Reiss & Sohn Auctions 228 - 229 • April 21 - 23, 2026
F.H. Ahrens, Brief (an C.F. Hindenburg)
Ahrens, Friedrich Heinrich (dt. Uhrmacher; 1750-1822). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Friedrich Heinrich Ahrens der Jüngere". Hannover, 2. September (17)92. (22,5:18,5 cm). 2 1/2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Ahrens beantwortet die Anfrage eines "Herrn Professor" (wohl Carl Friedrich Hindenburg, Prof. für Mathematik u. Physik) bezüglich Beschaffenheit, Handhabung, Preis und Lieferzeit für einen Tertienzähler. Ahrens war Hofuhrmacher in Hannover und gilt als einer der ersten Hersteller von diesen erstklassigen Präzisions-Kurzzeitmessern zum Messen kurzer Zeitintervalle mit plus minus 1/100 Sekunde Genauigkeit. Sie gehörten zur Standardausrüstung jeder Sternwarte und wurden vielfach auch für militärische Zwecke eingesetzt. Ahrens stellt hier heraus, dass er "den Gang des Tertienzeigers gleichförmiger gemacht habe" im Vergleich zur Klindworthischen Uhr (J. A. Klindworth. Uhrmacher u. Hersteller astronomischer Instrumente; 1742-1813). Es folgen genaue Erläuterungen zum Gebrauch sowie die Preisangabe "8 wohlfeile Pistolen oder 40 Taler in Gold". Da er noch an einem bestellten Stück arbeite, "könnte eine solche Tertienuhr auf Neujahr erst fertig sein". - Unter Seidenpapier auf Pappe geheftet; Bll. verso je mit kleinem Stempel; recto 1 Bibl.-Signatur.
Manuscript letter from watchmaker Ahrens regarding the quality, handling, price and delivery time of his high-precision second chronograph. - Doublesheet stiched to cardboard and covered by tissue paper; with 2 small stamps and library-signature.
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H.C. Andersen, 2 Widmungsblätter
Andersen, Hans Christian (Dichter u. Schriftsteller; 1805-1875). 2 eigenhändige Widmungsblätter mit Unterschrift. Leipzig, 15. Sept(ember) 1846 u. Leipzig, Oktober 1860. (13,2:21,6 u. 23: 14 cm). 1 Bl. u. 1 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Beide in Leipzig verfassten Widmungsblätter mit Versen des Dichters. Der 1860 verfasste Vers auf Deutsch: "Weil ich jung bin, will ich wandern, / Ziehe von einem Ort zum andern. / Jugendsinn gaebt mir Vertraun." Im selben Jahr erschienen mehrere kleinere Prosaschriften, deren dänische Originaltexte erst später gedruckt wurden, in dem Band 'Aus Herz und Welt'. Das andere, 1846 dänisch verfasste vierzeilige Gedicht widmete Andersen "til Digter Böttger fra H. C. Andersen". Es handelt sich dabei wohl um den Lyriker und Dramatiker Adolf Böttger (1815-1870). - Jeweils mit schwachem Mittelfalz, auf Pappe montiert, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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"Mein Freischütz findet gegen mein Erwarten viel Freunde"
August Apel, Briefwechsel mit Friedrich Kind. 106 Briefe
Apel, August (Schriftsteller; 1771-1816) u. Friedrich Kind (Schriftsteller; 1768-1843). Umfangreiche Teile ihres Briefwechsels, enthaltend 44 Briefe von Apel an Kind (meist Leipzig oder Ermlitz, 1799?-1815, einige undatiert) u. 62 Briefe von Kind an Apel (meist Dresden, 1798-1811, einige undatiert). Verschiedene Formate. 1-8 S.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - August Apel und Friedrich Kind, die beide die Nikolaischule in Leipzig besuchten, waren seit frühester Jugend eng miteinander befreundet und begeisterten sich beide für Dichtung und die Literatur des Sturm und Drang. "So verlebten wir denn täglich zusammenkommend, wenigstens an einander schreibend, und ich kann sagen eifersüchtig darüber wachend, daß kein Dritter sich in unseren Bund dränge, die letzten Schul- und ersten akademischen Jahre ... Wir erfanden uns für unsere Briefe Chiffern ... ich hieß Oskar oder Rodrigo, Apel Dermid oder Franzesco ... so nahe als ich, wenigstens vom 12. bis zum 24. Jahre, hat ihm schwerlich einer gestanden" (Kind, Freischütz 1843, S. 82-85). Auch die vorliegenden Briefe beginnen meist mit "F(rancesco) a(n) R(odrigo)" und "R. a. F." und sind unterzeichnet mit "Fr.", "Franc." u.ä. Obwohl Kind später schrieb, man habe sich später etwas entfremdet, ist der Briefwechsel von Herzlichkeit geprägt. "Leb wol lieber alter Freund. Ich sehne mich oft in die fantastische Zeit zurück wo wir uns abends auf dem Kreuzwege trafen. Nur ein Schatten dieser lieblichen Morgenröthe ging in der Folge noch einmal durch mein Leben, und auch dieser ist verschwunden. Ich bin wirklich jetzt so einsam, dass ich bald anfangen werde, der Einsamkeit froh zu werden. Ewig der Deinige / Francesco" (Apel 22. 11. 1803). Beide waren Juristen, wobei Apel den Anwaltsberuf früher aufgab als Kind. In manchen Briefen geht es auch um juristische Aufträge von Apel an Kind. Mehrfach und nachdrücklich lädt Apel Kind auch zu sich ein. "Wahrscheinlich siehst Du Rochlitz (...) Grüss ihn freundlichst von mir, und sag ihm, er solle doch (...) ja nicht unterlassen, mich aufm Lande zu besuchen und mit Sak (!) und Pack einzuziehen. Seine Stube sey bereit und warte nur auf den Bewohner. Dass ich nun Dich nicht einladen kann, wegen der verdammten Praxis. - Lass doch die Toden ihre Toden begraben und mache Dich aus der verdammten Advokaten Kaste los (..)." (13. 5. 1804). Beide Schriftsteller schicken einander ihre Werke im Manuskript und als Drucke und tauschen sich darüber aus. "Du erhältst beiliegend den letzten Theil des dir gewidmeten Werkchens. (...) Laß mich bald privatim und publice hören, wie du mit dem Ganzen zufrieden bist - ob es mir gelungen ist, die hervorgerufnen Geister zu bannen, oder ob sie mir, wie dem Zauberlehrling, über den Kopf gewachsen sind?" (Kind 4. 5. 1804). "Ich wünsche bald wieder etwas von Dir zu bekommen (...) ich lese Deine Sachen immer am liebsten und komme mir vor wie der Pelican in der Fabel, der sich selbst zerhackt, wenn ich die kritisiere" (Apel 1. 9. 1804). "Der verdammte Druckfehler besingen statt besiegen ist mir ordentlich in die Glieder geschlagen. (...) Ich bitte dich ziehe nach Leipzig, ich hatte mich nun schon so daran gewöhnt dich zu sehen, dass ich mir hier wie fremd vorkomme" (Apel 30. 4. 1805). Apel berichtet Kind auch von der Aufführung seines "Polyidos", in die die Brüder Adolph und Friedrich Wagner involviert sind. "Heute Abend wird mir eine Chorprobe des Polyidos aufgetischt. Wagner hat mir vorläufig gesagt wie er sprechen lässt, es muss götliche Wirkung thun, und wenn er es durchführt, so hat er den Pol. wiedergeboren im Geist" (8. 3. 1806). Über die Aufführung am 22. März folgt am nächsten Tage ein ausführlicher Bericht. Am 23. Mai 1810 schreibt Apel: "Hier hast Du den ersten Theil des Gespensterbuchs und wolle deine Aufgeklärtheit weder an der Sache ein Skandalum nehmen noch deine Fantasei (!) der Schwäche ihres Nächsten darob zürnen weil sie statt zu fliegen nur flattert. Am 31. Mai dann: "Du hast sehr recht, daß es in die Länge schwer wird bei dem Gespensterbuch die Einförmigkeit zu vermeiden. Feenmärchen helfen am wenigsten, denn sie ermüden noch mehr als eigent(liche) Gespenstergeschichten. Indessen durch 4 bis 6 Bändchen denke ich Abwechslung genug durch Erfindung und Behandlung zu bringen und Gott weis ob das Buch nur so viel Bände erlebt. In dem ersten sind zwei Feenmärchen schon zu viel, das zweite soll mannigfaltiger werden. Mein Freischütz findet gegen mein Erwarten viel Freunde, mir sind die Bilder der Ahnen lieber." Friedrich Kind ist der Verfasser des Librettos zu Carl Maria v. Webers Oper 'Der Freischütz', das auf der Erzählung Apels beruhte. Vom 13. November 1813 datiert ein langer Brief Apels, in dem er ausführlich über die Lage in Leipzig mit zahlreichen Seuchentoten berichtet. Unter seinen undatierten Briefen 3 ohne Anrede (komplett?). Ein undatierter, bewegender Brief Apels ist vielleicht von 1795 und bezieht sich auf den Tod von Kinds erster Frau. Zusätzlich zu den Briefen von Kind an Apel sind zwei an die "Hofräthin Hindenburg", außerdem enthalten Gedichtmanuskripte "Purpurblümchen" und "Die Bleicherin". Die ersten beiden Briefe von Kind (1798 u. 1799) in englischer Sprache. - Insgesamt vereinzelt etwas gebräunt oder etwas fleckig. Alle Autographen Kinds mit Signatur, jede Seite mit Stempel; 1 Brief Kinds mit geringem Buchstabenverlust durch Wurmspur, 2 Briefe von Kind alt montiert; 1 Brief von Apel alt montiert u. mit geringem Textverlust durch Ausriss u. Fehlstelle.
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August Apel, Briefwechsel mit J.C.A. Heinroth. 41 Schriftstücke
Apel, August (Schriftsteller; 1771-1816) u. August Heinroth (Arzt; 1773-1843). Teile ihres Briefwechsels, enthaltend 13 Briefe von Apel an Heinroth (meist Ermlitz, 1795-1816, 2 undatiert) sowie 28 Briefe u. Billets von Heinroth an Apel (meist Leipzig, 1801-1808), meist mit Unterschrift oder Paraphe, sowie 1 an die Witwe Apel (1816). Verschiedene Formate. 1-4 S.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - August Apel und Johann Christian August Heinroth waren seit ihren Universitätsjahren eng befreundet. Heinroth erlangte später Bedeutung als der erste Inhaber eines Lehrstuhls für Psychiatrie ("Psychische Therapie", 1811), er verwendete auch als erster den Begriff "Psychosomatik". Zu ihrem Freundeskreis gehörten u.a. Friedrich Rochlitz, Friedrich Kind und Adolph Wagner, die in den vorliegenden Briefen öfter erwähnt werden. "Ich habe neulich mit Rochlitz in Gesellschaft von Stiegitzens und dem Miezchen (...) in Richters Garten einen sehr angenehmen Abend gehabt. Rochlitz scheint sich sehr an das Miezchen zu attachiren, er sprang immer wie ein Hundchen um sie herum (...)" (Heinroth 30. 5. 1807). Eine Entfremdung trat ein wegen einer Frau namens "Caroline"; am 24. November 1803 schrieb Heinroth: "Vorläufig bitte ich dich um Verzeihung wegen alles dessen, was in meinem bisherigen Verfahren gegen dich, unvernünftig gewesen ist (...) Namentlich verdamme ich die Anmaassung dich von Carolinen trennen gewollt zu haben, so wie ich mir (...) das Recht abspreche über die Nothwendigkeit deiner ehelichen Verbindung mit Carolinen zu urtheilen." Am 18. Januar 1805 schreibt Heinroth über seine Absicht, noch im selben Jahr die Medizin aufzugeben, um sich der Dichtung und der Philosophie zu widmen. "Nachdem ich einmal, durch einen frühen Missgriff ins Leben, die Medzin zu meiner Beschäftigung gewählt hatte, blieb mir in dieser letzten Zeit, um das Leben durchzubringen, freylich nichts übrig als Kranke zu behandeln wo ich ihrer nur habhaft werden konnte (...)". Am 24. Juli desselben Jahres berichtet er vom glücklich überstandenen Rigorosum. In ihrem Briefwechsel tauschen sich Apel und Heinroth meist über Dichtung und Philosophie aus. "Ich habe nun den göttlichen Ardinghello allein auslesen müssen. Er hat mir himmlische Stunden gegeben. Der zweithe Theil ist fast entzückender noch, als der erste; eine wahre Zaubermusik." (Heinroth 20. 5. 1807). Heinroths Schreiben enthalten mehrere Gedichte. Nach längeren philosophischen Ausführungen schreibt Apel am 25. Juni 1801: "Nach dieser philosophischen Saalbaderey - denn ich schmeichle mir selten so schlecht und confus gesprochen zu haben - wirst du mir wol die verlangte Theorie des Epos und Idylle gern erlassen. Am 6. April 1808, im letzten enthaltenen Brief Heinroths an Apel, schreibt Apel von den Schulden, in die er geraten sei "durch ein allmählig gestiegenes Mißverhältnis zwischen meiner Einnahme und Ausgabe" und bittet um Hilfe: "Ich habe das Vertrauen zu dir daß du (...) deinen alten Kriegskameraden nicht wirst in der Klemme lassen". Enthält auch einen Brief Apels vom 2. August 1816 mit der späteren Notiz: "Letzter Brief. Er starb am 9ten August d. J. früh 6 Uhr". - "Lebe wohl, du sonderbarer Mensch, den ich für mein Leben gern ganz durchschauen möchte, wie man die reine Luft durchschaut, die unser Leben erquickt" (Heinroth 24. 7. 1804). - Tlw. leicht gebräunt oder etwas fleckig.
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"Mannigfach Freude, Schmerz und Sorge" für Bechstein
L. Bechstein, 5 Briefe + 1 Kuvert an T. Apel
Bechstein, Ludwig (dt. Schriftsteller u. Bibliothekar; 1801-1860). Sammlung von 5 eigenh. Briefen u. 1 eigenh. Kuvert an den Freund u. Schriftsteller Theodor Apel. Meiningen, 2. September 1839 - 12. Februar 1846. Versch. 8vo-Formate. 1 1/2 - 3 S. auf 4 Doppelbll. u. 1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - An seinen "verehrten Freund" Theodor Apel (4 Briefe sowie 1 Kuvert mit Adresse "Herrn Rittergutsbesitzer Theodor Apel") u. 1839 an Apel u. Adolf Böttger (dt. Lyriker, Dramatiker u. Übersetzer; 1815-1870) gemeinsam: "Liebe Freunde!... Zu seiner Zeit werde ich von Ihrer beiden… fortgesetzten literarischen Betriebsamkeit und Strebsamkeit ein mehrers lesen... Das Beisammensein mit guten Menschen ist stets als eine Wohlthat zu betrachten die der Himmel uns schenkt, es ist ein Rosenbaum im Lebensgarten, der freilich nicht immer blühen kann." 1840 verkündet Bechstein "Ich war literarisch sehr fleißig. Es wird eine Novelle 'Sophienlust' geschrieben, im Band der bereits angekündigten 'Clarinette' und viel anders verbreitet." Die erwähnte Novelle verfasste B. nach seinen Erlebnissen auf dem idyllischen Gut Amalienruh. Apels Dichtung lobt Bechstein im Brief vom April 1840: "Ich bewundere die eingehaltene Form ihrer Sonette und die Anmuth, mit der Sie in den Hypochondischen (?) Gedichten sociale Verhältnisse der Gegenwart zur Anschauung bringen, hat mich sehr erfreut.“ Wenig Erfreuliches berichtet er von der Familie: "Die Vergangenheit der letzten Woche brachte uns mannigfach Freude, Schmerz und Sorge. Erstens durch die Geburt eines Knäbchens, zweitens durch dessen 9 Tage später erfolgtes Versterben, letztens durch anhaltende Krankheit unsers jüngsten Töchterchens, die noch nicht ganz gehoben ist." - Das Kuvert mit Siegel verso; 1 Bl. mit hübschem lithogr. Kopfstück. Die verschieden farbigen Bll. mit schwachem Mittelfalz, kl. Stempel und Bibl.-Signatur; 1 Bl. mit kl. Randausschnitt verso.
