Vorschau • Nächste Reiss & Sohn Auktionen 27.-29. Oktober 2026
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The Latin Atlas Maior, the First of the Large Atlases to be Published
Blaeu, Atlas maior. 11 Bde.
Blaeu, J. Atlas maior, sive cosmographia Blaviana, qua solum, salum, coelum, accuratissime describuntur. 11 Bde. Amsterdam, J. Blaeu, 1662. Gr.-fol. (53,5:34 cm). Mit 10 altkol. u. goldgehöhten gest. Titeln (7 davon mit Drucktitel auf montiertem Titelschild), 11 altkol. Holzschn.-Druckerm. auf den Titelbll., 594 meist doppelblattgr. (einige auch eingefaltet u. einige kleiner bzw. im Text) altkol. Kupferstich-Karten u. -Tafeln sowie einigen teils altkol. Textkupfern u. Textholzschnitten. Einheitliche Or.-Prgt. mit reicher ornamentaler Vergoldung, spanischen Kanten u. Goldschnitt; leicht berieben, freie Vorsätze meist etwas geknittert, ohne die Bänder.
Koeman II, 2:601; Shirley, T.BLA-1o. - Erste Ausgabe des 'Großen Blaeu', "the greatest and finest atlas ever published" (De la Fontaine Vewey, zitiert nach Koeman). Zugleich die größte und teuerste Buchproduktion des 17. Jahrhunderts. Der gedruckte Gesamttitel und alle gedruckten Bandtitel mit Datierung 1662, letztere jeweils mit großer altkol. Druckermarke. Attraktives Exemplar - der Karten- und Tafelbestand entspricht exakt den Angaben bei Koeman - in schönem Altkolorit. Enthalten sind u.a. eine Weltkarte, 4 dekorative Randleistenkarten der Kontinente, 15 Tycho Brahe gewidmete Tafeln, die sein Observatorium auf der Insel Hven und seine astronomischen Instrumente zeigen, sowie 7 Tafeln mit Ansichten und Plänen des Escorial. - Insgesamt leicht gebräunt, teilw. leicht fleckig bzw. stock- oder braunfl. (teils durch Druckabklatsch), streckenw. stärker, vereinzelt u. meist kl. Bug- oder Randläsuren. Drucktitel meist etwas knitterfaltig, auch einige Karten u. Textbll. mit Quetsch- od. Knitterfalten. Ganz vereinzelt etwas knapprandig oder Einfassung geringfügig angeschnitten. Arktis- u. Europateil in Bd. 1, Afrikateil in Bd. 9 u. Bd. 11 Amerika ohne die bei Koeman angegebenen gest. Titel, die wohl nicht allen Exemplaren beigebunden waren; für die Bde. 2-3 und den Schweizteil in Bd. 5 gibt Koeman keine gest. Titel an. Provenienz: Aus langjährigem deutschem Privatbesitz über 2 Generationen.
Kollation und Zustand im Einzelnen:
Bd. 1: Welt, Europa, Arktis, Norwegen und Dänemark sowie Schleswig (Final edition C mit den Schleswig-Ktn. nach dem Dänemarkteil, diese sind mit den neuen Sign. a-x, neuer Pag. u. den die deutschen ersetzenden lateinischen Titeln versehen). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Gesamttitel, 61 (44 doppelblattgr., davon 3 eingefalt.) altkol. gest. Karten bzw. Tafeln u. Darstellungen im Text, 3 altkol. Textkupfern u. einigen meist altkol. Textholzschnitten. 16 Bll., V S., 2 Bll., 49 S. u. 2 nn. zwischengeb. Bll.; 2 Bll., VI S., 2 Bll., 14 S.; 2 Bll., 105 S.; 2 Bll., 206 (recte 46) S., 1 Bl. Index. - Enthält zu Beginn die für den Atlas maior neu entstandene, schön kolorierte u. goldgehöhte Weltkarte in zwei Hemisphären mit Kalifornien als Insel: "As with all productions by the firm of Blaeu, the engraving and layout and elegance of decoration are all of the highest standard" (Shirley 428 u. Corr.), ferner die schöne Randleistenkarte von Europa. Die Karten von Schleswig sind aus Danckwerths "Newer Landesbeschreibung" von 1652 übernommen. Bemerkenswert auch die 15 Tycho Brahe gewidmeten Tafeln, die auf den Abbildungen in Tycho Brahes „Astronomiae Instaratiae Mechanicae“ von 1598 basieren und in keiner anderen Veröffentlichung zu finden sind. - Gedruckter Gesamttitel mit 1 Löchlein (ohne Textverlust), gest. Gesamttitel rechts leicht angeschnitten, Weltkte. mit Knitterfalte neben dem Bug u. mit kl. Randeinriss, Nordpol ebenfalls mit leichter Knitterfalte u. kl. Eckabriss, Gottorf (borealis) mit Randeinriss bis in die Einfassung, bei Eiderstedt links u. bei der kl. Kte. der Insel Aerø rechts die Einfassung geringfügig angeschnitten. Arktis- u. Europateil ohne gest. Titel (Erläuterung s.o.).
Bd. 2: Schweden, Russland, Polen, Südosteuropa und Griechenland (Edition A: Lage A-M mit Fußtitel Rußia, N-P Russia). Mit 37 (36 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten, 2 doppelblattgr. altkol. gest. Ansichten sowie 6 altkol. Textholzschnitten. 2 Bll., 62 (recte 64) S. bzw. Bll. od. Doppelbll.; 2 Bll., 39 S.; 1 Bl., 67 S.; 1 Bl., 58 S.; 1 Bl., 51 S. 1 Bl. Index. - Mit den beiden seltenen, nur im Atlas maior erschienenen Vogelschauansichten von Moskau und dem Kreml. - Uplandia-Kte. mit Knitterfalte neben dem Bug.
Bd. 3: Deutschland, Österreich, Böhmen, Mähren und Schlesien (Edition C: Sign. der mit latein. Titeln versehenen Holsteinkarten lauten 3T-4K, pag. 155-193, die nachfolgenden Ktn. mit Sign. 4S-7D, pag. 211-330): Mit 96 (95 doppelblattgr., davon 7 eingefalt.) altkol. gest. Karten. 1 Bl., 187 S. bzw. Doppelbll., S. 211-330 u. die Doppelbll. 224b u. 255b sowie Bl. 256c, 1 Bl. Index. - Unter den deutschen Gebietskarten auch die nicht in Bd. 1 übernommenen Karten von Holstein aus Danckwerth. - Einzelne Ktn. mit Knitterfalten od. Bugeinriss bis in den Bildrand bzw. bis in das Bild, Rheinlauf mit Quetschfalte, Kte. des Frankfurter Gebiets oben mittig mit kl. Papierverklebung u. mit kl. Randeinriss. S. 119/120 Blattrand mit schmalem Abriss.
Bd. 4: Niederlande und Belgien. Mit 2 altkol. u. goldgehöhten gest. Titeln sowie 63 (60 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten. 1 Bl., XIX, 157 S.; VI, 84 S., Doppelbl. 52b, S. 71b u. 72b, 1 Bl. Index. - Enthalten sind die Gesamtkarten "Novus XVII inferioris Germaniae provinciarum typus", "Belgica foederata" und "Hollandia comitauts" sowie zahlreiche Gebietskarten, von denen viele nur im Atlas maior erschienen sind. - Ca. 7 Ktn. mit Knitter- od. Quetschfalten, 1 mit Bugeinriss bis in den Bildrand, 1 Kte. u. 1 Textbl. mit geschlossenem Randeinriss bis in das Bild bzw. den Text, die kl. Kte. von Oudenaarde links leicht angeschnitten.
Bd. 5: England und Wales (erstmals 1645 erschienen, hier in der Ausgabe 2:303Yc, d. h. Titel datiert 1662, Text und Karten identisch mit der Ausgabe 2:302, 2. Bl. der Vorrede mit Sign. b). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Titel, 58 (57 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten, 5 altkol. Textkupfern, davon 3 mit Ansichten, sowie einigen teils altkol. Textholzschnitten. 6 Bll., 400 S., 1 Bl. Index. - Als Vorlage der mit reichem heraldischem Dekor geschmückten Karten diente überwiegend John Speeds "Theatre of the Empire of Great Britain" (1611-12), der Text folgt Camdens "Britannia" (1607). - Die schöne Großbritannienkte. (seitlich mit kol. Bordüren mit je 7 Darstellungen aus der angelsächsischen Geschichte) mit sorgfältig rep. Einriss im Kartenbild. Wenige Ktn. mit Knitterfalte.
Bd. 6: Schottland und Irland (erstmals 1654 erschienen, vorliegend Ausg. 2:401Qe mit den Signaturen A-3S, A-S, dem 1654 datierten gest. Titel, ** Brief an J. Scotusa noch ohne dessen Namen, 6 Bll. Scotiae topographica). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Titel sowie 55 (54 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten. 12 Bll., 154 S. bzw. Doppelbll. u. die Doppelbll. ii 33, 54 u. 96; 1 Bl., 56 S., 1 Bl. Index. - "The maps of the atlas of Scotland were engraved after manuscript originals after Timothy Pont, a minister, from his survey of a large part of Scotland from 1596 to about 1600... Unlike the atlas of England, which was based on a printed atlas, the atlas of Scotland is the first printed atlas of that region" (Koeman II, S. 266). - Ca. 7 Ktn. stärker gebräunt bzw. braunfl., je 1 mit Bugeinriss bis in das Bild bzw. mit leichter Knitterfalte.
Bd. 7: Frankreich und Schweiz (Edition A, Sign. u. Pag. wie bei K. angegeben). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Titel, 70 (66 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten, 2 Textkupfern u. einzelnen Textholzschnitten (Münzen). 1 Bl., 256 S. bzw. Bll. od. Doppelbll., Doppelbl. 250 b; 1 Bl., 78 S., 1 Bl. Index. - Stellenw. etwas stärker gebräunt, ca. 2 Ktn. mit Knitterfalte u. ca. 3 Ktn. mit kl. Bugeinriss, bei Orleans rechts Einfassung gering angeschnitten.
Bd. 8: Italien (Edition A: Drucktitel mit Schreibweise "v" für "u"). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Titel u. 60 (58 doppelblattgr.) altkol. gest. Karten. 2 Bll., 218 S. bzw. Bll. sowie Bl. 22b u. 63b, 1 Bl. Index. - Gesamtkte. mit kl. ergänztem Randausriss, diese u. eine weitere Kte. mit Knitterfalte, Milano unten unterhalb der Einfassung mit 3 Papierfehlern, vereinzelt kl. Quetschfalten, Widmungsbl. stark gebräunt,
Bd. 9: Spanien und Portugal, Afrika (Edition A, Sign. u. Pag. wie bei K. angegeben). Mit altkol. u. goldgehöhtem gest. Titel, 34 doppelblattgr. altkol. gest. Karten u. 7 doppelblattgr. (davon 3 rechts eingefaltet) altkol. Kupfertafeln. 2 Bll., XXV, 93 S.; 1 Bl., 165 S. bzw. Doppelbll., 1 Bl. Index. - Die Tafeln mit prächtigen Ansichten und Plänen des Escorial (nach Pierre Perret); der Afrikateil zu Beginn mit der dekorativen Randleistenkarte von W. Blaeu im 3. u. letzten Zustand (Betz 57.3). - Wenige Ktn. etwas stärker fleckig. Die Randleistenkte. mit geweißtem Braunfleck im w. Oberrand. Afrikateil ohne gest. Titel (Erklärung s.o.).
Bd. 10: Asien (Edition A u. Atlas von China 2:503B). Mit 2 altkol. u. goldgehöhten gest. Titeln u. 28 doppelblattgr. altkol. gest. Karten. 1 Bl., 94 S.; 4 Bll., 134 S., 11 Bll., 25, X S., 1 Bl. Index. - Unter den Karten die prachtvolle Randleistenkarte des Kontinents im 4. und letzen Zustand (Schilder/Stopp, MCN VI, 21.2 u. IV, 35.4; Sweet 24 mit Abb.) sowie Karten u.a. von Arabien, Cypern (Stylianou 112; Zacharakis/Scutari 381/243) und Südostasien, ferner 17 Karten von China und Japan nach Martinus Martini. "The text in Blaeu's atlas of China is Martini's own account, written in the first person, of the geography and history, the manners and customs of the Chinese empire and its peoples" (Koeman II, S. 295). - Stellenw. braunfl., Kte. des Hl. Landes mit kl. rep. Wurmgang im w. Unterrand, 1 Textbl. mit schmalem Randabriss.
Bd. 11: Amerika. Mit 23 doppelblattgr. altkol. gest. Karten u. 1 kl. altkol. Text-Holzschnitt. 1 Bl., 287 S. bzw. Bll., 1 Bl. Index. - Enthält u.a. die dekorative Randleistenkarte von Amerika im 5. und letzten Zustand (Burden 189.5) sowie prächtige, zuerst 1647 in Blaeus Ausgabe von Barleus' "Rerum per octennium in Brasilia" (vgl. Borba de M. 78) erschienene Karten von Brasilien. - Stellenw. etwas gebräunt bzw. braunfl., im w. Oberrand durchgehend wenige Wurmlöchlein, Randleistenkte. am Bug geknittert. Ohne gest. Titel (Erklärung s.o.)
Rare first edition of the Atlas maior in 11 volumes, the first of the large atlases to be published. A fine set of monument of cartography, printed titles in all volumes dated 1662 and with coloured wood-cut printer's devices. With 10 engraved titles in contemporary colouring and heightened with gold, 594 mostly double-page (some also folded and some smaller or within the text) engr. maps and plates in fine contemporary colouring, as well as some partly coloured text engravings and woodcuts. Included are Blaeu's beautiful new double hemisphere world map with insular California prepared for the Atlas maior and carte-à-figures of the 4 continents, 2 bird's eye views of Moscow and the Kremlin, 15 plates dedicated to Tycho Brahe, as well as 7 plates with views and plans of the Escorial. - Slight browning, stronger in places, also some foxing, staining resp. offsetting in places; a few mostly short tears to centerfolds or margins. Fly-leaves, most printed titles, and occasionally maps with printer's creases resp. creasing (esp. near centerfold). Only a few maps somewhat narrow margined or border slightly shaved. Bound in original publisher's vellum gilt, edges gilt; slightly rubbed, without ties. The Arctic and European sections in vol. 1, the African section in vol. 9 and the America vol. 11 do not have the engr. titles mentioned by Koeman and which are not present in all copies; for vols. 2–3 and the Swiss section in vol. 5, K. does not list any engr. titles. A fine copy in contemporary colouring with all the maps and plates required by Koeman.
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The Second Folio
Shakespeare, The Second Folio. 1632
Shakespeare, W. Comedies, Histories, and Tragedies. Published according to the true Originall Copies. The second Impression. London, Printed by Tho(mas) Cotes, for Robert Allot, and are to be fold (sic) at the signe of the Blacke Beare in Pauls Church-yard, 1632. Fol. 34,3;:22,8 cm. Mit Porträt von Shakespeare auf dem Titelblatt gestochen von Martin Droeshout. 454 Bll. Pergamentband d. 18. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückentitel, letzterer umgeben von goldgeprägter Einfassung; dreiseitiger Rotschnitt; gering angestaubt, vereinzelte Flecken, Deckel gering aufgebogen.
STC 22274a; Greg III, p. 1113. - Zweite Gesamtausgabe, enthaltend 'Hamlet', 'Romeo and Juliet', 'King Lear', 'Macbeth' und 'A midsummer nights dreame' und viele andere und damit eine der berühmtesten Werkausgaben der Weltliteratur. Die sogenannte "Second Folio"-Ausgabe, vorliegend Druckvariante Greg † (wohl die 2. von 6 bei Greg genannten Varianten). Enthält in diesem Druck auch John Milton's erstes gedrucktes Gedicht "An Epitaph on the admirable Dramaticke Poet, VV: Shakespeare... What needed my Shakespeare for his honor'd bones". - Zustand in Bindefolge: A1-(A6) angestaubt und etwas fingerfleckig, teils mit Quetschfalten, teils mit schmalen Wasserrändern, erstes Blatt "To the Reader" alt aufgezogen und mit Papierverlust der unteren weißen Ecke, Porträt mit schwachen Braunflecken, B6 (=S.23/24) und E3 (=S.53/54) jeweils kleines Loch mit Buchstabenverlust, X3 (=S.245/246) mit 1 Druckerschwärzefleck mit geringem Buchstabenverlust, d1 (S.37/38) (zum Zeitpunkt der Bindung ?) neu eingehängt oder aus einem anderen Exemplar passend eingebunden, q3r (=S.153) und q4v (=S. 156) Satzspiegel blassgrau gefärbt, ccc6-ddd2r (=S.411-414) gering fleckig, das Schlussblatt ddd4 (=S.419) vollständig aufgezogen die vorhandenen Einrisse somit sämtlich hinterlegt, in den Rändern fleckig sowie mit Einriß mittig und im unbedruckten Bereich lediglich die Rahmenlinien berührend. - Übriger Zustand: B5, E4, E5, F1, G3v, I4, L1r, N5, Q5, S4, T4-6, X5, c1-e4, m6, n1, q1-2, ii1, nn6v-oor, oo3v und oo4r, pp4-pp6, vv6-xx1 alle entweder mit geringen Einrissen, Papierfehler oder winzigen Flecken, Details auf Anfrage. - Insgesamt handelt es sich um ein gut erhaltenes und schönes Exemplar, das vom Format her eines der größeren Exemplare ist, die in den letzten Jahrzehnten versteigert wurden. - Provenienz: Dy(sart) Vermerk des alten schottischen Adelstitels; Sothebys, Printed Books from The library at Helmingham Hall, Sale June 14th, 1965 (Erwerber Maggs); seit 2 Generationen in deutschem Privatbesitz.
STC 22274a; Greg III, p. 1113. – Second Edition. One of the most famous editions of world literature. The so-called ‘Second Folio’, the present printing variant being Greg † (probably the 2nd of 6 variants mentioned by Greg). This edition also contains John Milton’s first published poem, ‘An Epitaph on the admirable Dramaticke Poet, VV: Shakespeare... What needed my Shakespeare for his honour’d bones’. - Condition as per sequence of gatherings: A1-(A6) dusty and with some fingermarks, some creasemarks, the first page ‘To the Reader’ has been mounted and with loss to lower white corner; the portrait with faint brown stains; B6 (pp. 23/24) and E3 (pp. 53/54) each have a small hole with little loss of letters; X3 (pp. 245/246) with 1 ink stain with little loss of letter, d1 (pp. 37/38) carefully re-inserted (at the time of binding?) or bound in from another copy to match, on q3r (p. 153) and q4v (pp. 156) the type area is coloured pale grey, ccc6-ddd2r (pp. 411-414) slightly stained, final leaf ddd4 (p. 419) fully mounted, the existing tears thus all backed, stained at the margins and with a tear in the centre and in the unprinted area merely touching the frame lines. - 18th century vellum binding, title gilt to spine and surrounded by gilt border, red edges, slightly dustained and minor staining, covers slightly warped. - Condition in general: B5, B6, E3, E4 and E5, F1, G3v, I4, L1r, N5, Q5, S4, T4–6, X5, m6, q1–2, ii, nn6v–oor, oo3v and oo4r, pp4–pp6, all with minor defects as tears, paper flaws or tiny stains, details on request. - Overall, this is a well preserved copy, which, in terms of size, is probably one of the larger examples to have been auctioned in recent decades. - Provenance: old note ‘Dy(sart)’; Sotheby’s sale 14 June 1965; in private German ownership for two generations.
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Important Unpublished Travel Account and Sketchbooks about Brazil
Brasilien-Sammlung Theremin
Brasilien. - Theremin, Carl Wilhelm & Leon Theremin. Sammlung von 14 Skizzenbüchern von C. W. Theremin und 8 Skizzenbüchern von L. Theremin, mit zusammen ca. 540 Bleistift- u. Federzeichnungen aus Brasilien, davon ca. 145 laviert oder Aquarelle, dem unveröffentlichten Bericht von L. Theremin über die Xingu-Expedition des Prinzen Adalbert von Preußen, einem Erinnerungsalbum mit Arbeiten u.a. von M. Rugendas und J.-B. Debret sowie einigen Urkunden. 1817-1852.
