Inkunabeln
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Antoninus Florentinus, Confessionale. 1476
Antoninus Florentinus. Confessionale: Defecerunt scrutantes scrutinio. Titulus de restitutionibus. Venedig, Johannes de Colonia & Johannes Manthen, 1476. 4to (23,5:17 cm). Got. Typ. Anfangsinitiale in Rot mit Federwerk sowie zahlr. eingemalte Initialen in Rot und Blau. 102 nn. Bll. (erstes u. letztes weiß). Hldr. d. 19. Jh. mit Rückenvergoldung, berieben.
Hain-C. 117; GW 2106; BMC V, 226; Goff A-803. - Einer von drei "Confessionale" überschriebenen Texten des Dominikaners (1389-1459), ab 1446 Erzbischof von Florenz. Zweiter Druck von Johannes de Colonia & J. Manthen, die erste Ausgabe war um 1469 in Köln erschienen. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, etwas gebräunt, meist in den Rändern. Vereinzelt alte Anmerkungen, die blauen Initialen stark verblasst u. teilw. etwas verwischt. Das erste weiße, das letzte Textblatt u. das letzte weiße Blatt mit ergänzten Fehlstellen ohne Textverlust, das erste weiße aufgezogen. Diese genannten Bll. mit umfangreichen alten Anmerkungen (am Schluss "Canones poenitales"), hier etwas Verlust der Handschrift auf dem letzten Blatt. Innendeckel mit altem Katalogausschnitt u. Exlibris Pasteur Derache.
Second printing by Johannes de Colonia & J. Manthen, the first edition was published around 1469 in Cologne. With larger initial in red and many initials supplied in red and blue. - Partly spotted resp. fingerstained, somewhat browned, mostly in margins. Scattered old annotations, the blue initials heavily faded and somewhat blurred. The first blank, the last text leaf and the last blank leaf with replaced missing parts without loss of text, the first blank mounted. These mentioned leaves with extensive old annotations (at the end "Canones poenitales"), here some loss of the manuscript on the last leaf. Bookplate Pasteur Derache. 19th cent. half-calf, spine gilt, rubbed.
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Augustinus, De fide ad Petrum diaconum. 1473
Augustinus, A. (Pseudo-). De fide ad Petrum diaconum. Köln, (Drucker von Pseudo-Augustinus, De fide (GW 2953)), 23.VI.1473. 4to (21:15 cm). Got. Typ. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. 36 nn. Bll. Mod. Hldr.
Hain-C. 2045; GW 2953; Goff A-1278; Voulliéme, Köln 196. - Erste Einzelausgabe. Das Werk wird auch Fulgentius, Bischof von Ruspe (um 467-532) zugeschrieben. "Mit seinem Werk 'De fide ad Petrum', 'Über den Glauben, an Petrus' legte er eine systematische Übersicht über die theologischen Fragen vor, gleichsam eine Vorstufe zu den monumentalen mittelalterlichen Summa-Werken" (Ökumenisches Heiligenlexikon). "The printer has been identified with Goiswin Gops and with Johann Schilling (cf. Corsten (Anfänge) pp.44-45 and Needham (Corsten Festschrift) pp.126-28)" (ISTC ia01278000). - Restauriert u. gereinigt, teilw. noch etwas fleckig bzw. braunrandig, Bl. 2 stärker braunrandig u. mit alter Randanmerkung verso. Die rot eingemalten Initialen aus neuerer Zeit.
First edition. The work is also attributed to Fulgentius, Bishop of Ruspe (c. 467-532). - Restored and cleaned, partly still somewhat stained resp. browning, heavier browning to second leaf and old marginal note on verso. Recent red initials. Recent half-leather.
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Caesarius de Heisterbach, Dialogus. 1481
Caesarius de Heisterbach. Dialogus miraculorum. Köln, Johann Koelhoff, 1481. Fol. (28,5:20 cm). Got. Typ. Rubriziert, alternierend rote und blaue eingemalte Lombarden und Alineazeichen, 8 größere Initialen in Rot und Blau mit Füllung und Fleuronnée. 268 nn. Bll. (das erste u. letzte weiß). - Angebunden: (Pseudo-) Albertus Magnus. De abundantia exemplorum ad omnem materiam in sermonibus. (Ulm, Johann Zainer, zwischen 1478 und 20.VI.1481). 66 Bll. Got. Typ., Kolumnentitel. Rubriziert, alternierend rote und blaue eingemalte Lombarden und größere Initialen wie oben. Holzdeckelband d. Zt. mit blindgeprägtem Lederrücken u. zwei Schließenresten, bestoßen, Leder mit Fehlstellen, spätere Papier-Rückenschildeste.
I. Hain-C. 4231; GW 5881; Goff C-31; Voulliéme, Köln 301. - Zweite Ausgabe des Dialogus miraculorum, einer Sammlung von Exempelerzählungen durch den Heisterbacher Zisterziensermönch Caesarius, der in seinem Kloster das Amt des Novizenmeisters, später des Priors bekleidete. Der Inhalt besteht aus einem Dialog zwischen einem fragenden Novizen und einem antwortenden Novizenmeister. Die Exempla sind vorwiegend aus dem Leben und Treiben in den Zisterzienserklöstern und um sie herum geschöpft und verarbeiten hauptsächlich aus mündlicher Tradition merkwürdige Begebenheiten zum Thema Schuld und Buße im Diesseits und Jenseits, Einfalt und Frömmigkeit, Wunder und Visionen, Erscheinungen von Teufeln und Dämonen u.a.
