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Horae B. M. V. Stundenbuch, Nordfrankreich, um 1470
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich (Angers?) oder Paris, um 1470. Blattgr. 11,8:8,3 cm, Schriftspiegel 6:4,5 cm. 15 (Kalendar 17) Zeilen. Mit brauner und braunschwarzer Tinte in Bastarda (2 Schriftgrade) geschrieben, blassrot regliert. Zahlreiche Initialen und Lombarden in Blau u. Rot, wenige Hervorhebungen in Blau u. Rot. Mit 4 Miniaturen in Gold und Farben in breiten floralen Bordüren mit einigen Drolerien sowie 8 dreizeiligen Initialen in Blau und Mauve mit weißem Federwerk auf Goldgrund mit dreiseitigen Bordüren in Gold und Farben. 152 Bll. (die ersten u. letzten 3 leer und regliert). Goldbrauner Maroquinband um 1800 mit etwas Rückenvergoldung, Deckelfileten, Innenkantenvergoldung und altem Goldschnitt; Kanten berieben, Rücken gering bestoßen. In Lwd.-Schuber d. 20. Jh. mit goldgepr. Monogramm.
Stundenbuch in ungewöhnlicher Aufteilung. Mit 4 sehr qualitätvollen Miniaturen in prächtigen Bordüren mit phantasievollen Drolerien, die in der Vergangenheit der Schule des Jean Fouquet zugeschrieben wurden. Einzelne der im Kalender hervorgehobenen Einträge: Julianus von Le Mans "Juliani epi(scopus) cenom(anus)" (27. Jan.), Übertragung der Gebeine des hl. Nikolaus (9. Mai), Laurentius von Rom (1. Aug.), Marsilius von Angers (13. Sept.) könnten auf eine Verwendung im Nordwesten Frankreichs deuten. Das Stundenbuch ist nahezu durchgängig mit Bleistift neuzeitlich foliiert, dabei jedoch irrig ein zum Vorsatz gehörendes Pergamentblatt zu Beginn mitgezählt (in der Kollation oben nicht gezählt). In den nachfolgenden Benennungen folgen wir dieser vorhandenen Foliierung.
Buchschmuck: Die hervorragenden Miniaturen ca. 5,9:4,3 cm in schmalen, oben abgerundeten goldenen Einfassungen. Vorherrschende Gewandfarbe ist ein leuchtendes Blau, die Bordüren der Gewänder, die dargestellten Strahlen, die Akzentuierungen der Frisuren und Gewandfalten in feinsten Linien mit Goldfarbe aufgetragen. Neuere Zuweisungen deuten auf den Umkreis oder die Werkstatt des Maître François oder des Maître de Jouvenel des Ursins hin. Dargestellt sind: Verkündigung an Maria in einem Raum mit spitzbogiger Architektur (zum Beginn der Matutin, fol. 17r); König David betend (zum Beginn der Bußpsalmen, 61r); Totengeleit mit Mönchen in grauem Habit und Trauernden, darunter zentral in blauem Gewand vermutlich der Eigner des Stundenbuchs (zu Psalm 116 des Totenoffiziums, 78r); Pietà, im Hintergrund der Kalvarienberg, am Horizont eine Stadt (zum gereimten Mariengebet "Ave mundi spes Maria", 115r). Von den vielfarbigen Bordüren der Miniaturen mit Akanthusblättern, Blüten und goldenen Samenkapseln sind 3 mit phantasievollen Drolerien ausgestattet: Affen, einer ein Kamel reitend, Drache, verschiedene Fabelwesen, Igel, Narr, weiblicher und männlicher Kentaur. Diese Blätter, wie auch die zugehörigen gegenständigen Blätter, auf dünnerem Pergament, die Schrift und die eingemalten Lombarden und Hervorhebungen auf diesen Blättern in Farbe und Duktus geringfügig abweichend. Offenbar wurden die Blätter mit den Miniaturen in der Werkstatt separat illuminiert und dem Hauptteil der Handschrift beigefügt.
Text: Kalender (fol. 5r-16v); Stundenbuch: Matutin (beginnend mit "Domine, labia mea aperies..."; 17r), Laudes (26v), Prim (36r), Sext (40v), Non (46r), Vesper (49r), Komplet (51r), Auszug aus dem Johannesevangelium (55v), Obsecro te (57r), Bußpsalmen (61r), Litanei (71v), Totenoffizium (78r), Mariengebete (darin 2 in Versform; 115r-150r). Perikopen und Terz sind hier offenbar entfallen.
Zustand: Stellenweise schwach fingerfleckig, vereinzelte kleine Flecken, die leeren Bll. zu Beginn und am Schluss gebräunt u. fleckig, das erste Bl. recto u. das letzte verso angeschmutzt. Die Miniaturen mit wenigen unbedeutenden Bereibungen und vereinzelten minimalen Farbabplatzungen. Insgesamt wohlerhalten und breitrandig.
Provenienz: Die ersten beiden der leeren Blätter mit kalligraphischem Namenszug eines Jaques Bille, der auf dem 2. Blatt recto eine längere Anmerkung eintrug, wohl an einen Finder, falls das Stundenbuch verloren gehen sollte: "Ces p(rese)ntes heures sont a iaques bille qui les trouvera si les luy Rende et il paiera voluntriers le VIII le jour de la sainct martin. Tesmoion (?) son seign manuel cy mis le huytiesme jour de Avril L'an mil cinqcens et seze". Der angegebene Tag und das spezifische Jahr in diesem Eintrag in anderer Tinte von zeitnaher (derselben?) Hand eingetragen. Eine vormals dort befindliche Datierung durch Rasur gelöscht. Möglicherweise befand sich das Stundenbuch bereits deutlich vor 1516 im Besitz der Familie Bille. Auf der leeren Versoseite des abschließenden Textblatts und auf den 3 folgenden leeren Blättern am Schluss vermerkt J. Bille seine Hochzeit (8.4.1516) und die Geburten seiner Kinder in den Jahren 1520 bis 1549, darunter "Nycolas Bille" (1534), Pierre Bille (1537), Claude Bille (1538), Jaques Bille (1541). - Auf dem 3. freien Blatt zu Beginn ein weiterer Besitzvermerk: "Tussanus Philippus, Adeline Presbyter, anno 1763." - Sothebys, Auktion 25. Feb. 1946 (dat.: um 1450). - Maggs Bros., Kat. 768 (1947), Nr. 7. - Maggs Bros., Kat. 802 (1951), Nr. 14. - Europäischer Privatbesitz.
An attractive manuscript Book of Hours from Nothern France or Paris, with good decoration and 4 exceptionally fine miniatures. "There is a miniature at the beginning of the four chief divisions of the book and not one before each of the Hours as is more usual; none apparently are missing. The subjects are: The Annunciation, David in Prayer, a Burial Procession, the Virgin supporting the body of Christ on her knee. These little miniatures are the work of a very competent artist with an individual style. His figure drawing is excellent and there is evident appreciation of anatomical detail. The treatment of the folds and creases in the costumes and drapery is very studied, in the manner of Jean Fouquet and his school" (Maggs Bros., Cat. 802 (1951), no. 14). More recent attributions point to the circle or workshop of Maître François or Maître de Jouvenel des Ursins. Ownership inscription and extensive entries on the births of his children by a certain Jaques Bille, dated April 8, 1516 on the first and last 3 blank leaves. The date re-written on a cancelled entry. - Faint thumbing, little staining in places. First and last blank leaves somewhat browned, the first an the final soiled. The miniatures with a few insignificant rubbings and isolated minimal colour flaking. Honey-coloured morocco binding from around 1800, spine, fillets, inner dentelles and edges gilt; extremities rubbed, spine slightly bumped. In 20th century cloth slipcase with gilt-stamped monogram.
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Schedel, Liber chronicarum. Lat. 1493
Schedel, H. Liber chronicarum. Nürnberg, A. Koberger, 12. Juli 1493. Fol. (45:33 cm). Mit 2 doppelblattgroßen Holzschnittkarten u. über 1800 Holzschnitten (inkl. Wiederholungen) von Wohlgemuth u. Pleydenwurff. 322 (statt 328, ohne die 3 textfreien num. u. die 3 w.) Bll. (= 20 nn. Bll. Titel u. Register, 296 statt 299 num. [ohne die num. Bll. 259-261], 5 nn. Bll. nach num. Bl 266 u. 1 nn. Bl. am Schluss [o. d. 3. w. Bll.]). Hldr. d. 18. Jh. mit Rsch. u. Rückenvergoldung, beschabt u. bestoßen, Rücken mit wenigen kl. Wurmlöchern, Gelenke gebrochen u. Vorderdeckel lose.
Hain 14508; GW M40784; BMC II, 437; Goff S-307; Fairfax Murray 394. - Erste Ausgabe der berühmten Chronik, zugleich die am reichsten illustrierte Inkunabel überhaupt, die Holzschnitte von hohem künstlerischen Rang. Die lateinische Ausgabe erschien etwa ein halbes Jahr vor der deutschen. Hervorzuheben sind die doppelblattgroßen Karten der Alten Welt und von Mitteleuropa sowie die großen Ansichten u.a. von Augsburg, Bamberg, Basel, Breslau, Erfurt, Florenz, Jerusalem, Köln, Konstanz, Krakau, Lübeck, Magdeburg, München, Nürnberg, Passau, Prag, Regensburg, Rom, Salzburg, Ulm, Venedig, Wien und Würzburg; viele von ihnen die ersten topographisch getreuen Darstellungen dieser Städte. Zur angeblich vorkolumbianischen Entdeckung Amerikas durch Martin Behaim aus Nürnberg (nur in dieser latein. Ausgabe, auf num. Bl. 290) vgl. Sabin 77523 und Church 7. - Streckenweise leicht gebräunt und teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig; vor allem zu Beginn u. gegen Ende w. Ränder etwas wasserfl.; ganz vereinzelt alte hs. Anmerkungen. Die erste, nur locker eingehängte Lage gereinigt, Titel noch etwas angeschmutzt u. mit 3 ergänzten Randausrissen, die Folgebll. mit rest. Ein- u. Ausrissen vor allem im Bund u. 1 Bl. mit längerem geschlossenen Randeinriss bis in den Text. Die sich fortsetztenden Flecken bzw. Beeinträchtigungen weisen darauf hin, dass die Lage trotz der geringfügig abweichenden Größe (wohl aufgrund der Reinigung u. Restaurierung) zum ursprünglichen Bestand des Bandes gehört, denn auch das 1. Bl. der 2. Lage weist im Bund an derselben Stelle wie das letzte Bl. der 1. Lage einen Ausriss auf, der hier jedoch alt mit kl. Textverlust recto u. verso repariert wurde. Bl. CXII mit kl. Randeinriss, Bll. CCXCVII-CCXCVIII im Bund u. das 2. auch am Unter- u. Außenrand mit Papierstreifen verstärkt. Die Europakarte am Schluss ebenfalls gereinigt u. mit rest. Rand- u. Bugläsuren (teils bis in das bzw. im Bild; am Bug mit kl. Bildfehlstellen) sowie hinterlegten kl. Wurmgängen oben. Die Karte ist vermutlich aus einem anderen Exemplar ergänzt, fügt sich aber stimmig ein. Insgesamt gutes Exemplar, bei dem - wie meist - lediglich die zwar num., aber textfreien Bll. CCLIX-CCLXI u. 3 w. Bll. fehlen.
First edition, complete but for 3 numbered leaves without text and 3 blanks. With 2 double-page woodcut maps and more than 1800 woodcuts. - Slight browning in places, some staining or thumbing here and there; especially to beginning and towards the end some marginal dampstaining. Very occasional old ms. notes. The first gathering, loosely bound in and cleaned, title still somewhat soiled and with 3 rep. marginal tears; the following leaves with some tears and tear-offs esp. at fold, and 1 leaf with longer closed marginal tear into the text. The continuing stains and tears indicate that this gathering belongs to the original inventory of the volume despite the slight difference in size (probably due to cleaning and restoration). The first leaf of the 2nd gathering also with rep. tear-off at fold (with small losses of text). Leaf CXII with short marginal tear, ll. CCXCVII-CCXCVIII reinforced with paper strips at fold and the second also at the lower and the outer margin. The map of Europe has also been cleaned and marginal and centerfold tears restored (partly affecting image, and with small losses of image at centerfold), at top small wormholes rep. This final map has probably been supplemented from another copy, but fits in harmoniously. Bound in 18th century half-calf spine gilt, somewhat rubbed and worn, a few small wormholes to spine, joints cracked and front cover detached. Overall a fine copy, lacking - as often - only the numbered but text-free leaves CCLIX-CCLXI and 3 blanks.
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Fuchs, De historia stirpium
Fuchs, L. De historia stirpium commentarii insignes, maximis impensis et vigilis elaborati, adiectis earundem vivis plusquam quingentis imaginibus. Basel, M. Isengrin, 1542. Fol. (37:24,5 cm). Mit blattgroßem Holzschnittporträt des Verfassers, 3 Porträtholzschnitten der Künstler (auf 1 Bl.) und 511 (davon 509 ganzseitig) Pflanzenholzschnitten sowie Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel (am Schluss wiederholt), alles in zeitgenössischem Kolorit. 14 Bll., 896 S., 2 Bll. Prgt. d. 18.Jh. über dünnen Holzdeckeln (Remboîtage), hs. Rtitel abweichend, angestaubt u. etwas fleckig, berieben, Ecken bestoßen, Rücken eingekürzt, Vorderdeckel mit kl. Fehlstellen im Bezug.
VD 16, F 3242; Adams F 1099; Fairfax Murray I, 175; Nissen, BBI 658; Stafleu-C. 1909; Hunt 48; Horblit 33b; PMM 69; Sparrow 72; Dibner 19; Garrison-M. 1808. - Editio princeps des berühmtesten und schönsten Kräuterbuchs der Renaissance. Die Holzschnitte schuf Veit Rudolph Speckle nach Entwürfen der Maler Heinrich Füllmaurer und Albrecht Meyer, alle drei - ungewöhnlich für diese Zeit - auf dem vorletzten Blatt abgebildet. "Von den Hauptwerken der drei Väter der Botanik ist das Fuchs'sche Kräuterbuch im ganzen genommen, das schönste, sowohl in seiner typographischen Ausgestaltung, als auch in seinen Abbildungen. Die Holzschnitte sind von drei... Künstlern, die sich hier mit vollem Recht verewigen durften meisterhaft gezeichnet und geschnitten... Von kunsthistorischer Seite wurde sogar betont, dass diese Holzschnitte den Arbeiten von Künstlern allerersten Ranges, wie z. B. Holbein's nicht nachstünden... Auch der Text ist vortrefflich und reich an eigenen Beobachtungen... die sehr oft eingehende Beschreibung der Pflanze durch den Autor selbst nimmt meistens grösseren Raum ein, wie bei den bisherigen Schriftstellern; Abbildung und Beschreibung stehen in deutlicher Beziehung zueinander" (Schmid, Kräuterbücher S. 28 f.). Nach dem nn. Bl. 10 ein hs. latein. Index eingebunden. - Titel angeschmutzt u. mit großflächig ergänzten Ausrissen ohne Textverlust u. mit minimaler Berührung des Holzschnitts verso; tls. wasserfleckig in den Rändern, stellenw. finger- oder braunfleckig, vereinzelt mit kl. meist reparierten Randeinrissen, nur bei S. 183 Einriss bis ins Bild, stellenw. mit Farbabklatsch, S. 327, 444 u. 815 etwas angeschmutzt, S. 466-68 rot verfärbt, S. 634f. mit winzigen Tintenspritzern,1 Bl. mit kl. Eckabschnitt.