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J. Bernoulli III., 9 Briefe an C.F. Hindenburg
Bernoulli, Johann III. (schweizer Astronom u. Mathematiker, 1744-1807). Sammlung von 9 (3 eigenh., 6 von Schreiberhand, 1 mit Adresse) Briefen an den wissenschaftlichen Kollegen und Freund Carl Friedrich Hindenburg, jeweils mit eigenh. Unterschrift. Berlin, 12. Oktober 1779 - 12. April 1794. Versch. 8vo-Formate. 1-4 S., meist auf Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Johann Bernoulli III. adressiert die Briefe (6 französische; 1779-80 u. 3 deutsche; 1786-94) an seinen "très honoré Ami" bzw. "treuesten Freund" Carl Friedrich Hindenburg (dt. Mathematiker, Professor der Philosophie u. Physik; 1741-1808). Gemeinsam gaben die beiden 1786-88 das 'Leipziger Magazin für reine und angewandte Mathematik' heraus. Im deutsch verfassten Brief vom 2. Januar 1787 empfiehlt B. zwei Schriften seines Freundes Christoph Nicolaus Leppentin (Arzt u. Schriftsteller; 1736-1809). "Zu eben dem Behufe lege ich die Abschrift bey von einer Nachricht, die ich heute zur Bekanntmachung von Hrn Euler aus Petersburg… daß man anfange für die in Rußland zu errichtenden Universitäten, Philosophen, Juristen und Mediziner zu suchen. Die Bedingungen sind noch nicht ganz bestimmt; mittlerweile aber lohnt es sich der Mühe um Subjecte sich umzusehen, und vielleicht wüßten Sie, liebster Freund, einige vorzuschlagen." Später (Dezember 1786) schreibt Bernoulli über "Bedingungen die der General Soriez zu Szklow (ohnweit Mohilow) einem Lehrer der Mathematik an seiner Cadetten Schule" anbiete. Auf Französisch lobt Bernoulli die wissenschaftliche Leistung des Kollegen: "Je vous felicite de tout mon coeur, Monsieur, et en même tems la republique des Mathematiques, de ce tant de traverses vous vous trouves dans une situation agreable qui vous permet de vous livres a la sublime etude que vous cultives avec tant de succes". Im Brief vom April 1794 erwähnt B. die angekündigte Veröffentlichung seiner "Zwey Reisen" und wäre "es wohl zufrieden wenn Herr B(öttcher) mir einen gantz sichern und soliden Verleger, à 2 Ducaten p. Bogen... verschaffete (!); dem ich sodann meine bisherigen Pränumeraten und Subscribenten abtreten würde. Hindenburg soll die Bekanntschaft mit Herrn B(öttcher) vermitteln. Bernoulli erwähnt an anderen Stellen auch zwei Kollegen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Kurt Friedrich von Schönberg (Mathematiker u. Schüler Hindenburgs; 1759-1834) und Nathanael Leske (Naturforscher, Kameralist u. Geologe 1751-86), dessen plötzlichen Tod er sehr bedauert. - Schöne, gut erhaltene Briefsammlung. Alle mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, vereinzelt etwas gebräunt, 1 Bl. mit kl. Randausriss durch Siegelöffnung.
Interesting collection of 9 signed letters (3 autographed, 6 written by a secretary) from astronomer and mathematician Johann Bernoulli III to his colleague and friend Carl Friedrich Hindenburg written between 1779 and 1794 in French (6) and German (3). - With small stamps and manuscript signature each, faint browning in places, small marginal loss to 1 leaf.
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"Spanische Musen sollen Freunde in der weiten Welt haben"
F.J. Bertuch, 4 Briefe an C.F.v. Blankenburg
Bertuch, Friedrich Justin (Verleger u. Schriftsteller aus dem Goethekreis; 1747-1822). Sammlung von 4 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift an den befreundeten Schriftsteller Christian Friedrich von Blankenburg. Weimar, 27. Mai, 2. Juni, 28. Juni u. 22. Juli 1782. (18:11,5 cm). 1- 2 Seiten auf je 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Bertuch war als Verleger insbesondere auf dem Gebiet des Zeitschriftenwesens sehr erfolgreich. Von 1782-86 war er Teilhaber und Mitredakteur an Wielands 'Teutschem Merkur', rief 1785 die 'Allgemeine Literatur-Zeitung' und im nächsten Jahr das kulturgeschichtlich wichtige 'Journal der Moden' (unter wechselndem Titel bis 1827 erschienen) ins Leben. Literarischen Ruhm erwarb er sich als Übersetzer. Er hatte erstmals Miguel Cervantes’ weltberühmtem Roman 'Don Quijote de la Mancha' direkt aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt, was zur Popularisierung der spanischen Literatur im deutschsprachigen Raum beitrug. Mit Blankenburg (Literaturwissenschaftler u. Schriftsteller; 1744-1796) teilte Bertuch die Begeisterung für die spanische Literatur. Im Brief vom 27. Mai berichtet er über seine neue Publikation zur Spanien-Rezeption. "Ich brüte jezt (!) an einer wohlfeilen und eleganten Taschenausgabe der besten spanischen Dichter, wenn so was in Teutschland. Bald sollen Sie den Plan davon haben, lieber Freund." 1780-82 gab er das 'Magazin für spanische und portugiesische Literatur' mit Übersetzungen in 3 Bänden heraus. In den Briefen vom 2. und 28. Juni wirbt Bertuch weiter heftig für die Wegbereitung spanischer Werke in die Weltliteratur und die Verbreitung seiner spanischen Ausgaben: "Ich dächte, wer nur irgend ein Wort Spanisch könnte, so wie auch alle öffentlichen Bibliotheken, sollten Exemplar(e) nehmen; denn die Bedingungen sind gewiß aufs äußerste billig". Blankenburg, der mit Christian Felix Weisse vertrauten Umgang pflegte, möge jenen bitten, "beyderley Ankündigungen" (in Deutsch und Französisch) in die nächste Ausgabe seiner 'Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste' aufzunehmen. Im Brief vom 22. Juli bittet B. den Freund um eine gänzlich andere Gefälligkeit. Er möge doch den Namen des vorzüglichen Töpfers herausfinden, dessen schöne Kachelöfen er bei seinem Messebesuch in Leipzig bewundern durfte und jenen um Preise, Maße und Entwurfszeichnungen bitten. - Alle Briefe mit blassem Stempel und Bibl.-Signatur.
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Deutsche Freiheit und ein Weiberrock
R. Blum, 4 Briefe + 1 Billett an T. Apel / 17 Bll.
Blum, Robert (Politiker u. Publizist; 1807-1848). Sammlung von 4 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift (davon 2 mit Adresse) u. 1 eigenhändigen Billett an den Schriftsteller Theodor Apel (Leipzig?), 19. März (18)41- 19. November 1843. Versch. Formate. 5 S. auf 5 Bll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Schöne Sammlung mit 2 eigenh. Briefen mit Adresse "Dr. Theodor Apel / Schriftsteller" und 1 eigenh. Billett an Apel (1811-1867). Robert Blum, einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Revolution von 1848 u. Abgeordneter der Paulskirche, war gemeinsam mit Theodor Apel Mitglied des legendären Leipziger Verbrechertisches. Blum teilt Apel im Brief vom 28. Oktober den Rollentausch der Schauspieler mit, welche im Rahmen des Leipziger Schillerfestes von 1843 einen von Apel verfassten Prolog und Epilog zur szenischen Darstellung bringen würden. "Sie sind ein Deutscher u. können und dürfen es also nicht befremdend finden, wenn man die Freiheit, die man Ihnen gestern gab, heute zurück nimmt. So nehme ich den einen Theil der Freiheit, die ich ihnen gestern hinsichtlich des Pro- und Epilogs gelassen, auch heute zurück, indem ich Ihnen mitteile, daß der Prolog von Herrn Reger, der Epilog von Mad(moiselle) Dessoir (?) gesprochen werden muß, weil Mad. Dessoir sich während der einen Scene aus den 'Räubern' nicht umziehen kann. So hängt das Schicksal eines armen Dichters zuletzt an einem – Weiberrock!“ Im anschließenden Schreiben vom 2. November heißt, es, Herr Reger "gastirt (!) dieser Tage in Dresden u. muß dort den Prolog lernen". Die gewünschten Billets seien für Apel besorgt und wurden dann, wie das eigenh. Billett vom 19. November bestätigt, an Apel geliefert. - Die beiden anderen Briefe mit Anfrage nach Abdruck einer Erklärung "in der nächsten Lieferung der Chronik" und mit Anfrage nach einem Textbuch zur Donizetti-Oper "Belisario" in deutscher Übersetzung. - Die Apel-Briefe jeweils nur mit kl. Randausriss, die beiden anderen Briefe mit größeren Randausrissen mit Buchstabenverlust und unschön auf Pappe montiert; alle Bll. mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Beiliegen 12 Bll. mit Kopien des Briefwechsels der Vorbesitzer der Autographen mit Dr. Ralf Zerback, dem Biografen Robert Blums, (vgl. 'Robert Blum. Eine Biographie'; ersch. 2007).
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J.E. Bode, Briefe an C.F. Hindenburg / 3 Bll.
Bode, Johann Elert (dt. Astronom; 1747-1826). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift, 1 mit eigenhändiger Adresse an den Mathematiker u. Sternwarten-Kollegen Carl Friedrich Hindenburg. Berlin, 14. Juli 179(0) u. 10. Januar 1795. 4to (22,5:19,5 u. 23: 18,5 cm). 3 S. auf 2 Bll. u. 1 Adressbl. als Ausschnitt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Beide Briefe des Astronomen Johann Elert Bode richten sich an den "wohlgebohrenen Hern Profeßor Hindenburg" (d. i. Carl Friedrich Hindenburg; 1741–1808), den Leipziger Prof. für Mathematik u. Physik. "Für die mir gütigst mitgetheilten Blätter aus der Mathem. Zeitschrift betreff einer Nachricht von der Neuen Leipziger Sternwarte danke verbindlichst. Sie kamen aber 5 (?) Tage zu spät an, um noch Platz im Jahrb. 97 zu finden". Bode war Direktor der Sternwarte Berlin und gab von 1774-1826 das Berliner Astronomische Jahrbuch heraus, welches insgesamt 200 Jahre publiziert wurde. C. F. Hindenburg hatte seinerseits die 1787-90 im Turm der Pleißenburg in Leipzig errichtete Sternwarte entworfen, welche 1794 einen Erweiterungsbau erhielt. "Viel Glück zur Neuen Sternwarte" wünscht daher Bode im Brief von 1795 und würde gerne "die ohnlängst für Ihre Sternwarte erhaltenen Globen" sehen. Bode selbst erstellte nicht nur Himmelsatlanten sondern ließ nach seinen Sternkarten auch Himmelsgloben anfertigen. Briefliche Erwähnung findet auch Christian Friedrich Rüdiger (1760–1809), welcher 1791-1809 Observator der alten Leipziger Sternwarte war. Zusammen mit dem Brief von 1790 sendet Bode dem Kollegen Hindenburg "das bestellte Modell eines PlanetenGestirn", wie auch der dazugehörige Adresszettel mit dem eigenhändigen Vermerk belegt "Hiebey eine Kiste worin ein Modell gemacht". Auf Grund der hohen Nachfrage seien die Globen jedoch noch nicht fertig, bedauert Bode. - Beide Bll. mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, 1 Bl. auf Pappe montiert u. mit Randausriss mit etwas Textverlust, die Adresse lose im Ausschnitt.
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"Cotta und Wigand sind Feinde"
A. Böttger, 46 Briefe an T. Apel
Böttger, Adolf (Dichter u. Schriftsteller; 1815-1870). Sammlung von 46 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift, 29 mit Adresse (davon 2 auf Kuverts) an den Freund u. Schriftsteller Theodor Apel. Leipzig, 8. Juli 1838 - 24.12.1860. Versch. Formate. Je 1-4 S., tls. auf Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die umfangreiche Sammlung ist ein schönes und inhaltsreiches Zeugnis der Dichterfreundschaft von Böttger und Apel, dessen Vertiefung sich auch in den wechselnden persönlichen Anreden spiegelt: "Lieber Apel", "Mein lieber Theodor", "Lieber Freund", "Mein lieber alter Freund" und "Altes Haus". Böttgers Übersetzung der Werke von Lord Byron (zuerst erschienen als Lord Byron’s Sämmtliche Werke. Leipzig, Wigand, 1841. Danach mehrfach wieder aufgelegt) galt als mustergültig und erschloss Byron erstmals einem weiteren deutschen Leserkreis. „Mit Byron geht es langsam vorwärts, ich gedenke diese Woche d. 2. Gesang zu beenden“ schreibt er zunächst über seine Arbeit. Später ereifert er sich wegen eines Plagiatsvorwurfs von Wolfgang Menzel bezüglich seiner Übersetzung. Menzels Behauptung, er habe Stellen der Zedlitzschen Übersetzung übernommen, entkräftet er und kontert: "Vor 14 Tagen war er im Morgenblatt, vor 8 Tagen schrien schon Stimmen anti Menzel u. jetzt hab ich eine fünf Seiten lange Replik in den Deutschen Jahrbüchern, im Cometen u. wer w(eiß,) wo ichs noch hingebe". Böttger gibt zu, "So eine Rangelei ist mir nicht unangenehm, sie macht immer bekannter. Der Zwist liegt tiefer, Cotta und Wigand sind Feinde". Joseph Christian von Zedlitz (1790–1862) war einer der frühen Übersetzer von Lord Byrons Werken ins Deutsche. Seine Übersetzung von 'Ritter Harold's Pilgerfahrt' erschien 1836 bei Cotta. Ein eigenhändiges Gedicht Böttgers mit dem Titel "Lord Byron betreffend" findet sich auf einem Extrablatt mit farbiger Zierleiste, datiert 18. Februar 1841. Böttgers Projekt, ein "Buch der Lyrik... aus lauter ungedruckten Originalschriften berühmter Dichter" zusammen zu stellen (erschienen als Buch deutscher Lyrik. Original-Gedichte. Leipzig, Dürr, 1853), eröffnet Böttger dem Freunde Apel, verbunden mit der Bitte um "ein Gedicht von höchstens drei Seiten... wenn es nur eine Perle ist", sowie dem Hinweis, dass Schriftstellerinnen tunlichst nicht dazu eingeladen werden sollen. 1850 entwirft Böttger für Apel ein Stimmungsbild des nachrevolutionären Berlin, wo in den Straßen "die Officiere und Soldaten bramarbasierend einherschreiten und die Constablen den armen Poeten im Spanischen Mantel mit verhängnisvollen Blicken sondiren (!)". Daneben freut er sich aber auch, alsbald Alexander von Humboldt zu besuchen, der ihn "in seine Wohnung sehr artig eingeladen hat". Ein launiges Dankgedicht "a la Goethe" sendet er 1857: "Jener Prachtcigarren wegen/Mach ich meinen Dank Dir kund/Der Genuß, den sie erregen/Schliesst dem Dichter selbst den Mund". Der letzte Brief Böttgers vom 27. 11. 1887 beinhaltet sein Kondolenzschreiben an Heinrich Apel, den Sohn Theodors, welcher am Vortag verstorben war: "Sei dem so rasch dahingeschiedenen ein schönes, immer höher und weiter strebendes Fortbestehen vergönnt!" 14 der Briefe blieben undatiert; vereinzelt mit Angaben wie "Constitutionstag" oder "Montag früh 11 Uhr". - Vereinzelt mit Randläsuren mit geringem Buchstabenverlust, 2 Bll. mit Einrissen ohne Textverlust. Alle mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Zusammen 46 Bll. u. 2 Umschläge.
