(sold)
Mit deutscher Handschrift zur Rosenkranzbruderschaft
Gebet- und Betrachtungsbuch, deutsche Handschrift um 1470
Gebet- und Betrachtungsbuch aus dem bairischen und ostschwäbischen Sprachraum. "Gebethbuch & Geistliche Betrachtungen. Mss. Saec. XV." (späterer hs. Deckeltitel). Wohl Bayern, ca. 1470-1500. Deutsche Handschrift auf Papier. Blattgr. ca. 14-14,5:10-10,5 cm. Wechselnder Schriftspiegel, ca. 15-29 Zeilen. Mit braunen, schwarzbraunen und roten Tinten von verschiedenen Händen in wechselnden, teilw. kursiven Bastarda-Schriften sowie in Fraktur-Schriften geschrieben. Teilweise rubriziert, einige rot eingemalte Initialen. 310 (inkl. 2 w.; statt ?) Bll. Mod. flex. Prgt unter Verwendung eines alten beschrifteten Vorderdeckels.
Umfangreiche und reichhaltige Sammelhandschrift aus verschiedenen, aber wohl bereits früh zusammengebundenen Faszikeln von mehreren Händen in deutscher Sprache, einzelne Anfangszeilen und eine Oratio (Bl. 133-134) in lateinischer Sprache. Die Blätter neuzeitlich mit Bleistift foliiert 1-307, je ein leeres nach Bl. 5 und Bl. 33 in der Zählung ausgelassen, Bl. 44 doppelt gezählt. Ein älterer Eintrag auf dem vorderen Innendeckel zählte 308 Bll. Überwiegend in Lagen zu 8, 10 oder 12 Bll. geheftet. Unter den zahlreichen einzelnen Texten lassen sich einige überlieferte als bisher unbekannte Textzeugen ausmachen: Johannes von Indersdorf, Gebet aus dem Zyklus für Herzog Wilhelm III. von Bayern - Kommuniongebet aus dem Ebran-Gebetbuch - Herzklosterallegorie - Tagzeitentraktat - Die sieben Bußpsalmen - Die Goldwaage der Stadt Jerusalem - Geistlicher Fastnachtskrapfen. Von besonderer Bedeutung ist eine bislang ebenfalls unbekannte, wohl um 1480 entstandene Niederschrift des Büchleins der Rosenkranzbruderschaft des Jakob Sprenger (fol. 185r-191v) von dem hier der vollständige "Statutenteil" (ohne das Sterbebüchlein) vorhanden ist. Dieser Text ist in 3 Inkunabeldrucken und nur 2 Handschriften der Zeit (Berlin u. Nürnberg) überliefert. Sprenger gründete 1475 in Köln die zweite Rosenkranzbruderschaft, die sich zur größten Laienbruderschaft im deutschsprachigen Raum entwickelte und sich von dort aus über Deuschland, Holland und Flandern verbreitete. - Umfangreichere Inhaltsbeschreibung auf Anfrage. Wir danken Herrn Dr. Klaus Klein, Marburg, für die Prüfung und Erschließung. - Teilweise gebräunt, und etwas fleckig. Einige Bll. im Rand restauriert, zu Beginn u. am Schluss wenige Bll. fachgerecht angerändert. Wenige Bll. am Kopf knapp beschnitten, bei 4 Bll. die obere Textzeile teilw. verloren. Bll. 1-6, 237 u. 307 im Bund restauriert. Vermutlich sind gelegentlich Blätter verheftet, so scheint z.B. Bl. 6 zu den Bll. 13-33 zu gehören. Offensichtlich fehlen zumindest einige Bll., so vor Bl. 133, vor 139, vor 165. Die Lage der Bll. 165-168 nur noch aus 4 Bll. bestehend, hier auch die Schrift auf 4 Seiten kopfstehend. Mod. hinteres Vorsatzblatt mit mont. Restaurierungsbericht. - Provenienz: Dominikanerinnenkloster Nürnberg (chronikalische Notiz auf Bl 191v mit Erwähnung des Priors Johannes Kirchschlag; das Kloster wurde 1596 aufgelöst) - Dorotheum Wien, 223. Kunstauktion, 29.4.-1.5.1912, Los 407 (Papieretikett auf dem Vorderdeckel). - Schweizer Privatsammlung.
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(sold)
Johannes Friburgensis, Summa confessorum. Augsb. 1476
Johannes Friburgensis. Summa confessorum. (Augsburg, Günther Zainer), 1476. Fol. (41,5:28,5 cm). Mit zahlr. Holzschnitt-Initialen. Erstes Drittel des Textes rubriziert. 394 nn. Bl. (erstes und letztes Bl. weiß). Blindgeprägter Kalbldr. d. Zt. über Holzdeckeln, zwei Schließen; teilw. berieben, wurmstichig, Innendeckel teilw. mit Wurmspuren, wenige Bezugsdefekte, untere Ecken u. Bezug an den Kapitalen abgestoßen, Rücken geweißt, Schließbänder aus späterer Zeit, Innengelenke verstärkt.
Hain 7365; GW M13587; BMC II, 322; Goff J-316. - Erste lateinische Ausgabe, eine deutsche Ausgabe war 1472 erschienen. Hauptwerk des Johannes von Freiburg (seit 1280 Prior des Freiburger Dominikanerkonvents). Die "Summa" gilt als der Höhepunkt der Bußliteratur und ist von Thomas von Aquin beeinflusst. Mit einigen großen Maiblumen-Initialen. - Sehr breitrandig, teilw. im Rand etwas fleckig, erstes weißes Blatt fingerfleckig, teilw. gering gebräunt, vereinzelt geringe Randläsuren. Zu Anfang u. Ende einige Feuchtigkeitsspuren, gegen Ende auch Wasserränder. Vereinzelte Wurmlöcher- u. spuren. Vorderer Vorsatz mit umfangreichen zeitgenössischen Einträgen, das erste weiße Bl. mit hs. Besitzvermerk des Kollegiatstiftes Mattighofen im Innviertel von 1523, folgendes Bl. mit Besitzvermerk des Jesuitenkollegs in Burg(hausen) von 1646, wenige schwache Stempel eines Jesuitenkollegs, Bl. (h2) mit Eckabriss (teils laienhaft gefestigt und hinterlegt), Bl. (L1) verso mit Textdurchstreichungen, das vorletzte Bl. mit Papierdurchbrüchen und kleinen Fehlstellen (geringer Buchstabenverlust), das letzte (weiße) Bl. mit größerem angeränderten Ausriss, als fliegende Vorsätze am Anfang und Ende eine alte hs. Urkunde auf Pergament eingebunden.
First Latin edition. Wide margins, partially somewhat stained in margins, first blank leaf fingerstained, partially slightly browned, occasional minor marginal tears. At the beginning and end some dampmarking, towards the end also waterstains. Isolated wormholes and traces. Front endpaper with extensive contemporary inscriptions, the first blank leaf with handwritten ownership note of the college, a few faint stamps of a Jesuit college, leaf (h2) with corner tear (partly amateurishly repaired and backed), leaf (L1) on verso with text cancellations, the penultimate leaf with paper tears and small missing parts (minor loss of letters), the last blank leaf with larger restored tear, as flyleaves at the beginning and end an old ms. document on vellum bound in. Contemporary blindstamped calf over wooden boards, two clasps; partly rubbed, worming, inner cover partly with worm marks, few cover defects, lower corners and head and tail of spine worn, spine whitened, inner joints restored.
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(closed)
Thomas Aquinas, De ente et essentia. Venedig 1496
Thomas Aquinas. De ente et essentia. (Mit Kommentar von Thomas Caietanus und Armandus de Bellovisu). Venedig, Otinus de Luna für Alexander Calcedonius, 14. Oktober 1496. Fol. (32,5:22 cm). Got. Typ., 2 Kol. Mit Titelholzschnitt. 54 num., 1 nn. Bl. Hprgt. d. 19. Jh.; etwas angestaubt u. gering fleckig.
Hain 1504; GW M46138; BMC V 567; Goff T-290; Sander 7285. - Erste Ausgabe mit dem Kommentar des Thomas Caietanus. Sehr selten im Handel. Frühe philosophische Arbeit des Thomas von Aquin "De ente et essentia" (Über das Seiende und das Wesen), in der er die Grundbegriffe der aristotelischen Metaphysik, Boethius, Avicenna u. Averroes diskutiert. Erster eigenständiger Kommentar des T. Caietan, der auch als Begründer des Thomismus in der Renaissance bezeichnet wird, zu einem Text des Thomas von Aquin. Nur 2 Wochen zuvor (28. Sept. 1496) waren seine Zusätze zu dem Kommentar des Dominicus de Flandria zu Thomas von Aquin als seine erste diesbezügliche Publikation beim gleichen Drucker erschienen. Caietan (1469-1534; eigentl. Jacopo de Vio aus Gaeta; Ordensgeneral der Dominikaner, päpstlicher Legat) hatte in Neapel, Bologna u. Padua studiert, wo er 1494 promoviert wurde und Vorlesungen zur thomistsichen Metaphysik hielt. "Der wichtigste Thomist im frühen 16. Jh. war Thomas Cajetan OP, dessen großer Summenkommentar (erschienen ab 1508) bis ins frühe 20. Jh. zu einem Referenzwerk avancierte" (T. Marschler in: Staatslexikon online). Später hatte er als päpstlicher Legat den Vorsitz bei Luthers Anhörung auf dem Augsburger Reichstag 1518 inne, wo er von Luther den Wiederruf seiner Thesen forderte. Der Titelholzschnitt mit Darstellung des Erzengels Gabriel stellt die Verlegermarke des Calcedonius dar. - Schwach gebräunt und nur leicht fleckig. Vereinzelte alte Marginalien in Tinte. Letzte 2 Bll. mit kl. Wurmgang im Satzspiegel mit geringem Buchstabenverlust.
First edition of the first independent commentary on a text by Thomas Aquinas by T. Caietan, also known as the founder of Thomism in the Renaissance. Very rare in the trade. With a small woodcut on the title. - Slight browning and staining. Small old ink marginalia in places. Little worming to last 2 leaves with little loss of letters. Bound in 19th cent. half vellum; somewhat dust soiled and little stained.
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(sold)
Außerordentlich selten
Landsberg, Sechs Rosenkrentzlyn. 1533
Landsberg, (J.) J. Sechs Rosenkrentzlyn gar jnnich kurtz und wol gedicht. Köln, E. Hirtzhorn (Cervicornus), 1533. (9,8:7,5 cm). Mit 55 (statt 56?; inkl. 1 wiederh.) ganzseitigen Holzschnitten von Anton Woensam von Worms. 87 (statt 88?) Bll. Kastanienbrauner Maroquinband d. 19. Jh. (sign.: Lortic) mit Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt.
Merlo 990ff, 39-93; nicht im VD 16. - Einziges nachweisbares Exemplar der ersten deutschen Ausgabe des 1531 ebenfalls bei Cervicornus erschienenen 'Rosarium mysticum', eines ebenfalls "sehr seltenen und vortrefflichen Erbauungs- und Bilderwerkchens" (Merlo). Die Hozschnitte in kräftigen schönen Abdrucken, der zweite 1530 datiert. Kein Exemplar dieser deutschen Ausgabe über KVK, USTC oder über VD 16 nachweisbar, kein Exemplar im Handel nachweisbar, auch G. Wohlgemuth erwähnt in seiner Arbeit "Die Tätigkeit des Kölner Buchdruckers Eucharius Cervicornus" (Köln 1958) diesen Druck nicht. Merlo kennt die Ausgabe nur durch einen Eintrag in Rudolph Weigel's Kunstcatalog, XXIX (1859), Nr. 21919. Dort wird der Druck mit 55 Holzschnitten beschrieben, jedoch ohne Kollation oder Lagenzählung anzugeben und ohne auf den wiederholten Abdruck eines der Holzschnitte einzugehen. Merlo schließt, dass lediglich einer der Holzschnitte der lateinischen Ausgabe nicht verwendet wurde. Das vorliegende Exemplar mit der Lagenzählung a7 (statt 8?), b-l8. Die Holzschnitte nach Merlo Nr. 39-43, 45-93, in gleicher Reihenfolge wie in der lat. Ausgabe, Nr. 54 (Maria von Engeln getragen) auf dem Schlussblatt verso wiederholt. Der Holzschnitt Mariae Verkündigung (Merlo 44) ist im vorliegenden Exemplar nicht vorhanden, das entsprechende Blatt der ersten Lage (a7?) ebenfalls nicht (so original?). Der Holzschnitt Mariae Krönung (Merlo 94) wurde in diesem Druck ausgelassen. Die Gesamtzahl der vorhandenen Holzschnitte entspricht somit der im Katalog Weigel genannten Anzahl. Diese deutsche Fassung kann, auch wenn nach der lateinischen erschienen, durchaus als Originalfassung verstanden werden: "Auch diejenigen von Landsbergs Schriften, die heute nur in lateinischer Fassung vorliegen, sind von ihm selbst in deutscher Sprache verfaßt und erst später vom Herausgeber ins Lateinische übersetzt worden" (J. Greven, Die Kölner Kartause. Münster 1935. S. 29). - Kaum gebräunt und nur ganz vereinzelt minimal fleckig. Innendeckel mit kl. Monogramm-Exlibris.
Extremely rare first German edition of the ‘Rosarium mysticum’ that had been printed by Cervicornus in 1531. With 55 (of 56?) full-page woodcuts by Anton Woensam. - Hardly browned and only very occasionally minimally stained. We cannot determine whether the first quire of 7 leaves is complete in this way. The only verifiable copy in a catalogue from 1859 also comprised 55 woodcuts. Small bookplate to inner cover. Bound in 19th cent. brown full-morocco (signed: Lortic), inner dentelles and edges gilt.
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(sold)
Gauss, Sammelband mit 6 Schriften
Gauss, C. F. - Sammelband mit 6 Schriften in deutscher u. lateinischer Sprache. Göttingen, Dieterich (5) u. Vandenhoeck & Ruprecht, 1828-1849. 4to (24,5:21,5 cm). Einband d. Zt. mit mod. goldgepr. Ldr.-Rücken, etwas berieben u. bestoßen, Vorsätze erneuert.
Inhaltsreicher Sammelband mit 6 bedeutenden Abhandlungen in ersten Ausgaben bzw. ersten Einzelausgaben und 4 zeitgenössischen Abschriften von Aufsätzen Gauss' sowie 2 Abschriften von Aufsätzen C. G. J. Jacobis. Ein Bl. mit zeitgenössischem hs. Inhaltsverzeichnis zum Sammelband an den Anfang gebunden.
I. Beiträge zur Theorie der algebraischen Gleichungen. 1849. Mit 1 lith. Taf. 34 S. - Vgl. Poggendorff I, 855, Merzbach 1850a, DSB V, 311. - Erste Ausgabe, Separatdruck aus Abhandlungen der Kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Der vierte und letzte Beweis von Gauss für den Fundamentalsatz der Algebra.
II. Dioptrische Untersuchungen. 1841. 1 Bll., 34 S. - Vgl. Poggendorff I, 855, Merzbach 1843a, DSB V, 311 - Erste Ausgabe, Separatdruck aus Abhandlungen der Kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen.
III. Bestimmung des Breitenunterschiedes zwischen den Sternwarten von Göttingen und Altona durch Beobachtungen am Ramsdenschen Zenithsector. Vandenhoeck & Ruprecht, 1828. 2 Bll., 84 S. - Poggendorff I, 854; Merzbach 1828a. - Erste Ausgabe. Aus der norddeutschen Gradmessung resultierende "bedeutende astronomische Abhandlung", enthält "erstmalig die zukunftsweisende Definition der mathematischen Erdfigur" (Gauss-Kat., Göttingen 2005, S. 142, 158).