Bedeutende und erst kürzlich wiederentdeckte, bisher unpublizierte Sammlung über Brasilien von Carl Wilhelm und Leon Theremin. Die Skizzenbücher, die das Alltagsleben, Städte - besonders Rio de Janeiro - sowie Natureindrücke festhalten, sind für die brasilianische Ikonographie von höchstem Interesse. Der unveröffentlichte Expeditionsbericht von Leon Theremin mit den dazugehörigen Skizzen ist eine wichtige Ergänzung zu den Publikationen des Prinzen Adalbert von Preußen über seine große Reise. Die Sammlung bildet eine wertvolle und interessante Quelle zur Entdeckungs-, Natur- und Landesgeschichte Brasiliens. Zudem enthält sie zusätzliche Original-Zeichnungen und -Aquarelle bekannter Künstler, die teils durch eigene Publikationen über Brasilien bekannt sind.
Der in Berlin geborene, aus einer Hugenottenfamilie stammende Kaufmann Carl Wilhelm Theremin (1784-1852) reiste 1817 zum ersten Mal nach Brasilien. 1820 gründete er eine Firma in Rio de Janeiro, wo er von 1819 bis 1827 als preußischer Konsul wirkte. 1827 wurde er zum Generalkonsul ernannt; 1835 kehrte er endgültig nach Europa zurück. Wilhelm Theremin, künstlerisch interessiert und begabt, hinterließ eine Reihe von Skizzenbüchern, von denen hier 14 vorliegen. Nach seiner Rückkehr nach Europa veröffentlichte er in Berlin bei L. Sachse eine Folge von 6 lithographierten Ansichten ("Saudades do Rio de Janeiro").
Sein Sohn Leon Theremin (1812-1877) folgte seinem Vater sowohl als Kaufmann als auch 1840 als preußischer Konsul in Rio de Janeiro nach. 1842/1843 begleitete er Prinz Adalbert von Preußen auf seiner berühmten Expedition am Rio Xingu. 1849 verließ auch er Brasilien. 1864-1873 war er Generalkonsul in Ägypten. Von ihm sind 8 Skizzenbücher vorhanden. Zu Vater und Sohn Theremin und ihren umfangreichen Tätigkeiten in Brasilien vgl. auch W. Penkwitt: Preußen und Brasilien. Zum Aufbau des preußischen Konsularwesens im unabhängigen Kaiserreich (1822-1850). Wiesbaden 1983.
Seine Skizzenbücher hat Wilhem Theremin numeriert: "Croquis no. 9" etc. Davon sind hier vorhanden die Nummern 9, 11-13, 15, 17, 18, 22, 25-27 und 30-32. Schon während seines ersten Aufenthaltes in Brasilien hat Wilhelm Theremin ein Skizzenbuch (Croquis no. 9) angelegt, in dem er in meist lavierten oder kolorierten Zeichnungen Landschaften, Typen und Szenen festgehalten hat. Darunter befinden sich auch Szenen, die die Arbeiten im Hafen von Rio de Janeiro illustrieren. Besonders hervorzuheben ist die Darstellung einer afrobrasilianischen Prozession: „Neger Aufzug am Weihnachtstage in Sta. Cruz wo Sie ihren König der wirklich aus königl. schwarzem Geblüthe ist verehren“.
Ein weiteres Skizzenbuch (Nr. 11) von Wilhelm Theremin trägt den Titel "Skizzen meiner Reise in den Südlichen Theil der Capitania do Rio de Janeiro" (April-Mai 1818). Das großformatige Skizzenbuch Nr. 12 enthält etwa zur Hälfte Zeichnungen aus Brasilien, darunter die Vorzeichnung zu "O Paço da Cidade (1818)" (heute Paço Imperial) aus der lithographischen Folge "Saudades do Rio de Janeiro". Das Skizzenbuch Nr. 13 enthält neben einigen Zeichnungen aus Richmond (England) vor allem solche von der Seereise nach Brasilien im Sommer 1820, darunter Personen an Bord und zahlreiche Küstenprofile.
Das umfangreiche Skizzenbuch Nr. 15 - die Zeichnungen sind 1822 bis 1827 datiert - enthält zahlreiche tlw. lavierte Ansichten, auch außerhalb von Rio, sowie auch aquarellierte Personenstudien, überwiegend der afrobrasilianischen Bevölkerung (die allerletzten Blätter mit deutschen Ansichten). Das Skizzenbuch Nr. 17 zu Beginn mit Ansichten aus Europa, dann mit solchen aus Brasilien, tlw. datiert 1830-1832. Das kleinere Skizzenbuch Nr. 18 entstand ebenfalls in Brasilien, hier überwiegend Bleistiftskizzen, tlw. datiert 1832 und 1833. Im Skizzenbuch Nr. 22, tlw. 1835 und 1836 datiert, sind die Zeichnungen wieder zum Teil laviert. Eine von ihnen "Passeio Publico - Promenada" diente sicherlich ebenfalls als Vorlage für eine der Tafeln in "Saudades do Rio de Janeiro". Dieses Skizzenbuch enthält die letzten von Wilhelm Theremin in Brasilien angefertigten Skizzen. Etwa die zweite Hälfte des Albums enthält Zeichnungen aus Europa. Ebenso enthalten die Skizzenbücher 25-27 und 30-32 Wilhelm Theremins Zeichnungen aus Europa, vor allem aus der Schweiz und der Umgebung von Berlin. Der brasilianische Historiker Gilberto Ferrez gab ein hier nicht vorliegendes Skizzenbuch Theremins heraus ("O ‘sketch book’ de Carlos Guilherme von Theremin". Rio de Janeiro 1982), ebenso eine Neuausgabe der "Saudades" (1959).
Von Leon Theremin liegen 8 Skizzenbücher vor, alle bis auf das letzte zumindest teilweise mit Brasilienbezug. Das erste seiner Skizzenbücher - durchweg mit Bleistiftzeichnungen - enthält noch zur Häfte Ansichten aus Europa, die erste Zeichnung aus Brasilien ist vom 16. Juni 1834. Das zweite (als Croquis 2 bezeichnet) enthält durchgehend Ansichten aus Brasilien (1 laviert), tlw. datiert 1835 oder 1836. Das dritte (1841/42) dokumentiert einen Europaaufenthalt, nur zu Beginn einige Zeichnungen aus Brasilien. Die nächsten drei Alben gehören zu Xingu-Expedition (siehe dort). Ein 1844-1848 datiertes Album enthält überwiegend Ansichten und botanische Studien aus Rio Comprido (heute zu Rio de Janeiro). Das letzte Album von Leon Theremin, mit 1850-1851 datierten Bleistiftzeichnungen mit Zeichnungen u.a. aus Belgrad, Jassy und Bukarest; 1850 war Leon Theremin Kanzler der preußischen Gesandtschaft in Bukarest geworden. - Insgesamt enthalten die hier enthaltenen Skizzenbücher ca. 960 Zeichnungen (teilweise mehrere auf 1 Blatt), von denen ca. 540 brasilianische Motive haben, die übrigen ca. 420 Motive aus anderen Ländern, vor allem Schweiz, Frankreich und Deutschland. - Die Skizzenbücher insgesamt stellenw. gebräunt, etwas fleckig, mit Abklatsch oder durchschlagend; besonders W. Theremins Skizzenbuch Nr. 9 mit Randläsuren.
Von außerordentlichem Interesse ist der Bericht Leon Theremins über seine Teilnahme an der Fahrt des Prinzen Adalbert von Preußen: "Voyage au Parahyba & au Xingu avec S. A. R. le P.ce Adalbert de Prusse Par Leon. 1842". 68 (1 weiß) meist beidseitig beschriebene Bll. Blattgr. ca. 26,5-28:21,5 cm (1 Bl. 13,5:20,5 cm). Umschlag d. Zt. mit hs. Deckeltitel; besonders der Vorderdeckel mit Randläsuren.
Prinz Adalbert (1811–1873) war Anfang September 1842 in Rio de Janeiro eingetroffen. Ein Ziel der Reise war die Intensivierung der preußisch-brasilianischen Beziehungen (Adalbert wurde mehrfach von Kaiser Peter II. von Brasilien empfangen) ein anderes, dass der Prinz eine Fahrt in möglichst unbekannte Gebiete unternehmen wollte. Er bereiste mit mehreren Begleitern, darunter Theremin, den Amazonas und dessen Nebenfluss, den Xingu, und stieß dabei soweit vor, wie noch kein Weißer vor ihm. Prinz Adalbert hat seine Reise nach Brasilien in "Aus meinem Tagebuch 1842-1843" geschildert.
Theremins bisher unveröffentlichter Bericht setzt am 29. Oktober 1842 ein, an dem die Reisegesellschaft auf der britischen HMS Growler nach Bélem in der Provinz Pará aufbrach. Neben Prinz Adalbert gehörten zur Reisegesellschaft dessen Adjutanten Eduard v. Oriola (1809-1862) und Friedrich Alexander v. Bismarck-Bohlen (1818-1894), außerdem der Botaniker Dr. Lippold. Von Belém aus reisten diese fünf, unterstützt von acht Matrosen, auf einem Flussboot weiter. Ab Sousel (heute Senador José Porfírio) am Rio Xingu schloss sich ihnen der Missionar Pater Torquato an, der gute Kontakte zu den Einheimischen hatte. Auf verschiedenen Wegen, zum Teil zum Fuß durch den Regenwald, zum Teil im Kanu, erreichten sie Piranhaquára, von wo aus es ab dem 13. Dezember auf dem Rio Xingu stromabwärts zurückging. Die auf der Expedition gewonnenen und von Prinz Adalbert veröffentlichten Erkenntnisse über den Rio Xingu waren die ersten, die für eine Kartierung brauchbar waren. Erst 1884-1887 gelang Karl von den Steinen die vollständige Aufnahme des Flusses. Theremin beschreibt ausführlich das Zusammenleben an Bord, Flora und Fauna, Jagdabenteuer, Orte an der Wegstrecke sowie die Menschen der Region. Besonders interessant sind die Schilderungen der Juruna (Yudjá), eines indigenen Volkes am Xingu. Am 21. Dezember erreichte die Reisegruppe wieder Sousel und am am 2. Januar 1843 die HMS Growler. Am 21. Januar trennten sich die Preußen von Theremin in Bahia, wo dieser noch einige Zeit blieb; sein Reisebericht endet am 7. März. Eine Teilabschrift, gefertigt von Wilhelm Theremin für seine Tochter Brazilha, befindet sich im Besitz der Gottfried Keller-Stiftung (Penkwitt 226f.), diese reicht nur bis zum 22. Dezember. Da Theremin seinen Bericht nicht auf eine Veröffentlichung hin schrieb, musste er sich keine Zurückhaltung auferlegen, so äußert er sich negativ über Kaiser Peter II. und den brasilianischen Hof sowie über den Mitreisenden Dr. Lippold. Unter den Skizzenbüchern von Leon Theremin finden sich auch drei mit Bleistiftskizzen von der Reise, diese zeigen Landschaften, Pflanzen, Lager der Reisenden, Hütten der Indigenen etc.
Höchst interessant ist auch ein handschriftliches Vokabular der "Lingua dos Puris, e Coroados ... tirados do vocabolario manoscritto, fecito por Frei Florido Missionario Apostoloco Residente entra aquallos Indigenas" (5 S. auf 2 Doppelbll., Blattgröße 25,5:19,5 cm). Der Missionar Florido war in der ersten Häfte des 19. Jh. am Rio Pomba tätig, der die heutigen Bundesstaaten Minas Gerais und Rio de Janeiro durchfließt. Die Sprache der Puri und Coroado ist im 19. Jahrhundert ausgestorben.
Besonders bemerkenswert ist ein Album aus Wilhelm Theremins Besitz, das Zeichnungen und Aquarelle enthält und offenbar auch als eine Art Album Amicorum diente. Es enthält u.a. von Moritz Rugendas (1802-1858): Bleistiftzeichnung einer Palme, datiert Villa S. Joze 1824. (21,5:15,5 cm; gebräunt). - Lavierte Tuschfederzeichnung einer Baumkrone, datiert 1824/1825. (17,5:24 cm). - Bleistiftzeichnung. Kinderporträt. (10,5:10,5 cm), "dessiné a bord du Faune commandé par Monsieur de Parseval dans son voyage a Bahia Septemb: 1825". - Bleistiftzeichnung einer Palme, datiert Bahia 1828. (21:1753 cm). - Jean-Baptiste Debret (1768-1848): Rückansicht einer schwarzen Frau. Aquarell. Rio de Janeiro 1826. (7,8:4,9 cm). - Drei schwarze Männer vor einem Brunnen. Aquarell. Rio de Janeiro 1826. (14,2:18,2 cm). - Benjamin Mary (1792-1846): "Nossa Sa. da Penha". Aquarell in Sepiatönen. (14:19 cm). - Ferdinand II. von Portugal (1816-1885): Radierung. Hirtenszene, in der Platte signiert F(erdinando) C(oburgo) 1839. (12:16,2 cm). - Charles Bell Birch (1832-1893). Tintenzeichnung. "The Unlucky Dog telling his tale". 15,5:17 cm. - Meist lose, einige Arbeiten entfernt.
Eine wichtige Ergänzung bildet eine Reihe von Urkunden für Wilhelm Theremin: Bestallung als Konsul in Rio de Janeiro. Berlin, 11. Februar 1826. Mit Unterschrift König Friedrich Wilhelms III. von Preußen u. papiergedecktem Siegel. - Bestätigung als preußischer Generalkonsul. Auf Pergament. Rio de Janeiro, 15. Mai 1830. Mit Unterschrift Kaiser Peters I. („Imperador“), papiergedecktem Siegel u. verschiedenen Bestätigungen. - Verleihungsurkunde zum Roten Adlerorden 3. Klasse. Gedruckte Urkunde, hs. ausgefüllt. Berlin, 18. Januar 1831. Mit Unterschrift König Friedrich Wilhelms III. von Preußen u. Lacksiegel. Dabei: 2 Dokumente. - Verleihungsurkunden zum braunschweigischen Orden Heinrichs des Löwen (17. Januar 1844) und zum "Ehren-Kleinkreuz" des Oldenburgischen Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig (25. Nov. 1845), ersterer mit 2 Begleitdokumenten. - Verleihungsurkunde zum "Cavalleiro" des "Ordem Militar de Cristo". Belem, 20. Juni 1845. Mit Unterschrift der Königin Maria II. von Portugal ("Reinha") u. papiergedecktem Siegel. Dabei: Ankündigungschreiben der "Legation de Portugal en Prusse". Berlin, 27. April 1845. Sowie: Genehmigung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. den Orden zu tragen, mit seiner Unterschrift. Sanssouci, 24. Juni 1845.
An outstanding collection from the estate of Carl Wilhelm Theremin (1784–1852) and Leon Theremin (1812–1877), who served successively as Prussian consuls in Rio de Janeiro. The collection contains 14 sketchbooks by Wilhelm Theremin and 8 sketchbooks by Leon Theremin with c. 540 drawings from Brazil, illustrating everyday life, Rio de Janeiro and other cities, and the natural landscape of Brazil. In 1842/1843, Leon Theremin accompanied Prince Adalbert of Prussia on his journey along the Amazon and the Xingu rivers - this journey is depicted in three of Leon's sketchbooks and described in his hitherto unpublished manuscript expedition report. Also included is an album with drawings by Moritz Rugendas, Jean-Baptiste Debret, Benjamin Mary and others. Some official documents, e. g. the confirmation of Wilhelm Theremin as consul-general in Rio de Janeiro, signed by Peter I. of Brazil do complete this extensive collection.
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Original-Aquarelle zur Flora Monacensis
Mayrhofer, Or.-Aquarelle zur Flora Monacensis. 191 Bll.
Mayrhofer, Johann Nepomuk. Sammlung von 191 Original-Aquarellen zu der 1811-1818 erschienenen 'Flora Monacensis seu plantae sponte circa Monachium nascentes' von Franz von Paula von Schrank. Aquarell und Tempera über Bleistift auf Büttenpapier. Blattgr. ca. 49,5:33,5 cm. Lose Blätter.
Prachtvoll farbige und außerodentlich detailreiche botanische Darstellungen des aus Oberneukirchen in Österreich stammenden Blumenmalers, die als Vorlagen für die Lithographien der Flora Monacensis angefertigt wurden. Die jeweilige Pflanze unterhab der Darstellung mit Bleistift bezeichnet, sowie häufig mit Details von Pflanzenteilen. Mayrhofer (1764-1832) "widmete sich ausschließlich der Blumenmalerei und leistete darin so Ausgezeichnetes, daß er fortwährend reiche Beschäftigung hatte... Als Frucht seiner Vorliebe für naturhistorische Abbildungen sind aber die folgenden zwei Sammlungen zu betrachten:'Flora monacensis... und Europae flora medica'" (BLKÖ XVII, 190f). Die Aquarelle wurden in der Versteigerung des Nachlasses von Mayrhofer zusammen mit Kunstgegenständen, Hausrat etc. am 10. Juni 1833 in München verkauft (Loh, Buchauktionen IX, 188). Die Flora Monacensis erschien im Druck von H. Mitterer in München mit insgesamt 400 Tafeln in 4 Bänden. Von diesen liegen hier 30 der Vorlagen zu den Tafeln aus Band 1, 52 zu Band 2, 47 zu Band 3 und 62 zu Band 4 vor. Enthält die Aquarelle zu den Tafeln 1-2, 5, 7, 9, 10, 17-18, 24, 31, 38, 42-43, 46, 49-50, 54, 57, 65, 72-73, 75, 79, 82, 90, 93, 95-96, 100, 104-105, 108, 115, 121, 125-127, 130, 132-135, 137, 139-140, 143-145, 147-150, 152-157, 160-161, 164-166, 168-173, 175-177, 179, 181-185, 189, 191, 198, 200, 204, 206, 208-209, 213-214, 217-218, 222, 224, 226, 228, 231, 233, 235-244, 247-248, 251-252, 255, 264-265, 270-271, 273-275, 279-281, 284, 289, 295-301, 303-310, 312-316, 318-319, 321-324, 326-327, 329-331, 333, 335-337, 340, 342-343, 347-348, 351-355, 359-362, 366-367, 369-372, 376, 380-382, 384, 386-388, 390, 392, 394-396, 398-399. Die Übertragung auf den Stein erfolgte seitengleich, so dass sich die Abdrucke gegenüber den vorliegenden Aquarellen seitenverkehrt zeigen. - Alle Blätter mit Falzresten links; stellenweise etwas fleckig und in den Rändern leicht angestaubt, ca. 20 Blätter mit stärkeren Wasser- oder Schmutzflecken, einige mit kleineren Bereibungen oder ähnlichen Benutzungs- und Lagerspuren, ganz vereinzelt mit kleinem Randeinriss. Blatt 18 auf kleinerem Papier (27:18,5 cm) und alt auf Bogen in passender Größe aufgezogen, Blatt 222 und 376 im Rand etwas beschnitten.
Collection of 191 vibrantly coloured and exceptionally detailed botanical paintings in watercolour and tempera, executed as models for the lithographs in the 'Flora Monacensis'. The botanical names are inscribed in pencil beneath the illustration, and the lower part often features details of the plant parts. The 'Flora Monacensis' was published by H. Mitterer in Munich 1811-1818, comprising a total of 400 plates in four volumes. Of these, 30 of the original drawings for the plates in Volume 1, 52 for Volume 2, 47 for Volume 3 and 62 for Volume 4 are offered here. The images were not transferred to the stone in a mirrored form, so the prints appear reversed compared with the watercolours shown here. - All leaves have remnants of a guard on the left; slightly stained in places and with a light dusting on the edges; approximately 20 leaves have more pronounced water or dirt stains; some have minor scuffs or similar signs of use and storage; very occasionally, there is a small tear at the edge. No. 18 is on a smaller sheet of paper (27 × 18.5 cm) and has been pasted on a sheet of matching size; sheets 222 and 376 are trimmed at the margins. Loose sheets.
