Reiss & Sohn Auctions 224 - 225 • May 6-9, 2025

Lot 649 *
Psalterium Davidis. Florenz um 1525

sold

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sold

Auction schedule:

07-05-2025 / Lot 608-710 / session starting 2.30 PM

Psalterium Romanum (Psalterium Davidis). Psalterium mit Kalender. Lateinische Handschrift auf Pergament. (Florenz), 1536 (recte: um 1525?). Blattgr. ca. 14,8:9 cm. Einspaltiger Schriftspiegel: 10:5–5,5 cm (Kalendarium: 11:7 cm). 17 Zeilen. Mittelitalienische Rotunda in schwarzbrauner Tinte von einer Hand. Rubriziert. Im Text zahlreiche rote und blaue Initialen, sowie blaue (vereinzelt rote) Paragraphzeichen. Mit zahlreichen zweizeiligen ornamentalen Goldinitialen vor Farbgrund sowie 2 großen historisierten Initialen (über 9 bzw. 6 Zeilen) und Randschmuck in Deckfarbenmalerei und Gold. 225 Pergamentbll. mit mod. Foliierung in Bleistift (1nn., 1-225, Nr. 222 ausgelassen). Roter, künstlich genarbter Maroquinband des frühen 19. Jh. im Stil des 18. Jh., mit Rückenschild, reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Steh- und Innenkantenvergoldung und mit Rautennetzornament geprägtem dreiseitigen Goldschnitt; Ecken gering bestoßen. In mod. roter Maroquin-Kassette mit goldgepr. Rückentitel (sign.: A. Lobstein).

Roman Psalter from Florence of the late first quarter of the 16th century. Latin manuscript on vellum. The Psalterium Romanum in reduced form, as the present one, developed in the 15th century to a prayer book for daily use. With 2 large historiated initials (over 9 and 6 lines resp.) and floral border decoration in colour painting and gold as well as numerous 2-line gold initials on coloured ground. A date of 25 October 1536 mentioned at the end of the psaltery (211v) was associated with a possible dating (stamped on the cassette: "Follower of Giovanni Boccardini, Florence 1536"). The high-quality miniatures were attributed to a successor of Boccardino il Vecchio († 1529), as the ornamental gold initials are very similar to those in Boccardino's work. According to the latest research, both the figural components and the design of the marginal borders of the psaltery clearly deviate from the works of Boccardino il Vecchio or his son Boccardino il Giovane. Rather, the figural elements and marginal borders are more reminiscent of Attavante degli Attavanti († c.1525), who worked with Boccardino il Vecchio, among others, in the early 16th century. The last 8 lines with this date "1536" on 211v, however, suggest a different, but similarly writing later hand. This can be deduced not only from the slightly different quality and colour of the red ink, but also from the somewhat broader letters of the final lines, so that the actual psaltery could have been written around 1525/1530 and thus fall into the period of Attavante's activity or that of his workshop. The date "1536" (fol. 211v) is followed by three completely shaved lines in red ink. - Condition: The ink of the text on some leaves (mostly first or last page of a gathering) somewhat worn in places, else a well preserved wide margined manuscript. Bound in red straight grained full-morocco binding of the early 19th century in the style of the 18th century with spine label, spine, covers, cover edges and turn-ins richly gilt, egdes gilt and gauffered with net ornament; corners slightly bumped. In modern red full-morocco case with gilt title on spine.

