Ausgewählte Bücher des 15. und 16. Jahrhunderts
Alte Drucke - Inkunabeln
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Biblia germanica. Nürnberg, Koberger, 1483. 2 Bde.
Biblia germanica. Neunte deutsche Bibel. 2 Bde. Nürnberg, A. Koberger, 17. Feb. 1483. Fol. (39,5:28,5 cm). Got. Typ., 2 Kol., durchgehend in Rot oder Blau bzw. Rot u. Blau eingemalte Initialen. Mit 109 meist drittelseitigen Holzschnitten von 108 Stöcken sowie 4 Initialen, sämtlich in prachtvollem Altkolorit, 1 halbseitiger Holzschnitt sowie die 4 Initialen mit gepunztem Goldgrund. 583 (I-CCXCV, CCXCVI-CCCCCLXXXIII) num. Bll. (ohne die 5 weißen). Prgt. d. 20. Jahrhunderts von W. Pratt (sign.) mit Goldschnitt; etwas berieben, 1 Gelenk eingerissen, Innengelenke verstärkt.
Als aufwendig konzipiertes Druckerzeugnis der Inkunabelzeit "bot diese Bibel äußerlich ein Erscheinungsbild, das durch seine Pracht und Lebendigkeit viele Betrachter und Leser begeistern konnte." (Eichenberger-Wendland)
Hain 3137; GW 4303; BMC II, 424; Goff B-632; Bibelslg. Württ. LB, E 22; Schreiber 3461; Schramm XVII, S. 3 u. 8 (Abb. in VIII, 358-472); Fairfax Murray 63; v. Arnim, Slg. Schäfer I, 52. - Die erste in Nürnberg gedruckte deutsche Bibel, berühmt für ihre Illustrationen. Die Stöcke waren von Koberger aus der Holzschnittfolge zu den im Handel kaum auffindbaren Quentell-Bibeln von 1478/79 erworben worden. Die Schnitte, vom "Meister der Kölner Bibel" nach niederländischen Vorbildern entworfen, "wirkten bis Lübeck und Venedig, zeitlich bis weit ins 16. Jahrhundert, und die Illustrationen zur Apokalypse beeinflußten Dürers Holzschnittfolge" (v. Arnim). Die Holzschnitte in klaren, schwarzen Abdrucken und prächtigem, zeitgenössischen Kolorit, die Holzschnitte meist vollständig ausgemalt. Der halbseitige Holzschnitt Bl. 5r (Erschaffung Evas) sowie je 2 Initialen zu Beginn beider Teile besonders farbenprächtig und mit Blattgold illuminiert, durchgehend eingemalte Initialen in Rot und Blau, vereinzelt mit Federwerk. "Durch die breiten, querformatigen Bilder, die Verwendung einer gefälligen neuen Druckschrift, durch reiche Rubrizierung und häufig sehr schönes Kolorit, das teilweise schon im Verlag vorgenommen wurde, bot diese Bibel äußerlich ein Erscheinungsbild, das durch seine Pracht und Lebendigkeit viele Betrachter und Leser begeistern konnte. Auch heute noch wird die Koberger-Bibel als typische Bibel der Inkunabelzeit angesehen" (Eichenberger-Wendland, Deutsche Bibeln vor Luther, S. 91ff.). - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, vereinzelt gebräunt, die ersten Bll. von Bd. 2 feuchtigkeits- bzw. braunrandig im oberen u. unteren Rand, 1. Blatt stärker fleckig. Wenige alte Anmerkungen u. Unterstreichungen. Oberer Rand vereinzelt etwas knapp, sehr vereinzelt leichte Buchstabenberührung der Überschriften. Vereinzelt minimale Wurmlöcher, wenige kleinere restaurierte Randeinrisse, Bl. 127 mit kleinem ergänzten Eckabriss, die letzten 4 Bll. von Bd. 1 mit schmaler Ergänzung im Außenrand. Die Initialen auf Goldgrund teilw. etwas berieben. 1. Blatt mit kleinem Namensstempel "Heldenberg" im oberen u. unteren Rand, im hinteren Innendeckel Schild einer italienischen Auktion vom 4.6.1932. Handschriftliches Exlibris auf dem 1. Blatt von Bd. 2.
As a lavishly created printing of the incunabula period. According to Eichenberger-Wendland this Bible presented an appearance that could inspire many viewers and readers with its splendour and liveliness.
