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Maupertuis, Rélation du Voyage de Laponie
Maupertuis, P. L. Moreau de. Rélation du Voyage de Laponie. Französische Handschrift auf Papier. (Nach 1736). 4to. Blattgr. ca. 25:19 cm, Schriftspiegel ca. 17:12,5 cm. 186 S. Schlichter Halblederband um 1800, restauriert.
Manuskript des nur in gekürzter Form gedruckten Originalberichts von Maupertuis' denkwürdiger Lapplandreise (1736-1737), mit eigenhändigen Korrekturen. Die von Maupertuis angeführte wissenschaftliche Expedition diente exakten Meridianmessungen am Polarkreis und bestätigte durch ihre Ergebnisse Newtons Theorie über die Abplattung der Erdkugel an den Polen; eine parallel in Südamerika am Äquator tätige Expedition wurde von La Condamine geleitet. Die französischen Teilnehmer der Expedition gingen am 2. Mai 1736 in Dünkirchen an Bord eines Schiffes, das sie zunächst nach Stockholm brachte. Es handelte sich neben Maupertuis um Alexis-Claude Clairault (1713–1765), Pierre-Charles Le Monnier (1715–1799), Charles-Etienne Camus (1699–1768) und Réginald Outhier (1694–1774). Von Stockholm, wo Anders Celsius hinzustieß, ging es nach Torneå (finnisch Tornio) am Nordufer des Bottnischen Meerbusens, das als Basis diente. Der vorliegende Bericht setzt am 6. Juli 1736 ein. Er enthält zahlreiche Details über Verlauf der Expedition, die unter großen Strapazen vor sich ging, und das Leben der Bewohner. Die Rückreise begann im Juni 1737.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition publizierte Maupertuis in seinem Buch "La figure de la terre, determinée par les observations" (Paris 1738). Dort findet sich als erstes Kapitel "Discours qui à eté lu dans l'assamblée publique de l'Académie royale des sciences, le 13 novembre 1737. Sur la mesure du degré du méridian au cercle polaire" (S. 1-78), eine gekürzte Fassung des vorliegenden Berichts. Das vorliegende Manuskript hat Maupertuis vermutlich einem Sekretär diktiert oder es von einer Rohfassung abschreiben lassen, es enthält allerdings eigenhändige Korrekturen, z.B. auf den Seiten 28, 64, 72, 95-96, 98 und 135. Im Rand finden sich stellenweise spätere Bleistiftmarkierungen und Seitenzahlen einer Druckausgabe, durch die sich die Auslassungen in der gedruckten Fassung nachvollziehen lassen.
Vorderer freier Vorsatz verso mit eigenhändigem Besitzvermerk "Ex libris F. De la Mannais", d.i. der Priester und Philosoph Félicité de La Mennais (Lamennais; 1782-1854). Im Auktionskatalog seiner Bibliothek ("Catalogue de livres rares et précieux provenant de la bibliothèque de M. F. de La Mennais, dont la vente ... le 2 janvier 1837... " Paris 1836) ist vorliegendes Manuskript auf S. 133 unter der Nr. 2106 verzeichnet.
Vorderer Spiegel mit einer beschädigten Polkarte in Kupferstich beklebt. Zu Beginn eingebunden ein Kupferstich aus einem mehrbändigen Werk: "Famille de Lapons". Unbeschnitten. Etwas gebräunt u. vereinzelt etwas fleckig. - Dazu: P. L. Moreau de Maupertuis. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin, 17. August (17)51. 4to. 2 S. - Ermöglicht einen unkomplizierten Schriftvergleich mit den eigenhändigen Korrekturen.
Unabridged version of Maupertuis' report on the expedition to Lapland. This report is known only in the abridged printed version. Written by a secretary, with some corrections in Maupertuis' own hand (we join a 2-page signed autograph letter of Maupertuis for comparison). "(In) 1735 France sent an expedition to Peru under the leadership of La Condamine and another to Lapland under the leadership of Maupertuis. Clairaut, Camus, and other scientists accompanied the latter. The mission of each expedition was to measure as accurately as possible the length of a degree along the meridian of longitude. If, indeed, the earth is flattened toward the poles, as Newton had predicted, the degree of latitude should be shorter in far northern latitudes than near the equator. The voyage ... lasted over a year. The local base for the expedition's fieldwork was Torneå" (DSB IX, 186). - Uncut. Some browning throughout, some foxing here and there. Later plain half calf, restored. - From the library of the philosopher Félicité de La Mennais (or Lamennais; 1782-1854), with his autograph ownership note and recorded in the auction catalogue of his library (1837).
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One of the Greatest Flower Books
Besler, Hortus Eystettensis. 2 Bde.
Besler, B. Hortus Eystettensis. (Hrsg. von J. G. Sthenander = Starckmann). 4 Tle. in 2 Bdn. (Eichstätt) 1713 (= ca. 1750). Gr.-fol. (57,5:46 cm). Mit gest. Titel von W. Kilian u. 367 Kupfertafeln, bis auf eine alle mit Rückentext. Insgesamt 45 nn. Bll. (Vorwort, 30 Text- u. 14 Registerbll.). Ldr. d. Zt. mit je 2 farb. Rückenschildern u. Rückenverg., Ecken u. Kanten stellenw. unauffällig restauriert sowie Kapitale gefestigt.
VD 18 12224847; Nissen, BBI 158; Stafleu-C. 497; Hunt 430; Baier, Hortus Eystettensis (in: Aus dem Antiquariat 1970), S. A 273. - Fünfte Ausgabe (häufig als dritte bezeichnet). Ohne Zweifel das schönste Blumenwerk, das je gedruckt wurde. Das Prachtwerk beschreibt die Gewächse des botanischen Gartens der Fürstbischöfe von Eichstätt, aufgeteilt nach ihren Blütezeiten in vier Abteilungen. Das Werk war erstmals 1613 erschienen; zum 100jährigen Jubiläum des "Hortus" sollte diese weitere Ausgabe erscheinen (vorliegend mit dem gest. Titel von 1713). "Die endgültige Herausgabe verzögerte sich indessen erheblich. Die Tausendjahrfeier des Bistums verstrich (1745)... Das Werk ist aber sicher nicht nach 1750 erschienen" (Baier). Gedruckt auf dickes, weiches Papier von wechselnder Stärke. Die Tafeln sind neu gestochen, der Text der ersten Ausgabe wurde wortgetreu abgdruckt, allerdings in abweichender typographischer Anordnung. Wappen, Porträt und Zwischentitel sind weggelassen. Die Textblätter Frühling Ordo 2, Fol. 17 und Ordo 3, Fol. 17 wurden nachträglich gedruckt, daher ist die Papierqualität abweichend. - Rückentexte leicht durchschlagend, nur ganz vereinzelt sichtbare Hängefalte mittig oder Quetschfältchen. Vor allem in den Rändern leicht stockfleckig, jedoch kaum fingerfleckig, wenige kleine Flecken in den Darstellungen. Fast durchgehend Wurmgänge u. wenige kl. Läsuren in den w. Rändern restauriert, im Bild meist 1-2 kl. Wurmlöchlein, einige Taf. auch mit mehr. In Bd. 1 je 1 Taf. mit Plattenschmutz (Bl. 108) bzw. links geringfügig angeschnitten (Bl. 166), 2 Taf. mit kl. Papierfehler (bei Bl. 83 in der Darstellung). Bd. 2 im w. Oberrand fast durchgehend mit Wasserfleck, die 1. Taf. geknittert, 1 Taf. mit Hakenriss neben der Darstellung (Bl. 204) u. 1 mit einem etwas größeren Loch in der Darstellung (Bl. 391). Alle Bll. durchgehend in Bleistift nummeriert.
Two volumes. With engraved title (dated 1713) and 367 engraved plates, all but one with printed text on verso. "The 'Hortus Eystettensis' is without doubt one of the greatest flower books ever produced in any country" (de Belder 23). "Splendid in its array of large drawings, magnificent as a record of the plants in a German garden at the beginning of the 17th century" (Hunt 430 for our 5th ed.). - Light shine-through of text, a few plates only with visible fold or slight printer's creases. Slight foxing mainly to margins, almost no fingermarking, quite isolated small stains to illustrations, almost throughout maginal wormholes and a few small marginal tears restored; with mostly 1-2 tiny wormholes to images, some plates with more. 1 plate in vol. 1 with printer's ink soiling, and 1 slightly shaved at left, 2 with small paper flaw (1 affecting image). Vol. 2 with waterstain to upper margin almost throughout, the 1st plate creased, 1 with tear and 1 with a somewhat larger hole to image. Bound in contemporary calf, spine gilt and with spine labels, restorations to corners and edges in places, head and tail of spine reinforced.
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Schedel, Das Buch der Croniken
Schedel, H. Das Buch der Croniken und Geschichten. (Übersetzt von Georg Alt). Nürnberg, A. Koberger, 23. Dez. 1493. Gr.-fol. (43:30 cm). Mit 2 doppelblattgr. Holzschnittkarten u. über 1800 Holzschnitten (inkl. Wiederholungen) von Wohlgemuth und Pleydenwurff, fast alle altkoloriert. 289 (statt 297) Bll. (= 10 nn., 278 st. 286 num., 1 nn. Bll.). Ldr. d. späten 19. Jh. mit goldgepr. Titel, kl. Wappen u. Num. auf dem Vorderdeckel, fleckig u. stärker beschabt, Vordergelenk unten mit kl. Einriss u. innen gelockert.
Hain 14510; GW M40796; BMC II, 437; Goff S-309. - Erste deutsche Ausgabe, sechs Monate nach der lateinischen Originalausgabe gedruckt, jedoch allgemein seltener, da in kleinerer Auflage erschienen. GW weist nahezu dreimal so viele lateinische wie deutsche Exemplare nach. Zugleich die am reichsten illustrierte Inkunabel, die Holzschnitte von hohem künstlerischen Rang. Besonders erwähnenswert die doppelblattgroßen Karten der Alten Welt und Mitteleuropas sowie die bekannten großen Ansichten u.a. von Bamberg, Breslau, Florenz, Köln, Konstantinopel, Konstanz, Krakau, Lübeck, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Rom, Ulm, Venedig, Wien und Würzburg, viele von ihnen die ersten topographisch getreuen Darstellungen. Bei unserem Exemplar sind 14 Bll. (Bl. 1, 62, 64-65, 93, 137-138, 168-170, 222 u. 282-284) aus einem minimal kleineren, unkolorierten Exemplar ergänzt (in der oben angegebenen Kollation enthalten). Mit Ausnahme der Holzschnitte auf diesen Seiten liegen alle anderen in einem schönen und kräftigen Altkolorit vor. Bl. 93, 169 u. 170 wurden ergänzt, obgleich auch altkol. vorhanden, jedoch extrem stark beschädigt, sie liegen somit jeweils zweifach vor u. wurden in obiger Zählung nicht berücksichtigt. - Etwas finger-, braun- u. tintenfleckig, hier u. da wasserrandig, zu Beginn u. am Schluss stärker, erste Bll. unten auch etwas sporenfleckig. Teilw. leicht gebräunt. Einige alte Anm. u. Unterstreichungen in roter od. brauner Tinte. Oben etwas knapprandig, Kopftitel u. Fol. teilw. angeschnitten od. abgeschnitten. Zahlr. u. teils größere Rand- u. Bugläsuren bis in das Bild od. den Text rep., insbesondere zu Beginn u. am Ende, u. ca. 25 Bll. mit langen, mit Klebeband rep. Einrissen (teils mit Bild- u. Textverlusten). Titel mit Ausschnitt u. unten gestrichenem Tintenvermerk, Bl. 97 ebenfalls mit Ausschnitt (ca. 5:5 cm). Regensburg u. Wien mit rep. Bugeinrissen im Bild. Kte. der alten Welt stärker beschädigt u. mit kl. Bildverlusten, Randläsuren meist rep. u. in der linken Bildhälfte 2 lange, hinterklebte Risse; Kte. Mitteleuropas seitl. angeschnitten u. vor allem unten mit Fraßspuren bis in das Bild, daher Ränder u. Bug sowie fast die gesamte rechte Bildhälfte hinterlegt. Von den unkol., ergänzten Bll. sind 4 lose. Fehlen 8 num. Bll. (63, 92, 139-140, 155-156, 281 u. 285) inkl. der doppelblattgr. Ansichten von Erfurt u. Straßburg, von Augsburg u. Budapest fehlt jeweils die rechte Hälfte.
First German edition. With 2 double-page woodcut maps and over 1800 woodcut illustrations, almost all in fine contemporary colouring. 14 ll. are supplied from a slightly smaller, uncoloured copy (included in the collation above). Fol. 93, 169 and 170 exist in duplicate because the coloured version of these leaves is severely damaged (not counted above). - Some thumbing, soiling, staining and inkstaining; some waterstaining in places, heavier at beginning and end, some mildew spotting to first leaves. Slight browning in places, a few old notes and underlinings in red or brown ink. Somewhat narrow-margined at top, head title and fol. partly cropped. Numerous and partly longer tears to margins and centerfolds mostly repaired (partly with text or image losses), especially at beginning and end, around 25 ll. with long tears rep. with tape. Title with cut-out and deleted ink note, fol. 97 also with cut-out. The views of Regensburg and Vienna with rep. centerfold tears affecting image. World map with marginal defects and long tears at left rep. with small image losses; map of Central Europe shaved at sides and with repairs to marginal defects affecting image (right half almost completely reinforced). Of the uncoloured, supplemented folios 4 are detached. Lacking fol. 63, 92, 139-140, 155-156, 281 and 285 incl. the double-page views of Erfurt and Strasbourg, and Augsburg and Budapest each missing the right half. Bound in late 19th century calf, rubbed and stained, small tear to upper joint, upper hinge weak.
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Biblia germanica. Nürnberg, Koberger, 1483. 2 Bde.
Biblia germanica. Neunte deutsche Bibel. 2 Bde. Nürnberg, A. Koberger, 17. Feb. 1483. Fol. (39,5:28,5 cm). Got. Typ., 2 Kol., durchgehend in Rot oder Blau bzw. Rot u. Blau eingemalte Initialen. Mit 109 meist drittelseitigen Holzschnitten von 108 Stöcken sowie 4 Initialen, sämtlich in prachtvollem Altkolorit, 1 halbseitiger Holzschnitt sowie die 4 Initialen mit gepunztem Goldgrund. 583 (I-CCXCV, CCXCVI-CCCCCLXXXIII) num. Bll. (ohne die 5 weißen). Prgt. d. 20. Jahrhunderts von W. Pratt (sign.) mit Goldschnitt; etwas berieben, 1 Gelenk eingerissen, Innengelenke verstärkt.
Als aufwendig konzipiertes Druckerzeugnis der Inkunabelzeit "bot diese Bibel äußerlich ein Erscheinungsbild, das durch seine Pracht und Lebendigkeit viele Betrachter und Leser begeistern konnte." (Eichenberger-Wendland)
Hain 3137; GW 4303; BMC II, 424; Goff B-632; Bibelslg. Württ. LB, E 22; Schreiber 3461; Schramm XVII, S. 3 u. 8 (Abb. in VIII, 358-472); Fairfax Murray 63; v. Arnim, Slg. Schäfer I, 52. - Die erste in Nürnberg gedruckte deutsche Bibel, berühmt für ihre Illustrationen. Die Stöcke waren von Koberger aus der Holzschnittfolge zu den im Handel kaum auffindbaren Quentell-Bibeln von 1478/79 erworben worden. Die Schnitte, vom "Meister der Kölner Bibel" nach niederländischen Vorbildern entworfen, "wirkten bis Lübeck und Venedig, zeitlich bis weit ins 16. Jahrhundert, und die Illustrationen zur Apokalypse beeinflußten Dürers Holzschnittfolge" (v. Arnim). Die Holzschnitte in klaren, schwarzen Abdrucken und prächtigem, zeitgenössischen Kolorit, die Holzschnitte meist vollständig ausgemalt. Der halbseitige Holzschnitt Bl. 5r (Erschaffung Evas) sowie je 2 Initialen zu Beginn beider Teile besonders farbenprächtig und mit Blattgold illuminiert, durchgehend eingemalte Initialen in Rot und Blau, vereinzelt mit Federwerk. "Durch die breiten, querformatigen Bilder, die Verwendung einer gefälligen neuen Druckschrift, durch reiche Rubrizierung und häufig sehr schönes Kolorit, das teilweise schon im Verlag vorgenommen wurde, bot diese Bibel äußerlich ein Erscheinungsbild, das durch seine Pracht und Lebendigkeit viele Betrachter und Leser begeistern konnte. Auch heute noch wird die Koberger-Bibel als typische Bibel der Inkunabelzeit angesehen" (Eichenberger-Wendland, Deutsche Bibeln vor Luther, S. 91ff.). - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelt gebräunt, die ersten Bll. von Bd. 2 feuchtigkeits- bzw. braunrandig im oberen u. unteren Rand, 1. Blatt stärker fleckig. Wenige alte Anmerkungen u. Unterstreichungen. Oberer Rand vereinzelt etwas knapp, sehr vereinzelt leichte Buchstabenberührung der Überschriften. Vereinzelt minimale Wurmlöcher, wenige kleinere restaurierte Randeinrisse, Bl. 127 mit kleinem ergänzten Eckabriss, die letzten 4 Bll. von Bd. 1 mit schmaler Ergänzung im Außenrand. Die Initialen auf Goldgrund teilw. etwas berieben. 1. Blatt mit kleinem Namensstempel "Heldenberg" im oberen u. unteren Rand, im hinteren Innendeckel Schild einer italienischen Auktion vom 4.6.1932. Handschriftliches Exlibris auf dem 1. Blatt von Bd. 2.
As a lavishly created printing of the incunabula period. According to Eichenberger-Wendland this Bible presented an appearance that could inspire many viewers and readers with its splendour and liveliness.
The first German Bible printed in Nuremberg, famous for its illustrations. The woodblocks were acquired by Koberger from the series of woodcuts for the Quentell Bibles of 1478/79, which are hard to find in the trade. The cuts, designed by the "Master of the Cologne Bible" according to Dutch models. Von Arnim notes that they had an effect as far as Lübeck and Venice, chronologically well into the 16th century, and the illustrations to the Apocalypse influenced Dürer's woodcut sequence. The woodcuts in clear, black impressions and splendid, contemporary colouring, mostly completely coloured. The half-page woodcut fol. 5r (Creation of Eve) as well as 2 initials each at the beginning of both parts brilliantly coloured and illuminated with gold infills. Initials painted in red and blue throughout, occasionally with penwork. Eichenberger-Wendland points out further that through the wide, landscape-format pictures, the use of a pleasing new typeface, through rich rubrication and often very beautiful colouring, some of which was already done in the publishing house, this Bible offered an outward appearance that could inspire many viewers and readers through its splendour and liveliness. Even today the Koberger Bible is considered a typical Bible of the incunabula period (Deutsche Bibeln vor Luther, p. 91ff.). - Partly somewhat stained resp. fingerstained, occasionally browned, the first few leaves of vol. 2 with dampstained resp. brown margins in upper and lower margin, 1st leaf somewhat heavier stained. Few old annotations and underlinings. The trimming of the upper margin slightly touching letters of the headings in a few places. A few small wormholes, a few small restored tears to margins, small replaced tear to corner of leaf 127, small supplement to the outer margin of the last 4 leaves of vol. 1. The initials on gold ground somewhat rubbed in places. 1st leaf with small stamped name "Heldenberg" at upper and lower margin, label of an Italian auction of 4.6.1932 to inner cover. Handwritten bookplate on the 1st leaf of vol. 2. Lacking the 5 blank leaves. Bound in 20th cent. full-vellum by W. Pratt (signed), spine, double fillet borders and edges gilt. Spines somewhat dust-soiled, minor rubbing and staining, one joint cracked but firm.
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Prayer Book for an English Nobleman
Gebetbuch. Flandern/England, um 1490
Gebetbuch für einen englischen Adligen. Lateinische Handschrift auf Pergament. Flandern u. England, um 1490. Blattgröße: 16:12 cm., Schriftspiegel einspaltig: 10,6:6,5 cm, rot regliert. 16 Zeilen. Mit schwarzbrauner Tinte in Textura geschrieben. Mit 5 ganzseitigen, von Bordüren gerahmten goldgehöhten Deckfarbenminiaturen, 26 Initialzierseiten zu Beginn der Gebetseinheiten mit historisierten 5-6-zeiligen Initialen in Halbgrisaille mit Goldakzenten und reichen Bordürenrahmen, davon ein Trompe-l’oeil-Rahmen. Ferner im Text zahlreiche zweizeilige Goldinitialen auf farbigem Grund und mit farbigen Rankenabläufern sowie sehr zahlreiche einzeilige Fleuronné-Initialen, alternierend in Blau und Gold sowie abwechslungsreich gemusterte blau-goldene Zeilenfüller. 94 Bll. mit neuzeitlicher Foliierung in Bleistift. Roter (englischer?) Maroquinband des frühen 18. Jahrhunderts mit reicher floraler und ornamentaler Goldprägung auf Rücken, beiden Deckeln und Stehkanten, zweites Rückenfeld mit Prägung „PRECE | MANU | SCRIP“ und Goldschnitt, Spiegel mit Brokatpapierbezug; etwas berieben, Rückdeckel mit winziger Abplatzung. In mod. olivfarbener Maroquin-Kassette mit goldgepr. Rückentitel (sign.: Lobstein-Laurenchet).
Bemerkenswertes Gebetbuch, das für einen höher gestellten englischen Auftraggeber angefertigt wurde, und der sich als frommer Beter in zwei Miniaturen, einmal gemeinsam mit seiner Frau, porträtieren ließ. Die Bestimmung des Gebetbuchs für den Gebrauch in England wird durch ortstypische Heilige in der Litanei nahelegt - Swithum (86r, Bischof von Winchester), Birin (86r, Bischof von Dorchester), Edith (87r, Edith von Wessex) - sowie durch eine spezifische Textauswahl, wie der Hymne zur Passion Christi (49r-52v), die in weiteren Gebetbüchern für Adressaten in England zu finden ist (vgl. Roberts Hours, Cambridge University Library, MS Ii.6.2), und im vorliegenden Exemplar mit 8 historisierten Initialen ungewöhnlich umfangreich und originell bebildert ist. Das einheitlich eingerichtete Gebetbuch könnte in Brügge für den englischen Markt angelegt worden sein und wurde möglicherweise erst in England nach dem Vorbild flämischer Gebet- und Stundenbücher fertiggestellt, vielleicht lag auch eine Konzeption für ein Stundenbuch zugrunde.
