt.
Weiterlesen...
Konvolut Kataloge. 1755-1882. 7 Bde.
Kataloge. - Konvolut von 5 Versteigerungskatalogen u. einem Bibliothekskatalog in 7 Bdn. Leipzig (6) u. Frankfurt, Löper (5) u.a., 1755-1882. 8vo-Formate. Einbände d. Zt. (6) u. mod. Hlwd. unter Verwendung alten Materials; mit leichten Gebrauchsspuren, 4 Rücken mit mod. Papieretikett.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Enthält: 1. (F. O. Mencke). Catalogus Bibliothecae Menkenianae. Pars prima. Pars tertia. 2 Tle. in 2 Bdn. Leipzig 1755(-1757). Mit gest. Porträt. - 2. Catalogus librorum J. A. Ernesti. Leipzig (1782). - 3. Verzeichniß der Büchersammlung deß ... F. v. Blankenburg. Leipzig 1798. - 4. Verzeichniß der Büchersammlung des sel. J. G. Hofmanns. Leipzig (1798). - 5. Verzeichniß der von C. F. Hindenburg ... hinterlassenen, vorzügl. mathematischen u. pysikalischen Bibliothek. Leipzig 1809. - 6. G. Völcker. Register Wendelin v. Maltzahn's Deutschem Bücherschatz. Frankfurt 1882. - Insgesamt gering gebräunt, stellenw. etwas stock- oder braunfleckig, Titel verso teils mit Stemperl ULB Halle u. Deakzessionsstempel, vereinzelt alte hs. Anmerkungen. - Zusammen 7 Bde. oRR./Waf.
Weiterlesen...
Meyer/Böttiger, Raub der Cassandra
Meyer, H. & C. A. Böttiger. Über den Raub der Cassandra auf einem alten Gefässe von gebrannter Erde. Zwey Abhandlungen. Weimar, Industrie-Comtoir, 1794. 4to (30:22,5 cm). Mit 3 Tafeln in rotbrauner u. schwarzer Aquatinta. 90 S. Brosch.; Deckel lose, Vorderseite mit Papierschild.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 18 11040106. - Erste Ausgabe. Heinrich Meyer war ein bekannter Schweizer Maler, Kunstschriftsteller und enger Freund Goethes. "M. wurde unter der Leitung seines Meisters bald ein gewiegter Schriftsteller, eine große Anzahl der kritischen Artikel, und nicht die unbedeutendsten, sowohl in den 'Horen' als in den 'Propyläen'... und in Böttiger's 'Amalthea' rühren von ihm her. Mit Karl Böttiger zusammen gab er sogar 1794 eine eigene Schrift heraus 'über den Raub der Cassandra auf einem alten Gefäße.'" (ADB XXI, 592). - In den Rändern stockfleckig u. teilweise wasserwellig oder mit Knickspuren, einige kl. Randläsuren, Titel etwas gebräunt, durchgehend mit Feuchtigkeitsfleck im unteren Bundsteg.
Weiterlesen...
Moritz, Anton Reiser. 2 Bde.
Moritz, K. P. Anton Reiser. Ein psychologischer Roman. 4 in 2 Bdn. Berlin, F. Maurer, 1785-1790. (15:10 cm). Mit 4 gest. Titelvignetten. Lwd. d. 19. Jhdts. mit Rtit. u. etwas Rvg.; Ecken gering bestoßen, Rücken mit Papierschildchen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 18 90267206; Goed. V, 490, 6; Borst 510. - Erste Ausgabe. Das Werk "analysiert M.s eigene Kindheit und Jugend in ihrer psychischen Kausalität" (NDB XVIII, 150). "Heute gilt der Text als ein für das 18. Jh. einzigartiges autobiographisches Dokument, schon H. Heine rühmte es ... als 'eins der wichtigsten Denkmäler jener Zeit', und für A(rno) Schmidt handelt es sich um die 'grandioseste, nicht nur der deutschen, sondern aller Selbstbiographien' " (KNLL, XI, 991). Vorliegend in der Druckvariante mit Paginierungsfehler auf S. 188 von Bd. 1. u. Kustode "Endlich" am Ende der Vorstücke. Kollation: 2 Bll., 88 (recte 188) S.; 2 Bll., 187 S.; 2 Bll., 244.; VIII, 198 S., 1 w. Bl. - Leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig, Bd. 3 u. 4 stellenweise mit Feuchtigkeitsfleck im oberen Außeneck oder Kopfsteg, die Titel zu Bd. 1 u. 2 mit Blindstempel.
