(abgelaufen)
Vorstufe und Ausgang zu Dürers monumentalen Holzschnitten
Fridolin, Schatzbehalter
Fridolin, S. Schatzbehalter. Nürnberg, Anton Koberger, 18. Nov. 1491. Fol. (32:23 cm). Got. Typ., 2 Spalten. Mit großer illuminierter Eingangsinitiale mit in den Rand auslaufender Akanthusbordüre, alles in Gold und Farben, einer weiteren Eingangsinitiale zur Vorrede in Rot mit Randausläufern sowie 96 (inkl. 5 wiederh.) ganzseitigen Holzschnitten aus der Werkstatt von Michael Wolgemut, sämtlich in altem Kolorit. Durchgehend rubriziert. 352 nn. Bll. (ohne das erste und letzte weiße). Pergamentband des 16. Jhdts. mit mehrfachen Deckelbordüren aus Blindfileten und doppelter oxydierter Goldbordüre aus floralen Motiven sowie je 8 florale Eckstempel, ferner beide Deckel mit geprägten arabisierenden Mittelstücken, flacher Rücken in 6 Feldern mit etwas Verzierung, Goldschnitt.; leicht gebräunt und fingerfleckig, Deckel gering aufgebogen, Vorderkante mit kleinen Bruchstellen.
Hain-C. 14507 (= Hain 6236); GW 10329; BMC II, 434; Goff S-306; Dodgson I, 240 ff.; Fairfax Murray 392; Muther 423; v. Arnim, Slg. Schäfer 134. - Einzige Ausgabe eines der schönsten und bedeutendsten Werke der Inkunabelzeit. Das Andachts- und Erbauungsbuch wurde "auf Veranlassung der Schwestern des Nürnberger Klarissenklosters und ihrer Äbtissin, Caritas Pirckheimer, von Fridolin (1482-1498 Prediger und Beichtvater bei St. Klara) verfaßt und nach Bellm in einer Auflage von ca. 150 Exemplaren gedruckt" (Schäfer). Illustriert mit einer Folge von 96 prachtvollen Holzschnitten von 91 Stöcken, die in der Mehrzahl nachweislich von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff geschaffen wurden. "Mit ihrer Fülle des bildhaft Dargebotenen bildet sie Vorstufe und Ausgang zu Dürers monumentalen Holzschnitten" (Dürer-Kat. 1971, Nr. 115). "Ein so reich illustrirtes, mit so großen, sorgfältig durchgearbeiteten Holzschnitten versehenes Buch war bis dahin unerhört. Hatte Nürnberg seine Illustrationen seither größtentheils von auswärts her entlehnt; so lieferte es hier ein Buch, das sich den Besten anderswo erschienenen würdig an die Seite setzt" (Muther). Das die Holzschnitte zur Kolorierung vorgesehen waren belegt die gedruckte Koloritanweisung auf Bl. h2 recto zum auf der nächsten Seite folgenden Holzschnitt: "Und wenn man die egenannten Tyer will mit varbe(n) aufstreichen, so sol die kü röt geferbt werden". Entsprechend sind die Kühe auch in zartem Rot koloriert worden. Das Kolorit dürfte im frühen 16. Jahrhundert entstanden sein. - Etwas gebräunt und teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, Bl. a2 mit unmerklich restaurierter unterer Ecke, 2 Bll. der Lage r 3-4 und s2 stärker fleckig, ab Lage Y bis Schluss obere Ecke mit etwas stärker werdendem Wasserrand, Lage Dd1-Gg1 unten im weißen Rand mit kleiner Wurmspur, wenige Bll. mit feiner zeitgenöss. Tintennotiz im weißen Rand. - Provenienz: Joseph Dürr (geb. Ausgburg 7. März 1646) Abt von Ursperg (1681-1708) mit seinem gest. Exlibris mit Abtsmütze und -Stab über Wappenschild mit dem Motto "Poloque, Soloque, favente" ; Privatsammlung Deutschland.
Only edition. With 96 full-page woodcuts, including 5 repeats, from the shop of Michael Wolgemut, all coloured in a slightly later early 16th century hand. The Schatzbehalter and the Nuremberg Chronicle (1493) "are the two first important books with original illustrations published at Nuremberg, and with the exception of Breydenbach's Sanctae Peregrinationes (1486) the earliest books printed in Germany of which the woodcuts can be assigned with certainty to a known draughtsman" (Dodgson). - Fine Opening initial in various colours on gilt ground with wide floral border extension on fore margin, fine opening initial to preface in red with extensions to inner margin, 6 line initial in blue and red, rubricated. - Little browning, some staining or fingerstaining and foxing in places, expertly restored lower white corner to leaf a2, stronger staining to 2 ll. of gathering r 3-4 and s2, dampmarking to upper corner of gathering Y till end of volume, small wormtrail to Dd1-Gg1. Very few contemporary ink annotations in a neat hand. Bound in 16th century vellum, blindstamped and gilt. Binding slightly browned and fingerstained, small flaws to vellum of outer edge of upper cover.
Weiterlesen...
(verkauft)
Le Vaillant, Histoire des perroquets. 2 Bde.
Papageien. - Levaillant, F. Histoire naturelle des perroquets. 2 Bde. Paris, Levrault frères bzw. Levrault, Schoell & Co., 1801-05. Imp.-fol. (56,5:43 cm). Mit 145 Tafeln von Langlois nach J. Barraband in Farbstich mit Retusche. 4 Bll., 135 S., 1 Bl.; 2 Bll., 112 S., 1 Bl. Hldr. um 1900, beschabt und bestoßen, Bezug an Ecken und Kanten sowie Rücken teilw. abgeblättert, Innengelenke angebrochen.
Nissen, IVB 558; Anker 303; Zimmer 392; Ronsil 1780; Fine Bird Books 118; Martin Libr. 143. - Erste Ausgabe dieser seltenen Monographie in einer breitrandigen Großfolio-Ausgabe auf starkem Papier. Mit den prachtvollen, von Langlois gestochenen Darstellungen. Eine Fortsetzung des Werks von A. Bourjot St. Hilaire erschien 1837-38 und 1857-58 ein weiterer Band von Souancé. - Meist leicht stockfleckig und gebräunt, stellenw. stärker, Ränder selten auch leicht finger-, wasser- oder sporenfleckig, Taf. fast durchgehend mit etwas Abklatsch (von gegenüberliegendem Text oder vorhergehender bzw. nachfolgender Tafel); streckenw. kl. Wurmspuren in den w. Rändern (in Bd. 1 ab S. 99 und in Bd. 2 ab S. 78). Einige Seiten mit leichter vertikaler Knickfalte im w. Seitenrand. Taf. 8 in Bd. 1 mit längerem hinterlegtem Randeinriss, Index und hint. freies Vorsatz lose. Taf. 78 in Bd. 2 mit 1 Löchlein im Bild, Taf. 95bis und 129 mit Randeinriss im w. Unterrand. Jeweils Innendeckel mit Exlibris und Titel mit Namensstempel von G. Cuvier.
2 vols. First edition, large paper copy. Beautifully illustrated with 145 engravings printed in colours and touched up by hand. Levaillant's fundamental monograph on parrots "is, unwittingly, a part of the glories of Napoleonic France" (Fine Bird Books). Supplementary volumes were issued by Bourgot St. Hilaire in 1837-38 and in 1857-58 by Souancé. - Light browning and foxing, stronger in places, occasional light marginal soiling, dampstaining or mildew spotting. Offsetting to plates almost throughout. Small marginal wormholes in places. Crease folds to some of the text pages. Longer restored tear to pl. 8, small marginal tear to pl. 95bis and 129, tiny hole to image of pl. 78. In vol. 1 index and back fly-leaf detached. Bound in half-calf around 1900, rubbed and worn, hinges cracked. Bookplate and collector's stamp see above.
Weiterlesen...
(verkauft)
Pfintzing, Geschichten des Tewrdannckhs
Pfintzing, M. Die geuerlicheiten und einsteils der geschichten des loblichen streytparen und hochberümbten helds und Ritters herr Tewrdannckhs. Nürnberg, J. Schönsperger aus Augsburg, (1517). Fol. (37:26 cm). Mit 118 Textholzschnitten von H. Burgkmair, H. Schäuffelein, L. Beck u.a. 290 nn. Bll. (P5 weiß). Blindgeprägter Schweinsldr. d. 16. Jh., Rücken mit weißem Ldr. alt bezogen; teilw. gebräunt u. berieben, teilw. wurmstichig, Rückenbezug mit Fehlstellen, untere Ecken bestoßen.
VD 16, M 1649; Adams P 962; Fairfax Murray 329 (mit Angabe der zahlr. Dodgson-Nrn.); Muther 845; Von Arnim, Buchill. 70; Oldenbourg L 119. - Erste Ausgabe. Ein Höhepunkt deutscher Buchillustration der Renaissance. Berühmte Allegorie auf die Brautfahrt Kaiser Maximilians zu Maria von Burgund in der Tradition des späthöfischen Versromanes, vom Kaiser selbst seit 1510 zum Ruhm des Rittertums und seiner Dynastie entworfen. Auch die idealisierende Selbstdarstellung der Illustrationen geht auf genaue Vorstellungen des Kaisers zurück. Die eigens von V. Rockner geschaffene Type ahmt eine deutsche Kanzleischrift mit dekorativen Ober- u. Unterschleifen nach und gilt als die zweite Frakturschrift nach Schönspergers Gebetbuch für Kaiser Maximilian 1513. Die gesamte erste Auflage war zu Geschenkzwecken bestimmt, die Verteilung erfolgte jedoch erst 1526 nach Kaiser Maximilians Tod auf Veranlassung von Erzherzog Ferdinand durch den Mitautor Marx Treitzsauerwein. - Das vorliegende Exemplar zeichnet sich durch seine Breitrandigkeit aus, die gedruckten verzierenden Ober- und Unterschleifen sind nicht angeschnitten. m6v, r3v, A6v & A8r noch ohne Textkorrekturüberklebung. - Teilw. gebräunt, stellenweise etwas fleckig bzw. fingerfleckig, sehr vereinzelte Feuchtigkeitsränder. Erste Bll. stärker fingerfleckig. c1-4 mit kl. Loch im inneren weißen Rand, b1 mit minimalem Loch. Titelblatt angestaubt, mit Schabstelle u. kleinem Loch im Titel.
Weiterlesen...
(verkauft)
Seligmann. Seltene Vögel. 9 Bde.
Seligmann, J. M. Sammlung verschiedener ausländischer und seltener Vögel. 9 Bde. Nürnberg, Fleischmann, 1749-76. Fol. (41,5:27 cm). Mit 8 wdh. gest. Titelvignetten, 1 (statt 2) gest. Porträt, 1 altkol. Kupferkarte sowie 473 altkol. Kupfertafeln von Seligmann und J. S. Leitner nach G. Edwards (ohne die gest. Frontispize). Blaue Kart. d. Zt., beschabt, Ecken etwas bestoßen, kl. Ausrisse an den Kapitalen ergänzt, diese sowie vereinzelt kl. Abreibungen nachgefärbt.
Nissen, IVB 857; Anker 462; Fine Bird Books 93; Zimmer 200 Anm. - Erste Ausgabe, eines der schönsten deutschen Vogelwerke des 18. Jahrhunderts. Im Kern eine Übersetzung von Edwards "A natural history of uncommon birds" und "Gleanings of natural history" sowie Catesbys "Natural History of Carolina" durch G. L. Huth. Die Tafeln, jeweils mit dt., lat. und französ. Text bezeichnet, mit 425 prächtigen Vogeldarstellungen, 48 Taf. zeigen Säugetiere, Reptilien und Insekten. - Vereinzelt gering fleckig, vor allem in den Rändern. Wenige Textbll. stärker gebräunt oder stockfleckig (besonders in Bd. 7 u. 8), 2 Taf. mit leichten Druckfarbenverwischungen, Taf. 43 in Bd. 1 seitl. etwas angeschmutzt. Ganz vereinzelt minimale Randläsuren, Taf. 56 in Bd. 2 mit langer Quetschfalte im Bild, Taf. 84 in Bd. 4 mit hinterlegtem Randeinriss und in Bd. 6 Taf. 81 mit Eckabriss. In Bd. 6 die beiden Taf. 100/101 verbunden, ferner in Bd. 8 das Textbl. E1 und Taf. 53/54 sowie 78/79 (die beiden letzten Taf. außerdem kopfstehend eingebunden). Fehlen wie häufig die neun Frontispize und in Bd. 1 der Text zu den Taf. 39-42.
9 vols. First edition of this German adaption of Edwards and Catesby combined into one work. With 8 engraved title vignettes, 1 engraved portrait (of 2), coloured folding map, and 473 fine hand-coloured engraved plates (of which 425 of birds). "The plates were re-engraved by Seligmann and some of those by Edwards further embellished by the addition of figures of plants not in the originals" (Zimmer). - Minor and mainly marginal occasional spotting and fingermarking, stronger browning and staining to a few text leaves only (especially in vol. 7 and 8). Slight ink smudging to 2 plates, some soiling to pl. 43 in vol. 1. Isolated small marginal tears. Printer's crease to pl. pl. 56 in vol. 2, restored tear to pl. 84 in vol. 4, corner tear to pl. 81 in vol. 6. 2 plates in vol. 6, and 1 text leaf and 4 plates in vol. 8 misbound (2 of them in vol. 8 also bound in upside down). Lacking the engraved frontispieces as often, and in vol. 1 plates 39-43 lacking text. Bound in blue paper boards, somewhat rubbed, extremities worn, small tears to ends of spine supplemented, these and some abrasions recoloured.
Weiterlesen...