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Ein Auftrag für Chodowiecki von Campe
J.H. Campe, 2 Briefe an D. Chodowiecki
Campe, Johann Heinrich (dt. Schriftsteller, Pädagoge u. Verleger; 1746-1818). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift an den Illustrator Daniel Chodowiecki. Hamburg, 4. u. 29. Oktober (17)79. (19:11,5 cm). 2 bzw. 3 S. auf Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die zwei Briefe von Johann Heinrich Campe richten sich an Daniel Chodowiecki (1726-1801) mit der Adresse "Herrn Chodowiecki /Berühmten Mahler und Kupferstecher in Berlin" bezüglich eines Auftrags für eine Buchillustration. "Hier, treuester Man(!), ist der verlangte Inhalt zu den Kupferstichen. In eigenen Vorstellungen werden Sie sich selbst wiederfinden, weil ich keine zwekmäßigen (!) zu erdenken wußte. Aber eben deswegen wünscht ich auch, daß Sie sich entschließen mögten, alle 4 Platten zu übernehmen, damit kein anderer sich an Gegenständen zu Schanden arbeiten möge, die von Ihrer Meisterhand schon einmal bearbeitet worden sind. Und nun stellen Sie sich mein Bedürfniß, diese Platten… zur Jubilatimesse zu haben, so groß vor, als das Bedürfnis eines Autors nur immer sein kann(!)." Campe unterstreicht die Wichtigkeit dieses Auftrags auch damit, daß er das Buch für sein eigenes "Erziehungsinstitut" (1777 in Billwärder bei Hamburg gegründet) für das kommende Sommerhalbjahr benötige. Campes nachdrückliches Werben war offenbar von Erfolg gekrönt, denn im Brief vom 29. Oktober dankt er dem "theuerste(n) Freund für die Güte, womit Sie mich aus allen meinen Verlegenheiten gerissen haben… Daß Sie mich noch vor Ostern durch die Verfertigung aller 4 Platten erfreuen werden, ist mir so gewiß, als wenn Sie es ohne alle Bedingung versprochen hätten". Desweiteren hofft Campe auf rechtzeitige Fertigstellung, um "das Werkchen auf die Messe zu bringen". 1779 war sein berühmter Roman "Robinsohn der Jüngere" erschienen, welcher in fast alle europäischen Kultursprachen übersetzt wurde. - Ein hinteres Bl. verso mit zwei Entwurfszeichnungen in Bleistift u. winzigem Löchlein; beide Doppelbll. mit kl. Stempeln u. Bibl.-Signaturen, mit schwachen Falzspuren, 1 Bl. mit kl. Randausrissen durch die Siegelbrechung.
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C.G. Carus, Brief an (K.J.) Schütz
Carus, Carl Gustav (Arzt, Naturforscher u. Maler; 1789-1869). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift u. Adresse "Herrn Professor Schütz". Dresden, 18. April (18)44. (22:13,5 cm). 1 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Carl Gustav Carus, der auch ein Freund Goethes war, berichtet dem Professor Schütz aus Leipzig (wohl Friedrich Karl Julius Schütz. Historiker; 1779-1844) in Leipzig über die Veräußerung von dessen "Collectaneen über Goethe". Der sächsische Hofrat Falkenstein (Johann Paul von Falkenstein; 1801-1882) habe selbige "dem Minister zum Ankauf für die Bibliothek vorschlagen" wollen. Die Entscheidung sei aber wohl noch nicht gefallen und daher auch noch keine Korrespondenz erfolgt. - Auf Pappe montiert. Minimal fleckig u. mit winzigem Randeinriss, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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J.F.W.v. Charpentier, 2 Briefe an C.F. Hindenburg bzw. Blankenburg
Charpentier, Johann Friedrich Wilhelm v. (dt. Geologe, Montanwissenschaftler u. sächsischer Berghauptmann; 1738-1805). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift u. Adresse an Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Freiberg, 11. Juli 1780. (23:18,5 cm). 1 1/2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Der Freiberger Berghauptmann Charpentier richtet sich mit der Bitte an Carl Friedrich Hindenburg, er möge für ihn Fürsprache halten bei der mit jenem befreundeten Adelsfamilie von Schönberg, in dessen Freiberger Haus er eine Wohnung bewohne. Mit der großen Stube darin sei er nicht glücklich, "da sie theils wegen ihrer Lage als Durchgangs Stube nicht reinlich gehalten, theils auch wegen ihrer Größe im Winter gar nicht geheizt werden kann". Er schlägt eine Zweiteilung des Raums durch den Einbau einer Wand vor und würde sich gegebenenfalls an den Kosten beteiligen. Hindenburg gilt ihm wohl als passender Vermittler seines Anliegens, denn jener war in jungen Jahren Erzieher eines Herrn von Schönberg gewesen und hatte mit jenem die Universität in Leipzig bezogen. - Hinteres weißes Bl. mit Randausriss am Siegel, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Dazu: Derselbe. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Freiberg, 7. März 1789. (23,2:18,6 cm). 1 1/2 S. auf 1 Doppelbl. - Wohl an Christian Friedrich von Blankenburg (Literaturwissenschaftler u. Schriftsteller; 1744-1796), der ihn darum gebeten hatte, bei seinem Freiberger Bücherantiquar die "Edit(io) princ(eps) des Sophocles" zu besorgen. Jenem sei es jedoch leider unmöglich, sich "unter dem Gewühle seiner Geschäfte einzelner Dinge die er bald kaufte bald verkaufte zu besinnen". Blankenburg möge Charpentier seinerseits Rat erteilen, ob er eine Angelegenheit, die er schon im Jenaischen Intelligenzblatt veröffentlicht habe, auch in der Allgemeine Deutschen Bibliothek anzeigen solle und ob er (Friedrich) Nikolai dazu befragen solle. Das von Nikolai herausgegebene Blatt war eines der wichtigsten Organe der Aufklärung in deutscher Sprache. - Ränder minimal angestaubt, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Zusammen 2 Doppelbll.
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Chladnis Vortragsreise 1817
E.F.F. Chladni, Brief u. Billet. 3 Bll. + 1 Heft
Chladni, Ernst Florens Friedrich (Physiker u. Astronom; 1756-1827). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Emden, 14. Juli 1817. (22,5:18,8 cm). 3½ S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Chladnis ausführlicher Brief richtet sich an eine "geehrte Freundin", welcher er von seiner derzeitigen Vortragsreise durch Norddeutschland berichtet. Da ihm eine akademische Stellung versagt blieb, sicherten ihm die Vorträge seinen Lebensunterhalt. Bekannt sind insbesondere seine Arbeiten zur Akustik und seine frühen Studien zur Meteorologie. Mit der Adressatin teilt er zunächst die Nachricht über den Tod des Johann August Apel (dt. Jurist u. Schriftsteller; 1771-1816). Ausführlich berichtet Chladni dann von seiner Reise, die ihn über Halle, Naumburg, Jena und Weimar (wo er Goethe traf, „zwar eben so wohlwollend und genialisch wie sonst, aber etwas gealtert“) nach Erfurt und Gotha führte, wo er sich „über einen Monat aufhielt... um die Ernestinische Bibliothek... recht zu benutzen". Auch in Göttingen weilte er länger in der Bibliothek, um Materialien „zu einem auszuarbeitenden größeren Werke über die Meteormassen“ zu bearbeiten. In Hannover und Bremen trifft er namentlich genannte Kollegen und Freunde, in Hamburg hält er Vorlesungen. Über Oldenburg gelangt er nach Varel, Jever und Aurich, dann über Leer, Osnabrück und Münster nach Emden, wo er sich zum Zeitpunkt des Schreibens aufhielt. - Vorzüglich erhalten, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Beiliegt: E. Ebstein, Chladnis Vortragsreise durch Norddeutschland in Jahre 1817. Separatdruck aus 'Mitteilungen zur Geschichte d. Medizin u. Naturwissenschaften', Bd. VI/2, 1907. 5 S. - Enthält auch den Abdruck des vorliegenden Briefes. - Dazu: Eigenh. Schreiben m. U., ohne Ort u. Datum. (22,5:18,5 cm). 1/3 S. auf 1 Bl. - An einen Herrn Professor über den Aufsatz des Tiberius Cavallo (ital. Physiker und Naturphilosoph; 1749-1809) in den Phil(osophical) Trans(actions). 1780 war sein 'Versuch über die Theorie der Anwendung der medicinischen Elektricität' in Leipzig erschienen. Erwähnt wird auch der 'Versuch über die musikalische Temperatur' des Musiktheoretikers Friedrich Wilhelm Marpurg (1718-1795), worin die "Lehre von der gleichschwebenden Temperatur... weit besser und vollständiger abgehandelt" sei. - Ränder etwas gebräunt u. knittrig, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. Zus. 3 Bll.
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Vertrauliche und hilfreiche Briefe des Patenonkels Crusius
C.A. Crusius, 3 Briefe an H.F.I. Apel u. Gemahlin + Porträtkupf.
Crusius, Christian August (Philosoph u. Theologe; 1712-1775). Sammlung von 3 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift (davon 1 mit Adresse) an Heinrich Friedrich Innocentius Apel u. (wohl) dessen Gattin Johanne Christiane. Leipzig, 30. Juli 1772 - 17. Juli 1775. Versch. 4to-Formate. 1-3 S. auf je 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Crusius, der als ordentlicher Professor der Theologie an der Universität Leipzig lehrte, schreibt hier mit französischer Adresse an den "Beisitzer des Konsistoriums Seiner Exzellenz, des Kurfürsten von Sachsen in Leipzig", Dr. jur. Heinrich Friedrich Innocentius Apel (1732-1802). Vertraulich ("sub fide altissimi silentii") meldet Crusius dem Juristen Apel, "daß die bewußte Verbindung des D. G. und Jgfr M. doch vor sich geht und so gut als fertig ist." Weniger Erfreuliches weiß er im Folgenden zu berichten: "Die Sache mit dem Herrn von Hardenberg läuft schlimm... morgen wird... noch einmal geschnitten werden müssen, weil man keinen andern Weg sieht". Im Brief vom 17. Juli 1775 wendet sich Crusius an Apel und seine Gattin "wirklich aus einem kummervollen Grunde". Deren ältester, wohl schwer erziehbarer Sohn ist das Patenkind von Crusius, welcher sich sehr wohl in der Pflicht sieht, seinen "Pathen in der Furcht Gottes und Ermahnung zum Herrn Jesu zu erziehen". Im Folgenden erteilt Crusius den Eltern für die Erziehung umfangreiche pädagogische Ratschläge, wie z. B. dass Kindern nicht erlaubt werden dürfe, wenn "sie einer Verschuldung wegen, von einem Theile der lieben Eltern Zucht und Strenge sich zugezogen, eine Zuflucht zum andern Theile nehmen". Aber es gelte hingegen beim Kind "Erbitterung zu vermeiden, welche fühllos verstört." Am 17. August 1772 schreibt Crusius wohl an Johanne Christiane Apel (geb. Kirsten; 1731-1808) direkt. Er hatte der "Hochzuverehrende(n) Frau Gevatterin, Patronin und Freundin" zuvor eine "Vignette zum Buchzeichen" geschenkt und erklärt nun, dass sich in dem Denkspruche auf demselben ein Akrostichon verberge, "und zwar Worte, die mir unaussprechlich lieb und werth sind. Doch braucht außer dem Herrn Gemahl, dem ich mich ergeb(enst) zu empfehlen bitte, dieses Geheimnis niemand zu wissen." - 1 Brief mit kl. Einriss am Siegel, 1 Brief mit hinterem w. Bl. auf Pappe montiert u. dort mit kl. Fehlstelle, etwas braunfleckig. Alle mit kl. Stempel, Bibl.-Signatur. - Beiliegt: Kupferstich-Porträt des Crusius, gest. von Stock nach Gutsche mit Titeln u. Datum 18. Oct(ober) 1775. - Im Rand etwas fleckig, verso mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Zus. 4 Bll.
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Die verborgenen Triebfedern der Seele
J.A. Eberhard, 4 Briefe am C.F.v. Blankenburg + 1 Abschrift
Eberhard, Johann August (Philosoph; 1739-1809). Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift u. Adresse an Christian Friedrich v. Blankenburg u. 1 eigenhändige Manuskript-Abschrift. Halle, 15. Mai 1784 u. 21 Juni 1792. Versch. Formate. Je 1-4 S. auf 3 Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Eberhard bittet Blankenburg (Literaturwissenschaftler u. Schriftsteller; 1744-96) im Brief vom Mai 1784 darum, ihm das Werk 'Über die Einsamkeit' von Johann Georg Zimmermann (Arzt, Schriftsteller u. ‚Philosoph für die Welt‘; 1728–95) zu leihen, denn er sei "nicht reich genug, ein Buch zu bezahlen, das 17 Tlr (Taler) kostet und das ich mir durch nur paarmalige Durchsehung zu eigen zu machen hoffe", und bittet ferner, "das Buch Hrn. Nikolai zu schicken". Im Folgenden erläutert der streitbare Philosoph Eberhard bezüglich eines Vortrags von ihm, daß "die Theorie... uns mit den verborgenen Triebfedern der Seele bekannt machen" solle. Eberhard bezieht sich hier wohl auf seine preisgekrönte Schrift 'Denken und Empfinden' von 1776. - Der Brief vom Juni 1792 an Blankenburg enthält den Bericht und die (hier beiliegende) Abschrift von einem syrischen Manuskript, welches von der "chaldäischen Taufe" handele und eine lateinische Umschrift enthalte, die "wahrscheinlich in dem Collegio der Propaganda in Rom gemacht" worden sei. Desweiteren würde er Blankenburg "gern zum Richter erbitten" über seine "Abhandlung über die Täuschung", in welcher er "den Aristoteles gegen Lessing und Moses Mendelssohn gerettet" habe. - Die 2 Briefe mit kl. Randausrissen am Siegel, mit je kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Dazu: 1. Eigenh. Brief Eberhards m. U. an einen "Hochzuehrenden Magister". Halle, 21. September 1779. (22,5:19 cm). 4 S. auf 1 Doppelbl. - Eberhard bedankt sich für den Erhalt einer Abhandlung des Adressaten und bezieht sich desweiteren ausführlich auf verschiedene philosophische und mathematische Themen, wie z.B. darüber, durch Induktion allgemeine Sätze zu bekommen: „Ich habe aber das Beyspiel von den Coefficienten der Binomischen Dignitäten (...) wirklich angeführt, um zu zeigen, daß man die Allgemeinheit eines Satzes oder Gesetzes, die man anfangs aus einer unvollständigen Induktion geahndet, in der Folge aus Beweisen demonstriert habe.“ - 2. Eigenh. Brief Eberhards m. U. an einen Freund. Halle, d. 7. Februar 1782. (22,8:18,5 cm). 1 S. auf 1 Bl. - Eberhard habe "von Hemsterhuis' (Frans Hemsterhuis; 1721–1790) 'Briefe über das Verlangen' eine Abhandlung im Teutsch(en) Merkur gelesen; und ich bekenne Ihnen offenherzig, daß er mir nicht gefalle. Da fehlt die schöne Form, die seine Dialoge angenehm machen, und die Materie ist nicht viel werth.“ - Beide Briefe mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. Zus. auf 6 Doppel. bzw. Bll.
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J.A. Ebert, Brief an C.F.v. Blankenburg
Ebert, Johann Arnold (Dichter u. Übersetzer; 1723-1795). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an den Schriftsteller Christian Friedrich v. Blankenburg u. 1 eigenhändiger Bieterzettel. Lüneburg, 1. November 1788. (18,2:11,4 cm). 2 1/2 S. auf 1 Doppelbl. u. 1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Johann Arnold Ebert wendet sich mit einer Bitte an den Literaturwissenschaftler u. Schriftsteller Christian Friedrich von Blankenburg, nachdem ihm kürzlich "das Bücherverzeichnis unseres unvergeßlichen Zollikofers von Leipzig" zugeschickt worden war, "die auf beigefügtem Zettel benannten Bücher für mich zu erstehen oder auch einen anderen zuverläßigen Mann erstehen zu lassen. Sollten Sie selbst diese Gefälligkeit für mich haben können, so würde ich Sie bitten, nach Ihrem Gutdünken bei einigen Büchern etliche Groschen mehr zu bieten". Es handelt sich dabei um die 1788 in Leipzig bei C. G. Weigel (vgl. Loh IV, Buchauktionen 126) versteigerte Sammlung des Georg Joachim Zollikofer (1730–1788), der als bedeutender reformierter Prediger in Leipzig gewirkt hatte. Ebert gilt als bedeutender Kultur- und Literaturvermittler; mit seiner Übersetzung von Edward Youngs Nachtgedanken aus dem Englischen machte er sich damit um die Rezeption englischsprachiger Literatur im deutschen Sprachraum verdient. Der beiliegende Gebotszettel führt 11 Positionen auf mit Geboten von 4 bis 20 'Guten Groschen'. - Mit schwachem Braunfleck, kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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Friedrich II. Brief an Generalfeldmarschall v. Dossow
Friedrich II., d. Gr. (1712-1786). Brief von Schreiberhand mit eigenhändiger Unterschrift "Frch" an "General FeldMarschall von Dossow". Potsdam, 11. Februar 1755. (23,5:19 cm). 1/2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Brief Friedrichs d. Großen mit eigenh. Unterschrift an seinen Generalfeldmarschall Friedrich Wilhelm von Dossow (auch Doßow; 1669-1758). "Euer unter dem 5t dieses Monaths an Mich erlaßnes Schreiben hat Mir eine besondere Freude verursachet, weil ich aus deßinn Erhalt geurtheilet, daß Eure Kräfte sich wiedrum ziemlich gesammelt haben und der Kopf ganz frey seyn müße; Es machet Mir dieses also die Hoffnung, daß Ich Euch in diesem Jahre noch wiederum sehen werde; Inzwischen dancke Ich Euch vor alle Mir in vorerreicheten Eurem Schreiben gegebenen Nachrichten und bin übrigens Euer wohl affectionirter König". Friedrich II., der die Fähigkeiten von Dossows außerordentlich schätzte, hatte jenen 1745 zum Generalfeldmarschall ernannt. Beim Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) stand Dossow bereits im 87. Jahre seines Alters. Er fühlte sich zu ferneren Diensten nicht mehr kräftig und erbat deshalb seinen Abschied, der ihm im Januar 1757 aufs ehrenvollste erteilt wurde. - Mit dem hinteren w. Bl. auf Pappe montiert, diese mit Randausrissen; gering angestaubt, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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Schönheit von Apels Prosa überrascht Göschen
G.J. Göschen, Briefe u. Abrechnung f. A. Apel. 6 Bll.