Weiterlesen...
Mozart, Grand concert pur le clavecin (KV 414)
Mozart, W. A. Grand concert pour le clavecin ou fort-piano avec l'accompagnement des deux violins, alto, et basse, deux hautbois et deux cors. Oeuvre IV. Livre (hs.:) 1. Wien, Artaria, (1785). Qu.-fol. (23,5:34 cm). Mit gest. Titel. Mod. schlichter Hlwd., Vorderdeckel mit Signaturschildchen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Erste Ausgabe von Mozarts 12. Klavierkonzert in A-Dur (KV 414). Plattennr. 41. Kollation: "Cembalo" 25 S. (S. 1 = Titel; S. 2-3 weiß), "Violino primo" (S. 2-8; S. 1-2 weiß), "Violino secondo" (8 S.; S. 1-3 weiß), "Viola" (8 S.; S. 1-3 weiß), "Basso" (8 S., S. 1-3 weiß), 1 w. Bl., "Oboe primo" (3 S.; S. 1 weiß), "Oboe secondo" (3 S.; S. 1 weiß); "Corno primo" (3 S.; S. 1 weiß); "Corno secondo" (S. 2-3). Verschiedene Wasserzeichen: "SOT IMPERIAL" 3 Halbmonde, 3 Sterne und "V T". - Stellenw. im weißen Unterrand mit bräunendem Wasserfleck; S. 23/24 mit kleinem Randeinriss. Gest. Titel verso mit Bibliotheks- u. Deakzessionsstempel. - Angebunden: Ders. Grand concert pour le clavecin (etc.). Oeuvre IV. Livre (hs.:) 2. Ebda. (1785). - Das Klavierkonzert in F-Dur (KV 413). Hier fehlt der "Basso"-Teil. "Corno secondo" nach (I) verbunden. Gest. Titel mit Bibliotheksstempel.
First edition of the Piano Concerto in A (K. 414). - Brownish waterstain to lower margins in places, small marginal tear to 1 leaf. Library stamp and deaccession stamp to verso of engraved title. - Bound with the first edition of the Piano Concerto in F (K. 413), lacking the Basso part. Recent half-cloth.
Weiterlesen...
Palladio, Baumeisterin Pallas
Palladio, A. Die Baumeisterin Pallas, oder der in Teutschland erstandene Palladius, das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii zwey Bücher von der Bau-Kunst. Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet durch G. A. Böckler. Nürnberg, Endter Söhne, 1698. Fol. (34:22 cm). Mit gest. Front. nach Sandrart u. 88 Kupfertafeln. 15 Bll., 106 S., 2 Bll. Etwas späterer Pp.; bestoßen u. berieben; Rücken mit Papier überzogen u. mit späteren Papieretiketten, Außengelenke mit Einriss, vorderes Vorsatzbl. mit alten franz. Notizen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - VD 17 23:296769N; Fowler 222; Ornamentstichkat. Bln. 2598; HAB, Architekt u. Ingenieur 39 ff. - Erste deutsche Ausgabe von Buch 1 u. 2 der 'Quattro libri dell’architettura'. "Offensichtlich war die Übetragung des dritten und vierten Buches nicht geplant. Es sind die 'Additionibus und Notis' Böcklers, die er jedem Abschnitt nach der Wendung 'Bis hieher Palladius' folgen läßt, die ihn als gelehrten Theoretiker ausweisen" (A. Beyer in HAB). Mit schönen, eng an die Holzschnitte der Ausgabe Venedig 1570 angelehnten Tafeln, darunter zahlreiche Abbildungen palladianischer Villen der Toskana, sowie 10 neu hinzugefügte nach Portalen aus Le Muet. - Kaum gebräunt, vereinzelt gering fleckig, Titel verso mit Deakzessionsstempel ULB Sachsen-Anhalt, 2 (1 hinterlegt) kl. Ausrisse ohne Bild- u. Textberührung.