II. Hain 484; GW 581; BMC II, 528; Goff A-217. - Seltene erste Ausgabe des von Bloomfield, Incipits 5001 (nach ISTC), Humbertus de Romanis zugeschriebenen Werks. - Der Sammelband vereinzelt fleckig, 1 Bl. in II. mit größerem Fleck. Durchgehend, vorwiegend im Außenrand mit starken Feuchtigkeitsspuren mit Sporflecken, zu Beginn und in der Handschrift am Schluss mit teils stärkeren Randschäden; ein Blattdurchriss ausgebessert. In einigen Initialen Tusche durch Feuchtigkeitseinwirkung teilw. verblasst. Das erste weiße Blatt fragmentarisch erhalten, mit altem Besitzvermerk u. neuerem Stempel. Besitzvermerk auf dem ersten bedruckten Blatt.
Am Schluss angebunden: Exempla. Lateinische Handschrift des 15. Jahrhunderts. 12 Bll. Bastarda von einer Hand in brauner Tinte, rubriziert. Textspiegel 23:16 cm. Zweispaltig. Beginnt: "Incipit passio sancte katharine. Legitur in quadam hystoria enim beata katherina esset puella viii annorum ...". Bietet eine Sammlung von 48 Exempeln, darunter Legenden von der Hl. Katharina und vom Hl. Matthias.
Two rare incunabula in one volume. The sporadically spotted, 1 leaf in II. with larger spot. Throughout, mainly in the outer margin with heavy traces of moisture with spore stains, at the beginning and in the manuscript at the end with partly stronger marginal damage; one leaf tear repaired. In some initials ink partially faded due to moisture. The first blank leaf fragmentarily preserved, with old ownership inscription and newer stamp. Ownership inscription on the first printed leaf. Bound at the end: Exempla. Latin manuscript of the 15th century. 12 leaves by one hand in brown ink, rubricated. In two columns. Begins: "Incipit passio sancte katharine. Legitur in quadam hystoria enim beata katherina esset puella viii annorum ...". Offers a collection of 48 exemplars, including legends of St. Catherine and St. Matthias. Bound together in brown leather backed wooden boards, worn, remnants of clasps.
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Famous Collection of Fables
Cyrillus, Speculum sapientiae. 1477
Cyrillus (- Pseudo). Speculum sapientiae. (Köln, Johann Koelhoff d.Ä., um 1477). Fol. (29,5:21 cm). Got. Typ. 2 Kol. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. 45 nn. Bll. (o.d.l.w.). Hmaroquin d. frühen 19. Jahrhunderts, teilw. gering berieben, Ecken bestoßen.
Hain 5905; GW 7891; BMC I, 221; Goff C-1018; Voulliéme, Köln 357. - Dritte Ausgabe, erstmals in Straßburg bei Eggestein, nicht nach 1475 erschienen, wie alle frühen Ausgaben sehr selten. "Die nachstehend beschriebene, wohl in der 2. Hälfte des 14. Jh. in der Donaugegend entstandene Fabelsammlung - meist 'Quadripartitus apologeticus' genannt - wird in Hss und Drucken einem Cyrillus episcopus beigelegt, d.i. wohl sicher Cyrillus episcopus Hierosolymitanus" (GW). - Etwas fleckig bzw. fingerfleckig, gering gebräunt, vereinzelte Wurmspuren, letzte Bll. mit Restaurierungen. Provenienz: Estelle Doheny, Christie's 12/2001, Nr. 56.
Very scarce edition. 45 leaves (of 46; lacks the first blank), double column. 1- to 5-line initial spaces, mostly with guide-letters, rubricated in red with Lombard initials and capitals strokes. - Some spotting and thumbing, slight browning, some worming in places, few leaves at end repaired. Modern quarter morocco and boards. From the Estelle Doheny collection with morocco bookplate.
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Pre-Homeric Tale of the Fall of Troy - Source to Chaucer and Shakespeare
Dares Phrygius, De excidio Troiae historia. 1472
Dares Phrygius. De excidio Troiae historia. (Köln, Drucker des Dares (Johann Schilling [Solidi]), nicht nach 1472). 4to (20,5:14,5 cm). Got. Typ., gelb rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. 22 nn. Bll. Mod. Pp. mit breitem, blindgeprägten Ldr.-Rücken.
Hain-C. 5957 (= 5959); GW 7976; BMC I, 213; Goff D-40; Voulliéme, Köln 360. - Sehr seltene erste Ausgabe der romanhaften Augenzeugenerzählung vom Falle Trojas, die nach dem einleitenden fiktiven Brief von Cornelius Nepos aus dem von ihm entdeckten griechischen Original wortgetreu übersetzt ist, in Wirklichkeit aber aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts stammt. "Druckvorlage war eine Hs. des 11. Jh., von der Fragmente in Darmstadt ULB, Hs 4216(22), Bl. 1 u. 2, erhalten sind" (GW). Als angeblicher Augenzeugenbericht von trojanischer Seite kann das Werk als Gegenentwurf zur "Ephemeris belli Troiani" des Dictys Cretensis gesehen werden. Die Bearbeitungen des Troja-Stoffes durch diese beiden Autoren haben die Rezeption dieses Themas im Mittelalter und in der frühen Neuzeit entscheidend geprägt. Vom 12. Jahrhundert an wurden sie zur Grundlage des „historischen Wissens“ zum trojanischen Krieg. Noch Goethe hat beim Entwurf einer Achilleis für die Handlung auf Dictys und Dares zurückgegriffen. - Sehr breitrandig, gering fleckig, durchgehend geringe Feuchtigkeitsspur im unteren Bund. 1. Blatt etwas stockfleckig, kleiner Fleck durch entfernten Blattweiser im Rand. Alte handschriftichen Foliierung eines Sammelbandes.
Very rare first edition of this pre-Homeric tale of the fall of Troy which was written in the beginning of the 6th century AD. It both enjoyed great popularity in the Middle Ages and Renaissance as one of the few histories relating the fall of Troy and exerted significant influence as a source, direct or indirect, for Benoit de Sainte-Maure, Guido delle Colonna, Boccaccio, Chaucer, and Shakespeare. - With wide margin, slight spotting in places, slight dampmarking to lower inner blank margin, some foxing to first leaf, old ms. numbering throughout. Bound in recent half-leather.