The first German Bible printed in Nuremberg, famous for its illustrations. The woodblocks were acquired by Koberger from the series of woodcuts for the Quentell Bibles of 1478/79, which are hard to find in the trade. The cuts, designed by the "Master of the Cologne Bible" according to Dutch models. Von Arnim notes that they had an effect as far as Lübeck and Venice, chronologically well into the 16th century, and the illustrations to the Apocalypse influenced Dürer's woodcut sequence. The woodcuts in clear, black impressions and splendid, contemporary colouring, mostly completely coloured. The half-page woodcut fol. 5r (Creation of Eve) as well as 2 initials each at the beginning of both parts brilliantly coloured and illuminated with gold infills. Initials painted in red and blue throughout, occasionally with penwork. Eichenberger-Wendland points out further that through the wide, landscape-format pictures, the use of a pleasing new typeface, through rich rubrication and often very beautiful colouring, some of which was already done in the publishing house, this Bible offered an outward appearance that could inspire many viewers and readers through its splendour and liveliness. Even today the Koberger Bible is considered a typical Bible of the incunabula period (Deutsche Bibeln vor Luther, p. 91ff.). - Partly somewhat stained resp. fingerstained, occasionally browned, the first few leaves of vol. 2 with dampstained resp. brown margins in upper and lower margin, 1st leaf somewhat heavier stained. Few old annotations and underlinings. The trimming of the upper margin slightly touching letters of the headings in a few places. A few small wormholes, a few small restored tears to margins, small replaced tear to corner of leaf 127, small supplement to the outer margin of the last 4 leaves of vol. 1. The initials on gold ground somewhat rubbed in places. 1st leaf with small stamped name "Heldenberg" at upper and lower margin, label of an Italian auction of 4.6.1932 to inner cover. Handwritten bookplate on the 1st leaf of vol. 2. Lacking the 5 blank leaves. Bound in 20th cent. full-vellum by W. Pratt (signed), spine, double fillet borders and edges gilt. Spines somewhat dust-soiled, minor rubbing and staining, one joint cracked but firm.
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The Most important Bible for the Reformed Church
Biblia neerlandica. Dordrecht 1595-96
Biblia neerlandica. - Biblia: Dat is, De gantsche Heylighe Schriftuere, grondelick ende trouwelick verduytschet. 4 Tle. in 1 Bd. Dordrecht, A. & I. Canin, 1595-1596. Fol. (38,5:25 cm). Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren u. 4 Druckermarken. 12 nn., 229 num., 1 nn., 165, 104 num. Bll. Grün gefärbter Prgt. um 1600 mit goldgeprägtem Wappensupralibros von Ferdinand Hoffmann von Grünbühel und Strechau auf beiden Deckeln, Filetenblindprägung auf Deckeln u. Rücken, handschriftlicher Rückentitel; teilw. berieben, Vergoldung oxydiert bzw. abgerieben, Vordergelenk oben etwas eingerissen.
Adams B 1123; Blouw, Typographia Batava 616; nicht bei Darlow-M. - Sehr seltene Ausgabe der sogenannten "Deux-Aes Bijbel". Nach der Lutherbibel übersetzt von Godfried van Wingen (AT) und Johannes Dyrkinus (NT). Zwischen 1562 und 1637 war die Deux-Aes Bibel in den Niederlanden die am häufigsten benutzte Bibel. Die Bibel ist nach einem Lobgesang auf Nehemia 3:5 benannt. In diesem Vers von Nehemia geht es um den Wiederaufbau Jerusalems, zu dem wesentliche Teile der Bevölkerung nichts beitragen wollten. Eine Randbemerkung enthält eine Übersetzung eines Spruchs von Martin Luther, der sich auf die Augen auf einem Würfel bezieht: „deux aes en heeft niet“. Im Würfelspiel bedeuteten deux aes (zwei und eins) einen niedrigen Wurf. Die Bedeutung: arme Menschen besitzen nichts. Die erste Ausgabe der Deux-Aes Bibel veröffentlichte der flämische Buchdrucker Gillis van der Erven 1562 in Emden. Bis zur Statenbibel von 1637 blieb die Deux-Aes Bibel die wichtigste Bibel für Reformierte. In reformierten Kreisen gab es aber auch einige Kritik an dieser Bibel. Vor allem in Bezug auf das Alte Testament wünschte man sich eine Ausgabe, die mehr mit den calvinistischen Überzeugungen übereinstimmte und man störte sich an den mundartlichen Ausdrücken, die Luther in seinen Kommentaren verwendete. Mehrere spätere Ausgaben versuchten, der Kritik bis zu einem gewissen Grad zu begegnen. In diesen Ausgaben wurden daher die Randbemerkungen ganz oder teilweise durch die der Genfer Bibel ersetzt. Infolgedessen begannen verschiedene Versionen der Deux-Aes-Bibel zu kursieren. Auch für die Geschichte der niederländischen Sprache ist die Bibel von großer Bedeutung. Viele aus dem Deutschen stammende Wörter wurden von der Deux-Aes Bibel in spätere Bibelübersetzungen übernommen und fanden so Eingang in die niederländische Umgangssprache. - Schöner Druck auf starkem Papier. Die zwei wiederholten Holzschnittbordüren mit Ansicht von Dordrecht im unteren Rand. Vereinzelt etwas fleckig. Aus dem Besitz von Ferdinand von Grünbühel und Strechau (1540-1607), oberster Erblandhofmeister in Steiermark, Oberster Erblandmarschall in Österreich und Steiermark, kaiserlicher Hofkammerpräsident und Geheimrat. Mit seinem großem Exlibris von Lucas Kilian nach Matthäus Gundelach im vorderen Innendeckel und seinem Wappen auf den Einbanddeckeln.