Illumination: Es lassen sich zwei Ausstattungsversionen nach dem Vorbild oder im Stil flämischer Buchmalereien und damit zumindest zwei Illuminatoren unterscheiden. Der dem Stil nach etwas jüngeren Hand, die in einer Werkstatt in Flandern wohl in den frühen 1490er Jahren tätig war, begegnen wir nur auf einem Doppelblatt innerhalb der ersten Lage (fol. 2+7). Kennzeichnend ist der Trompe-l'oeil-Rahmen, der den Schriftspiegel allseits umgibt. Auf Goldockergrund finden sich naturalistisch dargestellte Blütenzweige (dicht gefüllte rote Rosen, Akelei, Vergissmeinnicht, Erdbeeren), auf denen zwei Schnecken kriechen und ein Schmetterling sitzt. Angedeutete Schlagschatten lassen Blütenzweige und Insekten plastisch hervortreten. Auch die Gestaltung der Initialen entspricht dem Trompe-l’oeil-Stil und ist als plastische Palmettblatt-Initialen ausgeführt, die sich durch Verschattung vom Goldockergrund abheben. Bei den übrigen Initialen, Bordüren und Miniaturen gibt sich eine etwas traditioneller arbeitende Hand zu erkennen, die vielleicht in einer in England zu lokalisierenden Werkstatt den teils schon angelegten Buchschmuck vollendet hat. Etwas flächiger und weniger modellierend arbeitet dieser Maler; seine Malerei ist stärker von der Kontur, die oft in kräftigem Schwarz gezogen ist, bestimmt. Er greift auf die Ausstattungsmerkmale flandrischer Stundenbücher zurück und schafft Bordüren aus schwarzem Fleuronné mit gestrahlten Goldpunkten und -blättern sowie farbigen Akanthusranken, Blütenzweigen, Tieren, Vögeln, Insekten und fantasiereichen Drôlerien, die teilweise mit den Darstellungen in der Miniaturen Korrespondieren oder diese karikieren (z.B. 33r Maria, die Jesus unterrichtet, wird eine ihr Kind tragende Affenmutter gegenübergestellt).
Miniaturen: 1. Erschaffung Evas (Bl. 1v), im Hintergrund der Sündenfall als szenische Erweiterung aus dem Kontext der Genesis. Korrespondierend mit der Darstellung in der historisierten Initiale der gegenüberliegenden Seite, die den segnenden Schöpfergott mit Sphära in der Hand im ummauerten Paradiesgarten veranschaulicht. - 2. Der Adressat des Gebetbuchs im Gebet zu Gottvater/Christus (16v). Er ist in einen kostbaren dunklen Pelzmantel gekleidet und kniet in einem Innenraum mit Fliesenboden an einem Altar, der mit einem roten Tuch abgedeckt ist und auf dem ein aufgeschlagenes Gebetbuch liegt. Ein ihm zuzuweisendes Spruchband gibt den Vers Dominus adiutor meus aus Psalm 117,6 wieder. Hinter einem großen Fensterausschnitt eröffnet sich ein Landschaftsgrund, davor die Erscheinung Christi, umgeben von einem Doppelring der himmlischen Scharen in einem Lichtkranz. - 3. Thronende Muttergottes als Maria lactans (43v), zu ihren Füßen der kniende Adressat des Gebetbuchs und seine Frau, beide in höfischer Kleidung. Der hölzerne Thronsitz Marias ist von einem Baldachin überfangen, zu den Seiten je ein Engel mit einem Musikinstrument. Mit Wiederholung des Engel-Motivs im Bordürenrahmen. - 4. Maria als Fürbitterin vor Christus (59v), in Entsprechung zum nachfolgenden Gebet Obsecro te, in dem Maria um Fürsprache bei ihrem Sohn gebeten wird. Maria kniet vor ihrem auf einer langen Thronbank sitzenden Sohn, eine Fensteröffnung im Hintergrund gibt die zeitlich zurückliegende Szene der trauernden Frauen bei der Grablegung wieder, die eine Erweiterung der Pietà, der Schmerzensmutter mit dem Leichnam Christi auf ihrem Schoß, in der historisierten Initiale der gegenüberliegenden Seite darstellt. - 5. Der heilige Hieronymus (64v) kniet im Vordergrund einer tiefenräumlichen Landschaft mit der Eremitage vor einem Kruzifix und geißelt sich. Im Geäst eines Baumes hängen sein Kardinalshut und -mantel, der Löwe liegt an seiner Seite. Als Pendant zu diesem steht inmitten der Ranken des Bordürenrahmens ein weiterer Löwe.
Historisierte Initialen: 2r Schöpfergott im Paradies; 17r Salvator mundi; 20r Gregormesse; 27r Muttergottes; 33r Maria lehrt Jesu das Lesen; 35r die heilige Familie während der Flucht nach Ägypten; 37r Strahlenkranzmadonna; 42r Salvator mundi; 44r betende Maria; 47r Dedikation der Hymne an die Himmelskönigin; 49r Christus begegnet nach der Auferstehung Maria; 49v Golgotha; 50r Haupt Christi; 50v Wundmal der rechten Hand Christi; 51r Wundmal der linken Hand Christi; 51v Wundmale und Herz Christi; 52r Wundmal des rechten Fuß Christi; 52v Wundmal des linken Fuß Christi; 53r Christus triumphans erscheint der am Betpult knienden Maria; 55r Schmerzensmann; 57r thronender Christus mit Engeln als Thronwache; 60r Pietà; 65r Hieronymus im Gehäuse; 72r der Psalmist König David kniet im Gebet zu Gott; 82r Gott erscheint dem betenden Moses am Sinai; 93v Versammlung Allerheiligen um Christus.
Text und Kollation: 2r-15v Gebete auf Basis von Psalmen (Psalm 21-24, 25-30, 54, 56, 87 und weitere); 17r-19r Gebet Domine ihesu Christe michi adjutor; 20-21 Gebet Domine ihesu christe adoro te in cruce ascendentem; 22r-26v Litanei an Maria; 27r-32v Hymne Salve Virgo virginum; 33r-34v Mariengebet O beatissima et gloriosissima mater ihesu christi; 35r-36r Hymne Mater digna De venie catissime; 37r Ave Maria; 37r-39v Mariengebet O intemarata […] O Johannes; es folgen weitere Gebete und Hymnen: 39v-40v Deus omnipotens pater et filius; 40v-41r Libera me Domine ihesu christe; 42r-42v Adonay, Domine Deus magne; 44v-45v Stabat mater; 46 Symeon vates domine; 47r O divina mea dulcissima pia; 48r Gaude Virgo salutata; Hymnen zur Passion Christi: 49r Omnibus consideratis paradisus, 49v (nach Rubrik 49r Ad lignum crucis domini nostri ihesu christi) Triumphale lignum crucis, 50r ( Rubrik 49v Ad capud (sic) domini nostri ihesu christi) Ave capud (sic!); 50v (nach Rubrik 50r Ad vulnus dexterne manus) Salve vulnus dexte manus, 51r (nach Rubrik 50v Ad vulnus sinistre manus) Ave tu sinistra perforata; (nach Rubrik 51v ad vulnus lateris domini noster ihesu christi) Offons aque paradiso; 52r (nach Rubrik 51v Ad vulnus dexteri pedis dominum nostri ihesu christi) Salve vulnus dexta pedis, 52v (nach Rubrik 52r Ad vulnus sinistri pedis ihesu christi) L[a]evi pedis perforati; 53r Gebet an Maria (nach Rubrik 52v oracio ad virginem mariam) O maria plasma; 53v Gebet an Johannes Evangelista (nach Rubrik 53r oracio ad sanctum johannem evangelistam) Johannes evangelistam; Gebete an Christus, Leib Christi: 55r Precor te piissime domine; 57r Deus propicius esto michi peccatori; 60r-63v Mariengebet: Obsecro te; 65r-71v Psalter des heiligen Hieronymus (unvollständig, bricht 71v in der Kurznennung von Psalm 53,6 nach „Ecce enim“ ab); 72v-93v Bußpsalmen und Litanei; 93v-94r Per horum omnium sanctorum. Heftung: a7, b-e8, f10, g6, h-i8, k7, l8. Die Blätter 1, 54, 58 und 80 als Einzelblätter (ohne Textlücken) eingehängt.
Das Brokatpapier der Spiegel mit Signatur "A M C P S C M", die für Georg Christoph Stoy steht, der ab 1703 in Augsburg Buntpapiere herstellte (vgl. Haemmerle 416ff).
Zustand: Nur stellenweise gering fingerfleckig, wenige vereinzelte kleine Flecken, Bll. 90-91 mit blassem Wasserfleck. Wenige der breiten Bordüren gering angeschnitten. 20r, 49v, 50r, 52v und 93v mit kleinerer Koloritverwischung in der Bordüre; 72r mit etwas Tintenverwischung im Text und geringer Bereibung an der hist. Initiale; 33r mit stärkerer Verwischung an der hist. Initiale; ganzseit. Miniatur 43v mit winzigen Löchern durch Textrasur auf der Recto-Seite. - Provenienz: Schweizer Privatsamlung.
Richly decorated prayer book for an English nobleman. Latin manuscript on vellum. Flanders and England, c. 1490. The uniformly arranged book could have been created in Bruges for the English market and was possibly completed in England, following the example of Flemish prayer books and books of hours; could also have been based on a concept for a book of hours. With 5 full-page colour miniatures framed by wide floral borders with animals and drôleries, 26 elaborately decorated pages at the beginning of each prayer unit with historiated 5- to 6-line initials in half-grisaille hightened with gold and surrounded by rich floral borders incorporating various figures, one of which is a trompe l'oeil border. Furthermore, in the text numerous two-line gold initials on a coloured ground and with coloured tendril runners as well as very numerous single-line fleuronné initials, alternating in blue and gold and diversely patterned blue-gold line fillers. - Condition: Lightly fingerstained in places, a few isolated small stains, pale waterstain to leaves 90-91. A few of the wide borders slightly trimmed. Minor colour smudging to borders of 20r, 49v, 50r, 52v and 93v. Some ink smudging to text and minor rubbing to the hist. initial of leaf 72r, heavier smudging to hist. Initial of leaf 33r. Few tiny holes to full-page miniature of leaf 43v due to shaving of text on recto. Bound in early 18th cent. dark red full-morocco, both covers and spine richly gilt with floral and ornamental tooling, edges gilt, Augsburg brocade paper paste-downs; edges somewhat rubbed. Housed in modern olive full-morocco case with gilt title to spine.
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Horae B. M. V für den Gebrauch von Paris. 1480
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch mit französischem Kalendar und Zusätzen für den Gebrauch von Paris. Lateinische und französische Handschrift auf Pergament. Paris, um 1480. Blattgr. 14,3:10,5 cm, Schriftspiegel 7,5:5 (Kalendar) u. 7,3:4,5 cm (Text). 17 Zeilen (Kalendar) und 14 Zeilen (Text), in blassem Rot regliert. Mit dunkelbrauner Tinte in Textura geschrieben. Hervorhebungen in Rot, Kalendar gelb schattiert. Mit 8 großen Miniaturen, jeweils eingefasst von breiten Bordüren mit reichem Rankwerk, Blüten, Beeren, Tieren und Drolerien und mit je 1 vierzeiligen (1 dreizeilige) Initialen auf Goldgrund mit Wappen (3) oder blühenden Pflanzen (4) gefüllt bzw. mit Dornblattranken verziert, alles in Gold und Farben; 9 weiteren Seiten eingefasst von dreiseitigen Bordüren mit reichem Rankwerk mit Blüten u. Beeren in Gold und Farben und je einer 3-4zeiligen Initiale auf Goldgrund in Blau und Mauve mit weißer Binnenzeichnung, sowie hunderten 1-2zeiligen Initialen in Flüssiggold auf blauem und mauvefarbenen Grund mit weißer Binnenzeichnung und ebensolchen Zeilenfüllern. 196 (inkl. 6 leere reglierte) Bll. Dunkelbrauner Maroquinband der 2. Hälfte d. 16. Jahrhunderts mit reicher Deckelvergoldung "à la fanfare", Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung und Goldschnitt; Ecken, sowie Rücken an Kopf und Schwanz fachgerecht alt restauriert, dort die Gelenke erneut leicht eingerissen.
Sehr schönes vollständiges Stundenbuch auf feinem Pergament für den Gebrauch von Paris, wahrscheinlich für einen englischen Adligen, worauf der Festtagseintrag in Rot vom 1. Mai für Jakobus und Philippus hinweist. Unter den Heiligen der Litaneien: Brigitta, Germanus, Gendulf (Genulf), Gertrude, Severinus, Ursula, Valeria.
Text:
Kalendarium, fol. 5r-16v (fol. 1-4 leer und rot regliert); Sequenzen der Evangelien 17r-23r; Obsecro te 23r-27v; O intemerata 27v-32v (in männlicher Form); Marienoffizium 33r-90v (Matutin 33r, Laudes 47r, Prim 61r, Terz 68v, Sext 73v, Non 77v, Vesper 82r, Komplet 90v); Bußpsalmen 97r-112v; Litaneien 113r-119v; Heiligkreuzoffizium 120r-125v; Heiliggeistoffizium 126r-131v; französ. Gebet "Doulce Dame de miséricorde mère de pitié, fontaine de tous biens" 132r-139v; Pater Noster. 9 Bitten an den Vater, beginnt "Quionques vieult estre bien co(n)seilliez" 140r-145r, (145v leer); Totenoffizium 146r-182v; französ. Gebet "Aide moy saincte Trinité, une gloire, une majesté, une unité, une excellence" 183r-186v; Acht Verse des Bernhard von Clairvaux 187r-188r; Inviolata integra et casta 188r-189r; Ablasstext von Papst Johannes XII 189r-191v "Acute omnes anime fideles quarum corpora hic et ubisq(ue) requiescunt..."; Empfehlungen für die Messe 191v-194v; Fürbitte an die Heilige Apollonia 195r-196r (fol. 196v-198v leer und rot regliert).
Illumination:
Die schönen, goldgehöhrten Miniaturen wohl von 2 Händen, von denen eine zugeschrieben werden kann (3 von Hand A, 5 von Hand B). Hand B kann dem 'Maître de Jean Henry' zugeschrieben werden, der für Jean Henry, den Kantor von Notre-Dame (gest. 1483), zwei Handschriften illuminierte und als einer der bekanntesten Nachfolger des Maître François gilt.
1. Johannes auf Patmos (fol. 17r, Johannes sitzt schreibend an einem Gewässer, im Hintergrund der Blick auf ein weiteres Gewässer mit Wasserschloss; Hand A. Bordüre mit eingemaltem Wappen). - 2. Verkündigung (f. 33r, Engel u. Jungfrau zu beiden Seiten einer blauen Säule die zwei goldene Balken trägt die mit einem Fries aus Vierpaß-Elementen geschmückt sind, Maria mit Lesepult, der Engel mit Spruchband "Ave maria plena"; Hand A. Initiale mit eingemaltem Wappen). - 3. David im Gebet (f. 97r, David kniet in einem Innenraum, am Boden die Krone, auf einer Truhe Buch und Harfe, in seinem Rücken ein Sitz mit Baldachin, vollständig in rotem Tuch mit reichem Goldbrokat bezogen u. mit grünem Sitzkissen; Hand B. Initiale mit eingemaltem Wappen). - 4. Kreuzigung (f. 120r, zur Linken halten Maria Magdalena und Johannes die Jungfrau, rechts Priester und Soldaten, hier dem Priester (nicht wie üblich dem röm. Hauptmann) das Spruchband "vere filius dei erat iste" (Matth. 27,54) beigegeben; Hand A). - 5. Ausgießung des Heiligen Geistes (f. 126r, Maria u. die Jünger in einer Kathedrale um eine Truhe gruppiert, Wandbehänge aus rotem u. blauem Tuch mit Goldbrokat. Hand B). - 6. Madonna mit Kind, dem ein Engel Früchte darreicht (f. 132r, Maria sitzt mit Kind auf einem Thron mit rotem Baldachin mit reichem Goldbrokat, von rechts ein Engel der eine Schale mit Früchten reicht. Hand B). - 7. Trinität (f. 140r, Vater und Sohn auf einem Thron, dessen Rückwand mit gotischen Dreipaß und Vierpaß-Elementen geschmückt ist, beide halten das Buch, Gottvater mit Tiara noch Kugel mit Kreuz. Hinter dem Thron eine Gruppe vollständig in rot gemalter Engel; Hand B). - 8. Begräbnis (f. 146r, Ein in Tücher gewickelter Leichnam wird neben einer Kirche bestattet, links ein Ministrant, im Zentrum 2 vollständig schwarz verschleierte Trauernde, rechts 4 Priester; Hand B).
Die Bordüren mit Akanthusranken in Blau u. Gold, Dornblattranken mit Flüssiggold, Blüten und Früchten. Die Bordüren zu den Miniaturen zusätzlich mit Vögeln und Schmetterlingen sowie einigen reizenden Drolerien: Drache und Trommler mit Hinterleib einer Katze (f. 97), Kentaur der Akanthusranken schneidet (f. 120), Schwertkämpfer mit Schneckenkörper und Bogenschütze mit Leopardenkörper (f. 120). Die Bordüre zur Verkündigung (f. 33) rautenförmig unterteilt und alternierend mit Akanthusranken auf Goldgrund sowie Blumen mit Vögeln und Beeren gefüllt. Das auf 3 Blättern eingemalte Wappen des Erstbesitzers (fol. 17, 33, 97) mit 3 goldenen Pfosten, die durch Querstriche in Segmente geteilt sind, auf dunkelrotem oder auberginefarbenem Grund, darüber ein schreitender Löwe (lion léopardé) in Gold auf rotem Grund.
Einband:
Schöner Pariser Einband "à la fanfare de type primitiv" um 1565. Wie für diese Art typisch, das Bandwerk auf einer Seite mit doppelter Streicheisenlinie, die entstehenden Felder mit Arrangements aus floralen Einzelstempeln gefüllt, die Voluten in einzelnen Blättern auslaufend. Vgl. Hobson, Reliures à la fanfare 9a u. Taf. 32. "Les reliures du style primitif ont très peu der fers caractéristiques, et il est difficile de distinguer entre leurs doreurs" (H., S. 59).
Zustand:
Insgesamt schöne, breitrandige und nur gering fleckige Handschrift. Vereinzelt gering fingerfleckig, wenige kleine blasse Braunflecken. Wenige kleine Koloritverwischungen in den Bordüren. Bordüre fol. 33 am Kopf knapp beschnitten. Kleine Hinterlegung im Kopfsteg von fol. 32. 6 Seiten des Kalendariums mit teilw. umfangreichen Annotationen von 1-2 Händen des 17. Jh. mit Angaben zu Familienereignissen in Tinte u. Bleistift.
Provenienz:
Das Wappen des Erstbesitzers auf fol. 17, 33, 97 konnte von uns nicht zugeordnet werden. - Henri Plusbel de Saulles (1612-1683), mit seinem Namenszug auf dem Innendeckel u. im Bundsteg von fol. 5. Die Mehrzahl der Annotationen im Kalendar zur Familie Plusbel und wohl von seiner Hand. - Gest. Wappenexlibris Jean Hersent (Gardella Grav. Paris). - Europäischer Privatbesitz.
Fine and complete book of hours for the use of Paris, c. 1480. With 8 large miniatures in wide borders of acanthus leaves, blooming flowers, animals and grotesques, all in lavishly colours and gold, borders partly hightened with liquid gold. Another 9 pages with three-sided borders of similar kind and 3-4 line initials in colours on gold as well as hundreds of 1-2line initials in liquid gold on blue and mauve grounds. - Condition: Overall well preserved, wide margined manuscript. Little fingermarking and few small faint stains in places. Only the border of fol. 33 cut to size at top margin. Small piece of vellum pasted to top margin of fol. 33. Marginal ink annotations of the mid-17th cent. to 6 p. of calendar by the former owner Henri Plusbel de Saulles. Bound in fine brown full-calf c. 1560 richly decorated à la fanfare, edges gilt; small restaurations to corners and ends of spine.
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(verkauft)
Missale Hildensemense
Missale Hildensemense. Nürnberg, Georg Stuchs, 17. Sept. 1499. Fol. (38:26 cm). Got. Typ., durchgehend in Rot u. Schwarz; 2 Kol. (außer Kalendarium u. Kanonteil), Noten in Hufnageltypen auf 4 roten Linien. Mit 1 ganzseitigen Holzschnitt, 1 großen figürlichen Initiale, 15 Holzschnitt-Initialen, alles altkoloriert, 1 in Blau u. Rot eingemalten Federwerksinitale sowie einigen schwarzgrundigen Initialen. 24 nn., 174 röm. num., 18 nn., 8 nn. auf Pergament, num. Bll. 175-299, 5 nn. (= zus. 354) Bll. Nürnberger Einband d. Zt. Kalbldr. über Holzdeckeln mit reicher spätgotischer Blindprägung u. 1 Messingschließe (von 2), Beschläge auf den unteren Ecken; berieben, einige Schabstellen, Rücken im 19. Jahrhundert erneuert.
