Handschriften - Stammbücher - Urkunden
(verkauft)
Stammbuch eines Bremer Bürgermeisters
Album amicorum des Johann Havemann
Album amicorum. - Bremen. - Stammbuch des Bremer Ratsherrn und späteren Bürgermeisters Johann Havemann d. J. Bremen, Helmstedt, Marburg, Wittenberg und wenige andere, 1587-1613. 8vo (18,5:12,5 cm). Mit 63 farbigen Wappenmalereien, vielfach mit Gold gehöht, 2 (1 altkol.) Wappen in Kupferstich, 1 Wappen in Federzeichnung u. 5 (4 blattgr.) farb. Tuschzeichnungen. 169 (von ?) Bll. mit mehr als 200 Einträgen. Ldr. d. Zt., Rücken mit ornamentaler Blindprägung; berieben, Deckel etwas aufgebogen.
Zu Havemann vgl. Roller, Gesch. d. Stadt Bremen III, S. 403 u. 431, u. Smidt, Die adlichen Höfe (in: Bremisches Jahrbuch XI, 1880, S. 1-57), S. 12-19. - Das überaus reichhaltige und mit einer Vielzahl von Illustrationen geschmückte Freundschaftsalbum des Bremer Kaufmanns Johann Havemann d. J. (1568-1639), Sohn und Enkel von Bremer Bürgermeistern. Von 1524 bis 1672 ist die Familie Havemann fast ununterbrochen im Rat vertreten gewesen. Johann H. ging 1586 zum Studium an die 1576 gegründete Academia Julia nach Helmstedt, verbrachte dann einige Semester in Wittenberg, um sich schließlich im Mai 1591 an der Universität Marburg einzuschreiben. Erst mit 40 Jahren, am 11. März 1608, wurde er Ratsherr seiner Heimatstadt, von 1611 bis 1612 versah er das Drostenamt in Bederkesa, am 27. Oktober 1617 wurde er selbst zum Bürgermeister gewählt. Johann, der stets "einen guten Trunk und in jüngeren Jahren auch das Spiel geliebt hat" (Smidt), geriet in finanzielle Schwierigkeiten und starb am 11. Januar 1639 vereinsamt und von seinen Gläubigern bedrängt. Dennoch zählt ihn Smidt "zu den hervorragenden Männern, die... bemüht und glücklich genug waren, das Schiff der Republik wohlbehalten durch die Klippen zu lootsen".
Havemann wird in etwa 160 Widmungen direkt angesprochen. Mehr als 60 Einträge stammen aus seiner Zeit an der Universität Helmstedt, besonders hervorzuheben sind hier die mit einer blattgroßen Wappenmalerei geschmückte Widmung von Wilhelm d. J., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1535-1592), dazu die Beiträge der in Helmstedt lehrenden Juristen Johann Barter (1557-1617) und Dethard Horst (1548-1618) sowie von Veit Dietrich von Obernitz (?-1602), Hofmeister von Herzog August zu Sachsen. Eine ohne Ort und Datum gekennzeichnete Widmung stammt von dem Theologen David Chytraeus (1530-1600), der Herzog Julius von Braunschweig bei der Einrichtung der neuen Akademie in Helmstedt behilflich gewesen war. Etwa 50 Stammbucheinträge kommen aus Wittenberg, namhafte Beiträger sind hier u.a. die Theologen Wolfgang Amling (1542-1606) und Christoph Pezel (1539-1604). In Havemanns kurzer Marburger Zeit (Sommer 1591) trugen sich u.a. die Juristen Regner Sixtinus (1543-1617) und Hieronymus Treutler (1565-1607) sowie der Theologe Johann Ferinarius (1534-1602) ein.
Während sich diese Einträge fast ausschließlich auf das akademische Umfeld und die juristische und theologische Fakultät beschränken, zeugen die etwa 40 Widmungen aus seiner Heimatstadt Bremen, die überwiegend in späteren Jahren entstanden sind, von Havemanns weiteren vielfältigen Interessen und Kontakten. Unter den bekannten Namen finden sich etwa der französische Humanist, Diplomat und Bibliophile Jacques Bongars (1554-1612), dessen bedeutende Bibliothek (ca. 500 mittelalterliche Handschriften und 3.000 Frühdrucke) sich heute in Bern befindet; der kaiserlich-schlesische Kammerrat Adam Hannewaldt (Hanniwald) v. Eckersdorf (1567-1621), wie auch dessen Bruder, der kaiserliche Rat Andreas Hannewaldt (um 1560-nach 1622); der Universalgelehrte Johann Hartmann (1568-1631), Leibarzt des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel und erster Professor für Chemie an einer europäischen Universität; der Alchemist und Kabbalist Heinrich Khunrath (um 1560-1605), bekannt durch sein "Amphitheatrum Sapientiae Aeternae" (1595), dessen Widmung mit einem Wappenkupfer geschmückt ist; sowie der Jurist und Hofbeamte Eberhard v. Weyhe (1553-1637), unter dem Gesellschaftsnamen "Der Wehrende" Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft.
Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der Wappenmalereien, darunter die Wappen der Familien v. Bülow, Burckersroda, Czák de Mihaly, Gersdorff, Kapaun v. Swoykau, Mandeslo, Minckwitz, Morolting, Mosbach v. Lindenfels, Raussendorff, Reibnitz, Schelm v. Bergen, Schulenburg, Waddewarden u.v.m. Jeweils mit mehreren Beiträgen im Album vertreten, die jedoch nicht mit Wappen geschmückt sind, sind die Familien Engl v. Wagrain, Hodicz u. Wolbramicz, Inn- u. Knyphausen und Kussy v. Mukodiel. Die übrigen Zeichnungen meist mit mythologischen Szenen, eine der blattgroßen Darstellungen zeigt einen Festzug mit Musikern und geschulterten Waffen.
Insgesamt etwas fleckig, mit Finger- u. anderen Gebrauchsspuren, mehrere Bll. mit teils hinterlegten Einrissen (1 Zeichnung betroffen), 1 blattgr. Zeichnung mit Ausschnitt im Bild, einige Bll. entfernt, andere neu eingehängt.
