Preview • Next Reiss & Sohn Auctions October 27 to 30, 2026
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Agenda ecclesiastica. Würzburg 1564
Würzburg. - Agenda ecclesiastica, secundum usum ecclesiae VVyrzeburgensis. Würzburg, H. Baumann, Sept. 1564. Fol. (28,5:20,5 cm). Mit 2 Holzschn.-Titelbordüren u. 27 Textholzschnitten (inkl. Wiederholungen). 4 nn., 151 num. Bll.; num. Bll. (152)-248, 3 nn. Bll. (o.d.l.w.). Blindgepr. Schweinsldr. über Holzdeckeln mit 2 Metallschließen, etwas fleckig, Vorderdeckel mit kleiner Bezugsfehlstelle.
VD 16, A 772; Adams L 1295. - Seltene Würzburger Kirchenordnung. Schöner Druck in Rot und Schwarz, enthält auch Noten. Die Holzschnitte mit Darstellungen kirchlicher Handlungen wie Taufe, Kommunion usw. sind tlw. monogrammiert CW. Erschien auch in einer Titelvariante oder -auflage (VD 16, A 631). - Kaum fleckig; erste Bll. mit wenigen, gegen Ende mit einem Wurmloch; ohne das letzte weiße Bl. Titel mit tektiertem Stempel sowie Besitzvermerk der Erzabtei St. Peter, Salzburg.
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Rycaut, Historia deß Ottomannischen Reichs
Ricaut (Rycaut), P. Historia oder Beschreibung von dem jetzigen Zustand deß Ottomannischen Reichs, in sich haltend, die politische Staats-Regeln der Türcken ... Ihre Militarische Disciplin und Kriegs-Recht. Auß deß Herren Ricaut ... Engelländischen Exemplar, in das Frantzösische gebracht: nu(n) nach demselben, in die hoch teutsche Spraach übersetzt. Frankfurt, W. Serlin, 1671. 12mo (14:9 cm). Mit gest. Front. und 18 gefalt. Kupfertafeln. 5 Bll., 635 S. Prgt. d. Zt.; etwas fleckig, Rücken mit 2 hs. Nummern.
VD 17 1:674485X; vgl. Atabey 1072 (Anm.); nicht bei Blackmer, Ioannou, Weber, Lipperheide. - Seltene erste deutsche Ausgabe von "The history of the present state of the Ottoman empire", dessen erste Ausgabe 1666/7 erschienen war und nahezu vollständig in dem großen Band von London vernichtet wurde. "This was Rycaut's most important work... An extremely important and influential work, which provides the fullest account of Ottoman affairs during the 17th century" (Blackmer 1463, zur 2. engl. Ausg. 1668). Rycaut verbrachte einen sechsjährigen Aufenthalt als Botschaftssekretär in der Türkei, sein Werk basiert auf authentischen Quellen und eigenen Beobachtungen. Beschreibt Politik, Staatswesen, Religion, Sitten, Kriegswesen etc. Die Tafeln mit Darstellungen von Amts- und Würdenträgern und Soldaten, einige auch mit Teilansichten von Constantinopel im Hintergrund. Bekannter und häufiger auffindbar ist die erweiterte deutsche Ausgabe, die 1694 unter dem Titel "Die neu-eröffnete ottomanische Pforte" erschien. - Gebräunt, die Taf. verso mit Bleistift nummeriert, zu Beginn mit schwachem Wasserrand in der oberen Außenecke, wenige Bll. nicht aufgeschnitten, Vorsatz mit privatem Besitzvermerk von 1921.
First German edition. Scarce. With engr. front. and 18 folding engr. plates. - Some tanning, faint waterstain to upper outer corner of first leaves, few leaves unopened, front flyleaf with note by a private owner dating from 1921. Bound in contemp. full-vellum; somewhat stained, ms. numbering on spine.
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Labat, L'Art en fait d'Armes ou de l'épée seule
Labat, J. L'Art en fait d'Armes ou de l'épée seule, avec les attitudes. Toulouse, Boude, 1696. (18:11,5 cm). Mit 24 Fechtdarstellungen auf 12 Kupfertafeln von J Simonin. 8 Bll., 173 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Steh- u. Innenkantenvergoldung, Rvg. u. goldgepr. Rtit.; bestoßen, teilweise beschabt, Vordergelenk mit Einrissen an Kopf u. Fuß, Vorsatzbll. entfernt.
Thimm 156 f.; Gelli 378 f.; Vigeant 76 f. - Erste Ausgabe des schmalen aber einflussreichen Werks des Toulouser Fechtmeisters: "Indeed, from the days of Liancour and Labat till quite the latter part of the eighteenth century, all the books written by the followers of the French school are more or less close imitations of their works" (Castle). - Gering gebräunt, vereinzelt leicht fleckig, Tafeln teilweise knapp beschnitten, vereinzelt mit geringem Verlust (meist Einfassungslinie), wenige Tafeln außerdem mit kl. Tintenflecken bzw. Verwischungen außerhalb der Darstellung.
First edition with 12 engraved plates. - Slight browning, occasional light staining, some plates slightly cropped with minor losses (mostly along the border), small ink stains or smudges outside the illustration to few plates. Contemporary full-calf, some gold tooling and lettered spine; worn.
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Kahn, Anfangsgründe der Fechtkunst
Kahn, A. F. Anfangsgründe der Fechtkunst nebst einer Vorrede von dem Nutzen der Fechtkunst und den Vorzügen dieser Anweisung. Göttingen, J. C. L. Schultz, 1739. 4to (21,5:18 cm). Mit gest. Porträt des Verfassers u. 25 Kupfertafeln. 2 Bll., 46, 164 S. Pp. d. 20. Jh.; berieben, Rücken beschabt, Buchblock nach Titel angebrochen.
Thimm 153; Gelli 262; Pardoel 413; vgl. Lipperheide Td 45 (2. Ausg.). - Erste Ausgabe. Die Tafeln mit je 3 Fechterpaaren und Legende. - Etwas gebräunt, Tafeln teilw. stärker u. stellenw. wasserrandig, vereinzelt etwas finger- oder braunfleckig, zu Beginn kl. hinterlegte Wurmspur im unteren Rand. Exlibris K. Stritesky, Spiegel außerdem mit mont. Geschenkvermerk seines Schülers A. Bauer.
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Brye, L'art des tirer des armes
Brye, J. de. L’Art de tirer des armes, réduit en abrégé. Paris, Thiboust, 1721. (16:9,5 cm). Mit gest. Wappen des 2e duc de Villeroy als Frontispiz u. gest. Textvignette mit Porträtmedaillon des Dauphin von Louis Boudan. 10 Bll., 78 S., 3 Bll. Ldr. d. Zt. mit Stehkantenverg., goldgepr. Rtit. u. Rvg; etwas berieben u. bestoßen, gering wurmlöchrig, in mod. Pp.-Schuber.
Thimm 41; Corble 26; Vigeant 41f. - Erste Ausgabe, sehr selten. Vorliegendes Werk richtet sich nicht, wie die meisten Fechtbücher, an den Fechtschüler. "Son traité est davantage tourné sur la pédagogie et la bonne manière d’apprendre l’escrime à l’épée de cour. Il s’adresse donc plutôt aux maîtres ou aux pratiquants pour les accompagner dans une pratique en salle" (Collection PALAS). - Etwas gebräunt u. fleckig, Anfang u. Schluss mit kl. Wurmgang im Bund, Frontispiz mit Fehlstelle im weißen Rand.
First edition, scarce. Engraved coat-of-arms of the 1st Duke of Villeroy as frontispiece and 1 engr. text-vignette showing a medaillon with the Dauphin's Portrait. - Moderate browning and some spotting, minor worming near gutter to few pages at beginning and end; somewhat larger worm hole to white margin of frontispiece. Contemporary calf, gilt, title gilt to spine; somewhat rubbed and bumped, minor worming. Modern cardboard slipcase.
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Girard, Nouveau traité
Girard, P. J. F. Nouveau traité de la perfection sur le fait des armes. Paris 1736. Qu.-4to (21:28,5 cm). Mit gest. Titel von E. Herblot, Porträtkupfer von J. de Favanne, je 1 gest. Vign. u. Init. sowie 115 (statt 116) Kupfertafeln. 2 (statt 3) Bll., 156 S., 5 (l.w.) Bll. Ldr. d. Zt. mit Stehkantenvergoldung u. Rvg.; bestoßen u. fleckig, Rückdeckel beschabt, Rücken unter Verwendung des alten Materials erneuert, ohne das Rsch.
Gelli 368; Thimm 71; vgl. Lipperheide Td 44 (Den Haag 1740). - Erste Ausgabe des schönen Fechtbuches. 80 Kupfer mit Darstellungen des Degenfechtens, auch gegen Piken, Hellebarden, Bajonette; die übrigen zeigen im Titel aufgeführte Exerzierübungen wie "faire de bonne grace les saluts de l'esponton, l'exercice du fusil & celui de la grenadière, tels qu'ils se pratiquent aujourd'huy dans l'art militaire de la France". - Stellenweise etwas gebräunt oder fleckig, einige Anfangsbll. angerändert oder mit ergänzten Randausrissen, vereinzelte kl. Randläsuren, V1 mit größerem Einriss bis in den Satzspiegel, Titelbl. mit kl. rotem Wappenstempel im weißen Rand. Exlibris James Brodie (1744-1824). Fehlen Tafel 5 u. 1 Bl. (Widmung).