First edition of the most important Renaissance herbal. Illustrated with woodcuts of extraordinary beauty and in fine contemporary colouring: Full-length portrait of the author, portraits of the three artists, and more than 500 full-page illustrations of plants. "Fuchs, following Brunfels, was the third of the German Fathers of Botany. He gave us forty plants never before figured... He was also the first of the modern era to attempt to give a botanical glossary of terms, presenting it in alphabetical order" (Hunt). "This herbal has the first European figures of certain American plants, including Indian corn and the great pumpkin" (Sparrow). - Title soiled and with large replaced marginal losses without loss of text and with minimal touching of the woodcut verso; marginal waterstaining in places, some finger- or brownstaining in places, scattered with mostly repaired small marginal tears (touching image only at p. 183); some soiling to p. 444 and 815; p. 466-68 discoloured red; small ink spots to p. 634f.; off-setting in places; corner cut off to 1 page. Bound in recased 18th century vellum over thin wooden boards (Remboîtage) with different spine title, duststaining and some brownstaining, rubbed, corners bumped, spine shortened, small flaws in the cover.
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Horae B.M.V. Flandern, um 1450
Horae B. M. V. Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Paris. Handschrift auf Pergament. Flandern, um 1450. Blattgr. 10,2:7,7 cm, Schriftspiegel 5,8:4,4 cm. 14 (Kalendar bis zu 17) Zeilen. Gotische Textura in braunschwarzer Tinte, braungrau (Kalender blassrot) regliert, Hervorhebungen in Rot. Zahlreiche ein- bis zweizeilige Initialen in Gold auf blau- und mauvefarbenem Grund mit weißem Federwerk bzw. in Gold, Blau oder Rot mit rotem oder schwarzem Fleuronnée. Mit 8 großen Miniaturen in Gold und Farben in goldenen Rahmen, umgeben von dreiseitigen floralen Bordüren in Gold und Farben sowie ähnlichen Bordüren auf den gegenüberliegenden Seiten, zwölf 6-7zeiligen Initialen mit goldenem Stamm auf farbigem Grund und weißem Federwerk bzw. mit farbigem Stamm auf Goldgrund, teilw. mit Dornblattranken, drei 9-11zeiligen Initialen "I" mit goldenem Stamm sowie sechs ebensolchen 5-6zeiligen Initialen. 161 (inkl. 1 w.) Bll. Wohl gering späterer blindgepr. Kalblederband auf 3 Bünden mit Prgt.-Vorsätzen; etwas berieben, Rücken an Kapitalen u. Gelenken restauriert, Bindebänder entfernt; in mod. Ldr.-Kassette mit blindgepr. Rücken (sign.: Renaud Vernier) und passendem Pp.-Schuber mit Ldr.-Kanten.
Kleinformatiges vollständiges Stundenbuch aus dem Raum Flandern im Stil des "Meisters von Otto van Moerdrecht", der in der ersten Hälfte des 15. Jh. in den Niederlanden von verschiedenen Meistern gepflegt wurde (vgl. Goldene Zeit der holländ. Buchmalerei, S. 75ff). Die hervorgehobenen Eintragungen im Kalendar für Remigius von Reims (1. Okt.; Übertragung der Gebeine nach Reims) und Callistus (13. Okt.) lassen eine Verwendung in der Region von Reims vermuten.
Buchschmuck: Die 8 Miniaturen auf Versoseiten von, wie in der Region häufig, eingeschalteten Blättern (recto leer) mit gleich gestalteten Bordüren. Die Darstellungen in rechteckigen goldenen Rahmen die, eingefasst von schwarzen Linien innen und außen, auf der inneren schwarzen Linie mit einem weißen Strich akzentuiert werden. Die ersten 3 Rahmen mit ausgestelltem Bogen an der oberen Kante, die übrigen ohne diesen Bogen und im Aufbau geringfüging abweichend. Die Bordüren der jeweils gegenüberligenden Versoseite ähnlich, aber sicher von anderer Hand. Dargestellt sind: Aussendung des hl. Geistes (fol. 13v, zur Heilig-Geist-Messe); Heilige Helena (22v, zur Heilig-Kreuz-Messe); Auferweckung des Lazarus (29v, zur Totenmesse); Kreuzigung (54v, zum Heilig-Kreuz-Offizium); Thronende Maria mit Kind (59v, zur Messe zur hl. Jungfrau); Verkündigung an Maria (72v, zum Marienoffizium); Jüngstes Gericht (125v, zu den Bußpsalmen); Aufbahrung mit singenden und trauernden Personen (143v, zur Totenvigil). Die Bordüre der Miniaturen mit länglichen Goldpollen und alternierenden roten und blauen Punkten, an den 3 Außenseiten dicht, am Bundsteg jedoch sparsam, insgesamt etwas flüchtig ausgeführt. Kennzeichnend sind hier die in den Außenecken dargestellten Blumensträuße mit je 3 Blüten. Die Bordüren der gegenüberstehenden Textanfänge filigraner in der Zeichnung, mit Dornblättern, zapfenförmigen Goldpollen und Blüten.
Text: Kalender (fol. 1-12), Heilig-Geist-Messe (14r-21v), Heilig-Kreuz-Messe (23r-28v), Totenmesse (30r-36r), Oratio de septem verbis Christi in cruce des Beda Venerabilis (36v-40r), Passion nach Johannes (40v-52v; Bl. 53 leer), Heilig-Kreuz-Offizium (55r-58r), Messe zur hl. Jungfrau (60r-66v), Auszüge der Evangelien (66v-71v), Stundengebete (Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Complet; 73r-124r), Bußpsalmen (126r-142r), Totenvigil (144r-161r), schließt mit den Bibelversen Johannes 11, 25-26 (161v).
Einband: Schöner, wohl in der 2. Hälfte des 15. Jh. gefertigter Einband. Beide Deckel mit Streicheisenlinien, umlaufendem Rollenstempel Ranke mit Blüten 51:9mm und im Mittelfeld dreifach verwendetem Rollenstempel mit Schrift "AVE MARIA ORACIA PLENA GRACIA PLENA" bei dem die einzelnen Worte durch kleine Darstellungen: Kopf n.l., Blüte, Lamm Gottes, Pferd liegend (?) getrennt werden. Rückenfelder mit Teilen desselben Schriftstempels. Beide Rollenstempel im Negativschnitt, weder bei Haebler noch in der Einbanddatenbank nachzuweisen.
Zustand: Insgesamt breitrandig und wohlerhalten, bei zahlreichen Blättern die Zirkelstiche zur Markierung des Zeilenabstands erhalten. Recto durchgängig mit Bleistift foliiert. Teilweise in der unteren Ecke etwas fingerfleckig, dabei die Blätter der Stundengebete etwas stärker betroffen, vereinzelt gering fleckig. Die Bordüren der ersten 3 Miniaturen am Kopfsteg etwas knapp, eine dort auch leicht angeschnitten. Bl. 60v u. 61r mit kl. Braunfleck, Bl. 65 mit kl. Loch durch Pergamentfehler im Bundsteg, die Miniatur der Verkündigung (72v) und die Bordüre Bl. 73r gering abgegriffen u. mit kl. Farbabplatzungen, Bl. 74 mit Einriss im Fußsteg durch Pergamentfehler, Initialen auf Bl. 85 u. 103 mit kl. Abplatzung am Gold. Prgt.-Vorsätze mit geringen Wurmspuren u. Eckabrissen an den festen Vorsatzblättern.
Small-format complete book of hours for the use of Paris, executed around 1450 in the Flanders region in the style of the ‘Master of Otto van Moerdrecht’. With 8 large miniatures in gold and colours with floral borders, similar borders on the 8 opposing pages, 21 initials of 5-11 lines height and numerous smaller initials, all in gold and colours. - Wide margined and overall well preserved, the stitches for marking the line spacing retaining on numerous sheets. Recto foliated throughout in pencil. Some thumbing in places, heavier to the part with the Liturgy of the Hours, little occasional staining. Borders of 3 miniatures cut to the edge (one slightly cropped) at top. Two sheets with small hole resp. tear due to parchment flaw. Miniature of the announciation and the opposing border little worn and with some colour flaking. Bound in slightly later (still 15th cent.) blindtooled full calf; little rubbing to extremities, ends of spine and joints carefully restored, housed in modern full calf clamshell box with matching slipcase.
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Bound by Zaehnsdorf
Gould, Birds from the Himalaya
Gould, J. A century of birds from the Himalaya Mountains. London, (für den Autor), (1831-)1832. Gr.-fol. (56,5:39 cm). Mit 80 kolorierten lithographierten Tafeln von und nach Elizabeth Gould (nach Vorlagen von J. Gould). 6 Bll. u. 72 Bll. Tafelerklärung (von N. A. Vigors). Brauner Maroquinband (1895) von Zaehnsdorf (signiert) mit reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Steh- u. Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt; wenige schwache Kratzspuren, Vorderdeckel mit kleiner Schabstelle.
Nissen, IVB 374; Fine Bird Books 101; Anker 168; Zimmer 251. - Erste Ausgabe, eines der zuerst ausgegebenen Exemplare, in denen die Hintergründe nicht koloriert wurden. Das erste in der Reihe von Goulds berühmten Vogelbüchern. Die prachtvollen Tafeln wurden von Mrs. Elizabeth Gould nach Vorlagen und Skizzen von John Gould gezeichnet und lithographiert und von C. Hullmandel gedruckt. Mit dem Text, der erst 1 1/2 Jahre nach Fertigstellung der letzten Lieferung separat publiziert wurde. - Bei den Tafeln 14 u. 35 der Hintergrund tlw. koloriert. Text hier u. da stockfleckig, besonders die Vorstücke; nur wenige Tafeln leicht stockfleckig. Aus der Bibliothek von Henry Martin Gibbs (1850-1928), mit seinem goldgepr. Wappen auf dem Vorderdeckel, seinem 1891 datierten Wappenexlibris sowie seinem Juni 1895 datierten Vermerk, laut dem er für das Buch dem Antiquariat William George in Bristol £ 18 sowie £ 9-5s. für den Einband bezahlt hatte.
First edition, first issue, with the backgrounds uncoloured. With 80 hand-coloured lithographed plates by and after Elizabeth Gould (from sketches and designs by John Gould). - Backgrounds partly coloured at plates 14 and 35. Foxing to text leaves here and there, minor foxing to few plates. Brown morocco by Zaehnsdorf (1895), richly gilt, slight scratching, small lesion to front cover. Bookplate of Henry Martin Gibbs (1850-1928), his arms on front cover.
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Trew, Plantae selectae
Trew, C. J. Plantae selectae quarum imagines ad exemplaria naturalia Londini in hortis curiosorum nutrita manu artificiosa doctaque pinxit G. D. Ehret. 10 Tle. in 1 Bd. (Augsburg) 1750-1773. Gr.-fol. (52:37,5 cm). Mit 10 gest. Titeln (tlw. rot kol. u. vergoldet), 3 Schabkunst-Porträts u. 100 altkol. Kupfertafeln von J. J. Haid nach Georg D. Ehret. 2 Bll., 56 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt., etwas berieben oder mit Kratzspuren, Ecken tlw. u. Rücken erneuert, obere Ecke des Rückdeckels mit Bezugsfehlstelle.
Nissen, BBI 1997; Stafleu-C. 15.131; Great Flower Books 78; Hunt 539; de Belder 363. - Erste Ausgabe. Eines der schönsten Pflanzenbücher des 18. Jahrhunderts. "Ehret achieves realism, majesty, ineffable color, all in one breathtaking look" (Hunt). Die Kupfertafeln in prachtvollem Altkolorit mit Darstellungen von Ananas, Annona, Bananen, Feigen, Granatapfel, Magnolien, Lilien, Papaya, Plumeria, Rhododendron, Zedern u.v.m., die Pflanzennamen in den Bildunterschriften jeweils goldgehöht. "So sind denn diese 'Plantae selectae' zum schönsten deutschen Pflanzenwerk geworden; ja auch unter den Werken des Auslandes gibt es wohl nur wenige, die mit ihm überhaupt in Wettbewerb treten konnen. Es erschien von 1750 an in langsamem Fortschreiten Blatt für Blatt ... Trew erlebte jedoch die Vollendung nicht ... von der 73. Tafel an gab dann bis 1773 der Altdorfer Professor B. Chr. Vogel das Werk heraus" (Nissen S. 176f.). 1790-1792 erschienen noch zwei ebenfalls von Vogel herausgegebene Supplemente mit weiteren 20 Tafeln. - Text stellenw. etwas stockfleckig, vereinzelt etwas stärker; die Goldhöhung auf den Titeln stellenw. oxydiert. Gest. Wappenexlibris John Peachey (dat. 1788) und Label "Westdean Library" (West Dean war der Besitz der Peacheys); 1 weiteres gest. Wappenexlibris (mit Devise "Deo et regi").
First edition of one of the greatest 18th century botanical colour-plate books. With 100 engraved plates after Ehret in contemporary colouring, 3 mezzotint portraits and 10 engr. titles in red, black and gold. - Some foxing to text leaves; gold heightening of engraved titles oxydised here and there. Contemporary calf, somewhat rubbed, 3 corners and spine renewed, 1 corner with lesion.
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Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung
Schopenhauer, A. Die Welt als Wille und Vorstellung: vier Bücher nebst einem Anhange, der die Kritik der Kantischen Philosophie enthält. Leipzig, Brockhaus, 1819. (23:14,5 cm). Mit 1 gefalt. Tafel u. einigen schematischen Abbildungen im Text. XVI, 725 S., 1 w. Bl. Neuerer marmorierter Hldr. im Stil der Zt. mit Rschild u. etwas Rvg. in Lwd.-Kassette mit Rschild; Deckel etwas berieben, Spiegel in den Ecken etwas leimschattig.
PMM 279; Borst 1324; Grisebach 12; Hübscher 10. - Erste Ausgabe von Schopenhauers Hauptwerk. Obwohl von seinen Zeitgenossen zunächst verschmäht, ist es bis heute Teil des Kanons philosophischer Texte und prägte das Denken Nietzsches, Spenglers, Tolstois, Wagners, Wittgensteins und etlicher mehr. Vorliegender Erstdruck ist in nur 750 Exemplaren erschienen und zusätzlich selten, da der größte Teil der Auflage wegen des schlechten Verkaufs makuliert wurde. "Schopenhauer moved to Dresden and it was there that he wrote his most famous book 'The World as Will and Idea.' The notions which had been forming in his mind about man's nature and destiny now found expression ... that it is the will and the passions which are the real determinants of all intellectual life ... Schopenhauer's book made little initial impact; so little in fact that he quarreled with his publisher, suspecting him of deliberate treachery. But by slow degrees his reputation grew ... his pessimistic denial of the identity of change and progress has proved more acceptable to the modern mind than to the obstinate optimism of the Victorians" (PMM 279). - Leicht gebräunt u. vereinzelt gering stockfleckig, Titel, Vortitel u. Errata etwas stärker betroffen u. zusätzlich in den Ecken leicht leimschattig, die ersten Seiten mit einigen Marginalien u. Unterstreichungen von alter Hand, danach selten, die Tafel mit Feuchtigkeitsrand entlang der Faltung, Titel mit kl. Quetschfalte ohne Textberührung. Schönes Exemplar.
First edition of Schopenhauer's main work. Only 750 copies printed and especially rare, as most of the edition was destroyed due to poor sales. - Slight browning and minor foxing throughout, half-title, title and errata leaf somewhat heavier spotted and with some discoloration to corners from glue, some extensive marginalia and underlinings mostly to first few pages, dampstaining to plate along folding, small vertical crush fold to title, not touching any letters. Recent marbled half-leather with gilt and labeled spine, covers a little rubbed, in cloth-case with label. Overall good copy.