Very rare edition of the Deux-Aes Bijbel, the first Dutch reformed bible, translated by Godfried van Wingen (Old Testament) and Johannes Dyrkinus (New Testament). 4 parts in one volume (two parts with contininuous pagination), with 4 woodcut printer's device on 4 title-pages, woodcut border with view of Dordrecht on two title-pages. - Some spotting in places. Green coloured vellum around 1600 with gilt coat of arms, blind fillet stamping on covers and spine, handwritten title on spine; partly rubbed, gilding oxidised or rubbed, upper front joint somewhat torn. From the library of Ferdinand von Grünbühel und Strechau (1540-1607), with his large bookplate by Lucas Kilian after Matthäus Gundelach on the front inside cover and his coat of arms on the covers.
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Horae B. M. V. Um 1510
Horae B. M. V. (Les presentes heures a l'usaige de Rome). Lateinisches Stundenbuch. Auf Pergament gedruckt. Paris, (S. Vostre?, um 1510). 8vo (18:11,5 cm). Mit 13 (statt ?) blattgr. Metallschnitten sowie 5 kleinen Schnitten, sämtlich in prächtigem Altkolorit mit reicher Goldhöhung, ferner durchgehend in Rot, Blau u. Gold eingemalten Initialen u. Zeilenfüllern. Durchgehend unkolorierte ornamentale u. figürliche Bordüren. 89 (statt 130?) nn. Bll. Reich geprägter brauner Ldr. des frühen 20. Jahrhunderts mit Innenkantenvergoldung, Goldpapiervorsätzen u. Goldschnitt.
Vgl. Lacombe 158 u. 167 u. Bohatta 281 - Nicht eindeutig zu bestimmendes Stundenbuchfragment, ähnlich Lacombe 158 u. 167 sowie Bohatta 282. Kollation: A1, b1-9 (von 10), a-c8, d2-8, e-k8. Die Lagen a-k jeweils mit dem Markierungszeichen "P" bei der Signatur des ersten Blattes. Die großen Schnitte, mit in Gold u. Farben ausgemalten architektonischen Bordüren, zeigen Gefangennahme, Verkündung an Maria, Anbetung der Könige, Christi Geburt, Verkündung an die Hirten, Darbringung Jesu im Tempel, Kindermord zu Bethlehem, Tod Mariae, David und Uria, Totenerweckung, Kreuzigung, Pfingstwunder. Zu Beginn hier Blatt A1 mit ganzseitiger Illustration zu "De sanctissima trinitate" eingebunden. - Es fehlt die Anfangslage a1-8 mit Titelei und Kalender, die Bll. b10, d1 u. wohl die Lagen (bis auf A1) A-D8. - Stellenweise fingerfleckig, etwas fleckig u. gebräunt. b1, b2, b9 mit reparierter unterer weißer Ecke.
Printed on vellum. With 13 full-page hand-illuminated metal-cuts, 5 smaller hand-coloured cuts, a border of metal cuts around each page of printed text. Text not complete. - Fingermarking, some spotting and browning, repair to lower corner of three leaves. Bound in richly blind-tooled early 20th cent. morocco, gilt edges.