IV. Untersuchungen über Gegenstände der höhern Geodaesie. 2 Tle. 1844-1847. 45; 44 S. - Vgl. Poggendorff I, 855, Merzbach 1845a u. 1847a, DSB V, 303f. - Erste Einzelausgaben, Sonderabdrucke aus Abhandlungen der Kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. "G. begründete die Geodäsie als mathematische Wissenschaft und schuf damit eine bis heute richtungweisende Entwicklung" (NDB VI, 106). Ursprünglich hatte Gauss geplant, ein größeres Werk zur Geodäsie zu veröffentlichen, ersetzte dies jedoch durch eine Reihe von kleineren Arbeiten.
V. Intensitas vis magneticae terrestris ad mensuram absolutam revocata. 1833. 44 S. - Merzbach 1841a; DSB V, 305. - Erste Ausgabe der ersten gemeinsamen Arbeit von Gauss und Wilhelm Weber, mit der Gauss das absolute Maßsystem der Physik, basierend auf den mechanischen Einheiten Länge, Masse und Zeit, begründete. Enthält ferner die Darstellung der verfeinerten Messmethoden, mit denen Gauss und Weber die absolute Bestimmung der Intensität des Erdmagnetismus gelang. Webers Name wird auf dem Titel nicht genannt, seine Beiträge werden jedoch im Text erwähnt.
VI. Theoria residuorum biquadraticorum. Commentatio prima (& secunda). 2 Tle. 1828-1832. 32 S.; 1 Bl., 60 S. - Vgl. Poggendorff I, 855, Merzbach 1828b und 1832b. - Erste Ausgabe, Separatdruck aus Abhandlungen der Kgl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen. Sehr selten. In der zweiten Abhandlung führt Gauss den seitdem gebräuchlichen Begriff "komplexe Zahl" ein und publiziert erstmals seine Idee einer geometrischen Darstellung der komplexen Zahlen, die heute nach ihm benannte Gaußsche Zahlenebene oder Gaußebene.
Anschließend die Abschriften von Beiträgen in deutscher Kursive auf Papier von einer Hand in brauner Tinte, fortlaufend paginiert 1-50: Gauss. Theorematis arithmetici demonstratio nova. - Vgl. Merzbach 1808b. - Ders. Summatio quarundam serierum singularium. - Vgl. Merzbach 1811a. - Ders. Theorematis fundamentalis in doctrina de residuis quadraticis. - Vgl. Merzbach 1820a. - 3 Beiträge als "Anhänge" zur Theoria residuorum biquadraticorum: C. G. J. Jacobi. De residuis cubicis commentatio numerosa. (aus: Journal für die reine und angewandte Mathematik Bd. 2, 1827). - Gauss. "Ausführung der Metaphysik der imaginären Größen" (Auschnitt aus Beitrag in: Göttingische gelehrte Anzeigen 1831, S. 632-638) - C. G. J. Jacobi. Observatio arithmetica de numero classium divisorum quadraticorum formae yy + Azz, designante A numerum primum formae 4n+3 (aus: Journal für die reine und angewandte Mathematik Bd. 9, 1832).
Insgesamt wohlerhalten, breitrandig, gleichmäßig schwach gebräunt, nur stellenweise etwas stärker gebräunt u. vereinzelt gering stockfleckig. Zwei Doppelseiten von I. durch eingelegte Papierstreifen stärker gebräunt. Die hs. Inhaltsangabe mit einem ergänztem Eintrag in Bleistift.
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Einbände des Königlichen Hofbuchbinders Vogt
Dietrich, Flora Borussici. 12 Bde.
Dietrich, A. Flora regni Borussici. Flora des Königreichs Preussen oder Abbildung und Beschreibung der in Preussen wildwachsenden Pflanzen. 12 Bde. Berlin, Oehmigke, 1833-1844. (26:17cm). Mit 864 altkol. lith. Tafeln. Hmaroquin. d. Zt. (sign. "C. W. Vogt, Königl. Hofbuchbinder, Berlin") mit reicher Rückenvergoldung, kaum berieben.
Nissen, BBI 481; Stafleu-C. 1457; Great Flower Books 55; de Belder 103. - Monumentale Nationalflora, sehr selten so komplett vorkommend. Die dekorativen Abbildungen blühender Pflanzen mit allen Teilen wurden nach eigenen Zeichnungen von Albert (Gottfried) Dietrich (1795-1856) gefertigt, der als Kustos am Botanischen Garten von Berlin und Lehrer an der Gärtner-Lehranstalt in Berlin-Schöneberg wirkte. "For this work, which is mostly founded on his own collecting activity, he aimed at an inventory as comprehensive as possible of the most frequent native plants growing in the Prussian territories" (Lack, 100 Botanical Jewels, 89). - Mit gest. Wappenexlibris mit Monogramm RD. Vorzügliches Exemplar in einheitlichen Einbänden aus der Werkstatt des Hofbuchbinders von Preußen. Sehr vereinzelt gering fleckig.
A fine uniformly bound copy of the only major Prussian flora. Very rarely found in this complete state. - With engr. armorial bookplate monogrammed RD. Very occasionally slightly stained. An excellent copy bound in richly gilt uniform half-morocco from the workshop of the Prussian court bookbinder, hardly rubbed.
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Hübner, Sammlung exotischer Schmetterlinge. 4 Bde.
Hübner, J. & C. Geyer. Sammlung exotischer Schmetterlinge. New English fascimile edition, edited by P. Wystsman. 3 Bde. - (Mit Supplement:) Zuträge zur Sammlung exotischer Schmetterlinge bestehend in Bekundigung einzelner Fliegmuster neuer oder rarer nichteuropäischer Gattungen. New English fascimile edition, edited W. F. Kirby. Zus. 4 Bde. Brüssel, Verteneuil & Desmet, 1894-1912. 4to (29:24 cm). Mit 663 kol. lith. Tafeln. Etwas spätere Hldr.; Rücken mit Gold- u. Blindprägung, Vorsätze erneuert.
Nissen, ZBI 2040 & 2041; vgl. Horn-Sch. 10905 & 10908. - Hervorragende und seltene Neuausgabe mit faksimilierten handkolorierten Tafeln auf Bütten, erstmals 1806-38 erschienen. Es erschienen auch Drucke in deutscher und französischer Sprache, insgesamt wohl aber nicht mehr als 50 Exemplare. "Die berühmten drei Schmetterlings-Iconographien des Augsburger Insecten-Malers und Muster-Zeichners in einer Kattun-Fabrik J. Hübner (1761-1826), welche als die schönsten Abbildungswerke der Entomologie gelten. Deren 1900 colorierte Tafeln sind als künstlerische Leistungen erst-rangig" (Junk, Rara, S. 244). Texte und Benennungen der Arten von Wystsman u. Kirby erweitert und korrigiert. - Stellenweise gleichmäßig schwach gebräunt, Vortitel u. Titel gestempelt, Vortitel von Bd. 1 lose.
Beautifully hand-colored new edition of one of the finest and most important works on exotic butterflies. Rare. Main work and supplement in 4 vols. comprising 663 plates. - Mild equal browning in places. Stamps to half-titles and titles, first half-title loose. Bound in slightly later half-calf, spines gilt- and blindtooled; endpapers renewed.
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(sold)
In the Style of Cristoforo Cortese
Horae B. M. V., Bologna um 1420
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Wohl Bologna um 1420. Blattgr. 10,2:7,5 cm, Schriftspiegel 4,9:3,5 cm. 11 (Kalendar 17) Zeilen. Gotische Rotunda in schwarzbrauner Tinte, Hervorhebungen in Rot, Majuskeln und 2-3zeilige Lombarden in Blau und Rot, die Lombarden mit meist über den Satzspiegel hinausreichendem Federwerk in der jeweils komplementären Farbe. Mit 2 großen Miniaturen und 5 historisierten Initialen mit breiten, über den Satzspiegel hinausreichenden Bordüren, alles in Gold und Farben gemalt und dem Umkreis des Cristoforo Cortese zuzuweisen. 285 (erstes leer) Bll. Hldr. d. 19. Jh.; Rücken unter Verwendung alten Materials ergänzt, vorderes Innengelenk lose.
Vollständiges kleinformatiges Stundenbuch mit prächtig geschmückten Initialen im Stil des Cristoforo Cortese, der als der bedeutendste italienische Miniaturist der Spätgotik gilt und 1409-1439 in Bologna tätig war. (Vgl.: M. Canova. Miniature dell'Italia Settentrionale nella Fondazione Giorgio Cini. Vicenza 1978. 3).
Buchschmuck: Die beiden Miniaturen im Format 4,8:4 cm stehen am Anfang und am Schluss des Textes auf sonst leeren Blättern und zeigen je 1 Heiligen auf einer Rasenfläche stehend, beide eine weiße Lillie und ein Buch haltend, vor gleichmäßig blauem Hintergrund. Beide Miniaturen von einer goldenen Randleiste gefasst. Auf fol. 14v der Heilige Antonius von Padua, auf fol. 285v die Heilige Katharina von Siena. - Die historisierten Initialen auf Goldgrund mit feiner Miniaturmalerei und Bordüren aus Band- und Blattwerk in Blau, Grün und Mauve in feines Federwerk mit Goldpunkten auslaufend: Siebenzeilige Initiale "D" mit Madonna mit Kind (fol. 15r) und vierseitiger Bordüre die neben dem farbigen Blattwerk auch einige Blüten aufweist und unten eine hochovale Kartusche mit einem in brauner Tinte eingemalten Wappen zeigt. (Textbeginn hier gelöscht, die Bordüre nicht betroffen). - Vierzeilige Initiale "D" mit Skelett (fol. 128v) und einseitiger Bordüre. - Vierzeilige Initiale "S" mit betender Jugfrau Maria (fol. 219r) und einseitiger Bordüre. - Vierzeilige Initiale "D" mit Christus als Schmerzensmann (fol. 230r) und zweiseitiger Bordüre. - Fünfzeilige Initiale "D" mit König David (fol. 235r) und einseitiger Bordüre.
Text: Kalendar (fol. 2-13); Marienoffizium (fol. 15r-128r); Totenoffizium (fol. 128v-216r); Suffragien an die Heiligen Katharina von Alexandria und Katharina von Siena (fol. 216r-219r); Missa de Sancta Maria (fol. 219r-222v); Sequenzen der Evangelien (fol. 222v-230r); Memoria sacratissime (sic) passionis D.n.I.C. (Papst Johannes XXII zugeschrieben; fol. 230r-234v); Sieben Bußpsalmen (fol. 235r-281r). Es folgt in kleinerer Schrift (18 Zeilen, eventuell von anderer Hand) der Weg zur Erlösung: "Quicumque vult salvus esse..." (fol. 281v-283v). Auf dem ersten leeren Blatt verso von anderer, wohl geringfügig späterer Hand geschriebenes Gebet der Dominikaner: "(D)eus qui ec(c)l(e)siaz tuaz b(e)ati d(ome)nici confessoris ... proficiat incrementis".
Zustand: Breitrandig, Bordüren und das teilw. weit über den Satzspiegel hinausreichende Federwerk der Lombarden nur in Ausnahmefällen den Blattrand berührend. Stellenweise gering fingerfleckig, vereinzelte kleine Braunflecken. Die Textzeilen auf Bl. 15r (Beginn des Marienoffiziums) größtenteils gelöscht, Initiale und Bordüre nicht betroffen. Die Miniaturen und zwei der Darstellungen der histor. Initialen mit stark nachgedunkelten Stellen durch Oxidation des verwendeten Bleiweiß. Abplatzungen an der goldenen Rahmenleiste der Miniatur auf dem Schlussblatt (Katharina). Erste vier u. letzte acht Bll. mit kleinen Wurmspuren im Rand, lediglich in der abschließenden Miniatur mit 3 Stellen mit Bildverlust.
Provenienz: Erstes Textblatt mit in Tinte eingemaltem Wappen (Adler über Schachbrettmuster). - Bl. 1r mit zwei schwach lesbaren Besitzeinträgen dat. 1659 u. 1728. - Exlibris Henry, Duke of Gloucester (1900-1974) - Christie's 7.12.1988. Los 20. - Privatbesitz.
Complete book of hours on vellum, illuminated in the style of Cristoforo Cortese. Latin manuscript on vellum. (Bologna? early 15th century). With 2 full-page miniatures in colours and gold, 5 historiated initials on gold ground with foliated and floral ornamentation in colours and gold and numerous blue or red lombards with penwork decoration. - Wide-margined, the borders and penwork decoration only touching the edge of the leaves in very few places. Little thumbing and minor staining in places. The lines of text on fol. 15r (start of Horae BMV) erased, the initial and border not affected. The miniatures and two of the depictions of the historiated initials with heavily darkened areas due to oxidation of white lead. Chipping to the gold frame border of the miniature on the final leaf (St Catherine). First four and last eight leaves with small worm marks in margins, only in the final miniature with loss of image in 3 places. - Bound in 19th cent. full-calf; rubbed, rebacked using old material, front hinge detached.
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(sold)
Handwritten by Claudel
Claudel/Parr, L'homme et son desir
Claudel, P. L'homme et son desir. Poème plastique. Petropolis (& Paris, Nouvell Revue Française), 1917. 4to (31,5:24,5 cm). Leporelloalbum aus 7 Tafeln, beidseitig gestaltet, Gesamtlänge ca. 29,5:168 cm. Mit von Claudel eigenhändig geschriebenem Text auf 9 fest aufgeklebten Zetteln sowie Zeichnungen und aufgeklebten Ausschneidebildern von Audrey Parr. Lose in blauer Or.-Kartonmappe mir Seiden-Schließbändern, Innendeckel mit Dreiecken aus Goldpapier bezogen; berieben, Bänder zerschlissen. In äußerst aufwändiger weißer Lederkassette über starken Holzdeckeln mit blauen Maroquin-"Scharnieren", Vorderdeckel mit herausklappbarem Teil, der Titel in Schwarz und Gold kreisförmig auf den Vorderdeckel komponiert. Innendeckel mit Velourleder bezogen, in blauem Kartinschuber mit weißen Lederkanten.
Monod 2836. - "Édition originale" des Ballets, das Claudel in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und damaligen Botschaftssekretär Darius Milhaud während seines zweijährigen Postens als französischer Botschafter in Brasilien in Petropolis geschaffen hat. Nr. VIII von insgesamt 53 Exemplaren, von Claudel signiert. Für alle 53 Exemplare hat Claudel den Text eigenhändig auf kleine Zettel geschrieben, die fest auf den weißen Karton aufgeklebt wurden. Der Buchschmuck von Audrey Parr, den sie nach Anleitung von Claudel herstellte, weicht bei jedem Exemplar etwas ab. Auf der Innenseite erscheinen die ausgeschnittenen, mit blauer Farbe noch etwas nachgemalten und aufgeklebten Figurinen als Silhouetten vor dem blauen Untergrund. Auf der Rückseite des Leporellos erscheint in der oberen Hälfte das "Orchester" als schwarz stilisierte Ausschnittfiguren auf blauem Untergrund, die Instrumente sind aus Goldkarton. In den unteren Blatthälften ist eine Melodielinie aus schwarzem Karton als Collage auf vorgedrucktes Notenpapier montiert. - Das Ballett wurde mit Bühnendekorationen und Kostümen von Claudels Freundin Audrey Parr, der Ehefrau des britischen Botschaftssekretärs, am 6. Juni 1921 erstmals von den "Ballets suédois" aufgeführt und ist Milhauds erstes Ballett. - Etwas fleckig, durchgehende Bereibungen auf den Vorder- und Rückseiten, der empfindliche blaugestrichene Untergrund speziell betroffen. Läsur am Kopf des "Dirigenten", der über den oberen Rand hervorsteht.
Number VIII of 53 copies, handwritten colophon mounted opposite title, signed by Claudel. - Handmade leporello of 7 double-sided panels, containing mounted panels of handwritten text by Claudel and cut-out designs by Audrey Parr of nude and clothed dancers, with blue ink ornamental additions. Verso of leporello is a bright semi-abstract collage of black collage figures with sashes and musical instruments in gold foil appliqués, set against printed commercial music staves, with geometricized hand-cut black musical notes forming the score for the work, by Darius Milhaud (as stated by Claudel in handwritten statement at end of text); handmade chemise in blue paper covers, with gold and black foil panels on inside covers, rubbed and chipped, remnants of ties. In elaborate white leather case over wooden covers with blue morocco "hinges", front cover with fold-out section, the title composed in black and gold in a circle on the front cover. Inner cover covered with suede, in blue cardboard slipcase with white leather edges. A fine celebration of modernist literature, music, dance, and graphic art.