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From the Luxembourg and Savoy Families
Horae B.M.V. Handschrift, Nordfrankreich, um 1530
Horae B. M. V. "Initium sa(n)cti evangelii secundu(m) Ioannem gloris tibi domine". Lateinisches Stundenbuch für den Gebrauch von Rom. Handschrift auf Pergament. Nordfrankreich, um 1530. Blattgr. 16,7:11 cm, Schriftspiegel 10,7:7,2 cm. 18-20 Zeilen. Rot regliert u. liniert. Textualis in 2 Schriftgrößen in schwarzbrauner Tinte, Versalien gelb schattiert, Rubriken in Rot. Mit 20 ganzseitigen Miniaturen in Gold und Farben, 17 kleinen Miniaturen mit zweiseitigen in Farben gemalten Bordüren auf Goldgrund und zahllosen 1-3zeiligen goldenen Initialen auf farbigem Grund. 4, 106 (statt 108?), 8 (statt 10?) Bll. Französischer goldgepr. Lederband d. Zeit mit reichem Bandwerk auf punziertem Grund; restauriert; Gelenke und Kapitale geschickt ergänzt, Kanten teilweise restauriert, Vergoldung teilw. ergänzt, die ursprünglichen Schließen entfernt und durch etwas spätere Metallschließen ersetzt, diese teilweise lose, feste Vorsätze mit altem Prgt. erneuert.
Reich ausgestattetes Stundenbuch aus der Zeit von Franz I. von Frankreich, in leuchtenden Farben illuminiert und zart mit Pinselgold gehöht. Das wiederholt in Bordüren erscheinende Allianzwappen zeigt auf einem gekrönten Schild das Wappen der Familie Luxembourg (aufsteigender Löwe in Rot, zweimal auch in Schwarz, auf Silber), sowie das Wappen von Savoyen (silbernes Kreuz auf Rot). Der Hauptteil mit wohl von der Hand des Schreibers eingetragenen Lagensignaturen a-b6, c-k8, l7 (statt 8), m-(o)8, durchgängig neuzeitlich mit Bleistift foliiert A-D, 1-106, E-L.
Inhalt: Evangelium des Johannes (fol. 1r-9v), Marienoffizium (10r-94v), Suffragien (95r-106r). Die Totenvigilien in einer Bastarda Gallica von etwas späterer Hand auf den vier zu Beginn eingehefteten leeren Blättern (A recto-D verso) niedergeschrieben. Weiterhin als Nachträge: auf Bl. 106r beginnend ein Gebet an den Hl. Bonaventura, dazu eine Miniatur von anderer Hand auf dem ersten der 8 nachgebundenen Bll. (E-L). Auf Bl. F verso eine weitere Miniatur dieser zweiten Hand zu einem hs. Gebet an Pierre de Luxembourg (G recto). Dazwischen (E verso) die abschließende Miniatur der ersten Hand. Die vorgebundenen Blätter A-D und die nachgebundenen E-G und J-K sind regliert und gehören zum originalen Blattbestand. Die Blätter H-I und L, aus anderem Pergament und nicht regliert, wurden dem ursprünglichen Blattbestand wohl im 17./18. Jh. hinzugefügt.
Illumination: Die 20 ganzseitigen Miniaturen zeigen den Evangelisten Johannes umgeben von vierseitiger Bordüre mit Wappen (Bl. 1v) - Christus im Garten Gethsemane (3r) - Kreuzigung (8v) - Virgo Jesse (10v) - Verkündigung an Maria (11r) - Heimsuchung Mariens (27r) - Christi Geburt mit Anbetung der Hirten (37v) - Botschaft an die Hirten (42r) - Christi Geburt mit Anbetung der Drei Könige (46r) - Darbringung im Tempel (50r) - Flucht nach Ägypten (54r) - Marientod (60v) - Kreuzigung mit Maria u. Johannes (67v) - Pfingstwunder (72v) - Maria Assunta (76v) - Michal, die Tochter Sauls, verhilft David zur Flucht (77r) - Trinität (95r) - Hl. Bonaventura (E re.) - Mariä Geburt (E ver.) - Peter von Luxemburg betend (F ver.).
Die Suffragien mit 17 kleinen Miniaturen (ca. 3,7:3,5 cm) auf Seiten mit prachtvollen zweiseitigen Bordüren mit Blumen und Insekten, meist auf Goldgrund. Dargestellt sind Erzengel Michael - Johannes der Täufer - Petrus - Paulus - Johannes der Evangelist - Laurentius - Claudius - Nikolaus - Antonius - Rochus - Franziskus - Anna - Maria Magdalena - Katharina - Margerita - Barbara - Apollonia. Zum Stil der Miniaturen vgl. Ulrike Bauer-Eberhardt, Die illuminierten Handschriften französischer Herkunft in der Bayerischen Staatsbibliothek, VII/2, Nr. 60, 61 u. 71.
Zustand: Stellenweise schwach gebräunt. In den Rändern etwas fingerfleckig sowie mit einigen Klebstoffspuren, Nadellöchern und Spuren vormals eingeklebter oder eingenähter Wallfahrtsandenken, Medaillen oder Gnadenbilder. Wenige kleine Bereibungen und Farbabplatzungen an Miniaturen und Schrift. Bl. 40r mit 2 kl. Wachsflecken im Schriftspiegel. Vier Seiten des Hauptteils im Rand mit spätereren Hinzufügungen von Gebeten (3) und einem Geburtsvermerk in Tinte. Die vor- und nachgebundenen Blätter mit weiteren Gebeten und zahlreichen späteren Besitz- und Geburtsvermerken verschiedener Familien des 17.-19. Jh. Fehlt das Blatt l2 (zwischen Nr. 76 u. 77, hier ist auch noch ein Rest eines weiteren Blattes erkennbar) und mindestens 1 Blatt zwischen E und F, vermutlich mit einer Miniatur der zweiten Hand zu einem der später eingetragenen Gebete an den Hl. Hieronymus. Vor Blatt Nr. 1 wurden 2 weitere Bll. entfernt.
Provenienz: Ursprünglich aus dem Besitz einer Person aus einer Verbindung der Häuser Luxemburg und Savoyen. Unter den zahlreichen späteren Besitzvermerken und Familieneinträgen: Sonnete Cauche (?) de Lagnette (um 1590), de Chartongne (1609-1640), de Saint-Quentin (1645-1739), Larcher de Chamont (1799), de Bruce (1821-1844) - Europäischer Privatbesitz.
Richly decorated book of hours from the time of Francis I of France, illuminated in bright colours and delicately heightened with brush gold. Latin mansucript on vellum. Contains 20 full-page miniatures (2 by a somewhat later hand), as well as 17 small miniatures on leaves with splendid borders on two sides. The first owner must have belonged to the Luxembourg and Savoy families. The alliance coat of arms, which appears repeatedly in borders, shows the coat of arms of the Luxembourg family and the coat of arms of Savoy. - Margins with some fingerstaining and with a occasional traces of glue, pinholes and contours of previously glued or sewn-in pilgrimage souvenirs, medals or images of grace. Few small abrasions and colour flaking to miniatures and lettering. Later additions of prayers and a family note to margins of 4 pages. Extensive ms additions of prayers and family notes to 4 blank leaves at front and 8 (6 blanks) at end. Two small wax stains to 1 leaf of text. Lacking at least 1 leaf between the recently numbered leaves 76 and 77, one of the additional bound sheets at the end and presumably 2 sheets at front. French leather binding of the period with rich strapwork on embossed ground; restored; joints and capitals skilfully replaced, edges of covers partially restored, gilding renewed, the original clasps removed and replaced by somewhat later metal clasps, these partially loose, pastedowns renewed using old vellum sheets.
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(sold)
Alphabetum divini amoris. Köln 1466/67
Alphabetum divini amoris. (Köln, Ulrich Zell, um 1466/67). 4to (19,5:14,5 cm). Got. Typ. 31 Zeilen. Rubriziert, eingemalte Initialen in Rot, die erste mit etwas Federwerk. 28 nn. Bll. Ldr. d. 18. Jh. mit Rückenvergoldung, 2 farb. Rückenschildern u. dreifacher goldgepr. Deckelfileten.
Hain 7631; GW 1554; BMC I, 179; Goff A-524; Voulliéme, Köln 459. - Erste Ausgabe, einer der frühesten nachweisbaren Drucke des Kölner Erstdruckers. Das "ABC der göttlichen Liebe", ein christliches Erbauungsbuch, wird in Ausgaben des 15. Jahrhunderts verschiedenen Autoren zugeschrieben, vorliegend Johann Gerson. Im 16. Jh. kam noch Johann Nider dazu. Vorliegend ein Exemplar mit dem auf dem Kopf gestellten "m" auf Bl. 1 und dem Ausfall von drei Wörtern auf Bl. 7 verso (vgl. GW). - 2 Bll. mit kleinem Randeinriss, davon 1 restauriert. - Freier Vorsatz mit Besitzvermerk von Gaspar Joseph de Servais (1735-1807), dessen Bibliothek ab dem 3. Oktober 1808 in Mechelen versteigert wurde.
First edition, rubricated, initials supplied in red. This devotional tract was most frequently attributed to Johannes Gerson in the 15th century, or in the 16th century to Johannes Nider. - Small marginal tear to 2 leaves, one of which restored. 18th century calf gilt.
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Seltene Naturselbstdrucke
Ludwig, Ectypa vegetabilium. Abdrücke der Gewächse
Ludwig, C. G. Ectypa vegetabilium usibus medicis praecipue destinatorum. - Nach der Natur verfertigte Abdrücke der Gewächse, welche besonders zu dem medicinischen Gebrauche bestimmt sind, und in Apotheken aufbehalten auch auf verschiedene Art zubereitet werden. Halle, J. G. Trampe, 1760(-64). Fol. (38:24,5 cm). Mit 200 kolorierten Naturselbstdrucken auf num. Tafeln. 1 Bl. (hs. Register), 2 Bll., 96 S., 1 Bl. (hs. Register). Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtitel, berieben u. beschabt.
Nissen, BBI 1252; Stafleu-C. 5068; Dunthorne 188; Hunt 569; Heilmann 408; Fischer, 200 Jahre Naturselbstdrucke (in: Gutenberg-Jahrb. 1933, S. 199). - Erste u. einzige Ausgabe. Selten so komplett. Erschien über vier Jahre in 8 Lieferungen. "Das Werk ist heute sehr selten" (Heilmann). - "This book, along with J. H. Kniphof's Botanica in originali (Linnaean ed. 1757-67) F°, was one of the eighteenth century's most valient attempts at nature-printing. The final edition of Kniphof and the only edition of Ludwig were both printed at Halle by Johann Gotfried Trampe. Kniphof's book was issued in black and white and sometimes overcolored, but Ludwig's in color only. Because of the processes involved the book is uncommon" (Hunt). Die schön u. tls. kräftig kolorierten, großformatigen Naturselbstdrucke mit lat. u. dt. Bezeichungen unter der Darstellung, die Beschreibungen im Text darüber hinaus mit engl., franz., ital. und niederländ. Namen sowie der linnaeischen Nomenklatur. Bei mehreren Tafeln wurden die Pflanzennamen u. Plattennummern durch aufgeklebte Zettel korrigiert. Die zwei zusätzlich eingebundenen Blätter in alter kalligraphischer Kursive mit je 3 Spalten alphabetischem Register. - Text stellenw. gering stockfleckig, Tafeln schwach gebräunt u. mit sanftem Abklatsch.
Rare first and only edition. With 200 coloured large-scale nature-printings on num. plates. Two old manuscript leaves with alphabetical index additionally bound in. - Some foxing to text in places, faint browning and gentle off-setting to plates. Bound in contemporary half-calf, spine gilt; rubbed and worn.
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Grammatellus pro juvenum. Mainz 1490 + Beiband
Grammatellus. (Grammatellus pro juvenum eruditione cum glosa almanica). (Mainz, Peter Schöffer, um 1490). 4to (20,5:14 cm). Got. Typ. Rubriziert, eingemalte Lombarden in Rot. 16 (statt 18, fehlen a1 und das letzte w.) nn. Bll. - Angebunden: Büchlein der Titel aller Stände. In disem buchlein vint man wie man eim itzlichen schreiben soll. (Passau, Johann Petri, um 1490/91). Got. Typ. 8 nn. Bll. Mod. Pp.
I. Hain-C. 7849; GW 11030; BMC I, 39; Goff G-335. - Einziger Druck des Lehrbuchs bei Peter Schöffer, es folgte ein weiterer Druck bei Johann Schöffer um 1503. "Der Grammatellus ('Junger Schüler') ist ein Übungsheft zur Erlernung elementarer lateinischer Konversation, zusammengestellt aus einzelnen Sätzen und kleinen Briefen sowie einem Verzeichnis der Namen ausgewählter Gegenstände des täglichen Gebrauchs und aller Handwerker. In der gesamten Drucküberlieferung ist ihm eine deutsche Interlinearglossierung beigegeben, die fortlaufend Wort für Wort verfährt. Der 'Grammatellus' zeigt kaum Spuren humanistischer Sprachschulung, und dies dürfte seine Entstehung deutlich vor 1480 rücken" (Verfasserlexikon III, 219). Druck des Textes in 2 Schriftgraden. Der lateinische Text in großer Frakturschrift, der deutsche in kleinerer Bastarda. Vorliegendes Exemplar gegenüber dem Exemplar BSB-Ink G-235 mit geringfügigen Abweichungen im Druck durch kleine Ausbrüche an einzelnen Buchstaben, so z.B. Bl. a2, Zeile 23 in "quo scola=" und Zeile 24 in "beqwemer". GW datiert um 1490, BMC datiert um 1495. - Etwas gebräunt, angeschmutzt und wasserfleckig, wenige hs. Marginalien. - Fehlt das Blatt a1 mit dem dreizeiligen Titel und das letzte leere Blatt.
II. Hain-C. 15531; GW 05701; nicht im BMC. - Sehr seltenes Titularbüchlein mit Beispielen zur korrekten Briefform an Personen unterschiedlichen Stands. GW nennt nur 3 Standorte (Berlin, München, Nürnberg); KVK nennt noch ein Exemplar in Regensburg (in einem Sammelband) und gibt dafür wohl irrig "Augsburg, Froschauer, 1514" an. - Etwas fingerfleckig, Titel mit kl. Eckabschnitt, im Bund mit Hinterlegungen u. mit blasser Federprobe; letzte bedruckte Seite mit Tintenflecken im Rand, das unbedruckte Schlussblatt mit umfangreichen Annotationen der Zeit.
Two rare incunabula in 1 vol. - Minor soiling and thumbing, faint waterstaining in places. The Grammatellus, rubricated and with red lombards, lacking leaves a1 with lines of title and final blank. Bound in modern boards.
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Mit der "Visio Tnugdali"
Sammelband, Augustinus + Antoninus Flor. + Tundalus. 1470-72
Sammelband mit 3 Kölner Inkunabeln von Ulrich Zell (2) und dem Drucker der Albanus-Legende. Köln ca. 1470-1472. (22:15,5 cm). Durchgehend rubriziert, Hervorhebungen, Lombarden und Initialen in Rot. Durchgehend alt mit Tinte foliiert. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 Messing-Haften (reinländisch?); Rücken, Schließbänder u. Schließen geschickt ergänzt, Innengelenke verstärkt.
Schöner Sammelband mit 3 seltenen Drucken im zeitgenössischen Einband und in originaler Zusammenstellung. Der vordere Spiegel mit handschriftlichem Verzeichnis der enthaltenen Werke in sauberer got. Bastarda mit schwarzbrauner Tinte.