Göschen, Georg Joachim (Verleger u. Buchhändler, 1772-1828). Sammlung von 5 Briefen von Schreiberhand an August Apel (Schriftsteller; 1771-1816). Leipzig u. Grimma, 25. September 1808 - 13. Januar 1815. Versch. Formate. Je 1-2 S. auf 5 Doppelbll. u. 1 hs. Honorar-Abrechnung für Apel. 1 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Interessante Sammlung zu einer Editionsgeschichte im Leipziger Göschen-Verlag. Georg Joachim Göschen (1752-1822) gilt als einer der bedeutendsten Drucker und Verleger in der Zeit der Spätaufklärung und der Klassik. Besonderer Gegenstand der hier vorliegenden Korrespondenz mit Johann August Apel ist die Edition von dessen 'Gespensterbuch' und 'Wunderbuch'. Jene 7bändige erfolgreiche Sammlung, in welcher Schauer- und Gruselgeschichten der Schwarzen Romantik vereint waren, wurde von Apel, Friedrich Laun (d. i. Friedrich August Schulze; 1770-1849) u. Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) gemeinsam in den Jahren 1810-17 publiziert. Göschen schwärmt im Brief vom Januar 1811 von Apels Texten. Wenn es nach seinen Wünschen gehe, "so kann von Ihnen nicht genug in den 3 Büchern des G.B. [Gespensterbuches] kommen. Die Anekdoten, die ich aber gelesen habe, sind entzückend. Sie haben mich durch eine Schönheit überrascht, die ich unserer deutschen Prosa längst gewünscht habe und deren Spur sich in neuerer Zeit fast ganz verlohr". Göschen hofft im Sommer 1812 auf weitere Beiträge zum Gespensterbuch und schreibt Apel, "die dramatische Erzählung, oder eine neue - jedes was aus Ihrer Hand kommt ist mir recht." Er entschuldigt sich zum einen dafür, "wegen eines Rheumatismus in den Zähnen" nicht eigenhändig zu schreiben, und zum anderen dafür, das Honorar von 200 Reichtstalern noch nicht gezahlt zu haben, da er stattdessen seinem Freund und Schwager Seyffert mit 300 Reichstalern aus einer Verlegenheit half und bittet "gönnen Sie mir noch einige Monate" zur Begleichung der Schuld. Auch im Brief vom März 1815 wird eine noch ausstehende Schuld des Verlegers erwähnt, die er "in der nächsten Messe zu bezahlen" gedenke. Um weitere Beiträge zum Wunderbuch, dem mehrbändigen Folgewerk zum Gespensterbuch, bittet Göschen im Januar 1815 aus Grimma: "Von unserem Freund Schulz habe ich schon in der Tendenz Erzählungen zu unserem Wunderbuche erhalten, wobey er mir zugleich die Nachricht gab, daß Sie Ihre Beyträge gegen Weihnachten beendigen würden... Glauben Sie ja nicht, daß ich vergessen habe, wie tief ich noch in Ihrer Schuld bin, und erlauben Sie mir nur Ihre gütige Nachsicht noch bis zur Ostermesse in Anspruch zu nehmen". Daß diese Schuld letztendlich doch noch beglichen wurde, belegt beiliegender Abrechnungszettel für Apel über sein Honorar für 198 Seiten Beiträge zum Wunderbuch in Höhe von 93 Reichtstalern und 18 (Groschen). Göschen fügt dem Schreiben von 1815 bei, daß er "in der drückenden Zeit.. unmöglich die Familien innere Druckerei durch den Abschied brodlos machen" konnte. Er "habe in dieser Zeit von Freunden baare (!) Unterstützung bedurft und habe diese ehrlich zuerst... abgetragen. - Jeweils mit kl. Stempen u. Bibl.-Signatur, vereinzel mit kl. Braunfleckchen, 1 Bl. mit kl. Randausriss durch Siegelöffnung, 1 Brief auf Karton montiert. - Zus. 6 Doppelbll.
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"Masque, qui es-tu?"
J.T.Hermès, 6 Briefe an C.F. Blankenburg. 6 Bll.
Hermès, Johann Timotheus (dt. Dichter, Schriftsteller u. Theologe; 1738-1821). Sammlung von 5 eigenhändigen franz. Briefen mit Unterschrift, davon 3 mit Adresse an Christian Friedrich von Blankenburg (Schriftsteller u. Literaturwissenschaftler; 1744-1796) u. 1 Brief von Schreiberhand. Lüben, Breslau u. Randlin, 12. August 1766 - 29. Februar 1788 (?). Versch. Formate. Je 1-4 S. 1 Bl. u. 5 Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - 1766 war Hermès Feldprediger des von Krockowschen Dragonerregiments in Lüben (Schlesien), von wo aus er Blankenburg nach Leschwitz (Lisowice, in Niederschlesien) über seinen jüngsten Roman 'Fanny' ('Geschichte der Miß Fanny Wilkes', 1766 zuerst ersch.) schreibt und die Frage anschneidet, ob sich hinter der Figur des „Sir James“ der Autor selbst verberge. „Sérieusement il faut que votre incertitude soit plaisante. La même chose est arrivée presque tous mes amis, principalement à ceux qui favent en peu de ma vie. Tant il est vrai que notre imagination est portée vers la recherche des individes, et que nous pretendons connaitre l'original des qui ou nous fait voir un portrait.” Im ausführlichen Schreiben aus Randlin geht er auf seine Berufung als (Feld-)Prediger ein mit begrenzten finanziellen Mitteln, auf den Verlustes seiner Ausrüstung sowie auf die Gründe für seine Beschwerde. Im Fortgang werden literarische Themen angesprochen, wie die Frage nach dem 'Lächerlichen', was sich generell bei Schriftstellern und auch bei Poeten finden könne. Im Brief vom 21. August 1766 greift Hermès wiederholt das Masken-Thema auf und konstatiert, daß Blankenburg zwar fragen könne "Masque, qui es-tu?", jedoch kein Recht habe, anderen zuzurufen "Ce masque que voila, c'est Monsieur un tel!" Über Freundschaft und Sympatie raisonniert er aus Breslau am 27. Mai 1767 und berichtet, dass ihn seine Verpflichtungen demnächst nach Buntzlau, Haynau und Lüben führen werden. "Lieber alter Freund"adressiert Hermès schließlich seinen Brief von Schreiberhand aus Breslau. Ausführlich berichtet er über einen Herrn Gros aus Landsber an der Warthe, welchen er "bei einem großen Gastmal (!) im Hause einer reformirten Frau... als ordinirten Prediger u. als Bräutigam der Mlle Gautier fand... Er spricht rein und schön articuliert das Deutsche; er spricht hübsch französisch; er spricht vortrefflich Latein" und hat "den edelsten Dichtersinn" und sei "auf der Kanzel mehr Moralist als Dogmatiker". - Jeweils mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatut, teils randfleckig, mit Randläsuren sowie Randeinrissen, 1 Bl. mit Siegelausriss mit etwas Textverlust, 1 Bl. mit Ausriss mit etwas Textverlust. - Zus. 6 Bll.
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Briefe von Karsten, Klügel, Burckhardt, Chladni an C.F. Hindenburg
Hindenburg, C. F. - Sammelband mit eigenhändigen Briefen der Wissenschaftler Wenceslaus Johann Gustav Karsten, Dietrich Ludwig Gustav Karsten, Georg Simon Klügel, Johann Karl Burckhardt und Ernst Florens Friedrich Chladni, alle an Carl Friedrich Hindenburg. Nahezu sämtlich mit Unterschrift, nur wenige mit Paraphe. Zusammen 117 Briefe. Verschiedene Orte 1779-1799. 8vo- u. 4to-Formate. Teilweise mit Adresse, Siegelresten und Randausschnitten zum Öffnen. Eingehängt in einen Hldr.-Band um 1860 (24:20 cm) mit Rvg.; etwas berieben und bestoßen, Gelenke eingerissen u. hinterlegt, mit Bibl.-Rsch.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Bedeutende Sammlung von Briefen hervorragender Mathematiker und Naturwissenschaftler des ausgehenden 18. Jahrhunderts an den Mathematiker und Professor der Philosophie und Physik Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808), der vor allem durch die Erfindung der kombinatorischen Analysis und den kombinatorischen Polynomialsatz bekannt wurde und dessen Hauptwerk 'Infinitinomii dignitatum' 1779 erschienen war. Enthält in Bindefolge:
1. Wenceslaus Johann Gustav Karsten (Mathematiker und Theologe; 1732-1787). 46 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Halle 1779-1787. Je 1-15 S. - Karsten war ab 1778 bis zu seinem Tode Professor für Mathematik und Naturlehre in Halle. "Die wissenschaftliche Thätigkeit Karsten's war eine äußerst umfassende... Auch für die, damals erst zu größerer Bedeutung sich emporringenden naturwissenschaftlichen Studien legte K. reges Interesse an den Tag" (ADB XV, 431). Die Briefe überwiegend zu mathematischen und physikalischen Fragen "Leibnitz hat unrecht, wenn er sagt -a:+b sey ein imaginäres Verhältniß, er hat aber dennoch recht, wenn er sagt, es sey log(-a:+b) imaginär" (25. Jan. 1781), zu Veröffentlichungen und deren Rezension, daneben über Bestellung und Bezahlung eines Thermometers, über Kollegen, Reisen u.v.m. - Die Blätter 2-3 aus dem umfangreichen Brief vom 25. Jan. 1781 an den Schluss der Briefe Karstens verheftet, das letzte Blatt dieses Briefs ebenfalls verheftet.
2. Dietrich Ludwig Gustav Karsten (Mineraloge, Sohn des Voranstehenden; 1768-1810). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Halle u. Berlin 1789. 2 bzw. 3 S. - Geschrieben im Jahr seiner Berufung zum Professor für Mineralogie und Bergwissenschaften nach Berlin.
3. Georg Simon Klügel (Mathematiker und Physiker; 1739-1812). 50 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Helmstedt u. Halle 1785-1799. Je 1-6 S. - Klügel wurde 1766 Professor der Mathematik in Helmstedt und 1788 als Nachfolger von W. J. G. Karsten nach Halle berufen. "K., der kombinatorischen Schule K. F. Hindenburgs nahestehend, zählte zu den berühmtesten Mathematikern seiner Zeit" (NDB XII, 135). Hauptsächlich zu mathematischen Problemen, Beiträgen für Hindenburgs 'Leipziger Magazin zur reinen und angewandten Mathematik' u.a., so z.B. eine Anfrage zum Zustand der mathematischen Instrumente "in der Sternbachischen Auction" (27. Dez. 1789) und die Bitte zur Ersteigerung von Büchern in derselben Auktion "Ich habe einen Zettel beigelegt, doch ohne Preise. Euler, Newton u. Leibniz möchte ich selbst zu einem verhältnißmäßig hohen Preise haben" (1. Feb. 1790). Der Nachlass von Karl Friedrich Kregel von Sternbach wurde ab dem 8. Feb. 1790 durch C. F. Hecht in Leipzig versteigert (Loh, Buchauktionen IV, 151). - Die Briefe auf kleinerem Papier bei der Bindung auf größere Blätter montiert (9) bzw. mit Faden geheftet (4).
4. Johann Karl Burckhardt (Astronom; 1773-1825). 13 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Gotha u. Seeberg (Sternwarte) 1796-1797. Je 2-4 S. - Burckhardt war Schüler von Prof. Hindenburg, erhielt eines der von Kregel v. Sternbach gestifteten Stipendien und war 1796-1797 in Gotha an der Seeberger Sternwarte unter F. X. v. Zach tätig. Auf Empfehlung Zachs sollte er die Sternwarte des Grafen v. Brühl in Harefield übernehmen, ging jedoch, ebenfalls auf dessen Empfehlung, zu Lalande nach Paris, wo er 1807 Direktor der Sternwarte an der Ecole Militaire wurde. Über astronomische Beobachtungen und Berechnungen, die Verhältnisse in Gotha, den Austausch von Aufsätzen, über von Zach und den Brief des Grafen von Brühl, von dem eine Abschrift (von Burckhardt?) in französischer Sprache mit eingehftet ist (oben nicht gezählt).
5. Ernst Floreus Friedrich Chladni (Physiker und Astronom; 1756-1827). 8 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Wittenberg u. Berlin 1787-1799. Je 2 S. - Chladni "was the first to reduce the general association between vibration and pitch to a tabular basis and thus lay the foundation of the modern science of acoustics" (PMM 233). Seine bedeutende Schrift 'Neue Entdeckungen über die Theorie des Klanges' erschien 1787 in Leipzig bei Weidmanns Erben und Reich. Er schickt Prof. Hindenburg mit dem Brief vom 28. April 1787 ein Exemplar: "überreiche anbey eine Schrift, in der ich verschiedene neue, und von den bisher vorhanden gewesenen Berechnungen ganz abweichende Beobachtungen über schwingende Bewegungen ganzer Flächen, elastischer Ringe u.s.w. bekannt gemacht habe ... zur Rezension derselben für die Leipziger gel. Zeitungen." In den weiteren Briefen erbittet oder bedankt sich Chladni meist für Zusendungen oder Beschaffungen von Büchern oder Artikeln die er zu seiner Arbeit benötigt. - Am Schluss beigebunden ein Billet mit einer weiteren Danksagung vom 30. Jan. 1787, unterzeichnet "Reich", vermutlich von der Hand des Verlegers von Chladnis Publikation Philipp Erasmus Reich.
Insgesamt schwach gebräunt, vereinzelt im Rand etwas angestaubt, durchgängig von 2 Händen in Tinte bzw. Bleistift foliiert und nummeriert. Eines der vorgebundenen leeren Bll. mit Bibl.-Stempel u. Signatur, die Briefe ohne Bibl.-Signaturen oder Stempel.
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"Nachtigallen und Frösche"
A.H. Hoffmann v. Fallersleben, Liedmanuskript
Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich (Dichter u. Sprachforscher; 1798-1874). Eigenhändiges Liedmanuskript, signiert u. datiert "Hoffmann v. F. 1844" in Antiqua mit schwarzer Tinte auf bläulichem Papier. Blattgr. 16,8:10,4 cm. 1 1/2 S. au 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Das lustige Kinderlied trägt hier Hoffmanns eigenhändigen Titel "Nachtigallen und Frösche". Der Dichter schrieb es im Frühjahr des hier datierten Jahres 1844 auf die Melodie des Volksliedes „Wenn die Bettelleute tanzen“. In den Liederbüchern, in denen es bis um 1900 nur vereinzelt erschien, wurde es unter dem Titel "Wenn die Nachtigallen schlagen" geführt und in vielen Fällen, auch in späteren Liedsammlungen, ohne Autorenangabe oder fälschlich als "schlesisches Volkslied" genannt. Hoffmann von Fallersleben ist vor allem als Verfasser von 'Das Lied der Deutschen' bekannt, dessen dritte Strophe heute die deutsche Nationalhymne ist. Das vorliegende Kinderlied verspottet Möchtegern-Sänger mit den Versen "Wenn die Nachtigallen schlagen/ ei, wem sollt‘ das nicht behagen!.../ Doch die Frösch‘ in ihren Lachen/ hört nur, was für Lärm sie machen!.../ Mancher hebet an zu singen/ und er meint, es müsse klingen.../ Doch es klingt wie Froschgequacke/ und wie aus dem Dudelsacke". - Von guter Erhaltung. Die Strophen von späterer Hand leicht mit Bleistift nummeriert, verso mit kl. Stempel, recto mit Bibl.-Signatur.