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Der heilige Rock zu Köln
Fremperger, Tunicae Jesu Christi. 1500 / 2 Bde.
Fremperger, T. Historia translationis tunicae Jesu Christi de Hungaria ad inclitam civitatem Coloniensem ad monasterium Albarum dominarum. Köln, Ludwig von Renchen, um 1500. 4to (19,5:14 cm). Got. Typ. Mit großem Titelholzschnitt (aus drei einzelnen Holzschnitten), Holzschnitt verso u. auf dem letzten Blatt verso. 4 nn. Bll. Mod. Pp.
Hain-Cop. 7359; GW 10324; BMC I, 269; Goff F-309; Voulliéme, Köln 428; Schramm VIII, Abb 745-46; Korth, Der heilige Rock zu Köln. S. 48-71 (in:) Annalen des Hist. Verein für den Niederrhein, Jg. 46 (1887). - Einzige Inkunabelausgabe, sehr selten, GW verzeichnet 13 Exemplare in öffentlichen Einrichtungen. Der Heilige Rock war ein Heiligtum des ehemaligen Frauenklosters St. Maria Magdalena zu den weißen Frauen. Es handelt sich nicht um den im Trierer Dom aufbewahrten Rock. "Nach einer 1474 niedergeschriebenen Darstellung war einem ungarischen Priester (im 13. Jh.), der sich sehnlichst gewünscht hatte, das Jesuskind zu sehen, ein Engel erschienen, der ihn dazu aufgefordert hatte, dazu einen Kinderrock anzufertigen, mit dem das Christkind sich bei seiner Erscheinung bekleiden konnte. Der Priester, ein Kaplan der Königin von Ungarn, folgte dieser Aufforderung und legte auf dem Altar eine Tunika aus blauer Seide nieder. Nachdem er dann das Jesuskind gesehen hatte, blieb das blaue Röckchen auf dem Altar zurück. Auf Bitten der ungarischen Königin überließ der Priester dieser das Gewand. Nachdem 1262 ein deutscher Ordensritter dem König von Ungarn gegen dessen Feinde zu Hilfe gekommen war, wünschte der Ritter sich als einzige Belohnung das blaue Röckchen. Dieses wurde ihm auch übergeben, allerdings behielt die Königin den linken Ärmel des Gewandes für sich zurück. Nach seiner Heimkehr gab der Ritter das Röckchen weiter an seine Schwester, die - der Legende nach - Ordensfrau im Kölner Weißfrauenkloster gewesen sein soll. Das Gewand geriet im Laufe der Jahre in Vergessenheit und wurde dann 1412 von ungarischen Pilgern wiederentdeckt. Danach wurde es, besonders bei den ungarischen Pilgern, in Köln zum Gegenstand der Verehrung" (Altes Köln). 1802 wurde das Kloster aufgelöst und der Heilige Rock blieb veschollen. Verfasser dieser Schrift ist Thomas Fremperger, "Bacc. art. et med., zeitweilig Kaplan im Gefolge des nachmaligen Römischen Kaisers Maximilian I." (GW). Das Titelbild ist aus drei verschiedenen Holzschnitten zusammengesetzt. "Das Marienbild trägt ganz den Charakter unserer alten Kölner Malerschule in ihrer schönsten Blüthezeit; es ist so edel und anmuthvoll aufgefasst, dass ich den Gedanken nicht zurückdrängen möchte, es sei einem Bild unseres grössten Meisters, des Stephan Lochner, nachgebildet, das sich vielleicht im Besitz des Klosters der Weissen Frauen befand. Das rundliche Köpfchen mit dem lieblichen Ausdruck, die würdevolle Haltung der ganzen Figur in ihrer Gewandesfülle, sowie alle übrigen charakteristischen Merkmale führen mich zu dieser Annahme. Die zweite Platte mit dem kleinen Jesus steht, besonders in der untern Körperhälfte, nicht auf gleicher künstlerischer Höhe" (Merlo in Korth, Der heilige Rock, S. 59). - Nur minimal fleckig. Provenienz: H.P.Kraus mit seiner in den hinteren Innendeckel eingeklebten Beschreibung, ohne Datierung. - Dazu: L. Korth, Der Heilige Rock zu Köln. S. 48-71 in Annalen Hist. Vereins für den Niederrhein. Fotokopie. In mod. Pp.
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Druck von Arnold ter Hoernen
Gerson, De consolatione theologiae. 1472
Gerson, J. De consolatione theologiae. (Köln), Arnold ter Hoernen, (um 1472). 4to (21:15 cm). Got. Typ., rubriziert. Mit 1 fünfzeiligen Initiale in Rot u. Blau mit reichem Federwerk u. zahlreichen eingemalten Initialen in Rot. 64 nn. Bll. Kalbldr. um 1800 mit dreifacher Goldfilete auf beiden, etwas Rückenvergoldung u. rotem Ldr.-Rückenschild, Stehkantenvergoldung.
Hain-Cop. 7629; GW 10750; BMC I, 204; Goff G-214; Voulliéme, Köln 491. - Sehr seltene erste Ausgabe, Kolophon in rot gedruckt. Außer einer Leipziger Ausgabe von 1498 wurde das Werk in allen weiteren Ausgaben dem gleichnamigen Titel von Boethius beigedruckt. Gerson war seit 1395 Kanzler der Pariser Sorbonne. Nach dem Abschluss des Konstanzer Konzils (1418) musste Gerson vor den Nachstellungen des Herzogs von Burgund nach Rattenberg am Inn flüchten, später zog er sich nach Melk an der Donau zurück. Hier entstand nach dem Vorbild von "Trost der Philosophie" des Boethius seine "Consolatio theologiae". - Breitrandig, etwas fingerfleckig, vereinzelte Flecken im Rand durch entfernte Blattweiser, vereinzelte alte Anmerkungen. Letzte 4 Bll. mit minimalen Wurmspuren im weißen Rand, letztes Blatt verso etwas angeschmutzt.