1. Tundalus. (Visio Tnugdali). De raptu animae. (Historia). (Köln, Drucker der Albanus-Legende, nicht nach 1.12.1472). Got. Typ. 27 Zeilen. 20 nn. Bll. (le. 2 w.). - Hain-C. 15542; GW 12822; BMC I, 215; Voulliéme, Köln 748; Goff T-496. - Sehr früher (erster?) Druck der Jenseitsvision des irischen Ritters Tnugdalus (Tundalus, Tondolus, Tundale), die der irische Wandermönch Bruder Marcus im 12. Jh. in Regensburg niedergeschrieben hatte. Die Vision der Reise durch Himmel und Hölle fand in Handschriften schnell weite Verbreitung. - 1 Bl. mit kl. Randeinriss, Bl. 2 verso gering fleckig.
Vorgebunden 2 frühe Drucke des Kölner Erstdruckers:
2. Aurelius Augustinus. De disciplina christiana. (Köln, Ulrich Zell, um 1470). Got. Typ. 27 Zeilen. 8 nn. Bll. - Hain-C. 1963a; GW 2900; BMC I, 183; Vouilléme, Köln 192; Goff A-1260. - Frühe Ausgabe der kleinen Schrift zur Vermittlung christlicher Bildung.
3. Antoninus Florentinus. Confessionale. (Daran:) Johannes Chrysostomus. Sermo de poenitentia. (Köln, Urich Zell, um 1470). Got. Typ. 27 Zeilen. 144 (l.w.) nn. Bll. - Hain-C. 1162; GW 2082; BMC I, 183; Voulliéme, Köln 123, 124; Goff A-788. - Nach GW dritter Druck dieses Textes bei Ulrich Zell.
Den deutlich abgedrückten Stempeln (Doppeladler im Kreis, Fleur-de-lis in Raute, Blüte im Kreis) konnten wir keinen Buchbinder zuweisen. - Insgesamt schwach gebräunt und leicht stockfleckig. Vereinzelt mit sauberen zeitgenössischen Anstreichungen und einzelnen Marginalien in Tinte. - Provenienz: Sotheby's 17.6.1968, Los 14 - Europäischer Privatbesitz.
Attractive Sammelband with 3 rare Cologne incunabula in its contemporary binding and with the original bound assembly of texts. Rubricated, lombards supplied in red throughout. - Mild tanning and foxing, neat contemp. underlinings and marginalia in places. Bound in contemp. blindtooled full calf over wooden boards with brass catches; spine and clasps expertly renewed, front joint somewhat brittle.
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(sold)
Computus orbicularis. Manuskript 1432
Computus orbicularis. - Incipit comp(u)tus orbicularis. Lateinische Handschrift auf Papier, geschrieben von Johann Steling. (Erfurt?) 1432. 4to. Blattgr. ca. 21,5:15,5 cm, Schriftspiegel ca. 18:11,5 cm. Ca. 50 Zeilen. Gotische Kursive in brauner Tinte, rubriziert. Mit mehreren dreizeiligen Initialen in Rot u. 12 Computusrosetten, tlw. in Rot. 6 nn. Bll. Rückenfalz. In einer schlichten Pappmappe d. späten 19. Jh.
Schöne Niederschrift eines der mittelalterlichen Texte, die sich mit der Zeitrechnung, besonders mit der Berechnung des Osterdatums befassen, hier in einer sauberen und durch Nennung des Jahrs und des Schreibers besonders interessanten Handschrift. Incipit: "Cum superioru(m) motibus a quo omnia in infimis gubernant(ur) (...)". Explicit: "(...) modo facili valeat enodari. Amen. Explicit." Der Schreiber nennt sich in den letzten zwei, in Rot geschriebenen Zeilen: "(Hi)c est finis ip(s)ius comp(u)ti orbicularis sub anno d(o)m(ini) 1432 per iohannem steling de salcza". Der Text ist in einigen Handschriften vorhanden, mit ähnlichem Incipit und Explicit z. B. im British Museum (Additional Ms. 15107 mit 2 Hs. des Computus orbicularis in 1 Sammelband; Saxl III/1, S. 21-23), im Benediktinerstift Göttweig (Cod. 170 rot / 189 schwarz), in der Universitätsbibliothek München (4° Cod. MS 882; Reuter S. 313), der Vaticana (Pal. lat. 1437) und der Universitätsbibliothek Kiel (Cod. ms. Bord. 41).
Die Computusrosetten sind sehr sorgfältig gezeichnet. Die vierte Rosette (Bl. 2 recto) befindet sich auf einer Überklebung. Die siebte Rosette (Bl. 4 recto) befindet sich ebenfalls auf einer Überklebung durch den Schreiber, die sich aber teilweise gelöst hat. Auf der Überklebung verso und auf dem eigentlichen Bl. 4 befinden sich zwei weitere, aber nicht vollendete Rosetten.
Der Schreiber, Johannes Steling aus Salza (wohl Langensalza), ist vermutlich der derselbe "Iohannes Steling de Salcza" , der 1434 einen ausstehenden Teil der Immatrikulationsgebühr in Erfurt bezahlte (Weißenborn S. 161). Im Stiftsgymnasium Zeitz wurde eine Handschrift aus seinem Besitz verwahrt, die er 1440 eigenhändig geschrieben hatte (Programm des Stifts-Gymnasiums in Zeitz, 1876, S. 4). Vielleicht ist er auch derselbe, der 1479 als Kanonikus in Kolberg der Bibliothek der Marienkirche in Danzig eine Handschrift schenkte (später F 295 der Stadtbibliothek Danzig).
Die vorliegende Handschrift gelangte im 19. Jh. in den Besitz des Militärarztes Wilhelm Puhlmann (1797-1882), Bl. 1 im Unterrand mit Besitzvermerk "Dr. Wilhelm Puhlmann 1834". Nach dessen Tod wurde sie mit seiner Bibliothek bei Lepke in Berlin versteigert (Verzeichniss einer werthvollen Sammlung... des General-Arztes Dr. Puhlmann ... 8. Mai 1883ff, S. 2, Nr. 18). Beiliegt die alte Karteikarte eines Antiquariats, vermutlich Ludwig Rosenthal, München, mit Beschreibung und Vermerken. Das Antiquariat hätte demnach die Handschrift in seinem 1884 oder 1885 erschienenen Katalog XLI, "Bibliotheca Catholico-Theologica octava" unter der Nr. 7598 angeboten. - Hüllblätter mit etwas ausgetretenem Leim vom Rückenfalz; bei 3 Bll. die äußerste untere Ecke abgerissen.
Interesting manuscript on calculating time, especially the date of Easter, written in brown and red ink, with 12 rosettes. - Some traces of glue to first and last leaves; small parts of lower outer corner of 3 leaves torn off. - Scarce and with an interesting provenance.
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(closed)
Vorzugsausgabe
Pohl, Plantarum Brasiliae. 2 Bde.
Pohl, J. E. Plantarum Brasiliae icones et descriptiones hactenus ineditae. 2 Bde. Wien, A. Strauss Witwe, (1826)-1827-1831-(1833). Imp.-fol. (56:38,5 cm). Mit 195 (statt 200) altkolorierten lith. Taf. von W. Sandler bei J. Häussle. XVI, 135 S.; 1 Bl., 152 S., 1 Bl. Etwas spätere Hldr. mit Rvg. u. 2 Rsch.; berieben, Rückenvergoldung oxidiert.
Nissen, BBI 1551; Stafleu-C. 8103; Great Flower Books 70; de Belder 285; Sabin 63679; Borba de M. 681; Bosch 370. - Einzige Ausgabe, Exemplar der altkolorierten Vorzugsausgabe auf großem Papier, selten. Das Subskribentenverzeichnis nennt nur 62 Bezieher für diese Vorzugsausgabe. Bietet die botanischen Ergebnisse der bedeutenden österreichischen Brasilien-Expedition, die der Kustos des Brasilianischen Museums in Wien 1817-1821 zusammen mit Spix und Martius durchführte. Die vorliegende wissenschaftliche Prachtpublikation gilt als wesentliche Ergänzung zu Martius' "Nova genera et species plantarum", 1824-29. - Stellenweise gleichmäßig schwach gebräunt, vereinzelt gering stockfleckig. Die Taf. teilw. mit blassem bräunenden Abklatsch der Schrift der gegenüberliegenden Textseite. In Bd. 1 Titel u. wenige Bll. mit blassen Braunflecken im Rand. In Bd. 2 einige Textbll. mit Braunfleck am unteren Rand, die anschließenden Tafeln nur gering betroffen. Fehlen die Taf. 14, 58, 70, 160 u. 162.
Rare copy of the de luxe large-paper edition with fine original colouring by hand. First edition of one of the major 19th cent. Brazilian floras, intended as a companion and supplement to Martius's "Nova genera et species plantarum". 2 vols. with 195 (of 200) coloured engr. plates. - Mild equal browning in places, minor occasional foxing. Slight browning as off-setting of text from the facing pages to a number of plates. Some marginal brownstaining, heavier to a few leaves of text of 2nd vol., the following plates only slightly affected. Lacking plates 4, 58, 70, 160, 162. Bound in somewhat later half calf, spine gilt and with 2 labels; extremities a little worn.
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(sold)
Schillers Examensarbeit - Exemplar Franziska von Hohenheim
Schiller, Versuch über den Zusammenhang + Beibde.
Schiller, F. Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen. Eine Abhandlung welche in höchster Gegenwart Sr. Herzoglichen Durchlaucht, während den öffentlichen akademischen Prüfungen vertheidigen wird Johann Christoph Friderich Schiller. Stuttgart, C. F. Cotta, (1780). 4to (21,5:18,5 cm). 4 Bll., 44 S. - Vor- u. nachgebunden: 15 weitere akademische Schriften zur Disputation im Rahmen der öffentlichen Prüfung in der Herzoglichen Militär-Akademie in Stuttgart im Dezember 1780. Marmorierter Pp. d. Zt. mit 3 farbigen Rückenschildern u. reicher Rückenvergoldung; minimal berieben, Kapitale u. Ecken gering bestoßen.
Goed. V, 161, 20a; Trömel-M. 29. - Erste Ausgabe von Schillers erster selbständiger Veröffentlichung, von größter Seltenheit. Die Arbeit markierte Schillers erfolgreichen Abschluss der Ausbildung, nach der er zum Medikus ohne Portepée im Grenadierregiment des Generals Augé ernannt wurde. Es handelt sich jedoch nicht um Schillers Dissertation zur akademischen Promotion, als die sie häufig angesehen wird, sondern eher um eine Examensarbeit an der Karlsschule, die keine Universität im klassischen Sinne darstellte; die gleichzeitig eingereichte lateinische Dissertation wurde nicht gedruckt. "Diese Arbeit aus dem Grenzgebiete der Physiologie und Psychologie ist aber auch darum besonders wertvoll, weil sie uns einen Einblick in die literarische Entwicklung Schillers gewährt. Der im Leben noch unerfahrene Jüngling entnahm die Beispiele für seine medizinischen Thesen zumeist literarischen Quellen. Shakespeare wird als einer von Schillers Lieblingsschriftstellern öfters zitiert. Daneben finden wir auch einmal Goethe, an dessen 'Bruder Martin' aus dem Goetz die 'wunderthätigen Wirkungen des Weins bei denen, die ihn mit Mässigkeit trinken', gezeigt werden. Am interessantesten ist aber, dass Schiller sich den Scherz erlaubt hat, zweimal Zitate aus den damals noch ungedruckten 'Räubern' einzuflechten, wovon das eine, als dessen Quelle er 'Life of Moore, tragedy by Krake, A. V. Sc. I' angegeben hat, für die Textgeschichte der Räuber besonders interessant ist, weil es Abweichungen von dem ersten Druck des Dramas aufweist" (Kat. Deneke 748; Räuber-Zitat S. 26 f.; Goethe-Zitat S. 31). - Schönes sauberes u. breitrandiges Exemplar, vereinzelt minimal fleckig, das letzte Blatt mit geringem Abklatsch des nachgebundenen Titels.
Der interessante Sammelband enthält außerdem Arbeiten, an denen Schillers Kommilitonen als Verfasser oder Respondenten beteiligt waren. U.a.: F. W. v. Hoven. Versuch über die Wichtigkeit der dunkeln Vorstellungen in der Theorie von den Empfindungen. Stuttgart 1780. - VD 18 12200212. - J. F. v. Abel. Philosophische Säze über die Religionen des Alterthums. Ebd. 1780. - VD 18 90422015. - J. F. Rösch. Mathematische Untersuchungen in der Feld-Befestigungs-Kunst. Ebd. 1780. Mit 1 gefalt. Kupfertaf. - VD 18 12327697. - W. G. Rappolt. Säze aus der Statik, Mechanik und Hydrostatik. Ebd. 1780. - VD 18 12627453. - Insgesamt beinahe ungebräunt, mit vereinzelten u. kaum wahrnehmbaren Flecken, wenige Bll. mit geringem Abklatsch der gegenüberliegenden Seite. - Exemplar aus der berühmten Bibliothek der Franziska Reichsgräfin von Hohenheim, Herzogin von Württemberg (1748-1811), in den dekorativen Einbänden mit ihrem goldgepr. Monogramm "FH" im oberen Rückenschild und dem Bibl.-Stempel "Baechingen a/Brenz. GS" mit hs. Nummer auf dem (ersten) Titel.
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(sold)
Prächtig gebunden
Clausewitz, Vom Kriege. 3 Bde.
Clausewitz, C. v. Vom Kriege. 3 Bde. Berlin, F. Dümmler, 1832-1834. (21:13 cm). Tannengrüne Halbmaroquinbände d. Zt. mit 2 goldgepr. orangeroten Rückenschildern u. reicher Rückenvergoldung; kaum berieben u. bestoßen. (= Hinterlassene Werke, Bd. 1-3).
PMM 297; Borst 1651; Jähns 2852 ff. - Erste Ausgabe seines berühmten Hauptwerkes, von seiner Frau Marie posthum herausgegeben. "These thousand pages 'On Warfare' occupy a unique position among military writings of any age and nation" (PMM). "Reading Clausewitz makes you take your own thoughts a little less seriously" (Bob Dylan, Chronicles I, S. 45). - Sehr dekorativ gebundenes, sauberes Exemplar, auf Schreibpapier gedruckt, nur zu Beginn u. am Schluss etwas stockfleckig. - Provenienz: die Titel mit dem späteren gekrönten Stempel von Prinz Alfons von Bayern.
First edition of his famous magnum opus, published posthumously by his wife Marie. - Well preserved copy, printed on writing paper, only slight foxing at the beginning and end. Somewhat later stamps of Alfons of Bavaria to title pages. Fine contemporary green half-morocco with 2 orange labels to spine, spines richly gilt.
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Leibniz' Computer - Die erste Vier-Spezies-Rechenmaschine
Miscellanea Berolinensia vol. I.
Leibniz, G. W. - Miscellanea Berolinensia ad incrementum scientiarum, ex scriptis societati regiae scientiarum exhibitis edita, cum figuris aeneis et indice materiarum. (Volumen primum.) Berlin, J. C. Papen, 1710. 4to (20,8:17 cm). Mit gest. Front. u. 31 gefalt. Kupfertafeln. 11 Bll., 394 S. Prgt. d. Zt. mit hs. Rückentitel, Rücken oben etwas bestoßen.
Kirchner 24; Diesch 27; Tomash Library L 66 u. L 69; Ravier 305; Poggendorff I, 1415 (Leibniz); nicht im Deutschen Museum, bei Roller-G. u.a. großen Sammlungen. - Ein Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte. Der berühmte erste Band der Denkschriften der bereits 1700 von Leibniz gegründeten Berliner Societät (ab 1711: Akademie) der Wissenschaften. Ein Fortsetzungsband erschien erst 1723. Enthält in den 3 Abteilungen Literaria, Physica & Medica, Mathematica & Mechanica neben Präliminarien insgesamt 13 eigenständige Abhandlungen Leibniz' sowie einen Briefwechsel zwischen Leibniz u. Bernoulli aus den Jahren 1707-09 (eine genaue Aufstellung bei Ravier a.a.O.).