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Fuchs, New Kreüterbuch
Fuchs, L. New Kreüterbuch, in welchem nit allein die gantz histori, das ist, namen, gestalt, statt und zeit der wachsung ... beschriben, sonder auch ... wurtzel, stengel, bletter, blumen, samen, frücht ... abgebildet ist. Basel, M. Isengrin, 1543. Fol. (37:25,5 cm). Mit ganzseit. Porträt von Fuchs, Porträts der 3 Illustratoren, 2 Druckermarken u. 518 ganzseit. kolorierten Pflanzenholzschnitten. 444 nn. Bll. Alter Ldr. über Holzdeckeln mit 2 Schließen, etwas beschabt, Rückenvergoldung oxidiert, mit Restaurierungen, Leder der Schließen erneuert.
VD 16, F 3243; Adams F 1107; Nissen, BBI 659; Stafleu-C. 1910; vgl. PMM 69, Horblit 33b, Sparrow 72, Dibner 19 u. Garrison-M. 1808 (alle lat. EA. von 1542). - Erste deutsche Ausgabe des berühmtesten und schönsten Kräuterbuchs der Renaissance, nur ein Jahr nach der lateinischen Originalausgabe erschienen. Bis auf 3 Blätter sind alle Holzschnitte im prächtigen Altkolorit. Fuchs gab die deutsche Ausgabe heraus, um denen, die des Lateinischen nicht mächtig waren, "und doch lust und liebe zu der pflantzung und erkanntnuß der kreüter haben", ein Hilfsmittel an die Hand zu geben. Die Holzschnitte schuf V. R. Speckle nach Entwürfen der Maler H. Füllmaurer und A. Meyer, alle drei - ungewöhnlich für diese Zeit - zusammen auf dem vorletzten Blatt abgebildet. Der blattgroße Porträtholzschnitt auf dem Titel verso zeigt den Autor in ganzer Figur. "Von den Hauptwerken der drei Väter der Botanik ist das Fuchs'sche Kräuterbuch ... das schönste, sowohl in seiner typographischen Ausgestaltung, als auch in seinen Abbildungen. Die Holzschnitte sind ... meisterhaft gezeichnet und geschnitten ... Auch der Text ist vortrefflich und reich an eigenen Beobachtungen" (Schmid, Kräuterbücher S. 28). Fuchs bildete zahlreiche Pflanzen erstmals in einem Kräuterbuch ab, darunter auch Mais ("Türkisch Korn"). Die deutsche Ausgabe enthält 5 Holzschnitte mehr als die lateinische und wurde um einen Index der durch Pflanzen heilbaren Krankheiten vermehrt. - Stellenw. leicht fleckig; vereinzelt mit restauriertem Randeinriss, bei Bl. x1 u. AA2 auch bis ins Bild; letztes Bl. der Vorstücke mit ergänztem Eckabriss; die ersten 6 Bll. Vorstücke angefalzt; 3 Bll. aus einem anderen Exemplar ergänzt, diese mit nachempfindenden Kolorit u. unten angerändert; Titel etwas fleckig, mit ergänzter unterer Außenecke sowie mit alt gestrichenem Besitzvermerk; Vorsatz mit Besitzvermerk von 1816. Insgesamt frisch, breitrandig und in schönem Altkolorit.
First German edition of the most important Renaissance herbal, all but three of the woodcuts in fine contemporary colouring. "Fuchs, following Brunfels, was the third of the German Fathers of Botany. He gave us forty plants never before figured" (Hunt). "This herbal has the first European figures of certain American plants, including Indian corn and the great pumpkin" (Sparrow). The German edition is augmented with an index of illnesses treatable with herbal remedies and 5 additional woodcuts. - Slight staining here and there; restored marginal tears to few leaves, 2 affecting woodcuts; first 6 leaves mounted on guards; 3 leaves supplied from another copy, these recently coloured to style and remargined at bottom; title-page somewhat stained, lower outer corner renewed, ownership inscription tinted out. Old calf over wooden boards, gold-tooling oxidised, some lesions and some restorations. Overall a fine and broad-margined copy in old colouring.
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Newton, Principia mathematica
Newton, I. Philosophiae naturalis principia mathematica. Imprimatur S. Pepys Julii 5, 1686. London, Joseph Streater (&) Sam. Smith, 1687. 4to (24,7:19,5 cm). Mit 1 beigebundenen gefalt. Kupfertafel ("cometary orbit" aus der 2. Ausgabe von 1713) u. zahlr. Holzschn.-Diagrammen im Text. 4 Bll., S. 1-383, S. 400-510 (so komplett), 1 Bl. "Errata" (verso leer). Etwa zeitgenössischer, holländischer (?) blindgeprägter Prgt. mit floralen Mittelstücken auf beiden Deckeln, handschriftlicher Rückentitel; etwas fleckig, Ecken etwas bestoßen, Deckel gering aufgebogen.
PMM 161; Norman 1586; Dibner, Heralds of Science 11; Horblit 78, Sparrow, Milestones of Science 191; Babson-Newton 10; Wallis 7; Wing N-1049; DSB X, 93 (et al.). - Erste Ausgabe, mit dem dreizeiligen Impressum der Exemplare, die für den Export auf das europäische Festland bestimmt waren. "Perhaps the greatest intellectual stride that it has ever been granted to any man to make" (Einstein). Edmund Halley ermutigte Newton zur Abfassung der "Principia" und übernahm auch weitgehend die Finanzierung des Druckes. Das letzte Blatt der Vorstücke mit von Edmund Halley gezeichnetem Lobgedicht "In viri praestantissimi D. Isaaci Newtone opus..." - "The 'Principia' is generally described as the greatest work in the history of science. Copernicus, Galileo and Kepler had certainly shown the way; but where they described the phenomena they observed, Newton explained the underlying universal laws. ... The same laws of gravitaion and motion rule everywhere; for the first time a single mathematical law could explain the motions of objects on earth as well as the phenomena of the heavens... the co-discoverer with Leibniz of the differential calculus, (Newton) is generally regarded as one of the greatest mathematicians of all time" (PMM, Printing and the Mind of Man, S. 96-97). "Newtons conclusions on gravity and the motion of the plantets established a conception of the universe that was unchallenged until Einstein" (Reichner in: Babson). - Exemplar mit dem Austauschblatt "Cancel P4", das das Blatt mit dem ursprünglich kopfstehenden Diagramm ersetzt, S. 261 irrtümlich nummeriert 262. - Teils gebräunt, in den Rändern unterschiedlich stockfleckig, wenig Seiten wie z.B. u.a. 19, 41, 209/10, 381, 383 mit kleinem Braunfleck, der entweder ca. 1-3 Buchstaben betrifft oder sich im unbedruckten Bereich befindet, Widmungsblatt "Illustrissimae Societati..." innen verstärkt, S. 69 und 129 mit unwesentlichen Schmutzflecken, S. 55/56 mit kleinem Papierausbruch im weißen Rand, kleiner restaurierter Randeinriß auf S. 357/358. Unserem Exemplar fehlt die zu dieser Erstausgabe gestochene Falttafel des Kometen ("Cometary orbit"), stattdessen ist der Nachstich dieser Falttafel mit der gestochenen Seitenzahl "465" aus der 2. Ausgabe von 1713 eingebunden (Format der Tafel: ca. 26,5:36 cm, etwas stockfleckig). - Provenienz: Titel mit 2 alten Besitzvermerken eines Servitenklosters; fliegender Vorsatz mit 1699 datiertem Vermerk "Ex Dono ac Munificentia R. P. Bartholomaei ...?"; deutsche Privatsammlung.
First edition. - With 1 folding plate (‘cometary orbit’ from the 2nd edition of 1713, see below) and numerous woodcut diagrams in the text. Copy containing the ‘Cancel P4’, which replaces the leaf with the diagram that was originally printed upside down, p. 261 erroneously numb. 262. - Partially tanned, varying degrees of foxing along the margins; a few pages, amongst others 19, 41, 209/10, 381 and 383, have a small brown stain affecting either approximately 1–3 letters or are located in an unprinted area; pages 69 and 129 have minor soiling; pp. 55/56 with a small tear in the white margin, a small, restored tear in the margin on pp. 357/358. Our copy is missing the engraved folding plate of the comet (“Cometary orbit”) belonging to this first edition; instead this plate which was re-engraved for the second edition of 1713 has been bound in bearing the engraved page number “465” (plate dimensions: approx. 26.5 × 36 cm, slightly foxed). Bound in a more or less contemporary Dutch (?) blind-stamped vellum binding with floral centre-pieces on both covers, manuscript title on the spine; some staining, corners slightly bumped, covers slightly warped. - Provenance: Title page with 2 old ownership inscriptions of a Servite monastery; flyleaf with an ‘ex dono’ note dated 1699; German private collection.
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Maximilian, Nord-Amerika. Atlas
Maximilian, Prinz zu Wied-Neuwied. Reise in das innere Nord-Amerika in den Jahren 1832-1834 (Deckeltitel. Nur:) Atlas. Koblenz, London u. Paris, Hölscher, Ackermann u. Bertrand, um 1840. Qu.-Imp.-fol. (41:57,5 cm). 48 Aquatinta-Tafeln nach K. Bodmer u. 1 grenzkol. gest. Faltkarte. Hldr. d. Zt.; etwas beschabt u. bestoßen, Vorsätze etwas fleckig u. die freien Vorsatzbll. geknittert.
Sabin 47014; Howes M 443a; Abbey, Travel 615. - Atlasband bestehend aus 48 prachtvollen großen Aquatinta-Tafeln (num. Tab. 1-48) nach den Zeichnungen Bodmers, der den Prinzen auf seiner ausgedehnten Reise begleitet hatte. Dargestellt sind Indianerhäuptlinge in ihrer Kriegstracht, indianische Sitten und Gebräuche, Jagdszenen, Tänze (darunter der berühmte "Dogdance"), Waffen und Geräte, ferner schöne Landschaftsansichten von Yellowstone, Mündung des Fox River, den Niagara-Fällen und den Rocky Mountains. "The most vivid and faithful impression of the scenery of the West, between the Mississippi and the Rocky Mountains" (Sabin). Die Tafeln sind mit Bodmers Trockenstempel versehen (nur bei den ersten 2 Tafeln durch das Beschneiden entfallen u. bei 1 Taf. angeschnitten), sicheres Zeichen der Originalausgabe. Zusätzlich ist vorliegend die mit einer schönen Indianerkartusche versehene Reisekarte, die eigentlich zum Text gehört, eingebunden. Auch diese mit Bodmers Trockenstempel. - Meist leicht gebräunt u. etwas stockfleckig, Ränder meist stark; Taf. 12 stark braunfleckig; Taf. 36 insgesamt stark gebräunt u. mit Randeinriss bis an den Bildrand; die letzten 6 Taf. oben leicht wasserrandig. Die Kte. braunfl., an 2 Faltstellen etwas geknittert u. mit wenigen kl. Faltstellenläsuren, links kl. Randeinriss bis in den Kartenrand. Ohne den Text u. die Vignetten.
Atlas illustrating the most famous German work about the American West and the Indians of the Plains. Comprising all 48 magnificent large aquatint plates engraved after drawings by Karl Bodmer, who accompanied the prince on his extensive journey, and folding engraved map coloured in outline (originally belonging to the text vol.). Stamped with Bodmer's blind stamp (except 2 plates where it is cut by the binding), a sure sign of the original edition. - Mostly light browning and some foxing, heavier to margins. Pl. 12 stained, pl. 36 severly browned and with marginal tear; light dampstaining at top to final 6 plates. Map somewhat stained and creased, with a few small tears and tiny holes to foldings resp. margins. Bound in contemporary half-calf; somewhat rubbed and worn, endpapers somewhat stained and some creasing to fly-leaves. Without the text and vignettes.
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La Fontaine, Fables choisies. 1668
La Fontaine, J. de. Fables choisies, mises en vers. Paris, Claude Barbin, 1668. 4to (23:18 cm). Mit gest. Titelvignette und 118 Textkupfern von François Chauveau. 28 Bll., 284 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rückenvergoldung und Rückenschild; etwas berieben, gering fleckig, vereinzelte kleine Wurmspuren; sorgfältig restauriert mit Ergänzungen an Kapitalen, Gelenken, Ecken und Kanten.
En Français dans le Texte 105; Tchemerzine VI, 381; Rochambeau 1. - Erste Ausgabe der ersten 6 Bücher der Fabeln, einer der bedeutendsten Veröffentlichungen dieses Genres und einer der wichtigsten der französischen Literatur. In den Jahren 1678-79 und 1693 fügte La Fontaine weitere 6 Bücher der Sammlung hinzu. Diese Ausgabe ist dem damals sechsjährigen ältesten Sohn Ludwigs XIV. gewidmet und enthält 124 Fabeln. Titelvignette mit Wappen des Dauphin, enthält: Epître, Préface, La vie d'Ésope, Table, Fables 1-124, Épilogue, Privilège. Barbier teilte sich die Auflage mit Denys Thierry. Exemplar mit dem Cartonblatt oij mit "afin de leur donner lustre" and "emplete" und den 3 handschriftlichen Korrekturen auf den Seiten 9, 57 und 176. - Behutsam gereinigtes, noch gleichmäßig gebräuntes Exemplar, die hs. Korrekturen und wenige weitere hs. Zusätze nur noch schwach sichtbar; mit einigen, sehr sorgfältig restaurierten Einrissen, nach der Restaurierung neu geheftet.
First edition of the epoch-making first six books of the Fables. "Les Fables de 1668 marquent une date capitale dans l'histoire du genre... Ce chef-d'oeuvre lui vaut de marcher de pair avec les representants majeurs du classicisme francais" (En Français dans le Texte). With engr. title-vignette and 118 engravings by F. Chauveau. Copy with the carton sheet o2. - Carefully cleaned and still evenly tanned; the ms. corrections and a few other handwritten additions only faintly visible; with numerous tears that all have been very carefully restored. Expertly restored and re-sewn contemporary full-calf, spine gilt and with gilt label; restored, little traces of wear, expert restorations to spine, corners and edges.
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Horae B.M.V. zum Gebrauch von Chartres. Paris 1536
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch mit französischen Zusätzen für den Gebrauch von Chartres. Handschrift auf Pergament. Paris 1536. Blattgr. 16,5:11,5 cm, Schriftspiegel ca. 12:8 cm. 20 (Kalender 26) Zeilen. Klassische Antiqua in braunschwarzer Tinte, blassrot regliert, Hervorhebungen und Kolumnentitel in Rot, röm. Foliierung in Schwarz. Zahlreiche einzeilige Initialen in Gold auf blauem oder roten Grund, zahlr. zweizeilige Initialen in Gold auf blauem bzw. in Blau auf rotem Grund, Felder mit goldenem oder weißen Federwerk. Zeilenfüller in Gold und Farben. Mit 10 großen Miniaturen in architektonischen Rahmen in Gold, Blau und Rot, 1 gazseitigen Wappenmalerei in Gold und Farben, 1 sechszeiligen in Gold auf Blau und einigen drei- bis vierzeiligen Initialen in Gold und Farben. 17 nn., 181 (statt 182) röm. num. Bll. Ldr. d. 17. Jh. mit goldgepr. Mittelstück; berieben und bestoßen, restauriert, Rücken Ecken und Kanten teilw. ergänzt. In mod. grauer Ldr.-Kassette (sign.: Renaud Vernier 1996) mit Holz-Applikationen.
Schön illuminiertes Stundenbuch, dessen prächtige Miniaturen von Myra Orth der Werkstatt des Meisters des François de Rohan zugewiesen wurden (The Master of François de Rohan. A familiar french renaissance miniaturist with a new name. In: Illuminating the book. Makers and interpreters. Essays in honour of Janet Backhouse, hrsg. von M. P. Brown. London 1998. S. 69-91). Die prächtigen architektonischen Rahmen um die Miniaturen teilweise mit figürlichen Darstellungen.
Buchschmuck: Fol. XI r: Verkündigung an Maria; oben in einem Wolkenkranz Gottvater, unten eine große Vase mit weißen Lilien zwischen Maria und dem Engel. - XXVI r: Heimsuchung; Maria und Elisabeth auf einem Weg vor felsiger Landschaft mit Schloss. - XL v: Geburt Christi; die Heilige Familie mit Ochs und Esel in einem offenen Gebäude vor weiter Landschaft mit Turm/Festung, ein Hirte am Fensterausschnitt. - XLVII r: Verkündigung an die Hirten; zwei Hirten mit Herde vor weiter Landschaft mit Felsen und Büschen, darüber der Engel mit Schriftband. - LII v: Anbetung der Könige; links Maria mit dem Kind, rechts die drei Könige mit Geschenken. - LVIII r: Darbringung im Tempel; der Hohepriester mit dem Kind am Altar, rechts Maria und Joseph im Gebet, im Hintergrund eine Dienerin. - LXIII v: Flucht nach Ägypten; Maria mit gewickeltem Kind auf dem Esel, Josef weist mit einer Geste den Weg. Diese Darstellung im architekt. Rahmen 1536 datiert. - LXXVI r: Krönung Marias durch Gottvater. - CI r: David auf einer Terrasse seines Palastes kniend; neben ihm abgelegt Harfe und Hut, oben ein Engel mit Schwert und Stein. - CVI v: Hiob sitzt unbekleidet, rechts über ihm ein Schriftband "Miseremini mei salte vos amici mei", links seine Frau und die zwei Freunde. Fol. 1 v: blattgroße Malerei mit Wappen in Lorbeerkranz und Bischofsstab, ober- und unterhalb Spruchband mit Devise "Conserva me domine". Die Lombarden der letzten 7 S. nur mit Tinte als Umrisse eingetragen.
Text: Fol. 2-9: Lateinisches Kalendarium, besetzt mit zahlreichen Heiligen der Diözese Chartres. - 10-11: Perikope des Johannesevangeliums. - 11-17: Psalterium divini Augustini. - I-X v: Gebete. - XI-LXXXIX v: Marienoffizium (Schluss: fol. XC fehlt). - XCI-CVI: Busspsalmen und Litanei. - CVI v-CXXIX: Totenoffizium nach dem Brauch von Chartres. - CXXX-CLXXXII: Heiligensuffragien und Gebete (lateinisch und französisch) für Thomas von Aquin, Augustinus, Bernhard, Maria, Sebastian, Cosmas und Damian, Nikolaus, Katharina, Anna, Kreuzoffizium, Johannespassion u.a.
Zustand: Etwas fingerfleckig und gebräunt, durchgängig etwas wasserfleckig, die Miniaturen kaum betroffen, die Textbll. besonders zum Ende hin mit Farbauswaschungen und schwachen Verfärbungen, stellenweise mit Flecken und Klebstoffresten in den Rändern; die architekt. Rahmen außen knapp beschnitten, teilweise leicht angeschnitten, fol. CLXI am Bundsteg hinterlegt. Fehlt fol. XC (Schluss des Marienoffiziums).
A beautifully illuminated book of hours from the 16th century, whose 10 magnificent miniatures have been attributed to the workshop of the Master of François de Rohan. On the first fol. verso a full-size painting featuring a coat of arms surrounded by a laurel wreath and with a bishop’s crozier; above and below a banner bearing the motto ‘Conserva me domine’. - Some finger staining and tanning in the margins; faint water staining throughout, though the miniatures are scarcely affected; the text leaves, particularly towards the end, show slight blurring in places and some discolouration; some stains and traces of adhesive in the margins in places; some the architectural frames of the miniatures slightly trimmed on the outside; fol. CLXI restored at gutter. Lacking fol. XC (end of the Office of the Virgin Mary). Bound in 17th cent. full-calf wit gilt-tooled vignette on both covers; worn, restored; housed in elaborate modern grey morocco box with wooden elements.
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The First of Luther's Three Major Great Reform Treatises
Luther, An den Christlichen Adel
Luther, M. An den Christlichen Adel deutscher Nation: von des Christlichen standes besserung. Wittenberg, (M. Lotter, 1520). 4to (22:16,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Lucas Cranach und 1 Holzschnitt-Initiale auf Blatt A3. 50 nn. Bll. Hlwd. d. späten 19. Jh., etwas berieben und bestoßen, Bezug etwas verblasst bzw. leicht gebräunt, Bezugspapier an der vorderen Ecke unten etwas abgeblättert.
