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Erasmus, Adagiorum Chiliades
Erasmus Roterodamus, D. Adagiorum chiliades tres, ac centuriae fere totidem. Venedig, Aldus Manutius, 1508. Fol. (32,5:22 cm). Mit Druckermarke auf dem Titel u. dem letzten Blatt. 26 nn., 249 num., 1 w. Bll. - Angebunden: A. Urceus (Codrus). In hoc volumine hec continentur. Orationes seu sermones ut ipse appellabat. Epistole, silve, satyre, egloge, epigrammata. Venedig, P. Liechtenstein, 1506. Fol. Teilw. rubriziert, mit einigen teilw. kolorierten Holzschnitt-Initialen. 72 Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, zwei Schließen; gebräunt, etwas berieben, Ecken bestoßen, Kugeschreiberanmerkung auf dem Vorderdeckel, Innendeckel alt beschrieben.
I. EDIT 16, CNCE 18199; IA 161.398; Renouard 53, 2; Aldinenslg. SB Berlin 165; Bezzel 68, vander Haeghen I, 1. - Seltene erste Aldus-Ausgabe. Wesentlich erweiterte Sammlung und Kommentierung antiker Sprichwörter, Redewendungen und Redensarten des Erasmus. In der 1508 erschienenen Neubearbeitung war die Sammlung bereits auf 3.260 Sprichwörter angewachsen. Erasmus war mit seiner ungeordneten und lückenhaften Materialsammlung nach Italien gekommen und konnte dort seine Sammlung immens erweitern. Hier bekam er eine ganze Reihe der Werke griechischer Autoren entweder zum ersten Mal oder zumindest in guten Handschriften zu sehen. Anfang des Jahres 1508 begann Aldus mit dem Druck und Erasmus mit der endgültigen Zusammenstellung des Materials. Während Aldus druckte, bereitete Erasmus das Druckmanuskript für den folgenden Tag vor. - Vereinzelt gering fleckig, wenige Bll. mit Braunfleck, erste Bll. fingerfleckig. Teilw. alte Anmerkungen u. Unterstreichungen. Klösterlicher Besitzstempel auf dem Titel u. Bl. 97r.
II. EDIT 16, CNCE 35575; Adams U 65. - Frühe Ausgabe der erstmals Bologna 1502 erschienenen Reden und Dichtungen des Humanisten, Gräzisten und Freundes von Aldus. - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, mehrere alte Anmerkungen u. Unterstreichungen, vereinzelte Feuchtigkeitsränder u. vereinzelte Wurmlöcher. Letztes Blatt mit klösterlichem Besitzstempel u. kleinem Eckabschnitt.
Scarce Aldus's edition of Erasmus's Adagia. Erasmus came to the Aldine workshop to prepare his edition and clearly was stimulated by the scholars in Aldus's circle. The text, which traces Greek and Latin proverbs back to their origins with amusing comments added, was much used by other writers. - Slight spotting, brownstain to few leaves, thumbing to first leaves. Some old annotations and underlinings, monastic stamp to title and leaf 97r. - Bound with the early edition of the works by Urceus. - Some spotting and thumbing, old annotations and underlinings, marginal dampmarking in places, few wormholes, few woodcut initials coloured. Stamp and small marginal cut out to last leaf. Bound in contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, browned, some rubbing, corners bumped. Upper cover with short pen annotation.
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Prachtvoll altkoloriert
Biblia germanica, Calenius/Quentel
Biblia germanica. - Catholische Bibell. Das ist, alle Bücher der H. Schrifft, beide Alts un(d) News Testame(n)ts... trewlich verteutscht und mit Annotaten erleucht durch J. Dietenberger. Köln, G. Calenius u. J. Quentel Erben, 1575. Fol. (40:27 cm). Mit (wiederh.) Titelbordüre, 140 Textholzschnitten u. 67 figürl. Initialen, alles in prachtvollem Altkolorit. 8 nn., DXXVIII num.; CLVI num. Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 7 (statt 8; 1 unvollständig) Eck- u. 2 Mittelbeschlägen sowie 1 (von 2) Schließen; etwas gebräunt u. berieben, Rücken unter Verwendung alten Materials erneuert.
VD 16, B 2782; Bibelslg. Württ. LB, E 491; Wedewer, Dietenberger 475. - Die für Katholiken für lange Jahre maßgebliche Bibelübersetzung Dietenbergers (erstmals 1534), besonders die Apokalypse reich illustriert. Nach W. die 12. Auflage, ein wörtlicher Abdruck der 7. Auflage von 1564, aber ein "wirklicher Neudruck". Schöner zweispaltiger Druck mit den Initialen und Holzschnitten in prachtvollem Altkolorit. Zahlr. Holzschnitte im Stock mit Virgil Solis' Monogramm. - Leicht gebräunt, stellenw. etwas finger- oder tintenfleckig, wenige kl. Randläsuren, einzelne Bll. in der Oberecke bis in den Textrand etwas wasserfleckig. Lediglich die allerersten Bll. stark beschädigt u. rep.: 1. Titel oben angerändert sowie mit etlichen Ein- u. Ausrissen (mit kl. Bildverlusten) ganz verstärkt, 2. Bl. lose, dieses u. die folgenden nn. Bll. mit rep. Randläsuren (bei dem 4. Bl. unten unter Verlust von ca. 1/3 des Texts); bei den letzten Bll. Blattränder leicht ausgefranst u. vor allem das letzte Bl. etwas geknittert. Alter Besitzvermerk in Tinte auf dem 1. Titel weitestgehend entfernt bzw. gestrichen.
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Gebetbuch
Gebetbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament (Fragment). Wohl Nordfrankreich (Metz?), um 1300-1350. 12mo. (12:9 cm). Blattgr. 11:8 cm, Schriftspiegel ca. 5:4 cm. Zahlr. Seiten mit Rankenwerk in Farben u. Flüssiggold, z. T. mit Köpfen, Fabelwesen und Tieren (Hunde, Hasen, Vögel), viele Initialen mit in den Rand auslaufendem Federwerk, Zeilenfüller in Gold u. Farben. Textualis in brauner Tinte, Hervorhebungen in Rot. 114 (statt ?) Bll. Ldr. d. späten 19. Jh., berieben.
Enthält überwiegend Psalmen. Die qualitätvolle, reizende Handschrift wurde leider von einem früheren Besitzer geplündert; zu den oben gezählten 114 Bll. kommen 38 Bll., die durch Ausschnitte beschädigt oder nur als kleiner Rest vorhanden sind. Die gezählten Bll. tlw. stärker fleckig. oRR./Waf.
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From the Library of Gauss
Spinoza, Principiorum philosophiae pars I & II
Spinoza, B. de. Renati Des Cartes principiorum philosophiae pars I, & II, more geometrico demonstratae. Accesserunt ejusdem cogitata metaphysica. Amsterdam, J. Rieuwertsz, 1663. 4to (21:17 cm). Mit einigen Holzschnittfiguren im Text. 8 Bll., 140 S. Alte Kart. mit hs. Rtitel, etwas fleckig.
Van der Linde 1; Hertzberger, Spinoza-Cat. 356. - Erste Ausgabe von Spinozas erster Veröffentlichung, gleichzeitig das einzige Werk, das zu seinen Lebzeiten unter seinem Namen erschien: "Descartes' Grundlagen der Philosophie, auf geometrische Weise begründet". Mit einer Vorrede seines Freundes Lodewijk Meyer, der auch die Drucklegung überwachte. - Stellenw. im Rand etwas wasserfleckig. Aus dem Besitz von Karl Friedrich Gauss, mit dessen Besitzvermerk "Gauss 1794" auf dem Vorsatz (von Gauss also etwa mit 17 Jahren erworben), auf dem Titel außerdem der Stempel "Gauss-Bibliothek" und der gestrichene Stempel der Göttinger Sternwarte, dieser auch auf dem Vorsatz; Deakzessionsstempel der Universitätsbibliothek Göttingen von 1951 auf dem Innendeckel; Vorsatz außerdem mit Namenszug "W. J. F. Soermann. 1760", wohl der Braunschweiger Wilhelm Johann Ferdinand Söhrmann, der sich 1749 in Helmstedt immatrikulierte.
First edition, with woodcut-figures in text. "The Principia is the first printed work of Spinoza and the first one with his full name on the title-page" (Hertzberger). - Some marginal waterstaining in places. Old stiff wrappers, some staining. From the library of Gauss, aquired by him in 1794, with his signature; few stamps, among them the deaccession stamp of the Göttingen University Library.
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Artilleriekunst. Slg. von Zeichnungen. Lwd.-Kassette
Artillerie. Sammlung von 88 Zeichnungen zur Artillerie, meist farbig aquarelliert bzw. gouachiert, davon 52 mit ausklappbaren Teilen. (Nürnberg?) um 1680-1700 (nach 1678). Beschriftungen in deutscher Sprache von einer Hand mit brauner Tinte. Blattgr. ca. 16,5:20 cm, Darstellungen abweichend. 88 Doppelblätter. Lose.
Von einem ausgesprochenen Fachmann gefertigte Zeichnungen von bemerkenswerter Qualität. Der Schwerpunkt der Zeichnungen liegt auf der Darstellung von Granaten, Feuer- und Sprengkugeln, davon sind 52 in kräftigen Farben und mit 2-3 ausklappbaren Teilen ausgestattet. U.a. Racketen mit ausfahrenden Feuern, Feuerballen, Wasser Kugell, Luft Kugel mit den brennenden Rahmen, verschiedene Petarden, Granadt Hagel, Sturm Faß, Kugell so drey ander von sich wirfft, Sprengenden Hagel u.v.a. Die Zeichnungen befinden sich auf gefalteten Doppelblättern jeweils auf der linken Seite, 16 Illustrationen sind doppelblattgroß und 4 gefaltet und zeigen überwiegend Kanonen. Die meisten Illustrationen mit Beschriftungen in deutscher Sprache. Wenige Blätter mit Tabellen bzw. schematischen Darstellungen. Ein Hinweis auf einen Autor oder den Illustrator findet sich nicht. Zur Datierung findet sich ein Blatt mit dem Hinweis "Halbe Stein Cartsaune, welche der Obrist Kuffer (wohl der sächsische Oberst Hans Heinrich Kuffer)... zu Torgau zum erstenmal beschoßen, den 4ten October 1678". Ein Hinweis auf einen möglichen Herstellungsort findet auf einer Zeichnung, die eine Größe in einer Nürnberger Maßeinheit gibt. - Vereinzelt gebräunt u. teilw. fleckig, Darstellungen kaum betroffen.
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Mit niederdeutschen Gebetstexten
Mariengebetbuch, In nativitate
Mariengebetbuch. Lateinische und rheinisch (?)-niederdeutsche Gebete. Handschrift auf Papier. O.O. u. Jahr um 1450. (13,5:10,1 cm), Blattgr. entspricht dem Buchformat. Geschrieben von verschiedenen Händen in brauner Tinte mit roten Hervorhebungen. Mit Hufnagelnoten über vierzeiligem System. Mit 12 bis zu 5 zeiligen blauen oder roten Anfangsinitialen mit in den Rand auslaufendem Federwerk sowie zahlreichen Anfangsinitialen, zumeist in Rot, teils auch Schwarz, teilweise mit kleinen in Feder ausgeführten Drolerien. 175 (davon 1 w.) Bll., zwischengebunden bei Bl. 11-12 ein Textkorrekturstreifen aus Pergament; jeweils vor und nachgebundene weiße Bll. u. Vorsätze. Eingelegt in den ursprünglichen Pergamentkopertband d. Zt. mit vorn übergreifender Lasche und intaktem Verschluß, gering angestaubt und fleckig.
Zu privaten Andachtszwecken gefertigtes Gebetbuch im typischen und gut erhaltenen Kopertband der Zeit. Enthält vorwiegend Teile des Coronatoriums und Rosarium sowie private Zusätze. Die Zuschreibung in den spezifisch rheinisch Sprachraum der niederdeutschen Gebete folgt den Angaben Tenners (s.u.) und sind zu prüfen. - Inhalt: (die Blattnummern folgen einer alten Bleistiftfoliierung). Bll. 1-51, Antiphonien, Gradualia u.a. Marienmessen, darunter die Eingangsformel "Salve sancta parens", die dem "Opus paschale" des antiken christlichen Dichters Sedulius (um 420 n. C.) entlehnt wurde. Mit Musiknoten. - BlI. 52-72: etwa 60 niederdeutsche Gebete und Collecta, darunter das "Augustinus-Gebet" und viele Sakraments-, Morgen-, Abend- und Passionsgebete, das Laurentius-Antiphonar und Johannes-Evangelium Collecta. - BIl. 73-100: niederdeutsche Hymnen der Hohen Feste. - Bl. 101 weiß, BlI. 102-146: lateinische Abendmahls- und Passionstexte nach dem Matthäusevangelium u.a. - Bll. 147-165: weitere lateinische Gebete und Segnungen. - Bll. 166-175: "Flores ex ortulo rosarii excerpti", ferner u.a. lateinische Gebete nach dem Hl. Bernard. - Vereinzelt unwesentlich gebräunt oder fleckig bzw. leicht angestaubt, Bll. 49-51 mit kleinen Tintenverwischungen. Insgesamt attraktives Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeit im Taschenformat und im typischen Einband zur Mitnahme beispielsweise auf Reisen. - Provenienz: Auktion Tenner, Heidelberg Auktion 7, Los 16 (1957).