Autograph manuscript of a humorous children's song by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, the poet of the German national anthem. In the verses, bad singers are mocked as frogs who believe themselves to be nightingales. With autograph signature and date 1844. - With later slightly by pencil marked numbering to the verses, small stamp verso and library signature recto. Fine condition in all.
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A. Humboldt, 2 Kuverts + L. Bechstein, Billett / 4 Bll.
Humboldt, Alexander v. (Naturforscher u. Geograph; 1769-1859). 2 eigenh. Briefumschläge, davon 1 mit Unterschrift "A. Humboldt". Berlin, (August 1852) bzw. o. Ort u. Datum. Versch. Kl.-8vo Formate. - Beiliegt: Ludwig Bechstein (Dichter u. Märchen- u. Sagensammler; 1801-1860). Eigenhändiges Billett mit Unterschrift „Bechstein“. An Herrn Diacon (?) „Anbei das gewünschte Sagenregister mit freundl. Gruß. Mng (Meiningen), 26. September 1844". (10:19 cm).
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Das Kuvert mit eigenhändigem Namen ist adressiert an "Herrn Dr. L. Giebel zu Halle (Dr. Christian Gottfried Andreas Giebel, Zoologe u. Paläontologe; 1820-1881?). Diesem zugeordnet ist ein Papierumschlag mit Eintrag von alter Hand "A. v. Humboldt. Aug. 1852". Das zweite Kuvert ist adressiert an "Se. Hochwohlg. den Herrn Rittergutsbesitzer Dr. Theodor Apel zu Ermlitz. " (Schriftsteller; 1811-1867). - Gering fleckig, jeweils mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, das Berliner Kuvert zusammen mit dem Bechstein-Autograph auf Pappe montiert. - Zus. 2 Kuverts u. 2 Bll.
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A.G. Kästner, ca. 165 Briefe an C.F. Hindenburg
Kästner, Abraham Gotthelf (Mathematiker, Astronom u. Dichter; 1719-1800). Sammlung von ca. 165 eigenhändigen Briefen, Billets, Abhandlungen, Sinngedichten, mathematischen Arbeiten und anderen Schriftstücken an seinen Kollegen Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Zusammen 375 Bll. Meist mit Unterschrift oder Paraphe. Überwiegend Göttingen 1771-1799 (einige undatiert). 8vo- und 4to-Formate. Teilweise mit Adresse, wenige mit Siegelresten und Randausschnitten zum Öffnen. 45 Schriftstücke (115 Bll.) lose, die übrigen eingehängt in einen Hldr.-Band um 1860 (22:18 cm). mit Rvg.; gering berieben, mit Bibl.-Rsch.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Außerordentlich umfangreiche Sammlung der erhaltenen Briefe und anderen Schriftstücke von Kästner an Hindenburg aus der langjährigen Korrespondenz der beiden Mathematiker. Kästner war ab 1739 als Privatdozent für Mathematik in Leipzig tätig, wo er auch Hindenburg bei seinen ersten mathematischen Studien unterstützte. Ab 1756 wirkte er als Professor in Göttingen, wo er u.a. Georg Simon Klügel, Wilhelm Olbers und Johann Pfaff zu seinen Studenten zählte und 1763 auch die Leitung der Sternwarte übernahm. Hindenburg machte 1771 seinen Abschluss als Magister und war im Fach Mathematik als Privatdozent in Leipzig tätig. 1781 wurde er dort zum Professor der Philosophie, 1786 auch zum Professor der Physik ernannt. "Für die beiden Jahrzehnte 1760-80, waren Kaestner's Vorlesungen in Göttingen Epoche bildend. Da wurde Alles gelehrt, was nicht für damals die höchsten nur Wenigen zugänglichen Höhen der Mathematik darstellte" (ADB XV, 445). "Ruhm und Feindschaft zugleich brachten ihm jedoch seine Epigramme ein, die Ereignisse aus dem privaten und literarischen Leben aufs Korn nehmen und meist an bestimmte Personen gerichtet sind. K.s Satire ist weniger scharf als mit Behagen witzelnd und spöttelnd; die späteren Epigramme werden derber und zynischer" (NDB X, 736).
Vorhanden sind: 1. 76 Briefe zu je 1-20 S. deren Inhalte ein großes Spektrum an Themen abdecken: Kollegen, Studenten, Erlebnisse, Publikationen und deren Rezensionen, mathematische, astronomische physikalische und philosophische Themen u.v.m. "Weißberg (?) machte mir das Compliment daß sie einen sehr gelehrten Candidaten an hier gehabt hätten der ein Schüler von mir war" und zum Treffen mit dem Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel schreibt er am gleichen Tag "Der Herzog wollte mich auch lesen hören, wie unter Profesoren. ich hatte zum Glücke gleich das Erstsemester (?) von Newtons Chronologie, und er zeigte jedoch einige Erinnerung daß ihm hiervon nicht alles unbekannt war, wie er denn überhaupt für einen Herzog viel Gelehrsamkeit besitzt" (8. April 1781). - 2. 37 Billets meist in kleinerem Format, davon 9 bei der Heftung des Sammelbands auf größere Blätter montiert. - 3. 23 Blätter mit zahlreichen seiner berühmten Sinngedichte, meist in deutscher, wenige auch in lateinischer Sprache, meist auf Persönlichkeiten seiner Zeit "An Basedow. Warum nennst du den Mann Göttingens Pädagogen? | Hat er doch niemand hier, als seine Frau erzogen, | Und hätte die Verstand durch seine Zucht bekommen | So hätte sie ihn nicht genommen", oder auch allgemeinerer Natur: "Ein Arzt droht mir gar fürchterlich | Mich sterbenskrank, und todt zu schreiben | Gesund werd ich, und lebend bleiben | Schreibt er auch kein Rezept für mich." - 4. 10 mathematische Arbeiten, häufig über mehrere Seiten, meist in lateinischer Sprache, darunter auch 2 zum Parallelenaxiom. - 5. Einige Abhandlungen zu verschiedenen Themen, Lobreden auf Kollegen, Ergänzungen zu eigenen Schriften. "Vorzug von Euklids Elemenen vor der Bibel. Euklids Elemente enthalten nichts als lauter Warheit. Ein Vorzug der in dem Grade wohl keinem so grossen Buche zu kommt als der Bibel, werden wenigstens noch manche Theologen sagen, ich weiß nicht ob alle? Ja! aber bey Euklids Elementen, haben selbst Abschreiber, Uebersetzer, Exegeten, Commentatoren, Dogmatiker, keine Unwahrheiten hinein bringen können und keine Wahrheiten heraus." - Unter den in dem Sammelband zusammengefassten Schriftstücken auch einige mit teilweise umfangreichen Zusätzen und Kommentaren von der Hand des Empfängers C. F. Hindenburg sowie 3 separate Bll. mit von Hindenburg niedergeschriebenen Sinngedichten Kästners (oben nicht gezählt). - Insgesamt teilweise etwas gebräunt, vereinzelt im Rand etwas angestaubt oder gering stockfleckig, wenige unbedeutende Randläsuren. In dem Sammelband die Blätter fortlaufend mit Tinte foliiert und die ersten 60 Schriftstücke mit Bleistift nummeriert, dort 2 Bll. zum Brief Nr. 13 mit Nr. 21 versehen und verbunden, die Vorsätze und 1 Brief im Rand mit Bibl.-Stempel. Die losen Schriftstücke sämtlich mit blassem Bibl.-Stempel u. Bibl.-Signatur. Vermutlich fehlen Blätter bei 3-4 Briefen.
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Die Freunde Weinsbergs als Fürsprecher der 'Weiber von Weinsberg'
J.v. Kerner, Brief an E.C.V. Dietrich
Kerner, Justinus v. (Arzt u. Dichter; 1786-1862). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Dr. Justinus von Kerner" u. Adresse an "Herrn Dr. der Medicin E. Dieterich in Leipzig" (d. i. wohl Ewald Christian Victorin Dietrich (Militärarzt, Geburtshelfer und Schriftsteller; 1785-1860). Weinsberg, d. 23. Ja(nuar) (18)55. (27,3:21,3 cm). 2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Kerner wendet sich an den Kollegen Diet(e)rich, welcher ihm einen "gütigen Aufruf an die Freunde Weinsbergs zur Fürsprache" eines bei jenen unbekannten Dichters habe zukommen lassen. Kerners Haus in Weinsberg war seinerzeit gastfreundlicher Treffpunkt seines großen Freundeskreises, zu dem auch Ludwig Uhland, Gustav Schwab u. Nikolaus Lenau zählten. Kerner gibt zu bedenken, "daß in dem Aufrufe gar nichts von eigentlichem Inhalte jenes Künstlers, der natürlich hier ganz unbekannt ist, geschrieben steht" und "daß, auch in hiesigen Zeitungen, ein Artikel aus Leipzig zu lesen war, nach welchem jenes Drama bey seiner Aufführung nicht (...) mit Beyfall aufgenommern worden seyn soll" und bittet daher "um schleunige Erläuterung über all dieses". Wie ein hs. Eintrag in Bleistift am Briefrand vermerkt, handelt es sich bei besagtem Werk um das Libretto 'Die Weiber von Weinsberg. Romantisch-komische Oper' von Theodor Apel (1811-67), mit Musik von C. E. Conrad. Dessen Handlung basiert auf der bekannten Sage über die Treue der Frauen von Weinsberg aus dem Jahr 1140. Während der Belagerung der Burg Weinsberg durch König Konrad III. erhielten die Frauen die Erlaubnis, abzuziehen und mitzunehmen, was sie auf dem Rücken tragen konnten. Sie trugen daraufhin ihre Männer aus der Burg. - Adressbl. mit Loch u. Randausriss ohne Textverlust, gering fleckig u. mit leichten Randläsuren, mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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Theodor Körner wird von der Universität Leipzig ausgeschlossen
C.G. Körner, 8 Briefe an C.A.H. Clodius. 1810-11.
Körner, Christian Gottfried (dt. Schriftsteller u. Jurist; 1756-1831 in Berlin). Sammlung von 8 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift, davon 1 mit Adresse, an Christian August Heinrich Clodius (dt. Dichter, Herausgeber u. Übersetzer; 1772–1836). Dresden, 25. Oktober 1810 - 27. Mai 1811. Versch. Formate. Je 1-4 S. auf 7 Doppelbll. u. 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Christian Gottfried Körner berichtet dem Adressaten Clodius am 25. Oktober 1810 von seinem eben fertig gestellten Aufsatz für das Vaterländische Museum. Am 4. Februar 1811 schreibt er "Das Aufhören des Vaterländischen Museums bringt mich auf die Idee, ob Sie nicht ein ähnliches Journal in Sachsen unternehmen könnten, das nicht bloß zur Unterhaltung, sondern auch zu wissenschaftlichen, politischen, aesthetischen und moralischen Fortschritten bestimmt wäre." Körner rechnet im Brief vom 16. März 1811 im Vertrauen auf Clodius‘ "liberale Denkart" damit, daß sein Sohn Theodor "durch das neuliche Ereignis Ihr Wohlwollen nicht verloren hat... Das faktum, worüber mein Sohn bestraft wird, ist nach meiner Überzeugung ungegründet". Doch sollte es dennoch zur Bestrafung kommen, "so schätze (er sich) glücklich, daß (sein) Sohn unter den Bestraften, und nicht unter den Denuncianten ist." Aufgrund verbotener Duelle und seiner Teilnahme an studentischen Aktivitäten drohte dem Sohn, Theodor Körner, 1811 eine strafrechtliche Verfolgung, weshalb er am 23. März 1811 aus Leipzig floh. "Von seiner Abreise hat er mir Nachricht gegeben, und sie für nothwendig erachtet" schreibt der Vater am 25. März, dem nun daran gelegen ist, "daß er ungestört seine Studien in Berlin fortsetze", und bittet Clodius, in Leipzig "etwas dazu bey(zu)tragen, daß der Bericht an die Regierung erstattet würde". Auch habe er durch den Domherrn Keil in Leipzig eine Eingabe machen lassen und hofft, daß in dem zu erfolgenden Bericht darüber durch Fürsprache von Clodius "auch etwas zum Vortheil meines Sohnes einfließe". Da dem Studenten aufgrund seiner schwerwiegender Disziplinlosigkeiten der Ausschluss von der Universität Leipzig drohte, bittet Körner am 22. Mai, ihm "sogleich zu melden, wenn die Relegation erfolgt. Auch wünschte ich zu wissen, ob man über seine Relegation nach Berlin geschrieben hat, was dort geantwortet worden ist, und ob man sich dabey beruhigt". Tatsächlich wurde Theodor im Juni 1811 von der Universitäz Leipzig verbannt. Damit er von allen Angelegenheiten seines Sohnes unterrichtet sei, schreibt Körner am 27. Mai, daß sein Sohn "sich bey dem Concilio... wegen einer Wunde am Kopfe... (habe) entschuldigen lassen." Körner habe nun "noch einen Versuch bey dem Rector gemacht, die Sache beyzulegen" und erläutert weiteres Vorgehen. - Vorliegende Sammlung beinhaltet auch ein Glückwunschschreiben vom 21. April 1811 an Clodius zum "erneuten philosophischen Professors" in Leipzig". - 1 Bl. mit Ausriss am Siegel und Randeinriss ihne Textverlust. Im ganzen gut erhalten. - Zus. 8 Bll.
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Lambert und Hindenburg in Konkurrenz zu Felkel
J. H. Lambert, 5 Briefe an C.F. Hindenburg. 1776
Lambert, Johann Heinrich (Mathematiker, Physiker, Astronom, Philosoph; 1728-1777). Sammlung von 5 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift, davon 3 mit Adresse an Carl Friedrich Hindenburg. Berlin, 13. August 1776 - 14. Dezember 1776. (23,4:18,5 cm). 1 1/2 S. - 4 S. auf je 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die Briefe Lamberts an Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker, Professor der Philosophie u. Physik; 1741-1808) zeugen von dem regen wissenschaftlichen Austausch der Naturwissenschaftler. So berichtet Lambert im August 1776 über das neue Werk und die Maschine von Herrn Felkel (wohl Anton Felkel. Pädagoge, Mathematiker u. Erfinder; 1740-1800). "Herr Felkel hat mir übrigens angetragen, daß er mir in einem Briefe ein vollständiges Modell seiner Maschine, auch die kleinere Tafel schicken wolle, wenn ich sie verlange“. Gemeint sind hier wohl Felkels 'Faktorenmaschine' und sein bekanntestes Werk, die Tabelle zur Berechnung von Primzahlen. Entworfen bis zur Zahl 2.000.000, wurde diese jedoch vorerst nur bis zur Ziffer 408.000 gedruckt mit "Kayserl. Vorschuß" in Wien 1776. Lambert habe die Anfrage Felkels nach Mitarbeit abgelehnt, denn "auf die Ehre eines Herausgebers halte ich mir gar nichts zu gute" und erhebt des weiteren die grundsätzliche Frage der Urheberschaft. Denn auch wenn der noch fehlende Teil "fertig und bereits gedruckt wäre, so würde wohl kein Privilegium exclusivum dabey seyn... Gegen meine Correspondenten bin ich dadurch, daß ich ihr Vorhaben längst schon publiciirt habe, gerechtfertiget". Lambert habe Felkel, so schreibt er am 13. August 1776, "bereits letzten Winter... geantwortet, er könne sich die Mühe ersparen, seine Tafel von 1 bis auf 1 Million zu berechnen, weil dieses schon geschehe, und dagegen könnte er von 1 bis 2 Millionen fortrechnen". Auch im Oktober desselben Jahres ist das Thema die Tafel von Felkel, für die jener "in Wien den erwarteten Zulauf nicht" finde. Desweiteren diskutiert Lambert die Tafeln, welche von Hindenburg stammen. Im Dezember des Jahres erläutert er seine Kritikpunkte an der Tabelle Felkels, z.B. "daß er wenigstens den kleinsten Faktor in wirklichen Zahlen hätte ansetzen können" und beschreibt die Maschine Felkels "aus Stäben bestehend... Es würden sich so aber auch Circul und Cylinder gebrauchen lassen... auch Uhr- oder Räderwerke". Er stellt ausführliche Überlegungen und Berechnungen an bezüglich Hindenburgs neuem Werk (wohl seiner Faktorentafel), welches im selben Jahr bei Crusius in Leipzig erschienen war. Lambert hatte Hindenburg schon im Brief von 13. August ermuntert, seine Arbeit trotz der Konkurrenz durch Felkel fortzusetzen und die Vorteile beim Absatz des Werkes erkannt: "Ein Verleger, der zumal in Leipzig Buchhändler ist, hat vor einem ganz unbekannten Gelehrten in Wien, der auf Subscription drucken läßt, sehr viel voraus". - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, 1 Brief auf Pappe montiert, 1 w. Bl. mit Ausriss u. Durchriss, 2 Adressbll. mit Ausriss ohne Textberührung. - Zus. 5 Bll.