VD 16, L 3759; Benzing 684; Luther, TE 11; vgl. PMM 49. - Erster Druck der zweiten, endgültigen Ausgabe, um 1 Kapitel erweitert. Kurz zuvor erschien die erste Ausgabe mit 48 Bll. (letzes Bl. weiß) und ohne Holzschnittbordüre. In dieser vorliegenden endgültigen Fassung fügt Luther vor dem letzten Abschnitt noch ein neues Kapitel (das 26.) ein, über den Anspruch der Päpste, das heilige römische Reich vom griechischen Kaiser übernommen und an die deutsche Nation gebracht zu haben. Die erste der drei großen Reformationsschriften, in der Luther gegenüber dem Adel, von dessen politischer Macht er sich Beistand erhoffte, sein refomatorisches Programm entwickelt. "This was Luther's answer to the Bull of Excommunication published in Rome in June 1520 and it had a powerful effect on all classes of society ... religious agitation became political rebellion with profund immediate effects on the history of Europe, and later of much of the rest of the world ... 'To the Christian Nobility’ was published in the middle of August 1520 and by the eighteenth of the month four thousand copies were sold; seventeen further editions were published in the sixteenth century" (PMM). - Leicht, stellenw. etwas stärker gebräunt; leicht braunfleckig, zu Begin etwas fingerfleckig. Vereinzelt alte Marginalien in Tinte und Bleistift. Aus Sammelband entnommern, obere Ecke mit hs. alter Blattnummerierung im 200er Bereich. Obere Ecke des Titelblatts fachmänisch alt restauriert.
First printing of the second and final edition, expanded by one chapter. - Some browning, heavier in places; brownstaining an few fingermarks in places. Scattered old marginal notes in ink and pencil. Removed from an Sammelband; upper corner bears old handwritten page numbering in the 200s. Upper corner of the title page has been professionally restored. Bound in 19th cent. half-cloth, worn.
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Brahe, Astronomiae instauratae mechanica
Brahe, T. Astronomiae instauratae mechanica. Nürnberg, L. Hulsius, 1602. Fol. (31:20,5 cm). Mit gest. Porträt auf dem Titel, 6 (5 ganzs.) Textkupfern u. 25 meist größeren Textholzschnitten. 54 nn. Bll. Mod. flex. Prgt.
VD 17 23:270097W; Houzeau-L. 2703; Zinner 3929; Sparrow 29; Norman 320; Kenney 28; Tomash B 223; DSB II, 414. - Erste im Handel erhältliche Ausgabe, voraus ging 1598 ein Privatdruck in etwa 40 Exemplaren, den Brahe nur an Freunde und Gönner verschickte. Seine Erben verkauften die Platten und Druckstöcke an den Verleger Hulsius. "This book describes Brahe’s observatory, Uraniborg, on the island of Hven and gives a catalog of the instruments he used to obtain the precise measurements that allowed Kepler to determine planetary orbits. The work also contains Brahe’s autobiography and a description of how he divided his scales with transverse lines in order to make more accurate observations. Brahe was the last of the great observational astronomers before the invention of the telescope ... The engraving of the equatorial armillary sphere on C6 appears for the first time in this edition, replacing a woodcut, and the title page has an engraved portrait of Brahe, also replacing a woodcut" (Tomash). - Meist gebräunt oder stockfleckig. Bll. E3 u. E4 nach F2 verbunden, die irrige Bogensignatur von E4 handschriftlich korrigiert. Titel mit tektierter Stempelrasur, mit leichter Berührung des Porträts, Schlussblatt mit Stempelrasur mit Verlust weniger Buchstaben in der Unterschrift des Gedichts von Caukerichius. - Titel mit Vermerk "Ex Bibliotheca Windhagiana", also aus der Bibliothek des kaiserlich-österreichischen Juristen und Gegenreformators Joachim Enzmilner (1600-1678), der aufgrund seiner Verdienste 1651 mit dem Prädikat "von Windhag" geadelt wurde. Als großer Bibliophiler trug er eine bedeutende Bibliothek zusammen, die nach seinem Tod nach Wien gebracht wurde und dort öffentlich zugänglich war; im 1733 gedruckten Katalog ist das Werk enthalten (S. 542). 1786 wurde die entsprechende Stiftung aufgelöst und die Bibliothek - nur zum Teil - in die Universitätsbibliothek überführt. Versteigert 1990 bei Venator & Hanstein, Auktion 62, Los 760.
First trade edition, first published privately in 1598 in a very limited edition of about forty copies. Illustrated with an engraved portrait on the title-page, 6 large engravings and 25 mosty large woodcuts in the text. - Browning and staining. 2 leaves misbound. Erased stamp to title and last leaf, touching the portrait on title and with loss of few letters to last leaf. Recent limp vellum.
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Extremely Scarce
Horae B.M.V. (Eustace 1509)
Horae B. M. V. Heures à lusage de Paris toutes au lo(n)g sans riens req(ue)rir. Auf Pergament gedruckt. (Provins, G. Tavernier ?) für G. Eustace in Paris, 1509. (19:13 cm). Mit großer Druckermarke, 16 blattgroßen u. 17 kleineren Metallschnitten, sämtlich in Gold u. Farben prächtig altkoloriert, ferner durchgehend eingemalte Initialen u. Zeilenfüller in Blau oder Rot und Gold. 128 nn. Bll. Roter Samteinband des 18. Jahrhunderts mit durchbrochen gearbeiteten figürlichen Mittelstücken aus geschnittenem und graviertem Silber und gepunztem Goldschnitt, mit im 19. Jh. hinzugefügten Eckbeschlägen und Schließen aus Silber sowie grünen Seidenspiegeln- u. -vorsätzen eingefasst von ornamentaler goldgepr. Bordüre auf rotem Maroquin; Samtbezug teilw. berieben, Rücken restauriert.
BP16_101331; Moreau-Renouard I, 100. - Sehr seltenes Stundenbuch aus dem Verlag Eustaces. BP16 und USTC nennen keinen Standort, Moreau-R. kennt nur ein Expl. einer nicht benannten Privatsammung in Melun. "Les Heures de ce libraire sont encore justement recherchées: Le vélin en est fort beau, et les figures et les lettres initiales qui les décorent (sont) peintes avec beaucoup plus de soin que dans la plupart des autres livres de ce genre à la même époque" (Brunet V, 1644). Mit sehr sorgfältig gouachierten Metallschnitten von hoher künstlerischer Qualität. Die blattgroßen Darstellungen zeigen: Ölmartyrium des Johannes, Verrat und Gefangennahme Christi, Mariae Verkündigung, Sibylle verkündet die Geburt des Messias, Kreuzigung, Ausgießung des Hl. Geistes, Geburt Christi, Verkündigung an die Hirten, Anbetung der Hl. Drei Könige, Darstellung im Tempel, Flucht nach Ägypten, Krönung Mariens, David und Uria, David und Bathseba, Auferweckung des Lazarus und Dreifaltigkeit, die kleineren Schnitte mit Heiligendarstellungen. Auf dem Titelblatt Eustaches schöne Druckermarke mit zwei Zentauren. Der Hauptteil des Textes in lateinischer, die Gebete am Schluss in französischer Sprache. Die Zuschreibung des Druckes an Guillaume Tavernier ist laut BP16 inzwischen umstritten. - Im Rand teilw. etwas gebräunt und gering stockfleckig, bei der Miniatur der Kreuzigung am Mantel der Maria etwas Farbe abgerieben, sonst sehr gut erhalten. - Provenienz: Vorsatz mit kl. Besitzvermerk (des 18. Jh.?) eines Hervent Baen (?); gest. Exlibris Arthur-Auguste Brölemann (1826-1904); Sotheby's Sale May 4, 1926, Lot 119 "The only copy known"; hs. Besitzvermerk Rev. James Martin Niblo (1885-1958), dat. 1930; Reiss & Sohn, Auktion 91 (2003), Los 703; deutscher Privatbesitz.
Extremely scarce edition by G. Eustace of a latin book of hours for the use of Paris, printed on vellum. With Eustace's centaur device, 16 large and 17 smaller cuts, elaborately illuminated by hand in gold and colours. According to BP16, the attribution of the print to Guillaume Tavernier is now disputed. - Some marginal tanning and slight foxing, some colour rubbed off Mary’s cloak on the miniature of the Crucifixion. A very fine copy, bound in 18th cent. red velvet with engraved openwork silver centre-pieces and embossed gilt edges; with silver corner pieces and clasps, green silk doublures, framed by an ornamental, gold-embossed border on red morocco leather, all added in the 19th century; velvet covering partially worn, spine restored.
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Freidank, Proverbia eloquentis. (Leipzig um 1490)
Freidank. Proverbia eloquentis Freydangks innumeras in se utilitates co(m)plectentia. (Bescheidenheit, lateinisch u. deutsch). (Leipzig, K. Kachelofen, um 1490). 4to (22:16 cm). Got. Typ. 36 nn. Bll. Manuskript-Pergamentumschlag aus altem Material. In Holzschuber mit grünen Lederintarsien.
Hain 7360; GW 10323 ("um 1490"); BMC III, 629 (ohne Dat.); Goff F-310 ("1487-95"). - Erste Ausgabe, die einzige des 15. Jahrhunderts. GW kennt 13 Exemplare in öffentlichen Einrichtungen sowie 1 in Privatbesitz. Der Verfasser, ein Fahrender des 13. Jahrhunderts aus Schwaben, will mit seiner Sammlung religiöser und moralischer Erkenntnisse in schlichten und einprägsamen Sprüchen zur Urteilsfindung und Entscheidung zwischen Gut und Böse verhelfen. Die Sammlung erlebte zahlreiche Ausgaben und Bearbeitungen, von denen die von Sebastian Brant (1508) wohl die bekannteste ist. - Auf den Titel ein Kupferstich mit Ecce-Homo-Darstellung montiert, wohl von dem niederrheinischen Stecher Israhel van Meckenem d. J. (1440/45-1503). - Im Rand etwas feucht- und braunfleckig; erstes u. letztes Blatt etwas stärker fleckig. Geringe, tlw. zugelegte Wurmspuren, vereinzelt mit Buchstabenberührung, auf dem letzten Blatt im Fußsteg mit zugelegtem Wurmgang. Kleine Läsuren auf dem Titel restauriert, dort auch entfernter Stempel. Insgesamt in gutem Zustand.
First and only incunable edition. Engraving mounted to title. - Slight marginal staining and dampmarking; minor worming, partly restored. Small restored lesions and erased stamp to title. Overall in good condition. Recent vellum wrappers, made from a manuscript leaf. In wooden slipcase, inlaid with green leather.
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Ordo officii in Parasceve. Handschrift ca. 1547
Ordo officii in Parasceve. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Rom, ca. 1547. Blattgr. ca. 39:28 cm, Schriftspiegel 25,5:17 cm. Rotunda in schwarzbrauner u. roter Tinte sowie schwarzbraune Quadratnoten auf 3-4 roten Linien. Mit 44 zweizeiligen Initialen in Farben und Gold mit Illumination "en camaïeu" auf schwarzem Grund, jeweils mit figürl. u. floralen Zierleisten, sowie 123 einzeiligen Initialen und 16 Kreuzen jeweils in Gold u. Farben. 47 nn. Bll. Moderner Pergamentband, Goldschnitt.
Ordo für das Karfreitagsoffizium, möglicherweise für einen Bischof. Wohl Fragment aus einem größeren, alle Offizien der Karwoche umfassenden Ordines-Manuskript. Sorgfältig geschriebene und reich ausgestattete Renaissancehandschrift. Eine florale Zierleiste auf fol. 23r datiert MDXLVII. Die großen illuminierten Initialen stehen jeweils zu Beginn der verschiedenen Teile des Offiziums und weisen eine auf das Karfreitagsgeschehen bezogene Ikonographie auf: Hosea VI, fol. 2r: kreuztragender Christus, Zierleiste mit Grisaille-Totenschädel - erstes Gebet, fol. 3v: Marterwerkzeuge Hammer und Zange mit gekreuzten Geißeln - Exodus XII, fol. 4r: Kreuznägel und Dornenkrone mit Lanze und aufgespießtem Essigschwamm - Johannesevangelium, fol. 7r: betender Christus am Ölberg, mit Dornenkrone und Geißeln geschmücktes Kreuz - Bitte des Joseph von Arimathia um den Leichnam Christi, fol. 17r: Kreuznägel und Würfel, mit denen die Knechte um Christi Rock spielten - Beginn der allgemeinen Gebete, fol. 18v: Hohepriester Anas mit Kreuzesnägeln - Beginn der Gebete für die Kirche, fol. 19v: Geißeln und Säule - Oratio für den Papst, fol. 21r: die Hand, die Jesus geohrfeigt hat mit dem Geldbeutel Judas - Fürbittegebete für den Papst, fol. 21v: alle Marterwerkzeuge, Kreuz, Geißeln, Lanze und Schwamm - Fürbittegebete für den Klerus, fol. 22r: dornengekröntes Haupt Chrisi - Fürbittegebete für den "corpus ecclesiae", fol. 23r: Wasserkrug und Waschbecken für die Handwaschung des Pilatus - Fürbittegebet für den Kaiser, fol 23v.: Hammer und Zange - Fürbittegebet für das römische Reich, fol. 24r: Portrait des Hohenpriesters Kaiphas - Gebet "pro cathecuminis", fol 24v: 3 Kreuzesnägel - 2. Gebet "pro cathecuminis", fol 25r: Haupt Christi mit Heiligenschein - Gebet für die Kranken, Reisenden und Gefangenen, fol. 25v: 3 Würfel - Gebet für die Unglücklichen, fol. 26v: Hammer und Zange - Gebet für die Häretiker und Schismatiker, fol. 27r: Judas' Beutel mit 30 Denaren - 2. Gebet für die Häretiker, fol. 27v: "volto santo" (ohne Dornenkrone und Heiligenschein) - ab hier weitgehend in Wiederholung. Der sehr präzise, aber auch kühle Stil der Illumination ist bezeichnend für den einzigen Miniaturisten, der in den Akten der "tresoreria secreta" des Vatikans für die Jahre von 1535-1549 für seine Illuminationen für liturgische Manuskripte für die sixtinische Kapelle aufgeführt wird: den aus dem Languedoc stammenden Vincent Raymond. Er arbeitete unter den Päpsten Leo X., Clemens VII. und Paul III., dieser erhob ihn 1549 zum offiziellen Miniaturisten der päpstlichen Kapelle. Als Raymonds Hauptwerk gilt der Psalter Pauls III. von 1542 (heute MS Latin 8800 der Bibliothèque Nationale in Paris), der eine sehr ähnliche Art von Initialen "en camaïeu" aufweist (vgl. dazu L. Dorez, Psautier de Paul III. Paris 1909). - Stellenweise leicht fleckig, fol. 47r mit kleinem Farbfleck im weißen Rand. Erste und letzte Bll. mit Wurmlöchlein (vorne im weißen Rand, hinten vereinzelt mit Buchstabenberührung). Text teils leicht abgerieben, auf fol. 3v das Wort "proditor" tlw. gelöscht. Vereinzelt im weißen Rand kleine Läsuren durch Bereibung. Insgesamt in sehr guter Erhaltung und mit schönem, farbfrischen Kolorit.
With 44 initials "en camaïeu", possibly by the papal miniaturist Vincent Raymond. - Slight staining here and there, small marginal colour stain to 1 leaf. Few wormholes at beginning and end, partly touching letters.Text party somewhat rubbed. Recent vellum.
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Mit Weinsegen "Amor Johannis" - Wine Blessing
Missale plenum. Handschrift 14. Jh.
Missale plenum. Incipit: "Ad te levavi anima(m) mea(m)...". Lateinische Handschrift auf Pergament. Deutschland, 14. Jahrhundert. Fol. Blattgr. 35:24 cm, Schriftspiegel 23:16 cm. 2 Spalten, 30 (Kanonteil: 19) Zeilen. Braune Textualis formata in unterschiedlichen Schriftgrößen, Versalien rot gestrichelt, Hervorhebungen in Rot. Mit 5 sechs- bis achtzeiligen Initialen in Rot mit Knospenfleuronnée und Hunderten von mehrzeiligen Initialen in Rot, teilweise mit kleinen Ausläufern. 186 teilw. num. Bll., meist in Lagen zu 8 Bll., dazu je 1 leeres Bl. zu Beginn u. am Schluss (letzteres als Spiegel auf dem Rückdeckel). Später eingehängt in einen schönen und passenden blindgeprägten Schweinsledereinband über Holzdeckeln aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Mit großer Sorgfalt ausgeführte Pergamenthandschrift für den liturgischen Gebrauch, die trotz oder gerade wegen ihrer schlichten Ausstattung sehr ansprechend wirkt. Die Handschrift diente dem Gebrauch in der Messe, nicht der Repräsentation. Ihr Buchschmuck beschränkt sich fast ausschließlich auf einfache rote Lombarden, die gelegentlich durch kleine Sägeblattausläufer verziert sind, lediglich einige besonders wichtige Texte werden durch größere Initialen mit Knospenfleuronnée hervorgehoben. Das vollständige Missale enthält Proprium de tempore und de Sanctis, mit eingeschobenem Kanonteil, Commune sanctorum sowie Votivmessen. Kollation: a-p8, q6, r-z8, A4 (ohne Lagenreklamanten). Blattzählung: 16 num. (1-16), 8 nn., 48 num. (33-80), 32 num. (73-104), 82 nn. Bll.
Für eine Gebrauchshandschrift von außergewöhnlich guter Erhaltung: Einige kleinere Pergamentfehler, vereinzelt zeitgenössisch ausgebessert (genäht), gelegentlich leicht fleckig, das Schlussblatt mit etwas größerer Pergamenthinterlegung im Außensteg. Der Kanonteil, wie üblich, durch den besonders häufigen Gebrauch mit stärkeren Fingerspuren in den Rändern. Vereinzelt finden sich kleinere Anmerkungen u. Ergänzungen von verschiedenen Händen des 15. u. 16. Jahrhunderts, unter dem Textschluss u. auf dem leeren Schlussblatt einige längere Gebete und Lesungen, darunter ein mit "Amor Johannis" überschriebener Text, der wohl als Weinsegen diente. Der auch als "Johannisminne" bekannte Brauch einer Weinsegnung am Tag des Evangelisten Johannes (27. Dezember) war vor allem in den Weinlandschaften des deutschen Kulturraumes verbreitet.
Zum Einband: Die Handschrift wurde in späterer Zeit in einen prachtvollen Schweinsledereinband des Augsburger Buchbinders Caspar Horneffer (tätig 1562-1595) eingehängt. Der aus Suhla gebürtige Horneffer war ein langjähriger und vertrauter Freund Jakob Krauses (vgl. Haebler I, 168 f., Schunke, Jakob Krause S. 42, sowie F. Zoepfl, Jakob Krause u. Caspar Horneffer, passim). Der Vorderdeckel trägt als Mittelstück eine Salvatorplatte, der Rückdeckel Fides und Spes (EBDB p002614 & p002620; Haebler II, 232, XL & XXXIX). - Etwas fleckig u. berieben, am Rücken verkürzt und restauriert, Schließen erneuert.
Very attractive Latin missal on vellum, Germany, 14th century. 186 leaves (complete). In gothic script in brown ink, rubricated in red. With 5 red 6- to 8-line fleuronnée initials and numerous red Lombard initials. - Some natural vellum flaws (partly with neat contemporary repairs), occasional light spotting, old marginal repair to blank outer margin of final leaf. Occasional traces of use and marginal thumbmarks, especially in the Canon of the Mass. Neat 15th and 16th century marginalia in places, some longer notes at end include a text headed 'Amor Johannis', presumably for the blessing of wine at the feast of Saint John. Recased in a handsome 16th century full pigskin binding by Caspar Horneffer (remboîtage), somewhat rubbed and spotted, clasps renewed.
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Fourth State of the First Double-Cordiform World Map
"Nova universi orbis". (Finé-)Wechel
"Nova, et integra universi orbis descriptio". Weltkarte in doppelherzförmiger Projektion, umgeben von floraler und figürl. Bordüre mit Titelschriftband und Wappen oben, unten Schriftkartusche. Holzschnitt (von O. Finé) bei C. Wechel (aus P. Mela u. J. Watt, De orbis situ, Paris), 1540. 28,5:41,5 cm.