First edition. With engr. title, 1 portrait & 115 engr. plates. Lacking plate 5 and 1 leaf dedication. - Some browning or spotting in places, few initial leaves remargined or with marginal restorations, minor fraying here and there, larger tear to V1, touching text. Bookplate to inner front cover. Contemporary calf, gilt spine and extremities; somewhat bumped and spotted, some abrasions to rear cover, spine restored using old material, without the spine label.
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Berlin. Große Gesamtansicht. Werner-Probst
Berlin. "Berlin". Große Gesamtansicht aus der Kavaliersperspektive. Kupferstich nach F. B. Werner bei J. F. Probst, Augsburg, um 1730. Mit Titelschriftband u. Wappen oben. Von 2 Platten gedruckt u. zusammengesetzt; 30:98 cm, darunter deutsche Legende 1-30.
Marsch, Werner S. 137 (1b) mit Abb. S. 103 (1a); Ernst S. 821, Nr. 4 mit Abb.; Kiewitz 1334 Anm.; vgl. Fauser 1373 (Ausg. Wolffs Erben). - Seltene Panoramaansicht im 2. Zustand (von 3) der 1. Platte (von 3) der 1727 entstandenen Vorlage von Werner mit Plattennr. 43. - Leicht angestaubt u. fleckig, Außenränder stärker u. mit 2 rep. Einrissen unten.
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Stieglitz, Zeichnungen aus der Baukunst / 2 Bde.
Stieglitz, C. L. Zeichnungen aus der schönen Baukunst oder Darstellung idealischer und ausgeführter Gebäude mit ihren Grund- und Aufrissen. Mit nöthigen Erklärungen und einer Abhandlung über die Schönheit in der Baukunst. 2. verb. Aufl. Leipzig, G. Voss, 1805. Gr.-fol. (45,5:33 cm). Mit gest. Front. u. 114 auf 102 (9 doppelblattgr.) Kupfertaf. 2 Bll., 46 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg., 2 Rsch.; berieben, etwas bestoßen, Rücken oben mit wenigen kl. Wurmlöchern, Vorsätze etwas leimschattig u. stockfl.
Ornamentstichkat. Bln. 2051. - Zweite deutsche Ausgabe. Enthält Fassaden, Grund- u. Aufrisse von idealen Stadtgebäuden, Landhäusern, Gartengebäuden u. Kirchen. "Vermittelt die Ideale neopalladianischer Architektur in Deutschland. Mit (de Qincy) verbindet Stieglitz der weitausholende Versuch, die zeitgenöss. Architektur durch historische Untermauerung zu befördern" (HAB, Architekt u. Ingenieur S. 74). Die Vorzeichnungen der Tafeln von Schwender gehen auf die Sammlung Lord Findlaters zurück. - Beigebunden: 2 Bll. Verlagsanz. - In den Rändern stellenweise gering stockfleckig, Front. mit hinterl. Einriss. - Dazu: C. de Mechel. Oeuvre de Jean Holbein ou recueil de gravures d'après ses plus beaux ouvrages. Première partie: Le triomphe de la mort. - Seconde partie: La passion de Notre-Seigneur. Tle. 1 u. 2 (von 4) in 1 Bd. Basel 1780. Fol. (39:30,5 cm). Mit 25 (statt 26) Kupfertafeln u. 2 gest. Vignetten. 2 Bll., 12 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg., Deckel mit Kattunpapierbezug; etwas berieben u. bestoßen, Gelenke teilw. eingerissen. - Massmann 56; Minns 266 u. 267. - Erste Ausgabe. Teil 1 mit den Totentanzdarstellungen, Tl. 2 mit Darstellungen der Passion. Or.-Lieferungsumschläge beigebunden. - Text etwas gebräunt. Tafeln stellenweise gering stockfleckig. Fehlt Tafel 1 aus Tl. 2. - Zusammen 2 Bde.
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Lotter & Lobeck, Atlas portatilis mit 29 Karten
Lotter, T. C. & T. Lobeck. Atlas geographicus portatilis, XXIX. mappis orbis habitabilis regna exhibens (gest. Titel). Augsburg, T. Lobeck, (1747?). - Kurzgefasste Geographie... nebst compendieusen Land-Charten, welche einen kleinen Sack-Atlas ausmachen. Augsburg, J. M. Wagner für T. Lobeck, um 1750. Quer-8vo (11,5:15 cm). Mit gest. Frontispiz, gest. Titel, gest. Tafelverz. und 29 altkol. Kupferkarten. Ldr. d. Zt. mit reicher Goldpräg. auf beiden Deckeln und Resten von Goldschnitt; gering bestoßen, Vergoldung oxidiert, Leder an 1 Ecke fachgerecht ergänzt.
King, Miniature maps 1744 (online); Shirley T.LOTT-1a; Pagliani, Atlas minor 43 u. Phillips 631f. (datieren beide ca. 1762). - Frühe (erste?) Ausgabe des beliebten Taschenatlas mit den von Lotter nach Lobeck gestochenen Karten, der häufig auch unter Lotters Namen läuft. "This is presumably because a gentlemanly Lobeck put his engraver’s name first on the title-page, above his own, or perhaps it was for business reasons" (King). Enthält Welt- und Sternbildkarte jeweils in 2 Hemisphären, Kontinente (4), Russland sowie europäische und deutsche Gebietskarten. Der mit dieser Ausgabe häufiger zu findende Einband lässt auf eine Bindung durch den Verleger schließen. - Schönes Exemplar, kaum gebräunt und nur vereinzelt gering fleckig.
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Knox, Ceylanische Reise-Beschreibung
Sri Lanka. - Knox, R. Ceylanische Reise-Beschreibung, oder Historische Erzehlung von der in Ost-Indien gelegenen Insel Ceylon, ... auch ein umständlicher Bericht, von des Autoris in die zwantzig Jahr allda ausgestandenen Gefangenschafft. Ins Hoch-Teutsche übersetzt. Leipzig, J. F. Gleditsch, 1689. 4to (21,5:17,5 cm). Mit gest. Front., 1 gefalt. Kupferkarte u. 15 Kupfertafeln. 19 Bll., 411 S., 20 Bll. Mod. Ldr.
VD 17 39:131579Q; Henze III, 46 f.; Griep-Luber 709; vgl. Cox I, 277. - Erste deutsche Ausgabe, erstmals 1681 erschienen. Knox erlitt 1658 vor Ceylon Schiffbruch und wurde 20 Jahre auf der Insel gefangen gehalten. Sein Bericht "ist der erste Einblick in das Innere der Insel, deren Küsten die Holländer, als Nachfolger der Portugiesen, seit der Mitte des 17. Jahrhunderts besetzt hielten. Er fügte seinem Bericht auch eine neue Karte der Insel bei" (Henze). Die Kupfer zu Ackerbau, Justiz, Kastenwesen etc. - Gebräunt und etwas stockfleckig; Frontispiz, Titel u. letzte 2 Bll. mit Restaurierungen und kl. Ergänzungen im Rand, Front. u. letztes Bl. mit dünnem Japanpapier hinterlegt.
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Nieuhof, Gesantschaft der Ost-Indischen Geselschaft
China. - Nieuhof, J. Die Gesantschaft der Ost-Indischen Geselschaft in den Vereinigten Niederländern, an den Tartarischen Cham, und nunmehr auch Sinischen Keyser... vom 1655. Jahre bis in das 1657. 2. verbesserte u. vermehrte Auflage. Amsterdam, J. van Meurs, 1669. Fol. (31:21,5 cm). Mit gest. Porträt, gefalt. Kupferkarte, 33 (statt 34) doppelblattgr. Kupfertafeln u. 109 großen Textkupfern. 3 Bll., 420 S., 6 Bll. Ldr. d. Zt.; Rücken unter Verwendung des alten Materials erneuert.
VD 17 3:606778R; Cordier, BS 2346; Landwehr, VOC 541 Anm.; Tiele 801 Anm.; Walravens 64; Henze III, 612. - Zweite deutsche Ausgabe. "Neuhofs Chinawerk ist bis heute eines der besten und gesuchtesten" (W.). Der berühmte Bericht über die erste niederländische Gesandtschaftsreise nach China, unter der Leitung von P. de Goyer und J. de Keiser und unter Teilnahme Nieuhofs, ist eine der am reichsten illustrierten älteren Reisebeschreibungen von China. Angefügt (S. 233 ff.) eine Landes- und Kulturkunde. Die Kupfer zeigen Ansichten und Trachten, Bräuche und Zeremonien der Einwohner sowie Pflanzen und Tiere des Landes. Berichtet z. B. auch über Porzellanherstellung und über Tee. - Gebräunt, finger- und braunfleckig, vereinzelte Wasser- oder Tintenflecken, einige alt hinterl. Einrisse, wenige Taf. auf Lwd.-Streifen eingehängt, die gest. Kte. mit kleineren Restaurierungen und lose in mod. Einbandtasche eingelegt, 1 Taf. mit ergänztem Randausriss, S. 83/84 mit ergänztem Ausriss mit Textverlust, die Taf. S. 51 nur zur Hälfte vorhanden (oben nicht gez.). Ausgeschiedenes Expl. der Harvard College Libr. mit entsprechenden Stempeln verso Titel u. Exlibris. Fehlt der gest. Titel. oRR.