Cop.-R. 4137; GW M24451; BMC II, 472 (ohne Kanonteil); Goff M-667; Bohatta, Parma 103; Weale-Bohatta 447; Schramm XVIII, 21 u. Abb. 615. - Erste Ausgabe des Missale für das Bistum Hildesheim, einer der schönsten liturgischen Drucke des 15. Jahrhunderts. Vollständig wie hier außerordentlich selten. Der Kanonteil (8 Blatt) ist auf Pergament gedruckt und enthält den ganzseitigen, prachtvollen, frei nach Schongauer kopierten Kreuzigungsholzschnitt, ferner die grosse Te-igitur-Initiale (Opferung Isaaks, 8:7 cm) sowie 15 kleinere Initialen, alles in schönem zeitgenössischem Kolorit. Zu Beginn des Textes eine siebenzeilige Initiale A in Rot u. Blau mit Federwerk. Der Druck durchgehend in Rot u. Schwarz mit Hufnagelnoten auf vierlinigem rotem System. "Nachdem (Stuchs) schon 1484 ein Missale Romanum, 1485 ein Brevier fur Meißen und 1486 ein Diurnale für den Deutschen Orden gedruckt hatte, setzte 1490 der zwar nicht ausschließliche, aber ganz überwiegende Druck von Liturgica ein (sorgfältig gedruckte Werke, die heute meist relativ selten sind und vor allem, wenn vollständig erhalten, hohe Preise erzielen). Neben Erhard Ratdolt war Georg Stuchs der Drucker von Liturgica im späten 15. Jahrhundert in Deutschland. Für diese liturgischen Drucke besaß Stuchs einen ausgezeichneten Typenapparat (insgesamt 18 Schriftarten)" (Geldner I, 178). - Breitrandig u. gering fleckig, stellenweise etwas fingerfleckig, wenige Bll. mit Feuchtigkeitsspur im Rand. Vereinzelt alte Anmerkungen, mehrere im Kalendarium, wenige kleine Hinterlegungen u. geringe Verschmutzungen im weißen Rand durch entfernte Blattweiser, Blatt 12 mit größerem Abschnitt im weißen Rand. Blatt 28-37 mit Wurmspur im weißen Rand, bei Blatt 32 die Wurmspur ausgeschnitten, Bl. 125 mit Randeinriss. Bl. 171-172, 231, 267-268 etwas angeschmutzt u. teilw. mit Hinterlegung im weißen Rand, 175 mit Eckabriss. - Titel fast lose, fleckig, mit kleinen Randläsuren und wie das vordere Vorsatzblatt (dieses aus Pergament) mit umfangreichen alten Anmerkungen. Titelblatt mit aufgeklebtem Pergamentstreifen: "Dns Johannes Karthüß possessor huic missalis contulit illd. altari bte Marie vgis In Cappella sa Anthonii maiores eccl hildn qv utit eo oret pro illo". Die profanierte St. Antonius-Kirche ist heute in das Museum des Hildesheimer Doms umgewandelt. - Der Einband weist in seiner Ausstattung (Laubstab und Blüte, vgl. Kyriss Tafel 40 u. 42) auf einen Nürnberger Buchbinder hin. Provenienz: Dr. Hans Deckel (Münchner Industrieller), Rudolf Oldenbourg, süddeutscher Privatbesitz.
A Missal of remarkable beauty, complete and extremely scarce. A masterpiece of typography from the press of the famous liturgical printer Georg Stuchs. Printed in red and black in two columns. The Canon is printed in very large type on 8 vellum leaves, with a full-page woodcut on the first leaf verso and a large historiated initial (the sacrifice if Isaac) on the second, both in contemporary colouring. The full-page Canon woodcut representing Mary, St. John and three angels receiving the blood of Christ is in the style of the Wolgemut School. The colours of brilliant red, blue yellow, brown, and green are characteristic of the Nürnberg School. - With wide margins. Slight spotting, some fingerstaining in places, a few leaves with traces of moisture in the blank margin. A few old annotations, several in the calendar, a few small backings and minor soiling in the blank margin due to removed finger tabs, leaf 12 with a larger cut-out in the blank margin. Leaf 28-37 with marginal worm trace, leaf 32 the worm trace cut out, leaf 125 with marginal tear. Leaves 171-172, 231, 267-268 somewhat soiled and partly with backing in the blank margin, 175 with corner tear. - Title almost loose, stained, with small marginal tears and like the front flyleaf (this one of vellum) with extensive old annotations. Title page with glued-on vellum strip with contemporary annotation (see German text). Nürnberg binding of contemporary blindstamped calf over wooden boards, with one metal clasp (of two), rubbed, rebacked in the 19th century.
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(verkauft)
Album amicorum des Otto v. dem Bongart
Album amicorum. - Padua. - Stammbuch des Otto von dem Bongart, Herr zur Heyden, Blyt und Niedermörmpter, Ritter des hl. Grabes, kurkölnischer Kammerherr, ab 1605 Amtmann zu Lechenich. Padua (überwiegend), Siena u.a., 1599-1633. 8vo (15,5:11 cm). Mit blattgr. farbigem Titelblatt, 90 farbigen Wappenmalereien sowie 27 blattgr. farbigen Illustrationen, sämtlich in Gouache mit feinster Gold- u. Silberhöhung. 193 Bll. mit 190 Einträgen. Weinroter Kalblederband d. Zt. mit reicher Vergoldung über beide Deckel u. Rücken sowie gepunztem Goldschnitt; berieben, Ecken bestoßen, Rücken an Kopf u. Fuß etwas abgestoßen, Vorderdeckel mit kl. Fehlstelle an der Oberkante, Bindebänder entfernt; in neuerer Lwd.-Schachtel mit goldgepr. Deckeltitel.
Kulturhistorisch bedeutsames Stammbuch mit eindrucksvollen Darstellungen der Mode u. Sitten des frühen 17. Jahrhunderts in Italien. Halter des ausgesprochen prachtvollen Stammbuchs war der aus altem rheinländischen Adelsgeschlecht stammende Otto von dem Bongart (gest. 1638). Zu Beginn des 17. Jh. studierte er wohl in Padua u. Siena. Dort, wie auch in Florenz, Neapel, Perugia, Rom, Venedig und Verona entstanden die meisten Einträge, einzelne folgten später in Köln, Bonn u. Mainz. Unter den Einträgern finden sich zahlr. hochrangige Fürsten, wie August von Braunschweig-Lüneburg (1568-1636), Johann Friedrich von Württemberg (1582-1628), Leopold V. (1686-1632, Erzherzog von Österreich-Tirol, mit Symbolo "Pietas ad Omnia Utilis"), Eitel Friedrich von Hohenzollern (1582–1625), Lothar von Metternich (1551-1623, Kurfürst u. Erzbischof von Trier), die Kölner Erzbischöfe Ferdinand von Bayern (1577–1650) u. Ernst von Bayern (1554-1612) sowie der Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Erzkanzler des Hl. Röm. Reiches Johann Schweikhard von Cronberg (1553-1626). Unter den anderen Würdenträgern finden sich Johann Reinhard v. Metternich (gest. 1637, Dompropst von Mainz), Johann Georg Schad von Mittelbiberach zu Warthausen (gest. 1625, Dompropst zu Konstanz), Karl I. von Salm-Neuburg (gest. 1662), Wilhelm Heinrich Truchsess von Waldburg (1580 - 1652), u.v.m.
Unter den Adelsfamilien finden sich: Auersperg, Battenberg, Berlichingen, Bredow, Bulow, Fugger, Gemmingen, Gleichen, Gumppenberg, Helffenberg, Kinski, Königsmark, Kolowrat, Leiningen, von der Leyen, Merode, Metternich, Salm, Schafgotsch, Schall v. Bell, Schönburg, Stauffenberg, Torring, Trautmannsdorf, Waldburg, Witzleben, Zinzendorf u.v.a. Angehörige des rheinischen Adels.
Sehr bemerkenswert ist die Vielzahl der äußerst fein ausgeführten Wappenmalereien in prachtvollen Farben und reich mit Gold und Silber gehöht, die den Unterschriften, Sinn- u. Wappensprüchen hinzugefügt wurden. Das prunkvolle Titelbild zeigt das Wappen des Stammbuchhalters mit angehängtem Ritterorden im Oval mit Datierung 1600, eingebettet in einen architektonischen Rahmen mit Schrifttafeln in goldenen Lettern. Weitere 27 meist blattgroße, superb ausgeführte Gouachen mit feinstem Gold- u. Silberauftrag schmücken das Stammbuch, darunter 21 Kostümdarstellungen der Zeit mit kostbar gewandeten Adeligen (meist Damen) aus verschiedenen italienischen Städten von Bologna bis Venedig. Zwei prächtige Ansichten zeigen den Markusplatz und den Hafen von Venedig. Wundersamen Einblick gewährt eine dargestellte Dame, die ihre auf Stelzen stehenden Beine unter dem Rock herzeigt. Eine andere Dame beobachten wir bei ihrer Frisurengestaltung auf der Terrasse. Besonders ausgefallen ist ein Sinnbild mit vier allegorischen Männerfiguren, die in Luft, Feuer, Erde und Wasser nach ihrem Glück suchen, wo es doch zentral im Bild vorhanden ist in Form einer nackten weiblichen Schönheit mit dem Spruchband "Seit ihr nit Narren alle vier: was ihr dort sucht, das hab ich hier". Mobilitätsformen der Zeit demonstrieren die Darstellung von einer Neapolitanischen Sänfte mit Dame und von einer Sienesischen Großkutsche mit etlichen dicht gedrängten Herren.
Stellenw. etwas finger-, vereinzelt stockfleckig. Die Gouache mit dem Markusplatz im unteren Teil etwas berieben, Vorsätze etwas leimspurig. - Ein hs. älteres Verzeichnis der Einträger liegt bei, ebenso ein hs. Auszug aus der Zeitschrift 'Bohemia' vom 30.XI.1890. - Provenienz: Hartung & Hartung, Auktion 119 (2008), Los 29 u. Hartung & Karl, Auktion 3 (1973), Los 30.
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(verkauft)
(Holbein), Simulachres & historiees faces de la mort
(Holbein, H.). Les simulachres & historiees faces de la mort, autant elegamme(n)t pourtraictes, que artificiellement imaginées. Lyon, M. & G. Trechsel (für J. & F. Frellon), 1538. 4to (Blattgr. 163:115 mm). Mit Holzschnitt-Druckermarke, 41 Textholzschnitten (64:49 mm) von H. Lützelburger nach H. Holbein d. J. und zahlr. Criblé-Initialen. 52 nn. Bll. Dunkelbrauner Maroquinband d. 19. Jh. mit blindgepr. Deckelfieten, goldgepr. Eckstücken u. floralem Mittelstück, Rückenvergoldung mit Rückentitel, Steh- und Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt (sign.: Chambolle-Duru); Gelenke minimal brieben.
Mortimer 284; Murray 247; Baudrier V, 175 ff.; Massmann S. 8; Minns 213; Holbein-Kat. Basel 1960, Nr. 418; Woltmann 92-149; Hollstein XIVa, 202, 99; nicht bei Reichelt. - Erste Druckausgabe von Holbeins Basler Totentanz. "Die Folge besteht aus 51 Bildern, von denen 41 beim Tode Lützelburgers, vor Johannistag 1526, vollendet waren und in der Ausgabe von 1538 erschienen. Melchior Trechsel hatte die Stöcke direkt bei Lützelburger bestellt und am Johannistag 1526 bezogen; nach Aussage des Vorworts von 1538 getraute man sich nicht, die restlichen Stöcke schneiden zu lassen" (Holbein-Kat.). Die Bildfolge hatte größten Einfluss auf Totentanzdarstellungen bis zur heutigen Zeit. Der auf Bl. G2 abgedruckte Holzschnitt "Herzogin" ist mit den Initialen des Holzschneiders monogrammiert. Bei der Darstellung des Königs dem der Tod serviert (Bl. C4r) handelt es sich vermutlich um Franz I. von Frankreich. Alle Holzschnitte sind von lateinischen u. französischen Vierzeilern begleitet, letztere vermutlich von Gilles Corrozet. Die Widmung an Jeanne de Touszele von Jean de Vauzelles, dem gelegentlich auch die Verse zugeschrieben werden. Es existieren Probedrucke "with German captions in italic letter, believed to have been printed at Basel between 1524 and 1527" (Mortimer), die z.B. Massmann zur Annahme einer früheren, bis heute nicht bestätigten Ausgabe verleitet haben. "Earliest known edition of this remarkable work with its most fascinating designs of exquisite finish" (Murray). Die hier noch nicht enthaltenen 10 weiteren Bilder der Folge Holbeins wurden, zusammen mit 7 Kindertriumphzügen, erst den Lyoner Ausgaben von 1545 bzw. 1562 hinzugefügt. - Behutsam gereinigt, noch immer gleichmäßig schwach gebräunt und mit vereinzelten blassen Fleckchen. Blatt C3r mit blassen Resten einer Federprobe im Bundsteg.
First edition of Holbein's Dance of Death, whose iconographic influence continues to the present day. "Holbeins contribution to the traditional Dance of Death was a sharpening of the humor and satire and a heightening of the drama, so that the customary procession of figures becomes instead under his hand a series of fully realized scenes" (Mortimer). With woodcut printer's device, 41 woodcuts by Lützelburger after Holbein and numerous initials. - Carefully cleaned, still evenly faintly tanned and with isolated pale spots. Leaf C3r with pale remnants of a feather sample to inner margin. Bound in 19th cent. dark brown full morocco by Chambolle-Duru, with blindtooled fillet borders, gilt spine, gilt floral corner- and centerpieces, gilt turn-ins and gilt edges.
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(verkauft)
"The High Priestess of Jazz Culture"
Colin, Le tumulte noir
Baker, Josephine. - Colin, P. Le tumulte noir. Paris, H. Chachouin für Succès, Édition d'Art, (1927). Gr.-fol. (49,5:32,5 cm). Mit 43 (41 von J. Saudé pochoirkolorierten, 1 doppelblattgroßen) Or.-Lithographien von Paul Colin und 2 lith. Kalligrammen auf zus. 23 Bll. 6 Bll. (Titel, Text u. Druckvermerk), 1 kl. Einlagezettel. Lose (wie erschienen) in Or.-Mappe aus rotem und chamoisfarbenem Karton mit zweifarbig geprägtem Deckeltitel; minimal stockfleckig, eine Ecke schwach gebräunt. In moderner schwarzer Maroquin-Kassette mit farbigen Maroquin-Applikationen und Blindprägung auf dem Vorderdeckel, Deckel- und Rückentitel (sign: A. Lobstein); Kassette gering berieben.
Monod 3069. - Erste Ausgabe. Eins von 500 Exemplaren auf Velin teinté der Papeteries Aussedat (GA 520 Ex.). Hauptwerk des Pariser Gaphikers, Plakatkünstlers und Bühnenbildners Paul Colin, der besonders für seine Illustrationen und Plakate von Josephine Baker bekannt wurde, welche er, zusammen mit dem Ensemble "Revue Nègre" und dessen Einfluss auf die europäische Kunst und Kulturszene, mit diesem Werk feiert. "In 1925, at the height of the jazz era in Paris, the sensational cast of musicians and dancers from Harlem, assembled as La Revue Nègre, exploded on the stage of the Théâtre des Champs Élysées. Its talented young star, Josephine Baker (1906-1975), captivated audiences with a wild new dance called the Charleston, and became the high priestess of jazz culture in Paris. Inspired by the tremendous popularity of these performers, French poster artist Paul Colin (1892-1985) created a portfolio entitled Le Tumulte Noir, which gave a name to the Parisian craze for African American music and dance that Josephine Baker epitomized ... In 1927, Colin contributed thirty illustrations to Baker's Mémoires and mounted a spectacular event called the Bal Nègre at the Théâtre des Champs-Élysées, which was attended by three thousand Parisians. These efforts to celebrate the "black craze" led him to publish Le Tumulte Noir. Colin drew the images for his portfolio directly on lithographic stone, and they were subsequently colored using the process known as pochoir" (LuLen Walker zum Exemplar der National Portrait Gallery, Washington DC). Unter den prachtvoll farbigen Darstellungen auch die beiden berühmten Lithographien von Josephine Baker im Bananen- und im Palmblätter-Kostüm. In einem Teil der Folge experimentiert Colin auch mit Stilen der Moderne wie Kubismus und Expressionismus. So ist z.B. eine kubistische Darstellung eines Tänzers nach einem Plakat von Fernand Léger für den schwedischen Tänzer Jean Börlin enthalten. Die Folge schließt mit einem Totentanz-Motiv, in dem das im Spiegel sichtbare Gesicht des Tänzers sich als Totenkopf zeigt. Neben den beiden Kaligrammen (1 auf stärker getöntem Papier) enthält das Werk als Text nur das Vorwort von "Rip" (d.i. George Thenon) und ein ganzseitiges Handschriften-Faksimile von J. Baker. - Vollständiges, außerordentlich wohlerhaltenes Exemplar ohne Randbeschädigungen. Das auf dünnem Papier gedruckte Doppelblatt mit den Druckvermerken nicht getrennt, der kleine Einlegezettel "Cet album ne contient aucune plance de publicité" ist vorhanden. Vereinzelt am äußersten Rand des Kopfstegs etwas gebräunt, 4 Bll. leicht stockfleckig, sonst nur wenige einzelne Stockflecken im äußersten Rand.
Dazu: Paul Colin (1892 Nancy - 1985 Nogent-sur-Marne). Tänzer mit Zylinder im kubistischen Stil. Farbige Original-Pastellzeichnung auf Papier. (Um 1928). 40:29,5 cm. Unten links signiert "Paul Colin" und mit seinem Namensstempel versehen. - Auf 2 zusammengesetzten Blättern, oben rechts mit großem Nummernstempel "17", verso mit Bleistiftskizzen für ein ähnliches kubistisches Motiv. - Gleichmäßig etwas gebräunt, in Papiermaske montiert.
First edition, complete. One of the 500 copies on velin of this remarkable portfolio with "Colin's dazzling color pochoir lithographs printed on both sides of twenty-two sheets. ... Le Tumulte Noir captures the spirit of uninhibited expression that Josephine Baker embodied throughout her remarkable career. Paul Colin's unique tribute to the African American entertainers who brought the jazz age to Paris not only celebrates Josephine Baker, but also the French love affair with the Charleston and jazz music, and the monumental impact of these artists on French popular culture during the 1920s" (LuLen Walker for the copy of the National Portrait Gallery, Washington DC). "The vivid colors and vigorous lines of Colin's drawings bring to life the extraordinary talent of these musicians and dancers. Colin's dashing sketches also convey le tout-Pari's infatuation with all things black" (K. C. C. Dalton & H. L. Gates, jr., Josephine Baker and Paul Colin: African American Dance Seen through Parisian Eyes; in: Critical Inquiry 24, 4, p. 903). - Well preserved, edges of plates and cover undamaged, preserving the often lackig small insert slip. Minor browning to outer edge of top margin of few sheets, little foxing to 4 sheets, few single spots of foxing to outermost ege of margin to few other sheets. Loose (as issued), contained in original cream and red paper portfolio album; insignificant foxing to covers, faint browning to upper left corner of front cover. In a recent fine black full-morocco case with colour morocco applications and embossed title to front cover and spine (signed: A. Lobstein). - Added: Paul Colin. Dancer with top hat in cubist style. Original colour pastel drawing on paper. (Ca. 1928). 40:29.5 cm. Signed at lower left. - On 2 joined sheets, upper right with large number stamp "17", verso with pencil sketches for a similar cubist motif. - Evenly somewhat browned, mounted in paper mask.
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(abgelaufen)
Remarkable Woodcuts - Broad-Margined Copy
Horae B.M.V., Kerver 1522
Horae B.M.V. - Ces presentes heures a lusaige de Paris toutes au long sans rien requerir avec plusieurs belles hystoires nouvellement imprimees. Paris, Thielmann Kervers Witwe (Yolande Bonhomme), 16. Februar 1522. (23:16 cm). Mit 59 großen Metallschnitten mit Bordüren, Druckermarke u. Wappen sowie 27 kleinen Textbildern in Metallschnitt. 132 Bll. Ldr. d. 18. Jahrhunderts mit goldgeprägter Deckelvignette, etwas Rückenvergoldung, Goldschnitt; berieben, vereinzelte Restaurierungen, wenige kleine Wurmspuren.
Brunet V, 1623, 197; Lacombe 324; Bohatta, Heures 314; Tenschert-Nettekoven 119. - Erste für Thielmann Kervers Witwe Yolande Bonhomme gedruckte Ausgabe. Yolande B. gilt neben Charlotte Guillard als bedeutendste Druckerin der französischen Renaissance. Sie war die Tochter des berühmten Frühdruckers Pasquier Bonhomme und heiratete um die Jahrhundertwende den aus Koblenz kommenden Thilmann Kerver. Das Werk ist ganz in Schwarz und Rot gedruckt und reich illustriert. Enthält 58 ganzseitige Metallschnitte zu den wichtigen Textanfängen, darunter die Lebensalterserie zum Kalender, ferner Aderlassmann und die Druckermarke Kervers auf dem Titel. Der Stil der Illustrationen orientiert sich an der deutschen Graphik. - Durchgehend regliert, nur vereinzelt minimal fleckig, der Aderlassmann mit kleinerer Schwärzung. Insgesamt recht breitrandiges, schönes Exemplar. Exlibris Mareschal Beauvais (1869).
The great hours of Kerver, first edition printed for Thielmann Kerver's widow Yolande Bonhomme. Printed in gothic type, in red and black, Almanac for 14 years, from 1523 to 1536. With remarkable and abundant illustration: it includes the figure of the anatomical man, 12 oval figures for the calendar representing the twelve ages of life, 46 large figures drawn from the Old and the New Testament placed in frames of twisted columns or pilasters of Renaissance style, the emblems of the Passion, and 27 small vignettes for the Suffrages. - Ruled throughout, only sporadically minimally spotted, the anatomicall man with smaller blackening. Overall quite wide-margined and fine copy. Bound in 18th century calf with gilt vignette on cover, spine somewhat gilt, gilt edges; rubbed, few restorations, few small worm marks. Bookplate Mareschal Beauvais (1869).
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(verkauft)
Prachtvoll gouachiert
Merian, Todten-Tanz. 1789
Merian, M. Todten-Tanz, wie derselbe in der löbl. u. welt-berühmten Stadt Basel, als ein Spiegel menschlicher Beschaffenheit künstlich gemahlet und zu sehen ist. Nach dem Original in Kupfer gebracht nebst einer Beschreibung von der Stadt Basel. / La danse des morts dans la ville de Basle. Basel, J. R. Imhof & fils, 1789 (Kupfertitel dat. 1744). Kl.-4to (21:17 cm). Mit 1 gest. Titel u. 43 Textkupfern sowie einer zweiten Folge des Totentanzes auf 42 gouachierten Tafeln. 190 S. (inkl. gest. Titel), 1 w. Bl. Hmaroquin d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Deckelbord. u. Goldschnitt in Pp.-Schuber, dieser etwas berieben.
Wüthrich III, 353; Massmann S. 78, 12; Reichelt 73; Hagstrøm online; vgl. VD 18 11800593 (Ausg. 1744); nicht bei Minns. - Dritte Ausgabe mit den von Chovin aufgestochenen Platten bzw. - laut Hogstrøm - den von Chovin nach Merian kopierten Platten. Mit dem deutschen Kupfertitel der Erstausgabe von 1744; Text in Deutsch und Französisch. Für vorliegendes Exemplar wurde eine zweite Folge des Totentanzes (ohne das Vexierbild am Schluss) auf besserem Papier abgezogen und mit herrlichem Kolorit versehen. - Die Textkupfer in kräftigen Abdrucken. Tadelloses, fast fleckenfreies Exemplar aus der Hofbibliothek Donaueschingen. In dieser Ausstattung und Erhaltung eines der prachtvollsten deutschen Illustrata des 18. Jahrhunderts.