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Illustrationen zu Lavaters Messiade und der Deismus-Streit mit Nikolai
J.C. Lavater, Brief mit Albumbl. + Brief v. Schreiberhand. 3 Bll.
Lavater, Johann Caspar (Pfarrer, Philosoph u. Schriftsteller; 1741-1801). Eigenhändiger Brief m. U. u. Adresse sowie eigenhändiges Schriftstück m. U. an Daniel Chodowiecki (Maler u. Kupferstecher; 1726-1801). Zürich, 11. Oktober u. 10. November 1785. (20:15,8 u. 8,5:11,3 cm) Je 1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht in der online Briefedition 'Johann Caspar Lavater: Historisch-krititsche Edition ausgewählter Briefwechsel' der Universität Zürich. - Lavaters Korrespondenz mit Chodowiecki bezieht sich hier auf die Illustrationen zu seiner biblischen Dichtung 'Messiade', zu welcher Chodowiecki Kupferstiche beisteuerte. Lavater wolle den "geplagte(n), unentbehrliche(n) Chodowiecki" nicht treiben, bittet aber um alle Zeichnungen zu den Kupfern zur Messiade, "wär's auch ein Blättchen" nur. Lavaters 'Jesus Messias, oder Die Evangelien und die Apostelgeschichte, in Gesängen' (1783-86 in 4 Bänden ersch.) wurde mit insgesamt 72 teils von Chodowiecki entworfenen Kupferstichen illustriert. Mit dem eigenhändigen Schreiben vom November des Jahres auf einem Albumblatt bittet Lavater, beiliegendes [dem Stecher] "Berger mit Ihrer Empfehlung und einigen nöthigen Erinnerungen zu übergeben – vielleicht machen Sie mit ein paar Pinselstrichen Schattierung aller Füsse stehend – das Costüm des Geisslers verstehe ich nicht – sehe auch nicht ob er nackt oder bekleidet ist?" - Das Albumblatt am unteren w. Rand des Briefes montiert, gebräunt, etwas fleckig u. mit kl. Randausriss. der Brief fleckig, mit Siegelausschnitt u. verso mit Einträgen von alter Hand. - Dazu: Brief von Schreiberhand mit Unterschrift 'Johann Caspar Lavater'. Zürich, 14. Oktober 1786. (23:18,9 cm) 1 1/1 S. auf 1 Bl. - Enthält ausführliche Darlegungen Lavaters zu seiner Auseinandersetzung mit Friedrich Nikolai (1733-1811) im sog. Deismus-Streit, der in den Jahren 1786 und erneut um 1793 seinen Höhepunkt fand. In seiner 'Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz' hatte sich Nikolai kritisch mit der 'Schwärmerei' und dem Einfluss Lavaters auseinandergesetzt. Lavater protestiert in vorliegender Schrift scharf: "Obgleich ich gründlich entfernt bin, hier eine Silbe von dem zu rügen, was Herr Nikolai... gegen meine Anzeige vom 28. August, von welcher ich kein Wort zurücknehmen werde, über mich... zu sagen gut findet, und obgleich ich nicht verbunden zu seyn glaube, über irgendetwas, was ich allenfalls auf meiner Reise in vertrauten Kreisen und über Herrn Nikolais Eifer für die Protestantische Kirche geredet haben mag, dem Publikum Rechenschaft zu geben - so kann ich doch unmöglich den schändlichen Verdacht, in der neuen Anschuldigung nachtheilige Anekdoten verbreitet zu haben - auf mir ruhen lassen." - Nicht in der online Briefedition Lavater (s.o.). - Gut erhalten. - Alle Schriftstücke mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
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"Mein Gott, kommen Sie denn gar nicht wieder"
G.C. Lichtenberg, 40 Briefe u. Billets an C.F. Hindenburg
Lichtenberg, Georg Christoph (Physiker u. Schriftsteller; 1742-1799). Sammlung von 40 eigenhändigen Briefen u. Mitteilungen mit Unterschrift oder Paraphe an den Mathematiker Carl Friedrich Hindenburg. Göttingen, (7. Jan. 1778) bis 24. Sept. 1796. Verschiedene Formate. Im 19. Jh. alle bis auf 1 auf weiße Bll montiert oder aufgeklebt u. in einem Halblederband zusammengefasst, dieser etwas berieben.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Die vorliegende Sammlung erhält alle erhalten gebliebenen Briefe und Billetts Lichtenbergs an seinen Kollegen Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808 ), der ab 1781 als außerordentlicher Professor der Philosophie, ab 1786 Professor der Physik in Leipzig lehrte. Besonders eng war der Kontakt zwischen Januar 1778 und Sommer 1779, als Hindenburg sich mehrfach für längere Zeit in Göttingen aufhielt. Aus dieser Zeit stammen neben Briefen auch undatierte Billets. So spricht Lichtenberg eine Einladung zum Kegeln aus oder lädt in sein Gartenhaus: "Ich bitte mir von Ihnen (...) diesen Abend um 7 die Ehre auf meiner Gartenstube auf ein kaltes Butterbrod aus. Sie können versichert seyn ich nehme das Wort nicht in der Bedeutung unserer Stadt, die unter Butterbrod alles eßbare in der Welt versteht, nur kein Butterbrod". Auch in den kurzen Billets zeigt sich Lichtenbergs Witz: "Di Klopstockische Ordografi bitte ich mir wider disen Abend aus weil där Herr Prof. Feder si wider zurick haben will. Das buch wird file ferführen, mich verfürz nicht". Ende Dezember 1778 möchte Lichtenberg Hindenburg und seinem Begleiter Georg Forster "den Weltumsegler, Otaheiten und weyland Antipoden auf einige Augenblicke vorführen. Ich hoffe, es wird sie nicht gereuen diesen guten und artigen Mann kennen gelernt zu haben".
Einen langen Brief vom 24. 8. 1778 - Hindenburg ist zu der Zeit nicht in Göttingen - beginnt Lichtenberg: "Ich würde gewiß Ihre Briefe, die mir die angenehmsten meiner ganzen Correspondenz sind, eher beantwortet haben, wenn mich nicht bey meinen mannigfaltigen Abhaltungen, als Reisen, Arbeiten, Kranckheiten (...) nicht das sichere Vertrauen auf Ihre gütige Nachsicht zum Aufschub auf bessere Tage verleitet hätten. (...) Mein Gott, kommen Sie denn gar nicht wieder. Ich sehe sehr offt aus meinem Hörsaal nach ihren Fenstern. Einige Male haben ein Paar herrliche Mädchen herausgesehen. (...) Wenn Sie doch einmal gerade um eine solche Zeit angefahren kämen, ich wolte so bald ich die Kutsche sähe, oben die Thüre verrammen Sie könten alsdann machen was Sie wolten."
Die beiden Naturwissenschaftler tauschten sich natürlich auch über wissenschaftliche Themen aus, so als Lichtenberg sich dafür bedankt, dass Hindenburg ihn auf Fehler in den von ihm herausgegebenen 'Anfangsgründen der Naturwissenschaften' von Erxleben aufmerksam gemacht hatte. Die neue Auflage war allerdings schon gedruckt: "Es ist mir herzlich leid, daß ich Ihnen nicht vor der Hand Nachricht gegeben habe, daß Dietrich wieder eine neue Auflage von Erxleben auf dem Stapel liegen hätte, die nun bereits vor einigen Tagen wieder ins Wasser gelassen worden ist. Ich habe nun über ein Paar leck geordene Stellen wieder ein Paar Bohlen genagelt, in einige Risse Lappen gestopft (...)" (14. 5. 1791). In einem langen Brief vom. 1. 6. 1787 geht es um eine von Hindenburg entwickelte Luftpumpe (mit Zeichnung), in der Nachschrift um "3 Vulcane", die Herschel "im Mond entdeckt" habe. Empfehlungen an Hindenburg für Personen, die nach Leipzig kamen, sind ebenfalls Thema von Briefen, so am 27. 5. 1792, als Lichtenberg einen von der Revolution offenbar nicht unberührten Instrumentenmacher namens Renard empfiehlt: "Er ist eigentlich aus Metz gebürtig und hat der Unruhen wegen sein Vaterland verlassen (...) Ein Aristokrat scheint er eben nicht zu sein, allein, wenn er auch gleich einmal von die Reckte der Mensch Eit spricht, so geschieht es immer mit der Bescheidenheit, die diesem würklich redlichen und guten Manne besonders eigen ist".
Zur Erlangung der Magisterwürde durch Lichtenberg am 4. Januar 1779 ließ Hindenburg bei Dieterich (Aere Theodericiano) einen Glückwunsch in lateinischen Distichen auf einem Doppelblatt drucken. Ein Exemplar liegt hier bei. Lichtenberg schreibt gleich danach in einem Dankesbrief: "Wenn ich nicht fürchtete in dem schrecklichen Aufzuge, in welchem ich zwar gewöhnlich, besonders aber an meinen Feyertagen im Hause einhergehe, so würde ich sicherlich, so wie ich bin, zu Ihnen gerannt sein, Ihnen meinen lebhafftesten und aufrichtigsten Danck für die unverdiente Ehre abzustatten." Ebenfalls beiliegend: 8 S. auf 2 Doppelbll. in 8vo mit deutschen Gedichten, wohl von Hindenburg, jedenfalls wird eines davon ("Geschlossen sitzt, an Schwanz und Pferdefuß, der Teufel / zu Hamburg nun." [...]) von Hindenburg in seinem Brief vom 8. 1. 1778 als seines zitiert (Briefwechsel I, 426).
Dazu: 1 eigenh. Brief Lichtenbergs an Johann Christian Friedrich Köhler. (Göttingen Frühjar 1782). 1 S. - Über Chodowieckis Kupfer zum von Lichtenberg hrsg. Göttinger Taschen-Calender für 1782, mit 1 kleinen Tintenzeichnung (Briefwechsel I, 919). - Alle Blätter, somit auch ein Teil der Briefe, in der oberen rechten Außenecke alt in Tinte nummeriert; vereinzelt etwas fleckig; die aufgeklebten Stücke meist etwas leimschattig; stellenw. mit kleinen Randläsuren, besonders der Brief an Köhler.
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Maximilian I., Brief an Jakob Fugger
Maximilian I. (Kaiser; 1459-1519). Brief von Schreiberhand mit eigenhändigem Handzeichen an Jakob Fugger. Augsburg, 13. Dez. 1513. 4to (31:22,5 cm). 2 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Kaiser Maximilian berichtet Jakob Fugger, wie er in einem Streit zwischen Fugger und der Stadt Ulm geschlichtet hat. "Lieber getrewer, alls du unns verschiner tag furbracht und angezaigt hast, wie die von Ulm newlicherweyl an der Yler schlachten und Erich (?) bawen und schlagen haben lassen (...)". Ulm hatte den Lauf der Iller manipuliert, u. a. durch Uferbefestigungen ("Schlachten"), und dadurch die Wasserversorgung der Grafschaft Kirchberg, die Fugger 1509 erworben hatte, gemindert. Maximilian hat der Stadt Ulm befohlen, die Einrichtungen zurückzubauen. Mit der von Maximilian für Briefe statt der Namensunterschrift benutzten Sigle "p(er) reg(em) p(er) s(e)" sowie Bestätigung eines Beamten. Mit Adresse Siegelrest und Registraturvermerk "Betreffendt die schlacht an der yler". - Leicht fleckig.
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Die Experimentalphysik raubt viel Zeit
J.T. Mayer, 5 Briefe an C.F. Hindenburg. 5 Bll.
Mayer, Johann Tobias (dt. Physiker; 1752-1830). Sammlung von 5 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift, wohl an Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Erlangen, Göttingen u. Altdorf, 3. März 1781 - 29. April (ca. 1800). Versch. Formate. Meist je 4 S. auf 5 Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Interessantes Zeugnis der langjährigen Korrespondenz der Physiker Mayer und (wohl) Hindenburg. Mayer berichtet dem Kollegen und Freund am 3. März 1781, er befinde sich schon seit 4 Wochen in Göttingen "wegen eines Processes, in welchen wir nach dem Todte (!) von Herrn Müller mit der Königl. Soc. der Wissenschaften und dem Hofrath Michaelis gerathen sind... Wegen des Auftrags die in Nürnberg zu verfertigenden Instrumente betreffend, bin ich überzeugt, daß Sie nirgends wohlfeilere dafür finden können." Den Auftrag "Ihnen einige geometrische Werkzeuge machen zu lassen... habe ich zwar sogleich mit Vergnügen übernommen, und vors erste einen Messtisch bestellt, allein zu meinem Leidwesen sehe ich, daß die Nürnberger Mechanici äußerst faul sind und immer getrieben werden müssen", schreibt Mayer schließlich im Oktober 1782. Er habe von seiner "Practischen Geometrie" nun den "dritten Theil und mithin das ganze Buch geendigt". Aus Erlangen, wo er ab 1787 Mathematik und Physik lehrte, reicht er im November 1795 dem Professor die erbetene Antwort zur Frage nach den "Boscovichschen Elementen" und der "darin enthalten seyn sollenden Spuren der combinatorischen Analysis" nach. Es folgen Abschriften aus B.‘s Werk mit dem Schluß, "außer dem kömt (!) im ganzen Buche nichts mehr von Combinationen u.d.gl. vor". Mayer findet keine Zeit, die neue Ausgabe des Gehlerischen Wörterbuchs (d.i. Gehler, J. S. T., Physikalisches Wörterbuch oder Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter der Naturlehre. 1789) zu lesen, er entschuldigt sich bei dem Kollegen am 4. März 1797, "denn (ich) habe zugleich gewöhnlich 3 Collegien zu besorgen, worunter wie Sie selbst wissen die Experimentalphysik sehr viel Zeit raubt". Ebenfalls aus Erlangen schreibt Mayer am 29. April (ca. 1800): "Durch die Vandenhoekische Handlung bekommen Sie anbey ein Exemplar von der neuen Auflage des ersten Theils meiner practischen Geometrie. Meine Schrift über den Wasserstoff nebst Brief werden Sie in der vorigen Ostermesse doch erhalten (haben)“. Mayers ‚Praktische Geometrie‘ erschien ab 1777 in unzähligen Auflagen; sein Aufsatz über Wasserstoff (wohl: Beschreibung einer bequemen Geräthschaft zur Verbrennung des Wasserstoff- und Sauerstoffgases) im Jahre 1800. - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. - Zus. 5 Doppelbll.