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Remarkable Woodcuts - Broad-Margined Copy
Horae B.M.V., Kerver 1522
Horae B.M.V. - Ces presentes heures a lusaige de Paris toutes au long sans rien requerir avec plusieurs belles hystoires nouvellement imprimees. Paris, Thielmann Kervers Witwe (Yolande Bonhomme), 16. Februar 1522. (23:16 cm). Mit 59 großen Metallschnitten mit Bordüren, Druckermarke u. Wappen sowie 27 kleinen Textbildern in Metallschnitt. 132 Bll. Ldr. d. 18. Jahrhunderts mit goldgeprägter Deckelvignette, etwas Rückenvergoldung, Goldschnitt; berieben, vereinzelte Restaurierungen, wenige kleine Wurmspuren.
Brunet V, 1623, 197; Lacombe 324; Bohatta, Heures 314; Tenschert-Nettekoven 119. - Erste für Thielmann Kervers Witwe Yolande Bonhomme gedruckte Ausgabe. Yolande B. gilt neben Charlotte Guillard als bedeutendste Druckerin der französischen Renaissance. Sie war die Tochter des berühmten Frühdruckers Pasquier Bonhomme und heiratete um die Jahrhundertwende den aus Koblenz kommenden Thilmann Kerver. Das Werk ist ganz in Schwarz und Rot gedruckt und reich illustriert. Enthält 58 ganzseitige Metallschnitte zu den wichtigen Textanfängen, darunter die Lebensalterserie zum Kalender, ferner Aderlassmann und die Druckermarke Kervers auf dem Titel. Der Stil der Illustrationen orientiert sich an der deutschen Graphik. - Durchgehend regliert, nur vereinzelt minimal fleckig, der Aderlassmann mit kleinerer Schwärzung. Insgesamt recht breitrandiges, schönes Exemplar. Exlibris Mareschal Beauvais (1869).
The great hours of Kerver, first edition printed for Thielmann Kerver's widow Yolande Bonhomme. Printed in gothic type, in red and black, Almanac for 14 years, from 1523 to 1536. With remarkable and abundant illustration: it includes the figure of the anatomical man, 12 oval figures for the calendar representing the twelve ages of life, 46 large figures drawn from the Old and the New Testament placed in frames of twisted columns or pilasters of Renaissance style, the emblems of the Passion, and 27 small vignettes for the Suffrages. - Ruled throughout, only sporadically minimally spotted, the anatomicall man with smaller blackening. Overall quite wide-margined and fine copy. Bound in 18th century calf with gilt vignette on cover, spine somewhat gilt, gilt edges; rubbed, few restorations, few small worm marks. Bookplate Mareschal Beauvais (1869).
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Kirsten, Grammatices Arabicae u.a. Werke
Kirsten (Kirstenius), P. Sammelband mit 6 Werken (in 9 Teilen) von Peter Kirsten (Petrus Kirstenius) sowie 1 Werk über ihn. Breslau, Officina Baumanniana, 1608-1611 (5) u. Leipzig 1611 (1). Fol. (31:21 cm). Prgt. d. Zt. mit Datierung 1625; stark fleckig, vereinzelt kleinere Wurmspuren, Kanten teilw. bestoßen, Innendeckel, Innengelenke u. hintere Vorsätze mit Wurmspuren.
Enthält die Sammlung aller in Folio veröffentlichen Werke mit arabischem Typendruck, dessen Fundus der schwedische Arzt, Philologe und Orientalist Kirsten (1577-1640) sich auf eigene Kosten hat anfertigen lassen, um seine Arabischstudien veröffentlichen zu können. Gedruckt wurden die Werke in Breslau bei Magdalena Baumann, die die Druckerei nach dem Tode ihres Ehemannes Georg Baumann 1607 von 1608-18 weiterführte. Eine Zusammenstellung äußerst seltener Drucke; darüber hinaus ein bedeutendes Zeugnis sowohl für die Verlags- und Druckgeschichte wie für die Geschichte der Arabistik des frühen 17. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Enthält in der Bindefolge:
1. P. Kirsten. Grammatices Arabicae liber I (-III), sive Orthographia et prosodia arabica (sive Etymologia arabica; sive Sytaxis arabica). 3 Tle. Breslau, Baumann für den Verfasser, 1608-10 (Chronogramme). Mit gest. Titel. 105 S., 1 Bl., 41 S., 1 Bl., 38 S., 8 Bll. - VD 17 12:121115V; Brunet III, 670; Zenker I, 165-67; Fück 57 f.; Smitskamp, PO 110. - Einzige Ausgabe, die Teile II und III in der Variante mit rein typographischem Titel. "In the preface to his grammar Kirsten gives an account of his early years, and explains how he came to study Arabic through his medical studies. Of the Arabic language he asserts the superiority, if not the origin, of all other languages (p. 13: si non mater reliquarum omnium, tamen multis modis, reliquas superans). He gives an interesting survey of Arabic typography in his days, mentioning the existence of types at Rome, Leiden, Paris, Heidelberg and in Spain. As a matter of fact, Kirsten may be considered to be the first to have published Arabic type-printed books in Germany, if we leave aside Hutter’s incidental sample. As for the Heidelberg types, these were woodcut" (Smitskamp). – S. 17/18 an den Anfang verbunden; zwischen S. 22 und 23 eingebunden das nicht zur Grammatik gehörende "Schema characterum Arabicorum", ein mehrfach gefaltetes Blatt aus der "Decas sacra canticorum et carminum Arabicorum" aus dem Jahr 1609.