Privately assembled prayer book with Latin and Lower-German texts, some prayers after St. Augustine, St. Bernard a.o., 1 refering to a poem of Sedulius (fl. around 420). Rubrications throughout and with 12 larger decorated pen-work initials extending into margins. - Minor duststaining or browning in places, minor ink smudging to ll. 49-51. In contemporary vellum-"copert"-wrappers with brass catch.
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Album Amicorum des G. M. Ebermayer 1785
Album amicorum. - Nürnberg. - Stammbuch des Nürnberger Kunsthändlers und Verlegers Georg Magnus Ebermayer. Nürnberg, Regenburg, St. Gallen und wenige andere, 1785-1793. Quer-8vo (11,5:19 cm). Mit 31 Schattenriss-Porträts, 5 Aquarellen, 5 Porträt-Zeichnungen, 3 Scherenschnitt-Porträts, 3 Handzeichnungen, 5 Kalligraphien u. 2 Stickarbeiten. 182 (17 w.) Bll. mit 140 Einträgen, 12 Bll. Register. Marmorierter Kalblederband d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung, gr. ornamentaler Deckelbordüre auf beiden Deckeln, Stehkantenvergoldung u. Goldschnitt (Rücken unter Verwendung alten Materials erneuert, Kanten berieben, Deckel vereinzelt mit Schabstellen), in Pp.-Schuber d. Zt. mit Brokatpapier-Bezügen, berieben u. beschabt.
Zu G. M. Ebermayer vgl. Grieb, Nürnberger Künstlerlexikon 312 sowie Will V, 264f. u. Wolfstieg 14740-41, zu Bierlein vgl. Grieb 200 u. Thieme-B. IV, 12. - Überaus reichhaltiges und mit einer Vielzahl von Porträts und Illustrationen schön geschmücktes Freundschaftsalbum des Nürnberger Kunsthändlers und Verlegers Georg Magnus Ebermayer (1766-1814, 1810 als 'Meister vom Stuhl' der Loge 'Joseph zur Einigkeit' genannt) mit dem kalligraphischen Titel "Der Hochachtung, Liebe und Freundschaft geweiht. Nürnberg den 1ten Jan. Ao. Christi 1785". Die meisten Einträge stammen aus Nürnberg, häufig auch aus St. Gallen, etliche aus dem Familienkreis, darunter Johann Martin Gottlob Ebermayer (ca. 1727-1790, der Vater des Stammbuchhalters, ebenfalls Kunsthändler u. Verleger) mit schöner Porträtzeichnung. Die vorzüglich mit Bleistift gezeichneten Porträts stammen von dem Nürnberger Kupferstecher u. Miniaturzeichner Johann Friedrich Bierlein (1767-1840) u. sind meist signiert und datiert. Die Schattenriss-Porträts vornehmlich in aquarellierten oder gestochenen Schmuckrahmen. Eine aufwändige Stickarbeit auf Seide mit Pailletten-Applikationen dient ebenfalls als Schmuckrahmen für ein Schattenriss-Porträt. Das hs. Register am Schluß listet die Einträger in alphabetischer Reihenfolge. - Nur vereinzelt gering fleckig. Einige Bll. mit biographischen Anmerkungen in Bleistift von älterer Hand.
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Sancta Maria ad Nives - Maria Schnee
Antiphonar, Frankreich um 1450
Antiphonar und Hymnar. Liturgische Handschrift auf Pergament. Wohl Frankreich, nach 1450. Fol. Blattgr. ca. 37:26 cm, Schriftspiegel ca. 27-33:19,5 cm. Text und Noten. Schwarze u. rote Textura, schwarze Quadratnoten auf 4 roten Linien. Mit 16 großen Anfangsinitialen in roter und blauer Tinte mit reicher ornamentaler Ausschmückung und teilweise bis weit in den Rand auslaufendem Federwerk sowie zahlreichen kl. Anfangsinitialen in Rot und Blau, teilw. mit Federwerk. 170 Bll. (das 1. zu Beginn kleiner im Format und auf Papier, wohl aus dem 17. oder 18. Jhdt. ). Blindgeprägter alter Kalblederband über Holzdeckeln mit 10 Messingbuckeln und 2 erneuerten umgreifenden Leder-Schließbändern mit Metallösen und Schließhaften auf den Deckeln, Lesebänder, etwas wasserfleckig, Rücken und Kapitale gering bestoßen; vorderer Innendeckel bezogen mit einem Folio-Blatt aus einer Pergamenthandschrift d. 15. Jhdt. (Im Text mit Erwähnung der Dialogi IV von Papst Gregor d. Gr.)
Attraktives Antiphonar wohl zum Gebrauch eines weltlichen Chorherrenstifts, worauf die umfangreichen Texte in Offizien und Hymnen nach dem Hl. Augustinus hinweisen, der der Schutzpatron der weltlichen Kanoniker ist. Unter den Hymnen befindet sich ein recht seltener Text des Augustinus (Repertorium Hymnologicum 10126). Das Antiphonar ist nach dem Gebrauch der Hl. Maria vom Schnee eingerichtet (fol. 4-12, In festo nivis, mit 9 Lektionen) und wurde vermutlich in einer dieser Heiligen geweihten Kirche verwendet. Matthias Grünewald widmete ein berühmtes Altar-Tryptichon der seltenen Darstellung des auf die Heilige zurückgehenden Schneewunders.
Kollation: die Vollständigkeit des Textes ist nicht geprüft, einige Teile sind wohl verbunden. An wenigen Stellen textliche Ergänzungen d. 17. oder 18. Jhdts. Blattangaben folgen einer neueren Bleistiftfoliierung:
Fol. 1v (auf Papier, kleineres Format, wohl 17.-18. Jhdt): "In commemoratione B. Mariae virginis in Sabato"; fol. 2-3, Marienoffizium; fol. 4-12 (röm. num. XXV-XXXIII") "In festo nivis", Antiphonar gefolgt vom Offizium mit 9 Lektionen; fol. 13-83 Hymnar, darunter fol. 66v-69 Augustinuspredigten; fol. 84-103r Offizium mit Augustinustexten; fol. 103 Vesper, "Lucis creator optime"; fol. 104r-119 "Mandatum"; fol. 120f-124r Augustinustexte, "Letare mater nostra Ierusalem" uvm.; fol. 124r-145v verschiedene Lieder und Texte (Pro S. Stephano, Pro. S. Iohanne, Pro innocentibus uvm.); fol. 146r-170 (in sich verbunden, alte röm. Blattzählung I-XXIIII) Messgesänge. - Im Anschluss mit eingebunden 4 Bll. eines liturgischen Druckwerkes des 17. Jhdts. auf Papier im annähernd gleichen Format.
Bindung etwas gelockert, Buchblock gebrochen, etwas wellig und gering geräunt oder fleckig sowie mit den üblichen Fingerspuren im Rand, wenige Pergamentfehler, Foliierung bei 3 oder 4 Bll. seitl. gering angeschnitten, Bl. 10 verso unten Text etwas abgeschnitten (bei diesem Blatt Schriftspiegel größer), Federwerk der großen Initialen teils angeschnitten, wenige Textzeilen alt überklebt und mit neuem Text etwas ungelenk überschrieben, fol. 98 oben mit alter Überklebung.
Antiphoner for secular use of canons. With 16 large initals with decoration and penwork in red and blue. The texts including many passages from St. Augustine who was the patron of canons. The volume was in use in a church of Saint Mary of the Snows and was arranged according to the liturgical rules of this rare use. Some rare text amendments from the 17th or 18th cent. - Stitiching somewhat loose, book-block broken, vellum a bit wavy and dusty, usual light browning and fingerstaining or staining in places, foliation touched by binder's knife at 3 to 4 leaves, text of one leaf cropped at bottom, some natural vellum flaw in places, featherwork of some of the larger penwork initials slightly cropped, very few text lines pasted over and text amended in ink by a later hand. section of text at top on fol. 98 pasted over in old times. Bound in old blindstamped calf-binding over wooden boards, 10 brass bosses, 2 renewed leather ties with brass clasps and catches.
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Fermat's Last Theorem
Diophantus/Fermat, Arithmeticorum libri sex
Fermat, P. de. - Diophantus Alexandrinus. Arithmeticorum libri sex, et de numeris multangulis liber unus. Cum commentariis C. G. Bacheti & observationibus d. P. de Fermat. Accessit doctrinae analyticae inventum novum, collectum ex variis eiusdem d. de Fermat epistolis. Toulouse, B. Bosc, 1670. Fol. (36:25 cm). Mit gest. Titelvignette u. gest. Kopfvignette. 6 Bll., 64, 341 (recte 343), 48 S. (ohne das Erratabl.). Prgt. d. 19. Jh. mit Rsch., Innengelenke mit wenige Wurmspuren, vorderes angeplatzt.
Smith, Rara 348; Zeitlinger 1063; Norman 777; Honeyman 893; Dt. Mus., Libri rari 85; Cantor II, 773f.; DSB IV, 574 u. IV, 117f. - Erste Ausgabe mit Fermats Zusätzen. "Fermat was he first European to make extensive contributions to the theory of numbers, taking up the challenge in number theory posed in Diophantus' Arithmetica. Fermat owned a copy of the Greek editio princeps of Diophantus' work (1621), edited and annotated by Claude Bachet de Mérziriacand and published with Xylander's Latin translation ... Fermat often took issue with Bachet's statements, writing his own results for the most part in the margins of his own copy. Five years after Fermat's death, his son Claude-Samuel published a second edition of Bachet's Diophantus, adding to it his father's marginal notes; these included the famous note stating the still-unproved 'theorem' ... Fermat claimed in his note to have discovered a 'very wonderful demonstration' (demonstratio sane mirabilis) of this theorem that the margin was too narrow to contain, a claim that tantalized mathematicians ever since" (Norman). 1994 wurde der Große Fermatsche Satz von Andrew Wiles bewiesen. - Tlw. gebräunt oder wasserrandig; hier u. da etwas fleckig; wenige kl. Randläsuren; S. 33-36 der ersten Paginierung vor S. 29 verbunden. Ohne das auch bei Norman nicht vorhandene Erratabl. (ohne Bogensignatur; nach S. 64).
Browning or dampmarking in places, some staining here and there, few marginal lesions, 2 leaves misbound. Without the errata-leaf often lacking, as in Norman Collection. Bound in 19th century vellum, some worming to inner hinges, front inner hinge somewhat cracked.
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Album Amicorum des J. M. G. Ebermayer 1752
Album amicorum. - Nürnberg. - Stammbuch des Nürnberger Kunsthändlers und Verlegers Johann Martin Gottlob Ebermayer. Nürnberg, Regensburg, Ravensburg und wenige andere, 1753-1759. Quer-8vo (12:20 cm). Mit mont. Wappenkupfer, 15 Aquarellen (2 auf Pergament), 3 blattgr. Stickarbeiten, 5 Handzeichnungen u. 1 kol. Kupfertafel. 6 Bll. Register, 184 (53 w.) Bll. mit 113 Einträgen. Gelackter, marmorierter Pp. d. Zt. mit Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüre auf beiden Deckeln u. Goldschnitt u. Brokatpapiervorsätzen, etwas berieben.
Zu J. M. G. Ebermayer vgl. Grieb, Nürnberger Künstlerlexikon 312, Will V, 264f. u. Dietz, Nürnberger Wappenbuch 20. - Überaus reichhaltiges und kunstvoll geschmücktes Freundschaftsalbum des Nürnberger Kunsthändlers und Verlegers Johann Martin Gottlob Ebermayer (ca. 1727-1790). Die meisten Einträge stammen aus Nürnberg und Umgebung. Ebermayer empfiehlt sein Stammbuch auf dem ersten Blatt in einem kalligraphierten u. mit aquarelliertem Rahmen prächtig verzierten Gedicht: "Patronen, Gönnern, werthen Freunden/ Steht hier ein Denkmal aufgericht/ Dem Neid zum Troz und allen Feinden/ Verweseten diese Blätter nicht/ Aus welchen, wan wir schon verwesen/ Die Namen derer noch zu lesen/ Die mich befördert, unterstützt/... So soll das theure Angedenken/ Das Sie belieben mir zu schencken/ Dem Hertzen, nicht dem Buch allein/ Auf ewig eingeschrieben seyn", datiert Nürnberg den P(ri)mo May 1752. Unter den zahlr. Nürnberger Bürgern findet sich Johann Christoph Merkel, der 1744-54 als Prediger in Ravensburg wirkte. In Ravensburg war E. als Buchhalter beschäftigt gewesen, wie ein Eintrag von Johann Jacob Kutter (Schönfärber?) bezeugt. Einige Einträge lateinisch oder italienisch verfasst. Unter den außergewöhnlichen Illustrationen auch ein aquarelliertes Blatt mit feinen Stoffhinterlegungen in Papierausschnitten und ein Blatt mit aufwändigen Applikationen aus gepr. Papier, Goldfäden u. Stoff sowie ein Aquarell u. eine Zeichnung mit Aufklappbildchen u. ein kalligraphisches Blatt mit Notenschrift. - Das hs. Register mit Einträgen aus neuerer Zeit mit Kugelschreiber u. Bleistift. Stellenw. gering stockfleckig.