Das Psalterium Davidis oder Psalterium Romanum (ursprünglich alle 150 Psalmen umfassend) näherte sich durch Reduktion des Formates und der Ausstattung im 15. Jahrhundert äußerlich dem individuellen Stundenbuch an und wurde wie dieses ebenfalls von privaten Personen zum täglichen Gebet genutzt.
Die vorliegende Handschrift ist in Florenz entstanden. Schon die Nennung bestimmter Heiliger im Kalender (hl. Johannes Gualbertus, hl. Reparata, hl. Vitalis) spricht für eine Entstehung des vorliegenden Psalteriums in Florenz. Die deutlichsten Hinweise ergeben sich aber aus den stilistischen Komponenten seiner Ausstattung.
Bisher verband man mit einem am Ende des Psalteriums (211v) genannten Datum 25. Oktober 1536 auch eine mögliche Datierung (auf der Kassette eingeprägt: "Follower of Giovanni Boccardini, Florence 1536"). Die qualitätvollen Miniaturen wurden einem Nachfolger von Giovanni di Giuliano Boccardi (genannt Boccardino il Vecchio, gest. 1529) zugeordnet. So sind die ornamentalen Goldinitialen sehr ähnlich in Boccardinos Werk nachzuweisen (z.B. in den um 1526/27 ausgestatteten Digesten des Iustinianus in Florenz, Biblioteca Nazionale, Ms. Banco Rari 24, 25 u. 26). Nach neuesten Untersuchungen weichen sowohl die figürlichen Komponenten als auch die Gestaltung der Randbordüren des Psalteriums jedoch von den Werken des Boccardino il Vecchio oder dessen Sohn Boccardino il Giovane deutlich ab. Vielmehr erinnern die figürlichen Elemente und Randbordüren eher an Attavante degli Attavanti (Vante di Gabriello di Vante Attavanti), der im frühen 16. Jh. unter anderem mit Boccardino il Vecchio zusammengearbeitet hat. Jedoch liegt dessen nicht exakt fassbares Todesdatum mehr als zehn Jahre vor dem hier genannten Jahr 1536. Die letzten 8 Zeilen mit diesem Datum "1536" auf 211v lassen allerdings eine andere, aber ähnlich schreibende spätere Hand vermuten. Dies erschließt sich aus der leicht abweichenden Qualität und Farbe der roten Tinte aber auch aus den etwas breiter ausgeführten Buchstaben der Schlußzeilen, sodass das eigentliche Psalterium etwa um 1525/1530 entstanden sein könnte und damit in den Zeitraum der Tätigkeit von Attavante oder dessen Werkstatt hineinfällt. Der Datierung "1536" (fol. 211v) folgen noch drei vollständig rasierte Zeilen in roter Tinte.
Attavante gilt als einer der Hauptmeister der florentinischen Buchmalerei der Renaissance. Im Besonderen ist die phantasievolle Ausstattung zahlreicher großformatiger Handschriften zu nennen, darunter Chorbücher im Auftrag der Medici in Florenz (z.B. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cod.graec. 151) oder des ungarischen Königs Matthias Corvinus in Buda (z.B. Rom, Bibl. Apost. Vaticana, Ms. Urb.lat. 112). Im 16. Jh. gestaltete Attavante unter Mithilfe seiner aktiven Werkstatt zahlreiche Stundenbücher im kleinen Format, wobei er dort seinen vielseitig angelegten Formenschatz auf eine spezifische Auswahl reduzierte. In dem vorliegenden Psalterium erinnern alle Details – Randornamentik, Aufbau der Initialkörper, überlängte Sitzfiguren mit feinem goldenen Faltenwurf, typischer Gesichtsschnitt – an Attavante und seine Werkstatt (vgl. Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Ms. Strozzi 97; Rom, Biblioteca dell’Accademia Nazionale dei Lincei e Corsiniana, Ms. 55.K.1).
Illumination: Zahlreiche 2-zeilige Goldinitialen vor rechteckigem Feld in Deckfarben (dunkelrot, blau und grün, geometrisch zusammengesetzt und mit feiner Goldfaden-Ornamentik überzogen). 2 historisierte Initialen, jeweils am linken Rand flankiert von reicher, über den Satzspiegel hinausgreifender Blütenornamentik.
1r betender König David, in 9-zeiligem B(eatus vir, Ps. 1): Der hl. David kniet in weiter Landschaft, Krone und Psalter hat er abgelegt, er betet zu seinem Gott, der in einer Wolke am Himmel erscheint. Über der Initiale B beginnt in 2 Zeilen goldener Schrift auf blauem Grund der Text (Incipit Psalterium David psalmo prim'). Rechts neben der Initiale sind innerhalb des Schriftspiegels vertikal kleine blaue und dunkelrote Rechtecke angeordnet, auf denen in goldenen Buchstaben die Initiale B zum ersten Wort B(eatus) ergänzt wird. Links neben der historisierten Initiale sitzt eine schmale, den Schriftspiegel flankierende Goldleiste, an die wiederum links eine auf Blatthöhe ausgedehnte Randornamentik anschließt (freistehende axialsymmetrische Ranken mit Blüten, Blattwerk und Goldpollen, dazwischen eine Blattmaske).
150v Trinität, in 6-zeiligem D(ixit dominus, Ps. 109). Nebeneinander sitzen Christus und Gottvater, zwischen ihnen schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Links neben der Initiale Goldstreifen und Randornamentik (wie 1r).
Kollation: Psalterium Romanum 1r-201r (ohne Fehlstellen; liturgische Form). Psalterium mit Hinweisen auf das Ordinarium Officii 201r-211v. Schluß Bl. 211v: xxv October M DXXXVI / Liber iste completum est (es folgen drei rasierte Zeilen in roter Tinte, auch unter UV-Lampe nicht zu entziffern). Das Kalendarium (Januar bis Dezember) 213r-221v war ursprünglich dem Psalterium vorgeschaltet, wie der schwache Abklatsch des goldenen Januar-KL-Kürzels auf der Versoseite des zu Beginn eingebundenen älteren Papier-Vorsatzblattes verrät.
Zustand: Pergament, Schmuckinitialen, zweizeilige Initialen und Rubrizierung sehr gut erhalten, lediglich der Text auf einigen Blättern (meist erste oder letzte Seite einer Lage) stellenweise stärker abgegriffen.

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Das ist ein sehr kurzer Test!

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