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(closed)
Extremely Scarce Rosicrucian Work
(Heydon), The English physitians guide
Rosenkreuzer. - (Heydon, J.). The English physitians guide or A holy-guide, leading the way to know all things... and teaching the way to change, cure, and remedy all diseases in young and old. By J. H. Gent. 6 Tle. in 1 Bd. London, T. M. für S. Ferris, 1662. (16,5:10,5 cm). Mit 1 ganzs. Kupferstich u. 3 (statt 5) Holzschnitt-Diagrammen. Ldr. um 1800 mit goldgepr. Deckelbordüren, Rücken- u. Stehkantenverg., minimal fleckig bzw. berieben, 1 Ecke etwas bestoßen, Gelenke sowie Rücken oben u. unten mit unauffälligen Restaurierungen.
USTC 3081933; Wing H-1666; Brüning 2070; Thorndike VIII, 331 f.; Wolfstieg II, 42458; Gardner 306; Jouin-Descreux 270; Wellcome III, 260; nicht bei Duveen, Ferguson u. Krivatsy. - Erste und einzige Ausgabe dieses außerordentlich seltenen Werks des englischen Schriftstellers, Astrologen, Okkultisten und Rosenkreuzers, von Rare Book Hub seit 1971 kein Exemplar auf dem Auktionsmarkt verzeichnet. Vorliegend Druckvariante mit dem 1. Titel wie oben angeführt und dem Verlegernamen Samuel Ferris, der sich offenbar die Auflage mit Th. Whittlesey teilte. "This is an excellent work and by many considered his best. It starts with a Chemical Dictionary; then Book I deals with philosophy; Book II Numbers a reprint of his work, the R.C. 'Axiomata,' with a fine plate; Book III, Long Life; Book IV, Virtue of Minerals; Book V, Gold and Rosicrucian Medicines; Book VI, The Rosie Cross Uncovered, with a most charming piece at the end, called 'The Rosie Crucian's Prayer to God.' The whole of this book is virtually a reprint of the preface to his work, 'The R.C. Axiomata,' published in 1660" (Gardner). Heydon, der beschuldigt wurde, Sir Thomas Browne, Thomas Vaughan und andere Autoren plagiiert zu haben, ist heute aufgrund der Seltenheit seiner Werke fast vergessen. Er war jedoch eher ein synkretistischer Geist, der aus vielen Quellen Informationen zusammentrug, und wurde u.a. von Ezra Pound hoch geschätzt.
Kollation: 62 (statt 63) Bll., 19 (recte 37) S.; 8 Bll., 169 S.; 4 Bll., 226 (recte 254) S.; 3 Bll., 83 S.; 3 Bll., 145 S.; 5 Bll., 55 S., 14 Bll. (o.d.l.w.) Jeder Teil mit eigenem Titelblatt. - Etwas gebräunt, hier u. da etwas fleckig, vereinzelt stärker; streckenw. leicht wasserfl.; anfangs 1-2 kl. Wurmgänge im w. Rand. Vereinzelt kl. Randläsuren, der 1. Titel rechts leicht angeschnitten u. insgesamt verstärkt, dabei fehlende Buchstaben u. die Einfassungslinie hs. ergänzt; Bl. f5 unten mit ergänztem Randausriss, Wortverluste hs. hinzugefügt. 1. Titel mit blassem altem hs. Besitzvermerk, das letzte Bl. von Tl. 1 verso mit hs. Besitzvermerk von "Thomas Norton". Für den Index am Schluss von Tl. 6 werden von Gardner u. Wolfstieg 29 S. genannt, was mit unserem Exemplar übereinstimmt, von den Bibliotheken 30 S., nach der von The Getty Alchemy Collection gegebenen Kollation handelt es sich um ein w. Bl. Fehlen in Tl. 1 Bl. f4 (mit 2 weiteren Holzschn.-Diagrammen), das Porträt-Frontispiz (dieses in Faksimile eingebunden) u. das letzte w. Blatt.
Six parts in 1 vol., each part has separate title page and pagination. Variant with the first title as given above and the publisher's name Samuel Ferris. With full-page engraving and 3 (of 5) woodcut diagrams, including the author's horoscope. Extremely scarce work, the master work of the English Neoplatonist occult philosopher, Rosicrucian, astrologer and attorney J. Heydon. He was criticised as a plagiarist, but was rather a syncretic spirit, bringing together from a lot of sources the informations to sustain the RC movement. And he was kept in high esteem by Ezra Pound who introduces him as a 'master' in his Cantos, by Wynn Westcott who recommend his works to be studied, by Manly Hall and others. - Somewhat browned, some staining here and there, occasionally stronger, slight waterstaining in places; 1-2 small marginal wormholes at beginning. A few small marginal tears; 1st title slightly shaved at right and reinforced, minor letter losses and border supplied in ms.; and leaf f5 with rep. tear-out with word losses supplied in ms. Bound in calf around 1800 gilt, slightly rubbed and stained, 1 corner worn, skillful restorations to joints and head and tail of spine. Ms. ownership inscriptions to title and final leaf of part 1. For the index at the end of vol. 6 Gardner and Wolfstieg ask for 29 pages, which corresponds to our copy, whereas libraries mention 30 pages, according to The Getty Alchemy Collection a blank. Lacking portrait-frontispiece (bound in as facsimile), leaf f4 (with 2 further woodcut diagrams) and final blank.
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Pinter von der Au, Neuer Pferd-Schatz
Pinter von der Au, J. C. Neuer, vollkommener, verbesserter und ergänzter Pferd-Schatz. Frankfurt, J. P. Andreae für G. H. Oehrling, 1688. Fol. (32:21 cm). Mit Kupfertitel u. 25 (13 doppelblattgr. u. 1 gefalt.) Kupfertafeln. 1 Bl., 456 S., 4 Bll. Prgt. d. Zt., fleckig u. leicht berieben, Innengelenke mit Wurmspuren.
VD 17 3:311219G; Nissen, ZBI 3185; vgl. Lipperheide Tc 29 (EA. 1664). - Zweite Ausgabe des seltenen Pferdebuches. Behandelt Zucht u. Pflege, Rassen, Verwendung, Reitausbildung u. Dressur sowie auf 78 S. die "Artzney-Mittel". - Teilw. gebräunt u. stockfleckig; einzelne Tafeln etwas knapp beschnitten, Abbildung 27 mit etwas Bildverlust angeschnitten; Front. u. erste Bll. im Bundsteg mit Wurmspuren, Front. bis an die Einfassung beschnitten u. aufgezogen.
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Heinrich von Langenstein, Expositio super Pater Noster. Handschrift
Heinrich von Langenstein (Henricus de Hassia). Expositio super Pater Noster. - Konrad von Sachsen (Conradus de Saxonia). Speculum beatae Mariae Virginis. - Anonymer Kommentar zum Vaterunser. Lateinische Handschrift auf Papier. Süddeutschland oder Österreich, erstes Viertel des 15. Jh. Fol. Blattgr. ca. 29,5:20,5 cm, Schriftspiegel ca. 22,5:13,5 cm. 2 Kolumnen, meist 39 Zeilen. Gotische kursive Buchschrift in brauner Tinte, Überschriften in Rot, rubriziert u. regliert. Mit zahlr. ein- bis dreizeiligen Initialen in Rot. 62 Bll. (in Bleistift foliiert). Mod. Pp., Außengelenke angeplatzt.
Sammelhandschrift mit zwei Traktaten über das Vaterunser und einem über das Ave Maria. Alle drei erschienen in Inkunabelausgaben, von denen aber keine alle drei Texte vereint. Geschrieben vermutlich in Süddeutschland oder Österreich, die Wasserzeichen ähnlich Briquet 4016 (Augsburg 1414) und Briquet 14648 (Innsbruck 1425). Bl. 48v im äußersten Seitenrand mit der zeitgenössischen Zeile "und ich und alle". Enthält Bl. 1-23r: Heinrich von Langenstein. Incipit: "Sic vos orabitis pater noster qui es in celis et cetera ... Quia discipuli domini audientes magistrum". - Vgl. Verfasserlexikon III, 766. - Heinrich von Langenstein (gest. 1397), der in Paris und Wien lehrte und 1393/94 Rektor der Universität Wien war, "gehörte zweifellos zu den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit" (Verfasserlex.), er verfasste auch naturwissenschaftliche Werke. Die vorliegende Abhandlung gehört noch in seine Pariser Zeit, entstand also vor 1382, als er Paris wegen des Schismas verlassen musste. - Bl. 23r-59v: Konrad von Sachsen. Incipit: "Ave Maria gracia plena ... Dicit Jeronimus nullum dubium quoniam totum ad gloriam laudis dei pertineat". - Vgl. Verfasserlexikon V, 250. - Der Franziskaner Konrad von Sachsen (gest. 1279) war zeitweise Provinzial der sächsischen Ordensprovinz. Den Hauptteil seines Werks bilden Predigtzyklen. "In der Form einer Auslegung des 'Ave Maria' bietet K. in diesem Werk eine dogmatisch weit ausgreifende Mariologie, in der neben der Bibel und den älteren Kirchenschriftstellern auch neuere Autoren wie Bernhard von Clairveaux und Richardus Sancti Laurentii ausgiebig berücksichtigt werden. Die enorme Verbreitung, die das 'Speculum' erfuhr, macht deutlich, daß diesem Werk für lange Zeit grundlegende Bedeutung und Gültigkeit beigemessen wurde" (Verfasserlexikon). - Bl. 59v-62v: Incipit: "Sanctus Thomas de Aquino sequitur Pater Noster. Pater non dominus quia amari appetit nont timeri. Crisostomus: Patrem se magis dici voluit". Früher Thomas von Aquin zugeschrieben und als "Expositio orationis dominicae" offenbar 1473 erstmals gedruckt (GW M46116; Goff T-291). - Meist etwas wasserrandig, im oberen Rand tlw. die oberste Zeile betroffen; hier u. da leicht fleckig; wenige Marginalien von alter Hand; tlw. mit mehreren Wurmlöchern im Text; Bl. 18 mit restauriertem Einriss bis in den Text. - Provenienz: Dr. André Rooryck, versteigert bei Sotheby's am 5. Juli 2005.
Manuscript on paper. - Some waterstaining nearly throughout, partly affecting first line of text; slight staining here and there; few old marginalia, partly few wormholes to text; restored tear affecting text to leaf 18. Recent boards, joints partly cracked.
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Konrad von Haimburg, Laus Mariae. Handschrift
Konrad von Haimburg. Laus Mariae (Matutinale). Incipit: "Ad laudem matris virginis...". Lateinische Handschrift auf Papier. Wohl Österreich, um 1400. Fol. Blattgr. ca. 29:22 cm, Schriftspiegel ca. 22,5-23:15-16 cm. 2 Kolumnen, 45-47 Zeilen. Gotische kursive Buchschrift von mehreren Händen in braunen Tinten, Überschriften in Rot, regliert. Mit zahlr. ein- bis dreizeiligen Initialen in Rot. 262 S. (in Bleistift paginiert). Lederrücken des 18. (?) Jh. mit 2 schlichten Pappdeckeln, diese gelockert, vorderer fast lose, Buchblock angebrochen. Mod. Lwd.-Kassette.
Enthält tägliche Lesungen zu Ehren Mariens für jeden Tag des Jahres, zusammengestellt aus den Schriften der Kirchenväter und dem religiösen Schrifttum des Mittelalters. Der Text ist bisher nicht veröffentlicht. Der Kartäuser Konrad von Haimburg (auch Hainburg; Conradus Gamnicensis) aus Hainburg an der Donau war 1342-1345 Prior der Kartause Seitz sowie 1350-1354 und von 1358 bis zu seinem Tod 1360 Prior in Gaming (Niederösterreich). Als Angehöriger der Kartause Smichov bei Prag vollendete er 1350 im Auftrag des Erzbischofs Ernst von Pardubitz das "Lectionarium mariale". 1356 erstellte er aus diesem im Auftrag des Bischofs von Trient, Meinhard von Neuhaus, "eine Kurzfassung des Lektionars her, die für die tägliche Lesung, ausgenommen die an Marienfesten, statt neun Lektionen nur mehr drei vorsieht. Die unter verschiedenen Titeln - meist 'Laus Mariae', aber auch 'Mariale', 'Matitunale' - gehende Kurzfassung hatte größte Verbreitung" (Verfasserlexikon V, 187). Der Text des "Laus Mariae" geht bis S. 258, linke Spalte. Es folgt gleich darauf ein anderer Text, der auf S. 262 abbricht. - Tlw. etwas fleckig, vereinzelt etwas stärker, hier u. da mit kleinem Wasserrand; S. 1 stärker gebräunt; stellenw. mit kleinen Randläsuren; S. 257/258 mit Einriss bis in den Text u. Verlust weniger Buchstaben durch Fehlstelle; die nicht mehr zum Text gehörigen S. 262/262 ebenfalls mit Verlust weniger Buchstaben sowie stärker gebräunt u. durch Feuchtigkeit tlw. unlesbar. - Provenienz: S. 1 mit Besitzvermerk des 17. Jh.: "Conventus Crembsensis Ordi. Pdi.", das ist das Dominikanerkloster in Krems an der Donau, das 1783 aufgehoben wurde; Europäische Privatsammlung.
Manuscript on paper. Collection of daily readings in honor of the Virgin Mary ("Laus Mariae"), assembled in 1356 by Conrad of Haimburg (died 1360), a Carthusian monk. This copy with a 17th century ownership inscription of the Dominican convent in Krems an der Donau in Lower Austria, near Gaming where Conrad of Haimburg had been prior two times. - The "Laus Mariae" on pp. 1-258, followed by some other text. Some staining in places, heavier to some leaves, some dampmarking here and there, heavier browning to p. 1; some marginal fraying here and there; marginal tear affecting text to pp. 257/258, some loss of letters due to flaw to the same pages; heavy browning, dampmarking and some loss of letters to last leaf. Leather spine with laters boards, front cover nearly loose, book block cracked. In recent cloth box.
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(sold)
Extremely Rare Post-incunable
(Bouchet), Les regnars. 1504
Reineke Fuchs. - (Bouchet, J.). Les regnars traversant les perilleuses voyes des folles fiances du monde. Paris, Antoine Vérard, ca. 1504. 4to (22:18 cm). Mit 31 (von 39-42; 2 defekt) Holzschnitten. 121 (statt 138) nn. Bll. Flexibler Prgt. d. Zt. mit hs. Titel "liber gallicus valde coriosus" u. kl. Nummernschildchen auf dem Rücken; stark angestaubt u. fleckig, verzogen u. mit Knickspuren, Vordergelenk gebrochen, Buchblock gelockert.