First German edition of the books 1 and 2 of "I quattro libri dell’architettura". - Minimal browning, occasional minor staining, deaccession stamp to title-page verso, small tear-out to 2 leaves, 1 filled-in. Bound in slightly later boards; bumped and rubbed, spine covered with paper, later paper labels, tear to outer joints, ms. notes in French to fly-leaves.
Weiterlesen...
Schiller, Wilhelm Tell
Schiller, F. Wilhelm Tell. Schauspiel. Zum Neujahrsgeschenk auf 1805. Tübingen, Cotta, 1804. 12mo (16:10,5 cm). Mit 3 kol. Kupfertafeln. 2 Bll., 241 S., 1 Bl. Roter Pp. d. Zt. mit goldgepr. Rtit., Deckelfilete u. etwas Rvg.; gering bestoßen u. fleckig, Rücken etwas ausgeblichen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Goed. V, 230, 12; Troemel-M. 253; Fischer, Cotta 457. - Erste Ausgabe, vermutlich frühester Druck, da die S. 171 die später korrigierte Fehlpaginierung "711" aufweist. Exemplar mit der reichsten Ausstattung - 3 kolorierte Kupfertafeln von G. M. Kraus - und mit dem meist fehlenden Anzeigenblatt. - Kaum gebräunt, Vorstücke sowie wenige Bll. gering stockfleckig, die Tafeln u. deren benachbarte Bll. etwas gebräunt.
First edition, issue with the richest illustration - 3 colored copperplate engravings by G. M. Kraus - and with the advertisement sheet, which is usually lacking. Probably the earliest printing, with mispagination on p. 171. - Little browning, prelims and a few leaves slightly foxed, the plates and adjacent leaves slightly browned. Contemporary boards, gilt title to spine, gilt fillets to spine and covers; minor bumping and spotting, spine slightly faded.
Weiterlesen...
Weise, Ertz-Narren + Voigt, Zeit-Vertreiber
(Weise, C.; pseud.:) Catharinus Civilis. Die drey ärgsten Ertz-Narren in der gantzen Welt. Leipzig, J. Fritzsch, 1672. 12mo (13:8,5 cm). Mit Kupfertitel. 478 S. (inkl. Kupfertitel). - Angebunden: G. Voigt. Physicalischer Zeit-Vertreiber, darinne Zwey-Hundert Auserlesene, Lustige, Anmuthige Fragen Aus dem Buch der Natur beantwortet... werden... nebst einem Dreyfachen vollständigen Register. Güstrow, Scheippel für Wilde in Rostock, 1670. 12mo. 13 Bll., 508 S., 27 Bll. Prgt. d. Zt. mit Rtit.; etwas angestaubt, wenige kl. Wurmlöcher.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - I. VD 17 3:300981X; Hayn-G. IX, 620; nicht bei Dünnhaupt. - Der seltenste von drei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe. Mit Verlagsangabe auf dem Kupfertitel. "Für Existenz eines ohne Standortnachweis bei Hayn/Gotendorf IX, 620 angegebenen weiteren Drucks von 1672 mit abweichender Kollation (478 S.) liegen mir keine Belege vor" (Dünnhaupt 4190, 23.2). Im VD 17 ist das vorliegende Exemplar als Unikum gelistet. - Etwas gebräunt, bis S. 275 mit einzelnem Wurmlöchlein im Satzspiegel u. geringem Buchstabenverlust, Vorstücke mit kl. Wasserfleck im Kopfsteg, Titel u. Kupfertitel verso mit Stempel der LB Halle (Titel verso: Ausgeschieden). - II. VD 17 3:300983N. - Erste Ausgabe, sehr selten. Umfangreiche Sammlung von alltäglichen Fragen wie "Wobey kann man es merken, wenn es regnen wird?" oder "Warum schäumet das Bier?" und Kuriosem, wie "Woher kommen die Irrwische?" oder "Sind die Einhörner in der Sindfluht alle ersoffen?" - Etwas gebräunt, teilweise oben knapp oder ungerade beschnitten, selten mit geringer Buchstabenberührung in der Kopfzeile, vereinzelt kleinere Randläsuren.