(verkauft)
118 Briefe von Jung-Stilling
Jung-Stilling, Briefe an F. R. Salzmann
Jung-Stilling, Johann Heinrich (pietistisch-mystischer Schriftsteller, Augenarzt u. Ökonom; 1740-1817). Sammlung von 118 eigenhändigen Briefen und 1 eigenhändigen Schriftstück, alle mit Unterschrift. Marburg, Baden bei Rastatt (Baden-Baden), Karlsruhe, Rastatt u. Schloss Favorite bei Rastatt, 1799-1812. Verschiedene Oktav- u. Quartformate. Je 1-8 S. (zus. ca. 315), 49 Briefe mit Adresse, oft mit Siegel oder Siegelrest. Gebunden in etwas spät. Hlwd. mit goldgepr. Rtit., Deckel berieben, Kanten etwas bestoßen, Rücken mit kl. Fehlstellen.
Durchgehende Folge von teils sehr umfangreichen, bis zu acht eng beschriebene Seiten umfassende Briefen Jungs an seinen engen Freund Friedrich Rudolph Salzmann (1749-1821) in Straßburg. Der elsässische Theologe und Jurist Salzmann (auch: Saltzmann), nicht zu verwechseln mit seinem aus Goethes "Dichtung und Wahrheit" als "Actuarius" bekannten Vetter Johann Daniel S., war als Journalist und Herausgeber der "Straßburger Zeitung" tätig. Salzmann war Mittelpunkt des literarischen Kreises der "Deutschen Gesellschaft" in Straßburg, er war mit Johann Caspar Lavater, Johann Friedrich Oberlin und Gottlieb Konrad Pfeffel befreundet und verkehrte mit dem jungen Johann Wolfgang von Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz. Seine Freundschaft mit Jung-Stilling währte mehr als sechzehn Jahre. "Wann und wo diese Freundschaft begann, ist nicht auszumachen... Beide kannten die meisten Schriften des jeweils anderen, tauschten sie aus und korrespondierten über sie, durchaus kritisch und mit Differenzen. Jung-Stilling hat Saltzmann wohl mindestens fünf Mal in Straßburg in der Kettengasse 2 besucht: 1806, 1808, 1810, 1811 und 1812 - im Zusammenhang mit Kuren von Jung-Stillings Frau im Elsaß, mit anderen Besuchen und im Zusammenhang mit dem mißglückten Versuch von 1810, den Sohn Friedrich in Straßburg erst eine Lateinschule, dann eine Kaufmannslehre absolvieren zu lassen (wobei Saltzmann anscheinend zu helfen versuchte)" (G. Schwinge, Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller, Göttingen 1994, S. 173 f.).
Aus den Jahren 1801 bis 1810 sind 126 Briefe Salzmanns an Jung-Stilling erhalten, die sich heute in der UB Basel befinden (Nachlass Schwarz, Abt. VII) und in der neueren Forschung ausgewertet wurden (vgl. J. Keller, Le théosoph alsacien Frédéric-Rodolphe Saltzmann, Bern 1985). Von den korrespondierenden Briefen Jung-Stillings an Salzmann waren bisher jedoch nur sechzehn aus den Jahren 1811 bis 1816 (Arch. d. Theol. Fakultät Erlangen) sowie ein kurzer Brief vom 22. Januar 1807 (StuLB Dortmund, Atg.4951) und ein längerer vom 29. Sept. 1811 (UB Münster) bekannt (vgl. Schwinge, Korrespondentenverzeichnis S. 36: "viele andere Briefe an Saltzmann sind verloren gegangen"). Die vorliegende Briefsammlung stellt somit eine wesentliche und der Forschung bisher unbekannte erstrangige Quelle zu einer der wichtigsten Phasen in der Biographie Jung-Stillings dar, in der er unter anderem seine einflussreiche Volkszeitschrift "Der graue Mann" und die "Theorie der Geister-Kunde" publizierte. Sämtliche adressierten Briefe sind an Salzmanns Haus in der Straßburger Kettengasse gerichtet, in dem sich auch die Druckerei und der Verlag von dessen Schwiegersohn Johann Heinrich Silbermann befand. Viele der von Silbermann verlegten Werke wurden von Jung-Stilling im "Grauen Mann" rezensiert und dem Leser wärmstens empfohlen.
Der erste, zwei Seiten umfassende Brief Jung-Stillings an Salzmann datiert vom 30. Januar 1799, der Empfänger wird hier als "Buchdruker" adressiert und noch recht unpersönlich mit "Verehrungswerther Mann" angesprochen. Aus seiner Marburger Zeit, wo Jung-Stilling bis 1803 als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität wirkte, sind nur acht Briefe vorhanden. Mit seinem Wechsel in badische Dienste wurde der Kontakt zu Salzmann wesentlich intensiver, aus dem Jahr 1806 liegen sechs Briefe vor, 1807 sind es bereits 27, die oft im Abstand weniger Tage folgen und bis zu acht Seiten umfassen. Die Briefanrede lautet jetzt meist "Mein theuerster und innigst geliebter Bruder", "Mein theuerster und von ganzem Herzen geliebter Bruder im Herrn" oder ähnlich. Neben den eigenen Werken Jung-Stillings und Salzmanns werden auch viele andere erwähnt, darunter Schriften von Madame Guyon, Charles Hector de Marsay und Gerhard Tersteegen. Behandelt werden theologische Fragen, familiäre und persönliche Dinge, erwähnt wird aber auch der Rat einer "sehr guten Freundin", auf bestimmte Zahlen im Lotto zu setzen. Vielfach sind die Briefe mit Salzmanns datiertem Antwortvermerk versehen, so dass sich die Korrespondenz einfach zuordnen lässt. Der letzte Brief der Sammlung stammt vom 27. September 1810 (Salzmanns Antwort erfolgte am 2. Oktober), doch das zeitlich letzte Dokument datiert vom 8. Juli 1812. Es handelt sich hierbei um ein von Jung-Stilling ausgestelltes Rezept für "Augenbalsam nach Bericht zu gebrauchen. Für Herrn Salzmann".
Unterschiedlich gebräunt, meist mit Falt- oder Knitterspuren, Adressblätter oft mit Siegelausschnitt oder -ausriss, einige Briefe durch Tintendurchschlag nur schwer lesbar, ein Brief aus der Bindung gelöst. Insgesamt sehr gut erhalten. - Provenienz: Privatsammlung Göttingen; deutsche Privatsammlung.
Weiterlesen...
(verkauft)
Nozeman, Nederlandsche vogelen. 4 Bde.
Nozeman, C. & M. Houttuyn. Nederlandsche vogelen; volgens hunne huishouding, aert, en eigenschappen. Bd. 1-4 (von 5) in 4 Bdn. Amsterdam, Sepp, 1770-1809. Gr.-fol. (53:38 cm). Mit 4 (je 2 wiederh.) gest. Titeln und 200 (2 doppelblattgroßen) Kupfertafeln von Ch. Sepp, J. Ch. Sepp u. J. Sepp, alles in prächtigem Altkolorit. Marmorierte Kalbldr. d. Zt. mit je 2 farb. Rsch., Deckel mit je 2 goldgeprägten floralen Bordüren, die äußere geschmückt mit Vögeln und Füchsen, sowie rautenförmigem Mittelstück aus Blumen und Vögeln, reicher Rücken- sowie Steh- und Innenkantenvergoldung, marmorierter Schnitt; einzelne leichte Bereibungen.
Nissen, IVB 684; Fine Bird Books 129; Anker 369; Zimmer 469; Landwehr, Books with col. plates 145. - Erste Ausgabe. Die Tafeln aus der Werkstatt der Familie Sepp sind "durch die naturbegeisterte Werkandacht ihrer Leiter... zu hoher Vollendung gediehen... Durch ihre klare und gefällige, offensichtlich an ostasiatischen Vorbildern geschulte Art der Komposition und Bildaufteilung haben sie es dabei verstanden, auch künstlerischen Ansprüchen in bewundernswertem Maße gerecht zu werden" (Nissen S. 45). Taf. 101-104 inkl. Text aus Bd. 3 am Ende von Bd. 2 eingebunden. - In Bd. 2 vorgeb. w. Bl. und gest. Titel mit schwachem Feuchtigkeitsrand am oberen Blattrand, S. 151/2 mit kl. Randeinriss im w. Unterrand. Tafeln bzw. die den Tafeln gegenüberliegenden Textseiten mitunter mit etwas Druckabklatsch. Tafeln vereinzelt etwas knapprandig (bis in den Plattenrand bis dicht an die Darstellung beschnitten) und nur ganz selten gering fleckig, Taf. S. 62 in Bd. 1 unten mit kl. hinterlegtem Randeinriss. Insgesamt prachtvolles, wohlerhaltenes Exemplar. Ohne Bd. 5.
Vols. 1-4 (of 5). First edition. Illustrated with 4 engraved titles, "an ornament of the age of Rococo" (Fine Bird Books) and 200 (2 double-page) engraved plates, all in fine contemporary colouring. "The first comprehensive account of the avifauna of Holland... The birds are shown in their natural surroundings and as far as possible in their natural attitudes" (Anker). The first 4 plates and corresponding text of vol. 3 bound in at end of vol. 2. - Prebound blank and engr. title in vol. 2 with faint dampstaining along upper margin, small marginal tear to p. 151/2. Plates resp. pages opposite of plates occasionally with some offsetting. A few plates somewhat narrow margined (cut into platemark close to image) or with minor staining, restored marginal tear to 1 plate in vol. 1. Overall a fine, unsophisticated copy bound in contemporary marbled calf, richly gilt: roll-border containing foxes, birds and flowers on sides, large central panel also consisting of birds and flowers, gilt spine and inside border; marbled edges; occasional minor rubbing.
Weiterlesen...
(verkauft)
Horae B. M. V. ad usum Romanum
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich/Flandern um 1450. Blattgr. 8:5,4 cm, Schriftspiegel 4,1:3 cm. 14 (Kalendarium: 17) Zeilen. Textura in schwarzer Tinte. Mit 14 blattgroßen Miniaturen in Gold und Farben mit gegenüberliegender Schmuckseite mit fünfzeiliger Initiale, jeweils eingefasst von dreiseitiger Bordüre aus filigranem Rankwerk in Gold u. schwarzer Feder, farbigem Akanthus-Blattwerk, Blüten u. Früchten. Zahlr. zweizeilige Initialen in Blau, Mauve, Gold, teilw. mit in den Rand auslaufendem Federwerk, wenige mehrzeilige eingemalte Randverzierungen, dazu durchgehend einzeilige Fleuronnée-Buchstaben alternierend in Gold mit Blau und in Blau mit Rot. 162 Bll. Brauner vergoldeter Kalblederband wohl des späten 18. Jhdts. in zeitgleichem zweiteiligem Schuber.
Reizvolles kleinformatiges Stundenbuch mit teils figurenreich gestalteten Miniaturen und mit durch Details belebtem Bildaufbau. Die Liturgie folgt dem Gebrauch von Rom und engt daher die Verwendung des Stundenbuchs nicht ein. Die Heiligenauswahl des Kalenders enthält den franko-flämischen Benediktinerabt Amandus (6.2.), Bavo von Gent (1.10., mit Remigius von Reims), Donatian von Brügge (14.10.) sowie Eligius von Noyon (1.12.) und entspricht damit dem für Flandern üblichen Standard. Mit textlicher Abfolge wie nachstehend: Kreuzoffizium, Marienmesse, Heiliggeistoffizium, Marienoffizium nach röm. Ritus, Ad laudes, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet, Marienoffizium, Psalmen, Totenoffizium. Die jeweils den Textanfängen gegenüberstehenden blattgroßen (ca. 5,1:3,1 cm) Miniaturen zeigen: Jesus mit Marterwerkzeugen (fol. 13v, folgt typischen Darstellungen der Brügger Schule des frühen 15. Jhdts.), Maria Verkündigung, Maria Himmelfahrt, Christus am Ölberg, Gefangennahme, Jesus vor Pilatus, Geißelung Christi, Kreuzweg, Kreuzigung, Kreuzabnahme, Grablegung, Madonna mit dem Kind, Jüngstes Gericht, Totenoffizium. - Alte Bleistiftfoliierung: 1-87, 3 nn. Bll., 89-159. Durchwegs mehr oder weniger fleckig bzw. fingerfleckig, wenige Pergamentfehler, die ersten 6 Bll. des Kalendariums oben mit Pergamentausbesserung, minimaler Buchstabenverlust bei 2 Blättern, die Bilder und Bordüren berieben u. teilw. retuschiert. Das Bändchen wurde wohl im 18. Jahrhundert neu aufgebunden, Bindung teils etwas lose. Bei der Bindung wurden die Bordüren im Rand angeschnitten.
Book of Hours, use of Rome, in Latin. Manuscript on vellum. Northern France/Flanders , c. 1450, 162 leaves. Illuminated with 14 full-page miniatures, each with a full border and a matching border on the accompanying page. - Old pencil foliation: 1-87, 3 nn. ll., 89-159. Some staining and fingerstaining throughout, few vellum flaws, some vellum repairs to first 6 leaves of calendary with minimal loss to two leaves, some rubbing to miniatures and borders, partly retouched. All borders trimmed by binder's knife. Newly bound in 18th century, stitching somewhat loose in places. In 18th century slip case. Despite the traces of use an attractive book of hours with interestingly composed miniatures.
Weiterlesen...