Third edition with the Chovin plates, text in German and French. For the present copy, a second sequence of the Dance of Death (without the Vexier plate) was printed on better paper and provided with gorgeous colouring. Text engravings in strong impressions. - A fine, almost stainless copy bound in red half morocco gilt, gilt edges; preserved in slipcase (somewhat rubbed). One of the most magnificent German illustrata of the 18th century. From the Court Library at Donaueschingen.
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(verkauft)
Kirsten, Grammatices Arabicae u.a. Werke
Kirsten (Kirstenius), P. Sammelband mit 6 Werken (in 9 Teilen) von Peter Kirsten (Petrus Kirstenius) sowie 1 Werk über ihn. Breslau, Officina Baumanniana, 1608-1611 (5) u. Leipzig 1611 (1). Fol. (31:21 cm). Prgt. d. Zt. mit Datierung 1625; stark fleckig, vereinzelt kleinere Wurmspuren, Kanten teilw. bestoßen, Innendeckel, Innengelenke u. hintere Vorsätze mit Wurmspuren.
Enthält die Sammlung aller in Folio veröffentlichen Werke mit arabischem Typendruck, dessen Fundus der schwedische Arzt, Philologe und Orientalist Kirsten (1577-1640) sich auf eigene Kosten hat anfertigen lassen, um seine Arabischstudien veröffentlichen zu können. Gedruckt wurden die Werke in Breslau bei Magdalena Baumann, die die Druckerei nach dem Tode ihres Ehemannes Georg Baumann 1607 von 1608-18 weiterführte. Eine Zusammenstellung äußerst seltener Drucke; darüber hinaus ein bedeutendes Zeugnis sowohl für die Verlags- und Druckgeschichte wie für die Geschichte der Arabistik des frühen 17. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Enthält in der Bindefolge:
1. P. Kirsten. Grammatices Arabicae liber I (-III), sive Orthographia et prosodia arabica (sive Etymologia arabica; sive Sytaxis arabica). 3 Tle. Breslau, Baumann für den Verfasser, 1608-10 (Chronogramme). Mit gest. Titel. 105 S., 1 Bl., 41 S., 1 Bl., 38 S., 8 Bll. - VD 17 12:121115V; Brunet III, 670; Zenker I, 165-67; Fück 57 f.; Smitskamp, PO 110. - Einzige Ausgabe, die Teile II und III in der Variante mit rein typographischem Titel. "In the preface to his grammar Kirsten gives an account of his early years, and explains how he came to study Arabic through his medical studies. Of the Arabic language he asserts the superiority, if not the origin, of all other languages (p. 13: si non mater reliquarum omnium, tamen multis modis, reliquas superans). He gives an interesting survey of Arabic typography in his days, mentioning the existence of types at Rome, Leiden, Paris, Heidelberg and in Spain. As a matter of fact, Kirsten may be considered to be the first to have published Arabic type-printed books in Germany, if we leave aside Hutter’s incidental sample. As for the Heidelberg types, these were woodcut" (Smitskamp). – S. 17/18 an den Anfang verbunden; zwischen S. 22 und 23 eingebunden das nicht zur Grammatik gehörende "Schema characterum Arabicorum", ein mehrfach gefaltetes Blatt aus der "Decas sacra canticorum et carminum Arabicorum" aus dem Jahr 1609.
2. P. Kirsten. Vitae evangelistarum quatuor: Nunc primum, ex antiquißimo codice MSS. Arabico Caesario, erutae. Breslau 1608 (Chronogramm). Mit gest. Titel. 1 Bl., 56 S., 2 Bll. – VD 17 14:641050V; Brunet III, 670; Zenker II, 1237; Smitskamp, PO 112 (Privileg auf separatem Blatt). - Eine von zwei Druckvarianten aus demselben Jahr, hier das Privileg auf der Rückseite des Titels. "The manuscript used by Kirsten for this edition was sent to him from Vienna (hence Caesareo [recte Caesario]) by the librarian Sebastian Tengnagel, an Orientalist who had also contacts with Megiser and Schickard. The manuscript contained the Gospels in Arabic, preceded by the Lives of the Evangelists; Kirsten used it again to publish his philological commentary on St. Matthew" (Smitskamp).
3. P. Kirsten. Notae in evangelium S. Matthaei. Ex collatione textuum Arabicorum, Aegyptiac(orum), Hebrae(icorum), Syriacor(um), Graecor(um), Latinor(um). Breslau 1611 (Chronogramm). 5 Bl., 140 S. - VD 17 1:071605E; Brunet III, 670; Zenker II, 1781; Smitskamp, PO 113 (Variante mit gest. Titel). - Eine von 2 Druckvarianten aus demselben Jahr, hier mit Drucktitel, die andere Variante mit einem gestochenen Titel. "...einen starken Band von Anmerkungen zum Matthäusevangelium, hauptsächlich auf Grund der arabischen Version" (Fück 58). "Kirsten's notes are mainly a comparison of the Arabic with the Greek version, and serve to explain teh Arabic text. The Coptic and Syriac versions mentioned in the title are no more than marginal readings indicated as such in the Arabic manuscript which he used " (Smitskamp).
4. P. Kirsten. Epistola S. Judae apostoli ex mss. Heidelbergensi Arabico ad verbum translata. Breslau 1611 (Chronogramm). 1 Bl., 17 S. – VD 17 1:071613W; Zenker I, 1565. - Eine von 2 Druckvarianten aus demselben Jahr, hier Drucktitel, die andere Variante mit gestochenem Titel. Der Judasbrief nach der Postelschen Handschrift der Heidelberger Bibliothek, in arabischer Fassung mit parallel gedruckter lateinischer Übersetzung; herausgegeben, übertragen und mit Anmerkungen versehen von Kirsten.
5. P. Kirsten. Tria specimina characterum Arabicorum. Breslau 1608 (Chronogramm). 10 S., 1 Bl. - VD 17 1:071618K; nicht bei Zenker u. Smitskamp. - Der erste mit arabischen Typen in Deutschland hergestellte Druck, zugleich die erste Veröffentlichung von Kirstenius in der Breslauer Druckerei von Baumanns Witwe. Enthält das Vaterunser, den Psalm 50 und die erste Koransure jeweils arabisch mit parallel gedruckter lateinischer Übertragung.
6. (Avicenna). Liber secund(us) de Canone Canonis a filio Sina. Studio Petri Kirsteni(i). Breslau 1609 (Chronogramm). Mit gest. Titel. 1 w. Bl., 8 S., 14 Bl., S. 9-132. - VD 17 1:063021L; Zenker I, 1170; Krivatsy 503; Hirsch-H. III, 533. - Auswahl aus dem zweiten Buch von Avicennas berühmtem "Kanon der Medizin" im arabischen Originaltext mit parallel gedruckter lateinischer Übertragung, beides besorgt von Kirsten.
7. Iudicia e multis quaedam virorum reverendorum de laboribus Petri Kirstenii. Leipzig, T. Beyer für L. Kober (Cober), 1611. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 nn. Bll. - VD17 23:230918N. - Einzige Ausgabe. Urteile über die Arbeiten von Kirstenius, allesamt positiv, mit einem lateinischen Widmungsgedicht in Hexametern herausgegeben von Moritz Schröter, dem Schwager von Kirsten und ebenso Arzt.
Der Sammelband insgesamt teilw. gebräunt, gering fleckig, ca. erstes Drittel (von rechts nach links) mit größerem Braunfleck im Bund und oberen Rand, etwas kleinere Braunflecken auf den letzten Blättern in den Rändern. Mit 5 teilw. nur noch in Resten vorhandenen papierenen Blattweisern. Erster Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk "Ex libris Arabicis Johann: Pinnerij LL. St.", wohl Ján (Johann, Janos) Pinner (1586-1645). P. war slowakischer evangelischer Pfarrer und Dichter, Rektor der reformatorischen Partikular-Lateinschule in Banská Bystrica (ab 1619). Prediger der Slowakischen Evangelischen Gemeinde (1622 - 1626), später Stadtpfarrer in Banská Bystrica (1626 - 1645). Verfasser gelegentlicher lateinischer Verse. Die "Iudicia" am Schluss mit Besitzvermerk eines Ferdinand Freiseisen.
Collection of 6 works in one volume, written or published by Petrus Kirstenius and one about him, all in first or sole editions. Contains a collection of all works published in folio, printed with Arabic types which the physician Peter Kirsten (Petrus Kirstenius) had ordered at his own expense as he wished to publish his Arabic studies. All these works were produced in the "Officina Baumanniana" at Breslau, the printing office continued by Magdalena Baumann after the death of her husband Georg. There is furthermore a small compilation of opinions about Kirstenius’s works, this is the only issue of the Sammelband not published at Breslau but in Leipzig; the various parts are above mentioned. - The Sammelband overall partly browned, slightly spotted, approx. first third (from right to left) with larger brown spot in the inner and upper margin, somewhat smaller brown spots on the last leaves in the margins. With 5 partly only in remnants existing paper leaf guards. First title with contemporary ownership note "Ex libris Arabicis Johann: Pinnerij LL. St.", probably Ján (Johann, Janos) Pinner (1586-1645). P. was a Slovak Protestant pastor and poet, rector of the Reformation Particular Latin School in Banská Bystrica (from 1619). Preacher of the Slovak Evangelical Congregation (1622 - 1626), later town pastor in Banská Bystrica (1626 - 1645). The "Iudicia" at the end with ownership inscription by Ferdinand Freiseisen. Bound in contemporary vellum, heavily spotted, some smaller worm traces, edges partly bumped, worming to inner cover, inner joints and rear endpapers.
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(verkauft)
Magnificent Dance of Death Miniatures
His, Todten-Tantz in Miniaturmalerei
Merian, M. - His, F. (d. i. G. F. Ochs). Todten-Tantz, wie derselbe in der löblichen und weltberühmten Stadt Basel, als ein Spiegel menschlicher Beschaffenheit, gantz künstlich gemahlet und zu sehen war. Getreulich abconterfeyet... im Jahr MDCCCXXXVII. gew. C.H.g.V. (Basel) 1837. Kl.-4to (22,5:19 cm). Folge von Titelblatt u. 38 Totentanzdarstellungen in Miniaturmalerei mit Goldhöhung. Etwas späterer preußischblauer geglätteter Ldr. mit goldgepr. Rückentitel u. etwas Rückenvergoldung, die Deckel mit goldgepr. gotisierender Bordüre u. blindgepr. Mittelornament, Goldschnitt, leicht berieben; in Pp.-Schuber (etwas berieben u. mit Einriss).
Prächtige Totentanzminiaturen des Basler Kleinmeisters Friedrich Ochs (s. Bruun II, 485), nach den von Chovin nach M. Merian geschaffenen Kupferstichen. Jeweils mit Einfassung in Schwarz und Gold versehen und aufgelegt. Ochs hatte sich 1819 mit seiner Cousine Charlotte Vischer, der die Folge gewidmet ist, vermählt und bei dieser Gelegenheit nach seinem Urgroßvater den Namen His angenommen. Die Folge vereinigt die Totentanzdarstellungen mit den deutschen Beischriften, genau den Chovinschen Ausgaben folgend, jedoch ohne die Darstellung Mutter mit Kind; die Darstellung des Malers liegt lose unter Passepartout bei. - Kaum fleckig, tadellos erhalten.
Collection of title and 38 magnificent dance of death miniatures after Chovin's engravings, each with border in black and gold and mounted; with ms. German text above and below. Without depiction of mother and child; that of the painter is enclosed loosely under passe-partout. - Almost stainless. Bound in somewhat later Prussian blue calf gilt, covers with blind stamped central ornament, gilt edges, somewhat rubbed; slip-case (somewhat rubbed and worn).
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(abgelaufen)
Probably from the Workshop of Attavante
Psalterium Davidis. Florenz um 1525
Psalterium Romanum (Psalterium Davidis). Psalterium mit Kalender. Lateinische Handschrift auf Pergament. (Florenz), 1536 (recte: um 1525?). Blattgr. ca. 14,8:9 cm. Einspaltiger Schriftspiegel: 10:5–5,5 cm (Kalendarium: 11:7 cm). 17 Zeilen. Mittelitalienische Rotunda in schwarzbrauner Tinte von einer Hand. Rubriziert. Im Text zahlreiche rote und blaue Initialen, sowie blaue (vereinzelt rote) Paragraphzeichen. Mit zahlreichen zweizeiligen ornamentalen Goldinitialen vor Farbgrund sowie 2 großen historisierten Initialen (über 9 bzw. 6 Zeilen) und Randschmuck in Deckfarbenmalerei und Gold. 225 Pergamentbll. mit mod. Foliierung in Bleistift (1nn., 1-225, Nr. 222 ausgelassen). Roter, künstlich genarbter Maroquinband des frühen 19. Jh. im Stil des 18. Jh., mit Rückenschild, reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung und mit Rautennetzornament geprägtem dreiseitigen Goldschnitt; Ecken gering bestoßen. In mod. roter Maroquin-Kassette mit goldgepr. Rückentitel (sign.: A. Lobstein).
Das Psalterium Davidis oder Psalterium Romanum (ursprünglich alle 150 Psalmen umfassend) näherte sich durch Reduktion des Formates und der Ausstattung im 15. Jahrhundert äußerlich dem individuellen Stundenbuch an und wurde wie dieses ebenfalls von privaten Personen zum täglichen Gebet genutzt.
Die vorliegende Handschrift ist in Florenz entstanden. Schon die Nennung bestimmter Heiliger im Kalender (hl. Johannes Gualbertus, hl. Reparata, hl. Vitalis) spricht für eine Entstehung des vorliegenden Psalteriums in Florenz. Die deutlichsten Hinweise ergeben sich aber aus den stilistischen Komponenten seiner Ausstattung.
Bisher verband man mit einem am Ende des Psalteriums (211v) genannten Datum 25. Oktober 1536 auch eine mögliche Datierung (auf der Kassette eingeprägt: "Follower of Giovanni Boccardini, Florence 1536"). Die qualitätvollen Miniaturen wurden einem Nachfolger von Giovanni di Giuliano Boccardi (genannt Boccardino il Vecchio, gest. 1529) zugeordnet. So sind die ornamentalen Goldinitialen sehr ähnlich in Boccardinos Werk nachzuweisen (z.B. in den um 1526/27 ausgestatteten Digesten des Iustinianus in Florenz, Biblioteca Nazionale, Ms. Banco Rari 24, 25 u. 26). Nach neuesten Untersuchungen weichen sowohl die figürlichen Komponenten als auch die Gestaltung der Randbordüren des Psalteriums jedoch von den Werken des Boccardino il Vecchio oder dessen Sohn Boccardino il Giovane deutlich ab. Vielmehr erinnern die figürlichen Elemente und Randbordüren eher an Attavante degli Attavanti (Vante di Gabriello di Vante Attavanti), der im frühen 16. Jh. unter anderem mit Boccardino il Vecchio zusammengearbeitet hat. Jedoch liegt dessen nicht exakt fassbares Todesdatum mehr als zehn Jahre vor dem hier genannten Jahr 1536. Die letzten 8 Zeilen mit diesem Datum "1536" auf 211v lassen allerdings eine andere, aber ähnlich schreibende spätere Hand vermuten. Dies erschließt sich aus der leicht abweichenden Qualität und Farbe der roten Tinte aber auch aus den etwas breiter ausgeführten Buchstaben der Schlußzeilen, sodass das eigentliche Psalterium etwa um 1525/1530 entstanden sein könnte und damit in den Zeitraum der Tätigkeit von Attavante oder dessen Werkstatt hineinfällt. Der Datierung "1536" (fol. 211v) folgen noch drei vollständig rasierte Zeilen in roter Tinte.
Attavante gilt als einer der Hauptmeister der florentinischen Buchmalerei der Renaissance. Im Besonderen ist die phantasievolle Ausstattung zahlreicher großformatiger Handschriften zu nennen, darunter Chorbücher im Auftrag der Medici in Florenz (z.B. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cod.graec. 151) oder des ungarischen Königs Matthias Corvinus in Buda (z.B. Rom, Bibl. Apost. Vaticana, Ms. Urb.lat. 112). Im 16. Jh. gestaltete Attavante unter Mithilfe seiner aktiven Werkstatt zahlreiche Stundenbücher im kleinen Format, wobei er dort seinen vielseitig angelegten Formenschatz auf eine spezifische Auswahl reduzierte. In dem vorliegenden Psalterium erinnern alle Details – Randornamentik, Aufbau der Initialkörper, überlängte Sitzfiguren mit feinem goldenen Faltenwurf, typischer Gesichtsschnitt – an Attavante und seine Werkstatt (vgl. Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Ms. Strozzi 97; Rom, Biblioteca dell’Accademia Nazionale dei Lincei e Corsiniana, Ms. 55.K.1).
Illumination: Zahlreiche 2-zeilige Goldinitialen vor rechteckigem Feld in Deckfarben (dunkelrot, blau und grün, geometrisch zusammengesetzt und mit feiner Goldfaden-Ornamentik überzogen). 2 historisierte Initialen, jeweils am linken Rand flankiert von reicher, über den Satzspiegel hinausgreifender Blütenornamentik.
1r betender König David, in 9-zeiligem B(eatus vir, Ps. 1): Der hl. David kniet in weiter Landschaft, Krone und Psalter hat er abgelegt, er betet zu seinem Gott, der in einer Wolke am Himmel erscheint. Über der Initiale B beginnt in 2 Zeilen goldener Schrift auf blauem Grund der Text (Incipit Psalterium David psalmo prim'). Rechts neben der Initiale sind innerhalb des Schriftspiegels vertikal kleine blaue und dunkelrote Rechtecke angeordnet, auf denen in goldenen Buchstaben die Initiale B zum ersten Wort B(eatus) ergänzt wird. Links neben der historisierten Initiale sitzt eine schmale, den Schriftspiegel flankierende Goldleiste, an die wiederum links eine auf Blatthöhe ausgedehnte Randornamentik anschließt (freistehende axialsymmetrische Ranken mit Blüten, Blattwerk und Goldpollen, dazwischen eine Blattmaske).
150v Trinität, in 6-zeiligem D(ixit dominus, Ps. 109). Nebeneinander sitzen Christus und Gottvater, zwischen ihnen schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Links neben der Initiale Goldstreifen und Randornamentik (wie 1r).
Kollation: Psalterium Romanum 1r-201r (ohne Fehlstellen; liturgische Form). Psalterium mit Hinweisen auf das Ordinarium Officii 201r-211v. Schluß Bl. 211v: xxv October M DXXXVI / Liber iste completum est (es folgen drei rasierte Zeilen in roter Tinte, auch unter UV-Lampe nicht zu entziffern). Das Kalendarium (Januar bis Dezember) 213r-221v war ursprünglich dem Psalterium vorgeschaltet, wie der schwache Abklatsch des goldenen Januar-KL-Kürzels auf der Versoseite des zu Beginn eingebundenen älteren Papier-Vorsatzblattes verrät.
Zustand: Pergament, Schmuckinitialen, zweizeilige Initialen und Rubrizierung sehr gut erhalten, lediglich der Text auf einigen Blättern (meist erste oder letzte Seite einer Lage) stellenweise stärker abgegriffen.
Roman Psalter from Florence of the late first quarter of the 16th century. Latin manuscript on vellum. The Psalterium Romanum in reduced form, as the present one, developed in the 15th century to a prayer book for daily use. With 2 large historiated initials (over 9 and 6 lines resp.) and floral border decoration in colour painting and gold as well as numerous 2-line gold initials on coloured ground. A date of 25 October 1536 mentioned at the end of the psaltery (211v) was associated with a possible dating (stamped on the cassette: "Follower of Giovanni Boccardini, Florence 1536"). The high-quality miniatures were attributed to a successor of Boccardino il Vecchio († 1529), as the ornamental gold initials are very similar to those in Boccardino's work. According to the latest research, both the figural components and the design of the marginal borders of the psaltery clearly deviate from the works of Boccardino il Vecchio or his son Boccardino il Giovane. Rather, the figural elements and marginal borders are more reminiscent of Attavante degli Attavanti († c.1525), who worked with Boccardino il Vecchio, among others, in the early 16th century. The last 8 lines with this date "1536" on 211v, however, suggest a different, but similarly writing later hand. This can be deduced not only from the slightly different quality and colour of the red ink, but also from the somewhat broader letters of the final lines, so that the actual psaltery could have been written around 1525/1530 and thus fall into the period of Attavante's activity or that of his workshop. The date "1536" (fol. 211v) is followed by three completely shaved lines in red ink. - Condition: The ink of the text on some leaves (mostly first or last page of a gathering) somewhat worn in places, else a well preserved wide margined manuscript. Bound in red straight grained full-morocco binding of the early 19th century in the style of the 18th century with spine label, spine, covers, cover edges and turn-ins richly gilt, egdes gilt and gauffered with net ornament; corners slightly bumped. In modern red full-morocco case with gilt title on spine.
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Rarissimum
Thibault, Academie de l'Espée
Thibault, G. Academie de l'Espée. 2 Tle. in 1 Bd. Leiden, (B. & A.) Elzevir, 1628 (Kolophon: 1630). Gr.-fol. (56:42 cm). Mit gest. Titel, gest. Porträt, 9 gest. Wappentafeln u. 46 (45 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 5 Bll. u. 276 getrennt pag. S. Späterer Prgt. mit Ldr.-Rückenschild, Deckel rot regliert; leicht fleckig u. berieben, Rückenschild links abgerieben u. leicht ausgefranst, Deckel leicht klaffend.
