Von Josephine Baker bis Hermann Hesse
(verkauft)
"The High Priestess of Jazz Culture"
Colin, Le tumulte noir
Baker, Josephine. - Colin, P. Le tumulte noir. Paris, H. Chachouin für Succès, Édition d'Art, (1927). Gr.-fol. (49,5:32,5 cm). Mit 43 (41 von J. Saudé pochoirkolorierten, 1 doppelblattgroßen) Or.-Lithographien von Paul Colin und 2 lith. Kalligrammen auf zus. 23 Bll. 6 Bll. (Titel, Text u. Druckvermerk), 1 kl. Einlagezettel. Lose (wie erschienen) in Or.-Mappe aus rotem und chamoisfarbenem Karton mit zweifarbig geprägtem Deckeltitel; minimal stockfleckig, eine Ecke schwach gebräunt. In moderner schwarzer Maroquin-Kassette mit farbigen Maroquin-Applikationen und Blindprägung auf dem Vorderdeckel, Deckel- und Rückentitel (sign: A. Lobstein); Kassette gering berieben.
Monod 3069. - Erste Ausgabe. Eins von 500 Exemplaren auf Velin teinté der Papeteries Aussedat (GA 520 Ex.). Hauptwerk des Pariser Gaphikers, Plakatkünstlers und Bühnenbildners Paul Colin, der besonders für seine Illustrationen und Plakate von Josephine Baker bekannt wurde, welche er, zusammen mit dem Ensemble "Revue Nègre" und dessen Einfluss auf die europäische Kunst und Kulturszene, mit diesem Werk feiert. "In 1925, at the height of the jazz era in Paris, the sensational cast of musicians and dancers from Harlem, assembled as La Revue Nègre, exploded on the stage of the Théâtre des Champs Élysées. Its talented young star, Josephine Baker (1906-1975), captivated audiences with a wild new dance called the Charleston, and became the high priestess of jazz culture in Paris. Inspired by the tremendous popularity of these performers, French poster artist Paul Colin (1892-1985) created a portfolio entitled Le Tumulte Noir, which gave a name to the Parisian craze for African American music and dance that Josephine Baker epitomized ... In 1927, Colin contributed thirty illustrations to Baker's Mémoires and mounted a spectacular event called the Bal Nègre at the Théâtre des Champs-Élysées, which was attended by three thousand Parisians. These efforts to celebrate the "black craze" led him to publish Le Tumulte Noir. Colin drew the images for his portfolio directly on lithographic stone, and they were subsequently colored using the process known as pochoir" (LuLen Walker zum Exemplar der National Portrait Gallery, Washington DC). Unter den prachtvoll farbigen Darstellungen auch die beiden berühmten Lithographien von Josephine Baker im Bananen- und im Palmblätter-Kostüm. In einem Teil der Folge experimentiert Colin auch mit Stilen der Moderne wie Kubismus und Expressionismus. So ist z.B. eine kubistische Darstellung eines Tänzers nach einem Plakat von Fernand Léger für den schwedischen Tänzer Jean Börlin enthalten. Die Folge schließt mit einem Totentanz-Motiv, in dem das im Spiegel sichtbare Gesicht des Tänzers sich als Totenkopf zeigt. Neben den beiden Kaligrammen (1 auf stärker getöntem Papier) enthält das Werk als Text nur das Vorwort von "Rip" (d.i. George Thenon) und ein ganzseitiges Handschriften-Faksimile von J. Baker. - Vollständiges, außerordentlich wohlerhaltenes Exemplar ohne Randbeschädigungen. Das auf dünnem Papier gedruckte Doppelblatt mit den Druckvermerken nicht getrennt, der kleine Einlegezettel "Cet album ne contient aucune plance de publicité" ist vorhanden. Vereinzelt am äußersten Rand des Kopfstegs etwas gebräunt, 4 Bll. leicht stockfleckig, sonst nur wenige einzelne Stockflecken im äußersten Rand.
Dazu: Paul Colin (1892 Nancy - 1985 Nogent-sur-Marne). Tänzer mit Zylinder im kubistischen Stil. Farbige Original-Pastellzeichnung auf Papier. (Um 1928). 40:29,5 cm. Unten links signiert "Paul Colin" und mit seinem Namensstempel versehen. - Auf 2 zusammengesetzten Blättern, oben rechts mit großem Nummernstempel "17", verso mit Bleistiftskizzen für ein ähnliches kubistisches Motiv. - Gleichmäßig etwas gebräunt, in Papiermaske montiert.