Second German edition. - Browned, some thumbing and staining, occasional water- or ink-staining, some backed tears, occasionally covering text, few plates tipped in on textile band, the engraved map with minor restorations, loosely inserted into a modern slipcase on the back cover; 1 plate with a repaired marginal tear; pp. 83/84 with a repaired tear with text loss; the plate on p. 51 is only half present (not counted above). Withdrawn copy from the Harvard College Library, with stamps verso title and bookplate. Lacking the engr. title. Sold Waf.
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Aa, Voyagien na West-Indien. Het eerste Stuk
Aa, P. van der. De gedenkwaardige en al-om beroemde voyagien der Spanjaarden na West-Indien. Uytgegeeven door J. L. Gottfried. In't Nederlands vertaalt. Het eerste Stuk (von 2). 13 Teile in 1 Bd. Leiden, van der Aa, 1706. Fol. (39:24,5 cm). Mit gest. Titel, gest. Widm., 14 wiederh. gest. Titelvign., 7 gest. Karten auf 4 (3 gefalt.) Tafeln und 60 halbseitigen Textkupfern. Hldr. d. Zt.; beschabt u. bestoßen.
Sabin 3; Alden-L. 709/3; Tiele 7; NHSM 107. - Band 1 des mit eigenem Titel erschienenen zweiten Teils der Folio-Ausgabe der "Naaukeurige Versameling". Behandelt in 13 separat paginierten Teilen mit jew. eigenem Titelblatt die frühen spanischen Reisen nach Amerika. Mit Beschreibungen der Reisen von C. Kolumbus u. seinen Nachfolgern, darunter Alonso d'Ojeda, Amerigi Vespucci, C. Guerre, V. Y. Pinzon, A de Torres, F. de Porras, J. Dias de Solis, Ocampo, u.v.a. Mit Gesamtkarte von Amerika und Karte von Nordamerika, beide mit Kalifornien als Insel (McLaughlin-M. 168, 1. Zustand u. 172, 3. Zustand von je 3). Weiterhin Karten der Karibik u. Mittelamerikas sowie der Nordküste Südamerikas. - Unbeschnitten. Durchgehend gebräunt, stellenweise gering stockfleckig.
First vol. (of 2) of the second part of the scarce folio issue of "Naaukeurige versameling" comprising early Spanish discoveries in the Americas after Herrera (for details see Alden-L. 709/3). With engr. title and dedication, 14 engr. title-vign., 7 engr. maps on 4 (3 folding) sheets and 60 engravings in the text. - Untrimmed. Some browning throughout and minor spotting in places. Contemp. half-leather; worn.
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(Alvares), General Chronicen
(Alvares, F.) General Chronicen, das ist warhaffte eigentliche und kurtze Beschreibung, vieler namhaffter ... Landschafften, erstlich ... deß ... Priester Iohanns Königreichen. Teile 1-2 (von 3) in 1 Bd. Frankfurt, P. Reffeler u. J. Schmidt für S. Feyerabend, 1576. Fol. (33:22 cm). Mit 1 Titelholzschnitt, 1 Wappenholzschnitt, 32 teilw. wiederh.Textholzschnitten u. 2 Druckermarken. 3 nn., 201 num., 1 w.; 71 num., 2 nn. Bll. Mod. Pp.
VD 16, A 2066; über Inhalt u. Bedeutung vgl. Henze I, 63 u. besonders King Manuel 42 (portugies. Or.-Ausgabe von 1540). - Frühe deutsche Ausgabe, selten. Die deutsche Erstübertragung erschien 1566. Das erste Buch eines europ. Autors über Äthiopien, der viele Jahre lang im Land lebte und dort auch wahrscheinlich einen Teil des Werkes schrieb. "Leitete eine Epoche in der europ. Kenntnis von Äthiopien ein; sie war die erste und blieb länger als ein Jhdt. die wichtigste Quelle über jenes Land, über das bis dahin, nach den Worten Ramusios, nichts vorgelegen hatte" (Henze). In dieser Ausgabe zusammen mit einer Beschreibung von Europa, Afrika, Asien und Amerika von unbekannter Feder. Ohne den 3. Teil von Orosius über Amerika. - Schwach gebräunt, stellenweise gering fleckig; Titel mit kl. Randausriss, 2 alten Besitzvermerken u. altem Stempel verso, Bl. 28 mit Tintenfleck in der unteren Außenecke, Bll. 81-82 u. 189-191 mit zahlr. Tintenflecken. Fehlen 2 w. Bll. und der gesamte 3. Teil.
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Angelus, Annales Marchiae Brandeburgicae
Angelus (Engel), A. Annales Marchiae Brandenburgicae, das ist ordentliche Verzeichnuß und Beschreibung der fürnemsten und gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten und Historien vom 416. Jahr vor Christi bis auffs 1596. Jahr. Hinzugesetzt ein Bedencken der Theologen zu Frankfurt a. d. O. von den Besessenen zu Spandaw. Item, ein Supplementum bis auf den Aprilmonat dieses 1598. Jahrs. Frankfurt/O., J. Hartmann, 1598. Fol. (32:20,5 cm). Mit 1 doppelblattgr. Kupferkarte, 2 doppelblattgr. (1 gefalt.) Stammtafeln u. zahlr. Textholzschnitten. 6 Bll., 453 (recte 437) S., 22 Bll. Späterer Prgt.; fleckig, berieben, Gelenke teilw. geplatzt, Rückdeckel mit Einschnitten, Bindebänder entfernt.
VD 16, E 1181 (unter Engel); Wegele 436f; Berlin Bibl. 11. - Erste Ausgabe. Hauptwerk des bedeutendsten märkischen Geschichtsschreibers. Zahlreiche hier verwendete Quellen wie die Annalen von Strausberg und Kottbus sind seither verschollen. Die Holzschnitte zeigen neben Wappen zahlr. historische Szenen u. Kuriositäten wie Kometen, Sonnenfinsternis, etc. - Gebräunt, stellenweise fleckig, einige Wurmspuren im Rand; Titel mit Wasserrand und hinterl. Ausschnitt, das Bandwerk der Initiale durch das Vorsatzblatt etwas abgedeckt, erste u. letzte Bll. im Bund alt verstärkt, vereinzelte alte Annotationen, wenige Randeinrisse.
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Geldenhauer, Historia Batavica / 2 Bde.
Geldenhauer (Noviomagus), G. Historia Batavica, cum appendice de vetustissima nobilitate, regibus, ac gestis Germanorum. Locorum declaratio, in calce addita, ubi hactenus ab aliquibus caecutitum. Straßburg, C. Egenolff, 1530. 4to (20:15 cm). Mit Holzschnitt-Titelvignette. 26 num., 2 (l.w.) nn. Bll. Geheftet, ohne Einband.
VD 16, G 1013; Muller 322, 38. - Erste Ausgabe, einer von 2 Drucken. Frühe Geschichte der Niederlande, mit der der aus Nijmegen stammende Gerit Geldenhouwer (1482-1542) sich einen Namen als Historiker machte. 1525 war er nach Wittenberg gegangen, wo er Anhänger der Reformation wurde, etwa 1527 dann nach Straßburg, wo er in einen Streit mit seinem Lehrer Erasmus geriet. Ab 1532 war er Professor in Marburg, wo er das Amt des Franz Lambert von Avignon übernahm. - Etwas gebräunt, stellenweise stockfleckig, Titel mit kl. Flecken und Blattweiser. - Dazu: D. Erasmus Roterodamus. Liber bellissimus, cui titulum praetulit Querela pacis. Eiusdem declamatio de morte. (Köln, E. Cervicornus, 1519). 4to (19:14 cm). 29 (statt 32) Bll. Geheftet, ohne Einband. - VD 16, E 3493. - Etwas gebräunt und gering fleckig, Titel u. letztes Bl. mit kl. Randläsuren. Fehlen die 3 letzten Bll. H2-H4 mit den Beiträgen von Hermann von dem Busch. - Zusammen 2 Bde.
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Allerneueste Staat von Casan, Astracan, Georgien
Kaukasus. - Der allerneueste Staat von Casan, Astracan, Georgien, und vieler andern, dem Czaren, Sultan und Schach, zinsbaren und unterthanen Tartarn, Landschaften und Provinzien samt einer kurzen Nachricht von der Caspischen See, dem Daria-Strom, ingleichen von dem Persischen Hof. Nürnberg, W. M. Endters Erben, 1723. (15:10 cm). Mit gest. Front und 4 (1 gefalt., 1 eingefalt.) Kupfertafeln. 7 Bll., 398 S. Prgt. d. Zt.; angeschmutzt, Vorderdeckel gering wellig.