Willems 302; Lipperheide Td 25; Gelli 448; Thimm 287. - Das berühmteste Fechtbuch überhaupt, von den Brüdern Elzevir prachtvoll gedruckt und ausgestattet. "Dieses glänzend ausgestattete Meisterwerk der Typographie ist als Lehrbuch der Fechtkunst ein Curiosum, welches die verwickelten Regeln der spanischen Schule noch zu überbieten versucht. Sein Wert für die Geschichte der Fechtkunst beruht darauf, daß es in hunderten von Fechterpaaren die den spanischen Fechtbüchern jener Periode fehlenden Abbildungen ersetzt" (Lipperheide alt 2960). Die 5 Bll. Drucktext umfassen: Zueignung an alle Förderer des Werkes, Epigramma-Applausus, 2 Bll. Privilegien von Ferdinand II. in lateinischer Sprache und von König Ludwig XIII. und den Generalstaaten der Niederlande (das 2. verso mit "Advertissement sur la consideration des figures de ce livre") und am Schluss das häufig fehlende Blatt "Advertissement au lecteur" mit dem 1630 datierten Druckvermerk. - Text u. Tafeln stellenw. etwas gebräunt oder fleckig, hier u. da Feuchtigkeitsspuren vor allem in den Rändern, einige Restaurierungen im Rand, erste Bll. inkl. Taf. 1 mit ergänztem Eckabriss, gest. Titel, Widmung u. 2 Wappentaf. mit leichter Knitterfalte. Gest. Wappenexlibris der französ. Adelsfamilie Rouille mit Motto "Moderatur et urget".
The most sumptuous book on fencing ever produced. 2 parts in 1 large folio-volume. With engraved title, engr. portrait of the author, 9 plates of coats-of-arms of the kings and princes who subscribed to this work, 46 (45 double-page) engr. plates of fencing by Crispin de Pass, Wilhelm Jacob Delff, J. Gilli, Crispian Quebon and others. Unnumbered leaves of printed text including a dedication leaf to emperor and princes, epigramma and applausus leaf, 2 privilege leaves of Ferdinand II in Latin and of King Louis XIII and the States-General of the Netherlands (the latter verso with "Advertissement sur la consideration des figures de ce livre"), and at end a leaf "Advertissement au lecteur" with colophon dated 1630, "only to be found in a few rare copies" (Thimm). - Some browning and staining to text and plates in places, occasionally mostly marginal dampstaining, some restorations to margins, at beginning plates, text leaves and pl. 1 with supplied corner tear-off, engr. title, dedication and 2 coat-of-arms plates with slight crease fold. Bound in later vellum with spine label, covers ruled in red; slightly stained and rubbed, spine label rubbed and slightly frayed on the left, covers slightly gappy. Engr. coat-of-arms bookplate (see German comment).
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(verkauft)
Extremely Scarce - Pan-European Peace Project
(Penn), Essai pour la paix de l'Europe
(Penn, W.). Essai d'un projet pour rendre la paix de l'Europe solide et durable. Par l'établissemement (sic) d'une Diete générale composée des Députez de tous les Princes & Etats Souverains. Ohne Ort, Verlag u. Jahr (nicht nach 1697). 12mo (13:7,5 cm). 80 S. etwas späterer Hprgt. mit hs. Rückentitel; etwas berieben. In mod. Hartholz-Schuber mit Rtit. u. lederbezogenen Seiten.
D. Sabbagh, William Penn et l’Abbé de Saint-Pierre: Le chaînon manquant. In: Revue de Synthese, 4/1 1997 (ausführlich). - Überaus seltene erste französische Ausgabe von Penns "Essay towards the present and future peace of Europe". Nicht in der BnF und der BL, kein Exemplar dieser Ausgabe über KVK nachweisbar. Wir können lediglich zwei Exemplare in Bibliotheken (Institut Nobel, Oslo u. Bibliothek der Vereinten Nationen, Genf) nachweisen. Sabbagh beschreibt noch ein weiteres Exemplar in Privatbesitz. (Nachtrag: zwei weitere Exemplare in Paris und London, Society of Friends nachgewiesen). Das Exemplar in Oslo wurde 1986, als damals einzig bekanntes Exemplar, Vorlage für einen Faksimiledruck. Von überragender Bedeutung für die Geschichte der Entwicklung eines paneuropäischen Friedensgedankens. Sehr wahrscheinlich griff Charles Irénée Castel de Saint-Pierre auf diese Ausgabe als Inspiration zu seiner bedeutenden Schrift "Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe" zurück. "William Penn’s Buch 'An essay towards the present and future peace of Europe', das im Jahre 1693 auf Englisch veröffentlicht wurde, und Saint-Pierres Werk 'Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe', das in seiner endgültigen Form zwischen 1713 und 1716 herausgegeben wurde, sind zwei sehr wichtige Friedensentwürfe. Eine anonyme französische Übersetzung von Penns’ Buch wurde spätestens im Jahre 1697 gedruckt und seine Verbreitung wurde sehr beschränkt. Wir glauben, daß Saint-Pierre an der Ausarbeitung dieser Übersetzung beteiligt war und daß er jedenfalls von Penn stark beeinflußt wurde" (D. Sabbagh, S. 84). - Schwach gebräunt und gering fleckig, Titel mit kl. Nummer in Tinte unten links.
Extremely scarce first French edition. Only 3 copies known (Addendum: two more copies proven in Paris and London), no copies in BnF or BL. "The two most famous peace projects published at the time of Louis XIV are William Penn’s 'Essay towards the present and future peace of Europe' and Castel de Saint-Pierre’s 'Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe', which came out in English in 1693, and that of the abbé de Saint-Pierre, which was published in its completed form in several volumes dating from 1713 to 1717. A French translation of Penn’s book was issued in 1697 at the latest and was privately distributed. Our claim is that Saint-Pierre was in some way involved in that translation and that he was indebted to Penn for many of his ideas (D. Sabbagh, William Penn et l’Abbé de Saint-Pierre: Le chaînon manquant. In: Revue de Synthese, 4/1 1997; p. 83). - Minor tanning and foxing, small ink number to lower left corner of title page. Bound in somewhat later half-vellum, little rubbed. Housed in recent wooden slipcase, title to back and leather inlays to sides.
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(abgelaufen)
Fenster in vergangene Spielzeugwelten
Lindner, Spielwaarenmusterkarte
Warenkataloge. - Lindner, J. C. Spielwaarenmusterkarte von Johann Christoph Lindner Sonneberg. (Sonneberg, ca. 1860). Qu.-4to (20:27 cm). Mit lith. Titel u. 2546 kol. Lithographien. 172 S. Or.-Lwd. mit blindgepr. Deckeltitel u. Deckelbordüren, gering berieben, Rücken etwas verblasst, in mode. Lwd.-Kassette mit Rsch.
Vgl. Schneider, Die Sonneberger Spielwarenmusterbücher des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung des Deutschen Spielzeugmuseums, S. 54f. - Sehr selten. Von uns im Handel nicht nachweisbar. - Großartiges Dokument der Spielzeugproduktion aus der Blütezeit der Weltspielzeugstadt Sonneberg in Thüringen. Das Musterbuch bildet in feinst kolorierten, tls. gold und silber gehöhten Lithographien (signiert J. W. Krämer in Schalkau) die immense Vielfalt der Spielzeuge aus Blech, Zinn, Holz, Pappmaché, etc. ab. Offeriert werden vor allem auch typisch Sonneberger Artikel wie Kinder-Instrumente, Militärspielzeuge, Kleinspielwaren, Puppenmöbel, Kutschen und Ställe aus Holz sowie die Ziehwagen und Balgspielwaren. Die Spielzeuge ordnen sich nach Warengruppen und Größen und werden mit Bestellnummern gekennzeichnet. Die Titelillustration zeigt die repräsentative Villa der bedeutenden Verlegerfamilie Lindner in Sonneberg. Die Musterbücher der Lindners – Johann Simon Lindner, Louis & Eduard Lindner, Louis Lindner & Söhne und Johann Christoph Lindner – dokumentieren das Handelsgut der Verleger und Spielwarenproduzenten detailgenau und in der gesamten Breite. Sie lösten die Musterkoffer der Handlungsreisenden ab und erleichterten die Ausweitung des Handels nach Europa und Amerika. - Minimal gebräunt, 1 Bl. mit kl. Einriss im Bundsteg. Ausgesprochen gut erhaltenes Exemplar dieses Gebrauchsbuch.
Very rare. Representative fine show book for toys from Sonneberg, published by J. C. Lindner. With 2546 coloured lithograped depictions. - Minor browning, tear to inner gutter of 1 leaf. Bound in blindstamped original cloth, minor rubbing, spine somewhat faded, in recent cloth clamshell box with spine-label. Exceptionally well preserved copy.
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Ars moriendi ex varijs sententijs collecta. 1512
Ars moriendi ex Varijs sententijs collecta cum Figuris ad resistendum in mortis agone dyabolice suggestioni valens cui libet Christifideli vtilis ac multum necessaria. Nürnberg, J. Weissengruber, 1512. 4to (20:14,5 cm). Mit großem Titelholzschnitt und 13 (inkl. 2 wiederholten) ganzseitigen Textholzschnitten, davon 11 in vierteiligen (teilw. wiederholten) schwarzgrundigen Holzschnittbordüren. 14 nn. Bll. Schlichter Pp. d. 19. Jh.; beschädigt.
VD 16, A 3806; IA 109.069; Fairfax Murray 44. - Zweite lateinische, gleichzeitig erste datierte Ausgabe bei Weissenburger. Die 11 mit Bordüren ausgestatteten Holzschnitte sind Nachempfindungen der Blockbücher des 15. Jahrhunderts, die Figuren mit klaren Einfassungslinien und sparsamer Binnenzeichnung in Kostümen des 15. Jahrhunderts. Die aus 4 Blöcken zusammengesetzten floralen Bordüren mit figürlichen Darstellungen unten: Pyramus und Thisbe, ein liegendes Skelett, der Tod mit Pfeil u. Bogen einen Jungen verfolgend, zwei Krieger, sowie mit gelegentlichen Drolerien. Der interessante Titelholzschnitt (auf dem Titel verso wiederholt) in etwas abweichendem moderneren Stil mit dem Spruchband "Versehung eines menschen leib sel ere und gut". Der Sterbende liegt auf dem Totenbett, zu seiner Linken der Priester mit der Hostie, ein Arzt mit Uringlas und ein Notar. Im Hintergrund eine junge Frau, Essen bringend, im Vordergrund eine alte Frau aus einem großen Buch vorlesend. Das Schlussblatt (verso leer) mit einem ebenfalls stilistisch etwas abweichenden Holzschnitt, die Seelenwaage des Erzengels Michael darstellend, zu seinen Füßen die Verdammten, Höllenqualen leidend. - Sehr schönes, nur schwach gebräuntes breitrandiges Exemplar, im Außenrand stellenweise schwach wasserfleckig. Einige zeitgenössische Marginalien und wenige Anstreichungen in Tinte. - Provenienz: Exlibris Rolando A. Laguarda Trias (1951) - H. Tenner KG, Auktion 124/II (1979), Los 1662.
Second Latin and first dated edition by Weissenburger. With 14 full-page woodcuts (2 repeated, including title woodcut), of which 11 are surrounded by woodcut borders, white on black ground, with figures. The woodcuts with borders "are of a curious character, being in outline with slight hatching, and are naturally adopted from the original xylographs... These ... are followed by a 12th cut (of a different character) on last leaf, representing the Archangel Michael weighing souls, torments by demons, &c." (Fairfax Murray). - Very nice, evenly and slightly browned, wide margined copy. Faint waterstaining to outer margin in places. Some contemporary marginalia and a few underscorings in ink. Bookplate of Rolando A. Laguarda Trias. Bound in 19th cent. boards; worn.
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L'Art & science de bien vivre & bien mourir
Ars moriendi. - L'Art & science de bien vivre & bien mourir: contenant trois parties. Paris, N. Bonfons, 1603. 4to (22,5:15,5 cm). Mit Titelholzschnitt, 65 Textholzschnitten und zahlr., teilweise figürlichen Holzschnitt-Initialen. 149 (recte: 148) num. Bll. Rehbrauner Maroquinband des 19. Jh. mit goldgepr. Rückentitel, Steh- und Innenkantenvergoldung und Goldschnitt (sign. u. dat.: Duru et Chambolle 1863); Kanten etwas berieben, Deckel mit feinen Kratzspuren.
Sehr seltene späte Ausgabe der Ars moriendi, vollständig in Antiqua gedruckt. Auch die Texte der Spruchbänder in den Holzschnitten typographisch in Antiqua eingedruckt. Lagenzählung A-Z4, Aa-Oo4. Die BnF hält einen Druck von Nicolas Bonfons dieses Textes in 8vo (A-V8, X6), undatiert und nicht foliiert (FRBNF33246985), in dem dieselben Holzschnitte wie in dem vorliegenden Druck verwendet wurden, sämtlicher Text, auch die Texte der Spruchbänder, dort jedoch in gotischen Typen. Dort das letzte Blatt ohne Text und mit ganzseitigem Holzschnitt recto u. Druckermarke verso, die beide in vorliegendem Druck in 4to nicht enthalten sind. - Gleichmäßig gebräunt. Behutsam gereinigt und hervorragend restauriert: Bund- und Kopfsteg des Titels ergänzt mit kleinen Nachzeichnungen an wenigen Buchstaben, vereinzelt abgedeckte oder gefüllte kleine Löcher in den Rändern, Schlussblatt verso etwas angestaubt und mit restaur. Randeinriss. Zahlreiche Fehler in der Foliierung, Nr. 13 ausgelassen. - Provenienz: Exlibris Edouard Rahir und Guy Bechtel.
Extremely rare late edition of the Ars moriendi, enclosing 66 woodcuts and printed entirely in antiqua type. Even the lines of the banners in the woodcuts are in antiqua type. Quires counting A-Z4, Aa-Oo4. The BnF holds a print by Nicolas Bonfons of the same text in 8vo (A-V8, X6), undated and not foliated (FRBNF33246985), in which the same woodcuts as in the present print were used, but all text, including the banners, there printed in Gothic types. In the 8vo-edition the last leaf without text and with full-page woodcut recto and printer's mark verso, both not included in the present print in 4to. - Evenly browned. Carefully cleaned and excellently restored: title partly remargined at inner and top side with little redrawing to a few letters, sporadically covered or filled small holes in margins, final leaf somewhat dusty on verso and with restored marginal tear. Bookplates of Edouard Rahir and Guy Bechtel. Bound in 19th cent. fawn morocco by Duru & Chambolle, dated 1863, gilt turn-ins, gilt edges; extremities lightly rubbed, insignificant scratches to covers.
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First Edition of the Greek Text
Euclid, Optica & catoptrica
Euclid. Optica & catoptrica, numquam antehac Graece edita. Eadem Latine reddita per I. Penam. 2 Tle. (griechisch u. lateinisch). Paris, A. Wechel, 1557. 4to (22,5:16,5 cm). Mit 2 Druckermarken u. zahlr. schematischen Holzschnitten. 10 Bll., 48 S.; 2 Bll., 64 S. - Angebunden: Ders. Rudimenta musices. Eiusdem sectio regulae harmonicae. E regia bibliotheca desumpta, ac nunc primum graece & latine excusa, Ioannis Pena. interprete. Paris, A. Wechel, 1557. 2 nn., 5-16 num., 10 num Bll. - Theodosius. Sphairikon biblia (graec.) Sphaericorum, libri tres, numquam antehac Graece excusi. Iidem latine redditi per Ioannem Penam Regium Mathematicum. Paris, A. Wechel, 1558. Mit 2 Druckermarken u. zahlr. Holzschnitt-Diagrammen im Text. 4 Bll., 54 S.; 1 Bl., 68 (recte 70) S., 1 Bl. - P. Pitatus. Compendium super annua solaris, atque lunaris anni quantitate, Paschalis item solennitatis iuxta veteres Ecclesiae canones recognitione, Romanique; Calendarii instauratione. Verona, P. Ravagnano, 1560. Mit Druckermarke. 128 (recte 130) num., 2 nn. Bll. - L. Gaurico. Calendarium ecclesiasticum novum, ex sacris literis, probatis(que) Sanctoru(m) Patrum synodis excerptum. Venedig, L. Giunta Erben, 1552. Mit geometrischen Textholzschnitten. 4 nn., 134 num., 2 nn. Bll. (l.w.). Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Datierung 1561, zwei Schließen; etwas berieben u. fleckig, Rücken mit Papierresten.
I. IA 165.927; Adams E 1020; Steck VIII.2; Schweiger I, 111. - Erste Separatausgabe der Opera Minora des Euclid, herausgegeben durch J. de La Pène (1528-1558), erste Ausgabe des griechischen Texts. Eine griechische Separatausgabe nur der "Catoptrica" war ebenfalls 1557 in Straßburg erschienen. Eine Reihenfolge der beiden Drucke ist nicht eindeutig festzulegen.
II. IA 165.927; Adams E 1023; RISM B VI, 296; MGG III, 1614 f. (Abb. des Titels). - Erste griechische Einzelausgabe und erste Ausgabe dieser lateinischen Übersetzung. Traditionell Euclid zugeschrieben. "It is now universally accepted that the 'Introduction to Harmony' is the work of Cleonides, the pupil of Aristoxenus" (DSB IV, 430). "Bei Euklides erhalten wir nicht nur die erste Kunde vom Monochord überhaupt, sondern die erste Darstellung des ganzen vollkommenen Tonsystems" (MGG). - Teil 2, Bl. 9v kleine Zeichnung im Rand.
III. Adams T 548; Houzeau-L. 846; DSB XIII, 319ff. - Erste griechische Ausgabe. "Rare" (H.-L.). Die ersten beiden lateinischen Ausgaben (Venedig 1518 u. Wien 1529) wurden nicht direkt aus dem Griechischen übersetzt, sondern aus arabischen Übersetzungen des griechischen Textes. Die Kugellehre des antiken Mathematikers und Astronomen Theodosios (ca. 2. Hälfte d. 2. Jhdt. v. Chr.) behandelt die Geometrie der Kugel, die als sphärische Geometrie elementar bedeutsam war für die Entwicklung der Astronomie. Schöner Druck mit etwas Buchschmuck.
IV. Adams P 1322; Riccardi I/2, 287, 6.1; Houzeau-L. 13751. - Erste Ausgabe. Das Erscheinen der Schrift fällt in die Zeit der beginnenden Kalenderdiskussion, die mit Einführung des Gregorianschen Kalenders (1582) ihren Abschluss fand. Mit zahlr. Tabellen u. Kalendarien.
V. Adams G 288; Houzeau-L. 13747; Riccardi I/1, 581, 8. - Erste Ausgabe. Luca Gaurico (Lucas Gauricus) (1476-1558) war italienischer Astrologe, Astronom, astrologischer Datensammler und Mathematiker. Er studierte Rechtsastrologie, ein Fach, das er in seiner Oratio de Inventoribus et Astrologiae Laudibus (1508) verteidigte. Die Rechtsastrologie beschäftigte sich mit dem Schicksal des Menschen unter dem Einfluss der Sterne. - Der Sammelband insgesamt vereinzelt etwas fleckig, wenige kleinere Feuchtigkeitsränder, 3 Bll. in (V) wasserrandig. Vereinzelt alte Anmerkungen. In (V) nach Bl. 44 ein zusätzliches weißes Blatt mit Anmerkungen (Tabelle) eingebunden. 1. Titel mit gelöschtem Besitzvermerk.
A Sammelband with 5 scientific works on mathematics, optics, astronomy and astrology, mostly rare. I. First edition in Greek, first separate edition. An edition of the Catoptrica was published in Strassburg in 1557; the priority of the two editions is unknown. Euclid's Optica was the first Greek work on perspective. - II. First edition of the Introduction to Harmony, one of two musical treatises traditionally attributed to Euclid. It is now generally agreed that the Rudimenta musices is the work of Cleonides, the pupil of Aristoxenus. - III. "Editio princeps of the Greek text with Latin translation" (DSB). The Sphaerics were first printed in a Latin edition translated from the Arabic (Venice 1518), followed by an edition Vienna 1529, also taken from the Arabic. - IV. First edition, with tables and calendars. - V. First edition of the Neapolitan astrologer's work on calendar reform. - Overall some spotting and slight dampmarking in places, heavier to three leaves in (V). Few old annotations. Deleted ownership inscription to first title. Bound in contemporary blindstamped (with date 1561) pigskin over wooden boards, two clasps; some spotting and rubbing, remnants of paper on spine.
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Originalmanuskript von Hermann Hesse
Hesse, Zwölf Gedichte
Hesse, H. Zwölf Gedichte. Eigenhändiges Manuskript auf Papier. (Montagnola?) 1954. Blattgr. 21:15 cm. Geschrieben in blau-schwarzer Tinte auf Bütten. Mit aquarellierter Titeleinfassung über Bleistift sowie 11 (statt 12?) aquarellierten Vignetten über Federzeichnungen von Hermann Hesse. 24 (statt 26?) nn. Bll. (= 12 Doppelbll.). In Karton-Umschl. d. Zt. mit hs. Deckeltitel, gebräunt, Ecken u. Kanten berieben u. etwas bestoßen.
Mileck X, C 44. - Originalmanuskript des Dichters u. Nobelpreisträgers, illustriert mit reizvollen Aquarellen. Eins von ca. 140 Manuskripten (darunter auch Typoskripte und Exemplare ohne Aquarelle und mit weniger als 12 Gedichten) aus der Serie "Zwölf Gedichte", neben "Piktors Verwandlungen" Hesses "standard manuscript... Of these, only a few have been lokated and examined" (Mileck S. 1122). Das Titeldoppelblatt mit eigenh. Vermerk "Geschrieben und gemalt im Jahr 1954. Herman(n) Hesse". Die einzelnen Exemplare variieren in der Zusammenstellung und Anzahl der Gedichte sowie der Illustrationen, jedes ist ein Unikat. Hier vorliegend 11 (statt 12?) Gedichte mit dem Gedichttitel auf der ersten Seite des Doppelblatts, auf der dritten Seite die eigenhändig geschriebenen Gedichte: Frühling - Frühlingstag - Lady Rosa - Spruch - Herbst - Einsamer Abend - Vergänglichkeit - Heimweg vom Fest - Liebeslied - Schicksal - Glück. Hesses Illustrationen zeigen Landschaften und Häuser des Tessins in kräftigen Farben. Vorliegendes Exemplar stammt aus der Sammlung Walter Landauer (1896-1978, Professor für Tiergenetik an der Universität Connecticut bis1964), welcher es zusammen mit einem Typoskript von Piktors Verwandlungen im März 1955 von Hesse erworben hatte (Hesse vermerkt in der Liste seiner veräußerten Manuskripte: "Landauer. Amerika. 2 Bildmanuscripte", s.o. Mileck). - Titelblatt von "Schicksal" mit kleinem Tintenwischer. Sonst schönes Exemplar. Fehlen möglicherweise 2 Bll.