(verkauft)
Dietzsch, Sammlung Deutscher Vögel
Dietzsch, B. R. Sammlung meistens Deutscher Vögel... gestochen und herausgegeben durch A. L. Wirsing, beschrieben und mit einer Vorrede begleitet von B. C. Vogel. Heft 1 u. 2 zus. in 1 Bd. Nürnberg, Wirsing, 1772(-77). Fol. (40:25,5 cm). Mit 50 altkol. Kupfertafeln. 24; 22 nn. Bll. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rückenvergoldung, leicht berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen, Gelenke mit kleineren Einrissen, Rücken sorgfältig restauriert.
Nissen, IVB 246; Anker S. 36; Fine Bird Books 91; Martin Libr. 72. - Erste Ausgabe. "Die Bilder zu ihrer seltenen und unvollendeten 'Sammlung meistens deutscher Vögel' zeigen wie ihre Gemälde eine peinliche Genauigkeit in Farbe und Detailzeichnung" (Nissen S. 44). Ohne die nur von Sitwell erwähnten beiden kol. (Kupfer?)titel und ohne die erst um 1800 von J. M. Bechstein ohne Text herausgegebenen Tafeln 51-108. - Text teilw. leicht stockfleckig oder gebräunt, 2 Bll. im w. Unterrand schwach feuchtigkeitsfleckig. Tafeln fast fleckenfrei, nur ganz vereinzelt Stockfleckchen oder schwache Abklatschspuren im Bild oder leichte Fingerflecken im Rand, Taf. 8 mit kl. Farbfleck im Bild. Vorgeb. w. Bl. mit hs. Besitzvermerk von Anna Gernert dat. 1870, im vord. Innendeckel das 1779 von A. R. Wicker gest. Wappenexlibris des Frankfurter Bankiers Johann Christian Gerning (1745-1802).
First edition of this scarce German bird book, 2 parts in 1 vol. With 50 fine engravings in contemporary colouring. "The pictures were painted by one of the most industrious and able members of a well-known family of painters, draughtsmen, and etchers in Nürnberg, Barbara Regina Dietzsch who, besides birds, painted especially flowers and insects" (Anker). - Slight foxing or browning in places to text, minor dampstaining to lower margin of 2 leaves. Only isolated light stains or minor offsetting to a few plates, scattered light fingermarking, small colour stain to plate 8. Without the 2 coloured (engraved?) titles only mentioned by Sitwell, and without the further 58 plates published without text by Bechstein about 1800. Bound in contemporary half-calf, spine gilt, slightly rubbed, extremities slightly worn, small tears to joints, spine restored.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Horae B. M. V., Gilles Hardouyn
Horae B. M. V. Heures à lusaige de Rom(m)e toute au long sans rien requier. Auf Pergament gedruckt. Paris, Gilles Hardouyn, um 1515. (22,5:15 cm). Mit 15 (statt 21?) großen Miniaturen in Goldbronze u. mehreren Farben über Metallschnitten sowie vielen kleinen Miniaturen, dazu wechselnde Metallschnittbordüren u. große Druckermarke am Schluss (unkoloriert). Zahlr. kl. eingemalte Initialen in Goldbronze auf blauem oder purpurrotem Grund, 14 Miniaturen in vergold. Umrahmungen. 82 (statt 88) nn. Bll. Roter Maroquinband des 17. Jahrhunderts mit reicher Vergoldung, auf den Deckel zentral der Name "Marte de Pontoux"; berieben, Deckel geknickt, Rücken mit Wurmstichen.
Vgl. Bohatta 987f., Lacombe 263 u. Brunet, Heures 245, 246 & 245 bis. - Fein koloriertes Stundenbuch, die Miniaturen decken die darunterliegenden Metallschnitte weitgehend ab. Kalender für 1515-1530. Der Titel mit Hardouyns Zentauren-Druckermarke, verso Knochenmann (ohne Umrahmung, jedoch von 4 kleinen Miniaturen umgeben), die übrigen Metallschnitte zeigen Johannes mit Giftbecher, Gefangennahme Jesu, Tugenden, Verkündigung, Joachim und Anna, Hirten auf dem Felde, Heilige drei Könige, Darbringung im Tempel, Marientod, David und Uriah, Bathseba, Reicher Mann und armer Lazarus, Auferweckung des Lazarus, die kleinen Miniaturen meist mit Heiligendarstellungen. Die unkolorierten Metallschnittbordüren meist mit biblischen Szenen sowie Totemntanzdarstellungen, am Schluss eine zweite Druckermarke (mit Wappen u. Sphäre), ebenfalls unkoloriert. - Gelegentlich etwas angeschmutzt oder abgegriffen, einige Initalen etwas verwischt, Bl. E5 im Bund eingerissen unter Berührung von Text u. Bordüre, Miniatur auf Bl. L3r mit altem Eintrag in Tinte. Provenienz: Jean Louis de Bellegarde (Besitzvermerk auf dem Titel, dat. 1620); Marte de Pontoux (Einband); "Monsieur Belardie, secundus bonus puer" (Eintrag auf freiem Vorsatz); vord. Spiegel mit bibliographischem Eintrag, datiert 22. Feb. 1824 und signiert "Violet". Es fehlen Bl. C7-8, D1-2, E4 u. L4.
Rare Latin book of hours for the use of Rome, printed on vellum. Richly illustrated with Hardouyn's Centaur-device on title, anatomic man surrounded by four smaller figures on title verso, 13 (of 19?) full-page illuminated cuts, and several smaller cuts in text, all in contemporary colouring, historiated borders and Hardouyn's Sphere-device at end uncoloured, initials and capitals supplied in gold and colours. - Some rubbing and creasing, occasional soiling, smudging to a few illuminated initials. E5 with tear at inner margin also affecting text and border, illumination on L3r with manuscript caption in an early hand. Lacks C7-8, D1-2, E4 and L4. 17th-century red morocco gilt, covers with all-over gilt tooling enclosing the name Marte de Pontoux; rubbed, bend in covers, small wormholes to spine.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Il Callotto oder Zwerchen Cabinet (Sammelband)
Zwergen-Kabinett. - Il Callotto resuscitato oder Neu eingerichtes Zwerchen Cabinet. (Augsburg, Pfeffel, ca. 1710?). Fol. (29,5:21,5 cm). Mit gest. Titel u. 49 Kupfertafeln. - Mehrere Folgen angebunden (siehe unten). Ldr. d. Zt. mit späterem Rsch. u. Rvg., etwas beschabt, Rücken mit Wurmloch, Rückdeckel mit kl. Fehlstelle.
Lipperheide Xf2; Muller 3695 a Anm.; Atlas van Stolk IV, 3535 (S. 492); Faber du Faur 1842; vgl. Hayn-Got. I, 520 u. Derra de Moroda 992. - Von den Platten der ersten Ausgabe des zu seiner Zeit sehr beliebten und erfolgreichen Werks. Vorbild waren die "Varie figuzre gobbi" von Jaques Callot. Die prächtigen Kupfer karikieren in Gestalt von männlichen und weiblichen Zwergen menschliche Schwächen, Berufe und Nationen. Im Unterrand gestochene deutsche Verse oder Verse in nachgeahmtem Französisch, Niederländisch, Bairisch etc. Gestochen wohl von Martin Engelbrecht, verlegt und herausgegeben von J. A. Pfeffel. Ohne die separat gedruckten Bordüren. Das Werk wurde in Nachstichen und mit zusätzlichen französischen und niederländischen Unterschriften u.a. in Amsterdam 1716 und 1720 herausgegeben und erschien in zahlreichen weiteren Bearbeitungen und Ausgaben. - Auf starkem Papier. Stellenw. leicht fleckig; wenige Tafeln mit unbedeutenden Randläsuren. Kupfertitel mit Besitzvermerk von 1737. - Angebunden: 1. V. H. Janssens. Illustrationen zur Geschichte des Achilles ("Sive feras telis..."). Folge von 14 Kupfertafeln, gest. von J. B. Probst. Augsburg, J. Wolff, 1721. - Nagler XII, 81, 22. - 2. J. D. Hertz. Aetatis humanae gradus ... Die Stuffen des Menschliche(n) Alters. Folge von 11 Kupfertafeln (inkl. Titel) von, gestochen von J. Wangner. Augsburg (ca. 1733). - 3. J. E. Ridinger. Pr(ima-tertia) pars variae... Unterschiedliche Vorstellung einiger aus dem Alterthum zur Historie dienliche Figuren. Augsburg 1728. (Daraus:) 2 Kupfertitel u. 14 Kupfertafeln. - Thienemann 836-844, 852-864 u. 3 nicht identifizierte. - 4. 7 Kupfertafeln mit Personendarstellungen. Augsburg, J. Wolff (3) u. J. Wolff Erben (4), um 1725. - 5. 6 doppelblattgr. Kupfertafeln mit Personendarstellungen (auf Wolken) von G. G. Winkler u.a. nach Domenico Zampieri (Dominichin) u.a. Augsburg, J. D. Hertz, ca. 1730. - Die beigebundenen Folgen vereinzelt leicht fleckig.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Kerssenbroch, Historia Anabaptistarum Monasteriensium
Wiedertäufer. - Kerssenbroch, Hermann v. (Historia Anabaptistarum Monasteriensium) Historia Monasteriensis urbis et episcopatus, inprimis motuum in reformatione anabaptistarum ... ad an. 1576 (Deckelschild). Lateinische Handschrift auf Papier. (Paderborn?) 5 Juli 1734. Fol. (33:22 cm). Von einer Hand mit brauner Tinte in flüssiger Kursive geschrieben. 362, 28 num. Bll. Brauner Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. goldgeprägtem Rückentitel; teilw. berieben, einige Schabstellen, Ecken bestoßen, Rücken am Fuß mit Wurmspuren.
Sorgfältig ausgeführte Abschrift des 18. Jahrhunderts der wichtigen Geschichte der Wiedertäuferbewegung in Münster. "Es umfaßt nicht nur die Geschichte des Aufruhrs, sondern zugleich alles, was vor und nach demselben in den Jahren 1524-1554 in Münster Merkwürdiges vorgefallen ist, insoferne es mit dem Aufruhr im Zusammenhange steht" (Wegele). Kerssenbroch (auch Kerssenbroich oder Kerssenbroick) trug eine Fülle vom Nachrichten zusammen, die zum Teil ihm ihre Erhaltung verdanken und gibt, vom katholischen Standpunkt aus, ein lebendiges Bild der damaligen Ereignisse. Der Druck des ab 1567 verfassten Werkes wurde 1573 vom Rat der Stadt Münster verboten und fast alle vorhandenen zeitgenössischen Abschriften wurden eingezogen.
"Es ist fesselnd geschrieben mit reichem Aufwande klassischer Belesenheit, stellenweise nicht ohne poetischen Schwung... Quellenmaterial stand dem Verfasser in reichstem Maße zur Verfügung. Theils konnte er noch als Augenzeuge berichten, theils das als Kind erlebte durch mündliche oder schriftliche Erzählungen älterer Zeitgenossen ergänzen. Die archivalischen Quellen, auf denen inhaltlich der Hauptwerth des Buches beruht, waren ihm durch die Vermittelung des Bischofs Johann von Hoya zugänglich geworden. Aber die historische Kritik ging K. völlig ab, und, was weit schlimmer ist, seine Darstellung war nicht vom Streben beherrscht, nur die Wahrheit und diese in ihrem vollen Umfange zu sagen. K. hatte ein Exemplar seines Werkes nach Köln zum Druck gesandt und ließ sein Manuscript durch mehrere seiner Schüler abschreiben. Der Rath, dem das bekannt geworden war, der auch vom Inhalte Kenntniß erhalten hatte und Vieles nicht billigte, forderte nun vom Verfasser die Ablieferung aller Exemplare und verbot aufs Strengste den Druck der Schrift (Juli 1573). Eidlich mußte er weiter betheuern, daß er keine Abschrift seines Buches mehr besitze, daß er keines mehr anfertigen lassen, daß er künftig überhaupt keine Bücher mehr schreiben wolle. Erst dann und als man ihm noch eine Strafe von 200 Thalern auferlegt hatte, entließ ihn der Rath. Kerßenbroick’s Buch ist vollständig und correct niemals gedruckt worden" (ADB XV, 647 ff.). Erst 1771 erschien erstmals eine deutsche Übersetzung. Bis dahin existierte das Werk in nur einigen wenigen Abschriften. Die Bedeutung der vorliegenden Abschrift liegt auch in der ab Blatt 345 aufgeführten "Täuferdisputation" vom 7.-8. August 1533, die nach Heinrich Detmer (H. von Kerssenbroch, Anabaptistici furoris... Münster 1899-1900) in nur sehr wenigen Abschriften vorhanden ist. Am Schluss, mit separater Foliierung, die "Acta ab Anno 1573 inter Senatum Monasteriensem et M. Hermannum a Kerssenbroick Scholae majoris Moderatorem ob Historiam Anabaptistarum Monasteriensium bona fide ab eodem Kerssenbroickio descriptam". Vorderer Innendeckel mit Auktionskaufvermerk ("Ex Auctione Krauseria publice mens. Aug. 1800"). Die Auktion der Sammlung des Historikers Johann Christoph Krause (1749-1799) fand ab dem 4. August 1800 in Halle statt (vgl. Loh, Buchauktionen V, 76). - Sehr schöne und aufwändig gestaltete Handschrift mit kleineren kalligraphischen Verzierungen. - Leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar im Originaleinband.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Devise des armes des Chevaliers
Artus. - La devise des armes, des chevaliers de la table ronde, qui estoient du temps tresrenom(m)e et vertueux Artus roy de la grant Bretaigne. Paris, o. Dr. (F. Regnault), o. J. (um 1525). 16mo (11,5:8,5 cm). Mit 179 (162 altkol.) Wappenholzschnitten im Text. 98 nn. Bll. Flex. Pgt. d. Zt., gebräunt, etwas knittrig, kleinere Abplatzungen im Bezug, Schließbänder fehlen. In mod. Holzkassette.