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Album amicorum des August Ludwig Allendorff
Album amicorum. - Magdeburg. - Stammbuch des August Ludwig Allendorff. Magdeburg u. Schönebeck (Elbe) sowie Salza (2), 1816-1821. Qu-8vo (10:16,5 cm). Mit 4 farbigen Aquarellen u. 2 lavierten Kupfern. 83 Bll. mit 34 Einträgen. Schöner Lederband d. Zt. mit ornamentaler Deckel-, Rücken- und Stehkantenvergoldung, goldgepr. schwarzen Rsch. u. Goldschnitt, Kanten gering berieben.
Das Stammbuch des späteren Brauereibesitzers August Allendorff (1802-1866), der die 1810 von seinem Vater Ludwig August Wilhelm Allendorff in Schönebeck gegründete Brauerei gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm weiterführte und mehrfach erweiterte. 1872 wurde der Betrieb in "Kaiserbrauerei A. & W. Allendorff" umbenannt. Enthält drei Beiträge der Familie Allendorff, darunter die mit farbigen Aquarellen verzierten Widmungen der Schwestern Caroline und Louise. Unter den weiteren Beiträgern finden sich die Namen Asmus, Berge, Bramerel, Danneel, Hagedorn, Helmecke, Oehler, Wilda, Zimmermann etc. Besonders bemerkenswert sind vier Einträge von Mitgliedern der Magdeburger Familie Klusemann, davon zwei mit lavierten Kupfern geschmückte Widmungen der Schwestern Auguste und Friederike (ein Kupfer sign. "Klusemann fec.", wohl Johann Friedrich K.), eine Widmung von Carl K. mit aquarelliertem Freundschaftsbild und ein ausführlicher doppelseitiger Beitrag des jungen Theologiestudenten August Klusemann (1795-1877), später Oberprediger an der Heiligen Geist-Kirche in Magdeburg, Freimaurer und Anhänger der rationalistischen "Lichtfreunde" Leberecht Uhlichs. - Gelegentlich leicht fleckig, einige Bll. mit Braunfleck, ein leeres Bl. mit Seidenstreifen beklebt. Der schöne Einband durch den vorhandenen originalen Marmorpapier-Schutzumschlag hervorragend erhalten.
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Album amicorum des Gustav Philipp Jacob Birkner
Album amicorum. - Nürnberg. - Stammbuch des Nürnberger Juristen Gustav Philipp Jacob Birkner. Nürnberg, Engelthal (Mittelfranken), Hersbruck, Lauf an der Pegnitz, Neustadt an der Aisch und Vorra, 1796-1810. Qu-8vo (12:20 cm). Mit 1 kol. Wappenkupf., 4 (3 kol.) Illustrationen in Kupferstich oder Aquatinta, 3 Seidenbildern, 3 Silhouetten u. 1 Aquarell. 161 (von ?) Bll. (inkl. Kupf.) mit 84 Einträgen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. u, etwas ornamentaler Vergoldung u. Goldschnitt, Vorderdeckel mit Monogramm "G(ustav) P(hilipp) J(acob) B(irkner)" u. Dat. "1796"; berieben u. bestoßen, Gelenke gebrochen, Vorderdeckel lose.
Birkner legte im Februar 1805 die Notariatsprüfung ab und ist später als Güterbestätter in Nürnberg tätig gewesen, er starb 1832 in seiner Heimatstadt. Sämtliche Einträge in seinem Freundschaftsalbum kommen aus Mittelfranken, meist aus Nürnberg, viele auch aus Hersbruck oder Lauf, dazu einige aus Engelthal, Neustadt und Vorra. Viele Beiträge stammen von Familienmitgliedern, zu nennen sind hier an erster Stelle Birkners Vater, der Jurist Paul Jacob Birkner sen. (1748-1800), sein ebenfalls als Jurist tätiger Onkel Paul Friedrich Birkner (geb. 1756) sowie sein Bruder, der Kaufmann Heinrich Lorenz Birkner (1792-1864), später Begründer und Inhaber der Nürnberger Schokoladenfabrik Birkner & Hartmann. Verwandtschaftliche Beziehungen bestanden auch zur Familie Furtenbach, besonders erwähnenswert sind hier der preußische Gardeleutnant Johann Sigmund Georg Wilhelm v. Furtenbach (1784-1814) und Birkners Base Margarethe ("Meta") Schimper, geb. Furtenbach (1785-1833), die Mutter des bedeutenden Botanikers und Geologen Karl Friedrich Schimper, sowie zur bekannten Nürnberger Familie Viatis, die mit sechs Einträgen vertreten ist, darunter Birkners Onkel, der Nürnberger Amtmann Christian Heinrich Bartholomäus v. Viatis (1755-1813), und sein Vetter Georg Christoph Bartholomäus v. Viatis (1787-1805). Weitere namhafte Beiträger sind der Jurist und Sammler Johann Albert Colmar (1759-1839), der Nürnberger Kelleramtmann Hans Wilhelm Friedrich v. Löffelholz (1743-1802), dessen Widmung mit zwei Silhouetten geschmückt ist, der Kupferstecher Albert Christoph Reindel (1784-1853), der vermutlich eine eigene Arbeit zur Illustration beifügte, und der Theologe Hieronymus Conrad Wagner (1739-1820), später Schaffer an St. Lorenz. Das an den Beginn des Bandes montierte Kupfer zeigt das Wappen der Familie Birkner. Mit alter Seitenzählung 1-341 (fehlerhaft u. mit Lücken), am Schluss 6 Bll. Register (nicht voll ausgeführt). - Leicht gebräunt u. gelegentlich etwas fleckig, erste Lage gelockert, vereinzelt kl. Randdefekte, einige Bll. alt entfernt.
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Konvolut Stammbuchkassetten. 4 Bde.
Album Amicorum. - Konvolut von 4 Stammbuchkassetten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Verschiedene Queroktav-Formate. Teilw. illustr. mit Aquarellen, Bleistift- u. Federzeichnungen, Kupfern, Stickereien, etc. Verschiedene zeitgenöss. Einbände, teilw. mit Gebrauchsspuren.
Enthält: 1. Hldr.-Kassette, Vorderdeckel mit Blindprägung in Gold u. Farben. Zeitz u.a. 1812-44. - 2. Rote Leder-Kassette mit Vergoldung. Linz, Passau u.a. 1820-30. - 3. Rote Hldr.-Kassette. Hagen u. Voerde 1822-24. - Deckel lose. - 4. Dunkelblaue Pp.-Kassette mit Blindprägung. Erfurt u.a. 1828-58. - Unterschiedliche Gebrauchs- u. Lagerspuren.