The poets original manuscript illustrated with title vignette and 11 (of 12?) original pen and ink drawings in watercolours. The individual copies vary in the composition and number of poems (here present 11 instead of 12?) as well as the illustrations, each one is unique. - One title of poetry with small ink wiper. Else a fine copy. Loose in contemporary cardboard-wrappers, some browning, corners slightly bumped, edges slightly worn. There might be 2 leaves missing.
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The Most important Bible for the Reformed Church
Biblia neerlandica. Dordrecht 1595-96
Biblia neerlandica. - Biblia: Dat is, De gantsche Heylighe Schriftuere, grondelick ende trouwelick verduytschet. 4 Tle. in 1 Bd. Dordrecht, A. & I. Canin, 1595-1596. Fol. (38,5:25 cm). Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren u. 4 Druckermarken. 12 nn., 229 num., 1 nn., 165, 104 num. Bll. Grün gefärbter Prgt. um 1600 mit goldgeprägtem Wappensupralibros von Ferdinand Hoffmann von Grünbühel und Strechau auf beiden Deckeln, Filetenblindprägung auf Deckeln u. Rücken, handschriftlicher Rückentitel; teilw. berieben, Vergoldung oxydiert bzw. abgerieben, Vordergelenk oben etwas eingerissen.
Adams B 1123; Blouw, Typographia Batava 616; nicht bei Darlow-M. - Sehr seltene Ausgabe der sogenannten "Deux-Aes Bijbel". Nach der Lutherbibel übersetzt von Godfried van Wingen (AT) und Johannes Dyrkinus (NT). Zwischen 1562 und 1637 war die Deux-Aes Bibel in den Niederlanden die am häufigsten benutzte Bibel. Die Bibel ist nach einem Lobgesang auf Nehemia 3:5 benannt. In diesem Vers von Nehemia geht es um den Wiederaufbau Jerusalems, zu dem wesentliche Teile der Bevölkerung nichts beitragen wollten. Eine Randbemerkung enthält eine Übersetzung eines Spruchs von Martin Luther, der sich auf die Augen auf einem Würfel bezieht: „deux aes en heeft niet“. Im Würfelspiel bedeuteten deux aes (zwei und eins) einen niedrigen Wurf. Die Bedeutung: arme Menschen besitzen nichts. Die erste Ausgabe der Deux-Aes Bibel veröffentlichte der flämische Buchdrucker Gillis van der Erven 1562 in Emden. Bis zur Statenbibel von 1637 blieb die Deux-Aes Bibel die wichtigste Bibel für Reformierte. In reformierten Kreisen gab es aber auch einige Kritik an dieser Bibel. Vor allem in Bezug auf das Alte Testament wünschte man sich eine Ausgabe, die mehr mit den calvinistischen Überzeugungen übereinstimmte und man störte sich an den mundartlichen Ausdrücken, die Luther in seinen Kommentaren verwendete. Mehrere spätere Ausgaben versuchten, der Kritik bis zu einem gewissen Grad zu begegnen. In diesen Ausgaben wurden daher die Randbemerkungen ganz oder teilweise durch die der Genfer Bibel ersetzt. Infolgedessen begannen verschiedene Versionen der Deux-Aes-Bibel zu kursieren. Auch für die Geschichte der niederländischen Sprache ist die Bibel von großer Bedeutung. Viele aus dem Deutschen stammende Wörter wurden von der Deux-Aes Bibel in spätere Bibelübersetzungen übernommen und fanden so Eingang in die niederländische Umgangssprache. - Schöner Druck auf starkem Papier. Die zwei wiederholten Holzschnittbordüren mit Ansicht von Dordrecht im unteren Rand. Vereinzelt etwas fleckig. Aus dem Besitz von Ferdinand von Grünbühel und Strechau (1540-1607), oberster Erblandhofmeister in Steiermark, Oberster Erblandmarschall in Österreich und Steiermark, kaiserlicher Hofkammerpräsident und Geheimrat. Mit seinem großem Exlibris von Lucas Kilian nach Matthäus Gundelach im vorderen Innendeckel und seinem Wappen auf den Einbanddeckeln.
Very rare edition of the Deux-Aes Bijbel, the first Dutch reformed bible, translated by Godfried van Wingen (Old Testament) and Johannes Dyrkinus (New Testament). 4 parts in one volume (two parts with contininuous pagination), with 4 woodcut printer's device on 4 title-pages, woodcut border with view of Dordrecht on two title-pages. - Some spotting in places. Green coloured vellum around 1600 with gilt coat of arms, blind fillet stamping on covers and spine, handwritten title on spine; partly rubbed, gilding oxidised or rubbed, upper front joint somewhat torn. From the library of Ferdinand von Grünbühel und Strechau (1540-1607), with his large bookplate by Lucas Kilian after Matthäus Gundelach on the front inside cover and his coat of arms on the covers.
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"The Father of Medicine" (PMM)
Hippokrates, Octoginta volumina. 1525
Hippokrates. Octoginta volumina, quibus maxima ex parte annorum circiter duo millia Latina caruit lingua ... nunc tandem per M. Fabium Calvum Rhavenna ... latinitate donata. Rom., F. M. Calvus, 1525. Fol. (27,5:21 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 42 Bll., 733 (recte 732) röm. num. S., 2 (l.w.) Bll. Hprgt. d. 19. Jh. mit Rückenschild u. etwas Rückenvergoldung; berieben, gering fleckig, Deckel etwas beschabt, 1 Gelenk gering eingerissen.
EDIT16, CNCE 22511; PMM 55; Adams H-567; Heirs of Hippocrates 10; Durling 2320; Norman 1076; Osler 149; Stillwell, Awakening 406 u. 657; Waller 4495; Wellcome 3177. - Erste vollständige Ausgabe der Werke "des grössten Klinikers unter den Ärtzten... Die klinischen Beschreibungen sind ... bis heute klassische Darstellungen; mehr als tausend Jahre lang wurden keine solchen Aufzeichnungen mehr gemacht" (PMM dt.A.). Erschien 1 Jahr vor der ersten griechischen Ausgabe bei Aldus. Der Übersetzer Marco Flavio Calvo konnte sowohl auf ein Manuskript des 14. Jh. aus seinem eigenen Besitz, wie auch auf eines der bedeutendsten griechischen Hippokrates-Manuskripte aus dem 12. Jh. zugreifen. Beide befinden sich heute, zusammen mit den Manuskripten Calvos, in der Biblioteca Apostolica Vaticana. - Stellenweise gleichmäßig schwach gebräunt und gering stockfleckig. Titel am Kopf etwas knapp, mit Berührung der mittleren (größten) Kugel der Bordüre, beschnitten sowie etwas angestaubt und mit alten Besitzvermerken beiderseits der Bordüre und kl. Eintrag unterhalb der letzten Textzeile. Letzte 5 Bll. mit einzelnem kl. Wurmloch im Zentrum.
First edition of the collected works of Hippocrates, preceding the Greek edition of Aldus for 1 year. With fine woodcut title-border. "This is the first complete Latin edition of the works of the greatest of clinical physicians... Hippocrates first established an empirical system of medicine... He freed medicine from superstition and the influence of priestcraft... The clinical descriptions have remained classics and no such records were kept again for over a thousand years... The ideal of the humane and learned physician originates with Hippocrates and the 'Hippocratic Oath' still remains the classic expression of the duties, ethics and moral standards of the medical profession... Hippocratic methods were employed by the Greeks for centuries, but suffered an eclipse during the Middle Ages... The Renaissance and the classical revival brought the Hippocratic writings again to the forefront and they have remained an inspiration to medical research and ethics ever since" (PMM). - Mild tanning and some foxing in places. Title cut to the edge of the woodcut border at the top margin. Minor dust-soiling and 2 old owner's inscriptions to title-page. Single small wormhole to center of 5 last leaves. Bound in 19th. cent. half-vellum with red morocco label to gilt spine; minor rubbing and scraching to covers, one joint split at c. 5 cm.
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"Libro Curioso"
Bolanos, La portentosa vida de la muerte
Bolaños, J. La portentosa vida de la muerte, emperatriz de los sepulcros, vengadora de los agravios des altisimo, y muy señora de la human naturaleza de la humana naturaleza. Mexiko, J. de Jauregui Erben, 1792. Kl.-4to (20,5:15 cm). Mit gest. Frontispiz u. 17 Kupfertafeln. 12 Bll., 276 S. Ldr. d. Zt. mit Rückenschild u. Rückenverg., etwas berieben u. bestoßen.
Palau 37711. - Erste Ausgabe dieser Moralsatire, selten. "Libro curioso. Los grabados representan la danza de la muerte rudamente ejecutada". - Ränder stellenw. leicht fleckig, zu Beginn obere Außenecke mit Braunfleck. Front. verso mit Tintenvermerk (leicht durchscheinend).
Rare first edition of this Mexican dance of death. With engr. frontispiece and 17 engr. plates. - Some light marginal staining, heavier to upper outer corners at beginning. Ink note to verso of frontispiece (light shine-through). Bound in contemporary calf, gilt spine; somewhat rubbed and worn.
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Unbekannter Erstdruck mit Widmung von Quesnay
Quesnay, Observations de la saignée 2 Bde.
Quesnay, F. Observations sur les effets de la saignée, tant dans les maladies du ressort de la medecine que de la chirurgie, fondées sur les loix de l'hidrostatique avec des remarques critiques, sur le Traité de l'usage des differentes sortes de saignées, de Monsieur Silva. Paris, C. Osmont, 1730. (16,5:10 cm). Mit Holzschn.-Titelvign. 2 Bll., XII S., 1 Bl., 186 S., 3 Bll. Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. farb. Rückenschild, minimal berieben. - Dazu: Dass. (16,5:10 cm). 2 Bll., XIX S., 2 Bll., 186 S., 3 Bll. Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. farb. Rückenschild, minimal berieben u. fleckig. Zusammen in mod. Holz-Schuber mit farb. Lederintarsien u. farb. geprägtem Rtitel.
Seltene Streitschrift Quesnays über den Aderlass nach den Erkenntnissen Harveys über den Blutkreislauf. Hier in einem Widmungsexemplar im ersten Druck (?) der Erstausgabe und dazu in einem Exemplar der Erstausgabe (im zweiten Druck?). - I. Hirsch-H. IV, 699; Blake 368; vgl. Welcome IV, 455 (Vorstücke wie II.). - Erste Ausgabe. Wohl erster, von uns bibliographisch nicht nachweisbarer Druck mit nur 3 "Approbations des Censeurs Roiaux" (Burette, Croissant de Garengeot, La Peyronie) in den Vorstücken. Mit eigenhändiger Widmung von Quesnay "A Monsieur de Savallette de la pare de son tres humble Serviteur Quesnay" (Charles Pierre Savalette de Magnanville?, 1713-1797, Kämmerer der Königl. Schatzkammer) auf dem fliegenden Vorsatzblatt. Die berühmte medizinische Streitschrift des Chirurgen u. Ökonomen François Quesnay (1694-1774) gegen Jean-Baptiste Silva (1682-1742), den konsultierenden Arzt des Königs, richtete sich gegen Silvas These, ein kräftiger Aderlass, weit entfernt vom Krankheitsort ausgeführt, müsste die größte Heilwirkung haben. Quesnay wies über hydraulische Versuche nach, dass es bedeutungslos ist, wo der Aderlass stattfindet, denn der Druck sinkt, ganz gleich, wo das System geöffnet wird. Damit berief er sich auf die neue empirische Sicht des Blutkreislaufs nach den bahnbrechenden Entdeckungen von William Harvey (1578–1657) und gegen die noch vorherrschende medizinische Sicht Galens. Durch seinen Beweis erlangte Quesnay Berühmtheit u. wurde 1749 Leibarzt der Pompadour. - Stellenw. gering gebräunt. - II. Welcome IV, 455; Hirsch-H. IV, 699; Blake 368. - Erste Ausgabe. (Zweiter Druck?). Die Vorstücke sind hier erweitert auf 6 "Approbations des Censeurs Royaux" (Burette, Croissant de Garengeot, De Moriancourt, Petit, Malaval, Hynault), dazu ein Abschnitt "De la Dérivation" sowie 2 Zusätze betitelt "Remarque". - Gering gebräunt, stellenw. mit schwachem Wasserrändchen im unteren weißen Rand, 1 Bl. mit kl. Randeinriss, vereinzelt mit kl. Wurmgang mit etwas Buchstabenberührung.
Exceptional set of two first editions in presumably first and second printing. The first printing copy here with autograph dedication of Quesnay. The kind and extent of the preliminary pieces differ, whereby the first printing, which we cannot verify bibliographically, contains less preliminary pieces and 3 in part different "approbations" (see collation above). - Minor browning inplaces. Bound in contemp. calf, spine richly gilt, minor rubbing. Housed together in mod. wooden slipcase with embossed col. title to spine and col. leather inlays.
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Horae B. M. V. Um 1510
Horae B. M. V. (Les presentes heures a l'usaige de Rome). Lateinisches Stundenbuch. Auf Pergament gedruckt. Paris, (S. Vostre?, um 1510). 8vo (18:11,5 cm). Mit 13 (statt ?) blattgr. Metallschnitten sowie 5 kleinen Schnitten, sämtlich in prächtigem Altkolorit mit reicher Goldhöhung, ferner durchgehend in Rot, Blau u. Gold eingemalten Initialen u. Zeilenfüllern. Durchgehend unkolorierte ornamentale u. figürliche Bordüren. 89 (statt 130?) nn. Bll. Reich geprägter brauner Ldr. des frühen 20. Jahrhunderts mit Innenkantenvergoldung, Goldpapiervorsätzen u. Goldschnitt.
Vgl. Lacombe 158 u. 167 u. Bohatta 281 - Nicht eindeutig zu bestimmendes Stundenbuchfragment, ähnlich Lacombe 158 u. 167 sowie Bohatta 282. Kollation: A1, b1-9 (von 10), a-c8, d2-8, e-k8. Die Lagen a-k jeweils mit dem Markierungszeichen "P" bei der Signatur des ersten Blattes. Die großen Schnitte, mit in Gold u. Farben ausgemalten architektonischen Bordüren, zeigen Gefangennahme, Verkündung an Maria, Anbetung der Könige, Christi Geburt, Verkündung an die Hirten, Darbringung Jesu im Tempel, Kindermord zu Bethlehem, Tod Mariae, David und Uria, Totenerweckung, Kreuzigung, Pfingstwunder. Zu Beginn hier Blatt A1 mit ganzseitiger Illustration zu "De sanctissima trinitate" eingebunden. - Es fehlt die Anfangslage a1-8 mit Titelei und Kalender, die Bll. b10, d1 u. wohl die Lagen (bis auf A1) A-D8. - Stellenweise fingerfleckig, etwas fleckig u. gebräunt. b1, b2, b9 mit reparierter unterer weißer Ecke.
Printed on vellum. With 13 full-page hand-illuminated metal-cuts, 5 smaller hand-coloured cuts, a border of metal cuts around each page of printed text. Text not complete. - Fingermarking, some spotting and browning, repair to lower corner of three leaves. Bound in richly blind-tooled early 20th cent. morocco, gilt edges.
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Schöner, De iudiciis
Schöner, J. De iudiciis nativitatum libri tres. Nürnberg, J. vom Berg & U. Neuber, 1545. Fol. (31:21,5 cm). Mit 2 Holzschn.-Vignetten auf dem Titel, Druckermarke, 3 großen sowie zahlr. teils figürl. kleinen Holzschn.-Initialen. 8 nn., 152 röm. num. Bll. Blindgepr. Ldr. d. Zt., berieben u. mit Wurmspuren, Rückenverg. oxydiert, Vergoldung des Mittelstücks erneuert.
VD 16, S 3470; Adams S 681; Zinner 1884; Houzeau-L. 14195; Zinner 2901; Roller-G. I, 410; Dorbon 4436; Caillet 9997; Rosenthal 3532; Thorndike V, 367. - Erste Ausgabe seines astrologischen Hauptwerkes. Schöner (auch Schoener) war ein Förderer des Kopernikus, dessen Hauptwerk "De revolutionibus" er nur 2 Jahre zuvor mit herausgegeben hatte. Es war Schöner, an den Rheticus 1540 seine berühmte "Narratio Prima" gerichtet hatte. Die vorliegende Schrift, übrigens mit einem Vorwort Melanchthons (Hartfelder 384), gehört damit zu den frühesten astronomisch-astrologischen Druckschriften, die unter dem Einfluss der neuen Lehre herausgegeben wurden. "Schöner in 1545 printed another work of his own of considerable length, namely, three books on the judgments of nativities ... Schöner had been one of those who encouraged Copernicus to publish his magnum opus. Now in the present work, although preferring the method of Ptolemy in astrological judgments to those of subsequent astrologers, Schöner maintained that the Copernican system was not unfavorable to astrology" (Thorndike). Dorbon hebt den reichen Initialschmuck des Textes hervor, dieser mit Initialen aus verschiedenen Alphabeten (Totentanz, Rankwerk, Putten). - Stellenw. etwas gebräunt oder fleckig; hier u. da im Rand etwas wasserfleckig; Lage o in sich verbunden; Bl. 50v mit kl. Tintenzeichnung im Fußsteg; Bl. 49 mit Einriss bis knapp in den Text. - Titel mit Besitzvermerk des Johann Merz ("Mertz") von der Vils (ab 1646 Besitzer des Hammers in Schmidmühlen), freier Vorsatz mit Besitzvermerk seines Sohnes: "Inter suos habet me Paulus Philippus Merz de Vils".
First edition. - Some browning or staining in places, some marginal waterstaining here and there; quire o misbound; small ink sketch to lower margin of 1 leaf; marginal tear affecting text without loss to 1 leaf. Ownership inscription to title. Contemporary blindtooled calf, some rubbing and worming, gilt of spine oxidised, gilt of front cover renewed.
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Aus der Bibliothek Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg
Dilich, Kindtauff Elisabethen zu Hessen. 2 Tle. in 1 Bd.
Festbücher. - Kassel. - Dilich, W. (Beschreibung und Abriß dero Ritterspiel... etc. auff die fürstliche Kindtauffen Frewlein Elisabethen und dann auch Herrn Moritzen des andern am Fürstlichen Hoff zu Cassel). 2 Tle. in 1 Bd. Kassel, W. Wessel, 1601. Kl.-fol. (30,5:21 cm). Mit 2 rad. Titelbordüren, 44 Radierungen (9 blattgr., 16 doppelblattgr., 17 mehrf. gefalt., 2 im Text), 2 rad. Zwischentiteln, 1 rad. Druckervign., 1 Holzschn.-Porträt, 23 Holzschn.-Bordüren (Zwischentitel), 2 Wappenholzschn., sowie wenigen kl. Holzschn. im Text. 11 Bll., 81; 8 S., num. Bll. 9-52 (recte 53, Bl. 33 doppelt), 1 nn. Bl. Hprgt. d. Zt. mit hs. Rtitel, Vorderdeckel mit goldgepr Initialen u. Datierung "F(riedrich) H(erzog) z(u) S(achsen) / 1688", außerdem mit späteren goldgepr. Supralibros von Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen; berieben, Kanten bestoßen, Marmorpapierbezug verso mit kl. Fehlstelle, Gelenke stellenw. etwas angeplatzt.
VD 17 23:251890K; Andresen III, S. 307 ff. (ausführliche Tafelaufstellung u. Wiedergabe der Titel); vgl. Lipperheide Sbd 1 u. Ornamentstichkat. Bln. 2823 (beide nur Tl. 1). - Selten so komplette erste Ausgabe des zweibändigen prachtvollen Festbuches, das die beiden mit größtem Luxus gefeierten Fürstentaufen von Elisabeth (1596-1625) und Moritz (1600-1612) beschreibt und darstellt. Die von Wilhelm Dillich (1571-1650) eigenhändig radierten Tafeln zeigen die großartigen Festzüge mit historischen, allegorischen oder mythologischen Figuren und Turnierreitern mit Gefolge in acht Inventionen zum Ringelrennen, zwei Aufzügen zum Fußturnier und drei Aufzügen zum Balgenrennen sowie Feuerwerk, u.a.m . Die Darstellungen teils mit schöner Ansicht von Kassel im Hintergrund. Vorliegendes Exemplar mit dem Titelblatt der Ausgabe 1598 ("Historische Beschreibung der Fürstlichen Kindtauff Fräwlein Elisbethen zu Hessen &c. Welche im Augusto deß 1596. Jahrs zu Cassel gehalten worden") statt des Gesamttitels der vorliegenden 2teiligen Ausgabe von 1601. Der zweite Teil mit dem korrekten Zwischentitel "Das ander Buch von der Beschreibung dero Fürstlichen Kindttauff Hernn Mauritii des andern". Beide vorliegenden Titel mit radierter figürlicher Titelbordüre. - Die Anzahl der Radierungen weicht in den Bibliographien u. bei Vergleichsexemplaren ab, da die Faltbll. von mehreren Platten gedruckt wurden u. teilw. zusammengefügt oder als 2 Tafeln gezählt werden. In vorliegendem Exemplar wurden die Tafeln derselben Abteilungen der Umzüge jeweils zu Falttafeln zusammengefügt. Die längste davon mit den figürlichen Darstellungen der Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika entfaltet sich auf eine Länge von mehr als 3 Metern. - Schwach gebräunt, stellenw. gering braunfleckig, vereinzelt mit Wasserrand. Die Abzüge der Radierungen meist kräftig u. mit Plattenton, Falttafeln an den Montagekanten meist etwas leimschattig. 1 Falttaf. mit gr. Einriss im Bundsteg mit Bildberührung, 2 Falttaf. seitl. etwas knapp beschnitten, das letzte Blatt mit Eckausriss u. ausgeschnitten sowie auf das freie Vorsatzblatt montiert (Textverlust beim Druckvermerk, die rad. Druckervignette jedoch ohne Bildverlust), Text von Bl. 30 aus Tl. 1 gering angeschnitten. Vorsätze stockfleckig. S. 57-81 aus Teil 1 an den Schluss verbunden. - Provenienz: Aus der Bibliothek von Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1646-1691) mit dessen Initialen; ferner Vorderdeckel mit gekröntem "F" und Rückdeckel mit Wappen von Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen (1736-1834), der ab 1826 als Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg regierte.