Very rare first edition of the "consolatio theologiae", colophon printed in red. The work was modelled on Boethius' "De consolatione philosophiae". - With wide margins, somewhat fingerstained, few stains in margin due to removed finger tabs, some old annotations. Minor marginal worming to last four leaves, some soiling to last leaf verso. Bound in calf around 1800, spine gilt.
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Gerson, Monotessaron. 1478
Gerson, J. Monotessaron seu Concordantiae evangelistarum. (Köln, Drucker des Dialogus Salomonis et Marcolphi (Ludwig von Renchen?), nicht nach 1478). Fol. (28:21,5 cm). Got. Typ. Mit 1 rot eingemalten Initiale zu Beginn. 66 nn. Bll. (ohne das erste u. letzte weiße). Hldr. d. 20. Jh.
Hain-Cop. 7719; GW 10773; BMC I, 260; Goff G-236; Voulliéme, Köln 466; Fairfax Murray 180. - Sehr seltene zweite Ausgabe, erstmals um 1473 bei Arnold ter Hoernen erschienen. Zugleich einer von 8 bekannten Drucken dieses Kölner Dialogus-Druckers. Nach Severin Corsten (Anfänge) S. 93 ff. soll es sich bei dem Dialogus-Drucker und noch drei weiteren Druckern lediglich um bloße Verleger handeln, die alle einen anonymen Lohndrucker beauftragt hätten. Dieser Lohndrucker wird von Corsten mit Ludwig von Renchen identifiziert, "wobei aber die Frage unbeantwortet bleibt, warum der 'Lohndrucker' für jeden dieser drei 'Verleger' jeweils andere Typen verwendet hat" (Geldner I, 99). - Breitrandig, etwas fleckig, gering gebräunt, wenige Bll. mit kleinen Restaurierungen im Rand. 1. u. letztes Blatt fingerfleckig. Hinterer Innendeckel mit eingeklebter Katalogbeschreibung u. weiteren Anmerkungen auf zwei eingeklebten Zetteln. Provenienz: Pierpont Morgan Libr. (released); Christie's NY 1981, lot 46.
Scarce second edition. Eight editions are assigned to the anonymous Printer of 'Dialogus Salomonis et Marcolfi' - With wide margins, slight spotting and browning, some fingermarking to first and last leaf, few small marginal repairs not affecting text, without first and final blanks. Rear inner cover with glued-in catalogue description and further notes on two glued-in slips of paper. 20th cent. quarter brown morocco. Provenance: Pierpont Morgan Libr. (released); Christie's NY 1981, lot 46.
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Aus dem Dominikanerkloster Bamberg
Gregorius I., Homeliae. 1496 - Sammelband
Gregorius I., papa. Homeliae in Hiezechihelem prophetam. (Basel, Michael Furter), 1496. 4to (22,5:16,5 cm). 102 nn. Bll. - Angebunden: Pseudo-Gregorius I. Expositio in Canticum Canticorum. Basel, (M. Furter), 13. März 1496. 4to. 22 nn. Bll. - Gregorius I. (?). Dialogi. Basel, M. Furter, 1496. 4to. 58 nn. Bll. - Gregorius I. Regula pastoralis. Basel, (M. Furter), 15. Feb. 1496. 4to. 42 nn. Bll. (G5-6 weiß). Blindgepr. Schweinslederband über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen, Rückdeckel mit Löchern für eine Kette, Vorderdeckel mit zeitgenöss. Titelschild aus Pergament, Rücken u. Vorderdeckel mit Resten von alten eines alten Papierschildern; Spiegel aus Blättern lateinischer Handschriften, gebräunt u. berieben, Rückdeckel mit einigen Wurmlöchern, Rücken unten mit Fehlstelle, Spiegel mit Wurmspuren.
Sammelband mit von Papst Gregor dem Großen verfassten oder ihm zugeschriebenen Werken in Inkunabelausgaben, sämtlich in schönem zweispaltigem Druck mit gotischen Typen; durchgehend rubriziert und mit eingemalten roten und blauen Initialen. "The four tracts of S. Gregory are evidently close together, being intended to be sold either separately or as a whole" (BMC III, 784 zu den dort beschriebenen Furter-Ausgaben). I. Hain-C. 7946; GW. 11427; BMC III, 784; Goff G-425. - Dritte Ausgabe, erstmals um 1476/77 in Brüssel erschienen. Gregors Homilien zu Ezechiel fanden auch in Laienkreisen weiteste Verbreitung. Die im zweiten Buch beschriebene Architektur der Tempelstadt hat mit ihrer Zahlensymbolik die gotische Baugeometrie entscheidend mitgeformt. - II. Hain-C. 7938; GW. 11415; BMC III, 783; Goff G-395. - Zweite Ausgabe des Gregor untergeschobenen Kommentars zum Hohelied. Als echt gelten Praefatio und Kommentar zu 1,1-8; die jedoch nur in der ersten Ausgabe (Köln, U. Zell, nicht nach 1473) erscheinen. Der vorliegende Druck bietet nach einer Kurzfassung der echten Praefatio den Text des Robertus de Tumbalena. - III. Hain-C. 7966; GW. 11403; BMC III, 784; Goff G-407. - Wohl letzte Ausgabe des 15. Jahrhunderts. Die "Dialoge über das Leben und die Wunder italienischer Väter" bilden "ein lateinisches Gegenstück zu der damals schon reichen orientalistischen hagiographischen Literatur" (KLL). Gregors Autorschaft ist in der neueren Forschung umstritten. - IV. Hain 7988; GW. 11447; BMC III, 783; Goff G-441. - Achte Ausgabe der 'Regula pastoralis', die als Anweisung für das geistliche Amt und Handbuch für die Seelsorge jahrhundertelang das Wirken der abendländischen Geistlichkeit bestimmte. - Leicht gebräunt; stellenw. in den Innenecken mit bräunendem Wasserfleck; erste 6 Bll. von (I) mit größerer Wurmfraßstelle oder Wurmloch im Fußsteg, letzte Bll. von (IV) mit wenigen Wurmlöchern; Bl. i1 in (III) mit Randeinriss. - Bl. A2 in (I) mit Besitzvermerk "Convent(us) Banbergensis (!) ord. praed.", das ist das bis zur Säkularisation bestehende Dominikanerkloster in Bamberg, dessen Kirche heute als Aula der Universität genutzt wird. Die verwendeten Stempel mit Lilie und Rose (im Quadrat) sind abgebildet bei Kyriß I, Tafel 7, Abb. 2 u. 5 und werden dort dem genannten Kloster zugeschrieben.