Der bedeutendste Aufsatz Leibniz' befindet sich in der letzten Abteilung auf den S. 317-319, illustriert mit 1 Kupfertafel (Fig. 73): "Brevis descriptio Machinae Arithmeticae" - die erste gedruckte Beschreibung der ersten Vierspezies-Rechenmaschine - "the description of the calculating machine (1710)" (DSB VIII, 166). Die Erfindung der auf dem Prinzip der Staffelwalze funktionierenden Maschine für alle 4 Grundrechenarten geht bereits auf das Jahr 1670 zurück, Leibniz arbeitete zeitlebens an ihrer Verbesserung. Das einzig erhaltene u. funktionierende Exemplar befindet sich heute in der Niedersächsischen Landesbibliothek. "Die Beschreibung der Leibnizschen Maschine wurde 1710 in den Druckschriften der Berliner Akademie veröffentlicht" (Cantor III, 37). "Die wesentlichen Grundlagen der Computertechnik, so die Rechenmaschine - sogar die dyadische -, die Dyadik selbst, der infintesimale und der logische Kalkül, die Kombinatorik und die Wahrscheinlichkeitsrechnung (etc.) sind von ihm entdeckt oder entscheidend weiterentwickelt worden" (NDB XIV, 130; vgl. auch HAB, Maß, Zahl u. Gewicht S. 167 u. Beiheft S. 24).
Weitere wichtige Beiträge Leibniz' zur Infinitesimalrechnung sind "Symbolismus memorabilis calculi algebraici et infinitesimalis...et de lege homogeneorum transcendentali" (S. 160-165) sowie "Constructio problematis ducendi rectas quae tangunt lineas centrorum gravitatis" (S. 170-173), der letztere gefolgt von Joh. Bernoullis "De appropinquationibus". Neben Ergebnissen aus Chemie ("Historia inventionis Phosphori") u. Naturgeschichte sind noch 2 bedeutende Arbeiten der Abteilung Literaria zu erwähnen: "Annotatio de quibusdam ludis" mit 1 Tafel zum "weiqi", dem chinesischen Umzingelungs-Schachspiel, heute besser bekannt unter der Bezeichnung "Go" (Cantor III, 354 f; Van der Linde I, 91; Walravens, China illustrata 150, Anm. zum ebenfalls enthaltenen "De libris sinensibus" von La Croze); ferner "De originibus gentium ductis potissimum ex indicio linguarum", "in denen er vergleichende Sprachgeschichte und Etymologie als historische Hilfswissenschaften einsetzte" (NDB XIV, 128). - Gutes, wie üblich gering gebräuntes und stockfleckiges Exemplar mit breiten Rändern, wenige Textbll. mit Feuchtigkeitsspur, Frontispiz seitlich und oben mit unbedeutender Randberührung beschnitten, wenige Tafeln eng beschnitten. - Provenienz: Seit Jahrzehnten in deutschem Privatbesitz.
The famous first and until 1723 only published volume of the memoirs of the Berlin Academy of Sciences, largely dominated by Leibniz' genius and lacking in most collections. For a detailed listing of Leibniz' contributions on mathematics, mechanics, chemistry, chess, languages etc. see Ravier no. 305. Certainly the most important article is Leibniz' first printed report on his calculating machine, developed since 1670 and the first to work all 4 rules of arithmetic, a prototype of modern computers. Its description occupies pages 317-319 and is illustrated with one folding plate. Amongst other contributions in this volume is the famous (first?) plate in a European book depicting the game of "Go". - Engraved frontispiece at top and outer margin minimally touched by binder's knife. A good, as usual slightly foxed an browned copy, minor marginal dampmarking to few pages. Contemporary vellum with manuscript title on spine, top of spine slightly chipped.
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(sold)
With Astronomical Tables
Psalterium. Handschrift auf Pergament um 1450
Psalterium. Lateinische Handschrift auf Pergament mit wenigen französischen Zusätzen. Paris (u.a.?), um 1450. Blattgr. 17,7:12,7 cm, Schriftspiegel 11,1:7,6 cm. 20 Zeilen (Kalender bis zu 33 Zeilen), blassrot regliert. Gotische Bastarda Gallica in braunschwarzer und roter Tinte. Mit 3 großen Miniaturen in Gold und Farben von 2 Händen, 2 schematischen Federzeichnungen, einer 5zeiligen Initiale in Blau und Mauve auf Goldgrund mit ausgreifendem Rahmenwerk, neun 3-5zeiligen, zahllosen 1-2zeiligen Initialen und Zeilenfüllern, alles in Blau, Mauve und Flüssiggold mit weißer Binnenzeichnung sowie kl. Blättern oder Blüten im Zentrum. Nahezu durchgängig mit breiten 4seitigen floralen Bördüren aus Dornblattranken mit Blüten, Blättern, Früchten und Goldpollen, bei den Miniaturen auch mit Drolerien versehen. 195 (statt 267?) Bll. Gepunzter und bemalter Goldschnitt d. Zt. Lederband d. 18./19. Jh. mit Rsch., Rvg., goldgepr. Deckelfileten u. Blindprägung; berieben.
Reich verzierte lateinische Handschrift für einen französischen oder englischen Adligen. Im Kalendarium hervorgehoben sind neben Dionysius von Paris (9. Okt.) und Martin von Tours (11. Nov.) auch Augustinus von Canterbury (22. Mai), Alban von England (22. Jun.) und Thomas Becket (7. Juli, Übertragung d. Gebeine). Bemerkenswert ist ein Teil mit astronomischen Tabellen zur Kalenderberechnung, darunter Berechnung von Mondphasen, Mondständen, beweglichen Feiertagen etc. Die Texte zu diesem Teil überwiegend in französischer Sprache. Enthält Kalendarium, astronomische Tabellen, Widmung und das vollständige Psalterium. Vermutlich sind zwischen Widmung und Psalterium zu einem Zeitpunkt vor der Neubindung 72 Bll. entnommen worden, da die zeitnah hinzugefügte Foliierung des Psalteriums in blauer Farbe mit Nummer 90 beginnt. In den folgenden Angaben beziehen wir uns auf diese alte Foliierung. Kalendarium, astronomischer Teil u. Widmung sind nicht foliiert.
Inhalt u. Kollation: Kalendarium (fol. 1r-6v), astronomische Tabellen mit Anweisungen zur Verwendung (7r-14r), 2 Miniaturen (14v-15r), Widmung (15r-16r), 16v u.17 leer (regliert), 1 Miniatur (90r), Psalterium (90r-267v; Nr. 109 ausgelassen = Bl. 18-194), 1 leeres Blatt.
Illumination: Miniaturen von 2 Händen. - Erste Hand: Die Miniatur zum Beginn des Psalteriums "Beatus vir" (fol. 90r), gehört zur Originalausstattung des Psalteriums: kniend betender König David mit am Boden liegendem Buch und Harfe in weiter Landschaft mit 2 Stadtansichten in der Ferne. Gottvater am Firmament, eine päpstliche Tiara tragend, von 2 Engeln flankiert, der Himmel dazwischen wird aus kleinen goldenen Quadraten gebildet, in die ein Muster aus blauen und roten Quadraten eingefügt ist. Art und Qualität deutet auf einen Nachfolger des Bedford-Meisters, vermutlich aus Paris hin. Die hier besonders elegante Bordüre mit drei Vögeln (darunter: Adler schlägt Taube) und einem Schmetterling. - Zweite Hand: Die beiden Miniaturen zum Widmungsteil "O desolatorum consolator captivorum liberator" sind gering später hinzugefügt und wohl nicht mehr in Paris entstanden. 1. Miniatur mit Auftraggeber (oder späterem Besitzer) als gewappneter kniender Ritter, im Gebet in Kircheninnenraum (fol. 14v). Links ein Helm mit großer Hemzier (geflügelter Löwenkopf) über einem großen Wappen (goldener, aufsteigender Löwe vor schwarzem Grund mit silbernem Schrägband (letztes könnte für einen außerehelich geborenen Mann sprechen). 2. Stehender Heiliger mit Bischofsstab in Nische mit grünen Säulen und goldenen Gesimsen (15r). Möglicherweise ist hier der Hl. Claudius, Erzbischof von Besançon dargestellt. Das kleine Wappen auf der rechten Seite in der Bordüre zeigt einen schwarzen Löwen auf goldenem Grund. Die Bordüren zu diesen beiden Miniaturen einfacher in Aufbau und Ausführung, jedoch auch mit Drolerien. - Die Bordüren zu Kalendarium und Widmungsblättern möglicherweise von einer Hand, die der ersten Lage des Psalteriums erheblich filigraner und detailreicher von anderer, die der übrigen Blätter des Kalendariums wohl von einer dritten Hand.
Astronomischer Teil: Der Teil zur Kalender- und Mondphasenberechung enthält 2 kreisförmige Diagramme und 4 Tabellen mit einleitenden oder erklärenden Texten, alles in roten und braunschwarzen Tinten, mit einigen eingemalten Initialen in Gold und Farben. - "Pour savoir en quel signe du ciel et on q(ue)l degre du signe soit la lune ch(aq)ue jour des mois de l'an" (Bl. 7r/v) mit 20zeiliger Tabelle. - Astrologische Hinweise zu den Sternzeichen in lat. Sprache (8v-9r; 8r leer) mit kreisförmigem Diagramm zu Bestimmung der Mondphasen. - "Pour savoir les festez mouvablez" (9v-10r; 10v leer) mit Computusrosette und 38zeiliger Tabelle. - "Por scavoir la nouvelle lune et la plaine lune" (11r-14r) mit kalendarischer Tabelle in 34 Zeilen über 6 Seiten.
Zustand: Kaum gebräunt, stellenweise mit kleineren Verwischungen an den Bordüren. Die Kopfzeile mit der Foliierung meist, sowie wenige Bordüren außen gering angeschnitten. Etwa 47 Bll. mit schmalem Braunfleck im äußersten Rand. Auf dem letzten leeren Bl. ein etwas späteres verblasstes Inhaltsverzeichnis in Tinte für das Psalterium, das keine Bll. unter Nr. 90 angibt. Die Miniatur des David mit einigen kleineren Farbabplatzungen, die beiden anderen Miniaturen mit schwachen Bereibungen.
Richly decorated Latin psalter with 3 large miniatures and a section of astronomical tables for calculating phases of the moon, computus and astrological predictions. Mid 15th century manuscript on vellum with countless initials painted in gold and colours and with wide borders painted in gold and colours almost throughout. - Occasional slight fingermaks or blurring to borders. Top line of old foliation cropped nearly throught and only a few borders slightly cropped at outer margin. Presumably about 72 leaves were removed a long time ago. The foliation of the Psalterium begins with no. 90 (109 omitted), the old ms index entered on the last blank leaf does not mention any leaves with numbers lower than 90. Insignificant colour flaking and rubbing to the miniatures. Bound in 18th/19th cent. full calf with spine-labels and some blind- and gilt-tooling to spine and covers; rubbed.
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(sold)
Gerson, De meditatione cordis. Köln 1468
Gerson, J. De meditatione cordis (u.a.). (Köln, Ulrich Zell, um 1468). 4to (21,5:15,5 cm). Got. Typ. 27 Zeilen. Rubriziert, durchgehend mit rot eingemalten Lombarden. 56 nn. Bll. (d.l.w.). Flex. Prgt. aus altem Material.
Hain-C. 7628; GW 10757; BMC I, 184 (unkomplett); Goff G-231. - Editio princeps einer der wichtigsten Schriften der mystischen Theologie, wurde später regelmäßig den Ausgaben von Thomas a Kempis' "De imitatio Christi beigegeben. Enthält außerdem: Epistola ad fratrem Johannem (De modo orandi). - Epistola ad fratrem Johannem (De valore orationis et de attentione). - (Pseudo-Gerson): De septem psalmos poenitentiae. - In den breiten Rändern gelegentlich leicht wasserfleckig. Vereinzelt alte Marginalien in Tinte, drei saubere zeitgenössische Einträge zu Beginn von "De modo orandi" u. zu Beginn u. am Schluß von "De septem psalmos poenitentiae".
First edition, rubricated throughout and with lombardic capitals suppplied in red. - Faint marginal dampstaining here and there, scattered old marginalia, including 3 fine contemporary manuscript entries. A wide-margined copy with some deckled edges, bound in limp vellum using old material.
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(sold)
Almanach für Nürnberg auf 1489. Einblattdruck
Almanach für Nürnberg auf das Jahr 1489, deutsch. Einblattdruck (Fragment). (Nürnberg, Friedrich Creussner, um 1489). Fol. (ursprünglich ca. 35,5:28 cm). Druck in Rot u. Schwarz. Mit 1 Finsternisscheibe. Angerändert.
Nicht im GW, aber vgl. z. B. GW 1468 (auf 1492). - Beginnt: "(A)ls man zelt nach Cristi geburt. Tausendvierhundert und newnund achtzig Jar." Endet: "Un(d) werdt die gantze vinsternuß des monds drey stund und dreyssig minuten. F K". Rechts daneben die Finsternisscheibe. Mit den genauen Zeiten von Neu- und Vollmond, berechnet für Nürnberg, und den für Aderlass und andere medizinische Anwendungen günstigen Tage. - Wohl Einbandfund, mit erheblichem Textverlust. Auf das Format 38,5:28 cm angerändert. Etwas gebräunt.
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(sold)
Johannes Chrysostomus, Super psalmo quinquagesimo. Köln 1468
Johannes Chrysostomus. Super psalmo quinquagesimo "Misere mei deus". (Köln, Ulrich Zell, um 1468). 4to (21,5:15 cm). Got. Typ. 27 Zeilen. Teilweise rubriziert, 2 Initialen und einige Lombarden und Hervorhebungen in Rot. 30 nn. (l.w.) Bll. Hldr. d. 19. Jh. mit Rsch. und etwas Rvg.
Hain-C. 5031; GW M13329; Goff J-298; Voulliéme, Köln 649; nicht im BMC. - Seltenes und frühes Erzeugnis der Offizin des Kölner Erstdruckers Ulrich Zell, dessen Drucktätigkeit nach Voullième seit 1465/66 nachweisbar ist. Zweiter Druck dieses Textes von U. Zell. - Schönes, nur unwesentlich stockfleckiges Exemplar. - Provenienz: Sotheby's 17.6.1968, Los 11 - Europäischer Privatbesitz.
Scarce and early incunabulum from the first Cologne printer Ulrich Zell. - Well preserved copy, insignificant marginal foxing. Bound in 19th cent. half-calf, spine gilt, gilt label.
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(closed)
Einstein, Drei Erstdrucke (in: Ann. Phys. 17)
Einstein, A. Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt. S. 132-148. - Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen. S. 549-560. - Zur Elektrodynamik bewegter Körper. S. 891-921. In: Annalen der Physik. 4. Folge, Bd. 17. Leipzig, J. A. Barth, 1905. (22:15,5 cm). Mit 5 Tafeln. VIII, 1020 S. Mod. Hldr. mit goldgepr. Rsch.; gering berieben.
