Lot 8 *#
Diurnale monalium, Nürnberg

sold

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Auction schedule:

October 30th, 2018 session starting 10:00 a.m.

Nuremberg Diurnal with Music and German Rubrics

Diurnale monialium Dominicanarum. Lateinische Handschrift auf Pergament mit deutschen Rubriken. Nürnberg, Katharinenkloster, um 1500. Kl.-8vo. Blattgr. 13,8:10,5 cm. Schriftspiegel ca. 10:6,5 cm. 13-19  (Kalendar: 33) Zeilen, regliert, Wortreklamanten teilw. noch sichtbar. Mit 3 drei- bis fünzeiligen Initialen in Blau und Rot, einigen Cadellen in Schwarz u. Rot sowie zahlr. ein- oder mehrzeiligen Initialen in Blau oder Rot. Textura in dunkelbrauner Tinte von verschiedenen Händen, Hervorhebungen in Rot, Versalien rot gestrichelt; dazu Quadratnoten auf vierlinigem rotem System. 258 (statt 262?) Bll. mit moderner Bleistiftfoliierung. Blindgepr. Ldr. d. frühen 20. Jh. über Holzdeckeln mit 1 Schließe (von 2), etwas berieben.

Diurnal, in Latin, of Dominican Use, with German rubrics. Manuscript on vellum, Nuremberg, c. 1500. 258 (of 262?) leaves. In dark brown and red ink in a textura script. With numerous initials in red and blue and music on a 4-line red stave. From the famous library of the former Dominican Monastery of Saint Catherine in Nuremberg. - Some occasional spotting or thumbing, light rubbing or smudging here and there, initials of calendar and first text leaf shaved at top. Lacking probably 4 leaves at end. Early 20th century blindstamped calf over wooden boards with 1 clasp (of 2), somewhat rubbed.

Schöner spätmittelalterlicher Pergamentcodex aus dem ehemaligen Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Nürnberg. Die Bibliothek des Katharinenklosters war mit ihren ursprünglich ca. 500–600 Bänden, von denen etwas über die Hälfte erhalten geblieben sind, die größte deutschsprachige Bibliothek des 15. Jahrhunderts. Das Kloster verfügte über ein bedeutendes Skriptorium, dessen Blütezeit im 15. Jahrhundert lag und mit der Einführung der Reformation in Nürnberg ihr Ende fand. Die Lokalisierung und Datierung der Handschrift lässt sich durch Kalendar (2r-7v) und Litanei (194v-202r) belegen. Im Kalendar sind Kunigunde (3. März) und Heinrich II. (13. Juli) als Leitheilige der Diözese Bamberg und Sebaldus (19. August) als Stadtpatron von Nürnberg durch rote Schrift ausgezeichnet, die doppelte Anrufung des Ordenspatrons Dominikus und der Klosterpatronin Katharina in der Litanei sind ein sicheres Indiz für die Herkunft aus dem Kloster St. Katharina. Das Auftreten des Servatius (13. Mai, "Servatij ep[iscop]i & co[n]fes[oris]") belegt eine Entstehung nach 1498, dem Jahr der Aufnahme des Heiligen in das Kalendar der Dominikaner (vgl. Gottwald, Musikhandschriften, Wiesbaden 1979, S. 25).

Das Diurnale verzeichnet die Stundengebete und Gesänge für die Feste des Kirchenjahres und diente dem privaten Gebrauch einer Ordensschwester. Auffallend ist hier die unsystematische Anordnung des Inhalts, die charakteristisch für Diurnalia der Dominikanerinen ist (vgl. Ehrenberger, Bibliotheca liturgica manuscripta, Karlsruhe 1889, S. 32-36 u. Neske, Handschriften der SB Nürnberg II/2, Wiesbaden 1987, S. 87-89 u. 95-96). Unsere Handschrift enthält neben dem Kalendar für die Diözese Bamberg und dem Diurnale auch Benedictiones matutinales, Benedictiones ad mensam, Marienoffizium, Officium defunctorum und weitere Texte. Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen Notenbeigaben, teils nur kurze Hinweise zur Intonation der Antiphonen, vielfach aber auch vollständige Notationen. Während Kalendar (bis auf den Hinweis zur Benutzung der Goldenen Zahl) und liturgische Texte in lateinischer Sprache gehalten sind, wurden die Rubriken oft deutsch ausgeführt: "An dem aschermitvochen und hohen donertstag...", " An den creutz tagen fur die heiligen Cristenheit...", "Diß sind die a(ntiphone)n uber das gantz iar..."  etc.

Kollation: Überwiegend Lagen zu 8 Bll. mit Wortreklamanten (beim Binden meist an- oder abgeschnitten): A6(+1), B-P8, Q8(+1), R-Z8, a-b8, c8(-1), d6(-3?). Dem Kalendar ist ein Blatt mit späteren Nachträgen vorangestellt; in Lage Q wurde ein zusätzliches Blatt (fol. 123) von einer anderen Schreiberin eingefügt, der darin enthaltene Text war wohl ursprünglich vergessen worden; in der vorletzten Lage wurde 1 Bl. (nach 246) entfernt, der Schlusslage (mit Nachträgen von anderer Hand) fehlen vermutlich 3 Bll. - Gelegentlich etwas fleckig oder fingerfleckig, vereinzelt leichte Bereibungen oder Verwischungen, KL-Ligaturen des Kalendars und Federwerk der Eingangsinitiale am Kopf angeschnitten.

Provenienz: Karl & Faber, München, Kat. 68 (Deutsche Kunst und Kultur, 1937), Nr. 297 ("Diurnale der Dominikanerinnen von St. Katherinen in Nürnberg"), die Handschrift wird in der "Dokumentierenden Rekonstruktion der Bibliothek des Nürnberger Katharinenklosters" (Datenbank der Universität Jena) unter der ID 7043 geführt.

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