4 works in 1 vol. - Mild browning, brownish waterstaining to inner corners here and there; some worming at the beginning and at the end; marginal tear to 1 leaf. A fine and wide-margined sammelband in a contemporary blindstamped pigskin binding over wooden boards, a formerly chained book from the library of the Dominican monastery of Bamberg.
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Gregorius I., Regula pastoralis. 1482
Gregorius I., papa. Regula pastoralis. (Köln, Konrad Winters), 1482. 4to (21:15,5 cm). Got. Typ. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot. 108 nn. Bll. (das erste weiß). Schlichter alter Prgt.
Hain-C. 7985; GW 11444; BMC I, 249; Goff G-439; Voulliéme, Köln 510. - Fünfte Ausgabe, erstmals nicht nach 1470 bei Ulrich Zell in Köln erschienen. Die "Regula pastoralis" Papst Gregors d. Gr., eine Anweisung für das geistliche Amt und Handbuch für die Seelsorge, war jahrhundertelang Richtschnur für die abendländische Geistlichkeit. - Gering fleckig u. gebräunt, stellenweise Feuchtigkeitsspuren im Rand.
Fifth and scarce edition of St. Gregory’s Pastoral Rule. Rubricated, initials supplied in red. - Slight spotting, thumbing and browning, some marginal dampmarking. Bound in old vellum.
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Haedus, Anterotica. 1492
Haedus, P. Anterotica. Treviso, Gerardus de Lisa, 1492. 4to (18:14 cm). Rom. Typ. 103 Bll. (o.d.l.w.). Alter flex. Prgt., 1 Ecke restauriert, 1 Schließband erneuert, 1 (von 4) fehlt.
Hain-C. 8343; GW 12109; BMC VI, 885; Goff H-2; Scholderer, A Fleming in Venetia: Gerardus de Lisa (= Fifty essays, S. 113-125, hier S. 121 u. Abb. S. 118). - Erste Ausgabe. Der Moralist Petrus Haedus (Pietro Carvetto; ca. 1424-1504), Pfarrer in Pordenone, behandelt hier die fleischliche Liebe. Gerardus de Lisa war der Erstdrucker von Treviso und offenbar mit Hedus befreundet. Mit Gerardus' zweiter Antiquatype gedruckt, "somewhat resembling the first, but even more out of the common run, the ascenders and descenders being made still longer and the curves and serifs still bolder" (Scholderer 117). - Vorsichtig gereinigt. Gering gebräunt u. vereinzelt etwas stockfleckig; hier u. da Marginalien von alter Hand, diese meist angeschnitten. Exlibris der Skene Library des Alexander Duff, Duke of Fife (1849-1912).
First edition. On carnal love. - Carefully washed. Mild browning, some foxing to few leaves, old marginalia here and there, most trimmed. Later limp vellum, 1 corner restored. Bookplate of the Skene Library of Alexander Duff, Duke of Fife (1849-1912).
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Sammlung Inkunabelblätter / ca. 88 Bll.
Inkunabelblätter. Sammlung von 88 Einzelblättern aus Drucken des 15. Jahrhunderts auf Papier, überwiegend deutsch oder lateinisch. Mit mehreren, meist altkolorierten Holzschnitten, teilw. rubriziert, vereinzelte eingemalte Initialen. 4to u. Folio-Formate. Lose.
Enthält u.a. 9. Deutsche Bibel. 3 Bll. 1483. - 10. Deutsche Bibel. 1 Bl. 1485. - 2. niederdeutsche Bibel. 1 Bl., um 1478. - Biblia bohemica. 2 Bll. 1489. - P. de Crescentiis, Ruralia commoda. 1 Bl. 1471. - Hieronymus, Der Altväter Leben. 4 Bll mit 4 Holzschnitten. Um 1477 u. 2 Bll. mit 4 Hs. 1488. - Isidorus Hispalensis, Etymologia. 2 Bll. Um 1489. - Jacobus de Voragine, Leben der Heiligen. 9 Bll. mit 2 Hs. 1471-75. - Ders. Heiligenleben. 13 Bll. mit 12 Hs. 1480. - Dass. 8 Bll. mit 8 Hs. 1494 u. 1499. - Dass. niederdeutsch. 12 Bll. mit 6 altkol. Hs. - Der Mer des histoires. 6 Bll. mit 12 Hs. sowie Randleisten. 1488. - Miroir de la redemption humaine. 2 Bll. mit 5 Hs. 1485. - Schedel lat. 2 Bll. mit 5 altkol. Hs. 1493. - Valerius Maximus, Facta et dicta (französ.). 2 Bll. mit 1 gr. Hs. Lyon 1485. - Insgesamt einige Gebrauchsspuren, teilw. gebräunt u. fleckig, vereinzelte Randläsuren. oRR/Waf.
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Jacobus de Voragine, Legenda aurea 1483
Jacobus de Voragine. Legenda aurea sanctorum. Köln, (Ulrich Zell), 1483. Fol. (30:23 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, mit zwei 5- bzw. 6-zeiligen Initialen in Rot, Blau u. Grün mit Federwerk sowie zahlreichen eingemalten Initialen in Rot u. Blau. 462 Bll. u. 1 w. nach Bl. 227 (= 6 nn., 456 num. Bll. mit Fehlern). Hldr. d. 19. Jh. im alten Stil, etwas berieben.