Cat. Russica S 1949. - Erste Ausgabe, 1724 erschien noch eine Titelauflage. Mit 1 Kostümtafel sowie Ansichten der Städte Baku, Derbent und Schamachi (Schemacha). Die gefaltete Ansicht von Baku von einer Karte und kleineren Darstellungen umgeben, die unter anderem brennende Ölquellen zeigen. - Etwas gebräunt, einige Anstreichungen mit Tinte oder Farbstift; im Rand mit Wurmspuren, vereinzelt mit geringer Buchstaben- u. Bildberührung, erste Bll. mit 1-2 kl. Wurmlöchern im Satzspiegel, Front. unten mit etwas Verlust an der Legende beschnitten, die Taf. (außer Ans. von Baku) auf 1-2 Seiten etwas beschnitten, Front. u. Titel gelockert, Vorsätze mit Wurmspuren u. 2 alten Besitzvermerken.
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(Gutschmid), Erinnerungen an Pulawy
Puławy. - (Gutschmid, E. v.). Erinnerungen an Pulawy. Mit Ansichten aus den Gärten von Pulawy. Leipzig, in Commission bei P. G. Kummer, 1829. (18,5:12 cm). Mit lith. Titelvignette u. 12 mont. lith. Ansichten von G. Brunner nach H. Brauer. 6 Bll., 134 S. Schlichter Pp. d. Zt., berieben u. bestoßen.
Erste Ausgabe, sehr selten. Das Schloss in Puławy mit dem berühmten Garten gehörte den Fürsten Czartoryski. Die Ansichten zeigen Details der Parkanlagen. Das Werk erschien 2005 als Nachdruck mit polnischer Übersetzung. - Text etwas stockfleckig.
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Adler, Sammelband mit 4 Schriften. 1523-1548
Adler, C. Sammelband mit 4 Schriften des lutherischen Theologen. Augsburg, Erfurt u. Magdeburg 1523-1548. 4to-Formate. Eine mit Holzschnitt-Titelbordüre. Spätere Heftung, ohne Einband.
Caspar Adler (auch Kaspar Aquila; 1488-1560) studierte in Ulm und Wittenberg, wirkte ab ca. 1513 als Feldprediger bei Franz von Sickingen, ab 1516 als Pfarrer in Jengen im Allgäu, ab 1521 als Lehrer der Söhne von Sickingens. Ab 1523 wieder in Wittenberg, unterstützte er Luther bei der Übersetzung des Alten Testaments und übernahm 1527 eine Pfarrstelle in Saalfeld. Seine Haltung gegen das Augsburger Interim führte dazu daß Kaiser Karl V. ein Kopfgeld auf ihn aussetzte. Zuflucht fand er in Schwarzburg und Henneberg. Nach 1552 kehrte er nach Saalfeld zurück. - Enthält in Bindefolge:
1. Ain Sermon zu allen Eva(n)gelische(n) prediger, ain fröliche tröstliche ermanung ist, Das sy, das allergröst hailtum, dz lebendig wort gotes fraidig und köck den dürftigen seelen fürleg(e)n, un(d) sich vo(n) kainer creaturen schrecken lassen. (Augsburg, M. Ramminger), 1523. (18,6:14,5 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 8 nn. Blatt. - VD 16, A 269; IA 100.622 (nennt S. Otmar als Drucker); nicht bei Adams. - Einer von nur 2 Drucken, VD 16 weist inzwischen beide Drucke dem Melchior Ramminger zu.
2. Ain Sermon von d' schul Christi, darinn ain yetlicher leeriunnger lernet wa es jm faelet an dem weg der säligkait, und wie wir noch so gar nit eva(n)gelisch seind. (Augsburg, S. Grimm), 1523. (18,4:14,3 cm). 16 nn. (l.w.) Bll. - VD 16, A 272; IA 100.624; nicht bei Adams. - Vermutlich erster von nur 2 Drucken, der zweite in Straßburg, ebenfalls 1523.
3. Eine Christliche trostschrifft, An den Churfürste(n) zu Sachsen, Hertzog Johans Friderichen (et)c. Und darauff Churfürstlicher Gnaden Antwort. Erfurt, G. Stürmer, 1547. (19,5:15 cm). 6 nn. Bll. - VD 16, A 254; vgl. von Hase, Erfurt 1007f (nennt 2 abweichende Drucke bei Stürmer), nicht im IA u. bei Adams. - Trostschrift an Johann Friedrich den Großmütigen nach der Wittenberger Kapitulation und dem Ende des Schmalkaldischen Krieges. Einer von mindestens 3 Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, davon mindestens 2 bei Stürmer.
4. Ein sehr hoch nötige Ermanung, an das kleine blöde verzagte Christlich heufflein, ... Wieder des Teuffels Finsternis, Lügen und Mord, geprediget. Magdeburg, M. Lotter, 1548. (19:14,5 cm). 20 nn. Bll. - VD 16, A 266; nicht im IA u. bei Adams. - Einer von 4 Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, davon zwei bei Lotter.
Insgesamt etwas gebräunt, die Blätter meist im Bundsteg alt hinterlegt, stellenweise etwas fleckig, 2 Titel mit Blattweiser u. Nummer in der oberen Aussenecke, erster Titel mit kl. hs. Zusatz. Am Schluss beigeheftet die letzten beiden Bll. von (Ders. Wider den spöttischen Lügner M. Islebium Agricolam. Magdeburg 1548).
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Osiander, Von den verpoten heyratten und blutschanden
Osiander, A. Von den verpoten heyratten und blutschanden, underricht. Augsburg, H. Steiner, 1537. 4to (20:15 cm). 20 nn. Bll. Späterer Umschl.
VD 16, O 1125; Seebass, Osiander 25. - Einzige Ausgabe der Schrift des Nürnberger Reformators über Verwandtenheirat und Inzest, erschien im Todesjahr seiner ersten Frau Catherine Preu (1508-1537). - Etwas gebräunt und fingerfleckig, vereinzelter kl. Wasserfleck im Rand, Titel u. letztes Bl. mit kl. hs. Notiz; 4 Bll. lose.
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L'Ange, Fecht-Kunst
L'Ange, J. D. Deutliche und gründliche Erklärung der Adelichen und Ritterlichen freyen Fecht-Kunst, Lectionen auff den Stoß, und deren gebrauchs eigentlicher Nachricht. Heidelberg, A. Weingarten, 1664. Kl.-Qu.-4to (16,5:20,5 cm). Mit 61 fast ganzseitigen Textkupfern. 71 nn. Bll. Fehlt Porträt. Ldr. d. Zt. mit etwas Rücken- u. Deckelvergoldung; berieben u. fleckig, Kapitale mit kl. Einriss, hinteres Gelenk oben mit Wurmspur, vorderes freies Vorsatzbl. entfernt.
VD 17 3:005985T; Lipperheide Td 31; Thimm 9; Gelli 233; Pardoel 418. - Erste Ausgabe des seltenen deutschen Fechtbuches. Jean Daniel l'Ange war Fechtmeister am Hofe des Pfalzgrafen in Heidelberg, sein vorliegendes Werk fußt auf der italienischen Fechtschule. Die teils drastischen Darstellungen der weitgehend unbekleideten Fechter teils sign. von C. Metzger. - Gebräunt, stellenw. etwas braun- oder fingerfleckig, vereinzelt stärker, letzte 2 Bll. wasserrandig. Titel mit Bibliotheksstempel St. Georg. Fehlt das gest. Porträt (als Faksimile auf altem Papier eingeklebt).
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Alfieri, La scherma
Alfieri, F. F. La scherma. 2 Tle. in 1 Bd. Padua, Sardi, 1640. Qu.-4to (15,5:23 cm). Mit gest. Titel, 1 Porträt-Kupfertafel u. 33 (statt 35) ganzs. Textkupfern. 4 Bll., 160 (statt 168) S. Späterer Pp. mit umgelegtem Umschlag; etwas fleckig, gering berieben, Verleimung der Anpappbll. gelockert.
Lipperheide Td 26; Cockle 764; Thimm 4; Gelli 12; Corble 9; Mokken Collection 4. - Erste Ausgabe, selten. Mit 33 fein gestochenen bzw. radierten Fechtdarstellungen. 2 Tafeln u. 2 typographische Bll. als Fotokopie auf altem Papier eingebunden, ferner ein nicht zum Werk gehöriges Porträt eingebunden. "Le traité de Alfieri est très intéressant, soit à cause des gravures qui sont belles, soit à cause de la rareté du livre" (Gelli). Verf. nennt sich im Titel "Maestro d'arme dell' illustrissima Accademia Delia in Padova". - Leicht gebräunt, meist wasserrandig oder -fleckig, teilweise etwas sporen- oder gering stockfleckig, anfangs bis C1 sowie Bl. R4 mit Randausrissen, danach einige Bll. mit Randläsuren, L1 u. L4 lose, die Lagen R-V, Vor- u. Kupfertitel sowie Widmung mit moderaten Wurmspuren im Bund. Fehlen 4 Bll. mit 2 Textkupfern. oRR.
