Auction 185-186

Lot 245 * #
Gregorius I., Moralia in Iob. Einzelblatt

sold

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Auction schedule:

14th Nov. 2017 session starting 11:15 a.m.

Gregorius I., Papa (der Große). Moralia in Iob. Einzelblatt aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Westdeutschland, 1. Hälfte 12. Jahrhundert. Fol. Blattgr. 33:23 cm, Schriftspiegel 25,5:19 cm. 39 Zeilen, 2 Spalten, blind liniiert. Dunkelbraune romanische Minuskel, zu Beginn Ziermajuskeln in Rot, Textmajuskeln rot schattiert. Recto große Rankeninitiale "Q" (5:6,5 cm) in dunkelbrauner Tinte, Rot und Grün, Binnenfeld mit vegetabiler Ornamentik, außen besetzt mit einem Drachen.

Sehr schönes Einzelblatt aus einem sorgfältig geschriebenen, großformatigen Codex. Enthält Gregors Auslegung von Hiob 24, Vers 20-22 (Migne, PL LXXVI, 9-13), der Text endet bei "atq(ue) in conte(m)ptu om(n)ium". Der aus einer reichen römischen Patrizierfamilie stammende Gregor (um 540-604) entsagte um 575 dem weltlichen Leben und errichtete auf seinen Besitzungen auf dem Monte Celio ein Benediktinerkloster. Die "Moralia in Iob" gehen auf Predigten zurück, die er vor Mönchen seines Konvents gehalten hatte, nach mehrfacher Überarbeitung wurden sie wohl 591 vollendet. "Die ursprünglich 'Expositio in Iob' genannte Schrift deutet das biblische Buch Job nach der Methodik des dreifachen Schriftsinnes: Job stellt in literaler Deutung eine historische Person dar, deren leidgeprüftes Leben geschildert wird; allegorisch-typologisch verweist er auf Christus und seinen Leib, die Kirche, und moralisch ist er für jeden Menschen ein Vorbild und ein Beispiel" (Glaube u. Wissen im Mittelalter 33). Im vorliegenden Abschnitt dominieren die allegorische und die moralische Interpretation des Textes.

Unser Einzelblatt bildete das Eingangsfolium des vierten Teils einer umfangreichen, vielleicht mehrbändigen Handschrift und ist daher besonders aufwändig gestaltet. Die ersten vier Zeilen mit dem Titel ("Quartae partis moralium liber primus a capite incipit") sind in einer roten Auszeichnungsschrift ausgeführt, die folgenden sechs Zeilen mit dem Beginn des eigentlichen Textes ("Quotiens in sancti viri historia") alternierend in roten oder rot schattierten schwarzen Majuskeln. Das "Q" des Textanfangs ist hierbei als achtzeilige Zierinitiale in drei Farben gestaltet, deren unterer Ausläufer eine phantasievolle Drachenfigur bildet.

Am Bundsteg etwas ungleichmäßig beschnitten, jedoch immer mit ausreichend Abstand zum Schriftspiegel (ca. 0,5 cm oder mehr), in den äußeren Rändern gering gebräunt, am Kopfsteg kleine Rostspur einer Büroklammer (recto nur schwach, verso etwas stärker). Insgesamt sehr gut erhalten.

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Das ist ein sehr kurzer Test!

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