Copinger 6434; GW 14006; BMC I, 197; Goff J-108; Voulliéme, Köln 623. - Siebte Kölner Ausgabe der berühmten Heiligenlegenden, die zweite bei Zell erschienene. - Teilw. fleckig u. fingerfleckig, teilw. gering gebräunt, einige Wasserränder, erste u. letzte Bll. stärker fleckig, letztes Bl. verso verschmutzt. Erste Bll. mit Wurmlöchern, sonst nur einzelnes Wurmloch in der ersten Hälfte des Bandes, erstes Blatt mit Eckabriss. Letzte 2 Bll. mit kleineren Randläsuren, Bll. 341-42 zwischen nach Bl. 158 verbunden. Vereinzelt alte Anmerkungen, erstes Blatt mit Besitzvermerk des Conventus Wesalienis (Oberwesel).
Seventh Cologne edition, the second published by Zell. - Partly spotted and fingerstained, partly slightly browned, some waterstains, first and last few leaves more heavily spotted, last leaf soiled on verso. First few leaves with wormholes, otherwise only a single wormhole in the first half of the volume, first leaf with corner tear. Some marginal defects to last two leaves, leaves 341-42 misbound after leaf 158. Scattered old annotations, first leaf with ownership annotation of the Conventus Wesalienis (Oberwesel). Late 19th cent. half leather, some rubbing.
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Nicolaus de Ausmo, Supplementum. 1476
Nicolaus de Ausmo. Supplementum Summae Pisanellae - Astesanus. Canones poenitentiales. - Alexander de Nevo. Consilia contra Iudaeos foenerantes. Venedig, Franz Renner & Nikolaus von Frankfurt, 1476. Fol. (25,5:18 cm). Got. Typ., 2 Kol. 355 nn. Bll. (ohne das erste weiße). Prgt. d. 18. Jh. mit 3 Ldr.-Rückenschildern; fleckig, Vorderkanten des Vorderdeckels aufgeplatzt, Ecken bestoßen.
Hain-C. 2155; GW M26253; BMC V, 193; Goff N-67. - Sammelausgabe bedeutender kanonischer Rechtstexte. Dritte Ausgabe bei Franz Renner, die erste mit dem Text von Alexander de Nevo. Enthält die Fortsetzung der 1338 vom Dominikaner Bartholomäus Sancto Concordio verfaßten Summa Pisanella, fertiggestellt 1444 von dem Franziskaner Nicolaus de Ausmo. Die Erweiterungen beziehen sich vor allem auf die juristischen Elemente der Summa Pisanella. Der zweite Teil stammt von dem Minoriten Astesanus (gest. um 1330), im dritten Teil behandelt Alexander de Nevo aus christlicher Sicht jüdische Geldverleiher. Alexanders de Nevos bedeutender Text über die Juden und ihren Wucher setzt sich mit fünf Fragen auseinander: 1. Versündigen sich Juden durch Wucher an Christen. 2. Muß die Kirche sich mit solchen Sünden befassen. 3. Soll die Kirche solche Versündigung dulden oder abschaffen. 4. Können weltliche Fürsten und Städte den Juden das Recht zum Wucher verleihen. 5. Kann der Papst für ein solches Verhalten Dispens erteilen. - Teilw. etwas fleckig bzw. stockfleckig, vereinzelte Feuchtigkeitsränder bzw. Bräunungen, letztes Bl. mit wenige kleinen Löchern mit geringem Buchstabenverlust. Vereinzelt alte Anmerkungen u. Handzeiger. Vorderes Vorsatzblatt mit Bleistift beschrieben. Handschriftlicher Eintrag auf dem ersten Blatt: "spectat ad Conventum Pauli Spoleti", d.i. Convento di San Paolo inter vineas in Spoleto, der von 1461 bis 1865 bestand.
Collective edition of important canonical legal texts. Third edition by Franz Renner, the first with the text by Alexander de Nevo. - Partly somewhat stained resp. foxed, occasional dampstains resp. browning. Occasional old annotations, few small hole to last leaf, with minor loss of letters. Front fly leaf inscribed in pencil. Handwritten entry on the first leaf: "spectat ad Conventum Pauli Spoleti", i.e. Convento di San Paolo inter vineas in Spoleto, which existed from 1461 to 1865. 18cent. vellum, spotted, outer edge of front cover chipped.
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Nider, De morali lepra. 1479
Nider, J. De morali lepra. (Köln, Konrad Winters, um 1479). 4to (21,5:15,5 cm). Got. Typ. Rubriziert, einige eingemalte Initialen in Rot. 102 nn. Bll. Blindgeprägter Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln, Deckel berieben, restauriert, Rücken, Vorsätze u. Mittelschließe erneuert.
Hain 11817; GW M26869; BMC I, 246; Goff N-191; Voulliéme, Köln 867. - Frühe und seltene Ausgabe, erstmals um 1470 bei Ulrich Zell in Köln erschienen. "Der moralische Aussatz", eine Auslegung der Zehn Gebote, gleichzeitig ein Abriss der menschlichen Laster, daran anschließend eine kurze Darstellung der kirchlichen Lehre von der Ehe. - Breitrandig. Gering gebräunt, teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig. Zu Beginn alte Anmerkungen u. Unterstreichungen.
Early and rare edition, first published around 1470 by Ulrich Zell in Cologne. An interpretation of the Ten Commandments, at the same time an outline of human vices, followed by a brief account of the Church's teaching on marriage. - Wide margins. Slightly browned, partly somewhat stained resp. fingerstained. At the beginning old annotations and underlining. Restored contemporary calf over wooden boards, new endpapers and new spine.