Shirley 66; Karrow 27/4.4 ("printed from the same woodblock but with changes in the letterpress text"); Nordenskiöld, S. 90 u. vgl. Abb. XLI (EA 1531); s. a.: The World Encompassed 64; BSB, Kunstwerk 18 mit Abb.; Tooley, Antarctica 1; Schilder, Australia unveiled 7 mit Abb.; Wolff 85 u. Abb. S. 150; Wagner XV; Suarez, Shedding the veil 19; Clancy, Terra Australis S. 122; 16th Cent. Canada 139. - Sehr selten; erstmals mit Dat. 1531 und mit dem Namen von Oronce F. in der Kartusche erschienen; vorliegend im 4. Zustand von 6. Die berühmte doppelherzförmige Karte ist "eines der reizvollsten Zeugnisse für das kartographische Bemühen seiner Zeit" (Wolff) und "gilt als die erste ihrer Art" (Lex. Kart. S. 223), die auch 1538 von G. Mercator als Vorlage benutzt wurde. Die dekorative, wenngleich etwas gewöhnungsbedürftige Darstellung der Welt berücksichtigt die neuesten Entdeckungen, darunter diejenigen von G. da Verrazzano, Cortés und Magellan. Des Weiteren folgt Finé den bis dato bekannten Erkenntnissen, u.a. basierend auf Ptolemaeus oder auch dem Globus von Franciscus Monachus. Die auffälligsten Darstellungsweisen sind dabei die Einzeichnung einer Landverbindung zwischen Nordamerika und Asien sowie des ausgedehnten Südkontinents mit der gerühmten Inschrift 'Terra australis recenter inventa, sed nondum plene cognita'. Der Holzstock wurde bis 1555 für weitere Veröffentlichungen mit nur geänderten Textkartuschen benutzt. - Papier mit kl. Wasserzeichen. - Je 1 alte Faltstelle seitlich, schwache horizontale Knickfalte mittig.
Fourth state (of 6) of the famous double-cordiform map by Oronce Finé (Finaeus); first published with date 1531, here changed and without Fine's name. "This unusual and visually arresting projection must have been seen as a cartographic tour de force. While perhaps not a practical solution to the mapping of the world, it was certainly an elegant one, and one well suited to demonstrating the application of transcendent mathematical principles to worldly affairs" (Karrow p. 179). It is the first map of its kind, and "geographically much superior to the large oval map by S. Münster-H. Holbein in the Basle edition" (Shirley). Finé included the latest discoveries, e.g. "the 'Mare magellanicum', one of the first uses of the navigator's name in such a context" (Sh.). Furthermore with the also famous depiction of a prominent southern continent 'Terra australis', noted as being discovered, but not yet explored. On the other hand Finé still follows Ptolemy, whilst showing a joining land bridge between North America and Asia. - Paper with small watermark. - Uncol. Old vertical fold at sides, slight horizontal fold at center. Fine copy of this scarce map.
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Bonelli, Hortus Romanus I-V. 5 Bde.
Bonelli, G. Hortus Romanus juxta systema Tournefortianum paulo strictius distributus. Adumbrationem dirigente L. Sabbati. Bände 1-5 (von 8) in 5 Bdn. Rom, Paolo Giunchi für Bouchard u. Gravier, 1772-1778. Gr.-fol. (57:40 cm). Mit 4 (statt 5) gest. altkol. Titelvignetten und 500 altkol. Kupfertafeln (ohne die Porträts und den Plan). Hprgt. d. Zt. mit Rvg. u. Rtit., berieben, etwas beschabt und fleckig, Gelenke teilw. eingerissen, Rücken mit kl. Wurmspuren, Kanten mit Prgt.-Streifen verstärkt, Bd. 3 mit Perforation im Rückdeckel, freie Vorsätze teilw. entfernt.
Nissen, BBI 200; Stafleu-C. 634; Hunt 629 (ebenfalls nur Bde. 1-5); Dunthorne 45. - Einzige Ausgabe. Eines der schönsten in Italien gedruckten botanischen Werke. Die ungewöhnlich flächig radierten Darstellungen von Maddalena Bouchard nach Zeichnungen von Cesare Ubertini betonen den malerisch-dekorativen Eindruck und stellen dagegen den wissenschaftlichen Anspruch etwas zurück. Sie wurden, wohl insbesondere deshalb, besonders in französischen Rezensionen kritisiert "d'une exécution fort médiocre" (Brunet). Dunthorne urteilt jedoch sehr positiv: "engraved in an unusually broad manner, well coloured with opaque colours, producing extremely decorative plates, noteworthy among which are those of melons, cucumbers, gourds, pineapple, aloes, tulips, datura &c." Bonelli hatte nur einen kurzen Teil von Band 1 verfasst, die übrigen Texte der Bände 1-5 stammen von Liberato Sabbati, die Herausgabe besorgte Niccolo Martelli. Laut einem von Nissen eingesehenen Prospekt war eine Auflage von 300 Exemplaren vorgesehen, von denen nur wenige koloriert wurden. "It is not likely that this number was actually reached, certainly not for the later volumes (vols. 6-8 are very scarce)" (Stafleu-C.). Kollation: 4 Bll., VIII, 29 S. 100 Taf.; 3 Bll., VI, 22 S. 100 Taf.; 2 Bll., IV, 18 S. 100 Taf.; 2 (statt 3) Bll., 22 S. 100 Taf.; 3 Bll., 16 (statt 20) S. 100 Taf. - Vorsätze mit gest. Exlibris u. Titel mit kl. Sammlerstempel des französ. Architekten Charles Edouard Mewès (1889-1969). - Breitrandig. Vereinzelt leicht gebräunt, wenige unbedeutende Fingerspuren im Rand, Titel der Bde. 2-3 sowie Vorstücke u. Text von Bd. 5 lose; letzte Taf. von Bd. 1 mit Knickspur, letzte 2 Tafeln von Bd. 3 mit kl. Perforation im Kopfsteg, Bd. 4 stellenweise mit schwachem Wasserrand an der Außenkante des Fußstegs, Bd. 5 ab Taf. 72 mit schwachen Wasserflecken im Fußsteg, ab Taf. 88 stärker werdend, ab Taf. 97 dort auch mit kl. Wurmspur. Fehlen die 5 gest. Porträts, der doppelblattgr. Plan des botan. Gartens, das Titelblatt zu Bd. 4 u. die Seiten 17-20 aus Bd. 5.
The first five volumes of the magnificently illustrated Italian botanical work with 4 (of 5) engraved hand-colured vignettes and 500 engraved hand-coloured plates. Stafleu-C. notes that the proposed number of 300 copies, of which only a few were coloured, was probably not reached - especially not for the scarce vols. 6-8 that are also lacking here. - Engr. bookplates to pastedowns and small collector's stamp to margin of titles of the French architect C. E. Mewès. - Wide-margined. Scattered light tanning, a few insignificant finger marks on the margins; the titles of vols. 2–3, as well as the preliminary sections and text of vol. 5, are loose; crease mark to final plate of vol. 1, the last two plates of vol. 3 with small single perforation to top margin, vol. 4 in places with faint water marks on the outer edge of the bottom margin, vol. 5 from plate 72 onwards with faint water stains in the bottom margin, becoming more pronounced from plate 88, plates 97-100 also with a little worming there. Lacking the 5 engraved portraits, the double-page plan of the botanical garden, the title page of vol. 4 and pages 17–20 of vol. 5.
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Seligmann, Verzameling van Vogelen. 9 in 5 Bdn.
Seligmann, J. M. Verzameling van uitlandsche en zeldzame vogelen, benevens eenige fremde dieren en plantgewassen: in't Engels beschreven en med kleuren afgebeeld door G. Edwards en M. Catesby: Vervolgens verbeterd, in't Hoogduitsch uitgegeven; Thans in't Nederduitsch vertaald... door M. Houttuyn. 9 in 5 Bdn. Amsterdam, J. Ch. Sepp, 1772-1781. Fol. (42:27 cm). Mit 473 altkol. Kupfertafeln von Seligmann u.a. nach G. Edwards u. M. Catesby. Marmor. Ldr. d. Zt. mit 2 farbigen Rückenschildern, Rückenvergoldung u. floraler Deckelfilete auf allen Deckeln; Kanten etwas beschabt, einige oberflächliche Abplatzungen, Ecken und Rücken an Kapitalen und Gelenken restauriert, Lederbezug an 2 Gelenken erneut eingerissen.
Nissen, IVB 859; Fine Bird Books 93; Zimmer 200; Schlenker 373.3. - Einzige Ausgabe in niederländischer Sprache, selten. Mit ca. 425 Darstellungen von Vögeln, darunter Papageien, Paradiesvögel, Kraniche, Enten, Spechte, Eulen, Greifvögel sowie Darstellungen von Säugetieren, Fischen, Schildkröten, Insekten u.a. Die Tafeln nach G. Edwards "A natural history of uncommon birds" und "Gleanings of natural history" sowie Mark Catesby "The natural history of Carolina", von Seligmann mit szenischen Hintergründen und botanischen Darstellungen vermehrt. Die Legende der Tafeln in deutscher, lateinischer u. französischer Sprache. - Schönes, kaum fleckiges Exemplar, wenige Tafeln mit schwachem Wasserfleck im äußersten Rand. 20 Tafeln mit Sammlerstempel im unbedruckten Teil der Darstellung, teilw. auf dem Plattenrand. 1 Taf. mit Randeinriss, 1 freies Vorsatzbl. mit kl. Löchern durch Entfernung des Sammlerstempels.
Only Dutch edition. 9 vols. bound in 5, illustrated with 473 plates in fine contemp. colouring, about 425 depicting birds. "The plates (after Edwards and Catesby) were re-engraved by Seligmann and some of those by Edwards further embellished by the addition of figures of plants not in the originals... The text appears to follow Edwards and Catesby closely, with the addition of descriptions of the new botanical subjects" (Zimmer). - Private collector's stamp to the white areas of 20 plates, minor waterstaining to margin of few plates, marginal tear to 1 plate, small holes to 1 free endpaper, else a fine, nearly stain-free copy. Bound in contemp. mottled full-calf, spines gilt and with 2 labels, gilt floral borders to covers; edges slightly scuffed, some superficial flaking, corners and spine at capitals and joints restored, leather split again at 2 joints.
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Rare Set of Bi-lingual Wall Maps
Weltkarte + Erdteile. 5 Bll. Clouet-Mondhare
Weltkarte und Erdteile. 5 Bll. Kupferstich-Karten von (J. B. L.) Clouet bei L. Mondhare, Rouen, Paris und Cadiz 1776. Mit meist 2 figürl. oder ornament. Kartuschen und zusammen 3 kl. Nebenkarten; jeweils eingefasst von breiten Bordüren mit 20 Vignetten sowie mit französ.-span. Titel und Text. Jeweils von 4 Platten gedruckt u. zusammengesetzt; je ca. 96:122 cm.
Tooley, Mapmakers I, 274 (C.) u. III, 270 (M.); ders., Africa S. 32 (dat. 1788); Amerika: Lowery 643 (dat. 1782). - Seltene Wandkarten. Laut TMM in der Erstausgabe (von mindestens 3), mit der Dat. 1776 in beiden Titelkartuschen. Alle außerordentlich dekorativ durch die breite Rocaille-Bordüre mit den histor. oder biblischen Szenen zur Entdeckungsgeschichte, ebenfalls mit zweisprachigem erläuterndem Text. - Gereinigt u. verstärkt, das alte Grenzkolorit teilw. noch sichtbar; etwas angestaubt u. fleckig sowie mit einigen hinterlegten Bruchstellen, Einrissen u. Löchern in den alten Faltstellen. Zahlreiche Randausrisse u. -einrisse ergänzt bzw. rep.; Außenränder mit Papier verstärkt. Weltkarte u. Afrika: 1 bzw. 2 Eckausrisse unten. Europa: Fehlstelle oben mittig im Text u. kl. Eckausriss unten links. Gerollt.
Extremely rare set with bi-lingual wall maps of the world and of the 4 continents by Clouet & Mondhare. According to TMM in its first edition (of minimum 3) with date 1776 and with French and Spanish titles. Attractively decorated with ornamental borders containing 20 vignettes, each with historical or biblical scenes of the main discoveries, the descriptions are bi-lingual too. The fine "Carte generale de la terre - Mappa mundi" in 2 hemispheres supported by figures of Atlas and Hercules, surrounded by armillary sphere and 8 smaller planetary systems et al., furthermore with explorer tracks 1525-1709, the latest entry is "Cap de bone esperance fixé par les Observ.ons de 1752". - Uncol. Each map in 4 sheets, joined. Cleaned and strengthened, the former outline col. faded resp. still visible in places; dusty and with some spotting; repairs to some cracks, holes and tears at old foldings affecting image. Repairs to several small marginal tears and splits, some of them replaced; outer margins backed with strong paper. World map and Africa with tear-out to lower corners. Europe: loss of text at top center and small tear-out to lower left corner. Rolled up.
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Hobbes, Leviathan
Hobbes, T. Leviathan, or the matter, forme & power of a common-wealth ecclesiasticall and civill. London, Printed for Andrew Crooke, 1651. Fol. (29:19,5 cm). Mit gest. Titel u. 1 gefalt. Tabelle. 3 Bll., 396 (recte 394) S. Ldr. d. Zt.; berieben, etwas bestoßen und fleckig, Spiegel und Vorsätze fleckig und mit kleinem rotem Siegel..
PMM 138; Kress 830; Macdonald-Hargreaves 42. - Erste Ausgabe, kenntlich u.a. an der Holzschnitt-Titelvignette, die einen Kopf enthält ("head edition"). Bei den zwei anderen 1651 datierten Ausgaben handelt es sich um einen kurz nach 1651 erschienenen holländischen und einen wesentlich späteren Nachdruck. "The fundamental nature of his speculation has stimulated philosophers from Spinoza to the school of Bentham, who reinstated him in his position as the most original political philosopher of his time" (PMM). - Vorsätze fleckig, durchgehende Papierbräunung, stellenweise feuchtigkeitsrandig, teils stockfleckig, gest. Titel im weißen Rand etwas fleckig, Drucktitel teils fleckig, Falttabelle stockfleckig und gebräunt ebenso letztes Blatt. Vorsatz mit altem Besitzvermerk von D. G. Ekendahl, Upsala; Exlibris Leonard Rääf.
The original edition as described by Macdonald-Hargreaves, with "head" ornament on title page. - Generally some browning, foxing in places, waterstaining to text leaves in places, partly affecting printed area, some staining to white margins of engr. title and to printed title, foxing and browning to fold. table and last leaf. - Bound in contemporary calf, some rubbing and staining, staining and small red wax seal to endpapers.
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Discovery of the Rings and Satellites of Saturn
Huygens, Systema Saturnium + Beibände
Huygens, C. Systema Saturnium, sive de causis mirandorum Saturni phaenomenon, et comite ejus planeta novo. Den Haag, A. Vlacq, 1659. 4to (20,5:16 cm). Mit 1 gefalt. Kupfertafeln, 11 Textkupfern u. 8 Holzschn.-Fig. im Text. 6 Bll., 84 S. - Vorgebunden: Ders. De circuli magnitudine inventa. Accedunt eiusdem problematum quorundem illustrium constructiones. Leiden, Elzevier, 1654. Mit zahlr. Holzschn.-Diagrammen. 4 Bll., 71 S. - Nachgebunden: L. Zumbach von Koesfeld. Paradoxum novum mechanico-astronomicum hoc est Planetolabium, hactenus diu multuquè desideratum. Leiden, Daniel a Gaasbeck, 1691. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln und zahlreichen typographischen Initialen mit breiter Holzschn.- Bordüre und winzigen eingedruckten Sternzeichensymbolen in den Tabellen "Hypotheses". 6 Bll., 80 S., 12 Bll. - Zusammen 3 Werke in Ldr. d. Zt. mit Rückentit. und oxydierter Rückenverg., kaum berieben, Bezug an Ecken und Kanten minimal abgenutzt.
I. PMM 154 Anm.; Bierens de Haan 2210; Norman 1136; Dibner 9; Sparrow 110; DSB VI, 604 u. 612, Nr. 6. - Sehr seltene erste Ausgabe der kleinen Schrift, deren Bedeutung für die Astronomie unseres Planetensystems Galileis 'Sidereus nuncius' vergleichbar ist. Die Entdeckung der Saturnringe. "Although Galileo had observed the peculiar shape of the planet Saturn, it was the advanced telescope construction and observation of Huygens that led to a correct analysis of its changes ... In it (Systema Saturnium, 1659) the rings and satellites of Saturn were described, also the explanation of their appearance and disappearance, and a micrometer used in making the observations" (Dibner). "The work also contains many other observations on the planets and their satellites, all contributing to a strong defense of the Copernican system" (Norman).- Geringe Papierbräunung, S. 5/6 mit großem Textkupf. seitl. eingefaltet, die Falttafel mit alter handschr. Tinten-Nr. im weißen Rand, das in den weißen Rand hineinreichende Kupfer auf S. 60 angeschnitten mit lediglich 5 mm Bildverlust links.
II. Bierens de Haan 2200; Wellcome III, 323; Willems 746; DSB VI, 599 u. 612, Nr. 2. - Erste Ausgabe. Bedeutende Abhandlung über die Kreismessung, "in welcher nicht nur die von Snellius unbewiesen gelassenen Sätze mittels Schwerpunktbetrachtungen, also auf Grundlage (seiner) Schrift von 1651, gesichert wurden etc." (Cantor II, 716). - Zeitgenössisch mit weißem Papier durchschossen, wenige der weißen Blätter mit sorgfältigen alten Tintenanmerkungen der Zeit, die sich auf Huygens Schrift und den Satz des Pythagoras beziehen, wenige Bll. mit schwachen Feuchtigkeitsspuren.
III. Zinner, Instrumente 598; Tomash Z 14. - Erste Ausgabe. Beschreibung eines vom Verfasser entwickelten Astrolabiums. Zumbach war Mathematiker des Kurfürsten von Trier. - Zus. 3 Werke in 1 Band.
A fine sammelband. - I. Scarce first edition, the discovery of the rings and satellites of Saturn, comparable in importance for astronomy with Galilei's "Sidereus Nuntius"; large text engraving on pp. 5–6 folded at side and with old handwritten ink number in white margin; the copperplate engraving on p. 60, which extends into the white margin, is trimmed with ca. 5mm loss of image. - II. First edition. - At the time of binding interleaved with white paper, few of which with neat annotations in ink, mild dampstaining throughout. - III. First edition of a description of the astrolabe devised by the author. - 3 works in 1 contemporary calf, oxydised gilding and title to spine, minor flaws to covers.
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"... das letzte Gold verfallener Sterne."
Trakl, Typoskript von "An den Knaben Elis"
Trakl, Georg (Dichter; 1887-1913). Typoskript des Gedichts "An den Knaben Elis" mit eigenhändigen Korrekturen u. Unterschrift. O.O. u. J. (1913). Fol. 34:21 cm). 1 S.
Autographen Trakls sind von größter Seltenheit. Vorliegend die einzig bekannte Niederschrift des bekannten Gedichts, dessen Erstdruck in der Zeitschrift "Der Brenner" erfolgte (Jg. 3, Heft 15, erschienen am 1. Mai 1913). Danach abgedruckt in "Gedichte" (Leipzig, K. Wolff, 1913) und "Sebastian im Traum" (Ebenda 1915). Überschrift, sechs dreizeilige Strophen und eine Schlusszeile. Typoskript auf festem Durchschlagpapier, violettes Farbband, die ersten 5 Zeilen etwas schwach abgedruckt, dann, wohl nach Farbbandwechsel, kräftig. Mit einigen Ergänzungen von Satzzeichen, Streichungen und Korrekturen in Tinte oder, wie die Unterschrift, mit Blei- oder Kopierstift. - Dreifach gefaltet. Vereinzelte Ausstanzungen durch Typendruck, im Unterrand mit kleinem Fleck, schwacher spiegelbildlicher Abklatsch des Textes zwischen den Zeilen, durch die Faltung des Blattes hervorgerufen. - Aus dem Besitz Trakls ging das Typoskript an Ludwig von Ficker (1880-1967), Freund des Dichters und Verleger des "Brenner". Mitte der 1960er Jahre schenkte dieser das Blatt dem Germanisten Walter Killy (1917-1995) als Dank für dessen Mitarbeit an der historisch-kritischen Werkausgabe von Trakls Dichtungen und Briefen. - Dörling (Hamburg), Auktion 161 (1995), Los 1035; Hauswedell & Nolte (Hamburg), Auktion 374 (2003), Los 941.