First edition, complete. One of the 500 copies on velin of this remarkable portfolio with "Colin's dazzling color pochoir lithographs printed on both sides of twenty-two sheets. ... Le Tumulte Noir captures the spirit of uninhibited expression that Josephine Baker embodied throughout her remarkable career. Paul Colin's unique tribute to the African American entertainers who brought the jazz age to Paris not only celebrates Josephine Baker, but also the French love affair with the Charleston and jazz music, and the monumental impact of these artists on French popular culture during the 1920s" (LuLen Walker for the copy of the National Portrait Gallery, Washington DC). "The vivid colors and vigorous lines of Colin's drawings bring to life the extraordinary talent of these musicians and dancers. Colin's dashing sketches also convey le tout-Pari's infatuation with all things black" (K. C. C. Dalton & H. L. Gates, jr., Josephine Baker and Paul Colin: African American Dance Seen through Parisian Eyes; in: Critical Inquiry 24, 4, p. 903). - Well preserved, edges of plates and cover undamaged, preserving the often lackig small insert slip. Minor browning to outer edge of top margin of few sheets, little foxing to 4 sheets, few single spots of foxing to outermost ege of margin to few other sheets. Loose (as issued), contained in original cream and red paper portfolio album; insignificant foxing to covers, faint browning to upper left corner of front cover. In a recent fine black full-morocco case with colour morocco applications and embossed title to front cover and spine (signed: A. Lobstein). - Added: Paul Colin. Dancer with top hat in cubist style. Original colour pastel drawing on paper. (Ca. 1928). 40:29.5 cm. Signed at lower left. - On 2 joined sheets, upper right with large number stamp "17", verso with pencil sketches for a similar cubist motif. - Evenly somewhat browned, mounted in paper mask.
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(verkauft)
Letztes "gespartes Exemplar" von Piktor's Verwandlungen
Hesse, Piktor's Verwandlungen u. 6 Beilagen
Hesse, H. "Piktor's Verwandlungen. Ein Märchen von H. H." Typoskript. (Montagnola?) o. J. 4to (23,8:15,5 cm). Mit eigenh. Titel in aquarellierter Titelvign., aquarellierter Vign. mit Autorinschrift sowie 13 (1 ganzs.) Aquarellen über Federzeichnungen von Hermann Hesse. 14 S. (d. l. 2 w.) auf 7 Doppelbll. in Karton-Umschl. d. Zt., dieser etwas gebräunt u. fleckig. - Dazu: Ders. 2 Maschinenschr. Briefe mit eigenh. Unterschrift. Montagnola, im März (19)55 u. O.O. u. J. Mit 1 aquarellierten Federzeichnung. 2 S. auf 1 Doppelbl. in Briefumschl. u. 1 S. auf 1 Bl.
Einzigartiges Konvolut mit dem letzten von Hesse selbst veräußerten Typoskript des Piktor-Märchens mit dem dazugehörigen Schriftverkehr zur Provenienz. Gelangte bisher nie in den Handel.
Enthält: 1. Mileck X C-44. - Schönes illustriertes Exemplar. Eins der ca. 40 Typoskripte bzw. Manuskripte, die Hesse mit und ohne Illustrationen von 'Piktors Verwandlungen' eigenhändig angefertigt hatte (vgl. Mileck, S. 1122 u. II, 111,3). "Ich habe es in früheren Jahren manche Male abgeschrieben und Bildchen dazu gemalt, jedesmal etwas anders" (H. im Nachwort zur Faksimileausgabe der Handschrift 1954). Blatt zwei trägt handschriftlich das bekannte Novalis-Zitat sowie die Inschrift "Von der Hand des Autors" in farbiger Vignette. Der Text war erstmals 1922 für Ruth Wenger geschrieben worden, als Druck nur 1925 in sehr kleiner Auflage ohne Abbildungen erschienen. Die Aquarelle in kräftigen Farben, darunter blattgroß der in einen Baum verwandelte Piktor. - Das Büttenpapier ganz schwach knittrig im Falz. Mit zarter hs. Nummerierung in Bleistift. - 2. Hesses Brief vom März 1955 mit Aquarell (Tessiner Landschaft) an den Käufer des o.g. Typoskripts, Herrn Professor Walter Landauer (1896-1978, Professor für Tiergenetik an der Universität Connecticut bis1964). "Ihren Auftrag... habe ich glücklicherweise ausführen können, da ich vom Piktor-Märchen noch ein gespartes Exemplar, allerdings nur in Maschinenschrift, besass, das ich zu diesem Zweck gern hergebe. Ich lege für Sie noch ein Foto und die 'zwei Briefe' über das Glasperlenspiel bei.. Meine Beziehungen zu Amerika sind sehr schwach... zu neun Zehnteln Emigranten, also eigentlich Europäer". Erst Mitte der 60er Jahre wurden Hesses Novellen in den Vereinigten Staaten bekannt, errangen jedoch alsbald Bestsellerstatus (vgl. M. S. 108). Am Schluss schreibt Hesse über seine Befindlichkeit "ich bin am Ende des Weges und muss das meiste von dem, was ich gern täte, ungetan lassen". - Gut erhalten mit dem originalen Briefumschlag. - Der zweite Brief ebenfalls an Prof. Landauer mit Dank für den "lieben Brief mit dem Scheck. Ja, mit dem Bekanntwerden meiner Sachen in Amerika hat es keine Eile, auch für mich nicht", des weiteren über die unterschiedliche Rezeption seiner Werke in unterschiedlichen Ländern. - Gut erhalten. - Dazu: Maschinenschr. Briefabschrift von "Zwei Briefe über das Glasperlenspiel. (Vertraulich. Darf weder schriftlich noch im Druck weitergegeben werden.)". O.O. 1955. - 1 Foto-Postkarte mit Hesse-Büste, verso eigenh. signiert "Grüsse von H. Hesse" - Privatdruck "Antworten". (St. Gallen), Tschudy, 1958. - Waibler E 211 u. B 171. - Abschriften eines Briefes von Rudolf Pannwitz an Hesse ("Castello di Ciona, 7.1.1955") und von Hesses Replik ("Montagnola im Januar 1955") sowie deren erster Abdruck in "Antworten". - Das Typoskript geklammert u. gefaltet, gebräunt u. etwas fleckig, Titel mit kl. Einrissen im Falz; Postkarte u. Privatdruck tadellos. - Beiliegt: Eigenh. engl. Brief mit Unterschrift "Kaj Landauer". London, Dec. 1995. 1 Bl. Gefalt. in doppelblattgr. sign. Briefkarte. - Schreiben zur weiteren Provenienz des Hesse-Konvoluts. Schenkung an den derzeitigen Besitzer.