Hain-C. 3758*; GW IV, Sp. 586 a ("2 Exemplare/Fragmente in öffentlichen Einrichtungen"); ISTC ib01048700 (Ex. in 5 Bibliotheken); BnF BP16_100375; Moreau-Renouard I, 122, 19; Mortimer 111; Fairfax Murray 57 Anm.; Menke 91, 18. - Eine von zwei (oder drei?) undatierten Quart-Ausgaben, die für Vérard gedruckt wurden; von großer Seltenheit. Die Quartausgaben folgen der Folio-Ausgabe von ca. 1503/1504, bei der es sich um das früheste Werk Jean Bouchets handelt, dessen Name sich jedoch in einem Akrostichon auf Bl. f2 verso verbirgt, während der Verleger auf dem Titel mit dem weitaus bekannteren Sebastian Brant als Autor wirbt. Vorliegend Variante mit "derrenieremet" und "composees" im Titel. Bouchet beklagt Heuchelei, Unkeuschheit, Wucher und andere Laster, verbunden mit satirischen Angriffen auf Adel, Geistlichkeit, Rechtsprechung und Staatsgewalt. Unter den Holzschnitten 12 größere, 11 davon mit Fuchs-Darstellungen, meist in verschiedenen menschlichen Rollen, mit Text in Banderolen. Mortimer nennt 10 solcher Holzschnitte, "designed for this text, showing the fox, sometimes clothed, in various situations reflecting human society. These blocks have text inserted in banderoles... Other blocks are from Vérard's general stock". Eventuell handelt es sich bei dem vorliegenden Exemplar um einen Probedruck mit Korrekturen des Autors oder Verlegers: Die fehlenden Bll. a3-4 und b3-4 sind in einer zeitgenössischen Handschrift eingebunden, auf Bl. e3r, h1v und m4r finden sich kurze Korrekturen in Tinte; der Fuchs aus dem Holzschnitt auf Bl. c4r ausgeschnitten (dort durch ein aufgenähtes Papierstück mit hs. Text ersetzt) und in den Holzschnitt auf l6v eingesetzt (mit neuer Fixierung; recto Textverlust); acht kleinere Holzschnitte wurden offenbar nicht abgedruckt (vgl. g2v, i3v, i5r, i6v, k1v, k2r+v, k3r). - Stellenw. finger- oder braunfleckig u. streckenw. vor allem im Bund bis in den Text wasserfl., vord. freies Vorsatz u. Titel am oberen Blattrand tintenfleckig. Wenige Bll. mit kl. Loch im Bund bzw. rep. Randeinriss, b6 u. c1 mit geklebtem Riss im Satzspiegel. Bindung gelockert u. einzelne Bll. lose (h1-2 u. l1-4). Fehlen 17 Bll. (a3-4, b3-4, g5-6, h3-6, l5-6, m1, s3-6). Unbeschnittenes Exemplar eines äußerst seltenen und trotz seiner Bearbeitung und Mängel attraktiven Volksbuches.
One of two (or three?) undated quarto editions printed for Véard following the printing of the folio edition. Variant with "derrenieremet" und "composees" on title. With 31 (of 39-42?; 2 defective) woodcuts, 12 from larger blocks. Among them are - according to Mortimer - ten designed for this text. Bouchet's authorship is only stated in an acrostic on leaf f2v, while on the title the work is attributed to the far more famous Sebastian Brant. The present copy may be a proof copy with corrections by the author or publisher: lacking folia a3-4 and b3-4 are bound in in contemporary manuscript, short corrections in ink to fol. e3r, h1v and m4r, 'Reynaert' from woodcut on leaf c4r cut out (replaced there by a sewn-on slip of paper with manuscript lettering) and inserted into the woodcut on l6v (with new fixation; text loss on recto), and 8 smaller woodcuts are apparently not printed in. - Some fingermarking and staining, some dampstaining esp. to inner margin in places (affecting text), occasional ink stains. A few folia with small holes to inner margin or rep. marginal tears, 2 ll. with rep. tear to text. Binding loosened and 6 ll. detached, lacking 17 ll. Bound in contemporary limp vellum, rather stained, soiled and creased, upper joint cracked, book block loosened. Untrimmed copy of an extremely rare and - despite its defects - spectacular 'Volksboek'.
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(sold)
Basis der modernen Geburtshilfe
Deventer, Manuale operatien, een nieuw ligt
Gynäkologie und Geburtshilfe. - Deventer, H. van. Manuale operatien, I deel. Zijnde een nieuw ligt voor vroed-meesters en vroed-vrouwen. Den Haag, "Gedrukt met privilegie by en voor den Auteur", 1701. 4to (21,5:17 cm). Mit gest. Front. mit Porträt u. 38 Darstellungen auf 35 (7 gefalt.) Kupfertafeln. 11 Bll., 363 S., 6 Bll. Rot gefärbter Hldr.; fleckig, beschabt, Rückenschild fehlt.
Garrison-M. 6253; Siebold II, 225; vgl. Wellcome II, 460, Waller 2419 u. Blake 118 (alle die lat. oder spätere holländ. Ausg.). - Sehr seltene Originalausgabe, im Selbstverlag und offenbar auch in der eingenen Druckerei (in Voorburg?) hergestellt. War im gleichen Jahr in lateinischer Übersetzung in Leiden bei Dyckhuisen erschienen und erlebte zahlreiche Neuauflagen. "D. ist unstreitig der hervorragendste und wissenschaftlich gebildetste Geburtshelfer seiner Zeit, denn seine Forschungen waren nicht blos bahnbrechend, sonders bilden heute noch ... die Basis, auf der die moderne Geburtshilfe ruht... Sein hervorragendstes geburtshilfliches Werk ... zuerst holländisch und noch im selben Jahr lateinisch erschienen" (Hirsch-H. II, 252f). Das vom Verfasser selbst gestochene, etwas naive Porträt auf dem Front. wurde bereits für die lateinische Ausgabe durch Titelzeilen ersetzt. "Hellstrahlend leuchten mit dem Anbruche des achtzehnten Jahrhunderts die Verdienste des holländischen Geburtshelfers Heinrich van Deventer hervor, welcher ... dem Mangel einer auf feste Grundsätze erbauten Lehre durch die Herausgabe eines streng wissenschaftlich geordneten Werkes abhelfen wollte" (Siebold II, 216). Erst 1724 folgte der zweite "weniger bedeutende" (Fasbender 199) Teil mit 72 S. Am Schluss beigebunden 2 separat gedruckte Bll. "Naberigt aan den Leser" mit kurzer Wiedergabe von Behandlungen meist orthopädischer Fehlbildungen die der Verfasser zu kurieren anbietet. - Breitrandig, am Kopf unbeschnitten, seitlich u. unten gelegentlich die Schöpfränder des Papiers erhalten. Etwas gebräunt, stellenweise gering stockfleckig, vereinzelt im Fußsteg schwach wasserfleckig. S. 273-318 mit einzelner kleiner Wurmspur im Fußsteg, Textbl. Rr mit Randeinriss durch Papierfehler. - Zwei Exlibris: A. G. Th. Becking 1860-1920 u. BEJH Becking 1889-1942.
Scarce original edition, edited and printed by the author himself. A Latin translation followed in the same year published in Leiden by A. Dyckhuisen. The "Nieuw Ligt" by Deventer "gives the first accurate description of the female pelvis and its deformities, and the effect of the latter in complicating labour" (Garrison-M.) and forms the basis of modern obstetrics. With engr. front. with portrait and 35 (7 foldig) engr. plates. The final 2 leaves "Naberigt aan den Leser", listing 22 mainly orthopaedic deformities which van Deventer professed to be able to put right with the help of instruments, often of his own invention. - Wide margined, some leaves showing the deckled edges of the paper. Somewhat browned, slight foxing in places, faint marginal waterstaining to few leaves. Little single worming to bottom margin of p. 273-318, leaf Rr with marginal tear due to paper flaw. Two 20th cent. bookplates. Bound in contemp. half leather (goatskin?), spine gilt; rubbed, stained, extremities scrached, spine label removed.
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Host, Salix Bd. 1 (alles)
Host, N. T. Salix. Vol. I (et unicum). Wien, Strauß Witwe, 1828. Gr.-fol. (48,5:34,5 cm). Mit 105 altkol. Kupfertafeln. 5 Bll., 34 S. Pp. d. Zt.; berieben u. bestoßen, Rücken lädiert.
Nissen, BBI 936; Stafleu-C. 3069; Great Flower Books 60; Junk, Rara 234; de Belder 165. - Ausgesprochen seltene, großangelegte Monographie über Weidengewächse, von der nur der vorliegende Bd. 1 erschienen ist. Nur 2 weitere Exemplare sind für uns in Auktionen der letzten 38 Jahre nachweisbar. "Diese Iconographie, ist die beste, die wir über die 'Batologie' (Lehre von den Weiden) haben" (Junk). Die Tafeln mit Darstellungen von Blattzweigen und blühenden Kätzchen, gestochen nach Zeichnungen von J. Ibmayer. "A magnificent monograph on willows, ... it is one of the last great Austrian botanical books stemming from the Jacquin 'golden age' of Imperial patronage" (De Belder) - Unbeschnittenes Exemplar, wohlerhalten und nur stellenweise gering stockfleckig, Tafel 38 u. 85 stärker betroffen. Titel u. Widmungsblatt mit altem Stempel.
Distinctly scarce large-scale monograph on willows. Vol. 1 (all published). With 105 hand-coloured engr. plates. - Uncut copy, well preserved, only slightly foxed in places. Old stamp to title and dedication leaf.
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Palladio, The Architecture. 4 Bde.
Palladio, A. The Architecture of A. Palladio; in four books. Revis'd, design'd, an publish'd by Giacomo Leoni. Translated from the Italian original (von N. Du Bois). - L'architettura ... divisa in quattro libri. - L'architecture ... divisée en quatre livres. 4 Bde. London, J. Watts, 1715(-1720). Fol. (45:29,5 cm). Mit gest. Frontispiz, gest. Porträt, 203 (8 gefalt., 7 doppelblattgr.) Kupfertafeln u. 12 Textkupfern. Restaurierte Lederbände d. Zt. mit Deckelvergoldung, Rücken erneuert, stellenw. beschabt, Innengelenke tlw. angebrochen.
Fowler 223; PMM 92 Anm.; vgl. Ornamentstichkat. Bln. 2598 (Ausg. 1721); nicht bei Millard. - Erste in England gedruckte vollständige Palladio-Ausgabe. Dreisprachig, hier der englische Text jeweils nach vorne gebunden. Der Herausgeber, der Architekt Giacomo Leoni (1686-1746) war seit 1714 in England ansässig und wurde zum Wegbereiter des Palladianismus. "The notes by Inigo Jones called for on the title pages, did not appear until the edition of 1742" (Fowler). Bd. 4 erschien in 2 Teilen, vorliegend Bd. 3 und Bd. 4/I zusammengebunden. - Etwas gebräunt u. stellenw. etwas fleckig; ca. 30 Tafeln, vor allem in Bd. 3 u. 4, mit Textabklatsch; hier u. da Text mit Abklatsch von der gegenüberliegenden Seite oder einer Tafel; wenige Textbll. Einriss; Bd. 1, Taf. 8 mit Plattenrandbruch; S. IX im italienischen Text von Bd. 1 mit Buchstabenverlust durch Löchlein; Taf. XIX in Bd. 3 mit Eckabriss; Taf. LXXXI in Bd. 4/I mit kleinem Randeinriss.
First edition of the first complete English translation of 'I quattro libri', with Italian and Frech text. 4 volumes with 203 plates and 12 engravings in the text. - Some browning throughout, some staining here and there; offsetting of text to c. 30 plates; some offsetting to text here and there; few marginal lesions; crack to platemark of 1 plate; loss of few letters to 1 text leaf. Contemporary calf gilt, rebacked, partly rubbed, inner hinges partly cracked but firm.
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Vitruvius Teutsch + Ryff, Architectur
Vitruvius Pollio, M. Vitruvius Teutsch. Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem Bawen. Ein Schlüssel und einleytung aller Mathematische(n) un(d) Mechanischen künst. Erstmals verteutscht und in Truck verordnet durch G. H. Rivium. Nürnberg, J. Petreius, 1548. Fol. (31:20 cm). Mit ca. 190 teils ganzseit. Textholzschnitten. 18 nn., 320 num. Bll. - Angebunden: W. H. Ryff. Der furnembsten, notwendigsten, der gantzen Architectur angehörigen mathematischen und mechanischen künst, eygentlicher bericht, zu rechtem verstandt der Lehr Vitruvii. (Buch 1-3 von 4 mit 7 von 9 getrennt pag. Teilen). Nürnberg, J. Petreius, 1547. Fol. (32,5:22,5 cm). Mit über 300 (einigen wiederh., teilw. ganzseitigen) Textholzschnitten u. Druckermarke. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Rollenstempel mit allegorischen Figuren (Fides, Justitia, Fortitudo, Prudentia), Eicheln, Blättern, Lilien u. im Mittelfeld gekrönter Doppeladler; berieben u. bestoßen, Gelenke alt mit Leder hinterlegt u. wiederum geplatzt, Rücken unten alt ergänzt, Schließen entfernt.
I. VD 16, V 1765; Adams V 913; Fowler 404; Bibl. Dt. Mus., Libri rari 292; Ornamentstichkat. Bln. 1810; Dodgson I, 528, 3; Riccardi I/2, 613; Ebhardt, Vitruv S. 70; Benzing, Ryff 185. - Erste deutsche Ausgabe, von Ryff um Zitate aus dem weiteren architektonischen Schrifttum der Renaissance bereichert. Behandelt neben der eigentlichen Baukunst auch Gegenstände der Technik, Perspektivlehre und Geometrie. "The illustrations are attributed to Peter Flötner, Virgil Solis, Georg Pencz, Hans Brosamer and Erhard Schön, with initial letters by Hans Springinklee. They are mainly based on the 1521 Como edition, but many of the same plates were used in Ryff's 'Bawkunst'" (Fowler). - II. VD 16, R 4001; Adams R 986; Fowler 282 (Anm.); Benzing, Ryff 180; Ebhardt, Vitruv S. 70; Dodgson I, 528, 2; Cockle 661. - Erste Ausgabe der reich illustrierten kunsttheoretischen Abhandlung. "Sammelwerk aus Exzerpten und Bearbeitungen meist italienischer und deutscher Abhandlungen über Nachbar- und Hilfswissenschaften der Architektur... Der Wert der 'Architectur' liegt in der an Vitruv orientierten Auswahl der einschlägigen Zeitgenössischen Literatur und ihrer fachbezogenen Aufbereitung... Mit der Vermittlung eines umfassenden Überblicks ... trug Ryff dazu bei, die Architektur zu einer wissenschaftlichen Disziplin zu erheben" (I. Dann in: H. Günther, Deutsche Architekturtheorie zwischen Gotik und Renaissance, S. 83f.). Behandelt Perspektive, Geometrie, Ballistik, Truppenordnungen, Festungsbau, Vermessung, Bildhauerei, Maltechnik etc. Die schönen Holzschnitte stellen überwiegend Kopien von Darstellungen aus Werken von Cesariano, Serlio, Tartaglia u.a. dar. Kollation: 6 nn., XLII, LII, XLVII num., 1 w. Bl.; LII, XLVII num., 1 nn.; 4 nn., XLVII num., 1 nn., IX num., 1 w. Bll. Es fehlen am Schluss die Teile, die Waagen und Gewichte behandeln (34 Bll.). - Insgesamt gebräunt, stock- u. fingerfleckig, stellenweise etwas stärker. Kopfschnitt teilw. mit schmalem Wasserrand. Ein Doppelblatt des Registers lose. 2 Bll. mit kl. Randeinrissen. Einzelne Bll. mit Marginalien u. Unterstreichungen. Titel u. Innendeckel mit teilw. datierten Kauf- u. Besitzvermerken.
I. First edition. With 190 in-text woodcuts. - II. First edition. 3 (of 4) books with 7 (of 9) separately foliated parts. With more than 300 in-text woodcuts. - Some browning, foxing and fingerstaining, somewhat heavier in places. Top edge with narrow marginal waterstain. One double leaf of the index loose. 2 leaves with small marginal tears. Individual leaves with marginalia and underlinings. Title and inner cover with purchase and ownership notes, some dated. Contemporary blindstamped leather binding over wooden boards; rubbed and bumped, joints backed with leather and cracked, clasps removed, tail of spine old renewed.
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Liber fratenitatis rosaceae coronae. Köln um 1500
Rosenkranzbruderschaft. - Liber fraternitatis rosaceae coronae ad honorem beatissime v(irginis) Marie. (Köln, Johann Landen, um 1500). 4to (20,5:14,5 cm). Got. Typ. Mit 1 Metallschnitt umgeben von Metallschnitt-Bordüren auf dem Titel u. 4 Textholzschnitten am Schluss. Rubriziert u. mit eingemalten roten Lombarden. 18 nn. Bll. Späterer Prgt. unter Verwendung von altem Material; etwas fleckig, Bindebänder entfernt.