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Fine Set of the First Collected Edition
Augustinus, Opera. 9 Bde.
Augustinus, A. (Opera). Prima (- undecima) pars librorum divi Aurelii Augustini. 11 Tle. in 9 Bdn. Basel, Amerbach, Petri & Froben, 1505-06. Fol. (32,5:22 cm leicht abweichend). Mit 1 großen Holzschnitt vom Meister des Haintz Narr u. einigen schematischen Holzschnitten. Uniform gebunden in Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Blindprägung und je zwei Schließen; teilw. berieben u. fleckig, handschriftliches Rückenschild, teilw. kurze Anmerkung mit Tinte auf den Vorderdeckeln.
VD 16, A 4147; IA 110.079; Adams A 2156 (unvollständig); Hieronymus, Petri-Schwabe 10; Stockmeyer-Reber 47, 32. - Die erste Gesamtausgabe des Kirchenvaters, vollständig wie vorliegend sehr selten. "Dies ist die berühmte Ausgabe, zu welcher sich Amerbach mit Nichtachtung aller Mühe und Unkosten von überall her Handschriften zu verschaffen suchte, aus denen dann... Augustinus Dodo seinerseits mit nicht geringer Mühe den richtigen Text herzustellen beflissen war" (St.-R.). Sorgfältiger Druck in gotischer Rotunda ("Amerbachs Augustinustype"), einige Passagen auch in Antiqua, die griechischen Zitate mit feinen, bereits mit Akzenten versehenen Typen. Bd. 7 enthält allein "De civitate dei", dem im Unterschied zu Amerbachs Ausgabe von 1489 neben den beiden Kommentaren von Nicolaus Trivet und Thomas Waley auch diejenigen von François de Meyronnes und Jacopo Passavantis beigegeben wurden. Der vorangestellte schöne Holzschnitt (19,5:14 cm) ist "das erste fassbare und zugleich bedeutende Werk des Meisters des Haintz Narr" (Hieronymus, Oberrhein. Buchillustr. I, 82). Er fand bereits in Amerbachs Ausgaben von 1489 und 1490 Verwendung und zeigt Augustinus bei der Arbeit an seinem Werk, darunter links Adam und die Gottesstadt ("Syon"), rechts Kain und der vom Satan regierte Menschenstaat ("Babylon"). - Stellenweise etwas gebräunt, gering fleckig, 1 Blatt in Bd. 1 angeschmutzt. Wenige Wurmspuren im Rand, zwei Wurmlöcher im Holzschnitt. Vereinzelt alte Anmerkungen und Unterstreichungen. Titel je mit klösterlichem Besitzvermerk u.- stempel, kleiner Siglestempel. Schönes Exemplar in attraktiven zeitgenössischen Einbänden.
First collected edition, complete with 11 parts in 9 volumes. - Some browning and slight spotting in places, one leaf in volume 1 soiled. Few marginal wormtraces, two small wormholes to woodcut. Few old annotations and underlinings. Monastic ownership inscription and stamp to each title. Bound in contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, two clasps; some rubbing and spotting, paper spine labels, short ink annotations on front covers. Overall a fine copy in attractive bindings.
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Münster, Cosmographei. 1553
Münster, S. Cosmographei oder beschreibung aller länder, herrschafften, fürnemsten stetten (etc.). Basel, H. Petri, 1553. Fol. (34:22 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre u. ca. 910 (inkl. Wiederholungen) Holzschnitten im Text, darunter 14 doppelblattgr. Vortextkarten sowie 37 (statt 38) doppelblattgr. u. 3 mehrf. gefalt. Holzschnitte, meist mit Ansichten. 10 nn., 28 nn Bll. (= Vortextkarten), 1233 röm. pag. S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (die untere 1555 datiert), 8 Messingnägeln u. Initialen "HVH" auf dem Vorderdeckel; berieben u. angestaubt, Ecken bestoßen, Rücken an Kopf u. Schwanz restauriert.
VD 16, M 6694; Alden-L. 553/38; Sabin 51388; Burmeister 71. - Sechste deutsche Ausgabe der Münsterchronik, mit dem erweiterten Ansichten- und Kartenbestand. Enthält alle Vortextkarten, darunter 2 Welt- und 4 Erdteilkarten; im Text kleinere Karten u.a. von Afrika, Cypern, Kreta, Neapel, Nildelta, Palästina, Sardinien u. Sizilien. Die doppelblattgr. Holzschnitte mit Ansichten von Florenz, Genf, Jerusalem, Istanbul, Paris, Rom und vielen deutschen Städten, Meerwundern und Pommernkarte. Ferner die 3 großen Ansichten (auf je 2 zusammengesetzten Doppelbll.) von Heidelberg, Worms und Wien. - Leicht gebräunt, u. teilw. etwas braunfleckig, Unterecken finger- u. stellenw. leicht wasserfleckig, einige seitlich bis an/in die Einfassung beschnitten; Titel mit 3 Wurmlöchern rechts im Bildrand, die 3 Faltansichten mit rep. Durchrissen sowie mit Japanpapier verstärkt, bei Worms Ausriss oben bis ins Bild; es fehlt die linke Hälfte vom Plan des alten Roms (S. 177/8). Einige Randnotizen von alter Hand. Titel verso eingedruckt (!) ein gest. Wappenexlibris: "Her Heinrich von Heynitz Senior und Scholasticus im Stift Naumburk", demnach dürften die Initialen auf dem Vorderdeckel H(einrich) v(on) Heinitz aufzulösen sein. Vorsatz mit Kaufvermerk "Constat 2 taler : Emptus 1558 / dominica Reminiscere. / G. v. Bunaw Canonicus / & Scolasticus N(a)u(m)burgensis", darunter von anderer Hand: "Mihi dedit".
Sixth German edition illustrated with about 910 woodcuts, including 14 double-page maps as well as 37 (of 38) double-page and 3 folding woodcuts mostly with views. With 2 world maps (Shirley 76/92), the famous map of America (Burden 12), ill. of the sea-monsters et all. - Light browning, some spotting or light staining in places, slight marginal waterstaining; few maps and views cut to/into neatline at sides; title with 3 wormholes at right affecting image, the 3 folded views with large repaired tears and strengthened, view of Worms with loss of image at top; lacking left leaf of ancient Rome plan (pp. 177/8). Some annotations in ink. Bound in contemporary blindstamped pigskin over wooden boards, 2 clasps and 8 brass corner pieces, lower clasp with engraved date 1555; rubbed and somewhat dusty, head and tail of spine restored.
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(sold)
Hutten, De guaiaci medicina + Vorbände
Hutten, U. v. De guaiaci medicina et morbo Gallico liber unus. Mainz, J. Schöffer, 1524. 4to (20,5:16,5 cm). Mit Holzschn.-Ttelbordüre. 44 Bll. - Vorgebunden: L. Fries (Phrisius). Epitome opusculi de curandis pusculis ulceribus, & doloribus morbi Gallici, mali frantzoss appellati. Basel, H. Petri, 1532. 4to. Mit 2 Druckermarken. 63 (recte 55) S. - Hoc in volumine haec continentur. Artificialis medicatio, constans in paraphrasi in Galeni Librum de artis medicae constitutione, autore Christophoro Heyll. Methodi cognoscendorum tam particularium, quam universalium morborum. &c. Autore Bertrutio Bononiensi. De idoneo auxilioru(m) usu, quaedam ex Ioanne de Sancto Amando. 2 Tle. in 1 Bd. Mainz, I. Schöffer, 1534. 4to. Mit Druckermarke. 4 Bll. (l.w.), 90 S., 1 w. Bl.; 882 (recte 288) S., 6 Bll. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., berieben, Ecken bestoßen, ohne Schließbänder, vorderer freier Vorsatz mit Eckausschnitt.
I. VD 16, H 6349; Durling 2511; Waller 5031; Proksch, Lit. I, 11; Benzing, Hutten 106. - Erstmals 1519 erschienen. "Hutten hat die Niederschrift dieser populärmedizinischen Abhandlung im Herbst 1518 begonnen. Es ist die Geschichte der Lustseuche in Europa, der Niederschlag seiner eigenen Erfahrungen mit dieser Krankheit und der Kur mit dem Gujakholz" (Benzing). Über das amerikanische Gujakholz als Medikament gegen Syphilis vgl. Proksch, Gesch. I, 193ff.: "Ulrich von Hutten hielt es schon 1519 ... für nothwendig, sein verehrtes Gujakholz, durch welches er sich nun als 'de novo homo factus ac renatus' fühlte, gegen neidische oder übelbelehrte Aerzte zu vertheidigen (etc.)". - II. VD 16, F 2854 (irrige Kollation); Durling 1660; Waller 3264; Proksch, Lit. I, 15; Benzing, Fries 22. - Erste Ausgabe. Lorenz Fries (ca. 1490-1531/32) ist besonders durch seinen "Spiegel der Arznei" bekannt, der erstmals 1518 erschien. Proksch bezweifelt, dass das Werk 1532 erstmals erschienen sei, da sich bei Fries "ausser einem neuen Schimpfwort für die Mercurialisten" nichts finde, "was nicht schon die ältesten Syphilographen besser gesagt haben" (Gesch. II, 93f.). Ob eine 1525 erstmals erschienene, auch ins Niederländische und Dänische übersetzte Schrift über das Gujakholz ("Ein clarer Bericht...") tatsächlich von Fries verfasst wurde, ist strittig. "Fries attributes the outbreak of syphilis at the end of the fifteenth century to conjunctions of the planets on October 15 and November 1, 1483. He cites Haly Abenragel and the Conciliator or Peter of Abano for the influence of the stars" (Thorndike V, 434). - III. VD 16, ZV 7924 (die vorliegende Titelvariante mit "Auxilioru[m]"); Durling 2305. - Erste Ausgabe. Christoph Heyll (1499-1585), in Orange zum Doktor der Medizin promoviert, war 1531-1536 in Kolberg, Stolp und Königsberg als Stadtarzt tätig und lehrte 1537-1547 am Gymnasium illustre in Elbing Griechisch und Medizin; u.a. übersetzte er Galen ins Lateinische. Enthält außerdem im zweiten Teil Werke von Nicolaus Bertrucius (Niccolo Bertruccio, gest. 1347) und (ab S. 245) von Johannes von Saint-Amand (gest. vor 1312). - Insgesamt etwas gebräunt; vereinzelt Marginalien von alter Hand; (III) zu Beginn im Rand mit kl. bräunenden Wasserfleck; Titel von (III) etwas fleckig u. mit Geschenkwidmung des 17. Jh. sowie verso mit lateinischem Gedicht.
Three works in one volume, two of them on syphilis. - Some browning throughout; old marginalia here and there; small marginal brownish waterstain to first leaves of (III), the title of the latter with 17th century entry on recto and Latin verses on verso. Contemporary blind-tooled pigskin, rubbed, corners bumped, without ties, corner of free front endpaper cut out.
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(closed)
Missale itinerantium 1512
Missale itinerantium. - Vade mecum. Missale Itinerantium seu Misse Peculiares valde devote. (Nürnberg, W. Huber, um 1512). 4to (21,5:15 cm). Mit blattgr. Kanonholzschnitt (Kreuzigung), 1 figürl. Holzschnittinitiale sowie 1 Schlussstück (dornengekröntes Haupt Christi), alle nach Wolf Traut u. altkoloriert. Durchgehend in Rot u. Schwarz gedruckt. 1 nn., 25 num., 6 nn. Bll., num. Bll. 26-47, 1 nn. Bl. Brauner Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit floral-ornamentaler Blindprägung und Einzelstempeln mit Blüten, Drachen u.a., zwei Schließen; berieben u. bestoßen, Wurmspuren, teilw. Beschädigungen durch Wurmfraß, Vorderdeckelbezug im oberen Teil entfernt. Hinterer Innendeckel mit Bezug aus einer lateinischen Handschrift in Schwarz und Rot auf Pergament (Minuskel des 12./13. Jahrhunderts mit Messtext). Bezug des vorderen Innendeckels entfernt. - Zwei zeitgenössische Handschriften angebunden (s.u.).