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Rüffer, Journal (Abschrift)
Amerika. - Journal des Leutnant Rüffer von Milsungen den 1. Merz 1776 bis 28. December 1777 (bis Ende der 2. Campagne Neuyork). Deutsche Handschrift auf Papier. 2. Hälfte des 19. Jh. Mit braunschwarzer Tinte in sauberer Kursive geschrieben. Mit 2 gefalt. Tab. (= S. 103/04 u. 105). 1 Bl., 105 S. Pp. d. Zt., bestoßen.
Abschrift des Tagebuchs von Karl Friedrich Rüffer, der als hessischer Söldner am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilnahm. Das Original befindet sich heute in der George Bancroft Collection der New York Public Library. - Auf bläulichem Papier.
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Reuber/Lotheisen, Tagebücher (Abschrift)
Amerika. - Tagebuch des Johannes Reuber aus Nieder-Vellmar über den Krieg in Nord-America 1776 bis 1783. - Journal ... geführt vom ... Regmtsquartiermstr Lotheisen. 2 Tle. in 1 Bd. Deutsche Handschrift auf Papier. 2. Hälfte des 19. Jh. 4to. Blattgr. 21,5:17,5 cm, Schriftspiegel ca. 19.13 cm. Mit braunschwarzer Tinte in sauberer Kursive geschrieben. Mit einigen kl. Federzeichnungen, 1 Skizze aquarelliert. 87 S., 9 Bll.; 1 Bl., 44 S., 2 w. Bll. Pp. d. Zt., bestoßen, Rücken lädiert.
Abschriften von Tagebüchern hessischer Söldner im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, die schon früh in der Literatur Beachtung fanden. Als Standorte sind "Generalstabs-Bibliothek" (Reuber) und "Landesbibliothek zu Kaßel" (Lotheisen) angegeben, wobei die auszugsweise Abschrift von Reubers Tagebuch nach einer Abschrift gefertigt sein dürfte, da das Original sich noch 1893 in Privatbesitz befand (heute befindet es sich offenbar in der Murhard'schen Bibliothek in Kassel; vgl. Auerbach, Hessen in Amerika 1776-1783, S. 304-16, bes. S. 304).
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Antiphonar auf Pergament
Antiphonar. - Lateinische Handschrift auf Pergament. 16. Jahrhundert. Gr.-fol. (59:41 cm). Blattgr. 54,5:37 cm, Schriftspiegel ca. 44:25,5 cm. 6 Zeilen Text u. Noten. Rotunda formata in schwarzbrauner Tinte u. römische Quadratnoten auf 5 roten Linien, Hervorhebungen in Rot. Mit zahlr. Initialen in Rot u. Blau sowie Cadellen in Schwarz u. Gelb. 160 (statt 180) Bll. Lederband d. Zt über schweren Holzdeckeln mit Streicheisenlinien u. je 1 durchbrochenen Messing-Eckbeschlägen; Gebrauchsspuren, Schließenreste, neue Innendeckelbezüge.
Stellenw. etwas fleckig oder mit anderen Gebrauchsspuren, zahlr. Bll. mit teils größeren Aus- oder Abschnitten. Unvollständig, nach der alten Foliierung fehlen 20 Bll. oRR/Waf.
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Aristoteles, De anima. 2 Doppelbll.
Aristoteles. De anima. - 2 Doppelblätter aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Rheinland (?), 15. Jahrhundert. Kl.-fol. Blattgr. 22,5:16,5 cm, Schriftspiegel 18:13,5 cm. 58 Zeilen, 2 Spalten. Abkürzungsreiche gotische Kursive in brauner Tinte.
Fragment aus einem anonymen Kommentar zu Aristoteles' "De anima". Ein ganz ähnliches, ebenfalls aus 2 Doppelblättern bestehendes Fragment, das vermutlich im Kreuzbrüderkonvent Düsseldorf entstanden ist, befindet sich heute in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Fragment K06:039). - Einbandfund mit entsprechenden Gebrauchsspuren, einige Wurmstiche, Leimflecken u. Bräunungen, im Oberrand Ausschnitte mit etwas Textverlust, beide Bifolia an einer Außenseite mit etwas Textverlust (ca. 1 cm) angeschnitten.
Provenienz: Nach Angaben des Vorbesitzers aus dem Nachlass des deutschen Privatgelehrten und Humanismusforschers Ludwig Bertalot (1884-1960). Bertalots Bibliothek wurde zum größten Teil vom Schweizer Altphilologen und Soziologen Walter Rüegg (1918-2015) übernommen.
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Bonaventura, De arbore crucis
Bonaventura, Sanctus. Tractatus de arbore crucis (De ligno vitae). Lateinische Handschrift auf Papier. Süddeutschland/Österreich, um 1480. 4to. Blattgr. 18,5:14 cm, Schriftspiegel 16,5:10,5 cm. 38-40 Zeilen. Gotische Kursive in dunkelbrauner u. roter Tinte. Rubriziert u. mit 12 drei- bis fünfzeiligen Lombarden in Rot sowie 1 sechszeilige Initiale in Braun u. Rot. 12 Bll. (Bl. 12 verso leer). Ohne Einband.
Sorgfältig ausgeführte Handschrift der um 1254/60 entstandenen mystisch-asketischen Schrift des franziskanischen Philosophen und Theologen. Der Text beginnt "Christo confixus sum cruci, verus dei cultor..." und endet Bl. 12r "... p[er] infinita s[e]c[u]la s[e]c[u]lo[rum)] a[men]". Bonaventura beschreibt hier das Kreuz Christi als Baum des Lebens mit zwölf Ästen ("rami"), denen jeweils ein Kapitel zugeordnet ist. Das Baumschema begründet er in seinem Prolog damit, dass die Vorstellung das Verständnis fördere ("ymaginat[i]o iuvat intelligentia[m]") und legt damit die Grundlage für das bald auch in graphischen Darstellungen verbreitete und vielfach variierte mnemotechnische Schema des "lignum vitae". Im Druck erschien der Traktat zuerst Köln 1484/85 als Teil der "Opuscula" (GW 4644), bereits um 1495 druckte Peter Wagner in Nürnberg eine schematische Darstellung vom "Baum des lebendigen Holzes" in deutscher Sprache (GW 4665; VE 15 B-64 u. Abb. 19). Auf Papier mit Wasserzeichen "Waage mit gerader Waagschale, im Kreis, darüber zweikonturiger Stern", so vor allem im österreichischen Raum um 1480 nachweisbar. - Nur gering gebräunt u. kaum fleckig, oben etwas knapp beschnitten, wenige Buchstaben am Kopf leicht angeschnitten.