Weiterlesen...
Dekorativ gebundenes Monumentalwerk
Zedler, Universal-Lexikon. 67 Bde.
Zedler, J. H. Grosses vollständiges Universal Lexikon aller Wissenschaften und Künste, welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden. 63 (statt 64) Bde. u. 4 Supplementbde. in zusammen 67 Bdn. Halle u. Leipzig, Zedler, 1732-54. Fol. Mit 63 (statt 64) gest. Porträts, 7 (6 gefalt.) Kupfertafeln, einigen Textkupfern u. (tls. gefalt. oder doppelblattgr.) Tabellen sowie mehreren (meist wdh.) gest. Vign. Uniforme Kalbldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Stehkanten- u. Rückenvergoldung; Deckel überwiegend etwas berieben u. mit geringen Kratzspuren, wenige mit kl. u. oberflächlichen Wurmspuren oder vereinzelten Wurmlöchlein, teilweise mit kl. Farbspritzern am Rücken, sehr wenige an Kopf oder Fuß etwas abgestoßen oder mit kleiner Fehlstelle, Bd. 59 Rückdeckel aufgebogen.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - PMM 191; Zischka 3; Collison 104 f.; Lenz 123 ff. - Das monumentale Universallexikon mit etwa 750.000 Artikeln und Verweisen, nach seinem Verleger kurz "Zedler" genannt. Gilt neben der spanischen "Espasa" als bisher größtes Lexikon des Abendlandes. "It is one of the largest encyclopaedias ever completed, and also one of the best" (Collison). "Wie wichtig 'der Zedler' noch heute als Quelle vor allem für Biographien längst vergessener oder weniger bekannter Persönlichkeiten ist, geht nicht zuletzt daraus hervor, daß dieses Monumentalwerk der Lexikographie 230 Jahre nach seinem Erscheinen noch einen unveränderten fotomechanischen Nachdruck aller 68 Bände erfuhr" (Lenz). Die Supplemente wurden nicht abgeschlossen und endeten 1754 wie vorliegend mit Bd. 4 (A - Caq). - Überwiegend gering gebräunt u. fleckig, nur wenige Bde. bzw. einzelne Lagen etwas stärker betroffen, die Schmutztitel häufig knapp beschnitten, vereinzelt mit etwas Berührung angeschnitten, Titelbll. seltener knapp beschnitten, einige Bde. leicht gewellt, zwei Ahnenentafeln mit kl. Einriss im Falz, vereinzelte Randläsuren oder kleinere Randeinrisse, noch seltener mit kl. Ergänzung, in Bd. 35 ein Doppelbl. der Widmung lose u. im Rand gebräunt. Es fehlt Band 58. Text nicht kollationiert. oRR/Waf.
Weiterlesen...