2. P. Kirsten. Vitae evangelistarum quatuor: Nunc primum, ex antiquißimo codice MSS. Arabico Caesario, erutae. Breslau 1608 (Chronogramm). Mit gest. Titel. 1 Bl., 56 S., 2 Bll. – VD 17 14:641050V; Brunet III, 670; Zenker II, 1237; Smitskamp, PO 112 (Privileg auf separatem Blatt). - Eine von zwei Druckvarianten aus demselben Jahr, hier das Privileg auf der Rückseite des Titels. "The manuscript used by Kirsten for this edition was sent to him from Vienna (hence Caesareo [recte Caesario]) by the librarian Sebastian Tengnagel, an Orientalist who had also contacts with Megiser and Schickard. The manuscript contained the Gospels in Arabic, preceded by the Lives of the Evangelists; Kirsten used it again to publish his philological commentary on St. Matthew" (Smitskamp).
3. P. Kirsten. Notae in evangelium S. Matthaei. Ex collatione textuum Arabicorum, Aegyptiac(orum), Hebrae(icorum), Syriacor(um), Graecor(um), Latinor(um). Breslau 1611 (Chronogramm). 5 Bl., 140 S. - VD 17 1:071605E; Brunet III, 670; Zenker II, 1781; Smitskamp, PO 113 (Variante mit gest. Titel). - Eine von 2 Druckvarianten aus demselben Jahr, hier mit Drucktitel, die andere Variante mit einem gestochenen Titel. "...einen starken Band von Anmerkungen zum Matthäusevangelium, hauptsächlich auf Grund der arabischen Version" (Fück 58). "Kirsten's notes are mainly a comparison of the Arabic with the Greek version, and serve to explain teh Arabic text. The Coptic and Syriac versions mentioned in the title are no more than marginal readings indicated as such in the Arabic manuscript which he used " (Smitskamp).
4. P. Kirsten. Epistola S. Judae apostoli ex mss. Heidelbergensi Arabico ad verbum translata. Breslau 1611 (Chronogramm). 1 Bl., 17 S. – VD 17 1:071613W; Zenker I, 1565. - Eine von 2 Druckvarianten aus demselben Jahr, hier Drucktitel, die andere Variante mit gestochenem Titel. Der Judasbrief nach der Postelschen Handschrift der Heidelberger Bibliothek, in arabischer Fassung mit parallel gedruckter lateinischer Übersetzung; herausgegeben, übertragen und mit Anmerkungen versehen von Kirsten.
5. P. Kirsten. Tria specimina characterum Arabicorum. Breslau 1608 (Chronogramm). 10 S., 1 Bl. - VD 17 1:071618K; nicht bei Zenker u. Smitskamp. - Der erste mit arabischen Typen in Deutschland hergestellte Druck, zugleich die erste Veröffentlichung von Kirstenius in der Breslauer Druckerei von Baumanns Witwe. Enthält das Vaterunser, den Psalm 50 und die erste Koransure jeweils arabisch mit parallel gedruckter lateinischer Übertragung.
6. (Avicenna). Liber secund(us) de Canone Canonis a filio Sina. Studio Petri Kirsteni(i). Breslau 1609 (Chronogramm). Mit gest. Titel. 1 w. Bl., 8 S., 14 Bl., S. 9-132. - VD 17 1:063021L; Zenker I, 1170; Krivatsy 503; Hirsch-H. III, 533. - Auswahl aus dem zweiten Buch von Avicennas berühmtem "Kanon der Medizin" im arabischen Originaltext mit parallel gedruckter lateinischer Übertragung, beides besorgt von Kirsten.
7. Iudicia e multis quaedam virorum reverendorum de laboribus Petri Kirstenii. Leipzig, T. Beyer für L. Kober (Cober), 1611. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 nn. Bll. - VD17 23:230918N. - Einzige Ausgabe. Urteile über die Arbeiten von Kirstenius, allesamt positiv, mit einem lateinischen Widmungsgedicht in Hexametern herausgegeben von Moritz Schröter, dem Schwager von Kirsten und ebenso Arzt.