Provenienz: Nach Angaben des Vorbesitzers aus dem Nachlass des deutschen Privatgelehrten und Humanismusforschers Ludwig Bertalot (1884-1960). Seine Bibliothek wurde zum größten Teil vom Schweizer Altphilologen und Soziologen Walter Rüegg (1918-2015) übernommen.
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(verkauft)
Kreuzherrenorden, Urkunde mit Siegel
Breslau. - Kreuzherrenorden. - Erneuerung von 6 Privilegien des Ritterordens der Kreuzherren mit dem roten Stern. Deutsche und lateinische Handschrift auf Pergament. Breslau, 16.8.1613. 4to. Blattgr. 33:28,5 cm. 17 Bll. mit angehängtem Siegel in Wachsschale.
Inserierung (Vidimus) oder vollständige Aufnahme älterer Urkunden in eine neue, auf Wunsch des Konvents des Matthiasspitals in Breslau vom Präsidenten und den Räten der kaiserlichen Kammer in Ober- und Niederschlesien ausgefertigt. Die sechs wiedergegebenen Privilegien für den Kreuzherrenorden, für den die Herzogin Anna das Spital St. Matthiä um 1245 erbaut hatte, stammen von den Königen Sigismund (1432), Albrecht (1438 und 1439), Karl (1350 und 1357) und Wenzel (1416). - Außen und an der unteren Ecke innen stark angeschmutzt, mit Eselsohren und Randläsuren, die Wachsschale mit Randausbrüchen.
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(abgelaufen)
(Brunschwig, Apoteck für den gemeinen Mann). Handschrift
(Brunschwig, H. u. M. Schrick. Apoteck für den gemeinen Mann). Deutsche Handschrift auf Papier. (Schweiz oder Süddeutschland) um 1620. (17:10,5 cm). 436 (statt ?) num. S. Defekter Ldr. d. Zt. mit blindgepr. Deckeln, Buchblock gelockert, Rücken eingerissen u. mit Fehlstellen, etwas wurmstichig.
Abschrift der populären Heilmittellehre des 16. Jahrhunderts, die erstmals 1529 erschien. Das vorliegende Exemplar wohl nach der überarbeiteten und wesentlich erweiterten Fassung von Michael Schrick, welche er 1619 in Erfurt herausgab. Brunschwigs und Schricks Rezeptsammlung ist eine der wichtigsten Quellen zur Volksmedizin im 16. Jahrhundert. - Durchgehend fingerfleckig; leicht wurmstichig; S. 13-14 mit großem Abriss u. Textverlust. Paginiert 3-450, es fehlen die S. 1-2 mit dem Titel, S. 419-430 sowie der Schluss.
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(verkauft)
Cicero, Epistulae
Cicero, M. T. Epistulae. - Doppelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Mittelitalien, vermutlich Florenz, 1. Hälfte des 15 Jahrhunderts. Fol. Blattgr. 28,8:19,5 cm, Schriftspiegel 17,5:10 cm. 35 Zeilen. Humanistische Minuskel in brauner Tinte, 2 Majuskeln in Rot. Mit 1 Weißrankeninitiale "E" in Blattgold, Blau, Grün und Rot (3,5:2,5 cm).
Attraktives Bifolium aus einem überaus sorgfältig ausgeführten Codex der Briefe Ciceros. Enthält aus Buch 8 der "Epistulae ad Familiares" die Briefe 11 (ab "gra[tia]s agas est..."), 12 (bis "... simultatis eum consectarer. Postea"), 16 (ab "victoria salus n[ost]ra est...") und 17 (vollständig) sowie den Beginn der "Epistulae ad Atticum" (bis "... sed quod eorum me suppudebat. Vide[bar]"). Die Briefe an Atticus werden von einer schönen Blattgoldinitiale eingeleitet. - Trotz seiner späteren Verwendung als Einbandmaterial (Umschlag) ist das Doppelblatt ausgesprochen gut erhalten und nur wenig fleckig, in den breiten Rändern Faltspuren und wenige Nagellöchlein, oben schwacher Feuchtigkeitsrand. Die ehemalige Außenseite (mit der Blattgoldinitiale) etwas stärker gebräunt u. fleckig, die Initiale dennoch hervorragend erhalten, der Goldauftrag kaum berieben.
Provenienz: Nach Angaben des Vorbesitzers aus dem Nachlass des deutschen Privatgelehrten und Humanismusforschers Ludwig Bertalot (1884-1960). Bertalots Bibliothek wurde zum größten Teil vom Schweizer Altphilologen und Soziologen Walter Rüegg (1918-2015) übernommen.
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(Crusius), Ritter- und Landrecht
Estland. - (Crusius v. Krusenstjerna, P.). Ehstnisches Ritter- und Landrecht (Rückentitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Anfang des 18. Jahrhunderts. Fol. Blattgr. 31,5:19,5 cm, Schriftspiegel 24,5:13,8 cm. Kursive in brauner Tinte. 8 Bll., 358 S., 8 Bll. Ldr. d. Zt. mit Rsch. u. volkstümlicher Rückenbemalung; etwas beschabt u. bestoßen, restauriert.