BM, STC French 32; Brunet II, 661; Brun 169; vgl. Mortimer 167 (Ausgabe Lyon 1590). - Erste Ausgabe, selten. Über die Wappen der Tafelrunde von König Artus. Beginnt mit einer kurzen Einführung in die Geschichte der Heraldik und stellt dann die Ritter der Tafelrunde mit ihren Wappen und Charaktereigenschaften vor, angefangen bei König Artus und Lancelot über Tristan und Hektor bis hin zu den acht anonym gebliebenen Rittern. Nach Brunet erschien das Werk erstmals in dem von Verard gedruckten "Gyron le Courtoys" (ca. 1501; Brunet II, 1840), allerding ohne Wappen. Vorliegend der "Separatdruck" in erster Ausgabe. Weitere Ausgaben erschienen 1559 (Brunet I, 386), eine bei Houic in Paris gedruckte um 1585 sowie eine Lyoner Ausgabe von 1590. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, einige Feuchtigkeitsränder, vereinzelte Braunflecken,Titel angeschmutzt u. mit Namenszug Laporte de Pierre und hs. Datierung 1506. c1 mit restauriertem Einriss im oberen Rand. Vorsatz u. letztes Blatt verso mit Kritzelei.
First edition, with the royal arms of France and England and 177 woodcut coat of arms of the knights of the Round Table of which 162 coloured by hand, printed one to a page with explanatory text below. - Some spotting, thumbing and dampmarking, some brownstaining in places. Soiling, old name and annotation to title, few scribblings to fly-leaf and last leaf verso. Contemporary limp vellum, browned and creased, few small defects. In a recent wooden box.
Weiterlesen...
(verkauft)
Grapaldus, De partibus aedium
Grapaldus, F. M. De partibus aedium. (Parma), Angelus Ugoletus, um 1494. Kl.-4to (19:15 cm). Rom. Typ. Mit Druckerm. 124 nn. Bll. Hldr. des frühen 20. Jh. mit Rvg., in mod. Lwd.-Kassette.
HCR 7868; GW 11331; BMC VII, 945; Goff G-349; Fowler 141; Simon, Bacchica I, 142 & Bibl. Gastr. 789 Anm.; Stillwell, Awakening VI, 846. - Erste Ausgabe, sehr selten. Umfassende Anweisungen zur Einrichtung und Führung eines Haushaltes. "Contains a glossary of terms used in building, gardening, and domestic crafts; and includes an interesting tour of a house, its nursery and library, its fishpond, aviary, and stables. Relates also to architecture and gastronomy" (Stillwell). "This work was an early dictionary and probably the first to include architectural terms" (Fowler). "He describes the various foods and wines to be kept in the house, when and how to serve them, and how to avoid waste and excess" (Simon). - In den Rändern gelegentlich leicht braun- oder fingerfleckig, zahlr. kl. Randrestaurierungen.
Very rare first edition of Grapaldi's famous work on the building, furnishing, and running of the ideal home. - Occasional slight marginal browning and thumbing, numerous minor marginal restorations. Early 20th cent. half-calf, spine gilt, housed in a recent cloth box.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Dresser, The Birds of Europe. 8 Bde.
Dresser, H. E. A history of the birds of Europe, including all the species inhabiting the Western Palaearctic region. 8 Bde. London 1871-81. Gr.-4to (32,5:26 cm). Mit 8 lith. Titeln u. 634 (632 altkol.) lith. Tafeln u. einige Textillustr. Hldr. d. Zt. auf 5 Bünden mit goldgepr. Rückentitel u. etwas Vergoldung, Lederecken u. Kopfgoldschn. (sign. R. H. Porter), etwas berieben, Rücken von Bdn. 2-4 beschabt.
Nissen, IVB 267; Anker 120; Fine Bird Books 92; Zimmer 177; Martin Libr. 78. - Monumentale Prachtpublikation. "A very thorough manual of the subject, beautifully illustrated by J. G. Keulemans, Josef Wolf, E. Neale and others" (Zimmer). "Dresser's collection of twelve thousand bird skins was used by Keulemans an the other artists" (Martin libr.). Die Tafeln zeigen meist Vogelpärchen in Gezweig oder Landschaft in detaillierten, naturgetreuen Darstellungen. Prächtig koloriert, tlw. mit Eiweiß gehöht. Paginierung und Tafelnum. hier sauber eingestempelt, die Tafeln num. 1-633 u. 599A. - Schnitt, Titel u. wenige Textbl. bzw. Taf. etwas stock- oder braunfleckig, wenige Taf. unten etwas beschnitten, wenige hs. Anmerkungen im Text oder auf Tafelbezeichnungen, 4 Taf. mit überklebter gedruckter Tafelbezeichnung, sehr vereinzelt mit etwas Bildabklatsch, Name auf Vorsatz. Ohne den erst 1895/96 erschienenen Supplementband.
8 vols. With 8 lith. titles and 634 (632 coloured) plates. - Neat stamped numbering resp. pagination added to plates and pages. Minor foxing or staining to some textleaves or plates, some plates somewhat trimmed, some manuscript inscriptions, new printed plate descriptions mounted to 4 plates, off-settings in a few places, owner's inscription in pencil to fly-leaf. Bound in contemporary half-roan (signed R. H. Porter), some gilding and gilt title to spine, top edges gilt, somewhat rubbed, vols. 2-4 with some exposure to spine. Without supplement volume published in 1895-96.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Hasenkopff, Hasen Jacht. 1593 / 2 Bde.
Hasenkopff, Leporinus (Pseud.). Hasen Jacht: Auff welcher mancherley Hasen gefangen werden, Allen Hasierern und Leimstenglern zu sonderlichem Nutz in deutsche Hasenreimen gehawen, und mit einem Jegerischen Hasengeschrey gezieret. "Gedruckt zu Haßleben, durch Haselargum Lagum, wonhafftig zur Leimstangen auff dem Hasenmarckt" (= Frankfurt, P. Brachfeld?), 1593. 4to (19,5:14,5 cm). Mit Titelholzschnitt u. eingedruckten Noten. 8 nn. Bll. Mod. Hmaroquinband mit goldgepr. Rtitel, in marmor. Pp.-Schuber.
VD 16, ZV 7393; Goed. II, 286, 93; Hayn-G. III, 100; Weller, Druckorte I, 11; Lindner, Von der Haserey (in: Studien zur deutschen Literatur und Sprache des Mittelalters, S. 287-313) F 2; vgl. Schwerdt I, 233 (Ausg. 1629). - Erste Ausgabe, zweiter Druck, in dem die Druckfehler des undatierten Erstdrucks korrigiert sind, beide Drucke sind von größter Seltenheit. Enthält eine untertänigste Widmung an den "hasenreichen König Leporius Maximus", ein mit Noten versehenes Jägerlied und ein 87 vierzeiligen Strophen bestehendes satirisches Gedicht, "dem ein kecker, aber sympathischer Witz nicht abzusprechen ist" (Lindner S. 291). Die Zuschreibung des Druckes an Brachfeld in Frankfurt durch Goedeke, Hayn-G. u. Weller wird im VD 16 nicht bestätigt. "Die Verwendung desselben Titelholzschnittes und derselben Druckstöcke für die Noten zum Jägerlied auf den S. A2v und A3r zeigen, daß F 1 und F 2 vom gleichen Drucker stammen" (L.). - Etwas gebräunt u. leicht fleckig. Eine Kopie von Lindners Aufsatz "Von der Haserey" (in Pp. geb.) liegt bei. Aus der Jagdbibliothek Kurt Lindner (Exlibris Bibliotheca Tiliana, kl. Stempel Titel u. Schlussbl. verso), Zisska & Kistner Auktion 41/I (2003), Nr. 2426.
Weiterlesen...
(verkauft)
Camerhofer, Kinder Bibel
Luther, M. - Camerhofer, B. Kinder Bibel. Das ist, Der klein Catechismus, D. M. Lutheri, ausgelegt und mit Gebetlein gezieret für die Christliche Jugent der stad Steier im land Österreich ob der Enss gelegen. Sampt der Haustafel und einem Rosengertlein Schöner auserlesener Sprüche aus dem alten und newen Testament. Wittenberg, H. Krafft, 1570. (16:10,5 cm). Mit 24 Textholzschnitten. 28 (l.w.) u. 224 (l.w.) nn. Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit ornamentalen Mittelstücken, ohne Schließen, Bünde etwas berieben, Rücken an Kopf und Schwanz bestoßen.
Bibliographisch nicht ermittelt: nicht im VD 16 (Luther und Camerhofer) u. Index Aureliensis. - Sehr selten. Luthers Katechismus mit Auslegungen und ergänzenden Texten von Basilius Camerhofer von Aflentz, evangel. Prediger in Steyr/OÖ. für die dortigen evangelischen Schulen. Für vorliegende eigenständige Bearbeitung des christlichen Lehrstoffs für Kinder erhielt Basil Kammerhöfer (1533-1572) vom Rat der Stadt Steyr "ein Geschenk von 100 Dukaten" (Jöcher, Suppl. II, 57-58). - Gebräunt, Innengelenke angeplatzt, vereinzelt minimale Papierfehler (Bl. a2 winzige Fehlstelle), Titel gelockert, 1 Bl. mit alter Notiz, Bl. T4 bis Ende mit kleinen Wurmgängen, sonst sehr schönes Exemplar.
Rare edition of
Weiterlesen...
(verkauft)
Edwards, Uncommon Birds. 7 Bde.
Edwards, G. A natural history of uncommon birds and of some other rare and undescribed animals. (Nebst Fortsetzung:) Gleanings of natural history. - Glanures de l'histoire naturelle. Zusammen 7 Bände. London, Royal College of Physicians für den Autor, 1743-1764. 4to (30:22,5 cm). Mit altkoloriertem Frontispiz, 1 gestochenen Porträt, 4 gestochenen Vignetten, 2 wiederh. Kupfertafeln (Samojede) und 361 (statt 362) altkolorierten Kupfertafeln. Gefleckte Lederbände d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten u. Stehkantenvergoldung, berieben u. beschabt, Kanten u. Ecken bestoßen, Deckel tls. mit Kratzern, Rücken an Kopf u. Schwanz etwas abgestoßen, Gelenke tls. angeplatzt.
Nissen, IVB 286-289; Fine Bird Books 93, Anker 124 & 126. - Erste Ausgabe. Klassisches Werk der englischen Ornithologie, die "Natural History" nur mit englischem Text, die "Gleanings" auch mit der parallel gedruckten französischen Übersetzung von J. du Plessis und Edmond Barker. Über 300 Tafeln mit schönen Vogeldarstellungen in leuchtendem Altkolorit, meist dekoriert mit Pflanzen oder Schmetterlingen. Die übrigen Tafeln mit Säugetieren, Fischen, Insekten und Pflanzen. - Gebräunt, stellenw. braun- oder feuchtfleckig bzw. mit Feuchtigkeitsrand, vereinzelt Text mit schwachem Abklatsch, vereinzelt mit kl. Randeinrissen (nur je 1 Textblatt in Bdn.1 u. 2 mit geklebtem Einriss mit Textberührung sowie 1 Taf. in Bd. 6 mit Einriss mit Bildberührung). Bll. E1-F2 in Bd. 2 mit kl. Einstich im unteren Bundsteg, tls. mit Buchstabenberührung, ebenda Textbl. 6, Bd. 3 S. 150ff. mit Flecken im oberen Rand, Textbl. 150 stärker betroffen, in Bd. 4 eine Taf. mit kl. Fehlstelle im Bundsteg, Schnitt von Bd. 5 stellenw. fleckig. Tafeln tls. mit Bleistift oder roter Tinte sauber num., tls. mit hs. ornitologischen Bezeichnungen von alter Hand in brauner Tinte. Fehlt Tafel 135.
2 works in 7 volumes. First edition, "Natural History" with English text only, "Gleanings" with text in English and French. Illustrated with hand-coloured frontispiece, portrait of Edwards, portrait of a Samojeed and 362 fine hand-coloured plates. "Though, in a sense, two books, these are now considered as one and either must rank as imperfect without the other... At its date of issue the 'Natural History and Gleanings' was one of the most important of all Bird Books, both as a Fine Bird Book and a work of Ornithology. It is still high on each list" (Fine Bird Books). - Somewhat browned copy, occasionally slight offsetting or spotting, old numbering to plates in fine pencil or red ink; tears to a very few text leaves and 1 plate, small holes to gutter of leaves E1-F2 of vol. 2, edges of vol. 5 and margins of vol. 3 staining in places, stronger to textleaf 150. Lacking plate 135. Bound in contemp. mottled calf, gilt tripple fillet borders, gilt board-edges, spines richly gilt, rubbed and worn to extremities, head and foot of spine chipped, joints partly splitt, some scratches to covers.
Weiterlesen...
(verkauft)
Mit Cranachs Schlangensignet
Missale Pragense. Leipzig, Lotter
Missale Pragense. - Missale s(ecundum) ritu(m) s(an)cte ecclesie Pragensis in Bohemia. Leipzig, M. Lotter, 1522. Fol. (34:22 cm). Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, ganzseitigem Holzschnitt Titel verso, altkoloriertem Kanonholzschnitt von Lukas Cranach sowie zahlr. ornamentalen u. figürlichen Randbordüre u. großen (ca. 7:5 cm) und kleineren (ca. 3-5:3-3 cm) Initialen. 8 nn., num. I-CLXX, 8 Kanonblätter (Lage Z) auf Pergament, num. CLXXI-CCCXXXII (recte CCCXXXI, CCCIII in der Paginierung übersprungen, so komplett). Blindgeprägter Kalblederband d. Zt. über Holzdeckeln mit Messing-Eckstücken (3 gepunzt, 5 erneuert) sowie Messing-Mittelstücken auf beiden Deckeln, Messingschließen erneuert; Bezug restauriert und neu aufgezogen, Vorsätze erneuert, mod. Kassette.