VD 16, M 5538; Weale-B. 479; Dodgson I, 506, 3A; Thieme-B. XXXIII, 353. - Dritter Druck mit diesen Holzschnitten, erstmals 1507 bei Höltzel in Nürnberg erschienen, vorliegend der zweite Druck bei Huber (erstmals 1510). Die Holzschnitte sind exakte Nachschnitte der von Wolf Traut eigens für das Missale geschaffenen Illustrationen und liegen hier in schönem zeitgenössischen Kolorit vor, der Kanonholzschnitt 1510 datiert. Traut zählt zu den bedeutendsten künstlerischen Kräften des Kreises um Dürer, der ihn u.a. zur Mithilfe an der "Ehrenpforte" heranzog. Schöner zweispaltiger Druck Hubers, der Kanon in größerer Missaletype. - Teilw. fingerfleckig erste 5 Bll. mit vereinzelten Wurmspuren mit geringem Buchstabenverlust. Alte Blattweiser. Einige Bll. sowie der Kanonteil im weißen Rand hinterlegt. - Angebunden zwei zeitgenössische Handschriften auf Papier: 1. Missa Marie. Introitus Salve sancta parens collecta. Lateinische Handschrift. Mit schwarzer Tinte, Überschriften und Initialen in Rot. 2 Bll. 2 weiße Bll. vor- und 3 weiße nachgebunden (dazwischen 4 weiße sichtbar entfernt). - 2. Incipit MIssa Barbare virginis (und andere Gebete auf den Hl. Valentin, Maria etc). Lateinische Handschrift in Schwarz und Rot, Initialen in Rot, zwei in Blau. 2 Kolumnen. 21 Bll. (das erste leer). - Beide Handschriften in sorgfältiger und dekorativer Ausführung. - Zwei spätere Handschriften (2 bzw. 1 Bl) angebunden.
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(sold)
Für den Gebrauch im Kloster Benediktbeuern
Breviarium Benedictinum, Benediktbeuern
Brevier. - Benediktbeuern. - Breviarium Benedictinum. - (Benedictine religionis professis quibuslibet...). (Augsburg), E. Ratdolt, 29. Juli 1513. (11;9 cm). Mit 3 zusätzlichen Kupfern, davon 2 in altem Kolorit. 386 (statt 408) nn. Bll. (Bl. U4 weiß). - Vor- u. nachgebunden 60 nn. Bll. mit zeitgenössischer Handschrift (davon 6 Bll. leer). Kalbldrbd. d. Zt. über Holzdeckeln mit Blindpräg. aus Rollenstempel u. Streicheisenlinien sowie 2 Messingschließen; berieben, Bezug an den Ecken abgestoßen, kl. Kratz- u. Wurmspuren, Rücken am Kopf eingerissen, 1 Schließe defekt.
VD 16, B 8208 (nicht in Wolfenbüttel, die Expl. in München u. Augsburg unvollständig); Bohatta 1026. - Seltenes, ganz in Schwarz und Rot gedrucktes Brevier für den Benediktinerorden. Unser Exemplar wurde zeitgenössisch für den Gebrauch im Kloster Benediktbeuern verändert und ergänzt. Das gedruckte Kalendarium wurde entfernt und durch eine Handschrift ersetzt, welche die besonderen Feste des Klosters berücksichtigt. Hervorgehoben werden u. a. Landfried (10. Juli), der erste Abt von Benediktbeuern, der es um 739 im Auftrag des Hl. Bonifatius als Benediktinerstift gegründet hat, und Ulrich von Augsburg (4. Juli), der 955 das durch die Magyaren zerstörte Kloster wieder aufbauen ließ. In späteren Jahren wurde der Kalender durch weitere Zusätze ergänzt, besonders erwähnenswert ist ein längerer Abschnitt über die magischen Wirkungen des Weihwassers. Auch im Drucktext finden sich saubere, in dunkelbrauner und roter Tinte geschriebene Marginalien, eine längere Ergänzung wurde auf einem zwischengeschalteten Blatt eingefügt. Das umfangreiche handschriftliche "Supplementum" am Schluß (34 Bll.) enthält "more et ritu Monasterii Benedicto-Puranii... in hoc libello desideratur". Eine besondere Rolle spielt hier die Verehrung der Hl. Anastasia, deren Reliquien 1053 unter abenteuerlichen Umständen von Verona nach Benediktbeuern gelangt waren. Drei zeitgenössische Andachtsbilder in Kupferstich ergänzen das Werk. Zwei altkolorierte Kupfer sind auf den Innendeckeln montiert, das vordere zeigt Christus am Kreuz, betrauert von Maria und Johannes, das hintere Maria mit dem Kind im Strahlenkranz. Die dritte Darstellung findet sich im Brevier selbst, sie zeigt das Herz Jesu am Kreuz, umgeben von Dornenkrone und den Wundmalen der Hände und Füße. Insgesamt leicht gebräunt, stellenweise leichte Finger- u. andere Gebrauchsspuren, alte Blattweiser. Innendeckel mit Wurmspuren, beide Kupfer dadurch mit etwas Bildverlust. Neben dem Kalendarium und Titel (20 Bll.) fehlen die Bll. h8 und aa7 sowie das weiße Schlussblatt.
Reizvolles für den privaten Gebrauch eingerichtetes Brevier.
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(sold)
(Raimondi, Marienleben)
Dürer, A. - (Raimondi, M. Marienleben. Bologna?, um 1690). Fol. (40,5:29 cm). 17 num. Kupfertafeln von Marcantonio Raimondi nach den Holzschnitten von Albrecht Dürer. Schlichter Pp. d. 18. Jahrh. mit Schuber; etwas berieben.
Schoch/Mende/Scherbaum II, S. 214-279, bes. S. 278 (Raimondi); Bartsch XIV, 215, 621-637. - Außergewöhlich breitrandiges Exemplar der vollständigen Folge dieser um 1506 von Raimondi nach den Holzschnitten Dürers gestochenen Blätter. Die drei weiteren Holzschnitte Dürers entstanden erst um 1510. Alle Blätter mit dem Monogramm Dürers, das Schlussblatt mit dem "MAF"-Monogramm Raimondis und einer weiteren Signatur. Im zweiten Zustand, nummeriert aber noch ohne die im 18. Jahrh. hinzu gefügten Jahreszahlen "1506" auf den Tafeln 7 und 10. Die Datierung erfolgt anhand des Wasserzeichens "PM" im Kreis mit Kleeblatt, das von der Pinacoteca Nazionale di Bologna den Brüdern Perti und Masetti del Moro in Bologna zugeschrieben wurde, die um 1700 aktiv waren. Nahezu identische Wasserzeichen können in Italien jedoch schon für 1686 (Heawood 3033) und 1688/1689 nachgewiesen werden. Der Druck mit Dürers Monogramm führte zu einem Streit um das Urheberrecht. Angeblich war Raimondi angewiesen Dürers Monogramm von den Platten zu entfernen, was offensichtlich nicht geschah. Schöne Drucke mit ca. 3-6 cm breitem Rand an allen Seiten. - Nahezu fleckenfrei und kaum gebräunt. Der Schuber mit mont. gest. Wappen der Mailänder Adelsfamilie Cavazzi della Somaglia mit Monogramm "FR. SF.", wohl für Francesco Sforza Cavazzi della Somaglia.
Wide margined complete set of 17 engravings by Raimondi after the woodcuts by Dürer. Dated after the watermark: circled "PM" with trefoil. Second state, the year "1505" not yet added to plates 7 and 10. - Very good condition with wide margins (3-6 cm) all around. Bound in later boards with slipcase, minor wear. Engraved coat-of-arms to slipcase from a member of the Milan noble family Cavazzi della Somaglia.
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(sold)
Witch-Hunt
Appel, Extract Zauberischer Indicien
Hexenverfolgung. - Klingenberg am Main. - Appel, B. Extract Zauberischer Indicien Contra Einverleibte Underthanen deß Ampts Klingenbergk. Angefangen in Anno 1628 durch mich Benedict Appel den Jüngern damalß Stadtschr(ei)be(r). Deutsche Handschrift auf Papier. (Klingenberg 1628-1629). (16,5:11 cm). Blattgr. 16:10 cm, Schriftspiegel wechselnd. Mit schwarzbrauner Tinte in deutlicher deutscher Kursive geschrieben. 185 nn. Bll. (davon 42 weiß). Flex. Prgt. aus einer in Klingenberg ausgestellten Urkunde, berieben u. angestaubt, Buchblock verzogen.
Vgl. Dieter Feineis, Hexenprozesse gegen Einwohner der Stadt Klingenberg (in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Bd. 56 [1994], S. 349-355). - Das Kurfürstentum Mainz wurde in den Jahren 1627-1629 von der vierten und letzten Welle von Hexenprozessen erschüttert. Die vorliegende Handschrift ist eine wertvolle Quelle für die Geschichte der Hexenverfolgungen im unterfränkischen Klingenberg und seiner Umgebung. Benedikt Appel war als Stadtschreiber unmittelbar in die Verfahren involviert, er führte z. B. beim Verhör des Veltin Elbert aus Klingenberg das Protokoll (Feineis S. 10). In diesem "Extract Zauberischer Indicien", der dem Stadtschreiber offenbar zur Übersicht dienen sollte, sind insgesamt 144 der Hexerei beschuldigte Personen mit ihrem Wohnort vermerkt, oft auch mit ihrem Beruf; bei Frauen ist auch der Name des Mannes genannt. Darunter werden die Belastungszeugen mit dem Datum ihrer Aussage aufgezählt. Bei Einträgen zu erledigten Verfahren hat Appel den Ausgang vermerkt, oft auch den Eintrag durchgestrichen. 26 Verfahren endeten nachweislich mit dem Tod, die betreffenden Angeklagten kamen aus Erlenbach (17), Klingenberg (4), Elsenfeld ("Elshoven"; 2), Mechenhard (2) und Röllfeld (1). Hingerichtet oder "justificiert" wurden 23 Personen: 10 Männer und 13 Frauen. Eine Frau und zwei Männer sind während des Verfahrens gestorben, darunter Hans Wasmuth, über dessen Schicksal - Tod nach erlittener Folterung - Feineis berichtet; der Eintrag über Wasmuth eröffnet die Handschrift. Die von Feineis erwähnten Hans Philipp Heßler aus Klingenberg und Hans Wetzel aus Elsenfeld wurden aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sie Urfehde geschworen hatten, gegen letzteren wurde das Verfahren danach noch einmal aufgenommen. Die vorliegende Handschrift eröffnet der Forschung neue Möglichkeiten, zumal die Quellenlage zu dieser Welle der Hexenverfolgungen für die Stadt Klingenberg dünn ist, sie weist aber auch über den regionalen Bezug hinaus. Als Versuch eines Mannes, der an den Ermittlungen beteiligt war, die Flut der belastenden Aussagen zu bewältigen, dürfte die vorliegende Handschrift einzigartig sein. - Etwas gebräunt u. stellenw. etwas fleckig, das 4. Bl. mit 2 Löchlein.
Remarkable source on the history of witch hunts in Franconia. The author, clerk of the town of Klingenberg am Main, entered all those accused of witchcraft in this booklet, below which are the names of the prosecution witnesses with the date of their testimony. 23 persons were executed according to the notes of the town clerk. - Some browning, 2 small holes to 1 leaf. Limp vellum, staining.
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(sold)
Codex Argenteus Upsaliensis. Faks.
Faksimiles. - Codex Argenteus Upsaliensis. Jussu Senatus Universitatis Phototypice editus. Upsala, Almquist & Wiksell u. Malmö, Societas Malmö Ljustrycksanstalt, 1927. Fol. (36:31 cm). Mit 2 Farbtafeln sowie versch. gezählte ganzs. Faksimile-Abbildungen: X Bll. (1 gefalt.), 374 doppelt. num. S. u. 22 nn. Bll. (Series secunda). 125 S. (Einführung und Anhang), 1 gefalt. Bl. Or.-Hldr. (signiert: Gust Hedberg, Hofbokbindare Stockholm) mit blindgepr. Rtitel, Rücken etwas berieben, in Or.-Pp.-Schuber, Stehkante gelockert.
Die einzigartige Silberbibel von Upsala, der Codex Argenteus, gilt als der wertvollste Schatz der Universitätsbibliothek von Upsala. Der Codex wurde mit silber- und goldfarbener Tinte auf purpurfarbenes Pergament geschrieben und ist eines der wenigen umfangreichen überlieferten Zeugnisse in gotischer Sprache. Der vorliegende aufwändige Faksimiledruck erschien zum 450. Jubiläum der Universität. Jede Seite wird darin nach zwei Methoden (Ultraviolett- und Fluoreszenzmethode) reproduziert, in einer zweiten Serie werden diejenigen Seiten wiedergegeben, von denen sich nach den beiden Methoden unleserliche Fotografien ergaben.
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(closed)
Wirsing, Abbildungen der Marmor-Arten
Wirsing, A. L. Marmora et adfines aliquos lapides. Abbildungen der Marmor-Arten und einiger verwandten Steine nach der Natur auf das sorgfältigste mit Farben erleuchtet. Nürnberg 1775. Fol. (32,5:23,5 cm). Mit 417 gouachierten Darstellungen auf 73 (von 98) Kupfertaf. 84 (st. ?) S. Ldr. d. 19. Jh. mit Rsch., Rvg. und bildgepr. Deckelfileten; Gelenke u. Kanten berieben.