Vgl. Recke-N. I, 387 ff. u. NDB III, 434. - Vollständige Handschrift der "Ritter- und Landrechte" der Provinz Estland, die Philipp Crusius (1597-1676) 1648 als Assessor am Burggericht Reval im Auftrag der Estländischen Ritterschaft kodifizierte. "Damals erhielt das baltische Wirtschaftsleben starken Auftrieb durch den schwedischen Merkantilismus. C. war eine der tragenden Persönlichkeiten dieser Entwicklung" (NDB). Die Rechte sind zwar nie von der schwedischen Regierung bestätigt worden, erhielten aber bis ins 19. Jahrhundert praktische Geltung. Unsere Handschrift ist ergänzt um die nicht in allen Codices enthaltene Vorrede, Randbemerkungen und einen Index. Eine von P. G. Ewers edierte Druckausgabe des Gesetzbuchs erschien erst 1821 in Dorpat unter dem Titel "Des Herzogthums Ehsten Ritter- und Landrechte". Ewers benutzte für seine Ausgabe sechs Handschriften, von denen nur vier die Vorrede enthalten. - Gleichmäßig gering gebräunt u. nur wenig fleckig, auf Büttenpapier mit Wasserzeichen "Jan van Til" und dem Wappen von Amsterdam (Churchill 43, dat. 1708).
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Gebetbuch auf Pergament
Gebetbuch. - Incipit: "Incipit p(ro)log(us) in ce(n)tu(m) articulos de passio(n)e d(omi)ni n(ost)ri ihesu chri(sti)...". Lateinische Handschrift auf Pergament. (Süd?-)Deutschland, um 1500. 16mo. Blattgr. 8,6:6,5 cm, Satzspiegel ca. 6,8:4,3 cm. 16 Zeilen. Ebenmäßige gotische Bastarda in schwarzbrauner Tinte, Rubriken in Rot, zahlr. ein- u. zweizeilige Initialen alternierend in Blau oder Rot, Versalien rot gestrichelt. Mit 7 zwei- bis vierzeiligen Initialen in Blau mit rotem Fleuronnée über die gesamte Höhe der Seite. 81 (statt ?) Bll. mit alter Bleistiftpaginierung 1-161. Prgt. d. 17. Jh.; etwas fleckig, ohne die Schließbänder, neuere Vorsätze, hinterer Deckel mit Eckreparatur.
Attraktive kleine Handschrift mit besonders von der Passions- und Kreuzesmystik des Spätmittelalters geprägten Gebeten. Auffällig ist die Vielzahl von Texten, die dem Hl. Augustinus zugeschrieben werden. Einen wichtigen Hinweis für die Datierung bietet die namentliche Erwähnung des Dominikaners Alanus de Rupe (1428-1475), dessen "Rosarium" bereits Aufnahme in die Handschrift fand (S. 74). Inhalt: 1. Hundert Artikel vom Leiden Christi, Gebet zur ewigen Weisheit (S.1-73); 2. Mariengebete, zu Beginn das Rosarium (S. 74-112); 3. Gebete des Hl. Augustinus (S. 113-135); 4. Gebete zum Gekreuzigten, u.a. Bernhard von Clairvaux, Gregor d. Gr. u. Augustinus zugeschrieben (s. 136-161). - Kollation: 10 Lagen zu je 8 Bll., die Schlusslage um ein Blatt ergänzt, es fehlen dort wohl 7 weitere. - 2 Bll. mit kurzem Randeinriss, letzte 8 Bll. mit kl. Eckdefekt oben rechts (außerhalb des Schriftspiegels), Kolumnentitel des Schlussblatts angeschnitten. Kaum fleckig und insgesamt sehr gut erhalten. Provenienz: Sammlung Graf Adelmann, Köln.
Latin prayer book, Southern (?) Germany, c. 1500. 81 leaves (not complete). Written in a neat gothic bookhand in black and red ink, with 7 large initials in blue with red penwork and numerous one- or two-line initials alternately in red and blue. - 2 leaves with short marginal tears, small corner defect to last 8 leaves (not affecting text), final leaf just shaved at top. Bound in 17th century vellum, somewhat stained, ties lacking, new endpapers, corner restoration to lower cover. From the collection of Count Adelmann von Adelmannsfelden.
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Hauerwaas, Gebetbuch
Gebetbuch. - Hauerwaas, Johann Valentin Joseph. (Gebetbuch). "Geschrieben und verfertiget von J. V. J. Hauerwas Wildmeisters Sohn...". Deutsche Handschrift auf Papier. Burgwallbach (Unterfranken), 1784. Blattgr. 19:13,5 cm, Schriftspiegel 16:10 cm. Von einer Hand kalligraphiert in brauner, grüner u. roter Tinte. Mit 1 blattgr. Federzeichnung u. zahlr. kalligraphischen Verzierungen in Braun, Grün u. Rot. 1 Bl., 137 S. Grüner Maroquinband d. Zt. mit ornamentaler Deckel-, Rücken- u. Stehkantenvergoldung, Brokatpapiervorsätzen u. Goldschnitt mit etwas Punze, in zeitgenöss. braunen Kalblederschuber; Einband mit kl. Bereibungen, Schuber mit kl. Wurmfraßstellen, Deckel an der Oberkante aufgeplatzt.
Sehr schöne kalligraphische Arbeit des damals etwa zwölfjährigen Valentin Hauerwaas (1762-1828), Sohn des Burgwallbacher Wildmeisters Friedrich Hauerwaas. Valentin wurde später selbst Revierförster im unterfränkischen Waldfenster. Die Federzeichnung zeigt die Kreuzigung vor einer stilisierten Dorfansicht, vermutlich von Burgwallbach. - Titel mit schwachen Fingerspuren, sonst sauber u. wohlerhalten.
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Contemporary Manuscript
Honorius Augustodunensis, Expositio. 1 Bl.
Honorius Augustodunensis. Expositio in Canticum canticorum. Einzelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. 12. Jahrhundert. Kl.-fol. Blattgr. noch ca. 19,5:14,5 cm. 28 (von ?) Zeilen, blind liniert. Karolingische Minuskel in brauner Tinte, 3 Majuskeln in roter Tinte.