Weil *6, *8, *9; PMM 391 Anm. u. 401 Anm.; Dibner 167 u. Horblit 26b (III); Norman 689 (I), 690 (II), 691A (III). - Drei hochbedeutende und frühe Erstdrucke von Einstein in einem Band der "Annalen der Physik": Der erste der Aufsätze ist einer der zwei grundlegenden Aufsätze Einsteins zur Quantentheorie, für den Einstein, zusammen mit mit einem anderen Werk ("Zur Theorie der Lichterzeugung und Lichtabsorption", 1906), den Nobelpreis erhielt. Der dritte Aufsatz über die "Elektrodynamik bewegter Körper" ist die berühmte erste Darstellung und Anwendung der Relativitätstheorie, aus dieser zog er wenige Monate später den Schluss auf die allgemeine Äquivalenz von Masse und Energie, ausgedrückt in seiner berühmten Formel. - Vereinzelt gering fleckig, Vortitel im Kopfsteg sowie S. 891-906 im Bug mit restaurierten Einrissen, teilw. mit etwas Buchstabenverlust. Seiten 1, 197, 381, 589 u. 781 gestempelt, 2 Tafeln etwas gebräunt.
First printings of three important early papers by Einstein, in the complete vol. 17 of the "Annalen der Physik". For the first paper (and his paper on the photoelectric effect) Einstein was awarded the Nobel Prize in Physics. The third paper, on the electrodynamics of moving bodies, was Einstein's first statement of the special theory of relativity. - Occasional minor staining, some restored tears to pages 891-906 with small loss of text in places. Pages 1, 197, 381, 589 and 781 stamped, 2 plates slightly browned. Bound in mod. half calf, label to spine; minor rubbing.
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(closed)
The First Dated Book with a Section on Medicine
Rodericus Zamorensis, Speculum vitae humanae. Nicht nach 1472
Rodericus Zamorensis. Speculum vitae humanae. (Köln, Ulrich Zell, nicht nach 1472). 4to (22:15,5 cm). Got. Typ. 27 Zeilen. Rubriziert, mit Lombarden in Rot. 206 Bll. (die beiden letzten weiß). Alter Lederband mit Blindprägung über Holzdeckeln, restauriert, Rücken u. Schließen erneuert.
Hain-C. 13933; GW M38480; BMC I, 187; Goff R-218; Voulliéme, Köln 11025; Palau 272.017 Anm. (unter Rodriguez Sánchez de Arevalo). - Der Text erschien erstmals 1468 in Rom und handelt "von den Annehmlichkeiten und Widerwärtigkeiten der verschiedenen weltlichen Stände und geistlichen Würden" (Wetzer-W. I, 1272). "The first dated book with a section on medicine. It is an encyclopaedia of human life dealing with the various arts and professions, and includes chapters on mathematics, astronomy, navigation, music, agriculture etc. The author was a learned Spanish ecclesiastic, born in the diocese of Segovia in 1404. He died at Rome in 1470" (Honeyman Coll. 2670, zum Erstdruck). - Stellenw. etwas stock- oder wasserfleckig; Kustoden u. Lagenbezeichnungen von alter Hand, diese tlw. abgeschnitten, wenige alte Marginalien; vereinzelt mit kleiner Wurmspur im Rand; 4 Bll. mit ergänztem Abriss der oberen Außen- oder Innenecke; 1 Bl. mit Verlust weniger Buchstaben durch restaurierten Randeinriss.
Some foxing or waterstaining in places; few old ms.-marginalia; slight marginal worming here and there; loss to upper corner of 4 leaves supplied; restored tear with loss of few letters to 1 leaf. Old blindtooled calf over wooden boards, restored, spine and clasps renewed.
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(sold)
The First Printed Document Manifesting the Name "Protestants" for Luther's Followers
(Protestation zu Speyer) Der Durchleüchtigisten Fursten Protestation
Protestation zu Speyer. - Der durchleüchtigisten Durchleuchtigen, hochgepornen Fursten un(d) Herrn, Herrn Johansen Herzogen zu Sachsen... Georgen Markgrafen zu Brandenburg... Ernsten Herzogen zu Lunenburg... Philipsen Landtgrafen zu Hessen... Wolffgang Fürsten zu Anhalt &c. andre und endtliche Protestation, auff dem Jungstgehalten Reichßtage zu Speyr, wider den Ersten artickel desselben fürgenom(m)en abschids, unsern hailigen Glauben, dasselben Religion oder Ceremonien belangend, getho(n). (Augsburg, H. Steiner,) 1529. 4to (19,5:15 cm). 10 Bll. Mod. Hprgt., Innengelenke mit durchsichtigem Archivband verstärkt.
VD 16, D 3013 (berichtigte Aufnahme, aber jetzt mit falschem Zeilenfall); Kuczynski 104, 30; vgl. Slg. Stickelberger 651. - Die Schöpfungsschrift des Begriffs "Protestanten". Nach den "95 Thesen" von Luther eines der bedeutendsten Dokumente zur Entstehungsgeschichte der Reformation und der damit verbundenen Glaubenserneuerung in der christlichen Welt. Einer von drei bekannten Drucken des Jahres 1529, die anderen erschienen bei Kunigunde Hergot in Nürnberg (VD 16, D 3014) und bei J. Prüss d. J. in Straßburg (in der ÖNB vorhanden, noch nicht im VD 16). Alle sind extrem selten, keiner für uns im Handel der letzten 50 Jahre feststellbar.
Mit dieser "Protestation" reagierten die evangelischen Fürsten und die Bevollmächtigten von 14 Reichsstädten am 19. April 1529 auf die Reichsacht gegen Martin Luther.
Gleichzeitig forderten die seitdem "Protestanten" genannten die Möglichkeit zur ungehinderten Verbreitung evangelischer Lehren. Zu den wichtigsten Punkten zählte hier die Gewissensfreiheit: d.h. in Glaubens- und Gewissensfragen zählt nur die persönliche Überzeugung - nicht der Mehrheitsbeschluss und damit verbundene codifizierte Rechtssicherheit. Der Reichsstand beruft sich auf den früheren Beschluss von 1526, wonach jeder Fürst gewissenrein handeln darf. Diese Grundlage dürfe auch hier nicht per Mehrheitsbeschluss aufgehoben werden. Etwa ein Jahr später anlässlich des Augsburger Reichstags im Jahre 1530 erschien die berühmte "Confessio Augustana", das große Augsburger Bekenntnis der Protestanten. - Leicht fleckig, Titel auch leicht gebräunt; Schlussbl. mit Blattweiserausriss u. Federproben verso.
One of only three editions in 1529, no priority established so far. All of which of greatest scarcity. Of outmost importance as it is the birth of the term "protestantism" for naming the followers of the largest and most substantial reform of Western Christianity. With the "Protestation", the evangelic princes and the free cities plenipotentiaries were reacting to the imperial ban against Martin Luther from April 19th 1529. Simultaneously, the thus named "Protestants", were demanding the right to freely propagate their reformed teachings. - Slight foxing, title also slightly browned; last leaf with small marginal tear and some scribbling to verso. Recent half-vellum, inner hinges strengthened with archival tape.
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(sold)
(Schrot), Erschrockliche Zurstörung
(Schrot, M.). Von der Erschrocklichen Zurstörung unnd Niderlag deß gantzen Bapstumbs, gepropheceyet und geweissagt, durch die propheten, Christum, un(d) seine Aposteln, un(d) auß Johannis Apocalypsi figürlich unnd sichtlich gesehen. Durch ain Hochgelehrten, dise gegen würtige ding, vor sehr vil Jare(n) beschriben. (Augsburg, Hans Gegler für David De Necker, 1558). Fol. (31:23 cm). Mit figürl. Holzschnitt-Titelbordüre, 7 fast ganzseit. Holzschnitten u. 94 Textholzschn. von 71 Stöcken, davon 77 mit Bordüren, von D. Denecker, alles in schönem Altkolorit. 40 nn. Bll. Ldr. d. 19. Jh. mit etwas Rvg., Vorderdeckel fleckig, Rückdeckel etwas wasserfleckig.
VD 16, S 4306; Graesse VI/2, 394; Kuczynski 3639 (unvollst.); nicht bei Adams u. im BM, STC. - Einzige Ausgabe dieses antipapistischen Werkes, sehr selten, besonders altkoloriert. Erst jüngere Forschungen haben ergeben, dass das Werk von dem Augsburger Meistersinger Martin Schrot (vgl. ADB XXXII, 556 ff.) verfasst wurde. Herausgegeben und mit prächtigen Holzschnitten illustriert von David De Necker (Denecker, Denegker) und gedruckt durch Hans Gegler. "Wegen der Schrift 'Von der Zerstörung des Papstthums' 1558 mußte er (Gegler) fliehen (nach Ingolstadt in die Weissenhorn-Druckerei), wurde eingekerkert, peinlich verhört und nach München in den Turm gebracht. Von dort gelang ihm eine Flucht durch ein Ofenloch nach Freising" (Benzing, Buchdrucker S. 18). Auch De Necker wurde inhaftiert und ging nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach Wien. "Unbekanntes Erzeugniß der Reformationszeit. Das Ganze besteht, eine fünf Seiten lange Vorrede in Prosa ausgenommen, aus gereimten Monologen oder Gesprächen - wenn man will, ist es ein Drama. Die auftretenden Personen, an der Zahl 55, sind in der vorangehenden Aufzählung in 'Himmliche', 'Irdische' und 'Höllische' eingetheilt; unter den ersteren wird Luther, unter den Irdischen die weltlichen Würdenträger und Stände, unter den letztgenannten das Papsttum, Tod und Teufel aufgeführt" (Kuczynski). Der Anhang bringt in etwa 20 Prosaabschnitten eine evangelische Glaubenslehre. Die großen Holzschnitte zeigen die Verworfenheit (Päpstin Johanna) und Bestrafung des Papsttums (Verdammnis, Enteignung) sowie das wahre Christentum. Die kleineren Holzschnitte, jeweils zu Beginn eines Auftritts abgedruckt, mit redenden Figuren und teilw. ihren Wappen: Papst, Kaiser, Könige, Engel, Teufel, verschiedene Geistliche, Narr, Handwerker, Bauer, Bettler, Tod, Luther etc. - Fast durchgehend angefalzt. Fingerfleckig, stellenw. etwas braunfleckig. Tlw. mit restaurierten Einrissen, auch bis in Text oder Bild, oder restaurierten Randläsuren. Titel mit Text- u. Bildverlust durch großen Abriss, dieser im 19. Jh. ergänzt; Bl. d3 mit ergänztem Textverlust. - Mit 3 Exlibris von Christoph Jacob Trew: dem ohne seinen Namen mit einem Hund und der Devise "Simulare nescit" auf dem letzten Bl. verso, dem großen (25,5:20 cm) auf dem vorderen freien Vorsatz und einem mit Wappen und seinen Lebensdaten auf dem hinteren freien Vorsatz; die beiden letzten Exlibris offenbar beim Neubinden aus dem alten Einband in den neuen transferiert. Vorderer freier Vorsatz mit Exlibris des Schweinfurter Chemikers und Unternehmers Jens Sattler (1810-1880), in dessen Familie das Buch weitervererbt wurde.
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Hobbes, Leviathan
Hobbes, T. Leviathan, or the matter, forme & power of a common-wealth ecclesiasticall and civill. London, Printed for Andrew Crooke, 1651. Fol. (29,5:19 cm). Mit Kupfertitel u. 1 gefalt. Tabelle. 3 Bll., 396 (recte 394) S. Mod. kastanienbrauner Maroquin mit goldgepr. Rschild, etwas Rücken- u. Deckelblindpr. sowie Innenkantenvergoldung in passendem Lwd. Schuber mit Maroquinkanten.
PMM 138; Kress 830; Macdonald-Hargreaves 42. - Erste Ausgabe, kenntlich an der Holzschnitt-Titelvignette, die einen Kopf enthält. Bei zwei anderen 1651 datierten Ausgaben handelt es sich um einen kurz nach 1651 erschienenen niederländischen und einen wesentlich späteren Nachdruck. "The fundamental nature of his speculation has stimulated philosophers from Spinoza to the school of Bentham, who reinstated him in his position as the most original political philosopher of his time" (PMM). Eines der bedeutendsten Werke der politischen Philosophie des Westens. - Gereinigt u. mit zahlreichen Ergänzungen der Ränder, vereinzelt mit geringer Buchstabenberührung (überwiegend in der Kopfzeile, selten an Druckmarginalien), wenige alte Unterstreichungen, vereinzelt mit kleineren Quetschfalten, die Falttabelle etwas knittrig u. mit größeren Restaurierungen, Kupfertitel mit minimalem Bildverlust unten rechts, Drucktitel mit neuerem kl. Randeinriss u. Besitzvermerk von Frederic Henry Hedge (1805-1890), amerikanischer Transzendentalist, Gründer des 'Transcendental Club' und Professor für deutsche Literatur in Harvard.
The true first edition as described by Macdonald-Hargreaves, with "head" ornament on title page. - Cleaned and numerous repaired marginal tears and lesions throughout, backed tears rarely touching letters, few old underlinings, occasional printer's creases, some creasing and larger scale restorations to folding table, engraved title with minor loss of image (bottom right corner), letterpress title with ms. ownership note of Frederic Henry Hedge, American Transcendentalist, founder of the 'Transcendental Club' and professor for German Literature at Harvard. Modern dark brown Morocco with spine label, blindstamped spine and covers, gilt inner dentelles, matching cloth slipcase.
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(sold)
With the Rare Leaf a1 "A"
Galilei, Systema cosmicum
Galilei, G. Systema cosmicum: in quo quatuor dialogis, de duobus maximis mundi systematibus, Ptolemaico & Copernicano ... disseritur. Ex Italica lingua Latine conversum. London, T. Dicas, 1663. (17:12 cm). Mit Kupfertitel u. schematischen Textholzschnitten. 11 Bll. (inkl. Kupfertitel), 704 S., 12 Bll. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel u. span. Kanten; gering angestaubt.
Wing G 168; Riccardi I/1, 513, 10.4; Roller-G. I, 434; Cinti 140; Caspar, Kepler 88; Zeitlinger 1442. - Dritte lateinische Ausgabe des berühmten "Dialogo sopra i due massismi sistemi de mondo..." (1632), auch hier in der erstmals 1635 erschienenen Übersetzung von Keplers Freund Matthias Bernegger. Dieser fügte in einem ersten Appendix Teile der Einleitung zu Keplers "Astronomia nova" hinzu, hier als "Perioche ex introductione in Martem" (S. 650-658). Ein zweiter Appendix enthält P. A. Foscarinis "Epistola circa Pythagoricorum & Copernici opinionem de mobilitate terrae et stabilitate solis" (S. 659-704); beide waren in der italienischen Originalausgabe nicht enthalten. 1661 hatte Thomas Salusbury in seinen "Mathematical collections and translations" bereits eine englische Übersetzung des vorliegenden Werks veröffentlicht. Hier mit dem Cinti nicht bekannten Blatt a1, das mittig mit einem "A" bedruckt ist, es folgen Kupfertitel (a2), Drucktitel (a3) und die weiteren Vorstücke (a4-a7, B1-B4). - Etwas gebräunt, gelegentlich kl. Stockflecken. - Provenienz: seit Jahrzehnten in deutscher Privatsammlung.
Third Latin edition, the first Latin edition printed in England. With engraved title. Includes the leaf a1 (marked "A") not described by Cinti. - Somewhat browned, occasionally minor foxing. Contemporary vellum, with hand-written title to spine and overlapping flaps. - Provenance: since decades in German private collection.
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Ptolemaeus, Almagestum 1528
Ptolemaeus, C. Almagestum seu magnae constructionis mathematicae opus plane divinum. Latina donatum lingua ab G. Trapezuntio. Per L. Gauricum recognitum. Venedig, L. Giunta, 1528. Fol. Mit Druckerm. in Rot. u. zahlr. Holzschn.-Diagrammen, meist als Marginalien. 6 nn., 143 num. Bll. Späterer Prgt.; angestaubt, etwas fleckig, Rücken mit Einriss.