VD 16, M 5616 (nur Wien); Weale-Bohatta 803 (nennt nur 3 unvollständige) Exemplare; Hollstein VI, S. 25, 27. - Sehr seltener Missaldruck. Nach Hollstein mit 3. Verwendung der bemerkenswerten Kreuzigungsszene von Lukas Cranach d.Ä. Zugleich früheste Verwendung seines Schlangensignetes, das er in diesem Holzschnitt erstmalig einfügte. Vorangehende Druckzustände bei Stuchs in Nürnberg (Missale Pragense 1509) und bei Lotter (Missale Brandeburgense 1516). Schöner zweispaltiger Druck in Rot und Schwarz, teilweise an zwei oder drei Seiten umrahmt von lebhaften Holzschnitt-Bordüren, die mythologische und weltliche Szenen, Blatt- und Blumenornamente mit Tieren darstellen und unterbrochen von den Initialen mit Bibelillustrationen und Heiligenbildern. Wenige weitere Holzschnitte alt ankoloriert. - Erste und letzte Bll. fingerfleckig, letzte Bll. auch etwas wasserfleckig. Exemplar restauriert: Bl. 140 oben Einriss geklebt, 148 mit restauriertem Durchriss, 181 Bordüre unten ergänzt mit etwas Bildverlust, 195 Einriss in Text, 250 Ergänzung im w. Rand, 293 unten Einriss in Text geklebt, 294 weißer Rand unten ergänzt, 307 unten behutsam verstärkt, 320 mit kl. Ergänzung im w. Rand, 331 und 332 mit kleinen Papierausbesserungen. Am Schluss fehlt das weiße Bl. Tt10. Kanonblatt seitlich mit altem handschriftlichen Vermerk.
A scarce missel for the use of Prague. Third use of Cranach's woodcut of the Christ at Cross with Maria and John. - Some fingerstaining to first and last leaves, watermarking to last leaves. A restored copy: restored tear at top of l. 140, restored tear between text colums to leaf 148, leaf 181 border torn with repaired loss at bottom, leaf 195 rest. tear to text, leaf 250 marginal repair without loss of text, leaf 293 repaired to bottom text, leaf 294 section of bottom margin replaced, leaf 307 carefully strengthened at bottom, small repair to margin of leaf 320 as well as to 331-332. Missing only blank leaf Tt10. Old ms. annotation to margin of canon woodcut. Restored blindstamped contemporary calf over wooden boards, 8 (5 replaced) brass corner pieces, 2 brass center-pieces, clasps and catches renewed, new endpapers.
Weiterlesen...
(verkauft)
Stammbuch eines Bremer Bürgermeisters
Album amicorum des Johann Havemann
Album amicorum. - Bremen. - Stammbuch des Bremer Ratsherrn und späteren Bürgermeisters Johann Havemann d. J. Bremen, Helmstedt, Marburg, Wittenberg und wenige andere, 1587-1613. 8vo (18,5:12,5 cm). Mit 63 farbigen Wappenmalereien, vielfach mit Gold gehöht, 2 (1 altkol.) Wappen in Kupferstich, 1 Wappen in Federzeichnung u. 5 (4 blattgr.) farb. Tuschzeichnungen. 169 (von ?) Bll. mit mehr als 200 Einträgen. Ldr. d. Zt., Rücken mit ornamentaler Blindprägung; berieben, Deckel etwas aufgebogen.
Zu Havemann vgl. Roller, Gesch. d. Stadt Bremen III, S. 403 u. 431, u. Smidt, Die adlichen Höfe (in: Bremisches Jahrbuch XI, 1880, S. 1-57), S. 12-19. - Das überaus reichhaltige und mit einer Vielzahl von Illustrationen geschmückte Freundschaftsalbum des Bremer Kaufmanns Johann Havemann d. J. (1568-1639), Sohn und Enkel von Bremer Bürgermeistern. Von 1524 bis 1672 ist die Familie Havemann fast ununterbrochen im Rat vertreten gewesen. Johann H. ging 1586 zum Studium an die 1576 gegründete Academia Julia nach Helmstedt, verbrachte dann einige Semester in Wittenberg, um sich schließlich im Mai 1591 an der Universität Marburg einzuschreiben. Erst mit 40 Jahren, am 11. März 1608, wurde er Ratsherr seiner Heimatstadt, von 1611 bis 1612 versah er das Drostenamt in Bederkesa, am 27. Oktober 1617 wurde er selbst zum Bürgermeister gewählt. Johann, der stets "einen guten Trunk und in jüngeren Jahren auch das Spiel geliebt hat" (Smidt), geriet in finanzielle Schwierigkeiten und starb am 11. Januar 1639 vereinsamt und von seinen Gläubigern bedrängt. Dennoch zählt ihn Smidt "zu den hervorragenden Männern, die... bemüht und glücklich genug waren, das Schiff der Republik wohlbehalten durch die Klippen zu lootsen".
Havemann wird in etwa 160 Widmungen direkt angesprochen. Mehr als 60 Einträge stammen aus seiner Zeit an der Universität Helmstedt, besonders hervorzuheben sind hier die mit einer blattgroßen Wappenmalerei geschmückte Widmung von Wilhelm d. J., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1535-1592), dazu die Beiträge der in Helmstedt lehrenden Juristen Johann Barter (1557-1617) und Dethard Horst (1548-1618) sowie von Veit Dietrich von Obernitz (?-1602), Hofmeister von Herzog August zu Sachsen. Eine ohne Ort und Datum gekennzeichnete Widmung stammt von dem Theologen David Chytraeus (1530-1600), der Herzog Julius von Braunschweig bei der Einrichtung der neuen Akademie in Helmstedt behilflich gewesen war. Etwa 50 Stammbucheinträge kommen aus Wittenberg, namhafte Beiträger sind hier u.a. die Theologen Wolfgang Amling (1542-1606) und Christoph Pezel (1539-1604). In Havemanns kurzer Marburger Zeit (Sommer 1591) trugen sich u.a. die Juristen Regner Sixtinus (1543-1617) und Hieronymus Treutler (1565-1607) sowie der Theologe Johann Ferinarius (1534-1602) ein.
Während sich diese Einträge fast ausschließlich auf das akademische Umfeld und die juristische und theologische Fakultät beschränken, zeugen die etwa 40 Widmungen aus seiner Heimatstadt Bremen, die überwiegend in späteren Jahren entstanden sind, von Havemanns weiteren vielfältigen Interessen und Kontakten. Unter den bekannten Namen finden sich etwa der französische Humanist, Diplomat und Bibliophile Jacques Bongars (1554-1612), dessen bedeutende Bibliothek (ca. 500 mittelalterliche Handschriften und 3.000 Frühdrucke) sich heute in Bern befindet; der kaiserlich-schlesische Kammerrat Adam Hannewaldt (Hanniwald) v. Eckersdorf (1567-1621), wie auch dessen Bruder, der kaiserliche Rat Andreas Hannewaldt (um 1560-nach 1622); der Universalgelehrte Johann Hartmann (1568-1631), Leibarzt des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel und erster Professor für Chemie an einer europäischen Universität; der Alchemist und Kabbalist Heinrich Khunrath (um 1560-1605), bekannt durch sein "Amphitheatrum Sapientiae Aeternae" (1595), dessen Widmung mit einem Wappenkupfer geschmückt ist; sowie der Jurist und Hofbeamte Eberhard v. Weyhe (1553-1637), unter dem Gesellschaftsnamen "Der Wehrende" Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft.
Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der Wappenmalereien, darunter die Wappen der Familien v. Bülow, Burckersroda, Czák de Mihaly, Gersdorff, Kapaun v. Swoykau, Mandeslo, Minckwitz, Morolting, Mosbach v. Lindenfels, Raussendorff, Reibnitz, Schelm v. Bergen, Schulenburg, Waddewarden u.v.m. Jeweils mit mehreren Beiträgen im Album vertreten, die jedoch nicht mit Wappen geschmückt sind, sind die Familien Engl v. Wagrain, Hodicz u. Wolbramicz, Inn- u. Knyphausen und Kussy v. Mukodiel. Die übrigen Zeichnungen meist mit mythologischen Szenen, eine der blattgroßen Darstellungen zeigt einen Festzug mit Musikern und geschulterten Waffen.
Insgesamt etwas fleckig, mit Finger- u. anderen Gebrauchsspuren, mehrere Bll. mit teils hinterlegten Einrissen (1 Zeichnung betroffen), 1 blattgr. Zeichnung mit Ausschnitt im Bild, einige Bll. entfernt, andere neu eingehängt.
Weiterlesen...
(verkauft)
"The Dawn of Evolution" (PMM)
Lamarck, Philosophie zoologique. 2 Bde.
Lamarck, J. B. A. P. (Monnet de). Philosophie zoologique, ou exposition des considérations relatives à l'histoire naturelle des animaux. 2 Bde. Paris, Dentu und chez l'auteur, 1809. (20,5:13 cm). 2 Bll., XXV, 428 S.; 2 Bll., 475 S. Hldr. d. Zt. mit je 2 farb. Rsch. und Rvg., Ecken etwas bestoßen, einige kl. Wurmgänge vor allem am Rücken von Bd. 2, Abschabungen der Rückdeckel jeweils restauriert.
PMM 262; Garrison-M. 216. - Erste Ausgabe. Lamarcks bekanntestes Werk, in der er seine Evolutionstheorie entwirft. - Minimal gebräunt, stellenweise etwas fleckig. In Bd. 1 Schlussbll. oben stärker braunfleckig, S. 3/4 mit winzigem Eckabriss.
2 vols. First edition. "The 'Zoological Philosopy' of Lamarck is a classic in the literature of evolutionary theory" (PMM). "This work is considered the greatest exposition of his argument that evolution occurred by the inheritance of characteristics acquired by animals as a result of the use or disuse of organs in response to external stimuli" (G.-M.) - Minor browning, occasional staining. Stronger browning at top to final leaves of vols. 1, and small corner tear to p. 3/4. Bound in contemporary calf, spines gilt, abrasions to back covers restored, some small wormholes especially to head of spine of vol. 2.
Weiterlesen...
(verkauft)
Naumann, Vögel Deutschlands. 12 in 15 Bdn.
Naumann, J. A. Naturgeschichte der Vögel Deutschlands, nach eigenen Erfahrungen entworfen. Durchaus umgearbeitet, geordnet, sehr vermehrt... und mit getreu nach der Natur gezeichneten und gestochenen Abbildungen aller deutschen Vögel, aufs Neue hrsg. von dessen Sohne J. F. Naumann. Bd. 1-12 in 15 Bdn. Leipzig, Fleischer, 1822-44. (23:14,5 cm). Mit 3 gest. Porträts und 9 (5 altkol.) gest. Frontispizen, 337 altkol. und 1 (statt 5) unkol. Kupfertafeln sowie 2 Falttabellen. Hldr. d. Zt. mit Rückenvergoldung, leicht berieben, wenige größere Schabstellen, Ecken etwas bestoßen.
Nissen, IVB 666; Anker 355; Zimmer 459 ff.; Fine Bird Books 127; Martin Libr. 170. - Eins der schönsten und seltensten deutschen ornithologischen Werke des 19. Jahrhunderts mit fein kolorierten Tafeln. Baut auf Naumanns älterem Werk "Naturgeschichte der Land- und Wasser-Vögel" (1797-1805) auf, geht aber weit über dieses hinaus, die Tafelzahl auf mehr als das Doppelte erweitert. Vorliegend die Tafeln separat in 3 Tafelbänden gebunden. - Textbde. meist etwas gebräunt bzw. stockfleckig, S. 443-48 in Bd. 8 seitl. geknittert, Bd. 11 Front. fleckig durch Deckweißoxidation und in Bd. 12 die S. 441-490 oben mit Ein- bzw. Ausriss (ab S. 477 bis in den Text mit kl. Buchstabenverlusten). Tafelbde. sauber, nur wenige Taf. teilw. schwach gebräunt, ganz vereinzelt fleckig, nahezu keine Randläsuren, Taf. 220 mit Knickspur in der oberen Außenecke. Ohne den von Blasius u.a.1860 hrsg. Supplementbd. mit den Taf. 338-391. Fehlen 4 der nn. unkol. Tafeln.
12 vols. of text, coloured plates separately bound in 3 atlas vols. Comprehensive account based on Naumann's earlier Naturgeschichte der Land- und Wasser-Vögel. "Subjects are treated in much greater detail than in the original work. The present revised edition is therefore entirely independent of the original issue" (Anker). With 3 engraved portraits, 9 (5 coloured) engr. frontispieces, 338 (337 in contemporary colouring) engraved plates. "The plates are of particular note for their illustration of the different seasonal moults of many species" (Martin Libr.) - Text vols. mostly somewhat browned or foxed, occasional marginal defects (pp. 477-490 in vol. 12 with slight losses of letters at top), front. to vol. 11 stained due to oxidation of white colouring. Atlas vols. with only minor browning to a few plates, sporadic spotting and almost no marginal tears, crease fold to upper outer corner of pl. 220. Bound in contemporary half-calf, spine gilt; slightly rubbed, occasional larger abrasions, corners somewhat worn. Without supplement vol. 13, lacking 4 of the unnumbered and uncol. plates.
Weiterlesen...