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Sweertius, Florilegium
Sweertius, E. Florilegium, tractans de variis florib(us) et aliis indicis plantis ad vivum delineatum. De novo correctum et emendatum. 2 in 1 Bd. Frankfurt, E. Kempfer für den Autor, 1612. Fol. (39,5:28,5 cm). Mit kol. Kupfertitel und 110 Kupfertafeln. 20 Bll. (inkl. gest. Titel mit Rückentext, d.l.w.), 1 Bl. Titel zu Bd. 2. Blindgepr. Schweinsldr. über Holzdeckeln mit 2 Metallschließen, etwas fleckig oder berieben.
VD 17 7:647630R; Nissen, BBI 1920; de Belder 347; Hunt 196. - Das Werk war eigentlich als Verkaufskatalog konzipiert. "Angepriesen werden darin vor allem bulbosae vel tuberosae radices, also Zwiebeln von Tulpen, Narzissen, wie sie damals neben wohlriechenden Bäumen und anderen exotischen Gewächsen die Gärten füllten" (Nissen S. 68). Sweerts (1572-1612) war Blumenhändler und Direktor der Gärten Kaiser Rudolfs II., in dessen Auftrag das Werk erschien. Die Tafeln folgen dem 1611 erschienenen Florilegium von de Bry, das seinerseits auf Vallet beruht. "The work is notable for the many fine plates of bulbous varieties, particularly tulips and its popularity led to five subsequemt editions" (de Belder). Vorliegend der Kupfertitel mit Vermerk "De novo correctum et emendatum" aber mit Erscheinungsjahr 1612 (so auch bei Hunt), der Text beginnt mit Bl. ***2, der Widmung an Kaiser Matthias (VD 17 1:680596C hat noch ein Bl. ***1 mit einer zusätzlichen Widmung an die Generalstaaten), Kupfertitel mit Privileg der Generalstaaten. Ein Drucker "Anthonius Kempner" in Frankfurt ist nur durch den Kupfertitel dieses Werks belegt; es scheint sich um ein Versehen des Kupferstechers zu handeln, vermutlich hat beide Teile Erasmus Kempfer für den Autor gedruckt. Ohne das nur wenigen Exemplaren beigebundene Porträt. - Nahezu jeder Tafel ist ein weißes Blatt zum Schutz vorgebunden. Stellenw. gebräunt oder etwas stockfleckig; vereinzelt mit schwachem Wasserrand; die ersten 3 Tafeln mit Wurmloch im Bild, Tafel 32 mit Löchlein durch Rostfleck im Bild. Kupfertitel restauriert, das Kolorit etwas schwach.
First edition, with coloured engraved title and 110 engr. plates depicting c. 560 specimens of flowers. "The Sweert book was actually a sale catalogue for plants that the author would have to sell during the Frankfurt Fair" (Hunt). - Browning or some foxing in places; slight waterstaining to few plates; wormhole to 3 plates, tiny hole to 1 plate; engraved Title restored. Without the portrait, which was apparently not provided with all copies. Else attractively bound in contemporary blindtooled pigskin over wooden boards with 2 clasps, some staining and rubbing.
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Once Owned by Gabrielle Angélique de Bourbon
Horae B.M.V. (Hardouyn ca. 1520)
Horae B. M. V. Hore divine virginis Marie secundum usum Romanum, cum aliis multis folio sequenti notatis. Auf Pergament gedruckt. Paris, G. Hardouyn, ca. 1520. (17:11 cm). Mit großer Druckermarke sowie 21 fast ganzseitigen und 12 kleineren Miniaturen in Gold und Farben über Holz- oder Metallschnitten, dazu zahlr. eingemalte Initialen in Blau oder Rot u. Gold, alle Seiten von Goldbordüre eingefaßt, bei den großen Miniaturen als Architekturbordüre ausgeführt. 96 nn. Bll. Weinroter Maroquinband des 17. Jahrhunderts mit reicher Vergoldung, Stehkantenvergoldung u. Goldschnitt; Gelenke u. Kanten etwas berieben.
BP16_104016; Moreau-Renouard II, 2355; Bohatta 1045; Brunet, Heures 254; Lacombe 304. - Ungewöhnlich reich illustriertes lateinisches Stundenbuch, mit Almanach für 1520-1532. Die Illustrationen, darunter auch einige selten benutzte Motive, sind sämtlich als deckende Miniaturen ausgeführt und weichen häufig stark von den darunter liegenden Schnitten ab. Sie zeigen Johannes auf Patmos, Jesus und die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane, Vertreibung aus dem Paradies, Mariae Verkündigung, Heimsuchung, Geburt, Verkündigung an die Hirten, Anbetung der Hl. 3 Könige, Darstellung im Tempel, Betlehemitischer Kindermord, Krönung Mariens, David und Uria, David und Bathseba, "Les Trois Vifs", Hiob und seine Freunde, Kreuzigung, Grablegung, Pfingsten, Maria im Strahlenkranz und Dreifaltigkeit; die übrigen mit Heiligendarstellungen. - Teilw. etwas fleckig, Bordüre des Titelblattes berieben, Blatt A6 im Bundsteg etwas eingerissen und gelockert, die kleine Miniatur des Petrus mit geringer Farbverwischung. Freie Vorsatzblätter mit eingemalten Wappen der Nogaret de Valette und von Gabrielle Angélique de Bourbon, Mademoiselle de Verneuil (1603-1627), Tochter von Henri IV.
Latin hours for the use of Rome, printed on vellum. With Hardouyn's device, 21 large and 12 small cuts, are all executed as opaque miniatures in gold and colours and often differ significantly from the cuts beneath them. Gilt borders to each page, in the case of the large miniatures as architectual designs. - Some occasional staining, some rubbing to title-page, leaf A6 somewhat loosening due to tear at gutter, the small miniature of St Peter with slight colour smudging. Bound in 17th cent. red morocco, spine and covers richly gilt, edges gilt; light wear to extremities. Coat-of-arms of Nogaret de Valette and Gabrielle Angelique de Bourbon, Mademoiselle de Verneuil painted in gold and colours to front free endpapers.
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Blaeu, Theatrum... Sabaudiae ducis. 2 Bde.
Blaeu, J. Theatrum statuum regiae celsitudinis Sabaudiae ducis, Pedemontii principis, Cypri regis. 2 Bde. Amsterdam, J. Blaeus Erben, 1682. Imp.-fol. (58:39 cm). Mit 2 gest. Titeln, gest. Wappen, 4 gest. Porträts, 1 doppelblattgr. gest. genealogischen Tafel u. 134 (113 doppelblattgr.; 11 gefalt.) Kupfertafeln mit Ansichten, Karten und Plänen. 11 Bll., 123 S. u. S. b91, 1 Bl.; 6 Bll., 165 S., 1 Bl. Or.-Prgt. mit Vergoldung, goldgepr. Rückentitel u. Goldschnitt; etwas fleckig, Vorderdeckel etwas aufgebogen, dieser bei Bd. 1 auch stärker fleckig; etwas berieben u. Kapitale etwas bestoßen, ohne die Bänder.
Koeman IV-1, 43:311.1-2. - Seltene erste Ausgabe des prachtvollen Städtebuches von Savoyen, mit lateinischem Text. Es ist das Ergebnis eines ehrgeizigen Vorhabens, das Herzog Karl Emanuel II. von Savoyen in den 1660er Jahren ins Leben gerufen hatte und das in den 1680er Jahren unter Herzogin Maria Johanna von Savoyen-Nemours vollendet wurde. "The first volume includes Piedmont and starts with 29 plates of the residence city of Turin and the surrounding palaces. it continues with the towns of Piedmont. The second volume is devoted to Savoy and some smaller regions" (K.). - Etwas gebräunt bzw. braunfleckig, teils stärker u. ca. 8 Tafeln sehr stark betroffen, stellenw. auch etwas Druckabklatsch. Vereinzelt Knitterfalten, bei 1 Falttafel in Bd. 2 der rechte Blattrand ausgefranst. Vereinzelt etwas knapprandig. Bd. 1 mit gest. Wappen-Exlibris.
Two volumes. First edition of this splendid townbook being published by J. Blaeu's heirs, with Latin text. With 2 engraved titles, 4 engr. portraits, engr. coat-of-arms of the Duke of Savoy, engr. double-page genealogical table and 134 (113 double-page, 11 folding) engr. maps, plans and views. - Somewhat browned resp stained, heavier in places, c. 8 plates with severe browning; some offsetting in places. A few creases, marginal fraying at right to one of the folding plates in vol. 2. Plates ccasionally a bit narrow margined. Bound in original Dutch publisher's vellum gilt; somewhat stained, heavier to front cover of vol. 1. Slightly rubbed, front covers somewhat warped, and head and tail of spines scuffed. Without ties.
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Petrus Comestor. Historia scholastica. Handschrift 13. Jh.
Petrus Comestor. Historia scholastica. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Frankreich, 2. Hälfte d. 13. Jh. Fol. Blattgr. 30:20 cm, Schriftspiegel ca. 18,5:10,5 cm. 2 Spalten, 50 Zeilen. 173 (statt 181) nn. Bll. Gotische Buchschrift in schwarzbrauner Tinte. Mit 23 meist größeren, blau-rot ornamental gespaltenen Initialen mit weit auslaufendem Federwerk sowie zahlreichen kleineren roten u. blauen Fleuronnée-Initialen, Hervorhebungen in Rot. Schaflederband d. Zt. über Holzdeckeln, stark berieben u. fleckig, Rücken fehlt überwiegend.
Attraktive Handschrift eines äußerst wichtigen Textes des Mittelalters. In Lagen zu 8 Bll., nur die letzte Lage hat 5 Bll. Alte Lagenzählung. Petrus Comestor (ca. 1100-1178) lehrte Theologie an den Domschulen von Troyes und Paris, er war zunächst Dekan des Domkapitels in Troyes, später wurde Kanzler von Notre Dame in Paris, wobei ihm auch die Domschule unterstand. Sein Hauptwerk, die "Historia scholastica", stellt eine Art Weltgeschichte anhand der Bibel dar, aber unter Hinzuziehung der Kirchenväter und klassischer Autoren wie Flavius Josephus sowie von apokryphen Erzählungen. Sie wurde bald Unterrichtsstoff in Paris und Oxford und fand in vielen Bearbeitungen und Übersetzungen Verbreitung. "Die Bedeutung der 'H. s.' für die Weitergabe von Bibelwissen an die angehenden 'litterati' wie an die 'illiterati' kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ihre große Bedeutung bestätigen einige hundert Textzeugen ... Eine nicht minder breite indirekte Wirkung entfaltete die 'H. s.' als Quelle für die lat. Historiographie, Geschichts- und Bibeldichtung des 12. bis 15. Jh.s ... Exzerpiert wurde sie aber auch für Kommentare und Wissenskompendien aller Art ... Darüber hinaus wurde sie in verschiedene Volkssprachen übersetzt und exzerpiert; sie diente als Quelle für die volksprachige Bibeldichtung und -paraphrase in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, u. a. für Weltchroniken und Reimbibeln, für Historienbibeln und Bibliae pauperum, Antikenroman, Dramen, Sermones und Homilien, Lehr- und Erbauungsbücher, Rechtstexte u. a." (Verfasserlexikon XI, 1206f.). - In den Rändern stellenw. mit Marginalien und Begriffsschemata des 13. und 14. Jahrhunderts. Bl. 1 im oberen Rand mit einer Notiz aus dem 16./17. Jh.: "Hoc opus, est Petri Comestoris sub tit. Historia scholastica. Author vixit saeculo XII. fuit decan. trecens. postea cancl. Paris.". Meist leicht gebräunt u. etwas fleckig, stellenw. im Rand auch etwas wasserfleckig; hier u. da mit Randläsuren oder Pergamentfehlern. Fehlt Lage 4 (zu Exodus). - Provenienz: Tenner (Heidelberg), Auktion 104 (1975), Nr. 1; Dörling (Hamburg), Auktion 98 (1979), Nr. 122.
Attractive manuscript of a very important medieval work, with 23 mostly large puzzle initials in red and blue with penwork and numerous initials in blue and red, partly with penwork. - 13th and 14th century marginalia in places. Mostly slightly browned and somewhat stained, some marginal waterstaining in places; marginal lesions here and there. Lacking gathering 4 (8 leaves). Sheepskin over wooden boards, heavily rubbed and staines, lacking spine.
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Bernhard von Parma, Casus longi. Handschrift 14. Jh.
Bernhard von Parma (Bernardus Parmensis de Botone). Casus decretalium (Casus longi super quinque libros decretalium). Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Italien, 1. Hälfte d. 14. Jh. Schriftspiegel ca. 27,5-28,5:17,5-18,5 cm, Blattgr. 41:26 cm. 2 Spalten, 58-64 Zeilen. Gotische Buchschrift in brauner Tinte. Mit sehr zahlreichen zweizeiligen Initialen in Rot u. Blau, rubriziert in Blau u. Rot. 109 (statt 118?) Bll. (d.l.w.). Schafslederband über Holzdeckeln, stärker fleckig u. berieben, ohne Schließen u. Beschläge, Rücken später mit Kalbleder überzogen.
Vgl. Schulte II, 114ff. - Bernardus Parmensis (sein Familienname war vermutlich Bottoni) war ein bedeutender Kanonist. Er studierte in Bologna und wude Kanoniker an der dortigen Kathedrale sowie Capellanus des Papstes und Kanzler der Universität Bologna. Er starb vermutlich 1263 (oder 1266). Unter seinen Schülern war Durantis. Sein Apparat zu den Dekretalen Gregors IX. wurde innerhalb kurzer Zeit als "glossa ordinaria" angesehen. Seine "Casus longi" enthalten eine Auseinandersetzung der in den einzelnen Dekretalen enthaltenen Rechtsfälle" (Schulte). Das Werk wurde 1475 erstmals gedruckt und erschien bis 1500 in 14 Ausgaben. Endet vorliegend (Abkürzungen aufgelöst): "Expliciunt casus decretalium secundum Bernardum", ähnlich wie bei den Handschriften in Bamberg und Wolfenbüttel. - In Bleistift foliiert bis Bl. 117 (das letzte weiße Blatt nicht foliiert). Nach der Foliierung fehlen die Bll. 1-4, 26, 57, 82, 92, wobei die letzten 4 Bll. jeweils den Beginn der Bücher 2-5 bildeten. - Vereinzelt mit Marginalien des 15. Jh. Etwas gewellt; stellenw. im Oberrand etwas wasserfleckig; hier u. da gebräunt oder fleckig. Fehlen mindestens 8 Bll. - Provenienz: Tenner (Heidelberg), Auktion 109 (1976), Nr. 4 (als Werk des Bernhard von Pavia).
14th century manuscript on vellum, with numerous small initials in red and blue, rubricated. Some 15th century marginalia. - Somewhat wavy, some waterstaining to upper margins in places. Browning or staining here and there. Lacking at least 8 leaves. Sheepskin over wooden boards, rubbing and staining, without clasps or brasses, spine later covered with leather.
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De Wit, (Atlas) mit 100 Karten. Um 1680
Wit, F. de. (Atlas). Amsterdam, um 1680. Gr.-fol. (55:34 cm). Mit 100 doppelblattgr. (1 eingefalt.) altkol. Kupferkarten überwiegend von F. de Wit (ohne den gest. Titel). Or.-Prgt. mit blindgepr. Vignette auf beiden Deckeln; stark fleckig u. angestaubt, mit erheblichen Kratzspuren u. etwas verbogen, Innengelenke gebrochen, Rücken unten mit kl. Einriss, ohne die Bänder.
Koeman III, Wit 8. - De Wits seltener Weltatlas, hier in einer 100 Karten umfassenden Ausgabe. Mit der schönen Weltkarte in 2 Hemisphären (Shirley 451/2. Zustand) und 4 Kontinentkarten, wobei die Welt- und Amerikakarte jeweils Kalifornien als Insel zeigen. Ferner enthalten Detailkarten aus Asien (5, darunter Ost- u. Südostasien sowie Türkisches Reich) sowie europäische Gebietskarten, darunter Benelux-Länder (20), Deutschland (17), Frankreich (14), Griechenland, Großbritannien (4), Italien (9), Polen, Russland, Spanien und Portugal (7), Ungarn (2) sowie dekorative Karten der Inseln Kreta, Malta und Sizilien. Vorhanden sind neben den 71 de Wit-Karten (alle noch ohne Privileg-Vermerk) 7 Karten ohne Verlagsangabe sowie 17 von J. Janssonius, 2 von H. Hondius und je 1 von W. Blaeu, Hessel Gerritsz bzw. G. Mercator, von deren Karten de Wit Abdrucke vorrätig hielt oder deren Platten er übernommen hatte. So vermerkt Koeman unter Wit 10 "Some of the maps are by other authors". Alle Karten mit prachtvollen kolorierten figürlichen oder heraldischen Kartuschen. Vom Umfang und weitestgehend auch vom Kartenbestand und der Bindefolge her entspricht der Atlas dem von Koeman unter Wit 8 beschriebenen. Abweichend dazu sind vorliegend jedoch statt der Nrn. 41-42, 46, 48-49, 57 und 66 (Mähren, Schlesien, Pommern, Meißen, Thüringen, Mainz u. Seeland) Karten von Sardinien, Niedersächsischem Reichskreis, Schleswig, den Dänischen Inseln, Ungarn, Schottland und Irland eingebunden. Außerdem vorhanden 2 hs. Indices (1 davon auf dem hinteren Innendeckel montiert). Karten verso u. meist auch recto mit alter Tintennum. - Durchgehend gebräunt u. fleckig, teils stark; Ränder stellenw. angestaubt. Fast alle Karten mit kleinen oder längeren Bugeinrissen, hier u. da auch Randeinrisse (wenige bis in das Bild) od. Blattränder ausgefranst. Einige Ktn. knitterfaltig u. bei ca. 10 Ktn. Büge angeplatzt (darunter auch die Weltkte.). 1 Kte. (Picardie) lose. Fehlt der gest. Titel mit dem gedruckten Index verso. Im vord. Innendeckel hs. Besitzvermerk von "Sigismund de Werdt anno 1765" u. gest. bekröntes Wappenexlibris mit Pfeilspitze, zweifach in Tinte mit den Initialen "I. G. Rod. v. W." versehen.
De Wit's rare world atlas with 100 double-page (1 folding) engr. maps in contemp. colouring. The 71 maps by de Wit all still without the privilegium granted to him in 1689; 7 maps are without publisher's name, and 17 are by J. Janssonius, 2 by H. Hondius and 1 each by W. Blaeu, Hessel Gerritsz and G. Mercator, whose plates de Wit presumably had obtained or whose maps were kept in stock. Included are the twin-hemispherical world map (Sh. 451, state 2) and 4 continent maps as well as decorative maps of the islands of Crete, Malta and Sicily. All maps with beautifully colored figurative or heraldic cartouches. The atlas corresponds in scope and largely also in terms of map content and binding sequence to the atlas described by Koeman under Wit 8. With two ms. indices (one of which is mounted). - Browned and stained throughout, heavily in places; margins partly somewhat dusty and frayed, some marginal tears (a few extending into image). Almost all maps with short or longer centerfold tears, some maps are creased esp. at fold and about 10 split at fold (including world map); 1 map detached. Bound in publisher's blindstamped vellum, heavily stained and soiled, worn, esp. covers somewhat bent, hinges broken, tear to tail of spine, without ties. With ms. ownership inscription and engr. heraldic bookplate. Lacking engraved title (with the printed index on the verso).