EDIT 16, CNCE 29477; Adams P 2214; Sander 5972; Renouard 92; Houzeau-L. 865; Sparrow 167; Norman 1760; Honeyman 2251; Stillwell 97n; vgl. PMM 40, DSB XI, 187 ff. u. Thorndike IV, 395 f. - Erste nach dem griechischen Urtext übersetzte Ausgabe, insgesamt zweite lateinische. Von mehreren der genannten Bibliographen wird die Seltenheit des Giunta-Druckes gegenüber dem Petrus Liechtensteins von 1515 hervorgehoben, der auf einer arabischen Intermediärübersetzung basierte. - Teilw. mit schwachem Braunfleck im Bundsteg. Zu Beginn stärker wasserfleckig, abnehmend bis Bl. 35. Stellenweise im Bundsteg mit geringen Wurmspuren, lediglich bei Bll. 128/129 den Satzspiegel berührend, ab Bl. 138 auch mit 1-3 Wurmspuren im Satzspiegel mit geringem Buchstabenverlust. Titel etwas gebräunt u. angeschmutzt, Druckermarke mit mehreren kl. blassen Monogrammstempeln, Reste einer Anstreichung mit Buntstift, geringe Wurmspuren und Läsuren im Rand, alter Stempel einer Schulbibliothek. Bl. A2 mit altem Besitzvermerk in Tinte, num. Blatt 1 mit alt hinterl. kl. Randeinriss u. verso im Rand etwas angeschmutzt. Einzig die Diagramme im Fußsteg von Bl. 18r u. 19v gering angeschnitten. Bll. 88-94 mit kl. Rostfleck im Bundsteg, 90-92 dort auch mit Fehlstelle. Letztes num. Bl. gering gebräunt u. verso etwas fleckig. Ohne das leere letzte Bl.
"The editio princeps of the first Latin version of Ptolemy's 'Almagest' to be taken directly from the original Greek text... remained the dominant influence in theoretical astronomy until the close of the 16th century" (Norman). With printer's device in red and numerous woodcut diagrams printed as marginalia. - Partially with faint brown stain to inner margin. At the beginning waterstained, decreasing up to fol. 35. In places in inner margin with minor worming, only touching printed area on fol. 128/129, from fol. 138 onwards also with 1-3 wormtraces in printed area with minor loss of letters. Title slightly browned and soiled, printer's device with several small pale monogram stamps, traces of colour pencil marking, minor marginal worming and lesions, old stamp of a school library. Folio A2 with old ownership note in ink, numbered fol. 1 with small backed marginal tear and marginal soiling on the verso. Only the diagrams in the bottom margin of fol. 18r and 19v are slightly cropped. Folios 88-94 with small rust spot to the inner margin, 90-92 also with small missing section there. Fol. 143 slightly browned and stained on the verso. Without the final blank. - Bound in later vellum, a bit dusty and stained, spine torn at top.
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Gerson, De cognitione castitatis et pollutionibus diurnis. Köln 1468
Gerson, J. De cognitione castitatis et pollutionibus diurnis. (Köln, Ulrich Zell, 1467/1468). 4to (21:14,5 cm). Got. Typ. 27 Zeilen. Rubriziert, durchgehend mit rot eingemalten Lombarden. 17 nn. Bll. Mod. kastanienbrauner Maroquinband mit goldgepr. Rtit.
Hain 7690; GW 10728; Goff G-194; Voulliéme, Köln 486; nicht im BMC. - Erste Ausgabe, selten im Handel. Früher Druck des Kölner Erstdruckers, dessen erster belegter Druck aus dem Jahr 1466 stammt. Enthält außerdem: Forma absolutionis sacramentalis. - Breitrandig. Schwach gebräut u. teilweise etwas stockfleckig. Am Schluss mit kurzer alter Marginalie in Tinte. Ohne das letzte leere Bl.
First edition, rubricated throughout and with lombardic capitals suppplied in red. Early work by Cologne's first printer, whose first documented printed work dates back to 1466. - Slight browning, some foxing, single old marginal annotation at end. Without the final blank leaf. Bound in modern chestnut brown morocco, gilt title to spine.
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Johannes Chrysostomus, Sermones de patientia in Job. Köln 1467
Johannes Chrysostomus. Sermones de patientia in Job. Hrsg. u. übers. von Laelius Tifernas. (Köln, Ulrich Zell, um 1467). 4to (22:14,5 cm). Got. Typ. 27 Zeilen. Rubriziert, Lombarden in Rot u. Blau. 48 nn. Bll. (1. u. le. w.). Prgt. d. frühen 19. Jh. mit goldgepr. Rtitel u. kleiner goldgepr. Deckelvignette; hinterer freier Vorsatz entfernt.
Hain-C. 5024; GW M13360; Goff J-304; BMC I, 181; Voulliéme, Köln 653 . - Erste Ausgabe, selten. Die Predigten über die Geduld Hiobs wurden dem 407 gestorbenen Kirchenlehrer wohl untergeschoben. Früher Druck des Kölner Erstdruckers Ulrich Zell. - Zu Beginn eine fälschlich eingemalte Lombarde "P" durch eine rote Lombarde "C" ersetzt. Stellenw. etwas wasserandig; durchgehend mit 1-2 Wurmlöchern, auch im Text; vereinzelt alte Marginalien. - Mit Exlibris J. R. Ritman ("Philosphia hermetica").
First edition of this sermons attributed to John Chrysostom, scarce. - Mistakenly inserted first lombard initial in blue replaced by the correct one in red. Some waterstaining in places; 1-2 wormholes; few old ink marginalia. Early 20th century vellum.
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Überaus selten - Famous Vision of the Irish Knight Tnugdalus
Tundalus Ritter. Köln 1514
Tundalus Ritter. Köln, H. von Neuß, 1514. 4to (19:13,5 cm). Mit großem Titelholzschnitt u. 4 Textholzschnitten am Schluss. 20 nn. Bll. Mod. Hprgt.
VD 16, T 2267; Borchling-C. 557A; Harthausen 45; nicht bei Adams. - Überaus seltener Druck der niederdeutschen Prosafassung der Visio Tnugdali, der Vision einer Reise durch Himmel und Hölle des irischen Ritters Tnugdalus (Tundalus, Tondolus), die der Wandermönch Marcus im 12. Jh. in Regensburg niedergeschrieben hatte und die seitdem in zahlreichen Handschriften verbreitet wurde. VD 16 und USTC können kein Exemplar für diesen Druck nachweisen, VD 16 und Harthausen verweisen auf Borchling-C., wo AachenStB als Standort genannt wird. Die etwa viertelseitigen Holzschnitte auf dem Schlussblatt oben zeigen Himmel und Hölle, die kleineren unten Geburt Christi und den Hl. Markus (Schramm VIII, 874 u. 873, von J. von Landen um 1500 in Fraternitas rosaceae coronae verwendet). Heinrich von Neuß druckte den Text erstmals 1509 mit etwas abweichendem Titel (Dit ys die Hystorie van deme Strengen Rytter Tundalus) und ein weiteres Mal als "Ritter Tundalus" 1516. - Gebräunt und fingerfleckig. Titelblatt mit ergänzter unterer Außenecke mit nachgezeichneter Ecke des Titelholzschnitts und etwas Buchstabenverlust verso, letzte 2 Bll. mit kleinen Ergänzungen im Rand, Schlussblatt dort mit kl. Nachzeichnung an 2 Holzschnitten und etwas braunfleckig. - Provenienz: Hartung & Hartung, Auktion 62 (1990), Los 293 - Europäische Privatsammlung.
Scarce Low German prose version of the Visio Tnugdali with large woodcut on title and 4 smaller woodcuts on final page. - Some browning and thumbing. Title with supplemented lower outer corner with redrawn corner of the large woodcut and some loss of letters on the verso, last 2 leaves with small additions in the margin, final leaf with small redrawing on 2 woodcuts and some brown spots. Bound in modern half vellum.
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Horatius Flaccus, Opera. Straßburg 1498
Horatius Flaccus, Q. Opera cum quibusdam annotationibus imaginibusque pulcherimis (ed. J. Locher). Straßburg, Johann Grüninger, 12. März 1498. Fol. (29:21 cm). Röm. Typ., 3 Kol. Mit Druckermarke u. 168 teils wiederh. Holzschnitten. 6 nn., 207 röm. num., 7 nn. Bll. (1.w.). Ldr. d. frühen 18. Jh. mit doppelten goldgepr. Deckelfileten, Rückenschild u. reicher Rückenvergoldung, etwas beschabt, Außengelenke angebrochen, Kapitale restauriert, vorderer freier Vorsatz alt erneuert
Hain-C. 8898; GW 13468; BMC I, 112; Goff H-461; Fairfax Murray 205; Schmidt, Grüninger 34; Muther 535. - Erste illustrierte Ausgabe, "kann wegen erstmaliger Berücksichtigung in Deutschland gefundener Horaz-Handschriften (u.a. Kloster Lorsch) als editio princeps bezeichnet werden. Die 168 Illustrationen stammen vom Künstler des Terenz (Straßburg 1496). Die meisten sind nach Art jenes Druckes aus 2 bis 5 Stöcken so zusammengesetzt, daß man mit nur 101 Stöcken (in 623 Einzelabdrucken) auskam. Nach Kristeller Nr. 83 wurden nur 31 Stöcke erstmals verwendet" (von Arnim, Slg. Schäfer I, 167). - Wasserrandig bzw. untere Innenecke mit Wasserfleck; stellenw. etwas fleckig, num. Bll. 111, 113 u. 114 tintenfleckig; Kolumnentitel vereinzelt angeschnitten; erste Bll. mit einigen Wurmlöchern; letztes Bl. der Vorstücke mit Fehlstelle im Bundsteg; Bl. 49 mit Papierfehler im Rand; Titel mit altem Besitzvermerk.
First illustrated edition, based on mss. found in Germany and hence ranked as an editio princeps. With 168 large woodcuts, mostly composite. - Some waterstaining and dampmarking throuhjout; some staining in places; ink staining to 3 leaves; head titles touched by binder's knife at few leaves; slight worming at beginning; marginal flaws to 2 leaves; old owner's inscription to title. 18th century calf gilt, some rubbing, joints partly cracked, spine restored at head and tail.
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Altkoloriert
Brunschwig, Distilierbuch. 1515
Brunschwig, H. Das distilierbuch. Das buoch der rechten kunst zu distilieren und die Wasser zu brennen angezögt mit figuren nutzlich den menschlichen leib in gesundheit zubehalten. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, J. Grüninger, 1515 (Druckverm. nach Tl. 1). Fol. (30,5:21,5 cm). Mit zahlreichen altkolorierten Holzschnitten im Text. 130 (recte 126) num. Bll.; 56 nn. Bll. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit blindgepr. Deckeltitel u. -bordüren sowie blindgepr. Rücken; etwas fleckig, mit Fehlstellen u. wenigen Wurmspuren, Buchblock angebrochen, ohne die Schließen.
VD 16, B 8720; Nissen, BBI 266; Benzing, Brunschwig 13; Schmidt, Grüninger 148. - Vierte Ausgabe des sog. kleinen Destillierbuches, mit den schönen altkolorierten Pflanzenholzschnitten u. Abbildungen der Destillierapparate. Ferner im 2. Teil von Ficino Darstellungen von Medikamentenstuben, Ärzten am Krankenbett etc. - Wasserrandig u. etwas gebräunt, teilw. mit kl. Randläsuren, Vorsätze u. letzte Bll. mit Wurmspuren im Rand, 2 Bll. mit Randeinriss (1 hinterlegt), die doppelblattgr. Abbildung etwas angeschnitten.
Fourth edition of the so-called small distillery book. With numerous woodcuts of plants and figures, and illustrations of distillery equipment, all in beautiful contemporary colouring. - Waterstained and somewhat browned, some small marginal lesions, wormholes to margins of endpapers and last leaves, marginal tear (1 backed) to 2 lvs., double-page illustration trimmed. Bound in blindstamped contemp. calf; somewhat stained, loss of material in few places, minor worming, book block broken, lacking clasps.
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Schopenhauer, Ueber die vierfache Wurzel
Schopenhauer, A. Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Eine philosophische Abhandlung. Rudolstadt 1813. (20:12,5 cm). Mit einigen schemat. Textholzschnitten. 1 Bl., 148 S., 1 w. Bl. Marmorierter Pp. d. Zt. mit hs. Rsch., etwas bestoßen u. gering berieben, Rschild mit kl. Randläsur; in Hmaroquinkassette mit goldgepr. Rtitel.
Borst 1182; Grisebach 11; Hübscher 1. - Seltene erste Ausgabe von Schopenhauers Dissertation, die in nur geringer Auflage gedruckt wurde. "Schopenhauer führt in der Vorrede zur 2. Auflage an, daß diese seine Erstlingsschrift ohne sein Wissen mehrere Jahre im Buchhandel gefehlt habe; es kam dies daher, daß der noch vorhandene Rest der Auflage bei dem Konkurs der Buchhandlung, bei der sie in Kommission erschienen, durch ein Versehen zu Makulatur gemacht worden war" (Grisebach 10). - Fliegende Vorsätze, Titel u. das weiße Schlussblatt minimal stockfleckig, vereinzelte Bleistiftmarginalien. Schönes Exemplar.
First edition of Schopenhauers's dissertation, his first publication. - Minor foxing to flyleaves and title. Contemporary boards, somewhat worn, in half-morocco box. Fine copy.
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Swift, Travels by Lemuel Gulliver. 4 in 2 Bdn.
(Swift, J.). Travels into several Remote Nations of the World. In four Parts. By Lemuel Gulliver. 4 Tle. in 2 Bdn. London, Benj. Motte, 1726. (20,5:13,5 cm). Mit gest. Porträt u. 6 Kupfertafeln. XVI, 148 S.; 3 Bll., 164 S.; 3 Bll., 155 S.; 4 Bll., 199 S. Unter Verwendung des Or.-Materials umfassend restaurierte, wohl englische Lederbände d. Zt. mit Rsch., insbesondere die alten Lederbestandteile noch stark berieben.
PMM 185; Teerink-Scouten 289. - Erste Ausgabe, Teerinks "A edition" mit allen genannten Kennzeichen, das Porträt, wie meist, im zweiten Zustand. Eines der berühmtesten Werke der englischsprachigen, ja der Welt-Literatur, zugleich das bekannteste des irischen Schriftstellers, anglikanischen Priesters und Politikers Jonathan Swift. "Die ergötzliche Phantastik der Erfindung, die überwältigende und doch immer kontrollierte Fabulierkunst, die satirischen Perspektiven und die Abgründigkeit des Welt- und Menschenbildes - Eigenschaften, die sich nur selten in einem einzigem Werk vereinigt finden - haben 'Gulliver's Travels' zu einem der meistgelesenen Bücher der abendländischen Literatur gemacht" (KLL). Die Kupfer zeigen Phantasiekarten und -pläne sowie eine Schreibapparatur. - Stellenweise gebräunt und etwas stockfleckig, Porträt an den Ecken und im Bund restauriert, 1. Titel im Bund restauriert und mit alter Anstreichung des Namens Gulliver und Hinzufügung des Namens des Autors.
First edition, Teerink's state A. Four parts in two volumes, with engraved portrait of Gulliver in second state with legend on the oval frame, 5 engraved maps and plans and 1 engraved plate of the automatic writing machine. "'Gulliver's Travels' has given Swift an immortality beyond temporary fame" (PMM). "As a satirist Swift has no equal in English literature for range, subtlety, and power... Of all the works of eighteenth-century English literature, it is probably Gulliver's Travels that is the best-known and most widely read today" (C. Probyn, Oxford DNB). - Some browning and foxing throughout, restorations to inner margin of the portrait and first title, as well as to outer corners of the portrait. First title with old underscoring of the word Gulliver and addition of the author's name in ink. The contemp. (English) calf-bindings have undergone extensive restoration, in great parts preserving original leather, still some rubbing especially to the old leather-material.