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Hexen, Zauber, Aberglauben
Nider, Praeceptorium divinae legis. 1472
Nider, J. Praeceptorium divinae legis seu expositio decalogi. (Köln, Ulrich Zell, nicht nach 1472). Fol. (31:22,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. Rubriziert, mit 7-zeiliger Initiale in Rot, Blau u. Gelb mit reichem Federwerk sowie zahlr. eingemalten Initialen in Rot u. Blau. 330 Bll. (das letzte weiß). Blindgeprägter Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln. Bindgeprägte Umrahmung der Deckel, im Mittelfeld Rautenmuster mit stilisierten Lilien und Rosetten, außen Rankenbordüre. Im Oberteil der Vorderdeckels ein handschriftliches Titelschild in einem kleinen Messingrahmen; berieben, späterer Rücken, einige, teils ältere Restaurierungen, Schließenreste.
Hain 11780; GW M26916; BMC I, 194; Goff N-206; Voulliéme, Köln 856. - Frühe Ausgabe, der erste von drei bei Ulrich Zell in kurzen Abständen erschienenen, nur gering abweichenden Drucken. Berühmte moraltheologische Auslegung der Zehn Gebote. "N. (kommt) auch wieder auf das Hexen- und Zauberthema in mehreren Kapiteln (9–11) des ersten Gebotes zu sprechen, welche z. B. von den Arten des Aberglaubens und der Schwere dieser Sünde, über die falsche Translation der Menschen, Träume, Lose etc., die Verwandlung von Menschen in Tiere, speziell in Wölfe durch Dämonen etc. handeln" (ADB XXIII, 645). - Breitrandiges Exemplar auf starkem, unbeschnittenen Papier, teilw. sind im äussersten Rand noch die alten handschriftlichen Lagensignaturen zu erkennen. Hervorzuheben ist auch der klare und kräftige Druck des ersten Kölner Druckers. Vereinzelt fleckig, gering fingerfleckig, erstes Blatt etwas stärker betroffen. Innengelenke nach dem ersten Blatt bzw. vor dem letzten weißen Blatt eingerissen.
Early edition. With fine penwork initial in red, blue and yellow, rubricated throughout with initials supplied in red and blue, the original manuscript quiring mostly untrimmed by the binder. The first (according to GW) of three separate issues of this work by Ulrich Zell. - A copy with wide margins on strong, untrimmed paper. Sporadically spotted, a little bit fingerstained, first leaf a little bit more affected. Inner joints torn after the first leaf and before the last blank leaf. Bound in contemporary full blind-tooled calf over wooden boards. In the upper part of the front cover a contemporary handwritten title label in a small brass frame; rubbed, later spine, some, partly older restorations, remains of clasps.
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Petrus de Bergamo, Tabula operum Thomae. 1495
Petrus de Bergamo. Tabula o(mn)i(u)m operu(m) Divini doctoris sancti Thome Aquin(atis). Basel, N. Kessler, 1495. Fol. (23:17 cm). Got. Type. Ohne eingemalte Initialen. Druckermarke am Schluß. 288 Bll. (d.l.w.). Ldr. d. Zt. mit Streicheisenlinien über Holzdeckeln, seitl. Schnitt mit altem hs. Titel, Schließenrest, berieben, Ecken bestoßen, wurmstichig, Rücken am Fuß abgestoßen.
Hain 2819; GW M32085; Goff P-453; Polain 3085; Sack, Freiburg 2764. - 5. Druck. Komplettes Exemplar mit dem manchmal fehlenden und offenbar nachgetragenen Zusatzbogen V1-8 zwischen den Schlusslagen H8-I10. Das sorgfältig gedruckte Generalregister zum Gesamtwerk des Thomas von Aquin, zuerst erschienen Bologna 1473. - Breitrandiges Exemplar. Erste u. letzte Lagen mit Wurmgängen, tls. mit Buchstabenverlust (insbesondere beim Titel), stellenw. sporfleckig im Rand, anfangs bis ca. Lage k sehr kleine Wurmlöcher, stellenw. kl. Wasserrand oben, Spiegel über alter Handschriftenmakulatur fehlt. Alter Parochial-Besitzvermerk auf erstem Textblatt.
Fifth edition of the General Index to the Complete Works of Thomas Aquinas. Complete copy with the sometimes missing and apparently subsequently added additional quire V1-8 between the final quires H8-I10. - Broad margined copy. No initials. Worming to first and last quires partly by loss of letters (especially at title), marginal mildew spotting in places, small wormholes from the beginning to quire k, marginal waterstaining in places, lacking pastedown. Old owners inscription to first leaf of text. Bound in contemporal calf over wooden boards, ms. title to outer edge, remnant of clasp, worming, corners bumped, foot of spine chipped.
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Seltener Druck aus Sant'Orso
Phalaris Agrigentinus, Epistolae. 1475
Phalaris Agrigentinus (Pseudo-). Epistolae. (Tr. Francisus Aretinus). Sant'Orso, Johannes Renensis, 1475. 4to (21:15,5 cm). Rom. Typ. Mehrere kleine eingemalte Initialen. 51 Bll. (o.d.l.w.). Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem Ldr.-Rücken, einige Wurmspuren, etwas berieben, Rücken restauriert, Mittelschließe entfernt, Vorsätze erneuert.
Hain-C. 12894; GW M32894; BMC VII, 1027; Goff P-555. - Einer von nur wenigen Drucken des 15. Jahrhunderts aus Sant'Orso. Frühe und seltene Ausgabe der berühmten, dem Tyrannen Phalaris von Agrigent (6. Jhdt. v. Chr.) untergeschobenen Briefe, die erst Ende des 17. Jh. als antike Fälschung entlarvt wurden. - Teilw. fleckig u. fingerfleckig. Einige, teilw. zugelegte Wurmlöcher mit vereinzeltem Buchstabenverlust. Restaurierungen im Bund, besonders bei den ersten vier und letzten drei Blättern. Hier teilw. in den Text reichende Restaurierungen, stellenweise etwas verfärbt, die Buchstaben teilw. verwaschen, vereinzelt nachgezogen.