Einzelblatt aus einer zeitgenössischen Handschrift des einflussreichen Kommentars zum Hohelied Salomos aus der Feder des Honorius Augustodunensis (ca. 1080-1150). Der wohl aus Irland stammende Benediktinermönch war ein Schüler des Anselm von Canterbury und brachte als erster Anselms scholastische Methode auf den Kontinent. Seine Auslegung bildete die Vorlage für die mittelhochdeutsche Hohelied-Dichtung des Magdeburger Patriziers Brun von Schönebeck, ist aber auch für die Ikonographie der mittelalterlichen Kunst von größter Bedeutung. So wird die Symbolik des Regensburger Sankt Jakobsportals erst durch die Kenntnis von Honorius' Kommentar verständlich (vgl. J. A. Endres, Das St. Jakobsportal in Regensburg und Honorius Augustodunensis, Kempten 1903). Das vorliegende Fragment enthält seine Auslegung der ersten zwei Verse des ersten Kapitels des Hohelieds (Migne PL 172, Sp. 360D-361D), vom Text auf der rückwärtigen Seite sind durch die starke Abnutzung nur noch wenige Buchstaben lesbar. - Einbandfund (ehemals Umschlag), gebräunt, mit Einrissen u. kleinen Fehlstellen im Text, unten mit Textverlust angeschnitten, Rückseite stark gedunkelt, Text dort nur noch fragmentarisch und mit technischen Hilfsmitteln erkennbar, an den Rändern Montagereste (Archivband).
Fragment (1 leaf) of a 12th century manuscript of the exposition of the Canticle of Canticles by Honorius of Autun, a Benedictine monk and disciple of Anselm of Canterbury. Written in a Carolingian minuscule in brown ink, capital letters in red. - Recovered from a binding, browning, some tears and small holes, shaved at foot, back side of the leaf heavily browned and rubbed and almost illegible, remnants of former mounting (archive tape).
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Horae B. M. V. ad usum Romanum
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich/Flandern um 1450. Blattgr. 8:5,4 cm, Schriftspiegel 4,1:3 cm. 14 (Kalendarium: 17) Zeilen. Textura in schwarzer Tinte. Mit 14 blattgroßen Miniaturen in Gold und Farben mit gegenüberliegender Schmuckseite mit fünfzeiliger Initiale, jeweils eingefasst von dreiseitiger Bordüre aus filigranem Rankwerk in Gold u. schwarzer Feder, farbigem Akanthus-Blattwerk, Blüten u. Früchten. Zahlr. zweizeilige Initialen in Blau, Mauve, Gold, teilw. mit in den Rand auslaufendem Federwerk, wenige mehrzeilige eingemalte Randverzierungen, dazu durchgehend einzeilige Fleuronnée-Buchstaben alternierend in Gold mit Blau und in Blau mit Rot. 162 Bll. Brauner vergoldeter Kalblederband wohl des späten 18. Jhdts. in zeitgleichem zweiteiligem Schuber.
Reizvolles kleinformatiges Stundenbuch mit teils figurenreich gestalteten Miniaturen und mit durch Details belebtem Bildaufbau. Die Liturgie folgt dem Gebrauch von Rom und engt daher die Verwendung des Stundenbuchs nicht ein. Die Heiligenauswahl des Kalenders enthält den franko-flämischen Benediktinerabt Amandus (6.2.), Bavo von Gent (1.10., mit Remigius von Reims), Donatian von Brügge (14.10.) sowie Eligius von Noyon (1.12.) und entspricht damit dem für Flandern üblichen Standard. Mit textlicher Abfolge wie nachstehend: Kreuzoffizium, Marienmesse, Heiliggeistoffizium, Marienoffizium nach röm. Ritus, Ad laudes, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet, Marienoffizium, Psalmen, Totenoffizium. Die jeweils den Textanfängen gegenüberstehenden blattgroßen (ca. 5,1:3,1 cm) Miniaturen zeigen: Jesus mit Marterwerkzeugen (fol. 13v, folgt typischen Darstellungen der Brügger Schule des frühen 15. Jhdts.), Maria Verkündigung, Maria Himmelfahrt, Christus am Ölberg, Gefangennahme, Jesus vor Pilatus, Geißelung Christi, Kreuzweg, Kreuzigung, Kreuzabnahme, Grablegung, Madonna mit dem Kind, Jüngstes Gericht, Totenoffizium. - Alte Bleistiftfoliierung: 1-87, 3 nn. Bll., 89-159. Durchwegs mehr oder weniger fleckig bzw. fingerfleckig, wenige Pergamentfehler, die ersten 6 Bll. des Kalendariums oben mit Pergamentausbesserung, minimaler Buchstabenverlust bei 2 Blättern, die Bilder und Bordüren berieben u. teilw. retuschiert. Das Bändchen wurde wohl im 18. Jahrhundert neu aufgebunden, Bindung teils etwas lose. Bei der Bindung wurden die Bordüren im Rand angeschnitten.
Book of Hours, use of Rome, in Latin. Manuscript on vellum. Northern France/Flanders , c. 1450, 162 leaves. Illuminated with 14 full-page miniatures, each with a full border and a matching border on the accompanying page. - Old pencil foliation: 1-87, 3 nn. ll., 89-159. Some staining and fingerstaining throughout, few vellum flaws, some vellum repairs to first 6 leaves of calendary with minimal loss to two leaves, some rubbing to miniatures and borders, partly retouched. All borders trimmed by binder's knife. Newly bound in 18th century, stitching somewhat loose in places. In 18th century slip case. Despite the traces of use an attractive book of hours with interestingly composed miniatures.
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Militärhistorisches Dokument
Villement, Journal de la deffense de Landau
Landau. - Villemont, R. de. Journal de la deffense de Landau par Mr. de Laubanie en 1704. Avec les plans des attaques de 1704 et de 1713. Zeitgenössische französische Handschrift auf Papier. Kl.-fol. (32:20,5 cm). Mit braunschwarzer Tinte in sauberer Kursive geschrieben. Mit 2 gefalt. aquarellierten Manuskript-Plänen. 1 Bl., 58 S. Ohne Einbd.
Bericht zur dritten Belagerung Landaus von R. Villemont, "ingénieur en chef de la place", und nach dessen Tod von Joinville fortgesetzt. Die Festung, deren Verteidigung von dem französ. Statthalter und Kommandanten Y. Masgonthier de Laubanie geleitet wurde, musste an die Reichstruppen übergeben werden und fiel 1713 schließlich wieder an die Franzosen. Die fein ausgeführten Pläne (28:39 und 42:52 cm) zeigen jeweils den Grundriss der von Vauban ausgebauten Festung mit der Belagerung von 1704 bzw. 1713. - Sauber, nur die 1. Seite etwas angestaubt und fleckig, die Folgebll. in der oberen Außenecke noch etwas angestaubt. Heftung gelockert, letzte Lage lose. Der 1. Plan kopfstehend montiert, der Plan zur Belagerung 1713 mit Einrissen und Löchlein in den Faltstellen.