Hain 7356; GW 10313; Goff F-306 u. Suppl.; Voulliéme, Köln 750 (dat. noch: c. 1496). - Erste Ausgabe der Schrift über die Rosenkranzbruderschaften. Die zweite dieser Bruderschaften wurde 1475 durch den dominikanischen Prior Jakob Sprenger (seine Mitautorschaft am Malleus maleficarum wird heute in Frage gestellt) und Michael Francisci de Insulis in Köln gegründet. Diese wurde als erste urkundlich bezeugte Rosenkranzbruderschaft der Ursprung der sich über Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Flandern rasch ausbreitenden egalitären Gemeinschaft, der auch Kaiser Friedrich III., seine Frau Eleonora und sein Sohn Maximilian I. angehörten. Der Metallschnitt auf dem Titel zeigt Maria auf einer Mondsichel stehend mit dem Kind vor einer Mandorla, die vier Holzschnitte am Schluss den Hl. Hieronymus, Geburt Christi, Kreuzabnahme u. Auferstehung. - Breitrandig u. sauber, lediglich das Titelblatt etwas gebräunt und leicht fleckig. - Gest. Exlibris "pro viribus summis contendo" (von Albert Ehrmann?) auf dem vorderen Innendeckel. Vorsatz mit mont. Buchbeschreibung.
First edition of this publication on the brothers of the Rosary. With a metalcut depicting virgin an child with additional metalcut borders on the title-page and 4 woodcuts at end. - Wide margined, only the title-page somewhat browned and little stained. Bound in later vellum using old materials; somewhat stained, ties removed.
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De protomartyris Anglie Albani passione. 1502
Albanus Anglicus. - De incliti (incluti) et gloriosi p(ro)tomartyris Anglie Albani, quem in germania et gallia Albinu(m) voca(n)t; co(n)versione, passio(n)e, tra(n)slatione, et miraculorum choruscatione. (Köln, Retro Minores, 1502). (18,7:13,5 cm). Got. Typ. Rubriziert, Initialen, Lombarden, Kopfzeilen u. Hervorhebungen in roter Tinte. 6 nn. Bll. Englischer Ldr. d. 19. Jh. (sign: F. Bedford) mit Rsch., Rvg., Deckelfileten, Steh- u. Innenkantenvergoldung; etwas berieben, Rücken unter Verwendung des Or.-Rückenbezugs fachgerecht erneuert.
VD 16, I 170. - Seltene Kölner Postinkunabel, vormals dem Martin von Werden zugewiesen. Die gedruckte Widmung von Abt und Mönchen der Abtei St. Pantaleon, Köln, an Heinrich VII. von England. - Gleichmäßig schwach gebräunt, kaum fleckig. Auf dem letzten Bl. von späterer Hand mit Tinte irrtümlich "aó 1515" datiert. - Provenienz: Huth Library (Exlibris) - B. Quaritch, Kat. 1934 - Sothebys 05/1974 - Europäische Privatsammlung.
Rare Cologne post-incunabula, dedicated to King Henry VII. Rubricated, initials, paragraph marks, headlines, underlinings and initial strokes written in red. - Slight even tanning, nearly stain-free. Ink annotation of erroneous dating on last page. Bound in polished calf by F. Bedford, gilt; somewhat rubbed, expertly rebacked using original spine.
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Dürer, De symmetria
Dürer, A. De sym(m)etria partium in rectis formis hu(m)anorum corporum, libri in Latinum conversi (per J. Camerarium). Nürnberg, Dürer Witwe, 1532. Fol. (30,5:20,5 cm). Mit mehr als 70 überwiegend blattgr. Textholzschnitten, die den menschlichen Körper in seinen Proportionen darstellen. 80 nn. Bll. (d.l.w.). Prgt.-Umschlag aus altem Notenmanuskript mit Lasche u. Schließe, leicht gebräunt bzw. fleckig u. mit kl. Randläsuren.
VD 16, D 2860; Fairfax Murray 152; Bohatta 20; Meder S. 288, Nr. XXIX (ungenau); Schoch u.a. 277 Anm. - Erste lateinische Ausgabe der 1528 deutsch erschienenen grundlegenden Proportionslehre der Renaissance. Die vorliegende "Symmetria" umfasst Buch I und II des deutschen Werkes, die ebenfalls 1532 erschienene und hier nicht vorliegende "De varietate figurarum" Buch III und IV. Die Illustrationen sind die der Original-Ausgabe. Ein von Bohatta vermuteter erster lateinischer Druck der "Symmetria" von 1528 existiert nicht. - Stellenw. leicht fleckig, Ränder vereinzelt mit kl. Wasserflecken. In den Rändern mit kl. Wurmspuren, die im Bund teilw. größer werdenden u. verstärkt auftretenden hinterlegt. Titel leicht angestaubt u. fleckig, mit altem rasiertem hs. Besitzvermerk (dadurch wenige Löchlein).
First Latin edition. "De Symmetria" comprises books I/II of the "Vier Bücher der menschlichen Proportion", the not present "De varietate" books III/IV. The woodcuts are derived from the German edition of 1528. "These two works should, of course accompany one another, but they are often found apart and separately bound" (Murray). - Slight staining in places, occasionally small marginal dampstains. Some marginal wormholes, some of which are increasing in size and appear more frequently at inner margin, these are repaired. Title slightly soiled and stained, with old erased ms. ownership note (causing a few tiny holes). Bound in vellum from an old music manuscript with tab and metal clasp, slightly browned resp. stained and with some small marginal tears.
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(Pfintzing), Tewrdannckh. 1519
(Pfintzing, M.). Die geuerlicheiten und eins teils der berühmtem geschichten des löbliche(n) streitbaren und hochberümbten helds Ritters Tewrdannckhs. Augsburg, J. Schönsperger, 1519. Fol. (33,5:22,5 cm). Mit 118 Holzschnitten von L. Beck, H. L. Schäufelein, H. Burgkmair, J. Breu, W. Traut u.a. 289 (st. 290; es fehlt das weiße Blatt P5) nn. Bll. Prgt. d. 19. Jh. mit Bezug aus einer liturgischen Handschrift, mit Goldschnitt; angestaubt, Rückenschild an den Rändern abgeplatzt.
VD 16, M 1650 u. 1651; Adams P 963; Dodgson I, 509, 19 u. II, 58, 7; Fairfax Murray 330; Lipperheide Cg 12; Oldenbourg L 120. - Zweite Ausgabe, mit den Merkmalen des ersten und zweiten Drucks, wie im VD 16 und bei Fairfax Murray zur Unterscheidung angegeben. Das wohl aufwändigste deutsche Holzschnittbuch des 16. Jahrhunderts, für das eigens eine Drucktype geschaffen wurde "einer aus der Kanzleischrift entstandenen Vorform der Fraktur mit verzierenden Ober- und Unterschleifen" (Arnim, 5 Jahrhunderte Buchillustr., 70). Während der erste Druck von 1517 von Kaiser Maximilian fast ganz zu Geschenkzwecken aufgebraucht wurde, war die zweite Ausgabe zum Verkauf bestimmt. Das von Maximilian in Auftrag gegebene und von seinem Privatsekretär Pfintzing poetisch gestaltete Werk erzählt allegorisch unter dem Bilde einer Brautfahrt die Lebensgeschichte des Kaisers. Die auf Zeichnungen Maximilians beruhenden Holzschnitte wurden von den großen Künstlern der Zeit geschaffen. Der "Theuerdank" stellt eine der wichtigsten Quellen für die Kenntnis der ritterlichen Gebräuche und Sitten sowie von Turnieren und Festlichkeiten im ausgehenden Mittelalter dar. - Teilw. fleckig bzw. fingerfleckig, teilw. etwas gebräunt, größere Flecken auf y6-8, s6r etwas angeschmutzt, Titel stärker fingerfleckig. Einige Feuchtigkeitsränder im unteren Rand bzw. Bund, wenige Wurmlöcher, meist auf den ersten u. letzten Blättern. Ober- u. Unterschleifen teilw. angeschnitten. Die Schlusslage A hinter das zweite Blatt (a2) verbunden. Titel mit Besitzvermerk des 16. Jh.
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Reliure de J. Anthoine-Legrain
Rabelais/Derain, Pantagruel
Derain, A. - Rabelais, F. Les horribles et espovantables faictz et prouesses du très renommé Pantagruel, toy des dipsodes, fils du géant Gargantua. Composé nouvellement par Maitre Alcofrybas Nasier. Orné de Bois en couleurs dessinés et gravés par André Derain. Paris, A. Skira, (1943). 4to (35:29 cm). Mit 128 (22 blattgr.) Or.-Farbholzschnitten, 34 farb. Holzschnitt-Initialen und 18 farb. Holzschnitt-Schlußvignetten von André Derain. 187 S., 4 Bll. Brauner Maroquinband von Jacques Anthoine-Legrain (sign.). Über Deckel und Rücken verlaufende Gold- und blindgeprägte Aussenränder in Fischgrätmuster, beide Deckel mit mehrfachem, verschlungenen Buchstaben "R" in Goldprägung mit Intarsien in Grün, Türkis, Violett, Blau, Rot und Gelb. Innenkantenvergoldung, blaue Velourlederspiegel u. -vorsätze, Goldschnitt, Originalumschlag eingebunden. Im Schuber.
The Artist and the Book 81; Carteret IV, 329; Monod 9403. - Nr. 203 von 200 (GA. 275) Exemplaren auf Vélin d'Arches, im Druckvermerk vom Künstler signiert. Die Textauswahl stammt von A. Lefranc, Druck der Illustrationen von A. Derain und R. Lacourière, Typographie von G. Girard. Das illustratorische Hauptwerk Derains und eines der bedeutendsten und schönsten Malerbücher des 20. Jahrhunderts. "Très belle et remarquable publication, d'une grande vedette moderne, déjà extremement cotée à sa mise en vente" (Carteret). "Unter den sogenannten 'Livres des Peintres' des 20. Jahrhunderts, einer Domäne der französischen Kunst, nimmt der 'Pantagruel' mit den Farbholzschnitten von André Derain einen weit herausragenden Platz ein. Zum einen, weil der literarische Stoff zu den ganz großen Werken der Weltliteratur gehört und zum anderen wegen der grandiosen Illustrationen, in denen der französiche Künstler eine höchst gelungene Verbindung von inszenatorischer Affinität an das Flair der Zeit Rabelais' mit moderner Kunst erreicht. Jede Szene und jede Figur läßt in der vielfarbigen Palette und in den phantasievoll gehaltenen Gewandungen den passionierten Bühnen- und Kostümbildner erkennen ... Mit den Holzschnitt-Illustrationen zum 'Pantagruel', wohl eines seiner dekorativsten Werke, griff Derain bewußt die Holzschnitt-Tradition des 16. Jahrhunderts - der Zeit Rabelais' - auf, wandelte aber die Technik im Sinne einer flächigen Farbvielfalt wesentlich ab, indem er die einzelnen Farbdruckflächen durch ausgesparte weiße 'Gräben' voneinander trennte. Nur diese Schnitt-Technik erlaubte das Einfärben der Bildteile in allen Farben, um dann mehrfarbig in einem Druckvorgang vom jeweiligen Druckstock abziehen zu können. Die Stöcke wurden von Kolorierern unter seiner Anleitung für jeden Druck neu eingefärbt, was nicht nur eine diffizile und zeitraubende Arbeit war, sondern was auch jedem der 275 Exemplare eine eigene Originalität verlieh" (H. A. Halbey, Museum der Bücher. S. 129ff.) - Ein Künstlerbuch in äußerst aufwändiger Gestaltung, in perfekter Harmonie von Text und Illustration in einem prachtvollen Meistereinband von Jacques Anthoine-Legrain.
Number 203 of 200 copies of total 275, signed by Derain at the colophon. Richly illustrated with colour woodcuts. André Derain's Pantagruel is considered to be his masterpiece of book illustration, and a landmark in modern book production. The work took Derain three years to complete, in part because his house was requisitioned during World War II, and the blocks locked inside. In the printing, each block was inked in multiple copies on a single block, making each illustration essentially a multi-color monoprint. A splendid copy in brown morocco by Jacques Anthoine-Legrain. Gold and blind-stamped outer edges in herringbone pattern running across cover and spine, both covers with multiple, intertwined letters "R" in gold embossing with inlays in green, turquoise, violet, blue, red and yellow. Gilt inside edges, blue suede endpapers, gilt edges, original wrappers bound in. In slipcase.
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Calonymos. Liber de mundi creatione
Aristoteles. - Calonymos, C. (Kalonymus ben Kalonymus ben Meïr; Shem Tov ben Shem Tov ben Meïr). Liber de mundi creatione physicis rationibus probata. Venedig, B.Vitali, 1527. Fol. (33:22,5 cm). Mit einigen Holzschn.-Initialen. 56 (d.l.w.) nn. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., Rücken grau u. rot angestrichen u. mit röm. Nummer, Rückdeckel mit ergänzter Fehlstelle im Bezug, berieben u. beschabt, Schließen fehlen.
EDIT 16, CNCE 8599; IA 129.709. - Erste Ausgabe. Sehr selten, USTC listet 9 Exemplare weltweit; KVK listet 1 Exemplar in dt. Bibliothek; kein Exemplar im Handel nach 1950 von uns nachweisbar. Calonymos (1286-1328?) gilt im Mittelalter als einer der fruchtbarsten und sprachgewandtesten Übersetzer griechischer und arabischer Philosophen u. Naturwissenschaftler ins Hebräische und Lateinische. Kaum bekannt und auch in der Werkliste von Gottheil u. Broydé in der 'Jewish Encyclopedia' nicht gelistet ist sein vorliegendes Werk zur Welterschaffung, das am Textende "Venetiis. 22. aprilis. 1523" datiert ist. - "Als gesichert gilt, dass... 1527 die erste Ausgabe seiner lateinischen Übersetzung des 'Tahāfut al-tahāfut' unter dem Titel 'Destructio Destructionum' gemeinsam mit einer weiteren lateinischen Übersetzung von Ibn Rušds / Averroes al-Ġazālīs, dem Libellus de connexione intellectus, sowie dem von Calonymos selbst verfassten Liber de mundi creatione gedruckt wurde. Das gedruckte Werk ist dabei in drei eigenständige Teile geteilt und enthält mehrere Widmungen. Der gesamte Druck ist Alberto Pio, dem Fürsten von Carpi (regn. 1480-1527) gewidmet, einem stark an Aristoteles interessierten Humanisten... Die Beschäftigung mit Ibn Rušd / Averroes ist im lateinisch-christlichen Europa vor allem mit der Auseinandersetzung mit Aristoteles verbunden" (A. Reindl. Calo Calonymos’ lateinische Übersetzung des Ibn Rušd als Zeugnis einer vielschichtigen und vielsprachigen Aristotelesrezeption, online 1/2022).
Vorgebunden sind drei (von insgesamt 4) von Eck hrsg. u. kommentierte Aristoteles-Ausgaben für die von ihm an der Universität Ingolstadt eingeführten Lektürekurse (resumtiones):
1. Aristoteles. Acroases physicae libri VIII Ioan. Argyropilo interprete adiectis Ioan. Eckii adnotationibus & commentariis. Augsburg, S. Grimm u. M. Wirsung, 1518. Fol. (30:20,5 cm). Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel, Holzschn.-Initialen u. einigen Textholzschnitten. 1 nn., CXI num. Bll. - VD 16, A 3563; IA 107.846; Metzler, Eck 16. - Stellenw. mit Anmerkungen von alter Hand, Titel fleckig u. mit altem hs. Besitzeintrag.