Scarce and early edition, one of only a handful books printed at one of the two presses at Sant'Orso. - Wide margins, spotting and some fingemarking. Some wormholes, partly filled, partly affecting letters. Restorations to inner margin, especially in the first four and last three leaves. Here restorations partly reaching into the text, in places somewhat discoloured, the letters partly washed out, occasionally redrawn. Old calf over half-bevelled wooden boards, some rubbing and worming, clasp lacking, restorations to spine, new endpapers.
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Pius II., De duobus amantibus. 1473
Pius II. (Aeneas Sylvius Piccolomini). De duobus amantibus. Et de remedio amoris. Cum epistola retractatoria eiusdem ad quendam Karolum. (Basel, Drucker von Albertus Magnus, Paradisus animae (GW 703) (Johann Schilling (Solidi)), um 1473/74). Fol. (29:21,5 cm). Got. Typ., 2 Kol. 22 nn. Bll. Prgt. d. 20. Jh., Deckel etwas verzogen.
Hain-Cop. 217; GW M33482; BMC I, 236; Goff P-673; Voulliéme, Köln 945. - Sehr seltener und früher Druck, als Druckort wird in älteren Bibliographien noch Köln genannt. Piccolominis Fassung der Sage von Euryalus und Lucretia und seinen Erläuterungen. Das wohl beliebteste Werk des Papstes. Gehört zu den "Perlen der erotischen Novellenliteratur ... verdankt die Novelle ihre formale Meisterschaft vornehmlich zwei Anregungen: der Kunst Boccaccios und der antiken Typenkomödie" (KLL). - Sehr breitrandig, teilw. etwas fleckig, gering gebräunt. Hinterer Innendeckel mit zwei eingeklebten Zetteln.
Very scarce edition of this famous version of the saga of Euraylus and Lucretia. Most loved work by the Pope. - Some spotting in places, minor browning. A copy with wide margins bound in 20th century vellum, somewhat warped.
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Der erste datierte Memminger Druck
Rolewinck, Fasciculus temporum. Memmingen 1482
Rolewinck, W. Fasciculus temporum. Memmingen, Albrecht Kunne, 1482. Fol. (27:20 cm). Got. Typ. Mit 11 Textholzschnitten u. mehreren Schemata in Form von Kreisen. 71 nn. Bll. (ohne das erste weiße). Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem, blindgeprägten Ldr.-Rücken; berieben, einige Wurmlöcher, Rücken mit Restaurierungen, Mittelschließe entfernt, Vorsätze erneuert.
Hain-C. 6931; GW M38704; BMC II, 602; Goff R-268; Schramm XVI, 18 u. 916-23. - 14. Ausgabe der berühmten, erstmals 1474 in Köln erschienenen Chronik in einer seltenen Ausgabe der einzigen Memminger Inkunabeldruckerei, zudem der erste datierte Memminger Druck. "Unter den elf Holzschnitten von acht Stöcken, verkleinerten, teil gegenseitigen Kopien nach Quentells Serie, ist der 'Salvator' der Vorlage überlegen und der einzige nochmals verwendete Stock. Möglicherweise wurden Kunnes Holzschnitte in seiner Werkstatt geschnitten, vielleicht auch entstanden sie als kleine Nebenarbeiten in der Werkstätte der Memminger Maler- und Bildhauerfamilie Strigel" (von Arnim, Kat. Otto Schäfer 292). Unter den Holzschnitten ferner eine kleine Ansicht von Köln. - Fingerfleckig, etwas fleckig, 1. Blatt stärker betroffen, teilw. Wasserränder, wenige alte Anmerkungen, vereinzelt kleine Randeinrisse. i5-7 mit Braunfleck im unteren Rand, k1 mit Hinterlegung im Bund, letztes Blatt mit größeren Reparaturen mit geringem Buchstabenverlust. 1 Holzschnitt minimal ankoloriert.
14th edition of the famous chronicle, the first dated book printed at Memmingen, from the only 15th-century printer of Memmingen. - Fingerstained, somewhat stained, 1st leaf more affected, waterstaining in places, few old annotations, isolated small marginal tears. i5-7 with brown spot in lower margin, marginal repair to k1, last leaf with larger repairs with minor loss of letters. 1 woodcut minimally coloured. Lacking the first blank. Blindstamped calf backed wooden boards, some rubbing, wormholes, partly repaired, new endpapers, lacking clasp.
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Vocabularius ex quo. 1483
Vocabularius ex quo. (Straßburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg [Georg Husner], nicht nach 1483). 4to (22:16 cm). Got. Type. Rubriziert, auch große Spatien mit eingemalten Initialen. 166 (st. 170; davon 2 w.) nn. Bll. Hldr. um 1800, berieben, vereinzelte Wurmspuren.
GW M51113; Copinger 6330; BMC I, 131; nicht bei Goff. - Nach GW nur 9 weitere Exemplare/Fragmente in öffentlichen Einrichtungen. In allen Ausgaben seltenes deutsch-lateinisches Wörterbuch. - Drei Viertel der Blätter oben mit zeitgenössischem handschriftlichem Findtitel nach Alphabet. Die fehlenden Bll. 8 (in Faksimile) und 169 (in fast zeitgenössischer Handschrift) ergänzt, es fehlen das erste und das letzte weiße Blatt. Fleckig u. fingerfleckig, teilw. alte Tintenanmerkungen, wenige Bll. seitlich mit Ausriss, erste Bll. mit vereinzelten Wurmspuren. Das 1. vorhandene Blatt oben im weißen Rand alt mit Papier ergänzt.
Very scarce edition, rubricated. - Stained and fingerstained, some old ink annotations, a few leaves with tear at sides, first few leaves with some worm marks. The 1st existing leaf with old paper added to the upper blank margin. Lacking 4 leaves: leaf 8 supplied in facsimile and leaf 169 supplied by a almost contemporary hand, lacking the first and last blank. Bound in half-calf around 1800, rubbed, some worming.
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