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Liturgische Handschrift 1800
Liturgische Handschrift. - Lateinische Notenhandschrift auf Papier. Mönchengladbach 1800. (12,5:21 cm). Blattgr.: 11,5:20 cm. 4 Zeilen Text u. Noten in brauner und roter Tinte und braune Quadratnoten auf vierlinigem rotem System. 196 S., 6 Bl. Ldr. d. Zt., berieben und etwas bestoßen, Schließen und oberes Kapital fehlen, Rücken mit Wurmloch.
Vorderer fliegender Vorsatz mit Eintrag "Christianus Nova Vicarius, St. Jacobi & Agathae, Gladbaci 1800". - Die nummerierten Seiten mit liturgischen Gesängen und Texten, die nn. Blätter mit durchgehendem Text und 2 S. Noten und Text auf vierzeiligem System (von anderen Händen). - Fingerfleckig, Tinte teilw. durchgeschlagen, Buchblock gebrochen, einige Bll. angefalzt.
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Messa di S. Giuse. Calasantio
Piaristen. - Joseph von Calasanza. - Messa (e vespro) di S(an) Giuse(ppe) Calasantio. Liturgische Handschrift auf Papier. Italien, 2. Hälfte d. 18. Jahrhunderts. Gr.-fol. Blattgr. 46:32 cm, Schriftspiegel 39:26 cm. 7 Zeilen Text u. Noten. Schablonenschrift in schwarzer u. roter Tinte u. schwarze Quadratnoten auf vierlinigem rotem System. Mit 5 Schmuckinitialen in Gold u. Farben mit vegetabilen Ausläufern sowie 2 kleineren Initialen in Blau u. Gold mit etwas rotem Federwerk. 23 num. Bll. u. 1 Bl. Inhalt im Innendeckel. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Wappensupralibros u. Bordüre auf beiden Deckeln; etwas beschabt u. berieben, neue Vorsätze.
Späte, aber sorgfältig ausgeführte liturgische Handschrift, vielleicht für einen Abt des Piaristenordens (Supralibros: Wappen mit drei Früchten u. Galero mit zwölf Quasten). Enthält neben der Messe und der Vesper für den Hl. Joseph von Calasanza u.a. den Hymnus "Sacram venite supplices Josephi ad aram, parvuli". José Calasanz (um 1556-1648), Gründer des Piaristenordens u. Patron der christlichen Volksschulen u. der Kinder, wurde 1748 selig- u. 1767 heiliggesprochen. - Vorne zusätzl. eingebunden 1 mont. Kupferstich von G. L. Hertel bei J. G. Hertel (Augsburg um 1760). - Auf kräftigem Papier, nur vereinzelt gering fleckig.
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Rosenkranzbruderschaft, Urkunde
Rosenkranzbruderschaft. - Fabri, Sixtus. Diplom der Rosenkranzbruderschaft für Laurent Chalon. Lateinische Urkunde auf Pergament. Rom, Konvent Santa Maria sopra Minerva, 1577. Quer-fol. Blattgr. 37,5:5,5 cm, Plica 3,5 cm, Schriftspiegel 34:39,5 cm. 23 Zeilen. Kursive Urkundenschrift in brauner Tinte, Hervorhebungen in goldenen Versalien, Eingangszeile in Gold, Rot u. Blau. An drei Seiten eingefasst von breiter figürlicher Bordüre in Gold u. Farben. Mit angehängter Metall-Siegelkapsel (leer) u. angehefteter kleiner Pergamenturkunde, dat. 1578.
Aufnahmeurkunde der von Dominikanern gestifteten Laienbruderschaft, ausgestellt im Namen und eigenhändig unterzeichnet von Sixtus (Sisto) Fabri (1540-1594), 1580-83 Hoftheologe von Papst Gregor XIII. und 1583-89 Generalmagister seines Ordens (vgl. Jöcher II, 478). Die reich ausgestattete Bordüre zeigt links und rechts ein Wappen, in der Kopfleiste die Heiligen Laurentius von Rom und Agatha von Catania, zentral eine von Laien und kirchlichen Würdenträgern angebetete Maria. - Farb- u. Schriftauftrag durch Feuchtigkeitseinwirkung beschädigt, im Text Koloritabklatsch, einige Buchstaben völlig verblasst, einige Faltbrüche u. kleine Löchlein. Die angeheftete Urkunde unbeschädigt.
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Astle, Collection of Seals
Siegel - (Astle, T.). A Collection of Royal & Ecclestical Seals. Together with, Engravings of ancient Charters Popes Bulls Grants of Land &c &c. Englische Handschrift auf Papier. O. O. und J. (London nach 1779). Fol. (39:26 cm). Mit 50 mont. gest. Abb. von Siegeln (45) und Urkunden (5). 36 hs. num. S. Hprgt. d. Zt., fleckig, berieben und bestoßen, oberes Kapital defekt.
Manuskript des englischen Paläographen Thomas Astle (1735-1803), mutmaßlich früher Entwurf für sein 1792 erschienenes Werk "An account of the seals of the kings, royal boroughs and magnates of Scotland", in dem die hier (in frühen Zuständen noch ohne Hintergrundschattierung) vorhandenen von Barak Longmate gestochenen Tafeln abgedruckt sind; die hs. Nummern im Manuskript stimmen mit denen im Druck überein. - Ränder stärker gebräunt, etwas stockfl., Innendeckel gebrochen. Provenienz: Mit dem Exlibris des Bibliothekars und Bibliographen aus Cambridge A. N. L. Munby (1913–1974), dessen Vermerk in Bleistift den Autor identifiziert; Antiquariat H. P. Kraus, New York, mit beiliegender ausführlicher Beschreibung des Manuskripts.
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Hasegawa Hiroshi, Sanpo jikata. 5 Bde.