Scarce first edition. With engr. title, portrait and 33 (lacking 2) fullpage engravings on fencing. The lacking engravings and 2 typograph. leaves replaced with modern copies on old paper, also 1 additional copy of a portrait on old paper bound in after prelims. - Light tanning, mostly waterstained or -spotted, some mildew spotting or foxing in places, chipping up to C1, torn edge to R4, some marginal fraying thereafter, L1 and L4 loose, moderate worming near gutter to quires R–V, half- and copper-title and the dedication. Later wrappers with a folded cover; slightly stained, minor wear, glue on endpapers coming loose. Lacking 4 leaves with 2 in-text engravings. Waf.
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Macrobius, In somnium Scipionis
Macrobius, A. A. T. In somnium Scipionis, libri II: Eiusdem Saturnaliorum libri VII. Nunc denuo recogniti, & multis in locis aucti. Köln, J. Soter, 1527. (15,5:10,5 cm). Mit Druckermarke u. 8 Textholzschnitten, darunter 1 kl. Weltkarte. 24 Bll., 463 S. Hldr. d. 18. Jh. mit Rsch.; berieben, etwas bestoßen, Gelenke teilw. eingerissen.
VD 16 C 3640; Adams M 61; Schweiger II, 586. - Dritte in Deutschland gedruckte Ausgabe, "Taschenausgabe" in Oktavo. Auf S. 110 die bekannte, seit der editio princeps von 1483 regelmäßig eingedruckte Karte der Alten Welt, hier in einem kleinen Holzschnitt von 8:8 cm (vgl. Shirley 13). - Etwas gebräunt, teilweise, meist nur im Rand etwas wasserfleckig, einige Anstreichungen und Marginalien in Tinte, Titel gering angestaubt, mit Rest eines Namenszugs u. mit 2 kl. Wurmlöchern, die Karte mit kl. Eintragungen der Himmelsrichtungen in Tinte, Vorsätze mit Besitzeinträgen.
Third edition printed in Germany, a 'pocket edition' in 8vo. With printer's device and 8 woodcuts, including a small map of the Old World. - Some browning and staining, some mainly marginal dampstaining, old ink underlinings and marginalia in places; title page little dust-soiled, with remants of old ownership inscription and 2 tiny worm holes, the map with small notations of the cardinal directions in ink, ownership inscriptions to endpapers. Bound in 18th cent. half-calf with label to spine; somewhat rubbed and bumped, joints starting to split.
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Bucers Erstlingsschrift
(Bucer), Eyn schoner Dialogus und gesprech
(Bucer, M.). Eyn schoner Dialogus und gesprech tzwischen eim Pfarrer und eim Schulthayß, betreffend allen ubel Stand der geystlichen. Und böß handlung der weltlichen. Alles mit geytzigkeyt beladenn. (et)c. (Erfurt, M. Maler, 1521). 4to (18:14 cm). Mit großem Titelholzschnitt. 10 nn. Bll. Geheftet.
VD 16, ZV 31788; IA 126.246; vgl. Hohenemser 3899ff., Kuczynski 571, Pegg 609ff, von Hase, Erfurt 418. - Sehr seltene Druckvariante von 2 Drucken durch Matthes Maler, des erfolgreichen und 1521 vielfach gedruckten Dialogbüchleins. VD 16 und USTC kennen von dieser Variante nur das Exemplar der ULB Halle. Erste Schrift von Martin Bucer (eigentl. Butzer), im Jahr seiner Befreiung von den Ordensgelübden der Dominikaner erschienen. Bucer befand sich in der Zeit vor seinem Ausscheiden aus dem Orden bei Franz von Sickingen auf der Ebernburg, wo er auch als Schreiber für Ulrich von Hutten tätig war. "Dieses noch während des Wormser Reichstages entstandene Dialogbüchlein gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Flugschriften der Zeit - es gab mindestens 13 verschiedene Drucke - sondern gilt mit Recht bis heute als hervorragende literarisch-agitatorische Leistung. In mancherlei Hinsicht steht die Schrift dem nur wenige Monate zuvor erschienenen ersten deutschen Dialogbüchlein nahe, dem Hutten'schen Gesprächbüchlin, an dessen Zustandekommen ja Butzer vermutlich (mit der Übers. des ersten Febris-Gespräches) beteiligt gewesen ist" (Edelmann 43, zu einem Augsburger Druck). - Gebräunt, gering fleckig, die ersten 8 Bll. mit einzelnem Wurmloch im Satzspiegel; 1 kl. Anstreichung, 1 eingemalter Blattweiser im Rand, Titel mit Rasurstellen im Bundsteg durch Entfernung eines Heftstreifens, mit geringem Verlust an der Einfassungslinie des Holzschnitts.
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(Douzetemps), Tainstwo kresta
Rosenkreuzer. - (Douzetemps, M.). Tainstwo kresta Jissussa Christa i tschlenow ego (russ.: Das Geheimnis des Kreuzes Jesu Christi und seiner Glieder). Moskau, I. Lopuchin, 1784. (16,5:10,5 cm). 1 Bl., 434 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. u. Rvg., berieben u. bestoßen.
SK 2063; Bitowt 2077; Guberti, Materialy II, 65; vgl. Wolfstieg 42485 ("Moskau oder St. Petersburg 1786"). - Erste russische Ausgabe, sehr selten. Erstmals 1732 in Homburg v d. Höhe als "Mystère de la croix affligeante et consolante ... de Jésus-Christ et de ses membres" erschienen. Von Wolfstieg unter "Die Gold- und Rosenkreuzer" einsortiert. Der Theologe und Alchemist Melchior Douzetemps lebte in Offenbach und stand der Inspiriertengemeinde in Homburg nahe. Die russische Ausgabe gehörte zu den Büchern, die bei der Verhaftung des Aufklärers und Freimaurers Nikolai Nowikow beschlagnahmt wurden. - Stellenw. mit alten Unterstreichungen, 1. Titel mit Besitzvermerk u. verso mit alten Notizen.
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The art of fencing
The art of fencing. Represented in proper figures, exhibiting the several passes, encloses, disarms etc. Sold by John Bowles at the Black Horse in Cornhill. O. O. u. Dr., um 1730. (23:14,5 cm). 24 num. Kupfertafeln. Späterer Hldr. mit Rvg., goldgepr. Rtitel u. Deckelfileten; gering berieben, kaum fleckig.
ESTC T126517; nicht bei Thimm, Gelli u. Pardoel. - Sehr selten im Handel. Die Folge von dynamischen Fechtpositionen zeigt die Fechter in detailreichen Kostümen der Zeit. Jede Tafel mit erläuternder Bildunterschrift. - Etwas gebräunt u. stockfleckig, teilw. stärker, zu Beginn u. am Schluss etwas angestaubt, Taf. 1 mit hinterlegtem Randeinriss, vereinzelt mit Wasserfleck im Rand.
Rare sequence of 24 engr. plates depicting fencers in detailed contemporary costumes. - Some browning and foxing, heavier in parts, beginning and end a bit dusty, backed marginal tear to plate 1, occasional marginal waterstain. Bound in later half-leather, spine and cover fillets gilt; minor rubbing and staining.
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Alchemie. Sammelhandschrift 18. Jh.
Alchemie. - Sammelhandschrift mit alchemistischen Texten sowie mit Rezepten verschiedener Art. Deutsche Handschrift auf Papier. 1. Hälfte d. 18. Jh. Blattgr. 31,5:19,5 cm, Schriftspiegel wechselnd. Deutsche Kursiven, von verschiedenen Händen mit braunen u. braunschwarzen Tinten geschrieben. Mit einigen kleinen Tintenzeichnungen. Num. Bll. 8-167 u. (2)-156 (mit Lücken), davon ca. 130 Bll. weiß. Blindgepr. Ldr. d. Zt., defekt, ohne Rücken.
Interessante Sammelhandschrift, die zunächst alchemistische Texte enthält, teilweise als Auszüge aus gedruckten Büchern (so lässt sich Ruscellis "Kunstbuch" vom Ende des 16. Jahrhunderts identifizieren), teilweise aber offensichtlich nach Handschriften, so zu Beginn Texte von Paracelsus' angeblichem Lehrer Salomon Trismosin, die vermutlich nicht auf den Drucken des "Aureus vellus" von 1598 oder 1708 beruhen. Enthält außerdem zahlreiche Rezepte, auch für z. B. für Marmeladen ("Marmelade aus Cytronen und Oranien" etc.). Ein Teil der Handschrift ist von Johann Wilhelm Joseph Schellart v. Obbendorf zu Gürzenich (1694-1741), der sich an mehreren Stellen nennt, so mit einem 1730 datierten Besitzvermerk auf dem letzten Bl. verso, oder Bl. 164 (1. Fol.) verso "Welches Von mir ist mundirt und abgeschrieben worden" (folgt sein Name). Von seiner Hand auch eine Reihe von Rezepten, besonders für verschiedene Lacke ("vernis"). Die erste Foliierung in alter Tinte bis Bl. 89, danach in Rötel; die zweite Foliierung ebenfalls zunachst in Tinte (Bl. 1 = Bl. 167 der ersten Foliierung) , ab Bl. 51 ebenfalls in Rötel. - Meist etwas stockfleckig; wenige Bll. lose u. mit Randläsuren. Die zweite Foliierung ohne die Bll. 24-27, 31, 35, 42 u. 43.