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Terentius, Comoediae. Straßburg 1496
Terentius Afer, P. Comoediae. Cum directorio vocabulorum, glossa interlineari, et commentariis Donati, Guidonis, et Ascensii. Add. vita Terentii. Straßburg, Johann (Reinhard) Grüninger, 1. Nov. 1496. Fol. (32:22,5 cm). Rom. Typ. Mit großem Titelholzschnitt u. ca. 150 (7 blattgr.) Textholzschnitten. 6 nn., 176 (recte 173) num. Bll. (o.d.l.w.). Ldr. d. späten 17. Jh. über Holzdeckeln, etwas berieben, Rückdeckel mit Tintenfleck, mit Restaurierungen, Vorsätze erneuert (eventuell Remboîtage des 19. Jh.).
Hain-C. 15431; GW M45481; BMC I, 110; Goff T-94; Hieronymus, Oberrhein. Buchillustr. I, 138 (3. A.); Schramm XX, Abb. 240-338; Schweiger II, 1053. - Zweite illustrierte Gesamtausgabe, die erste mit diesen Illustrationen. Bei den Terenzholzschnitten wendet Grüninger erstmals konsequent seine Methode der "beweglichen Holzschnittstreifen" an, bei der Landschafts- und Architekturstücke sowie Einzelfiguren oder Figurengruppen zu beliebigen Szenen vor Kulissen zusammensetzbar sind. "There is an amusing fantasy in the frontispiece, the 'Theatre of Terence', and a full-page cut preceding each play, while the various characters, properties and backgrounds reappear in a variety of combinations in the smaller composite illustrations" (Hind, History of Woodcut, S. 342 u. Abb. 153 & 154). Der Titelholzschnitt mit Darstellung von Theaterloge (oben) und -eingang (unten); dieser am Ende der Vorstücke wiederholt. Die übrigen blattgroßen Holzschnitte leiten jeweils eine der sechs Komödien ein. Es existieren mehrere Druckvarianten, der Kommentar zu Bl. c3r hier auf der rechten Seite, das Kolophon mit "ac libera vrbe". - Hier u. da etwas fleckig oder wasserfleckig, meist nur im Rand; gegen Ende mit einigen, Wurmlöchern, auch im Satzspiegel; vereinzelt hinterlegte Einrisse im weißen Rand; einige fehlende Namen in den kleinen Holzschnitten alt hs. ergänzt; der wiederholte Holzschnitt ankoloriert; unter dem Kolophon offenbar Namenszug entfernt. Die Bll. d6 u. p4 mit Interlinearglossen u. vermutlich aus anderem Exemplar ergänzt. Ohne das weiße Schlussblatt F8.
Second illustrated edition. "Grüninger's Latin Terence of 1496 is the first important work with cuts in the new style" (Hind). - Some staining or waterstaining here and there, mostly marginal; few wormholes at end, partly affecting printed area; restored marginal tears hear and there; names supplied to some of the small woodcuts; 1 large woodcut partly coloured; erased old inscription below colophone. 2 leaves probably supplied from another copy. Late 17th century calf, spine gilt; some rubbing, restorations; endpapers renewed (possibly 19th century remboîtage).
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Scarce Medieval World Map
Welt. (La Mer des histoires)
Karte (ohne Titel) der Alten Welt im Rund mit figürl. Ausschmückung (Ø 31 cm). Holzschnitt (aus La mer des histoires bei Les Angeliers & O. Petit, Paris 1555). Von 2 Holzstöcken gedruckt u. zusammengesetzt; Blattgröße 34:40,5 cm.
Shirley 17 ("There are variations in lettering between one printing and another") u. 15; Brunet III, 1642; Reiss & Sohn, Auktion 138, Nr. 1094 mit Abb. - Sehr selten, hier aus der letzten französ. Ausgabe des "Rudimentum novitiorum" (zuerst Lübeck 1475, französ. 1488), mit den bei Shirley angegebenen Merkmalen sowie der Bogensign. "LIII (& verso) LII". - Rückentext leicht durchschlagend. Gesamtblatt leicht gewellt.
Rare and famous wood cut map of the world, first published in the Rudimentum novitiorum at Lubeck 1475, a popular universal history. The book was re-issued with new maps first in Paris 1488, and again in Lyon 1491; the latter woodcuts were also used in the subsequent ed. from 1506 up to 1555, with the changes as mentioned by Sh., e.g. 'Trabobata' separated from 'Trabobana' and with 'Le royaue. des fêmes'. The present copy comes from the last edition of 1555 by Les Angeliers & O. Petit. The obvious differences to the map illustrated by Shirley are: additional lettering outside the frame incl. wind directions and small notes on Europe, Africa and Asia, furthermore with pag. "LIII (& on verso) LII". - Uncol. 2 sheets, joined. Light shine-through of text. Slightly undulated.
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Worldmap in Truncated Cordiform Projection
Weltkarte. Apian-F(ries)
"Tipus orbis universalis iuxta Ptolemei cosmographo traditionem et Americi Vespucii alior(um)que lustrationes". Weltkarte in Zwiebelform umgeben von blasenden Windgöttern und Wolkenornamentik sowie Globus und Armillarsphäre, oben der Titel. Holzschnitt von P. Apian, (Wien) 1520; im Unterrand die Monogramme JK, LF und LA (s.u.). 28,5:41 bzw. Blattgröße 30:43 cm.
Shirley 45; Nordenskiöld, Facs. S. 99 u. Taf. XXXVIII; The World Encompassed 61 u. Taf. XXIII; Suarez, Shedding the Veil 13 u. Taf. 9; Wolff, America S. 66 mit Farbabb.; Karrow 7/1. - Sehr selten. Verkleinerte Version der Karte von Waldseemüller 1507, die Lorenz Fries für die Solinus-Ausgabe von Johannes Camertus lieferte ("Ioannis Camertis in Solini Polyistora"), die wiederum von Lucas Alantsees finanziert worden ist; von allen dreien werden die Initialen im Unterrand angegeben. - Gereinigt u. verstärkt, noch leicht gebräunt, alte Faltstellen geglättet. Je 1 kl. Querriss mittig bzw. unten hinterlegt. Knapp beschnitten u. an 3 Seiten schmal angerändert, dort einige Buchstaben der Himmelsrichtungen sorgfältig nachgezeichnet.
Very rare. One of the first works by the famous scholar Peter Apian, a reduction after Waldseemüller's large 1507 world map. Until today it seems not quite clear, why Apian does not mention W.'s authorship, and also which kind of position Laurent Fries took in the whole project. Most bibliogr. assumed by his initials that he was the woodcutter or "co-daughtsman" (Sh.), but Karrow and Wolff suggest that he delivered first a reduction of W.'s map. Apian adapted the map with only minor changes, but "lowered the truncation of the cordiform to allow his charting of a hypothetical configuration for the southern extreme of the New World" (Suarez p. 52). He also retained W.'s term 'America' in recognition of the supposed discoveries of Amerigo Vespucci, whose voyages hold some mysteries and led to discussions throughout the scholarly world, which partly gave him precedence over Columbus. "It is to this day the earliest obtainable map to name 'America'." (Burden, The Mapping of North America p. XXV). - Uncol. Cleaned and strengthened, still overall light browning, old foldings smoothened. 2 tears at center resp. at bottom of image repaired. Cut close as usual, remargined at 3 sides, there some losses of the cardinal letters (printed outside) carefully supplied in ms.
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Rarissimum
Jobin, Fleissiger schöner Lautenstück. 2 in 1 Bd.
Jobin, B. Das Erste Buch Newerleßner Fleissiger ettlicher viel Schöner Lautenstück, von artlichen Fantaseyen, lieblichen Teütschen unnd Italiänischen Liedern, künstlichen Lateinischen Muteten, mit vier und fünff stimmen, Auch lustigen allerhand Passomezen: in die Teutsche Tabulatur zu nutz und gefallen allen diser Kunst lehrbegirigen, fürnämlich den jenigen, so der frembden Welschen Tabulatur etwas unerfahrner, auff das verständtlichest und richtigest zusamen getragen, geordnet und auch selber getruckt. - Das Ander Buch Newerleßener Kunstlicher Lautenstück, von allerhand Musicartlichen Passomezo, Gailliarden, Branlen, und angenehmen Teutschen Däntzen. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, B. Jobin, 1572-1573. Fol. (32,5:22 cm). Mit wiederh. figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre u. schmalen, figürlichen Holzschnitt-Umrahmungen zu jeder Seite. 6, 44 nn. Bll. mit 87 S. gedruckter Tabulatur; 2, 28 nn. Bll. mit 55 S. gedruckter Tabulatur. Flex. Prgt. d. Zt. mit spanischen Kanten; etwas fleckig, Bindebänder entfernt.
RISM J 546/547; MGG VIII, 367; Bohn, Breslau 224-225 u. Eitner V, 291 (beide für Tl. 2 korrekt 7 Bogen à 4 Bll. Tabulatur, jedoch irrig = 63 S.); Fétis IV, 443 u. Barclay-Squire 740 (= BL, German Books 450) (beide nur Tl. 1); Muller 576 f., 17 & 27; nicht bei Adams, Gregory-Bartlett, Wolffheim, Hirsch, kein Exemplar in Amerika. - Einzige Ausgabe. Frühe, ungewöhnliche umfangreiche und besonders prächtig ausgestattete deutsche Lautentabulatur, wie alle Druckwerke dieser Art aufgebraucht und daher von größter Seltenheit. Jobin war eng mit Tobias Stimmer befreundet, von dem auch die schöne Titelbordüre aus 4 Leisten mit musizierenden Engeln u. antiken Halbgöttern sowie dem Druckerzeichen Jobins stammt (Hollstein, German 240) und dem der erste Teil zugeeignet ist. Die vierseitigen, von insgesamt 16 Stöcken in wechselnden Zusammenstellungen um jede Seite gedruckten Umrahmungen stammen sehr wahrscheinlich ebenfalls von T. Stimmer. Jobin merkt in der Widmung an, dass die früher in Deutschland mit italienischer und französischer Tabulatur erschienenen Lautenschulen in Deutschland wenig Nutzen gebracht hätten. Etwas übertreibend bezeichnet er sein Werk als eines, "desgleichen vor keines nie in Teütscher Tabulatur also im Truck gesehen worden". Der Widmung folgt ein "Lob der Lauten" von Jobins Schwager J. Fischart in 758 Verszeilen (Goed. II, 491, 5). Das Blatt *6, mit dem Abschluss des Gedichts, der Anleitung "Kurtze Verwarnung vom Verstand diser Tabulatur" mit interessanten aufführungspraktischen Angaben sowie dem Inhaltsverzeichnis hier nach dem Titelblatt eingeheftet. Die Tabulatur des ersten Teils enthält Fantaseyen (4), Italiänische Lieder (8) von Arcadelt (2), Ferrabosco (2), Orland(o di Lasso) (3), Frantzösische Lieder (11) von Crequillon (3), Orlando (7) u. Adrian Villart; Teütsche Lieder (5) von Orlando (3), Scandell(o) u. Steffan Zirler; Muteten (6) von Orlando u. 3 Passemezi mit je 1 Saltarello. Der zweite Teil mit eigenem Titel mit wiederh. Bordüre und Widmung an Samson Liechtensteiger enthält 5 Passemezi mit je 1 Saltarello, 7 Galliarden, 6 Branles u. 15 deutsche Tänze mit Nachtänzen. - Hervorragend erhaltenes, schwach gebräuntes und nur stellenweise gering fleckiges Exemplar, lediglich die Bll. F3-4 u. G1 in Tl. 1 mit fünf blassen Braunflecken sowie H2-I1 mit winziger Wumspur im Fußsteg.
Early German lute tablature in 2 parts. Only edition, of utmost rarity. With repeated elaborate woodcut title-border by T. Stimmer and narrow woodcut borders framing each page. "The two books for lute in German tablature by Jobin himself are notable for their clarity of presentation and the variety of their contents... Later editors such as Kargel and Waissel were influenced by his great variety in embellishment technique and the formal sophistication of his works" (New Grove IX, 656). - A superbly preserved copy, slightly browned and with only minor staining in places; only leaves F3–G1 in part 1 show five pale brown spots in the printing area, and H2–I1 has a tiny worm trace in the bottom margin.
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Huygens, Horologium oscillatorium
Huygens, C. Horologium oscillatorium sive de motu pendulorum ad horologia aptato demonstrationes geometricae. Paris, F. Muguet, 1673. Fol. (32:20,5 cm). Mit 1 Textholzschnitt u. vielen Holzschnitt-Diagrammen im Text. 7 Bll., 161 S. Neuerer Pp.
PMM 154; Dibner 145; Horblit 53; Norman 1137; Baillie 84ff.; Bromley 460. - Erste Ausgabe von Huygens Hauptwerk, "perhaps, the most important item of a horological bibliography" (Baillie). Das "Horologium" ist nicht nur eine Beschreibung der Pendeluhr, die Huygens unabhängig von Galilei entwickelt und im Gegensatz zu diesem auch verwirklicht hat, sondern gleichzeitig auch eine allgemeine Arbeit zur Dynamik, eine mathematische Analyse der Pendelbewegung, den Beweis für den Isochronismus der Zykloide und andere Grunderkenntnisse. "His magnum opus, 'Horologium oscillatorium', stand as a solid symbol of the force of the mathematical approach and was recognized as such by Huygens' contemporaries" (DSB VI, 612). Bemerkenswert ist auch die gelungene typographische Gestaltung des Werkes, die Newton als Vorbild für die 2. Ausgabe seiner "Principia" von 1713 diente. 1673 hatte Huygens ihm ein Exemplar des "Horologiums" übersandt, für das sich Newton 1687 mit seinen Principia revanchierte. Die Darstellung der Pendeluhr auf Seite (4) = Fol. Aii verso - Titel im oberen weißen Rand minimal fleckig, insgesamt schönes, nur stellenweise minimal stockfleckiges Exemplar. - Provenienz: seit 50 Jahren in deutscher Privatsammlung.
First edition. With full-page woodcut and numerous diagrams in the text. "A work that has been ranked with Newton's 'Prinicpia' - contains the first mathematical analysis of the pendulum, consideration of motion of bodies along curved paths, and theorems on centrifugal forces" (Horblit). - Minor duststaining to top white margin of title, overall a fine copy with only minor foxing in places. Recent vellum. - Provenance: since 50 years in a German private collection.
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Puebla de los Ángeles
Palafox y Mendoza, Briefe und Dokumente
Mexiko. - Palafox y Mendoza, J. de. Sammlung von 19 Briefen des spanischen Bischofs von Puebla de los Ángeles in Mexiko, interimistischen Erzbischofs von Mexiko und Vizekönigs von Neuspanien (1600-1659), von der Hand seines Sekretärs Gregorio de Segovia und anderer Schreiber im Dienste des Bischofs, sowie weiterer 18 Dokumente, die im Zusammenhang mit den Briefen stehen. Teilweise mit Unterschrift oder Paraphe des Bischofs sowie mit Unterschriften anderer Personen. Spanische Handschriften auf Papier. Puebla, meist 1646. Blattgröße 31:21 cm (2 Bll: 21:15 cm), variierender Schriftspiegel. 130 (11 leere) Bll. Gebunden in einem Antonio de Sancha zugeschriebenen spanischen Lederband des 18. Jh. mit zweifarbigen Lederintarsien und reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung und Vorsätzen aus blauer Rohseide; Kanten u. Kapitale etwas berieben, Vorderdeckel mit kleiner Wurmspur. Eingelegt in moderne rote Maroquin-Mappe mit goldgepr. Deckelfileten, und in mod. Lwd.-Kassette.
Umfangreiche, überaus inhaltsreiche Sammlung von Berichten und Dokumenten zum Umgang und Verhalten der indigenen Bevölkerung, zu Aufständen und Unruhen, zum Verhalten der Ordensleute, zu Übergriffen des Gouverneurs Luis de Valdés, zum Vizekönig García Sarmiento de Sotomayor, zum Bau der Kathedrale in Puebla, zu Reisen des Bischofs u.v.m. Sehr selten, wie alle Schriftstücke aus der Wirkungszeit des Juan Palafox. "Todas las Cartas o Pastorales del célebre Obispo de la Puebla de los Ángeles, exceptudadas las que se han reimpreso, son rarísimas" (Palau 209572). Von verschiedenen Händen in braunen Tinten auf feinem Büttenpapier geschrieben; das Papier teilweise mit gedrucktem Briefkopf oder gedruckten, 1645/1646 datierten Wappen. Die Bll. alt nummeriert 1-135, mit Fehlern und Lücken. Zu Beginn ein zeitgenössisches handschritliches Inhaltsverzeichnis auf 4 (erstes leer) nn. Bll. mit 23 Einträgen mit Inhaltsangaben, hier sind zusammengehörige Briefe und Dokumente unter je 1 Nummer vermerkt. Bereits bei der Bindung nicht mehr vorhanden waren die num. Bll. 9-10, 17-18, 31-32, 36 und 120-123, die laut dem Inhaltsverzeichnis den Briefen u. Schriftstücken 3, 7, 9, 11 und 19 entsprechen. Juan de Palafox y Mendoza wurde 1639 zum Bischof von Tlaxcala (seit 1903 "Arquidiócesis de Puebla de los Ángeles") berufen. Er ging 1640 nach Puebla, wo er vorübergehend (1640-1643) auch das Amt des Erzbischofs von Mexiko innehatte, und 1642 kurzzeitig auch das Amt des Vizekönigs von Neuspanien bekleidete. 1646 gründete er in Puebla die erste Bibliothek auf dem amerikanischen Kontinent. Palafox stand den Jesuiten kritisch gegenüber, u.a. untersagte er alle Praktiken der Zwangsbekehrung der indigenen Bevölkerung. Der letzte Brief in den Rändern von 3 S. mit der notariellen Beglaubigung der Echtheit der Schriftstücke durch Don Antonio de Castroverde im Jahr 1764. Diese notarielle Beglaubigung erfolgte vermutlich aus Anlass der Bemühungen für die Heiligsprechung des Juan Palafox, die in dieser Zeit durch die Karmeliter vorangetrieben wurde. - Der überaus prachtvolle Einband aus hellem Schafleder, mit vielfältigen, in komplexen Mustern und Strukturen angelegten Lederintarsien in Dunkelgrün und Weinrot und mit reicher Goldprägung, in ausgesprochen wohlerhaltenem Zustand. - Stellenweise etwas fleckig, 1 lees Blatt durchgerisssen. - Beiliegt: Ausführliche Expertise (25 S.) aus dem Jahr 1991 des span. Philologen Carlos Clavería, Universität Barcelona, zu Inhalt, Alter, Provenienz, Seltenheit etc. der Dokumente. Laut dieser Expertise konnte von den vorliegenden Schriftstücken kein Druck nachgewiesen werden. - Weitere Beilagen von Sekundärliteratur in Fotokopie. - Provenienz: Privatsammlung Schweiz.
An extensive and highly informative collection comprising 19 letters from the Spanish bishop of Puebla de los Ángeles in Mexico, Juan de Palafox y Mendoza, and 18 related documents, all written by his secretaries, some of which bear a signature or initials. Spanish manuscripts in brown ink on paper. Concerning the indigenous population, uprisings and unrest, the conduct of members of religious orders, Governor Luis de Valdés, Viceroy García Sarmiento de Sotomayor, the construction of the cathedral in Puebla, the bishop’s travels and much more. Of the 23 letters mentioned in the manuscript’s index, 5 are missing, at least since the collection was bound in the 18th century. The final letter, in the margins of three pages, bearing the notarial certification of the authenticity of the documents by Don Antonio de Castroverde in 1764. - Minor staining in places, 1 blank sheet with large tear. Bound in fine, richly decorated full-sheep leather, attributed to Antonio de Sancha, with complex green and red leather inlays, ritchly gilt, endpapers of blue raw silk; extremities somewhat rubbed, little worming to font cover; housed in a modern red morocco folder with gilt fillets, and in a modern clamshell-box. - Enclosed: The original detailed expert report by C. Clavería from 1991, as well as further secondary literature in the form of photocopies.