Der Sammelband insgesamt teilw. gebräunt, gering fleckig, ca. erstes Drittel (von rechts nach links) mit größerem Braunfleck im Bund und oberen Rand, etwas kleinere Braunflecken auf den letzten Blättern in den Rändern. Mit 5 teilw. nur noch in Resten vorhandenen papierenen Blattweisern. Erster Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk "Ex libris Arabicis Johann: Pinnerij LL. St.", wohl Ján (Johann, Janos) Pinner (1586-1645). P. war slowakischer evangelischer Pfarrer und Dichter, Rektor der reformatorischen Partikular-Lateinschule in Banská Bystrica (ab 1619). Prediger der Slowakischen Evangelischen Gemeinde (1622 - 1626), später Stadtpfarrer in Banská Bystrica (1626 - 1645). Verfasser gelegentlicher lateinischer Verse. Die "Iudicia" am Schluss mit Besitzvermerk eines Ferdinand Freiseisen.
Collection of 6 works in one volume, written or published by Petrus Kirstenius and one about him, all in first or sole editions. Contains a collection of all works published in folio, printed with Arabic types which the physician Peter Kirsten (Petrus Kirstenius) had ordered at his own expense as he wished to publish his Arabic studies. All these works were produced in the "Officina Baumanniana" at Breslau, the printing office continued by Magdalena Baumann after the death of her husband Georg. There is furthermore a small compilation of opinions about Kirstenius’s works, this is the only issue of the Sammelband not published at Breslau but in Leipzig; the various parts are above mentioned. - The Sammelband overall partly browned, slightly spotted, approx. first third (from right to left) with larger brown spot in the inner and upper margin, somewhat smaller brown spots on the last leaves in the margins. With 5 partly only in remnants existing paper leaf guards. First title with contemporary ownership note "Ex libris Arabicis Johann: Pinnerij LL. St.", probably Ján (Johann, Janos) Pinner (1586-1645). P. was a Slovak Protestant pastor and poet, rector of the Reformation Particular Latin School in Banská Bystrica (from 1619). Preacher of the Slovak Evangelical Congregation (1622 - 1626), later town pastor in Banská Bystrica (1626 - 1645). The "Iudicia" at the end with ownership inscription by Ferdinand Freiseisen. Bound in contemporary vellum, heavily spotted, some smaller worm traces, edges partly bumped, worming to inner cover, inner joints and rear endpapers.
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Missale Hildensemense
Missale Hildensemense. Nürnberg, Georg Stuchs, 17. Sept. 1499. Fol. (38:26 cm). Got. Typ., durchgehend in Rot u. Schwarz; 2 Kol. (außer Kalendarium u. Kanonteil), Noten in Hufnageltypen auf 4 roten Linien. Mit 1 ganzseitigen Holzschnitt, 1 großen figürlichen Initiale, 15 Holzschnitt-Initialen, alles altkoloriert, 1 in Blau u. Rot eingemalten Federwerksinitale sowie einigen schwarzgrundigen Initialen. 24 nn., 174 röm. num., 18 nn., 8 nn. auf Pergament, num. Bll. 175-299, 5 nn. (= zus. 354) Bll. Nürnberger Einband d. Zt. Kalbldr. über Holzdeckeln mit reicher spätgotischer Blindprägung u. 1 Messingschließe (von 2), Beschläge auf den unteren Ecken; berieben, einige Schabstellen, Rücken im 19. Jahrhundert erneuert.