Graesse VI/2, 464 (ohne Koll.); Sinkankas 7281 (mit 54 Taf.); nicht bei Reichardt. - Sehr seltene erste Ausgabe. Eindrucksvoll illustrierte Arbeit des Nürnberger Kupferstechers und Verlegers (vgl. Thieme-B. XXXVI, 99). Mit lateinisch-deutschem Paralleltext. Auf jeder Tafel 2-9 Querschnittproben verschiedener Gesteinsarten, detailliert in leuchtenden Farben dargestellt. Erschien in Lieferungen, weswegen die nachweisbaren Exemplare nahezu alle unterschiedlichen Umfang haben. Das vorliegende Exemplar gehört zu den umfangreicheren. Die Tafeln (num. 1-73) zeigen die Gesteine aus Bayreuth (13), Würtemberg (12), Neresheim (5), Durlach (6), Salzburg (6), Schweiz (7), Baden (3), Tirol (2), Südfrankreich (6), Brabant (8) und Sachsen (5). Es erschienen wohl noch ein Teil über Italien mit 21 Tafeln sowie 4 Supplementtafeln, beides hier nicht vorliegend. - Text etwas stockfleckig und teilw. gebräunt, die Tafeln kaum betroffen. Exlibris Wilhelm K. Wilkens.
First edition. Extremely scarce work on various kinds of marble and other minerals. Present are 73 coloured plates, each depicting 2-9 different specimens in splendid colouring and the according text. Due to the editing in separate issues other copies appear with varying number of plates, mostly less than the present one. The most complete copies traceable have 98 plates. One of the most impressive publications on the subject. - Some staining and browning to text leaves, plates minor affected. 19th cent. full calf with titlepiece and gold tooling to spine and blind tooling to covers; some abrasions to joints and edges. 20th cent. Bookplate.
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(sold)
Volksarznei bei Epidemien und Seuchen
Minderer, Medicina militaris + Beibände
Minderer, R. Medicina militaris. Das ist: Gemeine Handstücklein zur Kriegs Artzney gehörig. Sumpt angehengtem räthlichen gutachten, die jetzt schwebende Sucht betreffendt. Marckt Embs (= Hohenems), B. Schnell d. Ä., 1640. 12mo (13:8 cm). 400 S., 15 (d.l.w.) Bll. - Angebunden: J. V. Maier. Consilium Febrifugum, Das ist, Räthliches Bedencken, was es mit dem anjetzo noch grassirenden Quartan-Fieber für ein Beschaffenheit. Schwäbisch Hall, J. Lentz, 1639. 8 Bll., 174 S., 1 Bl. - P. (Schade, pseud.:) Mosellanus. De Variarum linguarum cognitione paranda oratio ante annos CXVI. Lipsiae habita & edita. Curante P. Horst. Jena, Weidner für Reiffenberg, 1634. 12 Bll., 234 (recte 225) S., 1 Bl. Prgt. d. Zt. mit hs. Rtitel u. mit hs. späterem Rsch., etwas fleckig u. beschabt.
I. Nicht im VD 17; vgl. Garrison-M. 2145, Wellcome I, 6926 u. Waller 6560 (alle zur EA. 1620); Schelenz 513 f. (ungenau). - Seltener Druck aus Hohenems in Vorarlberg. "Gives a good idea of the position of military surgery during the Thirty Years' War" (GM). Enthält - in deutscher Sprache - vielfach auch Volksarzneien, "es scheint, als seien mitunter Handbüchlein wie R. Minderers oft gedruckte Medicina militaris entstanden, die 'unter die gemeine Leuth, bevorab aber unter die Soldaten zerstrewet unnd außgethailet' worden sind" (HAB, Pharmazie u. der gemeine Mann, S. 97). Dementsprechend selten. - II. VD 17 824:737667N. - Selten. Johann Valentin Maier (1595-1668) war Stadt-Medicus zu Craisheim. - Titel verso mit Japanpapier verstärkt. - III. VD 17 39:145128Y. - Von dem Jenaer Philosophen Philipp Horst (1584-1664) hrsg. berühmte Antrittsrede des Humanisten u. Theologen Petrus Schade (gen. Mosellanus,1493-1524) von 1519, darüber, dass man sich durch Sprachkenntnis Gott nähern könne. - Titel mit Stempelrasur. - Durchgängig gebräunt, stellenw. mit Anmerkungen u. Unterstreichungen von alter Hand, Vorsätze erneuert.
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Pfeiffer, Conchologica. 11 Bde.
Muscheln. - Pfeiffer, L., W. Dunker u. a. Novitates Conchologicae. Series prima (secunda). Mollusca extramarina (Mollusca marina). Beschreibung und Abbildung neuer oder kritischer Land- und Süsswasser-Mollusken (neuer oder wenig gekannter Meeres-Conchylien). 6 Bde. u. 7 Supplement-Bde. in zus. 11 Bdn. Kassel, Fischer, 1854-82. 4to (30:22 cm). Mit 489 (465 kol.) lith. Tafeln. Neue Lwd. mit Rtitel.
Nissen, ZBI 4724 u. 1207. - Sehr seltene komplette Reihe. Enthält als Supplement 7 den seltenen Index molluscorum maris Japonici von W. Dunker, ersch. 1882. - Gebräunt, stellenw. stockfleckig, 1 Bd. (Meeres-Conchylien) mit Wasserrand, Titel mit Namensstempeln oder Namenseinträgen, tls. mit Deakzessionsstempeln,14 unkol. Taf. in Bd. 5 mit beigeb. Farbkopien ergänzt; Suppl. 3 mit beigeb. Lieferungsumschlägen.
Very rare complete copy of the series. With 489 (465 kol.) lith. plates. Includes the rare Index molluscorum maris Japonici, a monograph supplement by Dunker published in 1882. - Browning throughout, foxing in places, waterstaining to vol. Mollusca Marina, senveral owner's entries by stamp or hand or deaccession stamp to titles, 14 colour copies bound in addition to uncoloured plates in vol. 5, orig. wrappers bound to supplement vol. 3. Bound in recent cloth, gilt title to spine.
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(sold)
Wießner, 3 Skizzenbücher
Wießner, Conrad. (1796 Nürnberg - 1865 Wallhalben). Drei Skizzenbücher mit ca. 120 Zeichnungen in verschiedenen Techniken (Bleistift, Feder, Tusche). 1811-1862. Qu.-fol., Qu.-4to u. Fol. Ldr. (2) u. Pp. (1) d. Zt., alle berieben.
Drei Skizzenbücher des Nürnberger Malers, Zeichners, Stechers und Lithographen Wießner. W. studierte in Nürnberg an der Kunstschule, danach an der Königlichen Akademie der Künste in München. Er unternahm Studienreisen nach Wien, Steiermark, Tirol und in die Schweiz. 1818 war er Mitbegründer des Albrecht-Dürer-Vereins in Nürnberg, 1822 wurde er Mitglied des Vereins von Künstlern und Kunstfreunden in Nürnberg. 1843 ging er nach Oberstein, wo er Mitbegründer einer Gewerbeschule wurde. Danach unterrichtete er in der Höheren Lehranstalt in Birkenfeld. W. beschäftigte sich hauptsächlich mit der Landschaftsmalerei. Seine Bilder dienten als Vorlagen für Lithographien und Stahlstiche, die er mit seinem Sohn Friedrich Wilhelm Paul Wießner ausführte und in eigenem Verlag herausgab. Die vorliegenden Zeichnungen liegen in verschiedenen Ausführungen vor, teilw. sehr skizzenhaft und teilw. detailliert. Zahlreiche bezeichnet, einige signiert und datiert, einige sind direkt in das Buch gezeichnet, andere auf verschiedenen Papieren und einmontiert. Der erste Band enthält 65 Zeichnungen, meist von Landschaften und Orten aus Oberfranken und der Fränkischen Schweiz, vielfach Jugendarbeiten Wießners, datiert zwsichen 1811 und 1814, einige nach Stichen anderer Künstler. Der zweite Band, etwas kleiner im Format, enthält ca. 30 Zeichnugen. Neben wenigen Ansichten (u.a. eine Ansicht von Landshut) mehrere Detailstudien, Soldaten u.a. Der dritte Band enthält ca. 24 Zeichnungen (mehrere lose) aus der Gegend um Oberstein und Birkenfeld. - Teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig u. angestaubt. Vereinzelte Randläsuren. Beiliegen wenige hs. Blätter des 20. Jh. mit genealogischen Informationen. Innendeckel jeweils mit kleinem Namensstempel (Dr. Wiessner, wohl der Enkel von Conrad W.).
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(sold)
Apollonius Pergaeus, Conicorum libri (I-VII)
Apollonius Pergaeus. Conicorum libri quattuor. Una cum Pappi Alexandrini lemmatibus, et commentariis Eutocii Ascalonitae. Sereni Antinensis libri duo nunc primum in lucem editi. Quae omnia nuper Fredericus Commandinus mendis quamplurimis expurgata è Graeco convertit, & commentariis illustravit. 2 Tle. in 1 Bd. Bologna, A. Benacci, 1566. Fol. (30:22 cm). Mit zahlr. Textholzschnitten. 4 nn., 114 num.; 2 nn., 36 num. Bll. - Angebunden: Ders. Conicorum lib. V. VI. VII. paraphraste Abalphato Asphahanensi nunc primum editi. Additus in calce Archimedis assumptorum liber, ex codicibus arabicis m.ss. Abrahamus Ecchelensis Latinos reddidit. A. Borellus curam in geometricis versioni contulit, & notas adiecit. Florenz, J. Cocchini, 1661. Fol. Mit zahlr. Textholzschnitten. 18 Bll., 415 S. (S. 375/76 weiß). Ldr. d. 17. Jh. mit Rsch. u. Rvg., berieben, vorderes Außengelenk angeplatzt, Rücken oben u. unten lädiert.
I. IA 106.498; Adams A 1310; Riccardi I/1, 361 (Commandino); Horblit 4; Dibner 101; Norman 57; DSB I, 191 sowie III, 364 (Commandino). - Das Hauptwerk des Apollonios' von Perge über Kegelschnitte. Erste Ausgabe der Übersetzung von Commandino, selten. "Apollonius of Perga's treatise on conic section represents the culmination of classical Greek geometry ... His 'Conics' became the canonical textbook on the subject, eclipsing all of its predecessors" (Norman). "The 'Conics' were important, but at least as fruitful were Pappus' reports on the lost works, available in the excellent Latin translation by Commandino" (DSB). Das beigedruckte Werk von Serenus von Antinoupolis über Kegelschnitte mit eigenem Titelblatt (Libri duo. Unus de sectione cylindri, alter de sectione coni). - II. Riccardi I/1, 158 (Borelli); Norman 58; DSB I, 191 sowie II, 308f. (Borelli). - Erste Ausgabe der Bücher 5-7, die als verloren galten, bis Borelli eine arabische Handschrift von Abu 'l-Fath al-Isfahani, die auf einer Übersetzung von Thabit ibn Qurra beruht, in der Bibliotheca Medici wiederauffand und neu herausgab. Ein achtes Buch blieb verschollen. Borellis Ausgabe enthält zudem die erste Ausgabe des Archimedes zugeschriebenen "Buch der Lemmata" (Assumptorum liber), ebenfalls nach einer arabischen Übersetzung von Thabit ibn Qurra. Mit den Korrekturstreifen auf S. 312 und 352. - Insgesamt stellenw. etwas fleckig, auch leicht sporenfleckig, (II) gegen Ende etwas wasserrandig.
I. First edition of Commandino's eminent translation (1566), with numerous woodcut diagrams in text. Includes Eutocius' commentary, Pappus' notes on Appolonius' lost works, Serenus' 'Section of a Cylinder' and 'Section of a Cone', and Commandino's own commentary. - Bound with: II. First edition of the books V-VII of the Conic Section (1661), till then supposed to have been lost. They contain Apollonius' important discoveries, which earned him a place next to Euclid and Archimedes. With the little correction slips pasted over 1 line of text on pp. 312 and 352. - Overall some staining in places, slight mildew traces here and there, some waterstaining at end of (II). 17th century calf gilt, rubbed, spine damaged.
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(sold)
Pappus Alexandrinus, Collectiones
Pappus Alexandrinus. Mathematicae collectiones. A Federico Commandino in Latinum conversae, et commentariis illustratae. Pesaro, G. Concordia, 1588. Fol. (30:22 cm). Mit zahlr. schematischen Textholzschnitten. 4 nn. (l.w.), 334 (recte 332) num. Bll. Spät. Prgt., berieben, Rücken stockfleckig.