2. Ders. Libri de coelo IIII, de generatione II, meteorum IIII. Adiectis Eckij commentariis. Ebda. 1519. Mit 2 Wappenholzschnitten, Holzschn.-Initialen u. einigen astronom. Textholzschnitten, darunter Planetensystem. CXXV num. Bll., 1 nn. Bl. (o.d.l.w.). - VD 16, A 3379; IA 107.853; Metzler, Eck 22. - Die gr. Wappenholzschnitte auf dem Titel u. dem letzten Bl. Titel fleckig, tls. stock- oder braunfleckig
3. Ders. De anima libri III, de sensu & sensato (etc.). Ex antiqua traductione. Adiectis Eckij commentariis. Ebda. 1520. Mit 2 Wappenholzschnitten u. wenigen Textholzschnitten. LXXIX num. Bll., 1 nn. Bl. - VD 16, A 3334; IA 107.864; Metzler, Eck 34. - Titel etwas fleckig. - Vorderes Innengelenk angebrochen, durchgängig mit Wasserfleck im oberen weißen Rand, Innendeckel wasserfleckig u. mit hs. Besitzeintrag von alter Hand
First edition. With some woodcut initials. - Extremely rare. USTC lists 9 copies worldwide; no copy in the trade after 1950 traceable by us. Calo Calonymos was considered one of the most eloquent translators of Greek and Arabic philosophers and natural scientists into Hebrew and Latin in the Middle Ages. The present work on the creation of the world is dated at the end of the text ‘Venetiis. 22. aprilis. 1523’. - Prebound are three Aristotle works edited 1518-1520 and annotated by Eck for the lectures (resumtiones) he introduced at the University of Ingolstadt. - Staining to titles, waterstaing to upper margin throughout, ms. old owner's inscription to 1 title, old ms. annotations in places, some foxing and brownstaining in places, front inner hinge starting to crack, waterstaining and old owner's inscription to inner cover. Bound in contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, spine painted over in red and grey and with ms. numbering, hole in pigskin repaired, rubbed and worn, lacking clasps. - Interesting sammelband containing 4 rare scientific-philosophical works.
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With Astrological Primer and Rare Work by Albubather
Schöner, Opusculum + Beibände
Schöner, J. Opusculum astrologicum, ex diversorum libris, summa cura pro studiosorum utilitate collectum, subnotata continens. Assertio contra calumniatores astrologiae D. Eberhardi Schleusingeri. Nürnberg, J. Petreius, 1539. 4to (21:17 cm). Mit 6 figürl. Initialen u. einigen Holzschn.-Diagrammen. 56 nn. Bll. (l. w.). - Angebunden: Albubather (Abu Bakr al-Hassan ibn al-Khasib). Liber Genethliacus sive De nativitatibus, non solum ingenti rerum scitu dignarum copia, verum etiam iucundissimo illarum ordine conspicuus. Ebda. 1540. 4to. 74 nn. Bll. - L. Gaurico. Tractatus astrologiae judiciariae de nativitatibus virorum & mulierum, ex Ptolemaeo et aliis autoribus dignissimis ... Addito in fino libello Antonii de Montulmo, de eadem re, cum annotationibus Ioannis de Regiomonte. 2 Tle. Ebda. 1540. 4to. Mit 11 figürlichen Initialen u. einigen Holzschn.-Diagrammen. 26; 48 nn. Bll. Alter Manuskriptprgt., gebräunt, fleckig u. etwas wurmstichig.
Sammelband mit drei seltenen astrologischen Werken, alle bei Petrejus in Nürnberg gedruckt. I. VD 16, ZV 14000; Adams S 683; Houzeau-L. 4815 u. 4817 (Schleusinger); Zinner 1546; Stillwell, Awakening I, 109; Thorndike V, 361 ff. (ausführl.). - Erste Ausgabe. "An astronomical primer with quotations from various authors and instructions for the use of the author's 'Ephemerides' and 'Tables'" (Thorndike). Johannes Schöner gehörte zu den wichtigsten Förderern des jungen Rhetikus, der ihm später seine berühmte 'Narratio prima' widmete. "Da Rhetikus sich sehr für Astrologie interessierte, wurde sie in seinen Gesprächen mit Schöner selbstverständlich berücksichtigt ... In uneigennütziger Weise hatte er Rhetikus alles mitgeteilt, was er zu diesem Thema zu sagen hatte" (Burmeister, Rhetikus I, 37). Wenige Jahre später gehörte Schöner zu den Mitherausgebern von Kopernikus' Hauptwerk 'De revolutionibus'. Seinem eigenen Werk fügte Schöner die bereits im 15. Jh. entstandene, jedoch hier offensichtlich erstmals gedruckte Schrift Schleusingers zur Verteidigung der Astronomie bei. - II. VD 16, A 59; IA 102.829; Zinner 1732. - Erstmals 1501 in Venedig gedruckter Traktat mit 206 Kapiteln zu Geburtshoroskopen. Albubather war ein arabischer Arzt und Astrologe persischer Abstammung des 9. Jahrhunderts. Er schrieb Werke in Persisch und Arabisch, darunter auch eine Enzyklopädie der Astrologie. - III. VD 16, G 558; Adams G 291; Houzeau-L. 4813f.; Zinner 1746 u. 1753; Thorndike VI, 100. - Erste lateinische Ausgabe des 'Trattato d'astronomia' (Rom 1539), von Gaurico selbst übersetzt. Als zweiter Teil der mit eigenem Titelblatt versehene Anhang 'Libellus de astrologia judiciaria' des A. de Montalmo, der bei Houzeau-L. u. Zinner separat geführt wird. - Insgesamt stellenw. etwas gebräunt oder stockfleckig; im Kopfsteg meist etwas wasserfleckig, (III) am Ende etwas wasserrandig; 2 Bll. in (I) mit alter Unterstreichung.
3 works in 1 vol. - First edition of Schöner's work that was of considerable importance for Rhetikus. Albubather was a Persian physician and astrologer of the 9th century. - Overall some browning or foxing in places; slight dampmarking to upper margins; marginal waterstaining to (III) at end; old underlining to 2 leaves of (I). Old vellum made of manuscript, browning, staining and some worming.
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(closed)
Vesalius, Opera. 2 Bde.
Vesalius, A. Opera omnia anatomica & chirurgica cura H. Boerhaave & B. S. Albini. 2 Bde. Leiden, J. du Vivié u. J. & H. Verbeek, 1725. Gr.-fol. (39:26,5 cm). Mit eingef. Kupfertitel, 2 gest. Titelvignetten, gest. Porträt, 82 (4 gefalt.) Kupfertafeln von J. Wandelaer nach Vesal u. 38 Textkupfer sowie zahlr. Textholzschnitte. 21 Bll., 572 S.; 4 Bll., S. 577-1156, 26 Bll. u. Bll. 616* (Tafelerkl. zu 76a-b) sowie 1 Bl. Zwischentitel nach S. 684. Späterer grüner Hldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. Rückentitel, minimal berieben.
Eales I, 133; Osler 579; Choulant-Frank 183; Cushing VI. D-8. - Erste vollständige Gesamtausgabe, schön gedruckt und großzügig ausgestattet. Enthält u.a. "De corporis humani fabrica" nach der verbesserten Ausgabe von 1555, "Epitome", "Chirurgica magna" und die Arbeiten zu G. Falloppio. "In this edition, the woodcuts of the principal work and of the 'Epitome' are very beautifully copied and engraved on copper in the original size... The remaining wood engravings are copied entirely, with all the additions, from the edition of 1555" (Ch.-F.). - Titel verso mit Bibl.-Stempel, stellenw. etwas fleckig oder gebräunt, einige Tafeln mit schwachem Wasserrand, 5 Bll. verbunden. Schönes u. dekorativ gebundenes Exemplar.
First complete edition. With engr. title, 1 engr. portrait, 2 engr. title vignettes, 82 (4 folding) engr. plates, 38 text engravings and numerous woodcuts in the text. Including Vesalius' landmark work 'De humani corporis fabrica' that "marked the beginning of the period of rationalism in medicine" (Sparrow 192). - Library stamp to title verso, some staining or browning in places, faint marginal waterstaining to some plates, 5 leaves transposed. Bound in later half-calf, spine richly gilt, minor rubbing. In all fine copy in attractive binding.
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Attraktives unbeschnittenes Exemplar des seltenen Werkes
Esper, Schmetterlinge in Abbildungen. 7 Bde.
Esper, E. J. C. Die Schmetterlinge in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Europäische Gattungen. 5 Tle. u. 4 Supplemente in 5 Text- u. 2 Tafelbdn. Leipzig, Weigel, (1829-1839). 4to (27,5:22 cm) u. Quer-fol. (27,5:32,5 cm). Mit 441 kol. Kupfertafeln. Hldr. d. 19. Jhr. mit Rsch. u. Rückenfileten; etwas berieben.
Nissen 1316 (Anm.); Horn-Sch. 6085 (Anm.). - Titelauflage der Erstausgabe von 1777-1794, hrsg. von T. v. Charpentier. Die prächtigen Tafeln in feinem Kolorit nach Zeichnungen von Esper zeigen jeweils mehrere Schmetterlinge, teilweise mit ihren Raupen und Puppen. Unter den Stechern J. C. Bock, J. G. Sturm, H. J. Tyroff etc. - Breitrandiges, teilw. unbeschnittenes Exemplar. Text leicht gebräunt, teilw. etwas stockfleckig. Tafeln unbeschnitten, gering gebräunt, vereinzelt etwas stärker.
Reissue of the edition 1777-1794. With 441 hand-coloured engr. plates. - Wide-margined, partially untrimmed copy. Text slightly browned, some foxing. Plates uncut, slightly browned, occasionally somewhat stronger. 19th century half-calf with gilt label and filets to spine; somewhat rubbed.
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Reichenbach, Iconographia. 10 Bde.
Reichenbach, H. G. L. Iconographia botanica seu plantae criticae. - Kupfersammlung kritischer Gewächse... vorzüglich zu den Werken von Willdenow, Schkuhr, Persoon, Römer und Schultes gezeichnet. 10 Bde. Leipzig, Hofmeister, 1823-1832. 4to (24,5:20 cm). Mit 1000 kol. (einigen farbig gedruckten) Kupfertafeln nach Reichenbach. Etwas spätere Hlwd.; gering berieben, Heftung u. Rücken mit Rsch. im Stil d. Zt. alt erneuert.
Nissen, BBI 1602; Stafleu-C. 8876. - Seltene vollständige Folge. "Eines der bedeutendsten botanischen Kupferwerke der damaligen Zeit" (ADB XXVII, 667). Reichenbach war Professor der Naturgeschichte und Direktor des zoologischen Museums sowie des von ihm begründeten botanischen Gartens in Dresden. - Teilw. gebräunt, gering fleckig. Jede Tafel mit Monogrammstempel der "Massachusett's Horticultural Society" im Bildrand, Innendeckel mit deren Exlibris.
Scarce complete set of 10 volumes with 1000 numbered and coloured (few printed in colours) plates. - Some browning and slight spotting. Each plate with small stamp of the Massachusett's Horticultural Society and their bookplate. Later half-cloth, slightly rubbed, stitching and spines with label to style renewed.
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Escobar, Las respuestes quinquagenas. Handschrift 1539
(Escobar, L. de. Las respuestes quinquagenas). Spanische Handschrift auf Papier. Medina del Campo, 30. Sept. 1539. Fol. Blattgr. ca. 29,5:20 cm, Schriftspiegel ca. 25:17 cm. 2 Spalten, 35-40 Zeilen. Kursive in brauner u. roter Tinte, geschrieben "por mi el bachiller Madrigal". 130 (statt 131) nn. Bll. Flexibler Pergamentband aus altem Material mit Umschlagklappe u. Knebelverschluss.
Wichtige Handschrift einer frühen Fassung von Luis de Escobars Hauptwerk, das erstmals 1526 in Valladolid unter dem Titel 'Las respuestas quinquagenas' gedruckt worden war. Das Werk ist in Versen verfasst und enthält Fragen, "wie sie ein alter Edelmann zur Zeit Karl's V. vorlegen, seine Freunde aber meinen konnten, deren Beantwortung werde belustigen oder belehren. Diese Fragen beziehen sich auf alle möglichen Gegenstände, Religion, Sittenlehre, Geschichte, Arzneiwissenschaft, Zauberei, kurz auf Alles, was müßige oder forschende Geister anzuziehen vermochte. Sie wurden aber sämmtlich an einen scharfsinnigen Franciscaner, den heiter gestimmten Bruder Luis de Escobar, gesendet, der durch Gicht und andere schwere Krankheit bettlägerig, sich zu ihrer Beantwortung hergab" (G. Ticknor, Gesch. d. schönen Litt. in Spanien, Lpz. 1852, Bd. 1, S. 413). Eine weitere - heute verlorene - Druckausgabe erschien 1534; in Valladolid 1545 dann die dritte unter dem Titel 'Las quatrocientas respuestas', also von 50 auf 400 Fragen und Antworten erweitert; diese Ausgabe wurde im selben Jahr in Saragossa nachgedruckt. 1550 erschien eine Neuausgabe, die 1552 durch einen zweiten Band ergänzt wurde. Unter den Fragestellern war auch Fadrique Enríquez, 4. Admiral (almirante) von Kastilien (gest. 1538), der auch im Titel der dritten Ausgabe erwähnt wird. 1603 erschien in München eine deutsche Ausgabe unter dem Titel "Der Zeitkürtzer".
Die vorliegende Handschrift enthielt eigentlich 250 Fragen, die ersten drei allerdings auf dem fehlenden ersten Blatt. Eine ausführliche Würdigung ihrer Bedeutung findet sich in der Dissertation von José A. Sanchez Paso: "Las quatrocientas respuestas a otras tantas preguntas de fray Luis de Escobar" (Salamanca 1998; online verfügbar), S. 111ff. (physische Beschreibung S. 114). - Etwas gebräunt, stellenw. stärker, u. meist etwas fleckig; die 3 ersten u. 3 letzten Bll. mit Restaurierung, davon das erste (= Bl. 2) mit Textverlust. Fehlt Bl. 1. - Provenienz: seit Jahrzehnten Schweizer Privatsammlung.
Spanish manuscript on paper of a important version of Luis de Escobar's "Las respuestes quinquagenas". Contains questions and answers dealing with problems of every day life, moral, theology law, science, customs of the time, etc. See the above cited thesis of José A. Sanchez Paso for the work and for this copy (online available; especially p. 114 for the physical description). - Some browning, somewhat heavier in places; some staining here and there; marginal restorations of first 3 and last 3 leaves with some loss of text to first leaf which is present. Lacking leaf 1 (containing the first three questions). Limp vellum with flap and plaited tie.
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Niederrheinisches Gebetbuch
Gebet- und Betrachtungsbuch, Handschrift. Niederrhein, um 1460
Gebet- und Betrachtungsbuch der Devotio moderna. Lateinische Handschrift auf Pergament. Niederrhein (Köln?), um 1460. Blattgr. 10,8:7,2 cm, Schriftspiegel 6,5:4,2 cm. 21 Zeilen. Schwache Reste einer Reglierung in Rot. Mit schwarzbrauner Tinte in regelmäßiger Bastarda geschrieben. Durchgängig rubriziert, Hervorhebungen in Rot, Lombarden und Versalien in Blau und Rot. Mit 2 großen zweifarbigen Initialen, 10 u. 8 Zeilen hoch, eine mit floralem Randstab, 17 vier- bis fünfzeiligen und 37 zwei- bis dreizeiligen Initialen, alle mit reichem Fleuronée in Mauve, Rot u. Blau. 112 Bll. Mod. Prgt. unter Verwendung eines Manuskriptblatts des 15. Jh. u. altem Vorsatzpapier; etwas gebräunt.
Vollständige Handschrift in 2 Teilen, möglicherweise in einem Konvent der Brüder zum gemeinsamen Leben im Raum Köln entstanden. Ein Hinweis auf Köln liefert eine Antiphon auf Bl. 103v: "O felix Germania tam decoro germine virginum ornata. Beata Colonia percicoso sanguine martyrum ditata..." Auch ein Reimgebet zum Hl. Cornelius (fol. 99r) "O Corneli martyr Christi | Papa sanctus qui fuisti | hic in terris deo gratus | nunc in celo sublimatus ..." weist auf Köln, wo der Hl. Cornelius in St. Severin neben Cyprian Mitpatron der Kirche ist und mit dem "Corneliushorn" sich eine entsprechende Reliquie befindet.