Ferdinand III., Adelsdiplom für Raitz v. Frentz. Beilagen
Adelsdiplom. - Raitz v. Frentz. - Ferdinand III., Kaiser. Adelsdiplom (Erhebung in den Reichsfreiherrenstand) für Winand Hieronymus Raitz v. Frentz zu Schlenderhan. Deutsche Urkunde auf Pergament. Wien, 15. Juli 1650. 4to. Blattgr. ca. 31:26 cm, Schriftspiegel ca. 17,5:14,5 cm. Mit brauner Tinte in Kanzleischrift geschrieben, Titulatur (Bl. 1r) sowie einige Zeilen kalligraphiert. Mit Wappenmalerei (18:15,7 cm) in Goldbronze u. Farben. 8 Bll. Am Schluss eigenh. Signatur von Ferdinand III. u. Beglaubigungen. Ohne Siegel u. Einband. - Dazu: Adelsdiplom (Erhebung in den Reichsfreiherrenstand) für den Reitergeneral Johann v. Werth. Deutsche Urkunde auf Pergament. (Amtliche Abschrift). Wien, 27. Mai 1763 (Austellung der Originalurkunde 4. April 1635). 4to. Blattgr. 33,5:25,5 cm, Schriftspiegel ca, 21:16 cm. Mit brauner Tinte in Kanzleischrift geschrieben, Titulatur (Bl. 1r) sowie einige Zeilen kalligraphiert. Mit Wappenmalerei in Goldbronze u. Farben (16,5:15,7 cm). 12 Bll. Am Schluss mit Beglaubigung sowie 1 großen u. 1 kleinen papiergedeckten Siegel. Samtband d. Zt., Spiegel mit Wurmspuren, nur 1 Schließband erhalten.
I. Originalurkunde. Die prächtige Wappenmalerei zeigt das Wappen vor einem Hintergrund, der oben den Kaiser mit den Kurfürsten zeigt und unten Schlachtszenen während der Belagerung von Prag 1648, während der sich Winand Raitz v. Frentz ausgezeichnet hatte. Beglaubigt durch den Reichsvizekanzler Ferdinand Graf Kurtz und Wilhelm Schröder. Das kurkölnische Uradelsgeschlecht Raitz v. Frentz blüht heute noch. - Stellenw. etwas fleckig.- II. Johann ("Jan") von Werth (1591-1652) war einer der berühmtesten Heerführer des Dreißigjährigen Krieges. Seine Tochter Lambertina war mit Winand Raitz von Frentz verheiratet. Beide Urkunden abgedruckt in "Historisch-genealogische Nachrichten über die Reichsfreiherrliche Familie Raitz von Frentz zu Schlenderhan". Ebda. 1857, dieses liegt bei (Or.-Brosch., Rückdeckel lose). Ebenfalls u.a. beiliegend eine Quittung über 33 Gulden, 20 Kreuzer für die Urkundenabschrift (pro copia vidimata), datiert 18. Mai (1763), sowie eine gedruckte Einladung von 1801 der Reichsritterschaft des Mittelrheinischen Reichskreises, adressiert an Franz Arnold Raitz v. Frentz, außerdem eine Federzeichnung (Blattgr. 31:26 cm) mit einem Reiterporträt des Johann von Werth, wohl aus dem späten 19. Jh.
Weiterlesen...
Mit Einträgen von Knigge und Bürger
Album amicorum des B. A. Düesburg
Album amicorum. - Göttingen. - Stammbuch des Studenten Bernhard Anton Düesberg. Göttingen 1771/1772. Qu.-8vo. (12,5:20 cm). 267 unregelmägig paginierte S. (mit Lücken), 4 Bll. Register. Ldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Deckelbordüre u. Goldschnitt, etwas berieben.