(verkauft)
Splendid Portraits of Captured Ships
Short, Folge von 12 Schiffsporträts in 1 Bd.
Schifffahrt. - Short, R. Folge von 12 prachtvollen Kupferstichen mit Schiffsporträts nach R(obert) Short, davon 1 Blatt von J. Mynd gestochen. (London),1748-51. Imp.-fol. (je ca. 45:58 cm). Neuerer Hmaroquinband mit Rtitel, etwas berieben, gering angestaubt.
Nagler XVIII, 353; Thieme-B. XXX, 576. - Die seltene Folge von prachtvollen Schiffsdarstellungen (tls. mehrere auf einem Blatt, tls. wiederholt in detaillierten Seiten- u. Frontansichten) zeigt die in zwei erfolgreichen Seeschlachten unter Führung der Admiräle Georg Anson und Edward Hawke am 3. Mai und 14. Oktober 1747 von den Engländern als Prisen übernommenen französischen und spanischen Kriegsschiffe. Sämtliche gekaperte Schiffe sind mit den Flaggen der verschiedenen Admiralitäten der britischen Flotte wiedergegeben. Die Legenden enthalten genaue Angaben zu den Ereignissen. Nagler u. Thieme-B. geben als Stecherin Caroline Watson an, dies geht aus den Bezeichnungen jedoch nicht hervor. Porträtiert sind: das spanische Schiff "Glorioso" und die französischen Schiffe "Invincible", "Ruby", "Isis", "Diamond", "Jason", "Gloire", "Monarque", "Terrible", "Neptun", "Fogeaux", "Trident" u. "Intrepid". - Prachtvolle bis brillante Drucke, sämtlich mit Rändchen. Plano gebunden mit geglätteten Mittelfalten, teils vereinzelte Fleckchen, gering gebräunt, vereinzelt kleine hinterlegte Randeinrisse, sonst in sehr guter Erhaltung.
Rare series of 12 splendid, large-sized engravings after Robert Short, showing the exact- or stern-views of the French and Spanish ships-of-war taken by the British Fleet 1747. - Brilliant, strong imprints with neat line. Marginal spotting in places, some browning, closed little tears to some margins. With smoothed fold unfolded bound in recent half-morocco, somewhat rubbed.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Du Fouilloux, La venerie
Du Fouilloux, J. La Venerie. Avec plusieurs receptes & remedes pour guerir les chiens de diverses maladies. Paris, Galiot du Pré, 1573. 4to (24,5:17 cm). Mit gr. Druckerm. auf dem Titel, ganzs. Holzschn. Titel verso, Portr. König Karls IX. u. 56 (3 ganzs.) Textholzschn. sowie einigen Noten im Text. 136 num., 4 nn. Bll. Prgt. d. Zt. mit Deckel- u. Rückenverg.; etwas fleckig, Rückdeckel mit hinterlegter kl. Fehlstelle am Mittelstück, restauriert u. mit neuen Vorsätzen.
Souhart 150; Thiébaud 299; vgl. Schwerdt I, 153 (4. u. 6. Ausg., vorliegende nur in der Anm. erwähnt). - Sehr seltene fünfte Ausgabe des schönsten französischen Jagdbuches der Renaissance, erstmals um die "extrait de Phoebus" vermehrt. "Éd. aussi belle que celles de Poitiers; elles est extrêmement rare" (Thiébaud). Die schönen, meist halbseitigen (3 blattgroßen) Holzschnitte mit Jagdszenen mit Hunden und jagdbaren Tieren und Trophäen. Bll. 61-65 Jagdlieder mit Noten, Bl. 97 ff. Rezepte gegen Krankheiten der Hunde. Der blattgroße Holzschnitt auf der Titelrückseite zeigt die Übergabe des Werkes durch den Autor an den König. - Am Schluss zusätzlich 2 Bll. "Tables des sommaires des chapitres" aus einer anderen Ausgabe beigebunden. - Gereinigt, immer noch leicht gebräunt u. vereinzelt gering fleckig, Bll. Z2-3 u. die 6 Schlussbll. (inkl. der beiden zusätzl.) unten angerändert. Aus der Jagdbibliothek Kurt Lindner (Exlibris Bibliotheca Tiliana, kl. Stempel Titel u. Schlussbl. verso), Zisska & Kistner Auktion 41/I (2003), Nr. 636.
Fifth edition, extremely rare and not in the Schwerdt collection, but "praised by Pressac as well executed" (Schwerdt), the first to include an extract from Phébus. With large woodcut device on title, fullpage woodcut of the author presenting his work to the king on verso, portrait of Charles IX and 56 (53 half-page, 3 full-page) fine woodcuts in the text. - With 2 additional leaves "Tables des sommaires" at end which were produced for a different edition. - A washed copy, still some light browning and occasional minor spotting, Z2-3 and final 6 leaves shorter and extended in lower margin. Contemporary vellum gilt, slightly soiled, small repair to centrepiece on lower cover, restored, new endleaves. From the collection of K. Lindner (Bibliotheca Tiliana), bookplate and stamp on verso of title-page and at end.
Weiterlesen...
(verkauft)
Dürer, Underweysung der Messung
Dürer, A. UNderweysung der messung, mit dem zirckel un(d) richtscheyt, in Linien ebnen unnd gantzen corporen... in truck gebracht, im jar. M.D.XXv. Nürnberg, (Hieronymus Andreae), 1525. Fol. (30,5:21 cm). Mit zahlr. tlw. ganzseit. Holzschn.-Figuren im Text sowie 2 etwa halbseitigen figürl. Holzschnitten von A. Dürer. 86 (statt 90) nn. Bll. Mod. Prgt. in Pp.-Schuber.
VD 16, D 2857; PMM 54; Bohatta 1; Meder XXVI, 1A; Schoch/Mende/Scherbaum 274; Dodgson I, 265; Ornamentstichkat. Berlin 4607; DSB IV, 259 f. - Erste Ausgabe, hier im frühesten Druckzustand mit Angabe von Druckort u. -jahr am Schluss, Untertitel mit den bei Bohatta genannten Merkmalen 1 b. "This book was the first of the theoretical writings on art which Albrecht Dürer composed towards the end of his life. Its immediate object was to explain the application of practical geometry to drawing and painting and to teach the principles of perspective" (PMM). "Eine einzigartige Mischung aus elementaren Irrtümern und genialen, zum Teil der allgemeinen Entwicklung der Mathematik weit vorauseilenden Ideen" (Schreiber in Schoch). Viele berühmte Mathematiker, darunter Nicolo Tartaglia, Christoph Clavius, Paul Guldin, Johannes Kepler und später Heinrich Lambert haben sich auf dieses Werk bezogen. Mit den beiden montierten Holzschnitt-Korrekturen auf Bl. C5v u. K1r. Am Schluss die großen figürlichen Holzschnitte "Zeichner des sitzenden Mannes" u. "Zeichner der Laute" (Meder 268-269), letzterer AD monogrammiert u. 1525 datiert. - Insgesamt gereinig, teilw. immer noch etwas fleckig, H6 angeschmutzt, 3 Bll. mit sauberen Federzeichnungen von alter Hand. Es fehlen die Blätter M3-4, M6 (in Faksimile auf altem Papier ergänzt) u. Q4 (weiß); ferner die beiden Einschlagstreifen zu den Holzschnitten auf P4 verso u. Q1 recto (ebenfalls ergänzt) u. der Klebezettel zur Berichtigung des Holzschnitts auf C5 verso (der auf K1 recto ist vorhanden).
First edition, first issue (Meder A resp. Bohatta 1). With 2 large woodcuts of artists and numerous partly full-page woodcuts of geometrical diagrams, designs, and lettering; diagrams on C5v and K1r printed on pasted-in cancel slips. - Carefully cleaned and still somewhat stained, H6 soiled. Lacking M3-4 and M6 (all supplied in facsimile) and Q4 (blank) as well as mounted correction to illustration on C5 and extensions to woodcuts on P4v and Q1r (supplied). Recently bound in full vellum.
Weiterlesen...
(verkauft)
Ryff, Bawkunst
Ryff, W. H. Bawkunst oder Architectur aller fürnemsten, nothwendigsten, angehörigen Mathematischen und Mechanischen Künsten, eygentlicher Bericht zu rechtem Verstandt der Lehr Vitruvii. Basel, Henricpetri, 1582. Fol. (32,5.21 cm). Mit gr. Holzschn.-Druckermarke u. über 160 teils ganzs. Textholzschn. 4 Bll., 551 S. Flex. Prgt. d. Zt. unter Verwendung einer alten Handschrift, gering fleckig, Schließbänder fehlen.
VD 16, R 4003; Fowler 282; Ornamentstichkat. Bln. 4688; Benzing, Ryff 182. - Dritte Ausgabe der bemerkenswert illustrierten kunsttheoretischen Abhandlung. Behandelt Perspektive, Geometrie und Trigonometrie, Architektur, Festungsbau, Bildhauerei, Maltechnik, Meßkunst etc. "Die hier zusammengefaßten Traktate ergänzen den vitruvschen Traktat um jene Nachbarwissenschaften und Hilfsdiziplinen, die traditionellerweise der Architektur beigesellt waren und seit Alberti in dessen bewußter Nachbarschaft weiterentwickelt wurden" (HAB, Architekt u. Ingenieur 40 [EA. 1547]). - Teilw. gebräunt u. fleckig, Titel recto u. verso mit kl. überklebtem Besitzvermerk (verso mit minimalem Bildverlust). Das letzte Blatt mit kleinen Wurmspuren im Bug (ohne Textverlust), die Innenspiegel mit Resten von Siegelwachs.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Wilkes, English moths and butterflies
Wilkes, B. One hundred and twenty copper-plates of English moths and butterflies, representing their changes and the plants, flowers, and fruits, whereon they feed. London, printed for B. White, 1773. 4to (33:27 cm). Mit 119 (statt 120) kol. Kupfertafeln. 1 Bl., 8 S. 10 Bll., 63 S., 2 Bll. Gelackter u. gefleckter Lederband im Stil d. Zt. mit Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten, goldgeprägter Bordüre u. Goldschnitt, kaum berieben.
Nissen, ZBI 4410a; Lisney 186; Horn-Sch.1338. - Zweite Ausgabe. "Selten" (Horn-Sch.). Prachtvolle Bildkompositionen mit Schmetterlingen und Nachtfaltern in verschiedenen Entwicklungsstadien, Früchten, Blumen und Pflanzen. Die Tafeln in leuchtendem, frischem Kolorit, teils mit Eiweiß gehöht. - Durchgängig gebräunt u. etwas stockfleckig. Fehlt Tafel 44.
Second edition of the important work on British butterflies and moths, illustrating the three stages of each specimen's development and the plant they fed on. Splendid colouring. - Browning throughout, somewhat foxing. Bound in lacquered mottled calf to style, spine gilt, tripple fillet and gilt boarder to covers, edges gilt. Insignificant rubbing to edges. Lacking 1 plate.
Weiterlesen...
(verkauft)
Previously Undiscovered Original Drawing of Mucha
Flers/Mucha, Ilsée + Originalaquarell
Mucha, A. - Flers, R. de. Ilsée, Prinzessin von Tripolis. Übers. von R. Adler. Prag, B. Kočí, 1901. 4to (30:24,5 cm). Mit 132 (4 ganzseit.) Farblith. u. Rahmenwerk von Alfons Mucha u. eigenh. Briefkarte Muchas. 7 Bll. (3 w.), 128 S., 9 Bll. (4 w.), 3 Bll. Zwischentitel. - Beiliegt: 1 aquarellierte u. goldgehöhte, signierte Tusch- u. Federzeichnung von A. Mucha auf Aquarellpapier. (26,8:20,9 cm). Or-Lwd. mit Rtitel u. goldgepr. Deckelillustration, Or.-Umschlag beigebunden, stärker berieben u. beschabt, etwas fleckig.
Bridges L11; vgl. Carteret IV, 162, Talvart-Place VI, 61, 3, u. Monod 4731 (alle zur Ausg. 1897). - Eins von 800 num. Exemplaren auf Velin. Die eigenh. Briefkarte Muchas beidseitig beschrieben u. datiert "v Praze 2/1 1918" u. auf freies Vorsatzbl. mit Falz montiert. Mucha erkundigt sich darin bei einem Herrn (des Verlages?) über den Verbleib einer von ihm geschickten Zeichnung (Übersetzung des tschechischen Handschreibens liegt bei). Eine Expertise zur Originalzeichnung (ausgestellt 1983 von Jiri Mucha, dem Sohn des Künstlers, mit zugehöriger dt. Korrespondenz) liegt bei: "Ich bin sehr froh, dass ich Ihnen bestätigen kann, dass die Zeichnung nicht nur von meinem Vater stammt, aber auch ein sehr wertvolles Dokument ist. Es handelt sich nämlich um eine erste Version der Schlusseite von Ilsée, die bisher unbekannt war". - Text gering gebräunt, Zeichnung stock- u. randfleckig, im unteren Rand mit kl. Spritzern, verso in den Ecken mit Resten von Klebefälzen
One of 800 numbered copies of the German edition. With unique signed original drawing by Mucha, a preliminary study to the last leaf of 'Ilsée'. That this study previously has been unknown is documented by a manuscript letter of the artist's son, Jiri Mucha. Added is also a manuscript letter card of Mucha, dated Prague '2/1 1918', referring to an (maybe this?) original drawing. Letter card mounted to front fly leaf. - Some browning to text. Drawing somewhat foxed, stained to margins, glue shadows and traces of adhesive gutters verso corners.
Weiterlesen...