Rare first expanded edition in 2 volumes. A splendid record of the festivals held at Kassel in 1596 and in 1600 in honor of the baptisms of Elisabeth (1596-1625) and Moritz (1600-1612) of Hessen-Kassel, children of Moritz (1572-1625) Landgrave of Hessen-Kassel, and the tournaments held at that occasion. With numerous etchings by W. Dilich. - Faint browning, minor staining or waterstaing in places. Etchings most in strong impressions, glue-shaddow to mounting edge of folding plates, tear to 1 folding plate touching image, 2 folding plates trimmed to outer margins, corner of last leaf torn with loss of imprint, cut out and mounted. Text of 1 page shaved. Foxing to endpapers. Part 1/p. 57-81 misbound to end of book. Bound in contemp. half vellum, ms. title to spine, rubbed, edges bumped in places, joints starting to crack in places. - From the libraries of Friedrich I. of Sachsen-Gotha-Altenburg (1646-1691) and Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen (1736-1834) with gilt initials and gilt coat of arms to covers.
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Letztes "gespartes Exemplar" von Piktor's Verwandlungen
Hesse, Piktor's Verwandlungen u. 6 Beilagen
Hesse, H. "Piktor's Verwandlungen. Ein Märchen von H. H." Typoskript. (Montagnola?) o. J. 4to (23,8:15,5 cm). Mit eigenh. Titel in aquarellierter Titelvign., aquarellierter Vign. mit Autorinschrift sowie 13 (1 ganzs.) Aquarellen über Federzeichnungen von Hermann Hesse. 14 S. (d. l. 2 w.) auf 7 Doppelbll. in Karton-Umschl. d. Zt., dieser etwas gebräunt u. fleckig. - Dazu: Ders. 2 Maschinenschr. Briefe mit eigenh. Unterschrift. Montagnola, im März (19)55 u. O.O. u. J. Mit 1 aquarellierten Federzeichnung. 2 S. auf 1 Doppelbl. in Briefumschl. u. 1 S. auf 1 Bl.
Einzigartiges Konvolut mit dem letzten von Hesse selbst veräußerten Typoskript des Piktor-Märchens mit dem dazugehörigen Schriftverkehr zur Provenienz. Gelangte bisher nie in den Handel.
Enthält: 1. Mileck X C-44. - Schönes illustriertes Exemplar. Eins der ca. 40 Typoskripte bzw. Manuskripte, die Hesse mit und ohne Illustrationen von 'Piktors Verwandlungen' eigenhändig angefertigt hatte (vgl. Mileck, S. 1122 u. II, 111,3). "Ich habe es in früheren Jahren manche Male abgeschrieben und Bildchen dazu gemalt, jedesmal etwas anders" (H. im Nachwort zur Faksimileausgabe der Handschrift 1954). Blatt zwei trägt handschriftlich das bekannte Novalis-Zitat sowie die Inschrift "Von der Hand des Autors" in farbiger Vignette. Der Text war erstmals 1922 für Ruth Wenger geschrieben worden, als Druck nur 1925 in sehr kleiner Auflage ohne Abbildungen erschienen. Die Aquarelle in kräftigen Farben, darunter blattgroß der in einen Baum verwandelte Piktor. - Das Büttenpapier ganz schwach knittrig im Falz. Mit zarter hs. Nummerierung in Bleistift. - 2. Hesses Brief vom März 1955 mit Aquarell (Tessiner Landschaft) an den Käufer des o.g. Typoskripts, Herrn Professor Walter Landauer (1896-1978, Professor für Tiergenetik an der Universität Connecticut bis1964). "Ihren Auftrag... habe ich glücklicherweise ausführen können, da ich vom Piktor-Märchen noch ein gespartes Exemplar, allerdings nur in Maschinenschrift, besass, das ich zu diesem Zweck gern hergebe. Ich lege für Sie noch ein Foto und die 'zwei Briefe' über das Glasperlenspiel bei.. Meine Beziehungen zu Amerika sind sehr schwach... zu neun Zehnteln Emigranten, also eigentlich Europäer". Erst Mitte der 60er Jahre wurden Hesses Novellen in den Vereinigten Staaten bekannt, errangen jedoch alsbald Bestsellerstatus (vgl. M. S. 108). Am Schluss schreibt Hesse über seine Befindlichkeit "ich bin am Ende des Weges und muss das meiste von dem, was ich gern täte, ungetan lassen". - Gut erhalten mit dem originalen Briefumschlag. - Der zweite Brief ebenfalls an Prof. Landauer mit Dank für den "lieben Brief mit dem Scheck. Ja, mit dem Bekanntwerden meiner Sachen in Amerika hat es keine Eile, auch für mich nicht", des weiteren über die unterschiedliche Rezeption seiner Werke in unterschiedlichen Ländern. - Gut erhalten. - Dazu: Maschinenschr. Briefabschrift von "Zwei Briefe über das Glasperlenspiel. (Vertraulich. Darf weder schriftlich noch im Druck weitergegeben werden.)". O.O. 1955. - 1 Foto-Postkarte mit Hesse-Büste, verso eigenh. signiert "Grüsse von H. Hesse" - Privatdruck "Antworten". (St. Gallen), Tschudy, 1958. - Waibler E 211 u. B 171. - Abschriften eines Briefes von Rudolf Pannwitz an Hesse ("Castello di Ciona, 7.1.1955") und von Hesses Replik ("Montagnola im Januar 1955") sowie deren erster Abdruck in "Antworten". - Das Typoskript geklammert u. gefaltet, gebräunt u. etwas fleckig, Titel mit kl. Einrissen im Falz; Postkarte u. Privatdruck tadellos. - Beiliegt: Eigenh. engl. Brief mit Unterschrift "Kaj Landauer". London, Dec. 1995. 1 Bl. Gefalt. in doppelblattgr. sign. Briefkarte. - Schreiben zur weiteren Provenienz des Hesse-Konvoluts. Schenkung an den derzeitigen Besitzer.
Unique autograph Hesse-Collection, including the last typescript of "Piktor's Verwandlungen" sold by Hesse himself. With manuscript title, 2 watercolour vignettes and 13 (1 full-page) watercolour illustrations by Hermann Hesse. Together with 2 associated typescript signed letters (1 with watercolour view of Tessin) to the collector as well as 1 typescript of 2 (till then) unpublished letters and 1 postcard with manuscript greeting on verso. Never before on the market. - The 6 documents in total prove the changing provenance of the Piktor typescript until 1995, ultimately as a donation to the current owner. Unique collection in fine condition.
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Eine bedeutende Reformschrift und ein bedeutendes Volksbuch
Reformatio Sigismundi + Gesta Romanorum. Handschrift
Reformatio Sigismundi. Deutsche Handschrift auf Papier. O.O., ca. 1460. Fol. Blattgr. 28:19 cm, Schriftspiegel ca. 25,5:15 cm. 51 Zeilen. Kanzleischrift in brauner Tinte. Leerraum für Initialen. 11 Bll. - Angebunden: Gesta Romanorum deutsch. Deutsche Handschrift auf Papier. O.O., ca. 1460. Schriftspiegel ca. 25,5:13,5 cm. 30-35 Zeilen. Kanzleischrift in brauner Tinte, zu Beginn Kapitelüberschriften in roter Tinte. Minuskeln für Initialen. 27 Bll. Mod. Wildlederband.
Zwei bedeutende deutschsprachige Werke, die zwar im 15. Jahrhundert weitverbreitet waren, im Handel aber kaum je auftauchen. - I. Die Reformatio Sigismundi, ein 1439 auf dem Konzil zu Basel von einem unbekannten Autor auf deutsch verfasster Text, gehört zu den wichtigsten Reformschriften des späten Mittelalters. Gefordert werden Reformen in der Kirche wie im Reich, etwa die Einführung der Priesterehe, Beschränkungen der Einkünfte von geistlichen Würdenträgern, Stärkung der Reichsstädte etc., zum Teil in drastischen Worten. Zur Wirkmächtigkeit der Reformatio Sigismundi, die sich wohl noch auf die Bauernkriege erstreckte, sowie vor allem zur Überlieferung des Textes und zu den verschiedenen Handschriften und Handschriftengruppen vgl. die Einleitung in: H. Koller (Hrsg.), Reformation Kaiser Sigmunds, Stuttgart 1964 (= MGH, Staatsschriften des späten Mittelalters, Bd. 6). Die vorliegende Handschrift gehört zur Gruppe V, zu der auch der Erstdruck bei Johann Bämler 1476 zählt. 16 Handschriften der Reformatio Sigismundi waren 1964 bekannt, der Handschriftencensus kennt heute 20.
Die vorliegende Handschrift enthält, in sich vollständig, etwa die erste Hälfte des Textes. Er bricht ab im Abschnitt über Beginen und Nollharten (Lollarden) und endet: "(...) der tůt wider alle cristenliche werck wann wend sy aine(n) schein tragen den tragen..." (MGH, S. 219, Z. 11). Nachfolgend einige charakteristische Passagen, dahinter jeweils in Klammern die entsprechenden Stellen in der Edition der MGH:
"(A)llmechtiger schopffer himels und der erden gib krafft u(n)d tů gnad gib weyshait zu volpringen nach der aller saligesten stant und ain ordn(u)ng ze habn gaistlichs u(n)d weltlichs states" (MGH 51, 16-20). - "Ir sullent wisse(n) was das Hailig Concili ze Bassel gesamnet ist es sol da gescheh(e)n ain rechte reformacio des gaistlich(e)n und weltlichen stats" (MGH 55, 3-5). - ... "was aber das patromoniu(m) sey sant petters das horent Item von Antoniano. Item von spolitano. Item von nappels. Item von paru(ß) [?] verzar poloni und von and(er)n h(e)rschefften und Gravffschefften ... Item darzů Cylii Avion und menge herschafft darzů das auch menige Hundert taussent guldin tätte" (MGH 61, 31-37 u. 63, 5-7). - "Darumb sol man verhiet(e)n das man kainen paubst mer mache von den orden Quia est special(is) et no(n) g(e)n(er)al(is) … (N)un sol man wissen und merck(e)n wie des pabst hoff mit den gulten stan sol man hat wol gehort in dem anfang wz zů dem hof gehöret das er vil menig Hundert tauset kamer guldin gult hat" (MGH 101, 9-12 u. 29-33). - "Daru(m)b das er aber versechen werd so ist es nötig man leb als man ze Orient lebet und yn yspania da die priester weiber nement" (MGH 151, 7-10). - "Aber das er sein rainikait ubersech und nit keusch plibe so sol man in nit mer lassen mesß han bey bůs drey monat in dem Kercker mit wasser und mit prot" (MGH 153,18-23). - "(N)un heb ich an von den Benedetten und B(er)nhardi(e)n das zween hört ord sind … und betriegent den Bäpst man solt den Notari prennen der soliche Instrumen macht" (MGH 187, 21-23 u. 189, 19-21). - "(I)tem es sind auch das ist ain ord die nennent sich gaistlich thům h(e)rn die nement sich an und besingent die pfarrkirche(n) und meinent gar frey ze sein und sind Doch münich als die vord(e)n… Si sitzent yetz mit Junckfrawen und kindern recht als weltlich priester das ain ungehorte sach wol ist" (MGH 203, 29-34 u. 205, 4-6). - "(I)tem all frawen closter sol man beschliessen und sol man jarlichen ainer geben dreyssig guld … (I)tem sy sollent im closter ain schůl han das sy lerne(n) Gra(mm)ati(cam) und die haylig(e)n geschrifft etwas verstan si mug(e)nt bas studier(e)n wann die man" (MGH 209, 15-17 u. 211, 2-5).
II. Die Gesta Romanorum, eine Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts auf Latein verfasste Exempelsammlung, war in lateinischen wie volkssprachigen Versionen weitverbreitet; Boccaccio, Shakespeare wie Hans Sachs nutzen sie als Stoffsammlung. Die Geschichten sind zum Teil in der Antike, zum Teil im Mittelalter angesiedelt, auch ferne Länder kommen vor. Vorliegender Text ist moralisiert, d.h. der eigentlichen Geschichte folgt eine geistliche Auslegung ("Der gaistlich syn"). Nachfolgend geben wir die Kapitelüberschrift wieder, soweit vorhanden (Kap. 25-29), danach die Kapitelanfänge. Die Blattzählung folgt der Bleistiftfoliierung (das verkehrt herum eingebundene Bl. 13 in Reihenfolge der Kapitel berücksichtigt): 13v: (25). Von aine(m) kunige der fragte w(a)z d(a)z sterckste we(re) in der werlt mercke das xxv Capittel. - (26). Von vier ainsidel was tugent ir yeglich(er) an Im hette un(d) weliche tugent der wir gote an genem wer mercke das xxvi Capittel. - 13r: (27). Von aine(m) kunige der hett ain frawen Di was im auz d(e)rmazz(e)n lieb un(d) si gewan drey sun pey and(er)n mannen un(d) den viert(e)nbei d(e)m kunige xxvii. - 14r: (28). Von ain(e)m diebe D(er) auf betrigliche wort liez und viel in ain haus un(d) prach ain pain und ain arm mercke wie sich das v(er)lieff das xxviii Capittel. - 15r: (29.). Von aine(m) Ritt(er) d(er) do sein h(e)r(n) dem kunige erzürnet hatte wie er wid(er) zu hulde kam m(er)ck xxviiii Cap(itel). - 16v: (30). (E)s waren Zu ainer zeit Cwen leiblich bruder der ain was ain pfaffe der ander ein laye. - (31). (D)er kunige von Tartarie der hett die drey kunige in grossen eren die uns(erm) h(e)r(n) ich(es)u cristo das opffer pracht(e)n. - 17r: (32). (V)alerius der maister schreibet Das der kayser Zelongus satzt ein gepot wer ain junckfraw ertörte ir junckfräulikait oder notzogete. - 18r: (33). (A)llexander der grozze kunige der zoch zů ainer zeit in den hof des kuniges von indian. - 18v: (34). (T)ytus der kunige Regniert in der Stat zu Rome und satzte da ein gepote das alle Romere sollt(e)n veiren den tage als sein erster sun gepor(e)n ward. - 20v: (35). (G)enogarus der kayser gabe ein gepote wo ain ubeltet(er) wurde pracht für ainen richt(er)n das man den töten solte. - 21r: (36). (E)zechias der kunige der hätte drey süne die waren im alle geleich liep. - 22v: (37). Darius was ein kunig zů Rome und der hett drey sün und die waren im lieb do er sollte sterb(e)n. - 23v: (38). - (D)er kayser Domanus der herste vil jar do der lage in seinem pette do ward sein hercze erhab(e)n. - 26v: (39). (M?)ambrial [statt Hannibal] was manig jar ain kunig ze Rom Und hett nicht mer denn ain tochter die was im austermass(e)n lieb. - 30v: (40). (T)yberius ain kayser zů Rome des groste fräde was das er můste hören süß gedöne als saitenspil. - 31r: (41). (C)laudius der kayser hett ain ainliczige tochter die was im lieb. - 32v: (42). (M)ayus der was ain kayser zů Rome der war gar weise und in seinem reiche was ain frawe die hiez florentina. - 33v: (43). (T)heodorus ain kayser zů Rome der was weize un(d) was doch plint word(en). - 34v: (44). (M)an vindet geschrieb(e)n das ein künge hette ainen leven und ein levinne und ainen lebart(e)n. - 35r: (45). (T)royanus der was ain kayser zů Rome und hette ainen garten Do waren manicherley pawme aingepflantzet. - 35v: (46). (A)nthonius was ain kayser Zu Rome der hett drey tug(e)nt an im. - 36v: (47). (P)ompeyus was ain kayser Zu Rome in seinem reiche was ein frawe die was außermass(e)n schöne. - 37r: (48). (E)z waren ains tags drey gesell(e)n die gieng(e)n über velt mit ain ander. - 38r: (49). (L)uceus der do regnieret zu Rome Der gepote ain gesecze wer des and(eren) kint neme. - Die Kapitelabfolge enstpricht der in der Handschrift cod. M 55 der Landesbibliothek Dresden (vgl. Osterley, Gesta Romanorum [1872], S. 199ff., Nr. 25-49). Nach Hommers, Gesta Romanorum deutsch (1968) gehört vorliegende Handschrift zur Untergruppe IIe, zu denen aus der Dresdner Landesbibliothek die Handschriften M 55, M 204 und M 205 gehören (= D6-D8) sowie aus der BSB München cgm 579 (= M4), alles ostmitteldeutsche Handschriften (Hommers S. 41-44 sowie die Textproben aus Kap. 34 ab S. I). Vorliegender Handschrift fehlt der Text vor Kapitel 25. Sie scheint nicht vollendet worden zu sein, da der vorhandene Text auf einer Rectoseite endet und die Überschriften in Rot nur zu Beginn ausgeführt wurden.
Zustand und Vollständigkeit: Die Texte sind von jeweils einer anderen Hand geschrieben. Das Wasserzeichen des Papiers ist in beiden Handschriften gleich: Turm mit Zinnen, zwei Fenstern, Tor und Dach). Vorgebunden ist ein weißes Blatt mit dem von späterer Hand geschriebenen Titel: "Historiae parabolicae / et /aliae glossae Ecclesiasticae. / de reformatione" sowie zwei Signaturen in Bleistift, davon eine gestrichen. Dieses Blatt ist wasserrandig und recto angestaubt. Alle Blätter sind neu in Bleistift foliiert, so dass 1r der Gesamttitel ist, Bl. 2r-12v die Reformatio Sigismundi enthält und 13r-39r die Gesta Romanorum. - Bl. 13 u. 24 verkehrt herum eingebunden. Insgesamt etwas gebräunt u. meist etwas fleckig; (II) mit ergänzten Randausrissen, Bll. 14, 15, 22 u. 24 mit Verlust von zusammen wenigen Buchstaben; Bll. 11 u. 12 mit je einer hinterlegten Läsur, dadurch geringer Buchstabenverlust. Unsere Handschrift weist gegenüber den in der Forschung bekannten umfangreicheren Fassungen beider Texte Lücken bzw. auch fehlende Passagen auf, jedoch ist der tatsächliche ursprüngliche Umfang bzw. die exakte Blattanzahl unserer Handschrift für uns nicht feststellbar.
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(Holbein), Imagines mortis + Grataroli, De memoria
(Holbein, H.). Imagines mortis, duodecim imaginibus praeter priores, todidemque inscriptionibus, praeter epigrammata è Gallicis à Georgio Aemylio in Latinum versa, cumulatae. Lyon, J. Frellon, 1547. (15:10 cm). Mit 53 Holzschnitten von H. Lützelburger u. a. nach H. Holbein d. J. u. Druckermarke auf dem Titel. 96 nn. Bll. - Vorgebunden: G. Grataroli. De memoria reparanda, augenda, servandaque... Item, de praedictione morum naturarumq(ue) hominum facili, ex inspectione partium corporis, selectum opusculum. Zürich, A. Geßner und R. Wyssenbach, 1553. Mit Druckermarke am Schluß. 78 num., 2 nn. (d. e. w.) Bll. Flex. Prgt. d. Zt.; fleckig, etwas wellig, Rückdeckel mit Fraßspuren, Bindebänder entfernt. In mod. Holzkassette mit Bein-Einlagen und Rückentitel.
I. Adams D 74; Mortimer 287; Massmann 15, 7; Minns 221; Murray 248; Hollstein XIVa, 205, 99; nicht bei Baudrier. - Wohl der erste von zwei lateinischen Drucken dieses Jahres. Der andere Druck unterscheidet sich durch den abweichenden Titelbeginn "Icones mortis" sowie den vollständig geänderten Textsatz. Im vorliegenden Druck sind lediglich die Verse unterhalb der Holzschnitte in kursiven Lettern gesetzt, im anderen Druck ist nahezu der gesamte Text kursiv gesetzt. Zu den 41 Illustrationen der französischen Erstausgabe von 1538 kamen seit 1545 acht weitere Kompositionen mit dem Tod sowie vier Darstellungen eines Kindertriumphzuges hinzu. Von den jetzt 53 Holzschnitten wurden 42 von Lützelburger geschnitten. Mit den nachfolgenden Texten ab Bl. D6, darunter "Medicina animae" und C. Cyprianus, Sermo de mortalitate (im Index auf dem Titel verso noch falsch: "de immortalitate"). - Stellenweise etwas fingerfleckig, Bll. E1-E8 des Textteils mit schwachem Wasserfleck im Rand. - II. VD 16, G 2892; Adams G 1028; Vischer I, 47; Young, Memory 138; Thorndike V, 606f. - Erste Ausgabe der bis ins 17. Jahrhundert häufig aufgelegten Schrift des ital. Alchemisten und Artztes (auch: Gratarolo, Gratarolus). "A treatise on restoring, increasing and preserving the memory, and upon artificial memory" (Thorndike), sowie über Pysiognomie. - Wasserfleckig, vereinzelte blasse Braunflecken. - Vorderes freies Vorsatz mit hs. Besitzvermerk "Petri Britonis & Amicorum" sowie des französischen Humanisten François Le Proust (1548-1615). Innendeckel mit alt in Tinte eingemalten Wappen. Hinteres freies Vorsatz mit hs. Zusatz d. Zt. in französ. Sprache.
I. One of two Latin editions printed in 1547. The other being titled 'Icones mortis' and printed almost throughout in italic type, whereas the present is printed in Roman type except the verses below the woodcuts. With 53 woodcuts in text after Hans Holbein, 42 cut by Hans Luetzelburger and printer's device on title-page. - Occasional thumbing, faint marginal waterstaining to 8 leaves of text. - II. First edition. On memory and physiognomy. Bound in at front. - Some waterstaining. Bound in contemp. limp vellum; stained and wrinkled, some biopredation to back cover, lacking ties. Contemp. owners inscriptions and notes to free endpapers, contemp. coat of arms in ink to front inner cover. Housed in modern wooden box with white bone inlays and title to spine.
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Reuter (Reitter), Mortilogus
Reuter (Reitter), K. Mortilogus. Epigrammata ad eruditissimos Vaticolas, Hexastichon pro stemmate illustris comitis domni Henrici Caenobii Caesareae fundatoris. Augsburg, E. Oeglin und G. Nadler, 1508. (19,5:14 cm). Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel und 9 Holzschnitten im Text. 34 nn. Bll. Moderne Broschur aus Goldbrokatpapier d. 18. Jh.