EDIT 16, CNCE 58382; Adams P 223; Riccardi I/1, 364 (unter Commandino; irrig 1558); Macclesfield 1587; Schweiger I, 222 (1589); DSB X, 303 sowie III, 364 (Commandino); vgl. Cantor I, 441ff. - Erste Ausgabe der erhaltenen Bücher III-VIII der "Synagogai"; derselbe Druck erschien auch mit dem Verlagsvermerk von F. de Franceschi und auch mit Erscheiningsjahr 1589. Teile des griechischen Originals der "Synagogai" wurden ab 1655 veröffentlicht, ein Fragment von Buch II wurde erst später gefunden und 1688 veröffentlicht. Pappus von Alexandrien (3./4. Jh. n. Chr.) gehört zu den bedeutendsten Mathematikern der Spätantike. In den "Sammlungen" behandelt er die verschiedensten Probleme der bis dahin entwickelten mathematischen Disziplinen, von Cantor detailliert beschrieben. Federico Commandino (1509-1575) machte sich um die Herausgabe antiker mathematischer Werke sehr verdient; seine Übersetzung des Pappus' wurde posthum von seinem Schüler Guidobaldo del Monte herausgegeben. "In the sixteenth century, Western mathematicas emerged swiftly from a millennial decline. This rapid ascent was assisted by Appollonius, Archimedes, Aristarchus, Euclid, Eutocius, Hero, Pappus, Ptolemy, and Serenus - as published by Commandino" (DSB). - Stellenw. stockfleckig. Exlibris "Ex libris Liechtensteinianis".
First edition, containing books 3-8 of Pappus's text, in Commandino's Latin translation. The Greek text was not published in full until the nineteenth century. - Foxing in places. Later vellum, rubbed, foxing to spine.
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Herbarius. Tractatus de virtutibus. 1509
Herbarius latinus. Tractatus de virtutibus herbarum. Venedig, J. & B. Rubeus (Rosso), 15. März 1509. Kl.-4to (21:15,5 cm). Mit 150 Pflanzenholzschnitten. 4 nn., 150 röm. num., 17 nn. Bll. (o.d.l.w.). Hprgt. um 1900 mit goldgepr. Rtitel auf Rsch.
EDIT 16, CNCE 22559; Adams H 298; Nissen, BBI 2310; Essling 1192; Sander 615; Mortimer 228 Anm. (Ausg. 1520). - Etwa vierte in Italien gedruckte Ausgabe, noch ganz im Inkunabelstil. Textlich ein Nachdruck des Schöfferschen Herbarius. Wird teilw. irrtümlich auch Arnaldus de Villanova zugeschrieben. "One such error led to the persistent belief that it was the work of Arnaldus des Villanova. His only connection with the Herbarius was the use of his name" (Anderson S. 84). Der traditionsbildende und als pharmazeutisches Handbuch lange hochgeschätzte Herbarius wurde noch bis 1565 gedruckt. Die schönen, etwa halbseitigen Pflanzenholzschnitte wurden aus den Ausgaben 1491 (Vicenza) u. 1499 (Venedig) übernommen. "The fifteenth-century editions are the prototype for the 'Gart der Gesundheit' and the 'Hortus sanitatis'" (Mortimer). - Etwas gebräunt, Titel mit hs. Besitzvermerken sowie verso mit italienischen Anmerkungen von alter Hand, anfangs etwas fingerfleckig sowie mit schwachem Wasserrand an oberer Außenecke, 1 gest. Wappen-Exlibris u. 1 weiteres auf Innendeckel.
Scarce Herbal edition with 150 woodcuts of plants with descriptive text, printed from the blocks of the Vicenza (1491) and Venice (1499) editions. - Slight browning, some fingerstaining, waterstaining at top of ouiter white corner in places, old owner's inscription to title recto and old italian annotations verso. 2 (1 engr. armorial) bookplates to inner cover. Bound in recent half-vellum.
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Mayer, Pomona Franconica. 2 Bde.
Mayer, J. Pomona Franconica oder natürliche Abbildung und Beschreibung der besten und vorzüglichsten Europäischen Gattungen der Obstbäume und Früchte welche in dem Hochfürstlichen Hofgarten zu Würzburg gezogen werden. Nebst den hauptsächlichsten Anmerkungen über deren Erziehung, Pfropfung und Pflege. Bd. 1 u. 2 (von 3) in 2 Bdn. Nürnberg, A. W. Winterschmidt, 1776-1779. 4to (26:21,5 cm). Mit gest. Front., gefalt. gest. Plan, 110 (99 altkol.) Kupfertaf. u. 10 gest. Vign. CIV, 152 S.; 2 Bll., 364 S. Hldr. d. Zt. mit farb. Rückenschildern u. etwas Rückenvergoldung, teilw. berieben, etwas fleckig, Ecken teilw. restauriert. Bd. 1 Rücken am Kopf u. Bd. 2 Rücken am Fuß restauriert.
Nissen, BBI 1318; Stafleu-C. 5748; Dunthorne 202; de Belder 235. - Einzige Ausgabe, ohne den erst 1801 erschienenen Bd. 3. Eines der schönsten pomologischen Werke des 18. Jahrhunderts. Die beiden vorliegenden Bände enthalten Aprikosen (8), Mandeln (8), Pflaumen (17), Kirschen (31), Pfirsiche (26) und Mispeln/Azerolen (9). Gezeigt werden in naturgetreuem Kolorit jeweils mehrere Blüten- und Fruchtzweige sowie die Frucht selbst ganz und aufgeschnitten. Ferner mit Gesamtplan des Gartens, 10 Detailansichten auf den Vignetten u. 11 nicht kolorierte Tafeln zur Pfropf- und Spaliertechnik. - Vereinzelt gering gebräunt.
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Altkoloriert
Burgsdorf, Versuch. 3 Bde.
Burgsdorf, F. A. L. v. Versuch einer vollständigen Geschichte vorzüglicher Holzarten. 2 Tle. in 3 Bdn. Berlin, Pauli, 1783-1800. 4to (24,5:20 cm). Mit 1 gest. Front., 2 gest. Titelvign., 2 gest. Widmungsbll., 44 gefalt. Kupfertafeln, davon 27 altkoloriert, u. 4 (3 gefalt.) Tabellen. XVIII (inkl. Widmungsblatt), 492 S., 1 Bl.; XXII (inkl. Widmungsblatt), 234 S., 1 Bl., 344 S. Ldr. d. Zt. mit Rückenvergoldung; teilw. berieben, Bd. 1 stärker u. mit Wurmspuren im unteren Vorderdeckel. Bd. 3 in der Vergoldung leicht abweichend.
Nissen, BBI 301; Stafleu-C. 925; Mantel I, 225. - Erste Ausgabe, "geradezu epochemachend... eine Monographie deutscher Waldbäume zu übernehmen, Arbeitsteilung im Gebiete der Wissenschaft anzubahnen, war zu Ende des Jh. ein genialer Gedanke" (ADB III, 614). Behandelt Buche (1) u. Eiche (2), mit instruktiven botanischen u. ökonomischen Kupfertafeln nach Zeichnungen des Verfassers. Die Tafeln mit Blättern, Blüten, Früchten, Schnitten und Insekten sind teilw. auf stärkerem Papier und liegen in schönem und kräftigem Altkolorit vor. - Text gebräunt u. teilw. stockfleckig, Tafeln kaum betroffen. Vor den Tafeln in Bd. 1 sind 3 kol. Kupfertafeln (Falter) u. 2 Erläuterungsblätter aus einem anderen Werk eingebunden.
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Sammlung von Einzelblättern / 15 Bll.
Sammlung von 11 Einzelblättern und Fragmenten aus 8 verschiedenen lateinischen Handschriften auf Pergament des 13.-15. Jahrhunderts. Ca. 14,5:9 cm bis 34,5:20 cm.
Durchweg Einbandfunde in entsprechendem Zustand: fleckig, gebräunt, die Versoseite nicht lesbar oder sehr fragmentarisch; außerdem tlw. mit Notiz in Kugelschreiber. - Dazu: 2 Fragmente (ca. 15:15 cm) aus einer hebräischen Handschrift (enthält Bruchstücke aus Mose 4, 20) sowie ein Fragment (ca. 27:11 cm) aus einer syrischen Handschrift, alles auf Pergament u. in ähnlichem Zustand; außerdem 1 Bl. Palmblatthandschrift (8:35 cm), gebräunt. - Zusammen 15 Bll. oRR./Waf.
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Biblia germanica. Dietenberger 1534
Biblia germanica. - Biblia, beider Allt unnd Newen Testmenten, fleissig, treülich un(d) Christlich... Durch D. Johan Dietenberger, new verdeutscht. Mainz, (P. Jordan für P. Quentel in Köln), 1534. Fol. (36:26 cm). Mit 1 Holzschnitt-Titelbordüre, 2 vierteiligen Holzschnitt-Einfassungen u. mehr als 100 Textholzschnitten von Hans Sebald Beham, Anton Woensam u.a., sowie zahlr. figürl. Initialen. 4 nn., 578 num., 3 (st. 4) nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln, stark berieben u. beschabt, Ränder abgestoßen, Innengelenke eingerissen, Schließen entfernt.
VD 16, B 2693; Bibelslg. Württ LB, E 273; Wedewer, Dietenberger 470-472; Pauli, Beham 277-358 u. S. 483. - Erste Ausgabe der Dietenberger-Bibel. Die erste katholische Vollbibel in deutscher Sprache, noch im selben Jahr erschienen, in dem auch Martin Luther seine Übersetzung des Alten und Neuen Testaments vollendet hatte. Die auch in vielen anderen Ausgaben benutzte Bilderfolge Behams zum Alten Testament liegt hier in einer ihrer ersten Verwendungen vor, zwei Holzschnitte zu Simson und Delila sind nur in dieser Ausgabe enthalten; die Woensam-Illustrationen wurden aus der 1529 in Worms bei Peter Schöffer gedruckten Bibel übernommen (vgl. Merlo, Woensam 140, 27). Die Dietenberger-Bibel blieb bis ins späte 18. Jahrhundert die verbreitetste katholische Bibelübersetzung in deutscher Sprache. - Etwas gebräunt, teilw. stock- u. fingerfleckig, wenige Wurmspuren, vereinzelte Randeinrisse. Erste u. letzte Blätter mit Randläsuren u. teilw. lose, wenige Holzschnitte naiv angemalt, der Holzschnitt auf Blatt 51r ausgeschnitten, verso Textverlust, Blatt 490 mit gr. Ausriss im Text. Titel im linken Rand verstärkt mit Bildverlust in der Bordüre, klösterlicher Besitzstempel. Es fehlt das letzte Blatt mit dem Kolophon. oRR/Waf.
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Zinc Mines in Belgium and Germany
Maugendre, Société anonyme des Mines
Maugendre, A. Société anonyme des Mines et Fonderies de Zinc de la Vieille Montagne. Album des Usines et Etablissements de la Société. Paris, A. Bry, 1855. Qu.-gr.-fol. (38,5:51 cm). Mit farb. lith. Titel, 41 (statt 44?) farb. lith. tls. beikol. Tafeln u. 1 (statt 2?) farb. lith. u. grenzkol. Karte. Neuerer Ldr. mit Rvg.
Sehr seltene Serie mit Außen- u. Innenansichten belgischer und deutscher Zinkbergwerke, Gießereien und Fabriken in Angleur (4), Liège, Moresnet (2), Valentin Cocq und Welkenraedt sowie Bensberg, Borbeck, Mayen, Mülheim, Uckerath, Wiesloch u.a. nach Zeichnungen von Adolphe Maugendre (1809-1895). Die „Société Anonyme des Mines et Fonderies de Zinc de la Vieille-Montagne“ ist die älteste Vorfahrin des heutigen Umicore-Konzerns. Zu Maugendre vgl. Benezit VII, 273: "Les albums de Maugendre sont rares et recherchés". - Ränder etwas gebräunt u. gering angestaubt.
Rare impressive series of lithographed views showing the zinc mines, foundries and factories in Belgium and Germany owned by the "Société Anonyme de Mines et Fonderies de Zinc de la Vieille Montagne", the oldest ancestor of today's Umicore Group. With col. lith. title, 41 (of 44?) col. lith. plates and 1 (of 2?) lith. maps col. in outline. - Some marginal browning and dusting. Bound in recent leather, spine gilt.
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Aus der Bibliothek von König Johann von Sachsen
Tilesius, Naturhistorische Abh. Petrefactenkunde
Tilesius, A. (d. i. W. G. Tilesius v. Tilenau). Naturhistorische Abhandlungen und Erläuterungen besonders die Petrefactenkunde betreffend. Kassel, Krieger & Co., 1826. Fol. (32:22 cm). Mit 8 altkol. lith. gefalt. Tafeln. XIV, 154 S. Roter künstlich genarbter Maroquinband mit grünem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, floralen Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvergoldung und Goldschnitt; gering berieben, Rücken leicht aufgehellt, obere Außenecke des Vorderdeckels mit Spuren einer Stauchung, Rückdeckel mit kl. Kratzer.