(verkauft)
Curtis, Bot.Magazine. Bd. 1-22
Curtis, W. The botanical magazine; or, flower-garden displayed. Bd. 1-22 in 22 Bdn. London 1792-1805. Gr.-8vo (23,5:14,5 cm). Mit 880 (879 kol.; 4 gefalt., 1 doppelblattgr.) Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit etwas Vergoldung und Rsch., vereinzelt Schabstellen oder kl. Wurmspuren, letzte Bde. mit abweichendem Vorsatzpapier.
Nissen, BBI 2350; Stafleu-C. 1290. - Die wohl schönste und bekannteste Blumenzeitschrift aller Zeiten; ab Bd. 14 von J. Sims übernommen und ab Bd. 15 unter dem Titel "Curtis's Botanical Magazine... Continued by J. Sims"; unter wechselnden Titeln bis 1965 fortgeführt. Bd. 1-6 mit Erscheinungsjahren zwischen 1793 und 1797: "Variant title pages exist of the early volumes caused by the production following the demand" (Stafleu-C.). Ohne das Register von 1805 (für die ersten 20 Bde.) und das Porträt (von F. Sansom), beide auch nicht in den Bibliographien genannt. - Stellenw. minimal gebräunt und ganz vereinzelt fleckig, Taf. teilw. mit schwachem Druckabklatsch auf die gegenüberliegende Textseite, Taf. 562 in Bd. 16 lose. Insgesamt schönes, außerordentlich frisches Exemplar.
A fine set of the first 22 vols. With 880 (879 coloured; 4 folding, 1 double-page) engraved plates. - Minor browning or spotting in places, slight occasional offsetting, plate 562 detached. A mint copy uniformely bound in contemporary calf with spine labels and some gilding, only endpapers of last 5 vols. differing; a few small abrasions or wormholes.
Weiterlesen...
(verkauft)
Carcano, Sermonarium de peccatis
Carcano, M. de. Sermonarium de peccatis per adventum et per duas quadragesimas (Sermonarium triplicatum). 2 Tle. in 1 Bd. Basel, Michael Wenssler, 29. Mai 1479. Fol. (42:30 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, durchgehend eingemalte Lombarden in Rot. 173 nn. Bll. (o.d.1.w.); 99 nn. Bll. (o.d.l.w.). Blindgepr. Schweinsldr. des 16./17. Jh. über Holzdeckeln mit 2 Schließen; gering wurmstichig, etwas fleckig und alte graue Übermalung abgerieben, kl. Restaurierungen, bei der unteren Schließe fehlt 1 Ziernagel.
Hain-C. 4509 (= Hain 4510); GW 6130; BMC III, 726; Goff C-195. - Zweite Ausgabe der Sammlung von Fastenpredigten, zuerst 1476 in Venedig erschienen. Schöner Druck in Wensslers Type 2:92G und seiner Auszeichnungstype 1b:121G, die ersten sieben Zeilen von Bl. 2 und 176 in Rotdruck. Der franziskanische Prediger Michael de Carcano (1427-1484) spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der "Montes pietatis". Bemerkenswert sind seine Predigten auch durch die immer wieder eingestreuten Einschübe in der Volkssprache. - Leicht wurmstichig, wenige kl. Randeinrisse, vereinzelt fleckig. Ränder stellenw. etwas wasserfleckig, vereinzelt bis in den Text, in Tl. 2 ein Bl. insgesamt etwas wasserrandig. Einige Marginalien in brauner Tinte. Fehlen das erste und das letzte w. Blatt.
Provenienz: Aus der Kartause Mauerbach mit schwarzgepr. Stempeln auf dem Vorder- (Heiliger mit Palmzweig) und Rückdeckel (Wappenstempel der Kartause).
Second edition of the lent sermons of the Franciscan preacher Michele Carcano, remarkable for their occasional use of the vernacular. Splendidly printed by Michael Wenssler, the first seven lines of text of fol. 2 and 176 printed in red. Rubricated throughout, initials supplied in red. - Slight worming throughout, occasional small marginal tears or stains. Some mainly marginal waterstaining, affecting text only in places. Some marginalia. Lacking first and final blank. Bound in 16th/17th century blindstamped pigskin over wooden boards with 2 clasps, black embossed stamps of the Carthusian monastery Mauerbach on both covers; some tiny wormstitches, and some stains, remnants of gray overpainting, a few restorations, lower clasp lacking 1 nail.
Weiterlesen...
(verkauft)
Erinnert an Gutenbergs Psaltertype 1457 (Geldner)
Missale Augustanum
Missale Augustanum. (Bamberg bzw. Dillingen), Johann Sensenschmidt, 10. I. 1489. Fol. (41:29 cm). Got. Typ., 2 Kol. Druck in Rot u. Schwarz. Zahlreiche gedruckte größere Initialen in Rot. 6 (st. 8) nn., 313 (st. 316 bzw. 324) Bll. (Kollation s.u.). Schlichter Prgt. d. frühen 20. Jh. über (alten?) Holzdeckeln.
Hain-C. 11259; GW M24229; ISTC im00645450; Weale-Boh. 103; Geldner 33 (in Dillingen gedruckt). - Sehr seltenes Missale. Erste Ausgabe des ersten Augsburger Meßbuches, schöner Druck mit eingedruckten Initalen in Rot. Nach GW sind 15 Exemplare bekannt, davon 9 unvollständig, ISTC verzeichnet 12 Exemplare. Kollation: 6 (st. 8) nn. Bll., vorliegend fehlt das erste weiße sowie das 8. mit einem Holzschnitt verso. Es folgen die num. Bll. 1-138, 12 nn. (mit Noten), num. Bll. 142-298. Vorliegend fehlen hier die Bll. 141 sowie 165-166. 139 u. 140 fehlen ebenfalls, sind aber wohl in der Nummerierung ausgelassen, es ist keine Textlücke erkennbar und im digitalisierten Exemplar der BSB sind sie ebenso nicht vorhanden. GW nennt insgesamt 316 Bll., INKA nennt 324 und zählt einen Kanonteil von 8 Blatt mit, der hier fehlt und auch in keinem anderen aufgeführten Exemplar vorhanden ist.
"Johann Sensenschmidt ist nicht nur der Erstdrucker Nürnbergs und der Gründer der bedeutendsten Bamberger Druckerei des 15. Jahrhunderts, er führte die Buchdruckerkunst, während seiner Bamberger Zeit, auch in Regensburg, Freising und Dillingen ein. Warum man den Druck des ersten Augsburger Meßbuches nicht dem bedeutenden Augsburger Frühdrucker Erhard Ratdolt anvertraute, der 1486 auf Wunsch des Augsburger Bischofs Johann Graf von Werdenberg in seine Vaterstadt zurückgekehrt war, ist nicht ganz klar. Jedenfalls bedeutete es eine außerordentliche Anerkenung für Sensenschmidt, daß die Wahl auf ihn fiel... Von der gerundeten, außerordentlich gefällig wirkenden Missaltype des "Missale Benedictinum" (1481) ist er wieder abgekommen und hat seine zahlreichen Meßbücher seit 1485 wieder mit einer strengen Textura gedruckt... erinnert in ihrer kraftvollen Klarheit an die von Johannes Gutenberg geschaffenen Typen des Mainzer Psalters von 1457" (Geldner S. 44 f.). - Teilw. Wasserränder, teilw. fleckig, 2 Bll. braunfleckig, einige, meist hinterlegte Randläsuren. Die letzten Bll. (293-298) mit ergänzten größeren Eckbeschädigungen, bei den letzten 4 mit Textverlust, dabei auch das Kolophon auf Bl. 295r betroffen. Blatt 271 u. 280 vertauscht. - Aus der Bibliothek Steinwachs (Auktion Bern 1934).
Extremely scarce first Augsburg missal, printed in black and red, initials printed in red, ca. 15 copies known, most of them incomplete. - Partly waterstained, spotting in places, some repaired marginal defects, larger to last five leaves, with loss of text to last four leaves, leaf 271 and 280 misbound. Lacking the first blank, last nn. leaf of first gathering (with woodcut verso), numb. leaves 141, 165-166 and probably 8 leaves of a canon. 139 and 140 skipped in numbering. Early 20th cent. vellum.
Weiterlesen...
(verkauft)
Hl. Veronika, Holzschnitt
Deutschland, 15. Jahrhundert. Die Heilige Veronika mit dem Schweißtuch Christi. Altkolorierter Holzschnitt auf Papier. Um 1480. 14,5:11 cm. Blattgr. 16,5:12,5 cm.
Nicht bei Schreiber. - Die Heilige mit Kopftuch und Nimbus, flankiert von zwei Engeln. Sie hält mit beiden Händen das Schweißtuch, auf dem das hl. Antlitz mit offenen Augen und einem aus vier Lilien gebildeten Nimbus abgebildet ist. Koloriert in Grau, Ocker und Braun. - Wohl aus einem Einbanddeckel abgelöst, gebräunt u. wurmstichig, mehrere Randdefekte, ganz mit dünnem Papier hinterlegt.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Fabricius Hildanus, Gangraena
Fabricius Hildanus (Fabry v. Hilden), W. Von dem Heissen und Kalten Brandt, welcher Gangraena et Sphacelus, oder S. Antonii und Martialis Fewr genannt wird, Grundtlicher Bericht... Durch den Authorem selbst ubersehen... gemehret und ins Teutsch ubergesetzt. Basel, L. König, 1603. (16,5:10,5 cm). Mit Holzschn.-Porträt u. 10 (9 ganzseit.) Textholzschn. 12 Bll. (l. w.), 374 S., 1 w. Bl. Mod. Prgt. mit hs. Rtitel.
VD 17 14:627821W; Krivatsy 3856; Waller 2910; Hirsch-H. II, 463; vgl. Garrison-M. 5566 (EA. 1593). - Zweite Ausgabe von Fabrys Erstlingsschrift, die erste illustrierte; sehr selten. "Fabricius, the 'Father of German Surgery', was the first to advocate amputation above the gangreneous or injured part. He is accredited with the first amputation of the thigh. In his work he makes no reference to Paré's methods; he believed in the efficacy of the 'weapon-salve'" (GM). - Gebräunt, teilw. mit schwachem Wasserfleck im unteren Bundsteg, ca. erstes Drittel des Buchblocks mit 1-2 Wurmstichen im Seitensteg, Titel mit altem Bibl.-Stempel.
Rare second (first illustrated) edition of Fabry's first work. With woodcut portrait and 10 (9 full-page) woodcuts in the text. - Mild browning throughout, slight waterstaining to lower margin, little worming to outer margin in places, old library stamp to title.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Ritter, Astrolabium
Ritter, F. Astrolabium, das ist: Gründliche Beschreibung und Unterricht, wie solches herrliche und hochnützliche Astronomische Instrument... verfertigt werden soll. Darnach wie dasselbe vielfältig zu gebrauchen. 2 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, C. Gerhard für P. Fürst, (ca. 1660). Kl.-4to (18:14,5 cm). Mit gest. Titel, 21 (10 ganzs.) Textkupfern u. 15 gefalt. Kupfertafeln. 136 S. (inkl. Kupfertitel); 64 S. Prgt. d. Zt. mit hs. Deckeltitel; etwas fleckig, einige Wurmspuren, Rücken alt mit Schafleder überzogen, Schließbänder entfernt.
VD 17 12:159706Y; Houzeau-L. 3295; Zinner, Literatur 4439 u. Instrumente 492; Shirley 282. - Seit 1613 mehrfach aufgelegtes Werk des Nürnberger Mathematikers und Astronoms über Bau und Verwendung des Astrolabs. Vorliegend mit dem oft fehlenden Anhang von 15 Kupfertafeln, dessen detaillierte Darstellungen des von Ritter entworfenen Astrolabs und seiner Einlegescheiben häufig zur Herstellung hölzerner Astrolabien genutzt wurden (vgl. Zinner, Instr. 151). Unter den als Einlegescheibe dienenden Tafeln findet sich auch eine bemerkenswerte Weltkarte, die die Erde in Polprojektion vom Nordpol aus bis zum südl. Wendekreis zeigt. - Text etwas stockfleckig, durchgehender Wasserrand im rechten Rand, Teil 2 teilw. stärker gebräunt. Gest. Titel mit restaurierter rechter oberer Ecke mit ergänztem Bildverlust. Tafeln teilw. gereinigt, erste 2 mit Randeinriss, 1 mit geringen hinterlegten Wurmspuren, die letzten 5 mit kl. Wurmloch.
2 parts in 1 volume. With engraved title, 21 (10 full-page) engr. in the text and a scarce appendix of 15 folding plates, depicting the astrolab designed by the German mathematician and astronomer. The plates include a most unusual world-map, projected from the north pole with the land masses drawn to scale in proportion to their distance from this point. - Some foxing to text, marginal dampmarking throughout, part 2 browned. Plates partly cleaned, one with minor restored worming, wormhole to last 5 plates, marginal tear to first two. Right upper corner of the title restored with some loss. Contemporary vellum, some spotting and worming, rebacked, ties lacking.
Weiterlesen...
(verkauft)
Planner, Kriegs-Spiel
Spiele. - Planner, E. F. Kriegs-Spiel zur angenehmen Unterhaltung für Officiers und gebildete Stände. (Wien, Mörschner & Jasper, 1824; Vorwort: Graz 1822). 4to (21,5:18 cm). Mit 2 kol. u. gefalt. Kupfertafeln, 1 Spielplan in kol. Kupferstich (ca. 75:100 cm), 75 Spielfiguren aus Karton u. Messing sowie hunderten von Spielkärtchen in kol. Kupferstich. 13 S. Drucktext. Marmor. Umschl. d. Zt. Textheft, Spielplan u. -figuren in Pp.-Schuber d. Zt. mit 3 Schubladen u. Deckelschild "Nützliches Kriegs-Spiel für die Herrn Officiers" (lith. bei J. F. Kaiser, Graz); Schuber etwas berieben u. bestoßen, Deckelschild leicht stockfleckig u. mit Schabstelle.