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Biblia latina. Nürnberg 1475
Biblia latina. - (Biblia latina.) Ed. Johannes Andreas (Giovanni Andrea Bussi), Bischof von Aléria. Nürnberg, Johann Sensenschmidt u. Andreas Frisner, 9. Dez. 1475. Gr.-fol. (47,5:34,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit rot gedruckter Druckermarke sowie zahlreichen in Rot gedruckten Initialen, durchgehend rubriziert, mit zahlreichen großen eingemalten Initialen, davon 40 blau-rot, 1 Initiale mit Blumenwerk u. 1 farb. Wappen. 453 (statt 458) Bll. Einfacher Hlwdbd. (um 1900), der originale Holzdeckel mit Schweinsldr.-Bezug des Hinterdeckels erhalten (dieser fleckig u. mit Schließenresten).
Hain 3057; GW 4219; BMC II, 407; Goff B-544; Bibelslg. Württ. LB, D 38. - Berühmte lateinische Bibel des Nürnberger Erstdruckers Sensenschmidt. Ein schönes Beispiel früher Druckkunst, besonders durch die Verwendung von Rotdruck für die Anfangszeilen (Incipits) der biblischen Bücher und für die vielen Lombarden, die damals üblicherweise von Hand eingemalt wurden. Exemplar mit der in Rot gedruckten Schlussschrift und ohne den Fehldruck in Joh. 3. Die Initiale mit Blumenwerk und das Wappen zu Beginn von Genesis (Bl. b4) - Leider nicht ganz vollständig. Es fehlen Fol. a1 u. 2, H4 u. 7 (diese beiden in zeitgenöss. Abschrift beigegeben) u. V2. Fol. a3-7 tlw. stark beschädigt, davon a3 mit erheblichem Textverlust. Der eigentliche Corpus der Bibel ist bis auf kleinere Mängel wohlerhalten: etwas fleckig u. wasserrandig, vor allem zu Beginn und im Register am Schluss. Der sehr breite Kopfsteg bei einer Reihe von Bll. etwas eingestoßen u. modrig (ca. 2 cm, weit außerhalb des Textes). 1 Bl. eingerissen, 3 Bll. seitlich angerändert. Im Kopfsteg mittig alt foliiert, dabei eine noch ältere Foliierung ausgestrichen. - Das nach vorne verbundene Bl. a8 auf der nach vorne gedrehten leeren Versoseite mit dem Vermerk: "Iste liber est ven. et egregi. dm. magri. Henrici de Louenberch decretoru(m) doctoris canonici leodiensis". Henricus de Lovenberg aus Lechenich (heute Erfstadt) ist 1469-1485 als Kanoniker der Lambertuskathedrale in Lüttich nachweisbar (vgl. De Theux, Le chapitre de Saint Lambert à Liège, Bd. 2 [1871], S. 282). Das Wappen auf Bl. b4 ist seines.
Some staining and waterstaining, especially to the first and last leaves; first 5 leaves damaged, 1 of them with loss of text; lesion to upper margin in places, tear without loss to 1 leaf, 3 leaves remargined. Lacking 5 leaves. 19th century half-cloth, original rear cover preserved (worn).
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The Great Siege of Malta 1565
Malta. 16 Bll. Lucini
Malta. "Disegni della guerra, assedio et assalti dati dall'armata Turchesca all'Isola di Malta l'anno MDLXV... Dipinti da Matteo Perez d'Aleccio". Komplette Folge von 16 Bll. num. Radierungen (inkl. Titel) von A. F. Lucini bei B. Negroponte, Bologna 1631. Blattgröße 40:49,5 (Titel) bzw. 41,5:54,5 (15) cm.
Ganado/Agius-V. 89-100 (Tafel 91-102); Atabey 734; Maps of Malta 24-25 (Kte. der Insel u. Vogelschauans. von Valletta); Thieme-B. XXIII, 438 (Lucini) & XXVI, 409 (Pérez). - Prachtvolle Folge über die erfolgreiche Abwehr der großen Türkenbelagerung Maltas im Jahr 1565, die - zusammen mit dem Seesieg bei Lepanto 1571 - ein für allemal die Expansion der Türken ins westliche Mittelmeer stoppte. Bestehend aus gestochenem Titel, einer Tafel mit 56 Medaillon-Porträts der Großmeister des Johanniter- oder Malteserordens bis auf Antonio de Paula (1623-35) und 14 Tafeln mit Karte der Insel, Vogelschauansicht von Valletta sowie Schlachtenszenen an den verschiedenen Brennpunkten des Geschehens. Als Vorlagen für Lucinis fein ausgeführte, dekorative Radierungen dienten die Fresken des Mateo Pérez de Alesio (gen. Matteo da Lecce) im großen Saal des Großmeisterpalais in Valetta. Nach dem Titelblatt aus dem bei Negroponte in Bologna im Jahr der römischen Erstausgabe erschienen Druck. - Titel gebräunt, stock- u. wasserfleckig sowie mit Wurmgängen, links Tintenfleck, 3 kl. Randeinrisse rep.; Taf. vor allem in den w. Rändern leicht gebräunt bzw. fleckig, in der linken w. Oberecke jeweils mit kl. Wasserfleck, Taf. IIII mit kl. Eckausriss. Alle mit schwacher Mittelfalte.
A magnificent set of 16 etchings (including title page) depicting events during the "Gran Assedio" of Malta in 1565. Lucini's engravings of the siege of Malta are after the frescoes of Mateo Perez de Alesio which were made to decorate the palace of the Grand Master in Valletta. - Plates with slight browning resp. staining mainly to blank margins, each with a small dampstain at upper left corner; small corner tear-out to pl. IIII. Heavier browning, foxing resp. dampstaining and worming to title only, 3 short marginal tears rep., and at left ink stain.
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Wening, Historico-topographia Ober- und Nidern Bayrn. 4 Bde.
Wening, M. Historico-topographia descriptio. Das ist: Beschreibung deß Churfürsten- und Hertzogthumbs Ober- und Nidern Bayrn. 4 Bde. München, J. L. Straub, 1701-1726. Qu.-fol. (30,5:40,5 cm). Mit 3 (statt 4) wiederh. gest. Frontispizen, 2 (statt 4) wiederh. Kupferkarten u. 633 (statt 635; zahlr. doppelblattgr., 7 gefalt.) Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und etwas Rvg.; berieben, etwas bestoßen, beschabt und fleckig, 2 Gelenke leicht eingerissen.
Pfister 804; Fauser LXXX ff.; Thieme-B. XXXV, 377. - Erste Ausgabe. Exemplar der Vorzugsausgabe in Querfolio, in der der Text vierspaltig abgedruckt ist. Die Kupfer entsprechend ohne Nummerierung und überwiegend in kräftigen Abdrucken. Die Rentämter Wenings sind mit ihren hübschen Kupfern das umfangreichste und interessanteste topographische Werk Altbayerns, "wohl die größte Landestopographie, die je erschienen ist" (Fauser). Von vielen heute nicht mehr existierenden Klöstern und Schlössern bringt Wening die einzige Abbildung. Enthält auch viele Angaben über die Besitzer der Schlösser und Hofmarken, über kirchliche Stiftungen, Patronate, Wunder und Reliquien. Die Doppel- und Mehrfachtafeln jeweils als 1 Tafel gezählt. Enthält im Einzelnen: Band 1: Das Renntambt München. 1701. Mit 1 Karte und 253 teilw. doppelblattgr. (4 gefalt.) Tafeln (ohne das Front.) 4 Bll., 134 S., 4 Bll. - Band 2: Das Renntambt Burgkhausen. 1721. Mit gest. Front. und 75 teilw. doppelblattgr. Tafeln (ohne die wiederh. Karte). 3 Bll., 35 S., 1 Bl. - Band 3: Das Rennt-Ambt Landshuet. 1723. Mit gest. Front. und 197 teilw. doppelblattgr. (2 gefalt.) Tafeln (ohne die wiederh. Karte). 3 Bll., 90 S., 4 Bll. - Mit dem Supplement Adlstain etc. mit 6 Tafeln an den Schluss gebunden. - Front. bis zur Einfassung beschnitten u. alt aufgezogen. - Band 4: Das Rennt-Ambt Straubing. 1726. Mit gest. Front., 1 Karte und 108 teilw. doppelblattgr. (1 gefalt.) Tafeln. 3 Bll., 68 S., 2 Bll. - Insgesamt in gutem Zustand; kaum gebräunt, gelegentlich gering finger- oder stockfleckig, ganz vereinzelte kleine Braunflecken, vereinzelte Wurmspuren im Rand, selten mit Bildberührung; einige, teilw. alt hinterlegte Randeinrisse oder Randläsuren, gelegentliche Quetschfalten; das erste der beiden von 3 Platten gedrucken Panoramen von München mit kleinem Ausriss mit etwas Verlust an der Einfassungslinie, das zweite dieser Panoramen mit 2 großen Einrissen, soweit erkennbar jedoch ohne Bildverlust; einzelne der doppelblattgr. Tafeln bis zur oder in die Einfassung beschnitten, erste Ans. von Schloss Haimhausen links knapp in die Darstellung beschnitten, Jesuitenkolleg Landsberg vollständig aufgezogen, Schloss Taufkirchen und Panorama von Landshut bis zur Einfassung beschnitten und alt aufgezogen, dabei das Panorama mit kl. hinterl. Ausriss mit etwas Bildverlust. Wenige weitere Ansichten mit einzelnem größeren Einriss: Kloster Ramsau, Kloster Rohr, Schloss Engelburg, Schloss Katzenberg, Schloss Schönau. Ansicht von Schloss Fitzing (mit 3 weiteren auf 1 Taf.) mit Ausriss mit Bildverlust. Vorsatz von Bd. 1 mit mont. Schenkungsvermerk an Ludwig von Aretin (1845-1882) dat. 1871, alle Vorsätze mit mont. Namensschild seines Sohns Heinrich von Aretin.
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Wolf & Meyer, Vögel Deutschlands in getreuen Abbildungen
Wolf, J. & B. Meyer. Naturgeschichte der Vögel Deutschlands in getreuen Abbildungen. Sammelband mit großen Teilen von Bd. 1 und einem kleineren Teil von Bd. 2. Nürnberg, Frauenholz, 1805-(ca. 1815). Imperial-Fol (51:42,5 cm). Mit 55 prachtvoll altkol. Kupfertafeln. 1 (statt 2) Bll., IV, S. 1-122 u. 131-186; S. 1-24 (von 196). Hldr. des ausgehenden 19. Jh. mit Rsch. u. Rvg.; gering bestoßen, leicht fleckig und beschabt.
Nissen, IVB 1007; Fine Bird Books 121; Schlenker 390.1; Bradley Martin 239; nicht bei Anker u. Zimmer. - Einzige Ausgabe. Auch in Teilstücken, wie hier, sehr selten. "Das Werk war auf zwei Textbände in deutscher und französischer Sprache und einen Tafelband angelegt. Ab 1805 bis 1821 erschien es in 30 Lieferungen. Die einzelnen Hefte waren für die damalige Zeit sehr teuer, so dass nur sehr wenige Exemplare in den Handel kamen... Nur 16 Stück sollen insgesamt verkauft worden sein. Das extrem seltene Buch hat sich als Lieferungswerk zudem in sehr unterschiedlicher Vollständigkeit erhalten. Die insgesamt 181 großformatigen Vogelkupfer wurden von den hochbegabten Nürnberger Künstlern Johann Carl Bock und Ambrosius Gabler (1762-1834) sowie Johann Mathias Hergenröder aus Offenbach in herausragender Weise gestochen und gezeichnet. Die Kolorierung ist sowohl naturgetreu als auch malerisch sorgfältig mit winzigsten Strichen und vielschichtiger, nuancenreicher Farbigkeit ausgeführt. Ästhetisch gilt es als das schönste deutsche Vogelbuch, dem auch Goethe begeisterte Anerkennung zollte" (Siglinde Kurz zum Expl. der Bibl. Amberg mit 144 Taf.). Von Band 1 sind hier die Tafeln zu den Lieferungsheften 5-6 und 9-15 nahezu vollständig sowie eine Taf. aus Lieferung 2 und zwei Taf. aus Lieferung 16 (= Bd. 2) enthalten. Unter den Darstellungen Bussarde, Enten, Eulen, Falken, Sing- und Wasservögel. Die Textbll. sehr breitrandig in der Blattgröße der Tafeln. - Text stellenweise leicht gebräunt, insgesamt kaum fleckig, 3 Taf. mit Schmierspuren der Druckfarbe außerhalb der Darstellung, lediglich die Taf. "Corvus Caryocatactes. Nusshäher" schwach fleckig; die röm. num. S. III-IV (französ. Vorwort) an den Schluss der Textblätter geheftet. Ohne das Titelblatt in franz. Sprache "Histoire naturelle des oiseaux de l'Allemagne", Bd. 2 ohne die S. 25-196; Schlenker beschreibt die Kollation für Bd. 1 ebenfalls, wie hier, ohne die S. 123-130, ob diese nicht erschienen sind können wir nicht ermitteln.
Compilation comprising large sections of the first and a smaller section of the second volume, with 55 of the 181 issued fine engraved and lavishly coloured plates from what is arguably the finest German bird book. - Text slightly browned in places, with hardly any staining overall; 3 plates with smudges of printing ink outside the illustration; only the plate ‘Corvus Caryocatactes. Nutcracker’ is faintly stained; the Roman-numbered pp. III–IV (French preface) are bound at the end of the text leaves. Excluding the title page in French, ‘Histoire naturelle des oiseaux de l’Allemagne’; Vol. 2 lacks pages 25–196; Schlenker also describes the collation for Vol. 1, as here, as lacking pages 123–130; we are unable to ascertain whether these were ever published. Bound in late 19th cent. half-calf, spine gilt and with label; minor scuffing and staining.
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Blackwell, Herbarium. 5 Centurien + Fragment in 2 Bdn.
Blackwell, E. Herbarium Blackwellianum emendatum et auctum. - Vermehrtes und verbessertes Blackwellisches Kräuterbuch, das ist Sammlung der Gewächse die zum Arzney-Gebrauch in den Apotheken aufbehalten werden. Mit Vorreden von C. J. Trew (Cent. 2 ff.). Centurie 1-5 (von 6) in 2 Bdn. Nürnberg, Eisenberger, 1747 (- nach 1760). Fol. (36:24,5 u. 36:25,5 cm). Mit 4 (statt 5) altkol. gest. Titeln, 495 (statt 506) altkol. Kupfertafeln von N. F. Eisenberger sowie 52 (501-547b) altkol. Kupfertafeln der 6. Centurie. Fachmännisch ergänzte Ldr. d. Zt. mit gepr. Rtit.; Deckel etwas wurmstichig u. beschabt, Vorsätze im Rand leimschattig, mit altem Besitzvermerk u. hs. Signatur.
Nissen, BBI 169 u. Suppl. S. 20; Stafleu-C. 546; Great Flower Books 50; de Belder 29. - Erste deutsche Ausgabe, mit deutsch-lateinischem Paralleltext. Eines der umfangreichsten und schönsten Kräuterbücher des 18. Jhs. mit einer Fülle von sorgfältig u. farbfrisch kolorierten Blumen- u. Pflanzenkupfern. - Vorhanden Centurie 1-5 und zusätzliche 52 Tafeln aus Centurie 6. In Centurie 1-5 vorhanden die Zusatztafeln (oben mitgezählt) Taf. 269a u. 322, 341, 497, 498. Unter den vorhandenen Tafeln in Centurie 6: 522, 523, 533, 536, 539, 547 jeweils mit der b-Tafel wie gefordert. Vorliegend ohne die typographischen Bandtitel zur ersten Centurie mit Erscheinungsjahr 1750, vorhanden 2 Titel zur ersten Lieferung 1747: "Herbarium selectum (etc.)" und "außerlesenes Kräuter-Buch, oder (etc.)", Tafel 75 vorliegend in beiden Versionen ("was re-issued in a corrected version, and both may occur in subscriber's copies" [Stafleu-C.]) und oben mitgezählt. - Vereinzelt leicht gebräunt, meist etwas fleckig, selten stärker. Anfang u. Schluss beider Bde. leicht wurmstichig mit minimalem Buchstaben- u. Bildverlust, hier u. da kl. Randeinrisse oder -läsuren (tls. hinterlegt), stellenweise wasserrandig. Die Tafeln teils recto und verso mit handschriftlichen Notizen, Taf. 348 aus einem anderen Expl. lose beiliegend. Es fehlen in den vorliegenden 5 Centurien insgesamt 1 gest. Titel, 11 Tafeln u. 14 Textbll. Das vorhandene Fragment der 6. Centurie liegt ohne die zugehörigen 42 Textbll. u. Taf. 548-600 vor.
First German edition, with parallel German-Latin text. With 4 (of 5) hand-colored engraved title pages, 495 (of 506) hand-colored engr. plates by N. F. Eisenberger, and 52 (501–547b) hand-colored engr. plates from the 6th centuria. - Present: centurias 1–5 and an additional 52 plates from centuria 6. In centuries 1–5, the supplementary plates (included in the count above) 269a and 322, 341, 497, 498 are present. Among the present plates in centuryia 6: 522, 523, 533, 536, 539, 547 each with the "b" plate as called for. Lacking the typographical volume title pages for the first century dated 1750, present are 2 title pages for the first installment (1747): "Herbarium selectum (etc.)" and "außerlesenes Kräuter-Buch, oder (etc.)". Plate 75 is present in both versions ("was re-issued in a corrected version, and both may occur in subscriber's copies" [Stafleu-C.]) and is included in the count above. - Occasionally slightly browned, mostly somewhat spotted, rarely more heavily so, beginning and end of both volumes slightly wormed with minimal loss of letters and image; occasional small short tears or fraying at the margins (partly backed/repaired), waterstained in places, plates partly with manuscript notes to recto and verso, plate 348 loosely inserted from another copy. Lacking a total of 1 engraved title, 11 plates, and 14 text leaves in the present 5 centurias. The present fragment of the 6th centuria is lacking the corresponding 42 text leaves and plates 548–600. Expertly restored contemporary calf with stamped spine title; covers somewhat wormed and rubbed, endpapers with glue-shadowing to margins, early ownership entry and manuscript shelfmark.
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Welt + Erdteile. 5 Bll. Ortelius
Weltkarte und Erdteile. 5 Bll. kol. Kupferstich-Karten (von A. Ortelius, jeweils aus der latein. Ausgabe 1592). Mit ausgem. figürl. und Rollwerkskartuschen sowie maritimer Staffage. Je Qu.-fol.
Broecke 3.1, 5, 7, 8.4 u. 11.1; Koeman III, 0001:31C, 1000:31B, 8000:31B, 8600:31 u. 9000:31C; Welt: Shirley 158; Afrika: Betz 12.4, Tooley, Africa S. 74 u. Taf. 25; Amerika: Burden 64.1; Asien: Sweet 5 mit Farbabb.; Clancy Map 1.12; Tibbetts 34; Al Ankary S. 137; Europa: Heijden, Europa Abb. 2. - Die Weltkarte (datiert 1587) im 1. Zustand der 3. Platte mit neuer Umrahmung und einigen geographischen Überarbeitungen. Afrika im 4. Zustand (von insgesamt 6). Amerika: Abdruck von der 3. und letzten Platte mit Verlegeradresse und Datierung 1587; 1. Zustand (von 2). Asien: Abdruck von der 2., bereits ab 1575 verwendeten Platte, jetzt mit Privileg unten rechts und die Stadt Ara ("La farfana") klein geschrieben. Europa: Abdruck von der ab 1584 verwendeten Platte (ohne Privileg). - W. Ränder stellenw. leicht fleckig u. mit leichtem Bräunungsrand in früherem Passepartout-Ausschnitt. Unten jeweils kl. rep. Bugeinriss (bei Afrika u. Asien bis in das Bild, bei Asien im w. Unterrand hier auch kl. Aussriss ergänzt; bei Amerika bis an die Einfassung reichend). Schönes Set in einheitlichem Kolorit, wohlerhalten.
A fine uniform set from the 1592 Latin edition of the atlas. Map of the world printed from the third and last plate with South America now more correct shaped and the Solomon Isles marked for the first time, 1st state (of 3). Africa: 4th state (of 6). America printed from the 3rd and last plate, dated 1587; first state (of 2). Asia and Europe both printed from the second plate. - Col. in full. Light marginal browning, some light marginal staining in places. All 5 maps with short repaired tear to lower centerfold (Africa and Asia into image, Asia also with small tear-out to blank margin supplied).
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