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Demeuse, Art des armes
Demeuse, N. Nouveau traité de l'art des armes. Lüttich, Desoer, 1778. (16:10,5 cm). Mit gest. Wappenvignette u. 14 gefalt. Kupfertafeln. 181 S. Etwas späterer Ldr. mit goldgepr. Rtit., Steh- u. Innenkantenvergoldung, dreifachen Deckelfileten, Eckfleurons u. Rvg.; leicht berieben.
Lipperheide Td 51; Mokken Collection 17; Thimm 45; Gelli 345. - Erste Ausgabe. "Une brilliante manifestation du savoir d'un excellent maître d'armes" (Gelli). - Gering gebräunt, teilweise etwas fleckig, Schmutztitel u. Schlussbl. angeschmutzt, zu Beginn u. am Schluss wenige Bll. mit stärkeren Braunflecken in den Rändern, die Schlussbll. mit etwas Textberührung, vorderes Vorsatzbl. mit 2 mont. Exlibris.
First edition with text vign. (coat-of-arms) and 14 engr. plates. - Slightly tanned, moderate staining in places, title page and final leaf soiled, a few pages at the beginning and end with more pronounced brown stains along the edges, slightly touching text at the end. The front flyleaf bears two mounted bookplates. Bound in slightly later richly gilt full-calf; little rubbed around the edges.
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Pasch, Unterrichtung die Pique ... das Fechten
Pasch, J. G. Kurtze Unterrichtung Belangend Die Pique, die Fahne, den Jägerstock, das Voltegiren, das Ringen, das Fechten auff den Stoß und Hieb, und endlich das Trinciren. Wittenberg, Oelschlegel Erben, 1657. (15,5:9,5 cm). 64 Bll. Mod. Hprgt; gering berieben.
VD 17 39:118199E; Jähns 1239. - Erste Ausgabe, sehr selten. VD 17 listet nur ein Exemplar in der Forschungsbibliothek Gotha. Frühwerk des späteren Fecht- u. Hofmeisters von Halle. "Es ist bezeichnend für diese Arbeit eines lustigen Studiosus, daß sie dem Fechten auch das 'Trinciren', d. h. das Tranchieren von allerlei Geflügel und Braten, anreiht" (Jähns). - Gebräunt, durchgehend etwas feuchtigkeitsfleckig, die Bll. E5-E7 mit größerem Tintenfleck. Schlussblatt mit altem Besitzvermerk.
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Engravings avant la lettre
Pistofilo, Oplomachia (Tafeln)
Pistofilo, B. Oplomachia. Con dottrina... dell'uso delle Armi. Distinta in tre discorsi di Picca, d'Alabarda, e di Moschetto. Siena, H. Gori, 1621. Qu.-8vo (14,5:20 cm). Mit radiertem Titel u. 54 blattgr. Radierungen von Bertelli (?) auf 53 Bll. Roter italienischer (?) Maroquinband d. Zt. mit reicher Rücken- u. Deckelvergoldung, Deckel mit doppelter breiter, reich ornamental gefüllter verg. Bordüre u. vierfacher Einfassung aus doppelten Filetenlinien, teils von verg. Zahnleisten begrenzt, Mittelfeld in Quincunx-Teilung mit floralen Eckstücken, Löwenstempeln und zentralem floralen Mittelstück; Rücken mit vierfachem Löwenstempel und Zahnleistenbordüre; stellenweise etwas berieben, beide Deckel mit Kratzspuren, Innengelenke restauriert, Spiegelbezüge erneuert.
Vgl. Brunet VIII, 244 (mit Zuschr. der Illustr. an Bertelli), Lipperheide Qb 34, Cockle 742, Thimm 226 u. Gelli 162. - Vorliegend die Textkupfer der ersten Ausgabe als Separatabzüge ohne den Text verso oder die gedruckten Bordüren u. Paginierung recto, weiterhin ohne die Porträts Digbys u. des Verfassers sowie die reinen Textbll. In dieser Form ein Vergleichsexemplar in der Paul Mellon Collection nachweisbar: "comprises only the engraved illustrations, without text. Lacks the portraits of Digby and the author" (Yale Center for British Art). Vorliegend wohl mit späteren Abzügen, die Platten vereinzelt etwas bekratzt. - Gering gebräunt, teils etwas stock- und fingerfleckig, die Bll. mit den Figuren 17-28 u. 73-75 stärker, wenige vereinzelte Braunflecken, ein Bl. (Fig. 20-22) mit Randausriss außerhalb der Platte, fliegende Vorsätze leimschattig, vorne mit altem Vermerk.
First edition. Illustrations (54 on 53 leaves) only, without the text verso or typographical leaves, lacking both portraits and pagination on the illustrations. A copy of this type is known to exist in the Paul Mellon Collection (Yale Center for British Art). - Slightly browned, thumbing to most leaves, occasional foxing, the leaves with figures 17–28 and 73–75 most affected, otherwise a few isolated brown spots, marginal tear to the leaf with fig. 20–22, minor glue-shadows to flyleaves, old note on the front flyleaf. Contemporary italian (?) red morocco with rich gilding to spine and covers, featuring broad ornamental borders, quadruple pairs of fillets and dentil mouldings around the central panel, arranged in a quincunx pattern with floral corner-pieces, lion shaped stamps and a floral mid-piece, lion shaped stamps and dentil borders repeated on spine; slightly scuffed in places, scratch-marks to both covers, inner hinges restored, pastedowns replaced.
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Muller, Théorie sur l'escrime á cheval. 1816
Muller, A. Théorie sur l'escrime á cheval, pour se défendre avec avantage contre toute espèce d'armes blanches. Paris, Cordier, 1816. 4to (27,5:21,5 cm). Mit 51 radierten Tafeln. 2 Bll., 67 S. (inkl. Subskribentenverz.). Mod. Hmaroquinband mit Marmorpapierbezügen, goldgepr. Rtit. u. etwas Rvg.
Thimm 199; Mennessier de la Lance II, 232. - Erste Ausgabe. Die Tafeln zeigen den fechtenden Kavalleristen jeweils zu Fuß. Zum Schutz vor Raubdrucken mit Unterschrift des Verfassers Titel verso ("Alexander Müller"). Zum Verfasser, einem Deutschen in französischen Diensten, siehe ausführlich Mennessier. - Breitrandiges Expl., teilweise nicht aufgeschnitten. Text etwas gebräunt u. stockfleckig, Tafeln weniger betroffen, meist mit Feuchtigkeitsflecken in den Außenecken, Schmutztitel, Titel u. S. 1/2 angerändert.
First edition with 51 plates. - Wide-margined copy, partly untrimmed. Slight browning and foxing to text, plates less affected, some dampstaining in the outer corners, half-title, title page and first text-leaf remargined. Modern half-morocco, some gold-tooling and title on spine.
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With Portrait of the Anabaptist leader of the Münster Rebellion
Sichem, Jann Matthyß von Harlem
Wiedertäufer. - Sichem, C. van. Abbildung und Historia von Jann Matthyß von Harlem. Einblattdruck. (Ohne Ort u. Drucker, um 1607). Blattgr. 31,5:40,5 cm. Mit Kupferstich (19:13 cm) von C. van Sichem (I), darüber der Titel sowie seitlich und unterhalb dreispaltiger deutscher Drucktext.
Hollstein German XXVII, 36. - Seltener Einblattdruck aus einer Folge von Reformatoren- und Ketzerporträts aus den Jahren 1605-08, zu denen Christoffel van Sichem wohl nicht nur die bemerkenswerten Illustrationen, sondern auch die biographischen Texte beitrug. Die gleichen Kupferstiche verwendete er auch für seine ebenso seltene "Historische Beschreibüng unnd abbildünge der fürnembste Haubt-Ketzer" (Amsterdam 1608, auch in niederländischer und lateinischer Sprache). Jan Matthys, Bäcker aus Haarlem, war ein führender Vertreter des kämpferischen Flügels der Täuferbewegung, der 1534 nach Münster kam und die Stadt zum Neuen Jerusalem erklärte. Der Kupferstich zeigt ihn mit Spieß in seiner Rechten und einer vor ihm liegenden Bibel, der Fensterausblick dahinter verweist auf die Umstände seines Todes: Bei einem Ausfall aus der belagerten Stadt wird er 1534 von den Soldaten des Bischofs Franz von Waldeck getötet. Mit Tintennum. im w. Oberrand. - Mit schwacher alter Mittelfalte. Leicht gebräunt u. stellenw. leicht fleckig; links im Text 2 kl. Wurmgänge (mit winzigen Buchstabenverlusten). Einzelne kl. Randläsuren u. unten mittig 1 Einriss bis in den Text.