Unique autograph Hesse-Collection, including the last typescript of "Piktor's Verwandlungen" sold by Hesse himself. With manuscript title, 2 watercolour vignettes and 13 (1 full-page) watercolour illustrations by Hermann Hesse. Together with 2 associated typescript signed letters (1 with watercolour view of Tessin) to the collector as well as 1 typescript of 2 (till then) unpublished letters and 1 postcard with manuscript greeting on verso. Never before on the market. - The 6 documents in total prove the changing provenance of the Piktor typescript until 1995, ultimately as a donation to the current owner. Unique collection in fine condition.
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(verkauft)
Originalmanuskript von Hermann Hesse
Hesse, Zwölf Gedichte
Hesse, H. Zwölf Gedichte. Eigenhändiges Manuskript auf Papier. (Montagnola?) 1954. Blattgr. 21:15 cm. Geschrieben in blau-schwarzer Tinte auf Bütten. Mit aquarellierter Titeleinfassung über Bleistift sowie 11 (statt 12?) aquarellierten Vignetten über Federzeichnungen von Hermann Hesse. 24 (statt 26?) nn. Bll. (= 12 Doppelbll.). In Karton-Umschl. d. Zt. mit hs. Deckeltitel, gebräunt, Ecken u. Kanten berieben u. etwas bestoßen.
Mileck X, C 44. - Originalmanuskript des Dichters u. Nobelpreisträgers, illustriert mit reizvollen Aquarellen. Eins von ca. 140 Manuskripten (darunter auch Typoskripte und Exemplare ohne Aquarelle und mit weniger als 12 Gedichten) aus der Serie "Zwölf Gedichte", neben "Piktors Verwandlungen" Hesses "standard manuscript... Of these, only a few have been lokated and examined" (Mileck S. 1122). Das Titeldoppelblatt mit eigenh. Vermerk "Geschrieben und gemalt im Jahr 1954. Herman(n) Hesse". Die einzelnen Exemplare variieren in der Zusammenstellung und Anzahl der Gedichte sowie der Illustrationen, jedes ist ein Unikat. Hier vorliegend 11 (statt 12?) Gedichte mit dem Gedichttitel auf der ersten Seite des Doppelblatts, auf der dritten Seite die eigenhändig geschriebenen Gedichte: Frühling - Frühlingstag - Lady Rosa - Spruch - Herbst - Einsamer Abend - Vergänglichkeit - Heimweg vom Fest - Liebeslied - Schicksal - Glück. Hesses Illustrationen zeigen Landschaften und Häuser des Tessins in kräftigen Farben. Vorliegendes Exemplar stammt aus der Sammlung Walter Landauer (1896-1978, Professor für Tiergenetik an der Universität Connecticut bis1964), welcher es zusammen mit einem Typoskript von Piktors Verwandlungen im März 1955 von Hesse erworben hatte (Hesse vermerkt in der Liste seiner veräußerten Manuskripte: "Landauer. Amerika. 2 Bildmanuscripte", s.o. Mileck). - Titelblatt von "Schicksal" mit kleinem Tintenwischer. Sonst schönes Exemplar. Fehlen möglicherweise 2 Bll.
The poets original manuscript illustrated with title vignette and 11 (of 12?) original pen and ink drawings in watercolours. The individual copies vary in the composition and number of poems (here present 11 instead of 12?) as well as the illustrations, each one is unique. - One title of poetry with small ink wiper. Else a fine copy. Loose in contemporary cardboard-wrappers, some browning, corners slightly bumped, edges slightly worn. There might be 2 leaves missing.
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