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Mendelssohn lässt Bach-Denkmal errichten
F. Mendelssohn Bartholdy, Brief an den Stadtrat v. Leipzig
Mendelssohn Bartholdy, Felix (dt. Komponist, Pianist u. Organist; 1809-1847). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin, 2. November 1842. 8vo (24,5:19 cm). 1 S. auf 1 Doppelbl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Nicht in der historisch-kritischen Edition der Korrespondenz F. Mendelssohn Bartholdys in der Humboldt-Universität zu Berlin enthalten (www.felix-mendelssohn-bartholdy.org). - Mendelssohn bedankt sich bei dem Stadtrat von Leipzig für dessen Teilnahme "in der Angelegenheit des Bachschen Monumentes". Mendelssohn erwarb sich in Leipzig nicht nur als Komponist und Gewandhaus-Kapellmeister besondere Verdienste, sondern auch bei der Wiederentdeckung und Pflege der Musik des Thomas-Kantors Johann Sebastian Bach (1685–1750), dessen Werk Ende des 18. Jahrhunderts fast vergessen war. Er initiierte und finanzierte die Errichtung eines Bachdenkmals, von dem der vorliegende Brief zeugt. "In der nächsten Woche gedenke ich wieder in Leipzig einzutreffen, um den Winter dort zuzubringen; bis dahin sind hoffentlich die Vorarbeiten soweit gediehen, daß sich über die Aufstellung selbst bestimmte Aussprache nehmen läßt, daher werde ich mir in den ersten Tagen meines Aufenthaltes gleich die Freiheit nehmen Ihnen meine Aufwartung zu machen, Ihnen nun auch noch mündlich zu danken, und alles Weitere mit Ihnen zu besprechen." Das Denkmal wurde schließlich unmittelbar hinter der Thomas-Schule errichtet. Am 23. April 1843 wurde es durch Mendelssohn Bartholdy feierlich enthüllt und der Stadt übergeben. - Schreibpapier mit Blindstempel "Bath", im Rand minimal gebräunt, obere Ecken mit winzigen Heftlöchlein, schwache Falzspuren.
Manuscript signed letter by Felix Mendelssohn Bartholdy to the Leipzig City Council regarding the placement of the monument to Johann Sebastian Bach, which he had donated to the city. - Rare. Not included in the complete edition of Mendelssohn Bartholdy's correspondence at Humboldt University in Berlin (www.felix-mendelssohn-bartholdy.org). - Blind stamped paper, minor browning to margins, upper corners with tiny stitching holes, faint fold marks.
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Apel widmet Mendelssohn seine 'Melusine'
F. Mendelssohn Bartholdy, Brief an T. Apel
Mendelssohn Bartholdy, Felix (dt. Komponist, Pianist u. Organist; 1809-1847). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift u. Adresse. Leipzig, 25. April 1844. Kl.-4to (27,3:22,6 cm). 1 S. auf 1 Bl.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Freundschaftlicher Brief an den Schriftsteller Theodor Apel (mit der Adresse "Amtmanns Hof" und seinem vollen Absendernamen "Felix Mendelssohn Bartholdy". Nicht in der historisch-kritischen Edition der Korrespondenz F. Mendelssohn Bartholdys in der Humboldt-Universität zu Berlin enthalten (www.felix-mendelssohn-bartholdy.org). - Mendelsohn bedankt sich für die Zueignung von Apels Gedicht 'Melusine' ("Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet") , das als 'Gedicht in drei Gesängen' erstmals im selben Jahr in Leipzig erschienen war und beteuert, "mit welchem Vergnügen ich das Gedicht gelesen und wiedergelesen, mich an alten bekannten Stellen gefreut und manche Veränderung und Auslassung (nicht wahr, ich irre mich nicht) hie und da bemerkt habe". Er bedauert, Apel vor seiner Abreise nicht mehr angetroffen zu haben und erinnert an "jene vergnüglichen Tage die wir hier zusammen verlebten". - Gut erhalten mit minimalsten Randläsuren, kl. Stempel u. Bibl.-Signatur.
Manuscript signed letter from Felix Mendelssohn Bartholdy to the author Theodor Apel, thanking him for dedicating his poem Melusine to him and commemorating the wonderful days they spent together in Leipzig. - Rare. Not included in the complete edition of Mendelssohn Bartholdy's correspondence at Humboldt University in Berlin (www.felix-mendelssohn-bartholdy.org). - Minimal lesions to margin, with small stamp and library signature. Fine condition in all.
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"Es ist ein unverschämtes Ding"
F. Nicolai, Briefe an C.F.v. Blankenburg. 15 Bll.
Nicolai, Friedrich (Verleger, Schriftsteller, Aufklärer; 1733-1811). Sammlung von 15 (9 eigenhändige, 6 von Schreiberhand, 8 mit Adresse) Briefen mit eigenhändiger Unterschrift an Christian Friedrich von Blankenburg (1744-1796). Berlin u. Pyrmont, 19. Dezember 1786 - 5. April 1796. Versch. Formate. je 1- 3 1/2 S., davon 11 auf Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Inhaltsreiche Sammlung von Briefen des Hauptvertreters der Berliner Aufklärung, Friedrich Nicolai an den Freund Blankenburg mit ausführlichen Darlegungen Nicolais zu seinem (Deismus-)Streit mit Johann Caspar Lavater (reformierter Schweizer Pfarrer u. Philosoph; 1741-1801) und der damit zusammenhängenden weitreichenden literarischen Fehde und öffentlichen Debatte. Im Dezember 1786 berichtet Nicolai mit Empörung, er habe nun "Lavaters sogenannte Rechtfertigung gesehen. Es ist ein unverschämtes Ding. Ich werde mich genöthigt sehen, nächstens in den Zeitungen etwas darüber zu erklären, bis ich vielleicht in einer besonderen Schrift mehr sage. Denn die schändlichen Verleumdungen, die er so hinwirft, sind gar zu wider." Der in den Streit involvierte Blankenburg wird von Nicolai am 13. Januar 1787 aufgefordert zu sagen, wie Nicolai "diese Sache erwägen soll... Ich finde nicht für nöthig, Ihren Namen zu nennen... Ich will nur sagen, daß es sehr absurd ist, mir mit den Gerichten zu drohen, daß ich ihm den Urheber der Nachricht nenne soll". Daraufhin beklagt er sich am 20. Januar, von Blankenburg noch keine Antwort erhalten zu haben und berichtet "Ich habe seit dem meine Vertheidigung wider Lavater geendigt, und ich sende Ihnen anbei eine Abschrift der Stelle, welche von der Sie angehenden Sache handelt. Sie werden sehen, daß ich Sie nicht genannt habe." Im März 1788 bedauert Nicolai, nicht auf die Messe kommen zu können, "Aber ich hänge bloß von meiner jetzigen sehr verdrießlichen Lage ab". Während Nicolai den Streit öffentlich austragen will, beschuldigt er im Brief vom 13. Dezember 1788 Lavater, einen kompromittierenden Aufsatz unter der Hand zirkulieren zu lassen. Gleichzeitig weist er Blankenburg an, seinen Antwortbrief nicht mit der Post, sondern in einem Kuvert mit der Adresse ‚Mdme la Veuve Hoffmann, Marchande de Drop auf dem Schloßplatz‘ abzugeben. Auch müsse er sich in Acht nehmen, "nichts zu sagen, was hier bey Hofe übel genommen werde, nichts a. geheimer Gesellsch(aft), die Sache ist zu delicat". Unter den in den Briefen erwähnten Personen ist auch Johann Georg Zimmermann (Arzt u. Popularphilosoph; 1728-95), welcher 1788 die Berliner Aufklärer, die ihn bisher als Bundesgenossen betrachtet hatten, heftig angriff. Nicolai überlegt im Juni 1790, "ob nicht jemand (der Barbarina) Zimmermanns Beschuldigung... wider den König mittheilen wollte". Die berühmte Balletttänzerin Barbara Campanini (1719-99) wurde von Friedrich II. verehrt. Im Mai 1790 hatte Nicolai laut Zettelnachricht dem Freund das Werk von Zimmermann (wohl 'Ueber Friedrich den Großen und meine Unterredungen mit Ihm') geschickt "mit der Bitte um Ihre Anmerkungen". Im Juli 1790 schreibt er Blankenburg recht entspannt von seiner Brunnenkur in (Bad) Pyrmont, "daß wenn man dabey nicht ruhig ist und seine Gemächlichkeit brauchen kann, so schadet alles Brunnenwesen mehr als es hilft." Aus dem langen Stillschweigen Blankenburgs schließt Nicolai 1794, "daß Sie über irgendetwas ungehalten sein müßten, und daß dabey ein Mißverständnis von irgendeiner Art obwalten müßte". Im Juni 1795 hingegen bedankt er sich für den erhaltenen Brief und berichtet erleichtert von der Genesung seines Sohnes Carl. Einen kurzen Austausch über "die sogenannten Commedien unserer Freundin" enthält ein Schreiben vom Oktober 1795. - Jeweils mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, vereinzelt mit Tintenflecken, wenige Bll. mit kl. Ein- oder Ausrissen im Rand oder an den Siegeln, jeweils ohne Textberührung, 3 Bll. verso von alter Hand dicht beschrieben mit Überschreibung der Adressen. - Zus. 15 Bll.
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J.F. Pfaff + Brüder. 9 Briefe an C.F. Hindenburg
Pfaff. - Sammlung von 9 Briefen der Universitäts-Professoren und Brüder Johann Friedrich, Johann Wilhelm Andreas und Christoph Heinrich Pfaff, alle an Carl Friedrich Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Verschiedene Orte, 1797-(1806). 8vo- und 4to-Formate. Meist auf Papierbogen montiert.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Interessante Sammlung von Briefen der drei Brüder und Väter der Dynastie von Universitäts-Professoren, Söhne des Stuttgarter Oberfinanzrates Friedrich Burkhard Pfaff (1738-1817) und seiner Gattin Maria Magdalena (geb. Brand; 1742-1783).
1. Johann Friedrich Pfaff (Mathematiker; 1765-1825). 6 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Helmstedt, 3. Jan. 1797 - (1806). 25,5:19 (2) und 18:13 cm. Je 3-4 S. auf 1 Doppelbl. - Johann Friedrich P. studierte in Göttingen u.a. bei A. G. Kästner und G. C. Lichtenberg, ging 1787 an die Berliner Sternwarte zu J. E. Bode und wurde 1788 als Professor für Mathematik nach Helmstedt berufen wo er 1799 auch Doktorvater von C. F. Gauss war. Die Briefe behandeln häufig Neuigkeiten aus dem akademischen Betrieb des Fachbereichs Mathematik, Beiträge Pfaffs zu dem von Hindenburg herausgegebenen mathematischen Magazin, Publikationen anderer Mathematiker und private Nachrichten. Mit dem ersten vorhandenen Brief vom 3. Jan. 1797 sendet er "den bereits erwähnten Aufsatz über Coefficientengleichungen" und vermerkt: "Von der 3tn Abhandlung über die Reversion der Reihen sind schon 2 Bogen abgedruckt". Im Brief vom 21. Jun. 1800 berichtet er ausfühlich über eine Reise von Stuttgart über Nürnberg, Erlangen, Göttingen, Coburg, Gotha und entschuldigt sich daß er nicht nach Leipzig kommen konnte. "In Erlangen war mir Langsdorfs Bekanntschaft interessant. In Gotha haben mich Zach und Pasquich sehr gütig aufgenommen." Mit Langsdorf gerät er alsbald in einen Disput und schreibt am 1. Mai 1803: "Langsdorf erscheint auch dießmal wieder als mathematischer Polygraph. Seine neuen Prinzipien der Geometrie werden wohl kein dauerhaftes Glück machen. Es ist ein Zeichen der mathematischen Toleranz, daß man zu dieser Häresie so stilleschweiget." Im undatierten Brief (wohl aus dem Jahr 1806) berichtet er über den neuen "Curator" für Helmstedt (Gustav Anton) von Wolf(f)radt: "Aber, da die so billige Hofnung zu einer entschädigenden Vergrößerung für unseren Herzog fast verschwunden scheint, so ist (...) auch wenig Aussicht vorhanden, wir sind überall von Preußen zu sehr beengt." Daneben stellt er Hindenburg hier auch zwei geometrische Sätze mit je 1 Zeichnung vor. - Lose mit Montagespuren (3) und alt auf Papierbogen montiert, 1 Brief mit Tintenfleck u. kl. Papierdurchbruch; nur 1 Brief mit blassen Bibl.-Stempeln und Bibl.-Signatur im Rand.
2. Johann Wilhelm Andreas Pfaff (Mathematiker, Physiker u. Astronom; 1774-1835). 2 eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Stuttgart, 21. Mai 1800 und Tübingen, 17. Jun. 1802. Ca. 23:18,5 cm. 3½ u. 1 S. auf je 1 Doppelbl. - Wilhelm P. studierte 1791-96 in Tübingen und wurde 1803 an die Universität Dorpat (Tartu) als Professor für Angewandte Mathematik und Astronomie berufen. Die Briefe überwiegend zur kombinatorischen Analysis und zu einem Kommentar über 'Du Calcul des Dérivations' des L. F. A. Arbogast, den Hindenburg ihm hatte zukommen lassen. - Auf Papierbogen montiert, bei dem Brief von 1802 die Adresse dabei abgedeckt sowie dieser mit Siegelauschnitt.
3. Christoph Heinrich Pfaff (Mediziner u. Physiker; 1773-1852). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Kiel, 20. Sept. 1798. 22,5:18,5 cm. 2 S. auf 1 Doppelbl. - Christoph Heinrich P. studierte zuerst in Stuttgart wo er sich mit G. Cuvier befreundete, später in Göttingen wo er Lichtenberg, Osiander und Hahnemenn hörte. Im Frühjahr 1798 wurde er als Professor für Medizin nach Kiel berufen. In seinem Brief dankt für die Gewogenheit die Hindenburg ihm während seines Aufenthalts in Leipzig erwiesen hatte und bittet darum den "Mechanicus Hoffman(n) an sein Versprechen mir eine Cylindermaschine nach seiner Einrichtung, nebst Elektromotor, Condensator etc. zu verfertigen, zu erin(n)ern," da er diese bei seinen Vorlesungen über Experimentalphysik nötig habe. - Auf Papierbogen montiert, dabei die Adresse abgedeckt.