Nissen ZBI 4140 (dat. 1827). - Erste und einzige Ausgabe. Selten im Handel. Beschreibt fossile Funde von Invertebraten, darunter Muscheln, Schnecken, Schwämme und Trilobiten. Wilhelm Gottlieb Tilesius v. Tilenau (1769-1857) war Kaiserlicher Hofrat in St. Petersburg und nahm als Arzt und Naturforscher an der Weltumsegelung Krusensterns teil. Sehr schönes und breitrandiges Exemplar auf kräftigem Schreibpapier gedruckt und in prachtvollem Einband. Titel recto mit gekröntem Stempel von König Johann von Sachsen (1801-1873; Lugt 1405) und verso mit Deakzessionsstempel und Standortnummer. - Nahezu fleckenfrei, die Tafeln teilweise ganz gering gebräunt, lediglich Taf. 1 leicht stockfleckig.
First and only edition. With 8 folding lith. plates with contemp. colouring. Fine copy on large paper from the library of King Johann of Saxony. Bound in contemp. red morocco with green label on spine, richly gilt spine, gilt floral fillets, board edges and turn-ins and gilt edges; minor traces of wear to edges and corners, spine little sunned, small scratch to rear cover, traces of bumping to upper outer corner of front cover.
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Berengario, Isagoge
Berengario da Carpi, J. Isagoge breves, perlucide ac uberime, in anatomiam humani corporis. Bologna, B. Faelli, 1522. (20,5:15 cm). Mit Holzschn.-Titelbordüre, Druckermarke u. 19 (statt 21) Textholzschnitten. 71 (statt 72) num. Bll. Flex. Prgt. aus altem Material.
EDIT 16, CNCE 5421; Garrison-M. 368; Wellcome I, 782; Norman 188; Choulant-Fr. 139; vgl. Durling 534 (Ausgabe 1523). - Erste Ausgabe, selten. "Berengario became the founder of a new epoch in anatomy ... He was the pioneer of independent research in the anatomy of seperate parts of the body" (Choulant-Fr. 137). "A condensed version of Berenagrio's Commentaria, prepared as a manual for his students and as a replacement for his 1514 edition of Mondino's Anathomia. It has the same arrangement of contents as the Commentaria, uses many of the same woodcuts, and includes some additional anatomical observations" (Norman). Die Darstellung von Hand- und Fußknochen auf Bl. 71 wie von Choulant als zwei Holzschnitte gezählt. - Etwas fleckig, Bl. 7 stärker fleckig u. mit Dünnstellen u. Löchlein; wenige alte Marginalien, Holzschnitt Bl. 25 mit alten Anmerkungen im Bild. Fehlt Bl. 6 mit 2 Holzschnitten (in gutem Faksimile ergänzt).
First edition, scarce. With 19 (of 21) anatomical woodcuts. - Some staining throughout; heavy staining and paper flaws to leaf 7. Lacking leaf 6 with two woodcuts (replaced in facsimile). Recent limp vellum from old material.
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Bakhuizen, Stroom en zeegezichten. 12 Bll.
Bakhuizen, Ludolf. d'Y Stroom, en zeegezichten. Amsterdam, 1701 [= ca. 1751]. Qu.-Fol. (34,5:43,5 cm). Gest. Titel, 1 Schabkunst-Porträt und 10 Or.-Radierungen von L. Bakhuizen. Lose in mod. Hlwd.-Mappe.
Hollstein I, S. 54ff, 1-10, III. - Seltene und prachtvolle Folge im dritten Zustand (von 3). Vollständiges und unbeschnittenes Exemplar. Das Papier in ganzen Bögen (Blattgröße ca. 32,5:41,5 cm) mit Schöpfrand und Wasserzeichen: gekröntes Wappen von Amsterdam mit 2 Löwen "V ROCQIVIER 1751". L. Bakhuizen (auch: Backhuysen, Backhuisen, 1630-1708), war einer der bedeutendsten Marinemaler des niederländischen "Goldenen Zeitalters". "In seiner Zeit und noch das ganze 18. Jahrh. hindurch wird er neben Willem van de Velde als der größte Marinemaler bewundert" (Thieme-B. II, 325). Einzige umfangreichere druckgraphische Arbeit Bakhuizens die er im Alter von 70 oder 71 Jahren anfertigte. Das Porträt, wohl von Jacob Gole nach einem Selbstporträt des Künstlers, bezeichet ihn als "out 71 jaar". Die bewegten Szenen mit zahlreichen Schiffen teilweise mit einer Stadansicht am Horizont, darunter Amsterdam, Emden u. Rotterdam sowie meist mit Personenstaffage im Vordergrund. Die Folge existiert in 3 Zuständen: I. unvollendet, vor dem Namen; II. vollendet mit Name und Nummerierung "nur wenige Abzüge" (Hollst. nach Weigel); III. die Nummerierung auspoliert (wie hier vorliegend). - Etwas gebräunt, Titel und 1 Taf. etwas stärker; gering braun- oder stockfleckig, 1 Taf. etwas stärker; 2 Bll. mit schwachem Wasserfleck im äußeren linken Rand, dort auch durchgehend mit 2 alten Heftlöchern.
Remarkable marine series in 3rd state with engr. title, portrait and 10 impressive engravings depicting a great variety of ships in various situations, calm or rough sea, wrecking etc. Some with fine views of cities on the horizon. Paper with watermark dated 1751. - Minor browning, somewhat heavier to title and 1 plate; little foxing, heavier to 1 plate; faint watermark to 2 leaves at outer edge of left margin, there throughout 2 tiny holes from former stiching. Loose in recent half cloth map.
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(sold)
Galiberto, Eröffnete Reit-schul
Galiberti, G. B. Neugebahnter Tummel-platz und eröffnete Reit-schul. Sambt beygefügter Gestütt-Ordnung, und gründlicher Einzäumung, wie auch der Pferde Cur, und Artzney. Durch M. Drummer ins Teutsch übersetzt. Wien, M. Rieger, 1660. Fol. (30,5:20 cm). Mit gest. Titel u. 56 (30 ganzseitig, 1 doppelblattgr.) Textkupfern. 4 Bll., 180 S. Ldr. d. Zt mit goldgeprägter Bordüre auf beiden Deckeln, Wappensupralibros auf dem Vorder-, Ziervignette auf dem Rückdeckel und Goldschnitt; etwas berieben, Vergoldung meist abgerieben, Ecken bestoßen, wenige kleine Wurmspuren.
VD 17 15:737234Y; Nissen, ZBI 1471; Lipperheide Tc 27. - Seltene erste deutsche Ausgabe, die italienische Originalausgabe war 1650 ebenfalls in Wien erschienen. Reich illustrierte Reitschule mit dem klassischen Abbildungskanon: Reiter, Reitschulfiguren, Zaumzeuge u. ä., Krankheiten der Pferde. - Etwas fingerfleckig, S. 19-22 mit Feuchtigkeitsspur im oberen Rand. Gest. Titel u. 1 Blatt mit gelöschtem Stempel im Rand.
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Luther, Werke. 9 Bde.
Luther, M. Der Erste (- Achte und letzte) Teil aller Bücher und Schrifften & Index oder Register über die Acht deudsche Tomos von T. Kirchner. Zum Vierdten (Bd. 2: fünfften) mal gedruckt. 9 Teile in 9 Bdn. Jena, Thomas Rebart Erben (Bd. 1-2 u. 5-8) bzw. Donatus Richtzenhan (Bd. 3-4 u. Index), 1573-80. Fol. (ca. 33:22 cm bzw. Index-Bd. 31,5:21,5 cm). Mit 8 (wiederh.) Titelholzschnitten u. 11 (statt 12; 5 wiederh. halbseit. und 2 wiederh. blattgr.) Textholzschnitten. Bd. 1-8: Uniform gebunden von H. V. M. in blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Messingschließen u. Rückentitel in Tinte; stellenweise fleckig und beschabt, Ecken u. Kanten bestoßen, einige Bezugsfehler bzw. -fehlstellen, Bde. 4, 5 u. 7 teilw. wurmstichig; von Bd. 4 u. 5 je 1 Schließe fehlend. Vorsätze jeweils mit Ausschnitt. Index-Bd.: Grün gefärbter Prgt. d. Zt., berieben, fleckig, angestaubt und stärker lädiert, die Bindebänder fehlend bzw. nur fragmentarisch vorhanden; vorderer Vorsatz mit Randläsuren bzw. lose, der hintere moderfleckig.
VD 16, L 3385, 3394, 3382, 3384, 3386, 3387, 3390, 3389 u. 3456; Aland S. 570 ff.; zum Einband: Haebler I, 458f. 1 u. I. - 4. Auflage der Jenaer Gesamtausgabe, die von Amsdorf, Aurifaber, Rörer, Stoltz u. a. ediert wurde; Bd. 2 in 5. Auflage (1585). Mit dem seltenen 1583 erschienene Registerband. Der Titelholzschnitt (in 3 Varianten, davon 2 mit figürlicher Umrahmung) zeigt Luther und Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen neben dem Kruzifix kniend; die blattgroßen Holzschnitte mit Brustbildern der drei sächsischen Herzöge mit ihren Wappen, die halbseitigen zeigen oben die Herzöge und ein Wappen, darunter das Sinngedicht "Des Luthers Bücher gros und klein / Las dir mit vleiß befohlen sein / Darin recht offenbaret ist / Der Bapst, der rechte Endechrist...". Die übrigen Holzschnitte zeigen Papstesel (wiederh.), Mönchskalb und Weltkarte ("Daniel's Dream-Map", vgl. Shirley 65A). - Stellenweise stark gebräunt und meist etwas fleckig bzw. stockfleckig, der Index-Bd. wasserrandig. Wenige Ecken fehlend; Bde. 2, 4 u. 7 mit Wurmspuren, dadurch teilw. etwas Buchstabenverlust; im Index-Band die untere Außenecke mit Fraßspuren. Meist mit Unterstreichungen in Tinte oder Buntstift. Fehlt das nn. Bl. 2 in Bd. 6 (mit halbseit. Textholzschnitt).
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(sold)
Anamorphosen, um 1760. 6 Bll. + Spiegel
Optisches Spielzeug. - Anamorphosen. - Folge von 6 kol. Zylinderanamorphosen in Kupferstich. (England, um 1760). (ca. 20,5:29 bis ca. 23,5:30 cm). Auf Holzplatten (wohl alt) aufgezogen. Mod. zylindrischer Spiegel.
von Dewitz-Nekes, S. 73 (mit Abb.). - Seltene Folge von verzerrten Bildern die sich durch das Betrachten mit einem zylindrischen Spiegel betrachten lassen. Dargestellt sind: 1. Büste eines Mannes mit Dreispitz und Buch (häufig als Porträt von William Hogarth bezeichnet) - 2. Büste eines glatzköpfigen Mannes in Uniformjacke - 3. Pfau ein Rad schlagend - 4. liegender Ziegenbock - 5. stehender Windhund den Kopf gewendet - 6. junger Mann mit großer Feder am Hut und Flöte in den Händen. An Wasserzeichen sind zu erkennen: gekröntes Wappen (Straßburg?) und "I VILLEDARY", das ist Jean Villedary in Angoulême, der auch den englischen Markt mit Papieren belieferte (vgl. Churchill 411). Die Hintergründe der Motive dunkel getönt und die Blattränder hell abgesetzt. Zwei der Holzplatten noch mit Metallösen zum Aufhängen (?), die übrigen Platten mit erkennbaren Resten ehemals vorhandener Ösen. - Berieben, die Hintergründe teilw. etwas verkratzt und nachgefärbt, die Darstellung Ziegenbock mit restaurierten Wurmspuren im Bild und unrestaur. Wurmspuren im Rand. Die Holzplatten etwas durchgebogen und verso modern mit dünnem Filz bezogen.
Scarce series of 6 engraved anamorphoses of the mid 18th century with contemp. colouring. Comprising: - man in a black three-corner hat, holding a book - bust of a bald man - peacock - recumbent goat - greyhound - young man holding a flute. Laid on wooden boards. Recent cylindrical mirror included. - Somewhat rubbed, some scratches, mainly to the dark toned background, sometimes recoloured. Little worming to the recumbent goat, restored when affecting the image. The wooden boards slightly bent.
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Visscher, Theatrum florae
Visscher, N. (Theatrum florae). Folge von 8 Kupfertafeln. Amsterdam (?) um 1650. Fol. (33,5:22 cm). Ungebunden. In schlichter Hlwd.-Kassette.
Vgl. Bridson-White C59 (etwas abweichend, Amsterdam, bei de Wit). - Seltene Folge mit dekorativen Blumenarrangements. Die Tafeln 1-8 nummeriert, die erste bezeichnet "Ex Formis Nicolai Vißscher cum Privileg.". nach B.-W. erschien noch eine zweite Folge. - Etwas gebräunt, Ränder teilw. angestaubt, etwas fingerfleckig u. knittrig. Im oberen Rand fadengeheftet.