VD 16, R 1519; Adams R 341; Muther 1002; Proksch I, 79; Alden-L. I, 508/13. - Erste und einzige Ausgabe der Sammlung lateinischer Gedichte über den Tod. Sehr selten. Besonders interessant ist eine Ode an Maria zum Schutz vor der Syphilis: "Carmen ... ad clementissimam dominam nostram Mariam ut nos a gallico morbo intactos preservet incolumnes". In dieser wird in den Zeilen "Quosq(ue) germanos aloiq(ue)gentes orbe sepultas | Quim domum solis perhibent utranq(ue) | Quadripartitum penitusq(ue) mundum | Hancce tam saevam penetrasse tabem omnibus unam" wohl zum ersten mal in der Literatur, Amerika (alio orbe) in Verbindung mit der Syphilis genannt, jedoch ohne von einer Herkunft der Krankheit aus der Neuen Welt zu sprechen. Gleichzeitig enthalten die Zeilen einen Hinweis auf die Annahme eines neuen, vierten Kontinents (quadripartitum mundum). Enthält weiterhin Epigramme an und von J. Locher sowie 3 Gedichte an C. Celtis. Der die Ode über die Syphilis illustrierende Holzschnitt zeigt Maria, die ihren Mantel schützend über Papst, Kardinal, Kaiser u. König ausbreitet. Die übrigen Holzschnitte mit Motiven die an Totentanz und Ars moriendi Ausgaben erinnern. "Alle Blätter sind gut gezeichnet und im Schnitte trefflich ausgeführt" (Muther). - Gleichmäßig schwach gebräunt, ganz vereinzelt gering fleckig. Wenige zeitgenössische Marginalien und kurze Anstreichungen in Tinte. Titel mit Rasurstelle im Rand und aufgehelltem Nummerneintrag in Tinte im Fußsteg. Blatt a4 mit Loch durch Papierfehler im Kopfsteg. Die letzten 3 Verse, wie auch in den digitalisierten Vergleichsexemplaren, alt mit Tinte ausgestrichen.
First and only edition. Scarce. Woodcut with coat-of-arms to title page and 9 woodcuts in the text, mainly depicting Dance of Death and Ars morituri scenes. Of high interest is a poem mentioning America in connection with Syphilis, without saying that the disease had been brought from there. One line also is defining the world to be of 4 parts, showing that the lately discoverd lands are regarded a new continent. - Slight equal browning, little occasional stains. Few contemp. marginalia and short underscorings in ink. Marginal abrasion and faint ink number to title page. Hole from paper flaw to top margin of leaf a4. Similar to other copies the last 3 rhymes crossed out in ink. Bound in modern wrappers made of 18th cent. brocade paper.
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Geiler von Kaisersberg, Sermones prestantissimi
Geiler von Kaisersberg, J. Sermo(n)es Prestantissimi Sacrarum literarum ... de te(m)pore et de s(an)ctis accomodandi. Straßburg, J. Grüninger, 1515. Fol. (29:21,5 cm). Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, 6 (1 ganzseit.) Textholzschnitten u. zahlr. Initialen. 6 nn. Bll., num. Bll. III-CXVI (recte CCXVII; so komplett). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln; beschabt u. etwas fleckig, zahlr. gefüllte Wurmlöcher, Rücken mit teilw. restaurierten Einrissen, Schließen u. Beschläge entfernt.
VD 16, G 799; Minns 194; Dacheux 63; Goed. I, 401, 17; Kristeller 155; Muller 35, 126; Muther 1435. - Seltenere von zwei Varianten der zweiten Ausgabe der von J. Biethenus erstmals im Vorjahr herausgegebenen Predigtsammlung Geilers über den Tod. Besonderen Wert erhält der Druck durch seine "sehr bedeutenden" (Muther) Totentanzdarstellungen. "Es sind Totentanzscenen von ergreifender Wirkung und packender Sittenschilderung" (Kristeller). Mit einigen Fehlern in der Foliierung. In der vorliegenden Variante der Teil "Sequitur tractatus de dispositione ad felicem mortem per modum Alphabeti predicatus" separat (I)-XL foliiert (folgt auf fol. CXLVIII) und mit eigener Lagenbezeichnung aa6-gg6. Der wiederholte Abdruck eines Holzschnitts auf fol. CLXXXVI der anderen Druckvariante (VD 16, G 800) wurde in dieser Variante nicht vorgenommen. - Gering, stellenweise etwas stärker gebräunt. Durchgängig mit wenigen (zu Beginn mehr) sämtlich zugelegten Wurmlöchern, dabei die betroffenen Stellen der Holzschnitte und Lettern hervorragend restauriert. Vereinzelt stock- bzw. fingerfleckig, teilweise im Rand etwas wasserfleckig. Titel mit gestrichenem hs. Besitzvermerk des Klosters St. Ulrich u. Afra in Augsburg im Kopfsteg, hs. Besitzvermerk (dat. 1814) im Mittelfeld, dort mit kl. Tintenverwischung in die Bordüre. Vorderer Innendeckel bei der Restaurierung mit passendem Papier kaschiert, ein gest. Exlibris von Henry Cooper Key (1819-1879) dort wieder montiert.
Scarce variant of the second edition. With fine woodcut title-border and 6 (1 full-page) woodcuts, mainly with dance of death scenes. - Minor, occasionally somewhat heavier tanning, some thumbing, foxing and marginal waterstaining in places. Minor, mainly marginal worming, somewhat more severe on the first few leaves, all skillfully filled and expertly restored insofar as they affect the woodcuts or the letters. Crossed out contemp. ownership inscription of the Augsburg Monastery of St. Ulrich & Afra and 19th cent. ownership inscription to title page (the latter with faint ink blurring to woodcut border). Front inside cover laminated with matching paper during restoration, an engraved bookplate by Henry Cooper Key remounted there. Bound in contemp. blindtooled pigskin on wooden boards; some rubbing, scratching and staining, filled worming, metal mounts and clasps removed, partly restored tears to spine.
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(abgelaufen)
Redouté, Les Roses. 1824-26
Redouté, P. J. Les Roses. Décrites par C. A. Thorry (sic). Paris, Panckoucke, 1824(-1826). Gr.-8vo (23,5:16 cm). Mit 160 Farbstichtafeln mit Retusche. 2 nn. Bll. (Vortitel & Titel), 4 S. (Prospekt), 196 nn. Bll. (Tafelerklärungen). Hldr. d. späten 19. Jh. mit goldgepr. Rückentitel, Rückenvergoldung u. Kopfgoldschnitt; etwas berieben. Gelenke teilweise hinterlegt, Rücken am Kopf ergänzt, Vorsätze erneuert. Mod. Pp.-Schuber.
Nissen, BBI 1599; Stafleu-C. 8749; MacPhail 40; Stock 2369. - Zweite Ausgabe, die erste in Oktav und mit neuen Tafeln in 40 Lieferungen 1824-1826 erschienen. Lediglich Lieferung 23 wurde verspätet im Januar 1827 ausgeliefert. "Les planches seront coloriées sous les yeux de M. Redouté. Les dessins ont été gravés de nouveau et réduits du format in-folio au format in 8°" (Prospekt). "The text is much revised; & gives more information about rose culture" (Stock). Die Textblätter, je 1-2 zu jeder Tafel, umfassen hier 10 Bll. mehr als die Kollation bei Stock ergibt. Bei folgenden Lieferungen weicht unsere Zählung von Stock leicht ab: Liefg. 3 (a-c, d3); 8 (a-b, c2-d2); 17 (a2, b, c2, d); 25 (a-b, c2, d); 26 (a-b2, c, d2); 33 (a-c2, d); 35 (a-d); 36 (a-d). - Leicht gebräunt; Text stockfleckig, die Tafeln meist nur gering betroffen.
Second, first octavo edition. With 160 plates of stiple engravings printed in colour and finished by hand, bound in 1 volume. - Mild browning; foxing to text, minor foxing to plates, mainly affecting the margins. Late 19th cent. half-calf, gilt title to spine, top edes gilt; somewhat rubbed, joints and head of spine repaired. Recent slipcase.
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(verkauft)
Ensor, Le Mort
Ensor, J. La mort poursuivant le troupeau des humains. Radierung. 1896. 23,5:17,5 cm. Unten links in der Platte signiert sowie unterhalb in Bleistift betitelt, signiert u. datiert.
Taevernier 104, II (von III). - Groteske Szene in der Tradition der flämischen Totentänze. Zustand vor Hinzufügung einer weiteren Figur auf dem Balkon links und der Jahreszahl in der Platte. Verso in Bleistift betitelt. - In den Ecken vier winzige Nadellöchlein. Oberecken auf der Vorderseite mit leichten Montagespuren u. rückseitig mit Klebestreifenresten. Verso Bleistiftkritzelei u. kl. Sammlungsstempel von Bauweraerts, Antwerpen.
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(verkauft)
Miniature in the Style of Jean Fouquet
Horae B. M. V. für Tours, um 1475
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für das Erzbistum Tours mit französischen Zusätzen nach dem Gebrauch von Rom bzw. Paris. Manuskript auf Pergament. Wohl Paris, um 1475. Blattgr. 14,8:10,3 cm, Schriftspiegel 8,7:5 cm. 14 (Kalendar: 18) Zeilen, rot regliert. Mit braunen Tinten in Textura geschrieben, Hervorhebungen in Rot, Versalien gelb schattiert. Mit noch einer großen Miniatur mit dreizeiliger Initiale unterhalb, umgeben von dreiseitiger Bordüre, 1 vierzeiligen, 4 weiteren dreizeiligen, über 200 zweizeiligen, zahllosen einzeiligen Initialen und Zeilenfüllern, alles in Gold und Farben eingemalt. 247 (statt 261?) Bll. Moderner roter Maroquinband mit goldgeprägten Deckel-, Rücken-, Steh- und Innenkantenfileten, Rückentitel und älterem Goldschnitt. In roter Lwd.-Kassette, diese etwas verblasst und Gelenke etwas eingerissen.
Interessantes Stundenbuch in lateinischer Sprache mit einigen Gebeten und rubrizierten Überschriften in Französisch, letztere wohl nachträglich über Rasurstellen eingefügt. Leider stark in sich verbunden und von den Illuminationen nur noch die Miniatur zum Totenoffizium erhalten. Im Kalendar die bedeutendsten Heiligen für Tours hervorgehoben: St. Gatian (18. Dez. u. 2. Mai), St. Martin (11. Nov. u. 4. Juli), St. Briticus (13. Nov.)., St. Avertinus (5. Mai), in den Heiligenmemorien erscheinen die Heiligen Gatian, Martin und Avertinus, in der Litanei St. Briticus. Das Marienoffizium in der Prim nach dem Gebrauch von Paris ("Benedicta tu" und "Felix namque"), in der Non nach dem Gebrauch von Rom ("Pulchra es" und "In plateis").
Illumination: Die einzig erhaltene Miniatur ist von außergewöhnlicher Qualität. Sie zeigt den skeletthaften Tod auf einem Sarkophag sitzend, in seiner linken Hand drei überdimensionale Pfeile, in seiner Rechten die Werkzeuge des Totengräbers. Der Raum wird links durch einen architektonischen Block aus antikisierenden Säulen gestaltet, rechts führt der Blick nach draußen über eine Mauer. Die Behandlung des Raums, Gestaltung des Sarkophags und der Säulensockel in camaïeu d'or, die Auffassung der Figur des Todes und die übersteigerte perspektivische Behandlung des Bodens lässt auf eine Entstehung in der Werkstatt des Jean Fouquet, des wohl bedeutendsten französischen Miniaturmalers seiner Zeit, schließen. Die Initialen durchgängig in Flüssiggold auf zweifarbigem Grund der mit feinem weißem Federwerk verziert ist. Wenige Drolerien oder mit Federwerk versehene Versalien die sich über den Satzspiegel erheben.
Kollation: Duchgängig mit moderner Foliierung in Bleistift, diese jedoch inkorrekt (Nr. 89 u. 152 doppelt, Nrn. 16, 61, 99, 134, 168, 188, 195 u. 246-254 ausgelassen). Urprünglich in der Heftung i-ii6, iii-iv8, v5 (so kompl., Bl. 4 als Einzelblatt), vi-xxxiii8, xxxiv4, müssten die foliierten Blätter jetzt in die Reihenfolge 1-12, 105-133, 149-162 (fehlen 2 Bll.), 62-87 (fehlt 1), 88-98 (fehlt 1),163-167 (fehlen 2), 169-171 (fehlt 1), 172-175 (fehlt 1), 135-139 (fehlt 1), 140-148 (fehlt 1), 100-104 (fehlt 1), 196-199 (fehlen 2), 13, 15, 14 (fehlt 1), 176-194, 232-236, 37-60, 216-231, 237-261, 17-32, 200-215 und 33-36 gebracht werden um die korrekte Abfolge zu erzielen. Neben den üblichen auch einige ungewöhnliche Texte wie: Stundengebet zu Mariä Empfängnis, Stundengebet für die Hl. Katharina und Gebete an die Heiligen Denis und Katharina.
Zustand: Schwach gebräunt, stellenweise in der unteren Außenecke etwas fingerfleckig, vereinzelt gering braunfleckig. Gelegentliche kleine Löcher und Abdruckstellen im Rand, die von ehemals dort montierten Pilgerzeichen stammen können. Bl. 245 mit ergänzter Fehlstelle im Fußsteg. Vereinzelte Randeinrisse oder Pergamentfehler im Rand.
Provenienz: Erstes Blatt mit Resten des Namenszugs "Pinelli" in Tinte im Kopfsteg (möglicherweise der 1601 gestorbene Giovanni Vincenzo Pinelli aus Padua oder Mafffei Pinelli aus Venedig, dessen Sammlung 1789-90 in London versteigert wurde); Jesse H. Metcalf (1860-1942, US Senator von Rhode Island); John Carter Brown Library (Schenkung 1947 von Louisa Dexter Sharpe Metcalf. Siehe: C. U. Faye & W. H. Bond. Supplement to the Census of medieval and renaissance manuscripts in the United States and Canada, 1962; S. 496, Nr. 43); Auktion 'Western Illuminated Manuscripts', Sotheby's 1981, Los 1; schweizer Privatsammlung.
Latin Book of Hours for the Archdiocese of Tours according to the use of Paris resp. Rome from the second half of the 15th century. Manuscript on vellum. With one large miniature in an arched compartment with a full border of flowers and colured acanthus leaves and a 3-line initial below, 1 four-line, another 4 three-line, more than 200 two-line and numerous one-line initials and line-fillers, all painted in with gold and colours. The initials and line-fillers throughout in burnished gold on two-colour (red and blue) ground with white tracery. 247 (of 261) leaves. Considerably misbound, lacking all illuminated leaves exept for the one opening the Office of the Dead, showing the figure of Death seated on an open tomb, holding 3 enormous arrows and implements for digging graves, with a block of classical pillars and a view to a garden in the background. This miniature can be attributed to the atelier of Jean Fouquet, one of the greatest miniaturists in France at the time. - Minor browning, little thumbing to lower outer corner in places, occasional faint brownish spots. Little off-setting and small holes to margins of few leaves, probably caused by pilgrim badges once attached there. Restored chip to bottom margin of leaf 245, few marginal tears or parchment flaws. Bound in modern red full-morocco, gilt fillets to spine, covers and turn-ins, edges gilt. Housed in red cloth clamshell box, little worn.
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(verkauft)
Exemplary Baroque Dance of Death
Valvasor, Theatrum mortis humanae
Valvasor, J. W. Theatrum mortis humanae tripartitum... Das ist: Schau-Bühne deß menschlichen Todts in drey Theil. 1. Theil Der Toden-Tantz. 2. Theil Underschidliche Todts-Gattungen. 3. Theil Der Verdambten Höllen-Peyn, vorstellend. Laibach u. Salzburg, J. B. Mayr, 1682. 4to (20:15,5 cm). Mit gest. Frontispiz sowie 120 Textkupfern mit Bordüren nach J. Koch von A. Trost. 3 Bll., 255 S. Blindgepr. dunkelbrauner Maroquinbd. um 1900 (sign. Townsend, Sheffield) mit goldgepr. Rückentitel u. Goldschnitt, stellenw. leicht berieben, vord. Innengelenk leicht gelockert.
VD 17 39:150265P; Thieme-B. XXI, 78 (Koch) u. XXXIII, 432 f. (Trost); Hagstrøm online (ausführlich); Minns 257; Massmann 47, D.1 (nur Tl. 1); Oppermann 1195. - Seltene erste Ausgabe, einer von 2 Drucken im gleichen Jahr, vorliegend Variante mit "Cum figuris..." u. Verfasserangabe "Valvasor/Lib. Bar." auf dem Titel. Mit fein ausgeführten Stichen mit reizvollen Bordüren mit Tier-, Früchte- und Blumenmotiven. Der erste Teil mit einer exemplarischen barocken Totentanzfolge in 54 Kupfern, bei denen es sich um freie Nachstiche von Holbeins Totentanz, genauer gesagt um Nachstiche von Arnold Birckmanns Holzschnitten nach Holbein handelt (s. Hogstrøm). 35 Kupfer im 2. Teil illustrieren gewaltsame Todesarten aus Mythologie und Geschichte, die letzten mit Hinrichtungsarten. Im 3. Teil 31 Darstellungen von Höllenqualen. Bildunterschriften und Gedichte jeweils in lateinischer und deutscher Sprache. - Leicht gebräunt u. stellenw. leicht fleckig, einzelne Ein- od. Abrisse sauber rest., Front. oben u. links leicht angeschnitten sowie unten mit kl. Randläsuren. Mit Wappenexlibris des amerikanischen Sammlers Clarence Sweet Bement (1843-1923).
Rare first edition, one of two issues published in the same year. With engraved frontispiece and 54 engravings of the Dance of Death which follow the versions invented by Arnold Birckmann after Holbein, followed by 66 plates of violent deaths and the tortures of the damned, all within elaborate borders with animal, fruit and floral motifs. - Light browning throughout, slight spotting in places, a few marginal tears expertly restored; frontispiece slightly shaved at 2 sides, and with minor marginal fraying at lower margin. Bound in blind tooled dark brown morocco around 1900 (signed Townsend), spine gold lettered, edges gilt, slightly rubbed in places, upper hinge somewhat weak. With coat-of-arms bookplate (see German comment).
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Eigenständige Holbein-Folge
Chytraeus, Libellus de morte et vita aeterna
Chytraeus, D. Libellus de morte et vita aeterna, editio postrema. Cui additae sunt imagines mortis, illustratae epigrammatis G. Aemylii. 3 Teile in 1 Bd. Wittenberg, M. Welack, 1590. (16,5:10 cm). Mit 3 (2 wiederh.) Titelholzschnitten u. 53 Totentanzholzschnitten nach H. Holbein. 8 Bll., 242 S.; 79 nn. Bll.; 1 Bl., 214 S. Orangerot eingefärbter Prgt. d. Zt. mit hs. Rtit. und span. Kanten; etwas berieben, Bindebänder entfernt; in Hldr.-Schuber d. 19. Jh., dieser beschabt.
VD 16, C 2654; Massmann 40, 10; Reichelt 24; Minns 238; Douce 117; vgl. Holbein-Kat. Basel 1960, Nr. 418. - Dritte Ausgabe, erste und einzige illustrierte, gleichzeizig einzige Verwendung dieser Totentanzfolge. "Very scarce. The Holbein woodcuts, which are evidently copies by other engravers, are found in the 'Imagines Mortis' in the middle of the volume. Some of the cuts are signed with the mark '+' and one with 'w' with a graver underneath" (Minns). Nach Massmann, der das Monogramm "+" "dem Formschneider Teufel" zuweist, leitet sich diese Wittenberger Folge teilw. auch von der erstmals Köln 1555 erschienenen des Monogrammisten A ab. Chytraeus' "Libellus de morte", zuerst 1581, gilt als "erste reformatorische Eschatologie" (NDB III, 254; vgl. auch RE IV, 115). "Der Tod hatte in seiner Familie herbe gelichtet. Dem Buche sind Epitaphia... beigefügt auf den Tod fast aller seiner Kinder, die ihm vorangingen, seiner Gattin usw." (Massmann). Der Titelholzschn. zum ersten Titel zeigt einen Schädel, die Titelholzschn. der anderen Titel sind wiederholte Abdrucke der Darstellungen 'Alter Mann' und 'Wappen des Todes' aus der Folge. - Erster Titel mit 2 Besitzvermerken, davon einer "Sum Mag. Melch. In arena praeceptoris Göppingensis". Melchior In Arena (ca. 1594-1641), der 1614 in Tübingen die Magisterwürde erhielt, war zwischen 1624 und 1627 Präzeptor in Göppingen. Gest. Wappen-Exlibris Heinr. Aug. Krippendorff 1726, erster Titel verso Exlibrisspuren. Zu Beginn zeitgenöss. Unterstreichungen u. Marginalien, wenige Rand- u. Eckdefekte; gleichmäßig gebräunt. Schönes Exemplar.
Apparently only edition of an independant dance-of-death series after Holbein, incorporated in the 3rd ed. of a book which passes for the first reformatory eschatology. 3 parts bound in 1. With 53 woodcuts in the text and 3 (2 repeated from the squence) woodcut title-vignettes. - Some overall browning, old ownership inscriptions on title, traces of another bookplate to verso. Contemp. underscoring and marginalia to first quires, very few marginal tears. 18th cent. engr. bookplate. A fine copy bound in contemp. red-tinted vellum and housed in a 19th cent. slip-case, the latter somewhat worn.
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Caricature Dance of Death
Grandville, Voyage pour l'eternite
Grandville, J. J. Voyage pour l'éternité. Service général des omnibus accélérés. Départ a toute heure et de tous les pointes du globe. Paris, Bulla & Aubert, (1830). Fol. (35:26,5 cm). Folge von 9 altkol. Lithographien. Mod. Hlwd. mit farb. Deckel- u. Rückenschild, vord. lith. Or.-Umschlag eingebunden.
Minns 201; Sander 313; Thieme-B. XIII, 438. - Seltener, karikaturistischer Totentanz, in dem der Tod in aktuellen und örtlichen Szenen auftritt. "The plates show persons of various ranks each with the figure of Death in the act of claiming his victim, as in the early Dance of Death designs, but showing more elaborate settings" (Minns). Grandville, der eigentlich Jean Ignace Isidore Gérard hieß, zählt neben Honoré Daumier zu den herausragendsten satirischen Zeichnern des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Lose liegt ein beschnittener, unkol. Abdruck von Taf. 7 bei. - Leicht gebräunt, 1. Taf. etwas stärker.
Extremely rare caricature Dance of Death consisting of 9 coloured lithographed plates. Laid in is a trimmed and uncol. copy of pl. 7. - Light browning, heavier to 1st plate. Bound in modern half-cloth, illustrated front cover with title of the original wrappers bound in.
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