Cop.-R. 4137; GW M24451; BMC II, 472 (ohne Kanonteil); Goff M-667; Bohatta, Parma 103; Weale-Bohatta 447; Schramm XVIII, 21 u. Abb. 615. - Erste Ausgabe des Missale für das Bistum Hildesheim, einer der schönsten liturgischen Drucke des 15. Jahrhunderts. Vollständig wie hier außerordentlich selten. Der Kanonteil (8 Blatt) ist auf Pergament gedruckt und enthält den ganzseitigen, prachtvollen, frei nach Schongauer kopierten Kreuzigungsholzschnitt, ferner die grosse Te-igitur-Initiale (Opferung Isaaks, 8:7 cm) sowie 15 kleinere Initialen, alles in schönem zeitgenössischem Kolorit. Zu Beginn des Textes eine siebenzeilige Initiale A in Rot u. Blau mit Federwerk. Der Druck durchgehend in Rot u. Schwarz mit Hufnagelnoten auf vierlinigem rotem System. "Nachdem (Stuchs) schon 1484 ein Missale Romanum, 1485 ein Brevier fur Meißen und 1486 ein Diurnale für den Deutschen Orden gedruckt hatte, setzte 1490 der zwar nicht ausschließliche, aber ganz überwiegende Druck von Liturgica ein (sorgfältig gedruckte Werke, die heute meist relativ selten sind und vor allem, wenn vollständig erhalten, hohe Preise erzielen). Neben Erhard Ratdolt war Georg Stuchs der Drucker von Liturgica im späten 15. Jahrhundert in Deutschland. Für diese liturgischen Drucke besaß Stuchs einen ausgezeichneten Typenapparat (insgesamt 18 Schriftarten)" (Geldner I, 178). - Breitrandig u. gering fleckig, stellenweise etwas fingerfleckig, wenige Bll. mit Feuchtigkeitsspur im Rand. Vereinzelt alte Anmerkungen, mehrere im Kalendarium, wenige kleine Hinterlegungen u. geringe Verschmutzungen im weißen Rand durch entfernte Blattweiser, Blatt 12 mit größerem Abschnitt im weißen Rand. Blatt 28-37 mit Wurmspur im weißen Rand, bei Blatt 32 die Wurmspur ausgeschnitten, Bl. 125 mit Randeinriss. Bl. 171-172, 231, 267-268 etwas angeschmutzt u. teilw. mit Hinterlegung im weißen Rand, 175 mit Eckabriss. - Titel fast lose, fleckig, mit kleinen Randläsuren und wie das vordere Vorsatzblatt (dieses aus Pergament) mit umfangreichen alten Anmerkungen. Titelblatt mit aufgeklebtem Pergamentstreifen: "Dns Johannes Karthüß possessor huic missalis contulit illd. altari bte Marie vgis In Cappella sa Anthonii maiores eccl hildn qv utit eo oret pro illo". Die profanierte St. Antonius-Kirche ist heute in das Museum des Hildesheimer Doms umgewandelt. - Der Einband weist in seiner Ausstattung (Laubstab und Blüte, vgl. Kyriss Tafel 40 u. 42) auf einen Nürnberger Buchbinder hin. Provenienz: Dr. Hans Deckel (Münchner Industrieller), Rudolf Oldenbourg, süddeutscher Privatbesitz.
A Missal of remarkable beauty, complete and extremely scarce. A masterpiece of typography from the press of the famous liturgical printer Georg Stuchs. Printed in red and black in two columns. The Canon is printed in very large type on 8 vellum leaves, with a full-page woodcut on the first leaf verso and a large historiated initial (the sacrifice if Isaac) on the second, both in contemporary colouring. The full-page Canon woodcut representing Mary, St. John and three angels receiving the blood of Christ is in the style of the Wolgemut School. The colours of brilliant red, blue yellow, brown, and green are characteristic of the Nürnberg School. - With wide margins. Slight spotting, some fingerstaining in places, a few leaves with traces of moisture in the blank margin. A few old annotations, several in the calendar, a few small backings and minor soiling in the blank margin due to removed finger tabs, leaf 12 with a larger cut-out in the blank margin. Leaf 28-37 with marginal worm trace, leaf 32 the worm trace cut out, leaf 125 with marginal tear. Leaves 171-172, 231, 267-268 somewhat soiled and partly with backing in the blank margin, 175 with corner tear. - Title almost loose, stained, with small marginal tears and like the front flyleaf (this one of vellum) with extensive old annotations. Title page with glued-on vellum strip with contemporary annotation (see German text). Nürnberg binding of contemporary blindstamped calf over wooden boards, with one metal clasp (of two), rubbed, rebacked in the 19th century.
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Schedel, Das Buch der Croniken
Schedel, H. Das Buch der Croniken und Geschichten. (Übersetzt von Georg Alt). Nürnberg, A. Koberger, 23. Dez. 1493. Gr.-fol. (43:30 cm). Mit 2 doppelblattgr. Holzschnittkarten u. über 1800 Holzschnitten (inkl. Wiederholungen) von Wohlgemuth und Pleydenwurff, fast alle altkoloriert. 289 (statt 297) Bll. (= 10 nn., 278 st. 286 num., 1 nn. Bll.). Ldr. d. späten 19. Jh. mit goldgepr. Titel, kl. Wappen u. Num. auf dem Vorderdeckel, fleckig u. stärker beschabt, Vordergelenk unten mit kl. Einriss u. innen gelockert.