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F. Rochlitz, 143 Briefe u. Schriftstücke an A. Apel
Rochlitz, Friedrich (Autor, Herausgeber, Komponist und Musikschriftsteller; 1769-1842). Sammlung von 143 eigenhändigen Briefen, Billets und Schriftstücken mit Unterschrift oder Paraphe. Meist Leipzig, 1790-1816. Verschiedene 8vo- und 4to-Formate. Je 1-12 S. Teilweise mit Adresse und Siegeln oder Siegelresten. Alle, bis auf 4 lose, alt auf 100 nummerierte Albumblätter montiert und in einen Hldr.-Band des 19. Jh. mit Rvg. gebunden; stark berieben, Gelenke beschabt, 1 Gelenk eingerissen, einige Bll. lose.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Bedeutende Sammlung von 140 Briefen und Schriftstücken an seinen Freund, den Schriftsteller und Juristen Johann August Apel (1771-1816), bekannt für sein mit F. Laun (d. i. F. A. Schulze) hrsg. 'Gespensterbuch', und 1 Brief an den Verleger Georg Joachim Göschen (1752-1826). Die Briefe an den Freund Apel meist sehr persönlichen Inhalts, Rochlitz beschwört häufig die Bedeutung ihrer Freundschaft: "Für Herbst und Winter lass uns gute Vorsätze fassen: wer weiß, ob wir einander noch lange haben!" (1811). Im ältesten Brief (Bl. 52) vom 1. Juli 1790 berichtet Rochlitz ausführlich von den Töchern der Familie Oehler, bei der er wohnt, und versucht, bei Apel für die Töchter Interesse zu erwecken. Vielfach werden Treffen in Leipzig oder Ermlitz besprochen, geliehene oder zurückgegebene Bücher behandelt: "Je alberner und abgeschmackter ich über den Göthe'schen Roman urtheilen höre, je angenehmer war es mir, eben Dich beÿfällig in meine Meÿnung einstimmen zu hören. Die Zusam(m)enstellung mit Werther ist auch mir beÿgekommen, und ich habe schon im meinem, am Sonntag abgegangenen Brief an G. dieselbe erwähnt" (11./16. Nov. 1809). Kommentare zu Friedrich H. Jacobi, Immanuel Kant "wie seine Kritik der Urtheilskraft, die mir als sein Höchstes erscheint" (1812), Jean Paul und vielen anderen Verfassern werden gegeben. Beiträge von Apel für die von Rochlitz 1798 gegeründete 'Allgemeine musikalische Zeitung' werden erwähnt. Ausführllich werden auch juristische und finanzielle Fragen im Zusammenhang mit der Hochzeit von Rochlitz und seiner Jugendliebe, der verwitweten Henriette Winkler, und der damit verbundenen Erbschaft erörtert, darunter auch die Veräußerung der Gemäldesammlung und von Teilen der Bibliothek. Das Erscheinen der Bände 2, 3 und 6 des Gespensterbuchs finden ebenso Erwähnung. Enthalten sind auch die Dichtungen "Der holde Tag der schönsten Kinderträume" (2 S.) und "Des Sängers Liebe. Ein kleiner Roman in Liedern. Dem Schatten Cölestinens gewidmet" (3 Bll., 7 S., 1 Bl.), sowie ein Heft "Fragmente, aus dem väterlichen Rathe, des berühmten Advokaten F- zu G-" (5½ S.). In dem Brief an Göschen (Bl. 23) grüßt Rochlitz von Schulze (Laun), bemerkt daß er es "erbärmlich" finde, daß Göschen keine Auszüge wünscht, und berichtet im Auftrag Apels von der Möglichkeit einer Rezension (wohl des Gespensterbuchs) durch S. A. Mahlmann. 3 der Schriftstücke auch von A. Apel mit hs. Zusätzen von Rochlitz. Zu Beginn 1 loses Blatt mit dem von Heinrich Apel erstellten Inhaltsverzeichnis des Albums, der erklärt, in sehr jungen Jahren die Schriftstücke von seiner Großmutter Emilie Schreckenberger (geb. Hindenburg) erhalten zu haben, die in erster Ehe mit August Apel verheiratet war. Er bedauert, die Stücke "da mir damals das Verständniß abging" aufgezogen zu haben und daß eine neue Ordnung "nicht ohne Verletzung der Schriftstücke hätte geschehen können." Auf Blatt 73 ist ein gereimter Text von anderer Hand (monogrammiert "IBL") "Zwey Tage des Vergnügens in Lauchstädt 1808" (5½ S) montiert. Heinrich Apel vermerkt in Bleistift darunter "Gehört nicht hierher... Jedenfalls nicht von Rochlitz". - Schwach gebräunt, der von Apel verwendete Klebstoff meist leicht durchschlagend, die Adresse duch die Montage überwiegend abgedeckt. Stellenweise mit Randausschnitt durch Ablösung vom Siegel. 1 Brief (Blatt 67) lag schon Heinrich Apel in zerrissenem und fragmentiertem Zustand vor und wurde von diesem auf Blatt 67 zusammengesetzt montiert. Der Brief an Göschen vom Trägerpapier ohne Schaden abgelöst, der älteste und 1 weiterer Brief Rochlitz' an Apel ebenfalls lose, ein Brief vom 10.5.1810 auf ein separates Kartonblatt montiert und mit Bibl.-Signatur und blassem Stempel. Ein Brief (laut Inhaltsverzeichnis aus dem Jahr 1790) wurde wohl von Blatt 68 entfernt.
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"Anwendungen der Combinatorischen Integrale"
H.A. Rothe, Brief an C.F. Hindenburg. 5 Bll.
Rothe, Heinrich August (dt. Mathematiker; 1773-1842). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an C. F. Hindenburg (Mathematiker u. Physiker; 1741-1808). Dresden, 29. September 1800. (22,4:18,4 cm). 10 S. auf 3 Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Rothe wendet sich in vorliegendem ausführlichen Brief an seinen Lehrer, Professor Carl Friedrich Hindenburg. Beide Mathematiker beschäftigten sich insbesondere mit der Kombinatorik. Rothe wurde 1796 zum außerordentlichen Professor in Leipzig ernannt und bewirbt sich nun auf eine Stelle in Dresden. "Die Sache ist pressant. Ob ich die Stelle erhalten werde ist sehr zweifelhaft. .. und ich darf mir keine große Hoffnung machen... in Dresden placiert zu werden“. Eine andere freie Stelle in Schulpforta scheint ihm nicht passend zu sein, wenngleich noch „Holz und Wohnung“ und „und eine Menge andere Dinge als festgesetztes Deputat“ dazu kämen, sodaß man "ohne Rücksicht noch auf das freye Logis immer auf 500 Thaler reichlich aufschlagen könne." Rothe sieht sich "in einer äußerst unangenehmen und bedenklichen Lage" und bittet Hindenburg inständig, ihm "jetzt Hülfe durch eine auswärtige Vocation zutheil" werden zu lassen und kündigt die Briefbeilage an, den Beweis zu seiner "Differentiallokalformel". Rothes Hauptwerk, die "Theorie der combinatorischen Integrale" wurde 1820 schließlich veröffentlicht. - Beiliegt: Ders. "Anwendungen der Combinatorischen Integrale und Localzeichen auf die Differentialrechnung". Eigenhändige Rechnungen. 6 1/2 S. auf 2 Doppelbll. (21,5:18 cm). - Je mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur. Gut erhalten. - Zus. 5 Doppelbll.
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Ein guter Abdruck von jedem Kupferstich Chodowieckis
F.F.A.v. Sachsen-Coburg-Saalfeld, 4 Briefe an D. Chodowiecki
Sachsen-Coburg-Saalfeld, Franz Friedrich Anton von (Herzog u. Erbprinz; 1750-1806). Sammlung von 4 eigenhändigen Briefen mit Unterschrift "dienstwilliger Freund Franz Erbprinz (zu Coburg)" an Daniel Nikolaus Chodowiecki. Coburg, 7. September 1783 - 12. Januar 1792. Versch. 8vo-Formate. Je 1 1/2 - 2 1/2 S. auf 2 Bll. u. 2 Doppelbll.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Inhaltsreiche Sammlung, welche die direkte und enge Verbindung des Herzogs Franz von Sachsen-Coburg zum Berliner Kupferstecher und Zeichner Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801) spiegelt, der ein großer Bewunderer Chodowieckis war. Im Brief vom September 1783 ordert der Herzog alle zukünftigen Werke des Künstlers: "Da ich bisher um so manches Ihrer geistvollen schönen Kupfer... gekommen... so wende ich mich an Sie selbst und ersuche Sie, in Zukunft von allem was Sie verfertigen werden mir immer gleich einen guten Abdruck zu überschicken". Zu Lebzeiten des Künstlers erwarb der Herzog schließlich rund 4.000 Grafiken und etwa 200 Zeichnungen. Diese Sammlung bildet den Grundstock des Kupferstichkabinetts, der bedeutenden Kunstsammlungen auf der Veste Coburg. Die Bitte nach guten Abdrucken wiederholt sich im Brief vom Oktober 1785, verbunden mit der Order, "von sämtlichen Arbeiten Ihres Sohnes gute Abrucke jetzt und in Zukunft". Chodowieckis Sohn Ludwig Wilhelm (1765-1805) war ebenfalls Maler und Kupferstecher. Im September 1790 schickt der Herzog neben Geld und weiteren Bestellungen auch beste Genesungswünsche: "Gott... erhalte unserem Vaterland einen großen geschmackreichen Künstler". Im Januar 1792 bedankt sich der Herzog für "Ihre vortrefflichen Handzeichnungen". Die fortgesetzten Ankäufe bringen den Herzog zu der Zeit jedoch auch in Zahlungsnöte: "„Wegen der Ihnen zu versendenden Zahlung, sehe ich mich gezwungen, sie zu bitten, mir zu erlauben, nach Verlauf von zwey Monathen die eine Hälfte dieser Schuld, und die zweite nach Verstreichung von vier Monathen erst an Sie abzutragen, und lege Ihnen zu dem Ende eine Versicherung hier bey." - Vereinzelt gering braunfleckig, jeweils mit kl. Stempel u. Bibl.-Signatur, 1 letztes w. Bl. mit halbseitigem Ausschnitt. Zus. 4 Bll.
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Autographen ca. 440 Briefe und Schriftstücke / ca. 500 Bll.
Sammlung von ca. 440 Briefen und Schriftstücken an August Apel, Theodor Apel, Heinrich Apel, Carl Friedrich Hindenburg, Christian Friedrich von Blankenburg u.a. Überwiegend eigenhändig und mit Unterschrift oder Paraphe. Verschiedene Orte, ca. 1661-1880. 8vo-, 4to- und Folio-Formate. In 4 alten Lwd.-Kassetten, teilw. beschädigt.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Ausgesprochen reichhaltige Sammlung von meist inhaltsreichen Briefen, wenigen Billets, Gedichten, Urkunden und anderen Schriftstücken. Inhaltlich ein weites Spektrum von Naturwissenschaften, Mathematik, Medizin, Literatur, Schauspiel, Musik, Geschichstschreibung, Buchhandel, Kunst, Theologie u.a. abdeckend. Unter den Schreibern der Briefe und Schriftstücke die Mathematiker: A. Burja (1752-1816), F. G. v. Busse (1756-1835), C. F. v. Hindenburg (1741-1808), F. C. Jetze (1721-1803), W. J. G. Karsten (1731-1787), G. S. Klügel (1739-1812), C. Kramp (1760-1826), C. F. v. Pfleiderer (1736-1821), J. A. v. Segner (1704-1777), K. D. M. Stahl (1771-1833), J. H. van Swinden (1746-1823), F. X. Zach (1754-1832). - Naturwissenschaftler und Naturforscher: A. E. Brehm (1829-1884), J. F. A. Breithaupt (1791-1873), J. K. Burckhardt (1773-1825), H. Burmeister (1807-1892), O. L. Erdmann (1804-1869), E. G. Fischer (1754-1831), J. K. Hasskarl (1811-1894), J. F. L. Hausmann (1782-1859), K. W. G. Kastner (1783-1857), J. G. Köhler (1745-1800), J. T. Ratzeburg (1801-1871), J. S. C. Schweigger (1779-1857), G. R. Treviranus (1776-1837), J. F. Wurm (1760-1833). - Dichter und Schriftsteller: B. Auerbach (1812-1882), A. Apel (1771-1816; 11 Stücke), W. G. Becker (1753-1813), K. H. Bogatzky (1690-1774), Louise Brachmann (1777-1822), A. Bube (1802-1873), M. F. Chemnitz (1815-1870), Helmina v. Chézy (1783-1856), C. A. H. Clodius (1772-1836), F. v. Dingelstedt (1814-1881), T. Drobisch (1811-1882), C. A. Eberhard (1769-1845), L. Feldmann (1801-1882), J. G. Fischer (1816-1897), E. Geibel (1815-1884), F. Gerstäcker (1816-1872; 6 Stücke), R. Griepenkerl (1810-1868), K. Gutzkow (1811-1878), T. Hell (1775-1856), R. Heller (1814-1871), K. Herloßsohn (1804-1849), M. Heydrich (1820-1885; 10 Stücke), F. Hofmann (1813-1888), K. v. Holtei (1798-1880), F. Horn (1781-1837), E. Kauffer (1824-1874; 4 Stücke), Friederike Kempner (1828-1904), Friederike Roswitha Kind (1814-1843), A. v. Kotzebue (1761-1819), F. A. F. Krug v. Nidda (1776-1843), H. Laube (1806-1884), F. M. Leuchsenring (1746-1827), S. A. Mahlmann (1771-1826), H. v. Maltzahn (1826-1874), H. Marggraff (1809-1864), Benedicte Naubert (1752-1819; 11 Stücke), E. Ortlepp (1800-1864), E. Palleske (1823-1880), Elise Polko (1822-1899), R. E. Prutz (1816-1872); E. Rittershaus (1834-1897), F. Rochlitz (1769-1842), L. Schefer (1784-1862), G. Schlesier (1810-1881; Schulfreund Wagners); L. Schücking (1814-1883), T. Storm (1817-1888), M. A. v. Thümmel (1738-1817; Briefentwurf), C. A. Tiedge (1752-1841), C. A. Vulpius (1762-1827). - Philosophen: F. W. J. Schelling (1775-1854; Billet), F. Schlegel (1772-1829), H. Ulrici (1806-1884). - Musiker, Komponisten und Schauspieler: F. David (1810-1873), B. Dawison (1818-1872), E. Devrient (1801-1877), Lina Fuhr (1828-1906), E. Genast (1797-1866), Friederike Goßmann (1838-1906), Anna Löhn-Siegel (1825-1902), Marie v. Marra-Vollmer (1822-1878), H. Marschner (1795-1861), A. Methfessel (1785-1869), C. B. v. Miltitz (1780-1845), J. F. Nesmüller (1818-1895), Sara Oppenheimer (1844-1906), F. Wallner (1810-1876). - Philologen: J. C. Adelung (1732-1806), E. G. Benseler (1806-1868), G. Bernhardy (1800-1875), C. A. Böttiger (1760-1835), F. W. Doering (1756-1837), L. Friedländer (1824-1909), G. Hermann (1772-1848), G. M. Redslob (1804-1882), J. G. Stallbaum (1793-1861), B. Weiske (1748-1809), F. A. Wolf (1759-1824). - Buchhändler, Verleger und Künstler: H. Brockhaus (1804-1874), H. Geßner (1768-1813), E. Keil (1816-1878), A. F. Kuhn (1784-1829), M. Retzsch (1779-1857), L. Richter (1803-1884; Quittung), O. Spamer (1829-1886), T. O. Weigel (1812-1881). Ca. 100 Stücke nicht oder nicht eindeutig bestimmt. - Durchgängig mit Bibl.-Signatur und blassen Bibl.-Stempeln; teilweise alt auf Trägerpapiere montiert, stellenweise gering stockfleckig oder angestaubt, vereinzelt mit Randläsuren oder Siegelausschnitt. Detaillierte Liste auf Anfrage. - Dazu: 6 Bll. mit ausgeschittenen mont. Unterschriften (oben nicht gezählt). oRR/Waf
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F.A. Schulze (Laun), 113 Briefe an A. Apel
Schulze (Laun), Friedrich August (Schriftsteller; 1770-1849). Sammlung von 113 eigenhändigen Briefen und Schriftstücken, meist mit Unterschrift oder Paraphe, an den Schriftsteller u. Juristen Johann August Apel (1771-1816). Meist Dresden 1803-1816. Verschiedene 8vo- und 4to-Formate. Je 1-8 S. Einige Mit Adresse und Siegel oder Siegelresten. Lose.
Aus der restituierten Bibliothek Apel in Ermlitz. - Umfangreiche Sammlung der Briefe von Friedrich August Schulze (auch: Schulz) an seinen Kollegen Apel, mit dem er unter seinem Pseusonym 'Friedrich Laun' die ersten 6 Bände der Anthologie 'Gespensterbuch' verfasste. In dem Gespensterbuch erschien auch Apels Erzählung 'Der Freischütz', die F. Kind als Vorlage für sein Libretto zur gleichnamigen Oper von Carl Maria von Weber diente. Die Briefe zum überwiegenden Teil zu literarischen und editorischen Fragen. Schulze erbittet Beiträge zur Dresdner Abendzeitung, die er anfangs redigiert, berichtet über seine Dichtungen und Prosa-Arbeiten, die er teilweise Apel zur Begutachtung vorlegt, kommentiert Arbeiten von Apel, die er gelesen hat etc. Häufig erinnert er Apel an Beiträge oder Rezensionen, die dieser noch nicht geliefert hat, z.B. zur Abendzeitung, später auch häufig zu dem Gespensterbuch, zum geplanten Almanach für Weintrinker u.a. 1805 gibt er die Redaktion der Abendzeitung ab und widmet sich mehr seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Am 21. Oktober 1808 schreibt er "Also frisch an’s Werk: Ich bin mit H. Göschen wegen eines Buches unter dem Titel: Gespenstergeschichten von A. Apel und F. Laun, übereingekommen. Er will uns an keine Zeit binden, sondern sie drucken wenn sie fertig sind. Für den Bogen gedruckt wie die Selene zahlt er Zehn Thaler – – Auch hat er, was man ohnehin von dem Manne gewohnt ist, möglichste Eleganz u ein Kupfer zu jedem Bändchen versprochen." Beiträge von Apel erhalten häufig von Ihm viel Lob "Sie haben den Wohlklang so vortrefflich mit dem zwanglosen Ausdruck zu vereinigen gewußt, daß diese Elegien gewis (!) eine bleibende Zierde der deutschen Poesie zu nennen sind" (2. Jun. 1811). Für den nach dem Tode Apels erschienenen 7. Band und den 1818 erschienenen Fortsetzungsband arbeitete Schulze dann mit F. de la Motte Fouqué zusammen. - Sämtlich mit Bibl.-Signatur und blassem Stempel; vereinzelt gering angestaubt.
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