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Karsten, Des Herrn Leske Mineralienkabinet. 2 Bde.
Leske, N. G. - Karsten, D. L. G. Des Herrn Nathanel Gottfried Leske weil. ordentl. Professor der Naturgeschichte und Kameralwissenschaften zu Marburg ... hinterlassenes Mineralienkabinet (sic) systematisch geordnet und beschrieben. 2 Bde. Leipzig, Müller, 1789. (20,5:13 cm). Mit 5 altkol. gefalt. Kupfertafeln. 27 Bll., 578 S., 1 Bl.; 280 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. und 2 farbigen Rsch.; gering berieben, kleine Wurmspuren am Rücken von Bd. 2. (= Museum Leskeanum, 2: Regnum minerale).
Poggendorff II, 1225; Nissen, ZBI 2154, 2; Sinkankaas 3325 ("not seen"); Ferchl 266. - Sehr seltene Originalausgabe des Katalogs einer der bedeutendsten Mineraliensammungen der Zeit in Europa. Die ursprünglich von Abraham Gottlob Werner angelegte Sammlung ging nach seinem Tod an seinen Schüler N. G. Leske, wurde von Karsten, einem weiteren seiner Schüler beschrieben, 1792 von der Dublin Society erworben und befindet sich heute im National Museum of Ireland. "At the time, the Leske collection of 7,331 specimens was one of the largest and most important in Europe; it occupied a unique position among such collections because of having been studied by Kirwan and used as a basis for his landmark 'Elements of Mineralogy', first edit 1784" (Sinkankaas 3326, zur engl. Ausgabe von 1798). Zum Zeichner und Stecher der schönen Tafeln, Gustav G. Endner (1754-1824), vgl. Thieme-B. X, 521. - Text schwach stockfleckig, die Tafeln kaum betroffen. Tafel 3 unten durch blasses Kolorieren etwas fleckig. Die zweite Lage (*) der Vorstücke zu Bd. 1 in 7 Bll., so komplett.
Scarce original edition of the catalogue of one of the most important mineral collections of the time in Europe. 2 vols. with 5 engr. folding plates with fine colouring by hand. - Light foxing to text, plates hardly affected. Bound in contemp. half calf, spines gilt and with 2 colour labels; slight rubbing, little worming to top end of spine of 2nd vol.
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Petrus Lombardus. 6 Bll. aus 1 Handschrift 12./13. Jh. / 7 Hefte
Petrus Lombardus. Sententiae. - 6 Blätter aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament, verwendet als Einbände. Ende des 12. oder erste Hälfte des 13. Jh. Blattgröße noch 30:20,5, Schriftspiegel 24:14 cm. 29 Zeilen. Frühgotische Minuskel in brauner Tinte, Hervorhebungen in Rot. Mit 1 neunzeiligen figürlichen Initiale "S" in Gold auf Blau u. zahlreichen zweizeiligen Initialen in Rot.
Die "Sententiae" (Sententiarum libri IV) des Petrus Lombardus (ca. 1095/1100-1160) waren eins der einflussreichsten theologischen Werke des Mittelalters. Alle Blätter stammen aus Liber IV. Sichtbar sind 5 Rectoseiten u. 1 Versoseite, jeweils komplett, bei 5 Heften allerdings tlw. verdeckt durch ein großes Deckelschild aus Papier. Die sehr interessante große Initiale zeigt eine geflügeltes Fabelwesen mit einem Menschenkopf, der eine Art Kappe trägt. Sie leitet Liber IV ein: "(S)amaritanus enim...". Die Blätter wurden wohl im 18. Jh. verwendet, um einzelne Stimmen stimmen der "Offertoria ad Evangelia in Festo Corporis Xsti" einzubinden, die Hefte enthalten jeweils 5 Bll. Notenhandschrift. - Etwas angestaubt, 5 Hefte mit Deckelschild. - Dazu: 1 Blatt aus einer anderen, sehr abkürzungreichen lateinischen Handschrift auf Pergament mit theologischem Inhalt, wohl 14. Jh. Bastarda in schwarzbrauner Tinte. - Enthält eine weitere Stimme zum oben genannten Musikwerk. - Zusammen 7 Hefte.
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Rarissimum des österreichischen Buchdrucks - Mit Widmung des Autors (?)
Sponrib, Carls Hochzeitliche haimfuerung
Festbücher. - Karl II. von Innerösterreich. - Sponrib, W. Warhaffte Beschreibung was vor ... Ertzhertzogen Carls zu Osterreich (et)c. Hochzeitlichen haimfuerung in der Hauptstadt Grätz in Steyer vom 17 Augusti biß auff den 8 September von Porten und andern Triumphirenden zierligkhaiten zuegerichtet. Graz, Z. Bartsch, 1572. 4to (26:19 cm). Mit 51 (13 fast ganzs.) Holzschnitten im Text (inkl. Titel) u. 3 doppelblattgr. Holzschn.-Tafeln, alle altkoloriert. 60 nn. Bll. Prgt. d. Zt. unter Verwendung eines rot u. schwarz gedruckten Missale-Blattes, berieben, fleckig, Rücken etwas angeplatzt, Schließbänder fehlen.
VD 16, S 8361; Thieme-B. II, 585; Nebehay-W. 712. - Einzige Ausgabe. "Die Druckwerke von Bartsch zählen zu den grössten Seltenheiten" (A. Schlossar, Der Buchdrucker und Formenschneider Zacharias Bartsch zu Graz im XVI. Jahrh., in: Zeitschrift f. Bücherfreunde, Jg. 6, 1903, H. 10, S. 399). Reich illustrierte Schilderung der prunkvollen siebentägigen Feierlichkeiten anlässlich des Einzugs des frischvermählten Erzherzog Karl II. von Innerösterreich mit seiner Gattin und Nichte, Prinzessin Maria Anna von Bayern, in Graz durch Wenzel Sponrib. Die doppelblattgroßen Holzschnitte des Zacharias Bartsch zeigen den festlichen Einzug mit der frühesten druckgrafischen Wiedergabe des Grazer Stadtbildes im Hintergrund, des Weiteren ein Turnier sowie die Anreise des Brautpaars auf dem Wasserweg. Die ganzs. Holzschnitte zeigen 9 Ehrenpforten für den Festzug, die Textholzschnitte das Allianzwappen des Paares sowie zahlr. Wappen teilnehmender Adeliger. Die Wappen stammen teils aus dem 1567 erschienenen steiermärkischen großen Wappenbuch von Bartsch, das den Formschneider in den ständischen Kreisen bekannt machte. Der streng katholische Erzherzog Karl II. war seit 1564 Gegenspieler der protestantischen Landstände, die in der 2. Hälfte des 17. Jh. den Höhepunkt ihres Einflusses erreichten mit Graz als lutherischer Hochburg. Auch der Buchdrucker Bartsch war Protestant, wurde jedoch auch als solcher für die Herstellung amtlicher Druckstücke für die erzherzogliche Regierung herangezogen, "zumal er (ab 1571) als der einzige Druckereibesitzer in der Stadt und im Lande überhaupt erschien" (Schlossar S. 396). - Provenienz: Mit wohl eigenh. Widmung des Autors Sponrib an seinen Dienstherren "Christoffer dem Jüngern, Freyherr zu Kainach, Leonrod und Einöd, Pfanndt Innhaber der Herrschaft Ober Voitsperg, und einer Ersamen Lanndtschafft In Steirr Dienst Hauptman, meinem gnädigen und gebiethendem Herrn". Sponrib nennt sich entsprechend selbst "ainer Ehrsamen Landtschafftn in Steyer Registrator". "Diese Stellung hatte er von 1567 bis 1577 inne ... 1571 bekam er neben seiner üblichen Besoldung auch 100 Gulden auf 'der herrn verordneten ratschlag", vermutlich hängt diese Gabe mit den Hochzeitsfeierlichkeiten zusammen" (K. Vocelka, Habsburgische Hochzeiten, S. 68f). Auch die Herren von Kainach aus der Steiermark waren Anhänger Luthers. - Etwas gebräunt, tls. braun- u. fingerfleckig, vereinzelt mit Randläsuren, 1 Bl. fast lose, 2 doppelblattgr. Holzschnitte mit hinterlegten Randausrissen mit Bildverlust, davon einer mit tls. repariertem Einriss im Mittelfalz, der dritte doppelblattgr. Holzschn. mit Einriss im Mittelfalz u. im oberen Bildteil sowie minimal angeschnittener Überschrift, vorderes freies Vorsatzbl. mit Eckausschnitt.
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Münster, (Cosmographey). 1598
Münster, S. (Cosmographey: das ist, Beschreibung aller Länder, Herrschafften und fürnemesten Stetten des gantzen Erdbodens). Basel, S. Henricpetri, 1598. Fol. (38:25 cm). Mit 26 doppelblattgr. Vortextkarten, 2 gefalt. u. 70 doppelblattgr. Ansichten, Karten u. Plänen (alle mitpag.) u. ca. 1200 Textholzschnitten sowie Holzschnitt-Druckermarke. 13 (statt 14 Bll.), 26 Karten, 1461 S., 1 Bl. Blindgepr. Schweinslederband d. Zt. über Holzdeckeln mit 1 Schließe (von 2) u. 6 Messingbeschlägen (von 8; 1 gelockert); gebräunt u. etwas berieben, Vorderdeckel mit wenigen, Spiegel sowie Vorsätze mit einigen Wurmlöchern, Kopf u. Fuß mit Einrissen u. kl. Fehlstellen, Rückdeckelkanten bestoßen, vordere Vorsätze läd., vorderer Spiegel mit hs. Besitzvermerken, u. a. C. Leuschner.
VD 16, M 6706; Sabin 51395; Alden-L. 598/73; Burmeister 83. - 18. deutsche Ausgabe. Fast vollständiges Exemplar mit 2 Weltkarten und Karten von Amerika, Asien, Europa, Frankreich, Rheinlauf, Spanien u.a. Unter den zahlr. Ansichten Augsburg, Besancon, Bordeaux, Chur, Cusco, Florenz, Jerusalem, Köln, Koblenz, Kairo, Konstantinopel, Rom, Venedig u.v.a., außerdem die Darstellung der "Meerwunder". - Gebräunt, teilw. mit einzelnen Wurmlöchern, letzte Bll. stärker betroffen (minimaler Text- oder Bildverlust). Stellenw. im Rand mit schwachem Wasserfleck, stellenw. etwas stock- oder braunfleckig, vereinzelt alte Verstärkungen im Bundsteg, wenige hs. Marginalien u. Randeinrisse, selten bis in den Text. Erste u. letzte Lagen lose u. mit Randläsuren, oft angerändert. 1 Bl. mit Tintenfraß im Rand. Weltkarten, Europa, Schwaben, Venedig, Florenz, Baden, Würzburg, Lübeck, Jerusalem u. die Meerwunder mit kleinem, Deutschlandkarte sowie La Rochelle, Quintin, Bern, Basel, Erfurt u. Cusco mit großem Einriss im Falz, gefalt. Ansicht von Heidelberg teilw. geknittert u. mit 2 Löchern, etwas Bildverlust, gefalt. Ansicht von Wien teilw. aufgezogen u. mit Bildverlust durch 2 gr. Einrisse u. Randläsur, Rückseite (= S. 962) mit Textverlust. Das Bl. mit Druckermarke lose beiliegend u. hinterlegt, dabei das Kolophon frei gelassen. Fehlt das Titelblatt.
18th German edition. With 26 maps pre-text, 2 folding and 70 double-page views, maps and plans (paginated) as well as approx. 1200 woodcuts in text. Almost complete copy with 2 world maps and maps of America, Asia, Europe, etc. Among the numerous views Augsburg, Bordeaux, Chur, Florence, Jerusalem, Cologne, Constantinople, Rome, Venice, etc., also the 'Sea Wonders'. - Browned, some wormholes and marginal waterstaining as well as slight foxing, occasional old reinforcements to gutter, few ms. marginalia and marginal tears, rarely affecting text. First and last quires loose, marginal lesions, often repaired. Small tear to fold of world maps, Europe, Swabia, Venice, Florence, Baden, Würzburg, Lübeck, Jerusalem and Sea Wonders, long tear to fold of map of Germany as well as views of La Rochelle, Quintin, Bern, Basel, Erfurt and Cusco. View of Heidelberg partly creased, 2 holes, some loss of image. View of Vienna partly mounted, 2 large tears, some loss of image, some loss of text to reverse page (= p. 962). Leaf with printer's mark loose and mounted. Lacking title. Bound in contemp. blindstamped pigskin over wooden boards, 1 clasp (of 2), 6 brass mountings (of 8; 1 loosened); browned and somewhat rubbed, some worming to covers and endpapers, tears and small losses to head and foot, back cover edges bumped, ms. notes of ownership to front endpaper.
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Duhamel du Monceau, Arbres. 7 Bde.
Duhamel du Monceau, H. L. Traité des arbres et arbustes que l'on cultive en pleine terre, en Europe, et particulièrement en France. Édition augmentée. 7 Bde. Paris, Bertrand (Bde. 1-2 u. 7) bzw. Roret, 1825-ca. 1852. Fol. (43:29 cm). Mit 1 gest. Titel u. 498 Kupfertafeln in Punktiermanier nach P. J. Redouté u. P. Bessa. Uniforme Hldr. d. Zt. mit Rückenschild, stellenw. etwas berieben u. bestoßen, einzelne Kapitale etwas ausgefranst.
Stafleu-C. 1547 Anm.; vgl. Nissen, BBI 549, Dunthorne 243 u. Mac Phail 14. - Nachdruck des sogenannten 'Nouveau Duhamel', erstmals 1800-1819 erschienen und völlig unabhängig von Duhamels 1755 publiziertem gleichnamigen Werk. Vorliegend Bände 1-2 und 7 mit Verlagsangabe Arthus Bertrand und datiert 1825; Bände 3-6 undatiert und ca. 1852 bei Roret erschienen, auch der gest. Titel mit allegorischer Darstellung zu Bd. 1 bereits mit Verlagsangabe Roret. Mit prachtvollen Tafeln, darunter zahlreiche Obstbäume und Früchtedarstellungen sowie 2 Tafeln mit Abbildungen von Olivenpressen. - Teilw. leicht gebräunt oder fleckig, einzelne Textbll. stärker, wenige Taf. insgesamt leicht gebräunt. Vereinzelt kl. Randein- oder Randausrisse (teils rep.). S. 17 in Bd. 6 mit Stempel, Text von Bd. 7 mit kl. Wurmgängen vor allem im Bug u. im w. Unterrand. Unbeschnitten.
7 vols. Re-issue of the so-called Nouveau Duhamel, first published 1800-1819. Vols. 1-2 and 7 with imprint by Arthus Bertrand and dated 1825, vols. 3-6 undated and with Roret imprint publ. c. 1852, also the engraved title to vol. 1 already with Roret's name. With engr. title and 498 stipple engraved plates after J. P. Redouté and a few after P. Bessa, many of them depicting fruit trees and fruit. - Light browning, staining or foxing in places, occasionally heavier, a few plates slightly browned throughout. Some small marginal tears or tear-outs in places (partly rep.), stamp to p. 17 in vol. 6, text in vol. 7 with some wormholes mainly to centerfold and lower blank margin. Bound in contemporary half-calf, somewhat rubbed and worn, some fraying to head or tail of spines. Uncut copy.
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