Buchschmuck: Beginnt mit einer 10zeiligen Initiale "S" die zweifarbig ornamental geteilt und mit floralem Federwerk gefüllt ist. Das weit ausgreifende Fleuronée umschließt 3 Seiten des Satzspiegels, die vierte Seite wird von einem breiten, floral gestalteten Randstab abgeschlossen. Die 8zeilige Initiale "S" (fol. 65). ähnlich gestaltet, jedoch ohne den Randstab. Alle übrigen kleineren Initialen mit Federwerk oder einer Blütendarstellung gefüllt und mit weit ausgreifendem, häufig 2 Seiten des Satzspiegels umfassenden und über diesen hinausreichenden Fleuronée.
Text: Beginnt mit dem Betrachtungsteil (fol. 1-64r; 64v leer), vorwiegend zu den Leiden Christi, die Betrachtungen auf 7 Tage der Woche verteilt und auf verschiedene Zeiten des Tages festgelegt. Meist geistliche Übungen aus der Tradition der im ausgehenden 14. Jh. in den Niederlanden entstandenen 'Devotio moderna', die sich im 15. Jh. vor allem in Nordwestdeutschland verbreitete. In den vom Schreiber rot eingefügten Randglossen werden als Quellen u.a. Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Bonaventura, Ludolf von Sachsen und auch die Revelationes Brigidae genannt. Beginnt: "Incipit deuotu(m) excercitiu(m) c(ir)ca vitam passione(m) (et) g(lori)ficat(i)o(n)e(m) Ih(es)u (Christ)i. Si desideras perfecte mu(n)dari a viciis si nobiliter ditari in v(ir)tutib(us) si altissime illu(mi)nare in scripturis." Es folgt der Gebetsteil (fol. 65r-112v). "De seq(ui)ti or(ati)o(n)e fertur (ad) b(ea)t(u)s b(er)n(ar)d(us) ..." mit einem Reimofficium: "Salve meu(m) salutare | salve salve Ih(es)u care ..." Es folgen Kommuniongebete (fol. 70r-78v), beginnend mit "Oratio beati Ambrosii ... ante communionem dicendam. O su(m)me sacerdos (et) vere po(n)tifex ...", ein "Rosariu(m) b(eatae) v(ir)g(in)is. Dignare me laudare te virgo ..." (fol. 78v-88r), ein Marienofficium "Incipit officiu(m) devotissi(mu)m (ad) b(ea)te Ma(r)ie V(ir)gi(ne) ..." (fol. 88r-93r) gefolgt von weiteren Gebeten an Jesus, Maria u. verschiedene Heilige (fol. 93r-105r). Schließt mit einer Auswahl von Gregorianischen Chorälen beginnend: "Ave dextra man(us) Christi perforata plaga tristi".
Zustand: Breitrandig, das schöne Fleuronée nicht beschnitten, vereinzelt jedoch innen etwas knapp eingebunden. Kaum gebräunt und ganz vereinzelt gering fleckig, lediglich die ersten beiden u. das letzte Bl. etwas stärker gebräunt und leicht fleckig und das Fleuronée der ersten großen Initiale auf fol. 1r stellenweise etwas abgegriffen. Der Zeilenabstand durchgängig im Außensteg mit Zirkelstichen markiert.
Provenienz: Tenner, Auktion 90 (1972), Nr. 7 - Europäischer Privatbesitz.
Fine manuscript of a prayer and contemplation book from the middle of the 15th century from the Lower Rhine, perhaps from Cologne. With 56 initials in different sizes, all with fine fleuronée in different colours. - Insignificant browning and staining in places, only the first two and the last leaf show slightly heavier browning and staining. The line spacing is marked throughout with small stitches in the outer margin. The fleuronée of the first initial little worn. Bound in recent vellum using a sheet from a 15th cent. manuscript; somewhat browned.
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Frühwerk der christlichen Dichtkunst
Juvencus, Evangeliorum libri. Köln 1500
Juvencus, G. V. A. Evangeliorum libri (Historia evangelica heroicis versibus conscripta. Mit Beig. des F. Petrarca und H. Buschius. Köln, Kornelius von Zierikzee, um 1500). (21:14,5 cm). Got. Typ. Titel mit 2 Holzschnittleisten. 64 (l.w.) nn. Bll. Hldr. um 1800 mit Rsch.; etwas berieben, Rücken mit 2 Papierschildchen.
Hain 9725; GW M15913; Goff J-675; Voulliéme, Köln 707. - Einzige in Deutschland gedruckte Ausgabe der Inkunabelzeit. Zuvor in Salamanca 1496 u. mehrfach in Deventer u. Paris gedruckt. Der hispanische Presbyter Juvencus (Iuvencus) ist neben Commodian (um 270) der erste namentlich bekannte christliche Dichter. Diese Evangelienharmonie in etwa 3200 Hexametern ist sein einziges erhaltenens Werk. Das leere Schlussblatt mit dem Abdruck eines Holzschnitts in blindem Druck, wie von Voulliéme beschrieben. - Gleichmäßig etwas gebräunt, stellenweise gering fleckig, im Rand teilw. mit kl. Wurmspur. Fünf der Initialspatien mit etwas später in Tinte eingemalten Initialen. Titel mit 2 hs. Besitzvermerken in Tinte u. altem Stempel "Bibliotheca Regia Acad. Georgiae Aug." der UB Göttingen verso.
Rare Cologne printing. - Some equal browning, light staining in places, occasional marginal worming, 5 initials in ink inserted somwhat later, owner's inscriptions to recto and stamp to verso of title. Half-calf around 1800, gilt label to spine, little traces of wear.
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Extremely Scarce First Complete Bible to Provide Verse Divisions - One of the Most Important Early French Bibles
Biblia gallica. Estienne. 1553.
Biblia gallica. - La Bible, qui est toute la Saincte Escripture contenant Viel & Nouveau Testament, ou Alliance. (Genf), R. Estienne, 1553. Fol. (38:26 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. 1 (statt 2) großen Druckermarke sowie 19 (5 ganzseitigen) Textholzschnitten u. einigen Metallschnitt-Initialen. 6 nn., 189, 120, 75, 99 (statt 100) num., 4 (statt 16) nn. Bll. Neuerer Ldr. unter Verwendung des alten beschädigten Materials.
Darlow-M. 3719; Van Eys I, 70; Chambers 172; Renouard, Estienne 83, 5; nicht bei Schreiber; ex. Cat. BnF: "1re Bible complète avec versets numérotés. Le N.T. a une p. de titre propre."; im Rare Book Hub nur 1 Ex. im Jahr 1924 ohne Preis. - Sehr seltene erste Ausgabe der ersten Vollbibel mit numerierten Versen und damit durch diese von Estienne erstmalig angewandte Systematik für die Zukunft bestimmende Bibel-Ausgabe des Protestantismus, zugleich auch für die Verbreitung des protestantischen Glaubens in Nord-Amerika von grundlegender Bedeutung. Diese bis heute gültige Einteilung der Bibel in numerierte Verse hatte Estienne für das griechisch-lateinische Neue Testament 1551 bereits erstmalig angewendet und hier auf das Alte Testament ausgeweitet. Für den Text legte Estienne die Bibelübersetzung d'Olivétans zugrunde, revidiert von Jean Calvin und mit seinem "au lecteur". Die erste französische Bibel, die Robert Estienne im Auftrag Calvins druckte (das französische Neue Testament war bereits im Vorjahr erschienen). Estienne "had replaced Jean Crespin as Calvin's favored printer soon after his arrival in Geneva in 1550" (Chambers). "La ancienne édition que j'en aye vue est de 1553, imprimée par Robert Estienne. Les noms propres hébreux y sont encore plus adoucis que dans l'édition d'Olivetan. On s'est conformé en cela à la Vulgate, de laquelle il (Calvin) s'éloigne beaucoup moins que ceux qui ont retouché après lui cette même traduction" (Renouard S. 83, nach Simon). - Etwas gebräunt u. stockfleckig, stellenweise stärker u. gelegentlich auch tintenfleckig, teilw. wasserrandig. Im Kopfsteg u. Bug vereinzelt geringe Wurmspuren. Titel etwas angeschmutzt, mit Randläsuren, außen u. unten im Rand verstärkt, kl. Loch in der weißen Fläche. Erste 5 Bll. mit ergänzten Eckabrissen. S. 24 u. 144 verso u. 25 u.145 recto des AT stärker tintenfleckig. S. 34 im AT mit Randabriss, dadurch Verlust einer gedruckten Marginalie, S. 41 mit Einriss im Bug u. S. 95 mit kl. Randausriss. Fehlen die weißen Bll. A8 u. Kk6, der Titel zum NT (mit weiterer Druckermarke) sowie 12 Bll. am Schluss (inklusive dem Druckvermerk).
Extremely scarce first edition of "The earliest complete Bible in any language to exhibit R. Stephanus' division of the text into numbered verses" (D.-M.). This division of the Bible into numbered verses, which is still used today, was first applied by Estienne to the New Testament in 1551 and extended here to the Old Testament. For the text Estienne used the text of the French Bible revised by Jean Calvin with his adress to the reader. Robert Estienne's (Stephanus) system of numbered verses was used also in the English Geneva Bible of 1560 and has since been used in nearly all English Bibles including the King James Bible of 1611 and became pioneering system applied for all bibles in North America. - With woodcut title-border, woodcut printer's device, 19 (5 full-page) in-text woodcuts and several initials as metalcuts. - Some browning and foxing, heavier in places and occasionally minor ink staining, partially waterstained. Occasional minor worming to top margin and gutter. Title somewhat soiled, with marginal tears, outer and lower margins reinforced, small hole in white area. First 5 leaves with repaired corner tears. Leaves 24 and 144 verso and 25 and 145 recto of the Old Testament with heavier ink-staining. Leaf 34 in the Old Testament with marginal tear, thus loss of an imprinted marginalia, leaf 41 with tear to centrefold and leaf 95 with small marginal tear. Lacking 2 blanks, the title of the New Testament and the last 12 leaves. More recent calf using the old worn material.
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Murmellius, Opusculum de discipulorum. 1505
Murmellius, J. Opusculu(m) de discip(u)lo(rum) officijs, q(uo)d enchiridion scholastico(rum) inscribit(ur). Ep(istol)a divi Hieronymi ad Nepotianum cu(m) Murmellij commentarijs. Hermanni Buschij carmen saphicu(m). Köln, M. von Werden, 1505. 4to (19:14 cm). Mit Titelholzschnitt u. großem Textholzschnitt am Schluss. 22 nn. Bll. Mod. Prgt.; Deckel leicht aufstehend.
VD 16, M 6930; Reichling, Murmellius IX, 1. - Erste Ausgabe des Enchiridium scholasticorum. "In der That nimmt das 'Enchiridium' in der pädagogischen Literatur eine bedeutende Stelle ein" (Reichling, S. 56ff; ausführlich). "Das 'Enchiridion' ist ohne Zweifel dasjenige unter den prosaischen Werken des Murmellius, welches heute noch am meisten Beachtung beanspruchen darf. (Enthält auch) ein Sendschreiben des hl. Hieronymus an Nepotianus über die Pflichten der Priester, eine sapphische Ode Hermanns von dem Busche auf seine Vaterstadt Roermund und ein gleichfalls in sapphischem Versmass geschriebenes Gedicht des Murmellius über das doppelte Vergnügen" (Bömer, Ausgew. Werke des J. Murmellins, S. 3ff). Zu den verwendeten Accipiesholzschnitten: der Titelholzschnitt (Schreiber-Heitz 18) ist eine der letzten Verwendungen des originalen Holzstocks der klassischen Accipies-Gruppe mit 2 Schülern und Schriftband. Der abschließende Holzschnitt mit 4 Schülern, "so fein geschnitten, daß er den Eindruck einer Federzeichnung macht" (Schreiber-Heitz 59), noch mit der doppelten Einfassungslinie, die später auf eine reduziert wurde. - Schwach gebräunt, stellenweise gering fleckig, im Kopfsteg mit schwachem Wasserrand. Ganz vereinzelte Randanmerkungen d. Zt. Blatt B4 mit restauriertem Durchriss.
First edition of the Enchiridium. With 2 large Accipies-woodcuts. - Minor browning and staining, light waterstaining to top margin. Very few contemp. marginalia, sheet B4 torn through in the centre and restored. Bound in modern full-vellum.
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(closed)
Freedom of the Trade
Grotius, Mare liberum. 1618
Grotius, H. Mare liberum sive De iure quod Batavis competit ad Indicana commercia Dissertatio. Ultima editio. Leiden, Elzevir, 1618. (14:9 cm). 7 Bll., 108 S., 2 Bll. Prgt. d. 19. Jh. mit goldgepr. Rückentitel, blindgepr. Deckelfileten, goldgepr. floralen Mittelstücken u. Goldschnitt; angestaubt u. etwas fleckig.
Ter Meulen-Diermanse 542; Willems 140; Berghman 308; vgl. Landwehr 25-26 u. NHSM 941; nicht bei Kress, Goldsmiths, Einaudi etc. - Zweite lateinische, vollständig neu und großzügiger gesetzte Ausgabe der bedeutenden Schrift über die Freiheit des Handels auf den Meeren, gleichzeitig die erste lateinische Ausgabe mit Angabe des Verfassers. War erstmals 1609 anonym mit einem Umfang von nur 70 S. erschienen. "Mare liberum has come to be regarded as something of a visionary treatise acknowledging the need for a global trading regime with the free exchange of goods and persons both in times of war and especially also in peace. It does so by upholding the right of free trade as something so basic, so fundamental, so humankind, that it cannot be rightfully denied, curtailed or impeded. Mare liberum treats the high seas as vast pelagic spaces that remain in their natural state and cannot be appropriated by a sovereign, let alone by an individual" (P. Borschberg. Hugo Grotius, the Portugese and Free Trade in the East Indies. Singapur 2022. S. 1). Ausgehend von der Kaperung des portugiesischen Schiffs 'Santa Caterina' im Februar 1603 durch 3 Schiffe der VOC vor Singapur wurde Grotius von der Gesellschaft beauftragt eine Verteidigung dieser Beschlagnahmung zu verfassen. Er griff dabei auf einen Abschnitt seiner unveröffentlichten Arbeit 'De jure Praedae' zurück, die er zu einer allgemeinen Verteidigung der Freiheit des Handels auf den Weltmeeren gegen die 'Mare clausum' Doktrien der englischen, portugiesischen und spanischen Kolonialmächte erweiterte. Ergänzt um die 1702 von Cornelis van Bynkershoek vorgeschlagene Drei-Meilen-Zone, stellt 'Mare liberum' die Grundlage für das internationale Seerecht dar. - Am Kopf und außen etwas knapp beschnitten, auf den beiden letzten Seiten die Oberlängen der ersten Zeile berührend, auf ca. 10 Seiten die gedruckten Marginalien gering angeschnitten. - Gest. Exlibis für Henry Paul mit dem Wahlspruch "Pro rege et republica", wohl aus der Familie Paul, baronets of Rodborough, Gloucestershire.
Rare second Latin edition. "Among the greatest works in the history of international legal and political thought... Grotius' work on the freedom of the sea was a cornerstone in his enduring reputation as one of the founders of modern international law" (P. Borschberg. Hugo Grotius, the Portugese and Free Trade in the East Indies. Singapore 2011. Rear cover). Supplemented by the three-mile zone proposed by Cornelis van Bynkershoek in 1702, ‘Mare Liberum’ represents not only the basis for international maritime law but also for the freedom of trade. "Mare Liberum makes a plea for the right of Duch traders to freely access marketplaces and emporia in Asia by unimpeded and undisturbed navigation on the high seas. The freedom of navigation forms a subset to the overarching arguments on the freedom of access and trade" (P. Borschberg. p. 102). - Trimmed close at top and outer margin, only touching the top line on the last 2 pages and the printed margins on ca. 10 pages. Engr. bookplate 'Henry Paul'. Bound in 19th cent. full vellum, gilt title to spine, blindtooled fillet borders, gilt floral centerpiece, edges gilt; little soiled, small ink stain to front cover.
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(sold)
Freyer, Neuere Beiträge zur Schmetterlingskunde. 7 Bde.