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Einband aus der Werkstatt von Caspar Horneffer
(Birck), In Ciceronis libros III + Hegius, Ciceronis orationes tres
(Birck, S.; pseud:) Xystus Betuleius Augustanus. In M(arci). T(ulli). Ciceronis libros III de natura deorum et paradoxa commentarii... nunc primum in lucem editi. 2 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Oporinus, (1550). (17,5:11,5 cm). Mit 2 gefalt. typograph. Tafeln, 2 gefalt. Stammtafeln u. einigen Textholzschnitten. 14 Bll., 361 (recte 367) S.; 1 Bl., 55 S., 4 (lw) Bll. - Vorgebunden: W. Hegius. Ciceronis orationes tres pro Marcello, Ligario, Deiotaro logice resolutae. Altdorf, Katharina Gerlach, 1579. 47 (lw) Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln aus der Werkstatt von Caspar Horneffer; berieben u. etwas angeschmutzt, Rücken u. Spiegel vorne mit hs. Signatur. Beide Schließen entfernt.
I. VD 16, B 5565; Adams B 847. - Erste Ausgabe, sehr selten. Birck (1501-1554) studierte in Basel und wirkte danach bis zu seinem Tod in seinem Geburtsort Augsburg als Rektor. "Schon in Basel brachte er biblische Dramen in deutscher Sprache zur Aufführung; in Augsburg schrieb er lateinische Stücke für das Schultheater. Seine gelehrte Arbeit galt besonders der Kommentierung philosophischer Schriften Ciceros sowie der Herausgabe und Erklärung des Lactantius" (NDB II, 256). - II. VD 16, H 1270; Adams C 1871. - Erste Ausgabe, sehr selten. - Schwach gebräunt, vereinzelt gering fleckig, II. fast durchgängig mit Wasserflecken im Fußsteg, eine Stammtafel mit Randeinriss, Titelbl. zu II. mit Besitzvermerk der Jesuiten in Augsburg. - Einband: beide Deckel mit Platten- (EBDB p002669) u. Rollenstempel (EBDB r003170) aus der Werkstatt von Caspar Horneffer in Augsburg.
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Schweigger, Reiß-Beschreibung nach Constantinopel
Türkei. - Schweigger, S. Gezweyte neue nutzliche und anmuthige Reiß-Beschreibung, die Erste nach Constantinopel und Jerusalem. Tl. 1 (von 2). Nürnberg, W. E. Felßecker für J. Kramer, 1664 (Kupfertitel: 1665). 4to (20,5:16 cm). Mit Kupfertitel, gest. Porträt, 8 (7 gefalt.) Holzschnitttafeln u. ca. 80 Textholzschnitten. 2 Bll., 340 S., 6 Bll. Mod. Prgt.
VD 17 23:246655D; Blackmer 1512; Yerasimos 317; Tobler 81; Griep-L. 1278. - Siebente (letzte zeitgenössische) Ausgabe, erstmals Nürnberg 1608 erschienen. Der erfolgreiche Reisebericht des ersten deutschen Koran-Übersetzers. "Schweigger ging 1577 für drei Jahre als protestantischer Gesandtschaftsprediger nach Konstantinopel. 1581 reiste er über Jerusalem zurück nach Augsburg. Das Kernstück seiner Reisebeschreibung bildet die Schilderung der türkischen Hauptstadt Konstantinopel mit ihren Bauwerken und Gärten, dem Serail, der städtischen Wirtschaft und den orientalischen Sitten und Gebräuchen" (Griep-L.). "The woodcuts are of considerable interest and are the same as those used in the first edition" (Blackmer). - Gebräunt u. fleckig, teilw. stärker, stellenw. mit kl. Wurmspur im w. Rand, wenige teils hinterlegte Randeinrisse, Legende von Taf. 5 mit kl. hinterlegter Fehlstelle, der aufklappbare Holzschnitt auf S. 298 vollflächig montiert. Fehlt Teil 2 (55 S. Italien-Reiseführer von C. Eißlingen).
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(Klaj), Nürnberger Frieden. 2 Einblattdrucke / 4 Bll.
Nürnberg. - Einblattdrucke. - Nürnberger Frieden. - K(laj), J. Nürnbergisches Denckwürdiges Freüden Fest, wegen deß Völlig-geschlossenen und daselbst einhellig unterschriebenen Reichs-Friedens den 26 |16 Junii jetzlauffenden 1650 Jahrs. Einblattdruck. Nürnberg, P. Fürst, (1650). Blattgr. 63,5:42 cm. Mit großem Kupferstich (27,5:39 cm), darunter angesetzt zweispaltiger Text in Versen, eingefasst von typogr. Bordüre. - Dazu: (Ders.). Tempel des Friedens, und gegenüber gesetztes Castel des Unfriedens, wie solche, bey Ihrer Fürstl: Gnad: Duca de Amalfi zu Nürnberg gehaltenen Friedensmahle beim hellen Tage anzusehen gewesen. Einblattdruck. (Nürnberg, P. Fürst, 1650). Mit großem Kupferstich (26,5:36,5 cm), darunter angesetzt zweispaltiger Text in Versen, eingefasst von typogr. Bordüre.
VD 17 75:710626S & 23:244835T; Drugulin II, 2328 & 2331; Müller 139; Hampe, Fürst 95 (Variante) & 95a. - Zwei seltene und dekorative Einblattdrucke auf den Friedensexekutionshauptrezess, auch "Nürnberger Exekutionstag" oder "Nürnberger Frieden" genannten endgültigen Abschluss des 30jährigen Krieges, zu dem umfangreiche Feierlichkeiten in Nürnberg stattfanden. - I. Einer von 2 Drucken, hier ohne die Bezeichnungen der Hauptgebäude der Stadt in der Darstellung. Der Kupferstich nach Leonhard Heberlein (Haeberlin) wird von Drugulin und Hampe Andreas Khol zugeschrieben. Er zeigt die Ansicht des Rathauses, davor eine Menschenmenge die Abfahrt der Gesandten beobachtend, darüber eine Ansicht der Stadt, oben Spruchband mit Titel. - II. Zeigt Platz und Schaugebäude mit den Gerüsten des von Piccolomini und Carl Gustav veranstalteten Feuerwerks. - Insgesamt breitrandig, wenige kleine Randläsuren oder winzige Löcher, einige Hinterlegungen, II. mit Sammlerstempel Hans Hopf verso. - Dazu: Dubletten beider Blätter. - Knapp beschnitten, teilw. hinterlegt oder aufgezogen, 1 größerer reparierter Einriss im Text. - Zusammen 4 Bll.
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Eimmart, Abbildungen der 12 Apostel
Eimmart, G. C. (d.J.). Abbildungen der zwölf Apostel an St. Sebaldi Grab in Nürnberg (hs. Deckeltitel). (Nürnberg, um 1680). Fol. (38:24 cm). Folge von 12 Schabkunstblättern. Pp. d. 19. Jh. mit hs. Deckelschild; etwas angestaubt.
Müller, 1. Forts., S. 37. - Vollständige Folge der Wiedergabe der 12 Apostelfiguren, die durch Peter Vischer und seine Werkstatt zwischen 1507 und 1519 für das Sebaldusgrab geschaffen wurden. "Eine seltene Suite" (J. C. Wilder. Zur Geschichte der Künste in Nürnberg. In: Neues Taschenbuch von Nürnberg 1822, II, S. 196). "Ganz genau und mit viel Fleiß gezeichnet, und ... in schwarzer Kunst gemacht worden" (Müller). Abweichend vom Vorbild setzt Eimmart die Figuren in architektonische Nischen. Georg Christoph Eimmart (Eimart, 1638-1705) hatte in Jena Astronomie, Mathematik u. Recht studiert, folgte seiner Schwester, die Jacob von Sandrart geheiratet hatte, um 1660 nach Nürnberg und wurde dort als Künstler wie auch als Astronom und Gründer der ersten Nürnberger Sternwarte bekannt. - In den Rändern stellenweise gering fleckig, am linken Rand zu Doppelblättern zusammengefügt und geheftet. Einige Bll. verso mit dem Stempel der Sammlung Hans Hopf. Vorgeheftet ein hs. Verzeichnis der Bll. nach der Reihenfolge der Plazierung am Sebaldusgrab.
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Schott, Mechanica hydraulico-pneumatica
Schott, C. Mechanica hydraulico-pneumatica... Accessit experimentum novum Magdeburgicum, quo vacuum alii stabilire, alii evertere conantur. Würzburg, H. Pigrin für Schönwetter in Frankfurt, 1657. 4to (21,5:18 cm). Mit gest. Titel, Wappenholzschnitt Titel verso, 46 auf 45 (7 gefalt., 5 eingefalt.) Kupfertafeln u. mehreren Textholzschnitten. 14 (statt 15) Bll., 488 S., 8 Bll. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtitel u. Rvg.; wenige Wurmspuren an Rücken, Deckel u. Gelenken, Rvg. oxydiert.
VD 17 39:119196M; Dünnhaupt 3811, 3; Wheeler 142; RISM B VI, 771; Eitner IX, 66 f.; Hirsch III, 548; DSB XII, 210 f. - Erste Ausgabe. "Tl. 1 enthält Schotts eigene theoretische Abhandlung zur Hydraulik; Tl. 2 deren praktische Anwendungsmöglichkeiten, etwa beim Bau von Orgeln, Luftpumpen oder Blasebälgen. Als Anhang (ab S. 441) folgt eine erste Nachricht über die 'Experimenta nova' des Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke, dessen Werk er zur Edition vorbereitete, die erst 1672 erschien" (Dünnh.). Die Kupfer zeigen Maschinen, Instrumente, Versuchsanordnungen, Noten etc. - Breitrandig. Gleichmäßig nur schwach gebräunt, kaum fleckig. Einige Tafelbeschriftungen alt hs. korrigiert. Ohne den typographischen Vortitel.