Interessantes Stammbuch des 1749 in Münster geborenen Bernhard Anton Düesberg (auch Duesberg; später Oberpostmeister); zahlreiche Einträge mit kommentierenden späteren Zusätzen (z. B. "Heller Kopf, lebte wüst, für mich sehr freundschaftlich"). Enthält 63 Einträge, ganz überwiegend von Kommilitonen, in deutscher, englischer, französischer und lateinischer Sprache. Als Professoren haben sich der bedeutende Staatsrechtler Johann Stephan Pütter (1725-1807) eingetragen ("Deo et reipublicae"; 1. März 1772) sowie die Juristen Georg Ludwig Böhmer (1715-1797) und Christian Friedrich Georg Meister (1718-1782). Unter den Kommilitonen ragen hervor Gottfried August Bürger und Adolph Freiherr Knigge (1752-1796), der sich als 19jähriger am 6. 12. 1771 mit einem (fingierten?) deutschen Zitat aus Tristram Shandy einträgt: "Die Vernunft ist zur Hälfte Gefühl; und das Maaß des Himmels selbst ist nur das Maaß unsers Appetitis und unserer Verdauung. Dies schrieb zum Andenken an Deinen treuen Freund A. F. F. L. Frey-Herr von Knigge", unter Beifügung seines Titels als hessischer Kammerassessor und Hofjunker. Mit zwei Zusätzen Düesbergs: der eine mit einem Verweis auf Knigges 'Über den Umgang mit Menschen', der andere: "Manche Streiche leiteten wir 3. ein." Knigge-Autographen sind sehr selten im Handel. Der Dichter Gottfried August Bürger (1747-1794) schrieb sich am 1. 3. 1772 ein mit dem Spruch "Es giebt keine grausamere Krankheit, als wenn man mit seinem Schicksale nicht zufrieden ist". Unter den Einträgern auch E. F. H. Falcke (1751-1809), später Bürgermeister von Hannover, mehrere englische Studenten, zwei Schweden sowie der russische Student Pjotr Rosanow aus Moskau, der mit drei weiteren russischen Studenten nach Göttingen geschickt worden war und später an einer geistlichen Akademie Französisch, Deutsch und Mathematik lehrte (Zusatz: "war mir sehr ergeben"). Unter den englischen Studenten auch die Brüder James und Charles Adams, Henry Perryn Browne sowie George Hanger, 4th Baron Coleraine (1751-1824). Diese englischen Studenten wurden von Georg Christoph Lichtenberg betreut und erscheinen mehrfach in seinen Briefen, Hanger zuletzt 1775, als Lichtenberg ihn als Wache bei einer Theateraufführung gesehen hatte: "Er kauete diesesmal nicht an seinem Zopf, wie ehemals auf der Weender Straße". Düesberg bedachte die englischen Studenten mit teils ausführlichen nachträglichen Kommentaren. - Obwohl zahlreiche Blätter entfernt wurden entspricht die Zahl der Einträge denen im alt angelegten Register.
Weiterlesen...
Album amicorum des L. F. Merz / 2 Bde.
Album amicorum. - Jena. - Memoriae fautorum ac amicorum aestumatissimorum album hocce d. d. d. Ludowic. Frideric. Mertz Rotenb. Franc. MDCCLXII. Stammbuch. Meist Jena, 1762/1763. Qu.-8vo (9,5:14 cm). Mit lavierter Federzeichnung (Titel), 2 Gouachen u. 1 Federzeichnung. 83 Bll. (davon 29 Bll. weiß). Ldr. d. Zt. mit Rvg., Deckelvergold. oxydiert, Rücken lädiert u. geklebt.
Eingetragen haben sich ganz überwiegend Kommilitonen, meist in deutscher Sprache. Der Theologiestudent Schöner aus dem Öttingenschen schrieb: "Ja! Saal-Athen / Ist wirklich schön / So lang man Thaler führt / Sind aber auch die Thaler fort / So ist das Saal-Athen ein Ort / Wo man crepiert". Eine der Gouachen mit allegorischer Darstellung der Freundschaft, die andere zeigt offenbar einen Studententumult. Ludwig Friedrich Merz (1739-1820) war später Pastor in Leuzenbronn (heute Rothenburg). - Meist etwas fleckig, vereinzelt stärker; die Gouache mit dem Studententumult fleckig, die andere mit leichten Kratzern. Wohl 1 Bl. entfernt. - Dazu: Erinnerungen der Freundschaft für S. C. M. Merzin. Meist Rothenburg ob der Tauber, 1812-1821. Qu.-8vo. Mit 1 kol. Kupferstich u. 2 montierten Stickereien. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. u. goldgepr. Deckelbordüre. - Album amicorum einer Verwandten von Ludwig Friedrich Merz, der sich am 4. Sept. 1820, in seinem 82. Lebenjahr, "da er kaum mehr sehen und schreiben kon(n)te" auch selber eintrug. Außerdem Einträge von Feunden und anderen Verwandten Merz, z. T. auch Theologen. - Vereinzelt etwas fleckig. - Zusammen 2 Bde.