Freyer, C. F. Neuere Beiträge zur Schmetterlingskunde mit Abbildungen nach der Natur. 7 Bde. Augsburg 1833-1858. 4to (22:18,5 cm). Mit lith. Porträt u. 700 kol. Kupfertafeln. Grüne Hmaroquinbde. d. Zt. mit Rvg. u. goldgepr. Rückentitel; gering berieben.
Nissen ZBI, 1427; Horn-Sch. 7070; Junk, Rara 130. - Erste Ausgabe dieses seltenen Werks zur Schmetterlingskunde. "Der Autor hat nicht nur den Text geschrieben und die Tafeln gezeichnet, sondern letztere auch selbst gestochen. Das Werk ist wegen seiner Abbildungen, die nicht nur das Tier, sondern auch seine Entwicklung und seine Nahrungs-Pflanze in trefflicher Weise darstellen, geschätzt. Freyer ist einer der Epigonen der baierischen Schule, die so Grosses für die künstlerische Abbildung der Insekten, speciell der Schmetterlinge, leistete" (Junk). Das Porträt des Autors von Hanfstaengl lithographiert. - Stellenweise etwas gebräunt u. stockfleckig. Tafeln stellenweise stärker gebräunt u. mit etwas Textabklatsch.
First edition of this rare lepidopterological iconography. With lith. portrait and 700 hand-coloured engr. plates. - Some browning and foxing to places. Some plates more heavily browned and with occasional off-setting from text to plate. Contemporary green half-morocco, spine gilt; slightly rubbed.
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(sold)
One of the Finest 18th Century Pomological Works
Mayer, Pomona Franconica. 2 Bde.
Mayer, J. Pomona Franconica oder natürliche Abbildung und Beschreibung der besten und vorzüglichsten Europäischen Gattungen der Obstbäume und Früchte welche in dem Hochfürstlichen Hofgarten zu Würzburg gezogen werden. Nebst den hauptsächlichsten Anmerkungen über deren Erziehung, Pfropfung und Pflege. - Description des arbres fruitiers... Bd. 1 u. 2 (von 3) in 2 Bdn. Nürnberg, A. W. Winterschmidt, 1776-1779. 4to (26:21,5 cm). Mit gest. Front., gefalt. gest. Plan, 110 (99 altkol.) Kupfertafeln u. 10 gest. Vign. CIV, 152 S.; 2 Bll., 364 S. Hldr. d. Zt. mit 2 farb. Rückenschildern u. etwas Rückenvergoldung; teilw. berieben, etwas fleckig, Ecken teilw. restauriert. Bd. 1 Rücken am Kopf u. Bd. 2 Rücken am Fuß restauriert.
Nissen, BBI 1318; Stafleu-C. 5748; Dunthorne 202; de Belder 235. - Einzige Ausgabe, ohne den erst 1801 erschienenen Bd. 3. Eines der schönsten pomologischen Werke des 18. Jahrhunderts. Die beiden vorliegenden Bände enthalten Aprikosen (8), Mandeln (8), Pflaumen (17), Kirschen (31), Pfirsiche (26) und Mispeln/Azerolen (9). Gezeigt werden in naturgetreuem Kolorit jeweils mehrere Blüten- und Fruchtzweige sowie die Frucht selbst ganz und aufgeschnitten. Ferner mit Gesamtplan des Gartens, 10 Detailansichten auf den Vignetten u. 11 nicht kolorierte Tafeln zur Pfropf- und Spaliertechnik. - Vereinzelt gering gebräunt, breitrandig und kaum fleckig.
One of the most attractive 18th cent. works on fruit. "A delightful and charming work" (Dunthorne) with engr. front., folding plan, 10 large vignettes and 110 (99 with fine contemp. colouring by hand) engr. plates. As often without the 3rd vol. from 1801. - Wide margined, nearly stain-free, insignificant browning in places. Bound in contemp. half-calf, spine gilt and with 2 colour morocco labels; minor rubbing and staining, skilful restaurations to 2 ends of spines and 4 corners.
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Bateman, Odontoglossum
Orchideen. - Bateman, J. A monograph of Odontoglossum. London, Reeve & Co., (1864-)1874. Gr.-fol. (53:38 cm). Mit 30 kol. lith. Tafeln und einigen kleinen Holzschnitt-Illustrationen im Text. 7 Bll. und 31 Bll. Tafelerklärungen. Etwas späterer dunkelgrüner HMaroquin mit Rückenvergoldung u. Kopfgoldschnitt; Kanten etwas berieben.
Nissen, BBI 88; Stafleu-C. 343; Great Flower Books 49. - Seltenes, von 1864 bis 1874 in Lieferungen erschienenes Werk mit farbenprächtigen Orchideendarstellungen. Die fein ausgeführten und handkolorierten Lithographien stammen von W. H. Fitch. "(He) here shows incredible ability in dealing with complicates botanical specimens" (Blunt in Stafleu-C.). Bateman, ein großer Liebhaber von Orchideen sponsorte u.a. Expeditionen nach Mexiko und Südamerika, um weitere Arten für seine Sammlung zu erhalten. Insgesamt veröffentlichte er 3 Werke zu diesem Thema, wobei das vorliegende das seltenste und prächtigste ist. - Gering gebräunt, leicht stockfleckig, wenige Tafeln etwas stärker fleckig.
With 30 hand coloured lith. plates and some woodcut illustrations in the text. - Minor browning and slight foxing, few plates somewhat heavier affected. Bound in somwhat later dark green half-morocco, spine gilt, top edges gilt, minor rubbing to extremities.
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Schaeffer, Fungorum in Bavaria et Palatinatu. 4 in 2 Bdn.
Pilze. - Schäffer, J. C. Fungorum qui in Bavaria et Palatinatu circa Ratisbonam nascuntur icones nativis coloribus expressae. Ed. secunda. 4 in 2 Bdn. Regensburg, Selbstverlag, 1772-(1774). 4to (28,,5:24 cm). Mit 2 gest. Front. in Rotdruck, gest. Titelvign. zu Bd. 4 in Rotdruck u. 330 altkol. Kupfertafeln. Olivgrüne Maroquinbde. d. Zt. mit Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelfileten, Steh- u. Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt; gering berieben, Rücken u. Kanten etwas verblasst.
Stafleu-C. 10476; vgl. Nissen, BBI 1744 u. Volbracht 1878 (beide ohne diese Ausgabe). - Seltene Titelauflage der Bände 1-3, Bd. 4 in erster Ausgabe. "We have seen only a copy with this t.p. in the Stevenson Library" (Stafleu-C.). "Die erste große farbige Ikonographie der Pilze und das Hauptwerk der deutschen Mykologie des 18. Jahrhunderts" (Volbracht). "Mit der Beschreibung einheimischer Pilze wurde S. zum Begründer der dt. Mykologie" (NDB XXII, 519). Selten vollständig vorkommende Monographie über die Pilze Bayerns und der Oberpfalz. Die Tafeln nahezu durchgehend auf beidseitig bedruckten Blättern. "Die trefflichen Vorlagen stammten von sonst unbekannten Regensburger Malern vor allem Joh. Jos. Rotermundt daneben von Stefan Loibl u. Sophie Beez. Ihre Pilzbilder sind durchaus exakt und künstlerisch erfreulich." (Nissen S. 182). Lateinisch/deutscher Paralleltext, die Drucktitel zu dieser zweiten Ausgabe erschienen nur in lateinischer Sprache. - Sauberes Exemplar, nur ganz vereinzelt gering fleckig. Titel u. erster Zwischentitel der Bde. 1 u. 3 sowie 5 Textbll., 3 Tafeln u. 3 Vorsatzbll. im Rand mit alten Bibl.-Stempeln (Borough of Portsmouth Publ. Lib.), Innendeckel mit entsprechenden Exlibris. Vereinzelte Marginalien in Bleistift. Ca. 15 Kupf. in Bd. 4 mit etwas Textabklatsch.
Rare reissue of vols. 1-3, vol. 4 in first edition. The principal work of German mycology of the 18th century. Contains 330 engraved plates, mostly printed on the recto and verso of the sheets, all with fine contemporary colouring by hand. - Fine copy, only little foxing or thumbing in very few places. Library stamp to titles and first intertitles of vols. 1 and 3, and to margins of 5 pages, 3 plates and 3 endpapers, corresponding bookplates to front pastedowns. Few pencil-marginalia, slight offsetting of text to c.15 engravings of last vol. Bound in contemp. olive full-morocco, spine, fillet borders, inner dentelles and edges gilt; slight rubbing, spines somewhat faded.
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Dansk Mesterbind
Stieglitz, Zeichnungen aus der Baukunst
Stieglitz, C. L. Zeichnungen aus der schönen Baukunst oder Darstellung idealischer und ausgeführter Gebäude mit ihren Grund- und Aufrissen. Mit nöthigen Erklärungen und einer Abhandlung über das Schöne in der Baukunst. Leipzig, Voss, (1798-)1800. Gr.-fol. (46:30,5 cm). Mit gest. Frontispiz u. 114 auf 104 (9 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 5 Bll., 18 S., 50 Bll. Tafelerklärung. Prächtiger roter Maroquinband d. Zt. mit reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Innenkantenvergoldung u. Goldschnitt, Buntpapiervorsätze aus der Werkstatt des Kopenhagener Buchbinders Niels Anthon. Gering berieben, der Rücken an Kopf u. Schwanz etwas stärker, Rückdeckel mit mehreren kleinen Kratzern, Spiegel etwas leimschattig, auf dem vorderen Exlibris entfernt.
Vgl. Ornamentstichkat. Bln. 2051 (2. dt. Ausg.) u. Millard 125 (franz. Ausg.). - Erste deutsche Ausgabe, in neun Lieferungen erschienen, parallel, ebenfalls bei Voss, in französischer Sprache. Enthält Fassaden, Grund- und Aufrisse von idealen Stadtgebäuden, Landhäusern, Gartengebäuden und Kirchen. Vermittelt "die Ideale neopalladianischer Architektur in Deutschland" (HAB, Architekt u. Ingenieur S. 74). Vorstücke mit Titel, 1 Bl. "Den erhabenen Freunden der Musen", je 1 Bl. "Vorbericht" des Verlags, datiert Juni 1798 und 1. Juli 1800 sowie 1 Bl. "Vorerinnerung" von Stieglitz. Es gibt auch Exemplare mit 1798 datiertem (vorläufigem) Titel, auf dem "100 Kupfertafeln" angegeben werden (vorliegend 115); laut Vorbericht vom Juli 1800 war die Subskription so erfolgreich, dass nicht nur die angekündigten acht Lieferungen mit 100 Tafeln, sondern "zur grössern Vollständigkeit des Ganzen" auch eine neunte Lieferung erscheinen konnte. Auf Velinpapier gedruckt; der Gesamtpreis belief sich auf 50 Reichstaler. - Deckelprägung mit floralen und ornamentalen Motiven sowie Bandwerk aus Kreisen, Geraden und Halb- und Viertelkreisen, das Ganze eingefasst von einer Weinrankenbordüre; unter den Motiven Vasen mit hoch aufwachsenden Blumen, in den Ecken Blumenvasen mit zwei Blüten, außerdem u. a. ganze und halbe achteckige Sterne im Zackenkranz. Der Einband stammt aus der Werkstatt des Kopenhagener Buchbinders Niels Anthon (1761-1827). Dieser hatte bei seinem Vater gelernt und 1784 sein Meisterstück angefertigt (abgebildet in Nielsen/Berg, Danmarks Bogbindere gennem 400 Aar, 1926, Seite 81). Vgl. auch Sotheby's, Six centuries of bookbinding, Auktion 7. Nov. 2002, Lose 43 u. 181 sowie Abb. auf S. 117. - Text hier u. da leicht fleckig, auch Front., Tafeln kaum; Taf. 1 mit kleinem Randeinriss. Freies Vorsatz verso mit Vermerk in Tinte: "Det Classenske Provincialbibliothek Nykiöbing paa Falster", darunter in Bleistift Vermerk "Dansk mesterbind!".
First editon. With engraved frontispiece and 104 (9 double-page) engraved plates. - Slight staining to frontispiece and to text here and there; small marginal tear to plate 1. Very fine red morocco binding from the workshop of Niels Anthon (1761-1827) of Copenhagen, richly gilt; some rubbing, bookplate removed from pastedown.
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Psalterium u. Gebetbuch auf Pergament. Italien ca. 1450
Psalterium und Gebetbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament. (Incipit:) D(omi)nica prime de adventu d(omi)ni. Italien (Ferrara?), um 1450/1460. Blattgr. 12,5:9 cm. Schriftspiegel 7,5:5,5 cm. 17 Zeilen. Gotische Minuskel (Rotunda) in schwarzbrauner Tinte, Versalien gelb schattiert, Rubriken in Rot. Zu Beginn mit siebenzeiliger historisierter Initiale 'B' auf Goldgrund und vierseitiger Bordüre aus Tintenranken zu Medaillons gerollt, mit Goldpollen, mehrfarbigem Blattwerk und Blüten sowie zwei Vogeldarstellungen. Zahlreiche zweizeilige Fleuronée-Initialen in Blau und Rot mit violettem oder rotem Fleuronée, 1 dreizeilige zweifarbige Fleuronée-Initiale, zahlreiche rote und blaue Lombarden. 160 (statt ?) Bll. Blindgepr. Ldr. aus dem ersten Viertel des 16. Jh. auf Holzdeckeln mit goldgepr. Namen "Alesandra da Rimine" verteilt auf die Mittelfelder beider Deckel, gepunzter Goldschnitt; Leder an Gelenken, Kapitalen, einigen Kanten und 2 Ecken des Vorderdeckels mit hervorragend ausgeführten Ergänzungen, Vorderdeckel mit gefüllten Wurmspuren, Vorsätze teilw. mit altem Papier erneuert, Schließen entfernt.
Kleinformatiges italienisches Psalterium. Die mehrfarbige historisierte Initiale mit frontaler Halbfigur von König David, das Psalterium haltend, erinnert im Stil an den ca. 1441-1462 in Ferrara tätigen Giorgio d'Alemagna. Das Manuskript besteht aus 16 Quinternionen, auf dem jeweils letzten der 5 Doppelblätter verso mit Reklamante. Der Text endet mit einer Litanei auf fol. 159v ab: "Filii rede(m)ptor mu(n)di d(eu)s: mis(ere) nobis: Sp(iritu)s s(an)cte deus: misere nobis:" gefolgt von 2 S. mit einer Liste der in der Litanei anzurufenden Heiligen auf dem letzten Blatt. Die Reklamante "S(an)cte laure(n)ti" auf diesem letzten Blatt verso signalisiert das Fehlen einer unbekannten Anzahl weiterer Blätter. - Vereinzelt gering fingerfleckig. Breitrandig, das stellenweise weit über die Höhe des Schriftspiegels hinausreichende Fleuronée nur an wenigen Stellen gering beschnitten. Das Federwerk der Bordüre auf dem ersten Blatt nur am Kopf und im Bund etwas knapp. Farben und Gold dort mit Bereibungen und Abplatzungen. Die dunkle Tinte des Textes stellenweise etwas abgerieben. Letzte 3 Bll. mit kl. Wurmspur mit geringem Buchstabenverlust.
Small Latin psalter with prayers. The opening leaf with historiated initial 'B' showing King David holding the psalter and with a penwork border with colour foliage, flowers and 2 birds. The existing part of the manuscript is complete in itself; an unknown number of additional leaves are missing at the end. - Sporadically slightly fingerstained. Wide margins, the fleuronée extending in places far beyond the height of the writing area only slightly trimmed in a few places. The penwork of the border on the opening sheet only at the head and in the gutter somewhat narrow. Colours and gold there with some rubbing and chipping. The dark ink of the text somewhat rubbed in places. Little worming with insignificant loss of letters to last 3 leaves. Bound in early 16th cent. blindtooled full-calf on wooden boards, the center of each cover with gilt-tooled name "Alesandra da Rimine", edges gilt; restored, leather at joints, extremities and 2 corners of front cover with excellently executed additions, front cover with filled wormholes, endpapers partly renewed with matching old paper, clasps removed.
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