First edition, with engr. title and 46 engr. plates on 45 (12 folding) sheets. "Schott first published what had originally been intended as a brief guide to the hydraulic and pneumatic instruments in Kircher's Roman museum, expanding it into the first version of his 'Mechanica hydraulico-pneumatica'. But he added as an appendix a detailed account of Guericke's experiments on vacuums, the earliest published report of this work" (DSB). Plates depicting machines, instruments, experimental arrangements, organs, notes etc. - Wide-margined. Evenly slightly browned, hardly stained. Some plate inscriptions corrected in ink. Without the typographical half-title. Contemporary calf, gilt title to spine, spine gilt; some worm marks to spine, joints and covers.
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Draconites, Sammelband mit 6 Predigten. 1552-54
Draconites (Drach), J. Sammelband mit 6 Predigten, "geprediget geschrieben gedruckt zu Rostock 1552 (-1554)". Rostock, (Dietz), 1552-54. 4to (30:21 cm). Mit 1 Holzschnitt, 2 Holzschn.-Porträts, 2 Holzschn.-Titelvign. u. einigen Holzschn.-Initialen. 6, 6, 6, 10, 18, 6 Bll. Pp. d. 19. Jh. mit neuerem Deckelschild, etwas berieben, Bibl.-Schildchen auf Rücken u. Deckel.
VD 16, ZV 4721 u. 4723-27; IA 155.845 u. 155848-52. - Schöner Sammelband mit großzügig gedruckten Predigten des Johann Draconites (eigentl. Drach, 1494-1566). Enthält: 1. Vom Menschen der odem in der nasen hat. - 2. Von dem Bunde Gottes mit der Christenheit. - 3. Von dem Segen der auff Erden sein wird: Jesu Christo. - 4. Von der Festen Stad und dem Weinberge: Jesu Christi. - 5. Von Drachen und Schreibern die sich mit irer hand zuschreiben dem verborgen Gott Jesu Christo. - 6. Vom Gerechten den aller welt ende loben: Jesu Christo. - Der dt. Theologe, humanistische Philosoph u. Reformator Draconites war ein früher Anhänger Luthers. Er folgte 1551 einem Ruf als Prediger u. Professor der Theologie an die Universität Rostock u. wurde 1557 Stadtsuperintendent. Drach gehörte zu den Unterzeichnern der Schmalkaldischen Artikel, war Anhänger der antinomistischen Richtung u. gehörte zu den Gegnern Heshusens. Die schönen Holzschnitt-Porträts zeigen den Autor mit Gebetbuch und gelehrter Umschrift in Deutsch, Latein, Hebräisch u. Griechisch. - Ausgeschiedene Bibl.-Dublette mit Stempel auf den Titelbll. recto sowie verso (Titel 1) mit hs. Vermerk "verkauft als Doublette, R. 8/12 1596, Dunckelmann". - Durchgängig mit Wurmlöchern in der unteren Blatthälfte, vereinzelt mit Buchstabenverlust; stellenw. mit alten Unterstreichungen, 1 Titelbl. etwas fleckig im Rand. Ein Titelbl. mit hs. Schenkungsvermerk "Georgius Fürste, Mercator Vratislaviensis mihi M. Salomonj Frenezelio Amicitiae ergo dati Anno (15)69. 4. abril". Bei dem Beschenkten handelt es sich wohl um Salomon Frenzel (ab 1567 Diakon in Breslau), Vater des dt. Dichters u. Philosophen Salomon Frenzel von Friedenthal (1560/64–1600).
Fine Sammelband with 6 sermons by Johann Draconites, an early follower of Luther. - Worming to lower part of leaves throughout with some loss of letters in places, old underlinings here and there, some spotting to one title. Old donation entry to one title dated (15)69.
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Zimmermann, Taschenbuch der Reisen. 18 Bde.
Zimmermann, E. A. W. v. Taschenbuch der Reisen oder unterhaltende Darstellung der Entdeckungen des 18ten Jahrhunderts, in Rücksicht der Länder-, Menschen- und Productenkunde. 14 Jgge. in 18 Bdn. Leipzig 1802-1819. 12mo (12,5:8,5 cm). Mit 203 Kupfertafeln u. 11 (1 grenzkol.) Kupferkarten. Hldr. d. Zt. mit etwas Rvg. u. goldgepr. Rsch., Bd. 1 in illustr. Or.-Kart.; überwiegend leicht berieben u. bestoßen, Bd. 4 u. 7 an den Kapitalen etwas stärker abgestoßen, Bd. 1 mit angebrochenem Rückengelenk, ab Bd. 2 mit Resten entfernter Rsch. und entsprechenden kl. Beschädigungen des Bezugs. Insgesamt dekorative Reihe.
Köhring 143; Lanckoronska-R. 141 ff.; Sabin 106341. - Erste Ausgabe. Populärwissenschaftliche Bearbeitungen von Reiseberichten etc. Die Jahrgänge 1-12 (1802-1813) von Zimmermann, davon 8-9 und 11-12 jeweils in 2 Bänden. Die Jgge. 13 (1817) u. 14 (1819) erschienen nach Zimmermanns Tod und wurden von F. Rühs und H. Lichtenstein herausgegeben. - Insgesamt gering gebräunt u. stockfleckig, vereinzelt etwas stärker, selten mit kl. Randeinrissen, Läsuren oder gelockerten Bindungen.
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Hiebfechten erstmalig auf Deutsch
Henning, Unterrichtung vom Hieb-Fechten
Henning, E. Kurtze jedoch gründliche Unterrichtung vom Hieb-Fechten, welches auff Begehren vor Etliche seiner guten Freunde verfertiget. (Wittenberg?) 1658. 4to (20:16 cm). 16 Bll. Alter Pp.; fleckig u. berieben, Buchblock lose.
Corble (Nachtrag 4A. 668, II) 74,5; nicht im VD 17 oder den einschlägigen Fecht-Bibliographien. - Erste Ausgabe, sehr selten. Einer von zwei Drucken (der andere z. B. "Hieb-fechten" u. mit Zierleiste auf dem 2. Bl.). Vorliegendes Werk ist "one of the lesser known German treatises on fencing. It is also one of the few sources from the later 17th century that discusses how to use cuts in fencing, and the only known 17th century work to focus on this exlusively" (R. van Noort, This tickles beyond all measure... 2019. In: Acta Periodica Duellatorum 7.1). Erhard Henning aus Königsberg immatrikulierte sich zum Wintersemester 1651 in seiner Heimatstadt für Jura sowie im Juli 1653 in Wittenberg, 1657 ist er in Wittenberg als Respondent nachweisbar. - Etwas gebräunt, durchgehend mit Wasserrand, Titelbl. stärker wasserfleckig u. mit alter Signatur (?), vorderes Vorsatzbl. mit 2 Besitzvermerken "Heberle? LIII, 1790" u. "Wackernagel, Februar 1859".
First edition, very rare. - Slightly browned, waterstaining throughout, title page more heavily affected and with old signature (?), front endpaper with two ownership notes. 19th century boards; stained and scuffed, small abrasion to front cover, book-block and fly-leaves loose.
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Wicquefort, Advis fidelle aux hollandois
Hooghe, R. de. - (Wicquefort, A. de). Advis fidelle aux veritables hollandois. Den Haag, J. u. D. Steucker, 1673. 4to (25,5:20,5 cm). Mit 8 gefalteten Kupfertafeln von R. de Hooghe. 1 Bl., 202 S. Pp. d. 19. Jh.; Kanten beschabt, etwas bestoßen.
Hollstein IX, 90-96 (nur 7 Taf.); Slg. Schäfer, Buchill. 116; Landwehr, de Hooghe 30. - Erste Ausgabe. Bericht des holländischen Diplomaten A. de Wicquefort von den marodierenden französischen Truppen während des "Eisfeldzugs" von 1672 in Holland. Die eindrucksvollen Tafeln von Romeyn de Hooghe zeigen die Schrecken und Grausamkeiten des Krieges. "Die vorliegenden Radierungen stellen in aller Drastik und Realistik die brutale Anwendung physischer Gewalt, die Mordlust, Habgier und Zerstörungswut der Söldner vor Augen. Gewiß waren dem Künstler die Darstellungen Jacques Callot's vom Einfall der Truppen Königs Louis XIII. in Lothringen und von der Plünderung Nancy's, die 'Misères de la Guerre' von 1633, bekannt, doch stehen de Hooghes Blätter denen Callot's mit ihrer Anklage der Unmenschlichkeit des Krieges in nichts nach" (Slg. Schäfer). - Unbeschnitten u. breitrandig, etwas gebräunt, gering fleckig, Titel u. S. 83/84 im Rand mit Einriss durch Papierfehler.
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