Schütte, Repertorium 110; Aretin, Strategonon XXIV f. - Detailliert gestaltetes Strategiespiel, bei dem der Autor besonderen Wert darauf legte, keine "Verkünstelung und Vergrößerung des Schachspiels" zu entwerfen, sondern "so viel als möglich der Natur gleich zu kommen" (Vorrede). Das Spiel endet mit der Eroberung des feindlichen Hauptquartiers, "nach welcher sich die feindliche Armee dem Sieger ohne Gnade und ohne nur noch einen Zug zu thun ergeben muß" (Aretin). Planner war k. k. Leutnant und Adjutant des Grafen Alois v. Mazzuchelli, dem das Werk auch gewidmet ist. - Spielanleitung und -plan tadellos erhalten, lediglich die Figuren und Kärtchen mit leichten Gebrauchssspuren. Der Spielplan in 16 Segmenten auf Leinwand gezogen, die winzigen Spielkärtchen in den originalen farbigen Papierbeuteln aufbewahrt. Wegen der Vielzahl kleinster Teile kann die Vollständigkeit nicht garantiert werden, vermutlich fehlen mindestens einige Spielfiguren.
Weiterlesen...
(verkauft)
Exlibris. Sammlung. 20 Ordner
Exlibris. - Sammlung von über 1500 Exlibris, überwiegend Or.-Graphiken. Meist Deutschland, ca. 1896-2001. Verschiedene, meist originale, teilw. farbige Drucktechniken, dabei über 880 Blätter signiert. Mit Papierfalzen auf Unterlagekartons montiert und in transparenten Hüllen in 20 Ordnern gesammelt.
Umfangreiche Sammlung gepflegter Stücke, meist Or.-Radierungen bzw. Or.-Lithographien. Unter den Künstlern: Mathilde Ade (19, 5 sign.), Marina Afanassjewa (14 sign.), W. Bandur (20 sign.), H. Bastanier (20, 18 sign.), F. v. Bayros (19, 10 sign.), H. Bauer (10, 8 sign.), K. Blossfeld (20, 19 sign.), Ramon Borrell (17, 11 sign.), M. Behmer (25, 14 sign.), G. Broel (16, 5 sign.), E. Büttner (10, 4 sign.), J. Cocteau (3), L. Corinth (1), A. Cossmann (12, 3 sign.), J. Diez (2), G. Erler (9, 5 sign.), L. G. Falgas (9, 2 sign.), Fidus (= H. Höppener) (14, 7 sign.), M. Fingesten (19, 15 sign.), S. Frank (24 sign.), W. Geiger (12, 11 sign.), G. Gelbke (3, 2 sign.), O. Graf (9, 8 sign.), W. Helfenbein (35, 34 sign.), B. Héroux (9, 4 sign.), F. Hollenberg (15, 2 sign.), G. Jilovsky (10, 4 sign.), R. Koch (10, 5 sign.), A. Kolb (22, 8 sign.), M. Lechter (2), A. Liebing (7, 4 sign.), E. M. Lilien (8), F. Marc (3), Editha Mauthner (Moser) (1), F. Mock (15, 4 sign.), B. Pankok (3), A. Peter (16, 1 sign.) u.v.m.
Weiterlesen...
(verkauft)
Rilke, Marien-Leben
Rilke, R. M. Das Marien-Leben. Leipzig, Insel, (1913). (20:12,5 cm). 26 S., 2 Bll. Blauer, geglätteter Or.-Maroquinband der Weimarer Kunstgewerbeschule (sign.) nach Entwurf von H. van de Velde mit vergoldetem Titel, ornamentaler Deckelvergoldung u. Goldschnitt in Pp.-Schuber, Bünde minimal berieben.
Ritzer E 34; Sarkowski 1351. - Erste Ausgabe. Persönliches Exemplar für Alfred Walter von Heymel (1878-1914, Schriftsteller u. Verleger). Eins der ersten 50 Exemplare der Vorzugsausgabe von 200 num. Exemplaren "Insel-Bücherei" Nr. 43 auf van Gelder-Bütten. - Schönes Exemplar. Provenienz: Sammlung Alfred Walter Heymel, versteigert bei Paul Graupe, Berlin, 1917 (Auktion VI, Nr. 1420).
Personal copy for the Dresden writer and publisher Alfred Walter von Heymel, one of only fifty copies bound in morocco gilt after a design by Henry van de Velde. First edition of Rilke's poems, written in January 1912 at Duino. - Fine copy.
Weiterlesen...
(verkauft)
Leibniz, Nova methodus (in: Acta Erud.). 2 Bde.
L(eibniz), G. W. Nova methodus pro maximis et minimis, itemque tangentibus, quae nec fractas, nec irrationales quantitates moratur, & singulare pro illis calculi genus. Jg. 1684, S. 467-473 u. 1 Kupfertaf. In: Acta eruditorum anno MDCLXXXIV (- MDCLXXXVII) publicata. 4 Jgge. in 2 Bdn. Leipzig, C. Günther für J. Gross u. J. F. Gleditsch, 1684-87. 4to (22:17 cm). Mit 54 (statt 55, 36 gefalt.) Kupfertaf. Ldr. d. Zt.; bestoßen, Bezugsfehlstellen an Ecken u. Kanten, Rückenbezug nur fragmentarisch vorhanden.
VD 17 1:058046E; PMM 160; Dibner 109; Horblit 66a; Honeyman 1972; Norman 1326; Sparrow 136; Ravier 90. - Erstdruck einer der wichtigsten Abhandlungen in der Geschichte der Mathematik. Leibniz beschreibt hierin seine selbständige Entdeckung der Differential- und Integralrechnung, eine Methode, ohne die die Entwicklung der modernen Naturwissenschaften undenkbar wäre. Es existieren mindestens drei Varianten des Erstdrucks, die sich durch den Satz von S. 467 unterscheiden (vgl. die Abb. bei Horblit u. Sparrow sowie in den Auktionskatalogen der Sammlungen Freilich, Honeyman, Merkle u. Norman). Die hier vorliegende Variante stimmt mit den Exemplaren bei Honeyman und Norman überein (Zeilenfall zu Beginn "MI-||nimis" und "irrati-||onales"). - Vier Jahrgänge des bedeutenden Periodikums in zwei Bänden, darin acht weitere Originalarbeiten von Leibniz (Ravier 88-89 & 91-96). - Insgesamt gebräunt, in den Rändern teilw. etwas wasserfleckig, Titel zu Jg. 1684 u. 1686 mit Kugelschreibersignatur sowie Stempel verso (ausgeschiedene Bibliotheksdublette). In Jg. 1684 fehlt 1 Taf. zu S. 255 (J. Le Roy, Achates Tiberianus), die vorhergehende Lage lose.
First announcement of Leibniz's independent discovery of the differential calculus, published in the Acta Eruditorum for 1684. "Although both Newton and Leibniz developed similar ideas, Leibniz devised a superior symbolism and his notation is now an essential feature in all presentations of the subject. With the calculus a new era began in mathematics, and the development of mathematical physics since the seventeenth century would not have been possible without aid of this powerful technique" (PMM). There are at least three variant issues known to exist, our copy matches with the Honeyman and Norman copies. - 4 volumes bound in two, containing eight other original contributions by Leibniz. - Some browning throughout, some waterstaining in margins, title-page of 2 vols. with ballpoint shelfmark and stamp on verso (ex library copy, sold as a duplicate). Lacking 1 plate in the 1684 volume (p. 255, on gems), the preceding gathering detached. Contemp. calf, worn, spines missing for the greater part.
Weiterlesen...
(verkauft)
Boethius, De consolatione
Boethius, A. M. S. De consolatione philosophiae. Mit Kommentar des Pseudo-Thomas de Aquino. Köln, Joh. Koelhoff d. Ä., 1482. Fol. (30:22 cm). Got. Typ. Rubriziert. Mit 1 größeren Initiale in Rot, Blau u. Grün mit Rankenwerk, wenigen Initialen in Rot u. Blau sowie zahlr. eingemalten Initialen in Rot. 202 nn. Bll. (o. d. erste u. letzte weiße). Brauner blindgeprägter Ldr. im alten Stil über Holzdeckeln mit 8 Eckbeschlägen u. 2 Schließen.
Hain-C. 3375; GW 4531; BMC I, 225; Goff B-775; Voulliéme, Köln 261. - Seltene zweite bei Koelhoff gedruckte Ausgabe von Boethius' "Der Trost der Philosophie", in der er seine Vorstellungen zur Ethik und Metaphysik darlegte. - Sorgfältig gereinigtes Exemplar mit vereinzelten Restaurierungen, teilw. noch gering gebräunt u. fleckig. Erstes Blatt mit zwei restaurierten Eckabrissen, oben mit minimaler Buchstabenberührung. Breitrandig und dekorativ gebunden.
Second Cologne edition by Johann Koelhoff. Rubricated, with one 10-line initial supplied in red, blue and green and numerous small initials in red. - Carefully cleaned copy, few restorations, still slight browning and spotting in places. Upper and lower corner of first leaf restored affecting few letters. Lacking the first and last blank. A copy with wide margins bound in attractive blindstamped brown morocco to old style, corner pieces and two clasps.
Weiterlesen...
(abgelaufen)
Breviarium Constantiense. Teil 4
Breviarium Constantiense. (Hrsg. im Auftrag von Otto von Sonnenberg, Bischof von Konstanz). Teil 4 u. 6 (von 6) in 1 Bd. (Straßburg, Johann Grüninger, 1488). Fol. (30,5:21,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Druck in Schwarz und Rot. 274; 31 (st. 32) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, berieben, gebräunt u. fleckig, neue Vorsätze, Schließen entfernt.
Hain 3826; GW 5321; BMC I, 117; Goff B-1155; Bohatta 203. - Siebte Ausgabe, fast alle beschriebenen Exemplare sind unvollständig. Schöner Druck in Schwarz und Rot. Vorliegender Band enthält Teil 4: "Proprium de tempore. Pars hiemalis - Proprium de sanctis. Pars hiemalis". Teil 6: "Commune sanctorum". - Teil 4 ist vollständig, Teil 6 fehlt das letzte Blatt mit Holzschnitt. - Teilw. etwas fleckig, stellenweise Wasserränder u. einige Wurmspuren. Lage ac vor Lage ab verbunden, mit entsprechendem alten Vermerk. Ältere hs. Foliierung in der rechten oberen Ecke, 1. Blatt mit Anmerkung im oberen Rand.
Part 4 and 6 (of 6) in one volume. Printed in black and red. - Some spotting and thumbing, partly waterstained, some smaller wormtraces, gathering ac before ab, marginal annotation to first leaf. Lacking the last leaf of part 6. Contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, browned and spotted, lacking clasps, new endpapers.
Weiterlesen...
(verkauft)
Thomas Aquinas, Summa. Teil 3 & 4 in 1 Bd.
Thomas Aquinas. Summa theologica. Secunda secunde partis (&) tertia pars (= Teil 3 & 4 von 4). Nürnberg, A. Koberger, 1496. Fol. (32,5:23 cm). Got. Typ., 2 Kol. Durchgehend rubriziert und zahlr. kleine eingemale Initialen, beides in Rot und Blau. 273 (statt 274); 176 (l.w.) nn. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln aus einer Augsburger Werkstatt; fleckig und berieben, einige kl. Wurmspuren, oberes Kapital abgestoßen, Schließenriemen fehlen.
Hain-C. 1436; GW M46440; BMC II, 441; Goff T 196. - Teil 3 und 4 der Summa. - Streckenweise etwas gebräunt, vereinzelt leicht fleckig oder kl. Farbverwischungen, bei wenigen Bll. kl. Wasserfleck(en) am Blattrand. Ganz vereinzelt kl. Randläsuren, so z.B. Bl. DD8 mit Eckabriss (Papierfehler) und XX5 oben mir Randeinriss bis in den Textrand. Vor allem Tl. 4 stellenw. mit alten Anmerkungen und Unterstreichungen. Fehlt Titel zu Tl. 3 (in Faksimile eingebunden).
Zum Einband vgl. von Arnim, Europ. Einbandkunst 11. - In der Mitte der Deckel Rautenranke und in den Feldern der Ranke das für einen Augsburger Einband typische Granatapfelmuster. - Als hinteres freies Vorsatz ein Einzelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament, 13./14. Jh, eingebunden: Papst Gregorius IX., Decretalen mit Glossa Ordinaria, Liber III, Tit. XXXVIII (De jure patronatus), Cap. III (ab "viderit ordinandam") bis Cap. XVII (bis "canonicii conferat"). - Vord. Innendeckel mit gest. Wappenexlibris der Fürsten zu Lamberg.
Rubricated and with small initials supplied in red and blue. - Some browning in places, occasional staining or soiling, small marginal waterstain(s) to a few leaves. A few minor marginal tears, for example corner tear to fol. DD8 (natural paper flaw) and marginal tear to XX5 just affecting text. Some marginalia mainly to part 4. Lacking title of part 3 (supplied in facsimile). Overall a fine copy bound in a contemporary Augsburg binding, blindtooled pigskin over wooden boards, somewhat stained and rubbed, some small wormholes, head of spine chipped, clasps lacking straps. - Single sheet from a 13th/14th century Latin manuscript on vellum bound in at rear (Pope Gregory IX., Decretales). Engraved bookplate of the princes of Lamberg to front pastedown.
Weiterlesen...