Vermessung. - Hasegawa Hiroshi & Akita Giichi (d.i. Tsuda Gigi). Sanpo jikata taisei (jap.: Durchführung der mathematischen Landvermessung). Japanische Handschrift auf Reispapier. 5 Bde. Japan, um 1840. Blattgr. 27:20 cm, Schriftspiegel ca. 23,5:15 cm. Mit zahlr. Tuschzeichnungen. Kalligraphie in schwarzer Tusche. In Blockbuchbindung. Umschl. d. Zt. mit kalligraphierten Titelstreifen; etwas angeschmutzt, fleckig u. mit Wurmspuren, Heftung teilw. defekt.
Vgl. Kraft V, 428 u. Edgren, Nordenskiöld Coll. 735 f. - Sorgfältige zeitgenössische Abschrift des 1837 in Edo gedruckten Werkes. "Praktisches Rechenbuch, auch zur Ermittlung von Reisabgaben, zur Landvermessung etc." (Kraft). Die Illustrationen mit Landschaftsskizzen, Plänen, Vermessungsinstrumenten etc. - Durchgehend mit Wurmspuren, häufig mit Bild- oder Textberührung, stellenw. etwas braun- oder feuchtfleckig.
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(abgelaufen)
Kerssenbroch, Historia Anabaptistarum Monasteriensium
Wiedertäufer. - Kerssenbroch, Hermann v. (Historia Anabaptistarum Monasteriensium) Historia Monasteriensis urbis et episcopatus, inprimis motuum in reformatione anabaptistarum ... ad an. 1576 (Deckelschild). Lateinische Handschrift auf Papier. (Paderborn?) 5 Juli 1734. Fol. (33:22 cm). Von einer Hand mit brauner Tinte in flüssiger Kursive geschrieben. 362, 28 num. Bll. Brauner Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. goldgeprägtem Rückentitel; teilw. berieben, einige Schabstellen, Ecken bestoßen, Rücken am Fuß mit Wurmspuren.
Sorgfältig ausgeführte Abschrift des 18. Jahrhunderts der wichtigen Geschichte der Wiedertäuferbewegung in Münster. "Es umfaßt nicht nur die Geschichte des Aufruhrs, sondern zugleich alles, was vor und nach demselben in den Jahren 1524-1554 in Münster Merkwürdiges vorgefallen ist, insoferne es mit dem Aufruhr im Zusammenhange steht" (Wegele). Kerssenbroch (auch Kerssenbroich oder Kerssenbroick) trug eine Fülle vom Nachrichten zusammen, die zum Teil ihm ihre Erhaltung verdanken und gibt, vom katholischen Standpunkt aus, ein lebendiges Bild der damaligen Ereignisse. Der Druck des ab 1567 verfassten Werkes wurde 1573 vom Rat der Stadt Münster verboten und fast alle vorhandenen zeitgenössischen Abschriften wurden eingezogen.
"Es ist fesselnd geschrieben mit reichem Aufwande klassischer Belesenheit, stellenweise nicht ohne poetischen Schwung... Quellenmaterial stand dem Verfasser in reichstem Maße zur Verfügung. Theils konnte er noch als Augenzeuge berichten, theils das als Kind erlebte durch mündliche oder schriftliche Erzählungen älterer Zeitgenossen ergänzen. Die archivalischen Quellen, auf denen inhaltlich der Hauptwerth des Buches beruht, waren ihm durch die Vermittelung des Bischofs Johann von Hoya zugänglich geworden. Aber die historische Kritik ging K. völlig ab, und, was weit schlimmer ist, seine Darstellung war nicht vom Streben beherrscht, nur die Wahrheit und diese in ihrem vollen Umfange zu sagen. K. hatte ein Exemplar seines Werkes nach Köln zum Druck gesandt und ließ sein Manuscript durch mehrere seiner Schüler abschreiben. Der Rath, dem das bekannt geworden war, der auch vom Inhalte Kenntniß erhalten hatte und Vieles nicht billigte, forderte nun vom Verfasser die Ablieferung aller Exemplare und verbot aufs Strengste den Druck der Schrift (Juli 1573). Eidlich mußte er weiter betheuern, daß er keine Abschrift seines Buches mehr besitze, daß er keines mehr anfertigen lassen, daß er künftig überhaupt keine Bücher mehr schreiben wolle. Erst dann und als man ihm noch eine Strafe von 200 Thalern auferlegt hatte, entließ ihn der Rath. Kerßenbroick’s Buch ist vollständig und correct niemals gedruckt worden" (ADB XV, 647 ff.). Erst 1771 erschien erstmals eine deutsche Übersetzung. Bis dahin existierte das Werk in nur einigen wenigen Abschriften. Die Bedeutung der vorliegenden Abschrift liegt auch in der ab Blatt 345 aufgeführten "Täuferdisputation" vom 7.-8. August 1533, die nach Heinrich Detmer (H. von Kerssenbroch, Anabaptistici furoris... Münster 1899-1900) in nur sehr wenigen Abschriften vorhanden ist. Am Schluss, mit separater Foliierung, die "Acta ab Anno 1573 inter Senatum Monasteriensem et M. Hermannum a Kerssenbroick Scholae majoris Moderatorem ob Historiam Anabaptistarum Monasteriensium bona fide ab eodem Kerssenbroickio descriptam". Vorderer Innendeckel mit Auktionskaufvermerk ("Ex Auctione Krauseria publice mens. Aug. 1800"). Die Auktion der Sammlung des Historikers Johann Christoph Krause (1749-1799) fand ab dem 4. August 1800 in Halle statt (vgl. Loh, Buchauktionen V, 76). - Sehr schöne und aufwändig gestaltete Handschrift mit kleineren kalligraphischen Verzierungen. - Leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar im Originaleinband.
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Stadt Wiener Neustadt, Ehrenbürger-Urkunde
Wiener Neustadt/ Niederösterreich. - Ehrenbürgerurkunde für den Wiener Neustädter Obristwachtmeister Ritter (Georg) von Högelmüller. Deutsche Urkunde auf Pergament. Wiener Neustadt, 28. Januar 1825. Quer.-fol. Blattgröße 47:70 cm, Plika 5,2 cm. Schriftspiegel 39:67 cm inkl. kalligraphischer Kopfzeile. Kanzleischrift in schwarzer Tinte. Mit anhängendem Wachssiegel (Durchm. 4,5 cm) in Holzschale. Gefaltet. - Etwas stockfleckig u. angestaubt; vom Bürgermeister und mehreren Ratsherren unterzeichnet.
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