Weiterlesen...
Konvolut Stammbücher
Album amicorum. - Konvolut von 7 Stammbuchkassetten u. 2 Stammbüchern. Ca. 1812-1875. Verschiedene Formate (ca. 6:10 bis 11,5:19 cm). Mit einigen Illustrationen. Ldr., Hldr. u. Pp., einige mit Gebrauchsspuren.
Unter den mehrfach vorkommenden Orten Horneburg, Nürnberg, Paris und Trebbin. Bei einem hübschen Einlegealbum mt den Initialen PB mit deutschen u. französischen Einträgen aus Paris, Wien u. Brüssel ab 1812 handelt es sich vermutlich um das der späteren Malerin Pauline Wellenheim, geb. Freiin von Barbier (1801-1882). Aus dem schön in Leder gebundenen Stammbuch Corleis aus Horneburg (1819ff) sind Blätter entfernt. Auch ein weiteres Album (lose in Decke eingelegt) mit zahlreichen Einträgen aus Horneburg. - Dazu gedruckte Beilagen: Nachdruck des Musenalmanachs von 1797 (Leipzig, Insel, 1907). - Nachdruck des Silhouettenbuchs von Adele Schopenhauer (Leipzig, Kiepenheuer, 1913). - Biedermeier-Ziehbild.- 3 Taufbriefe mit Umschl. - Zusammen 11 Bde. oRR./Waf.
Weiterlesen...
Alchemie. Sammelhandschrift 18. Jh.
Alchemie. - Sammelhandschrift mit alchemistischen Texten sowie mit Rezepten verschiedener Art. Deutsche Handschrift auf Papier. 1. Hälfte d. 18. Jh. Blattgr. 31,5:19,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Deutsche Kursiven, von verschiedenen Händen mit braunen u. braunschwarzen Tinten geschrieben. Mit einigen kleinen Tintenzeichnungen. Num. Bll. 8-167 u. (2)-156 (mit Lücken), davon ca. 130 Bll. weiß. Blindgepr. Ldr. d. Zt., defekt, ohne Rücken.
Interessante Sammelhandschrift, die zunächst alchemistische Texte enthält, teilweise als Auszüge aus gedruckten Büchern (so lässt sich Ruscellis "Kunstbuch" vom Ende des 16. Jahrhunderts identifizieren), teilweise aber offensichtlich nach Handschriften, so zu Beginn Texte von Paracelsus' angeblichem Lehrer Salomon Trismosin, die vermutlich nicht auf den Drucken des "Aureus vellus" von 1598 oder 1708 beruhen. Enthält außerdem zahlreiche Rezepte, auch für z. B. für Marmeladen ("Marmelade aus Cytronen und Oranien" etc.). Ein Teil der Handschrift ist von Johann Wilhelm Joseph Schellart v. Obbendorf zu Gürzenich (1694-1741), der sich an mehreren Stellen nennt, so mit einem 1730 datierten Besitzvermerk auf dem letzten Bl. verso, oder Bl. 164 (1. Fol.) verso "Welches Von mir ist mundirt und abgeschrieben worden" (folgt sein Name). Von seiner Hand auch eine Reihe von Rezepten, besonders für verschiedene Lacke ("vernis"). Die erste Foliierung in alter Tinte bis Bl. 89, danach in Rötel; die zweite Foliierung ebenfalls zunachst in Tinte (Bl. 1 = Bl. 167 der ersten Foliierung) , ab Bl. 51 ebenfalls in Rötel. - Meist etwas stockfleckig; wenige Bll. lose u. mit Randläsuren. Die zweite Foliierung ohne die Bll. 24-27, 31, 35, 42 u. 43.
Weiterlesen...
Als angemeldeter Benutzer können Sie Gebote abgeben, Ihr Profil speichern und Ihre Gebotshistorie einsehen.