Hain 14510; GW M40796; BMC II, 437; Goff S-309. - Erste deutsche Ausgabe, sechs Monate nach der lateinischen Originalausgabe gedruckt, jedoch allgemein seltener, da in kleinerer Auflage erschienen. GW weist nahezu dreimal so viele lateinische wie deutsche Exemplare nach. Zugleich die am reichsten illustrierte Inkunabel, die Holzschnitte von hohem künstlerischen Rang. Besonders erwähnenswert die doppelblattgroßen Karten der Alten Welt und Mitteleuropas sowie die bekannten großen Ansichten u.a. von Bamberg, Breslau, Florenz, Köln, Konstantinopel, Konstanz, Krakau, Lübeck, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Rom, Ulm, Venedig, Wien und Würzburg, viele von ihnen die ersten topographisch getreuen Darstellungen. Bei unserem Exemplar sind 14 Bll. (Bl. 1, 62, 64-65, 93, 137-138, 168-170, 222 u. 282-284) aus einem minimal kleineren, unkolorierten Exemplar ergänzt (in der oben angegebenen Kollation enthalten). Mit Ausnahme der Holzschnitte auf diesen Seiten liegen alle anderen in einem schönen und kräftigen Altkolorit vor. Bl. 93, 169 u. 170 wurden ergänzt, obgleich auch altkol. vorhanden, jedoch extrem stark beschädigt, sie liegen somit jeweils zweifach vor u. wurden in obiger Zählung nicht berücksichtigt. - Etwas finger-, braun- u. tintenfleckig, hier u. da wasserrandig, zu Beginn u. am Schluss stärker, erste Bll. unten auch etwas sporenfleckig. Teilw. leicht gebräunt. Einige alte Anm. u. Unterstreichungen in roter od. brauner Tinte. Oben etwas knapprandig, Kopftitel u. Fol. teilw. angeschnitten od. abgeschnitten. Zahlr. u. teils größere Rand- u. Bugläsuren bis in das Bild od. den Text rep., insbesondere zu Beginn u. am Ende, u. ca. 25 Bll. mit langen, mit Klebeband rep. Einrissen (teils mit Bild- u. Textverlusten). Titel mit Ausschnitt u. unten gestrichenem Tintenvermerk, Bl. 97 ebenfalls mit Ausschnitt (ca. 5:5 cm). Regensburg u. Wien mit rep. Bugeinrissen im Bild. Kte. der alten Welt stärker beschädigt u. mit kl. Bildverlusten, Randläsuren meist rep. u. in der linken Bildhälfte 2 lange, hinterklebte Risse; Kte. Mitteleuropas seitl. angeschnitten u. vor allem unten mit Fraßspuren bis in das Bild, daher Ränder u. Bug sowie fast die gesamte rechte Bildhälfte hinterlegt. Von den unkol., ergänzten Bll. sind 4 lose. Fehlen 8 num. Bll. (63, 92, 139-140, 155-156, 281 u. 285) inkl. der doppelblattgr. Ansichten von Erfurt u. Straßburg, von Augsburg u. Budapest fehlt jeweils die rechte Hälfte.
First German edition. With 2 double-page woodcut maps and over 1800 woodcut illustrations, almost all in fine contemporary colouring. 14 ll. are supplied from a slightly smaller, uncoloured copy (included in the collation above). Fol. 93, 169 and 170 exist in duplicate because the coloured version of these leaves is severely damaged (not counted above). - Some thumbing, soiling, staining and inkstaining; some waterstaining in places, heavier at beginning and end, some mildew spotting to first leaves. Slight browning in places, a few old notes and underlinings in red or brown ink. Somewhat narrow-margined at top, head title and fol. partly cropped. Numerous and partly longer tears to margins and centerfolds mostly repaired (partly with text or image losses), especially at beginning and end, around 25 ll. with long tears rep. with tape. Title with cut-out and deleted ink note, fol. 97 also with cut-out. The views of Regensburg and Vienna with rep. centerfold tears affecting image. World map with marginal defects and long tears at left rep. with small image losses; map of Central Europe shaved at sides and with repairs to marginal defects affecting image (right half almost completely reinforced). Of the uncoloured, supplemented folios 4 are detached. Lacking fol. 63, 92, 139-140, 155-156, 281 and 285 incl. the double-page views of Erfurt and Strasbourg, and Augsburg and Budapest each missing the right half. Bound in late 19th century calf, rubbed and stained, small tear to upper joint, upper hinge weak.
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