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Mit Reisebeschreibung von Struys
Pinter, Neuer Pferd-Schatz
Pinter von der Au, J. C. Neuer, vollkommener, verbesserter und ergänzter Pferd-Schatz. Frankfurt, J. P. Andreae für G. H. Oehrling, 1688. Fol. (32:21 cm). Mit Kupfertitel u. 25 (16 doppelblattgr., 2 gefaltet) Kupfertafeln. 1 Bl., 456 S., 4 Bll. - Angebunden: J. J. Struys (Strauß). Sehr schwere, wiederwertige, und denckwürdige Reysen, durch Italien, Griechenland, Lifland, Moscau, Tartarey, Meden, Persien, Türckey, Ost-Indien, Japan und unterschiedliche andere Länder. Angefangen Anno 1647. und vollbracht 1673. Aus dem Holländ. übersetzt von A. M(üller). Amsterdam, J. van Meurs u. J. van Sommeren, 1678. Fol. Mit Kupfertitel, 1 doppelblattgr. u. eingefalt. Kupferkarte und 19 doppelblattgr. Kupfertafeln. 3 (statt 4) Bll., 223 S., 4 Bll. Prgt. d. Zt., etwas angestaubt.
I. VD 17 3:311219G; Nissen, ZBI 3185; vgl. Lipperheide Tc 29 (EA. 1664). - Zweite Ausgabe des seltenen Pferdebuches. Behandelt Zucht u. Pflege, Rassen, Verwendung, Reitausbildung u. Dressur sowie auf 78 S. die "Artzney-Mittel". - Gebräunt, teilw. stock- u. etwas fingerfleckig, wenige kl. Feuchtigkeitsränder. Falttafeln im Rand teilw. geknittert, wenige kl. Falzeinrisse.
II. VD 17 39:131777L; Tiele 1061; Cordier BJ 388; Cat. Russica S 3000; Adelung II, 344, Nr. 107; Griep-Luber 1363; Lipperheide Ci 43; vgl. Miansarow 332. - Erste deutsche Ausgabe, enthält die Kupfer der holländischen Originalausgabe von 1676. Struys, ein Segelmacher, "schildert hier seine Erlebnisse auf Reisen nach Westafrika, Madagaskar, Sumatra, Siam, Formosa und Japan, Italien, dem östlichen Mittelmeer sowie nach Rußland und Persien. Die Reise über Riga und Nowgorod nach Moskau und weiter über die Wolga und das Kaspische Meer nach Persien und durch das persische Landesinnere wird am ausführlichsten beschrieben" (Griep-Luber). "Interessant ist sein Zug auf der Wolga mit Stenka Rasin" (Adelung). Mit Anhängen über die Belagerung Astrachans und Butlers Bericht über seine Persienreise. Die Tafeln u.a. mit Ansichten von Astrachan, Delos, Isfahan, Patmos, Tenedos u.a. Die Karte zeigt das Kaspische Meer. - Vereinzelt gebräunt u. etwas fleckig. Ohne das häufig fehlende Blatt mit dem Druckprivileg (vgl. VD 17).
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(closed)
Collaert, Wierix u.a. Sammelband mit 123 Graphiken
Collaert, A. (u. a.). Sammelband mit 123 Kupferstichen von Adrian Collaert (98), Antonius Wierix II (5), Theodore Galle (7) u. a. in 7 vollständigen Folgen und 14 einzelnen Blättern. Antwerpen um 1600. Verschiedene 8vo- u. Kl.-8vo-Formate. Mit Papierfalzen auf starkes Papier montiert. 4to (31,5:26 cm).Gebunden in dunkelgrünem Maroquin-Band um 1890 mit Rücken-, Deckel- und Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt; gering berieben, vorderes Gelenk u. Kapitale sorgfältig restauriert.
Überwiegend sehr seltene Folgen mit meist religiösen Themen. Enthält 5 Folgen von Collaert:
1. Virginis Mariae vita. Antwerpen, A. Collaert (ca. 1600). Ca. 12,7:8 cm. Gest. Titel und 19 num. Kupfertafeln. - New Hollstein, Collaert 528-547. - Sehr selten. New Hollstein gibt nur 1 Standort an (Wien). Titel mit Widmung an den Erzbischof von Braga, Ferdinando Ximenez. Die Szenen aus dem Marienleben (Plattengr. 8,7:6,7 cm) umgeben von Darstellungen von zahlr. verschiedenen Blumen und Tieren.
2. Vita Jesu salvatoris, varijs iconibus. (Antwerpen), A. Collaert, (ca. 1600). Ca. 12,8:8,5 cm. Gest. Titel und 35 num. Kupfertaf. - New Hollstein, Collaert 106-141 (nennt 5 Expl.). - Selten. Schön zeichnende frühe Abzüge.
3. Passio et resurrectio d.n. Jesu Christi. (Antwerpen), A. Collaert, (ca. 1600). Ca. 13:8,5 cm. 24 num. Kupfertaf. (inkl. gest. Titel). - New Hollstein, Collaert 142-165 (nennt 5 Expl., davon 2 inkompl.). - Die Bl. 2-24 verso mit Gebeten in sauberer zeitgenöss. Handschrift in brauner Tinte.
4. (Jesus und die 13 Apostel. Antwerpen,) A. Collaert, (ca. 1600). Ca. 12,7:8,5 cm. 14 Kupfertaf. - New Hollstein, Collaert 681-684. - Sehr selten. New Hollstein kennt nur 1 inkompl. Exemplar (Amsterdam) mit 4 Tafeln: "probably part of a complete series of Christ and the Apostles, no other plates traced". Die Darstellungen in hochovalen Rahmen, Jesus mit Engelsköpfen in den Ecken, die Jünger dort mit Renaissance-Ornamentik (Plattengr. ca. 9,3:6,5 cm). Unter den Dargestellten auch Matthias, Paulus und Judas Thaddäus, nicht jedoch Judas Iskariot.
5. (Vier Kirchenväter. Antwerpen), A. Collaert, (um 1600). Ca. 12:8 cm. 4 Kupfertaf. - Unbekannte Folge. (Vgl. New Hollstein, Collaert 743-746 mit einer anderen Folge der Kirchenväter). Die Darstellungen (Plattengr. ca. 8,6:6,4 cm) zeigen die Kirchenväter lesend oder schreibend in Innenräumen, mit zweizeiligem Text unterhalb. Alle in der Platte bez. "Adria. Collaert excu(d.)".
Daneben: 6. A. Wierix. (Die vier Apostel. Antwerpen), A. Wierix, (um 1600). Ca. 11,5:8,5 cm. 4 Kupfertaf. - Hollstein LXIII, Wierix 1089-1092. - Sehr selten. Hollstein nennt nur 1 inkompl. Exemplar u. 5 Einzelblätter. Schöne Abdrucke im ersten von 3 bei H. genannten Zuständen, mit leichtem Plattenton. ( Plattengr. ca. 8,5:6 cm).
7. Th. Galle. (Die 7 Gaben des Heiligen Geistes. Antwerpen), T. Galle, (um 1600). Ca. 14,5:8,4 cm. 7 num. Kupfertaf. - CalcoGRAFICA FC2325-2330: - Selten. CalcoGRAFICA führt nur 6 der Blätter (ohne Bl. 4). Frühe und kräftige Abdrucke, die Nummer der 7. Tafel noch nicht in der Platte ausgeführt und mit Tinte zeitgenössisch eingetragen.
8. Fünf einzelne gest. Porträts: - A. Wierix. Clemens VIII. Pont. Opt. Max. (Antwerpen um 1600). Brustbild nach li. 8:6 cm. - Bis zum Plattenrand beschnitten u. alt auf Papier montiert, schwach gebräunt. - (Anonym). Clemens VIII. Pont. Opt. Max. (O. O. um 1600). Halbfigur nach re. mit erhobener re. Hand u. Wappen oben li. 13,2:8,5 cm. (Plattengr. 10,7:7,8 cm). - (C. Pinnsen). Laevinus Torrentius secundus Episcopus Antverpien. (O. O. ca. 1595). 12,2:9,3 cm. Kupf. von 2 Platten: Portr. im Oval nach li. und Bordüre mit Blumenschmuck u. Rollwerkskartusche. (Plattengr. 9,4:7,5 cm). - Die Bordüre wurde 1599/1600 mit anderem Porträt weider verwendet, dort mit dem Namen des Stechers Pinnsen. - (Anonym). Henry IIII Roy de France et de Navarre. (O. O. um 1605). 11,2:8 cm. Porträt im Oval mit Schriftbändern in den Ecken. (Plattengr. 6,5:4,8 cm). - Im unteren Rand mit hs. Eintrag des Todestags. - C. Pinnsen. Sereniss. Albertus Archid. Belgii gubernator. (Antwerpen um 1600). 12,8:9,3 cm. Kupf. von 2 Platten: Portr. im Oval und Bordüre mit militär. Attributen u. kl. Vignette mit Darstellung e. Seeschlacht. (Plattengr. d. Bordüre 9,7:7,6 cm).
9. Drei kleine Stadtpläne: "Cales", "Hulst" und "Ter Heyden". (Wohl Antwerpen, C. Pinnsen?, um 1600). Ca. 11:8,5 cm. Pläne von Calais, Hulst und Terhijden aus der Vogelschu mit Darstellung der Maria u. Heiliger oberhalb u. 2 Zeilen Text unterhalb. Hulst mit floraler Bordüre (Plattengr. 10,5:8,3 cm) und Widmung an Erzherzog Albert VII von Österreich in Schriftband.
10. Sechs ganzseit. Kupfer aus: T. Sally. Thesaurus precum et exercitiorum spiritualium. Antwerpen 1609. - 6 der 27 Illustrationen des Buches mit Drucktext verso.
- Insgesamt kaum gebräunt und nur ganz vereinzelt minimal fleckig. - Provenienz: Slg. Clarence H. Clark, mit seinem Exlibris auf dem Innendeckel. Im Sammlungskatalog von J. Thomson ist der Band unter Nr. 423 beschrieben (noch ohne die 6 Kupf. aus T. Sally. - 1909 Auktion Henkels. - 1955 Parke Bernet (Slgn. I. F. Row und A. de Coppet).
Fine Sammelband with 7 complete scarce series of engravings and 14 separate engravings. Altogether 123 engravings. Mounted in the late 19th cent. on small guards to stiff paper. Bound in 19th cent. full morrocco, spine, covers and inner dentelles gilt; expert restoration to front joint and ends of spine.
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(sold)
Erasmus, De duplici Copia + Beibände
Erasmus Roterodamus, D. De duplici copia verborum ac rerum commentarii duo. De laudibus literariae societatis... Basel, J. Froben, 1519. 4to (22,5:17 cm). Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Ambrosius oder Hans Holbein, zahlr. Holzschnittinitialen (die erste koloriert) u. Druckermarke. 294 S., 5 Bl. - Angebunden: Ders. In hoc libello continentur Querela pacis undique gentium eiectae profligataeque. In genere consolatorio de morte declamatio. Encomium matrimonii, encomium artis medicae. 2 Teile. Basel, J. Froben, 1518. 4to. Mit 4 Holzschnitt-Titelbordüren von A. und H. Holbein. 70 (recte 74) S., 1 w. Bl., 55 S. - C. J. Solinus. De mirabilibus mundi. Venedig, (Guglielmus de Cereto), 13.I.1493. 4to. Rom. Typ., regliert. 46 nn. Bll. - H. Gürtler von Wildenberg. Tersissima latini eloquii Synonymorum collectanea non modo epistolas. Leipzig, V. Schumann, 1515. 4to. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 40 nn. Bll. Holzdeckelbd. um 1520 mit breitem, blindgeprägten Schweinsldr.-Rücken, eine Schließe (von 2); teilw. berieben.
I. VD 16 E 2651; Bezzel 744; van der Haeghen I, 66; Titeleinfassung bei Pflugk-Harttung 19. - Oft aufgelegte Stilschule, welche durch viele Beispiele den Schülern helfen sollte, elegant Latein zu schreiben. Erstmals 1512 erschienen. Mit der großen Lucrezia-Bordüre, die aus zwei Leisten zusammengesetzt ist.
II. VD 16 E 3491; Bezzel 1668; van der Haegen I, 84-85 (nur den zweiten Teil). - "Alle vier dieser in dieser Ausgabe vereinigten Stücke gehören zu den populärsten Traktaten des Erasmus" (Stickelberger 190).
III. Hain-Cop. 14881; GW M42827; BMC V, 412; Goff S-621. - Erstmals 1473 bei Nic. Jenson in Venedig erschienenes Werk. "A geographical compilation, mainly derived from Pliny and Mela, which exerted a considerable influence during the Middle Ages" (Honeyman 2873).
IV. VD 16 G 3938. - Einer von mehreren Drucken des Jahres 1515, erstmals 1513 erschienen. Deutsch-lateinisches Synonymenlexikon. Der schlesische Humanist Hieronymus Gürtler von Wildenberg (1464/65-1558) war zunächst als Schulmann tätig. Dabei veröffentlichte er eine Anzahl von Schulbüchern, "sie legen Zeugniß ab von seinem redlichen Streben nach Vervollkommnung nicht nur der hergebrachten, sehr veralteten Lehrmittel, sondern auch der vom Geiste der neuen Zeit noch wenig berührten Unterrichtsmethode seiner Tage" (ADB XLII, 499). - Der Sammelband insgesamt teilw. etwas fleckig bzw. fingerfleckig, die ersten drei Werke mit teilw umfangreichen Anmerkungen von verschiedenen Händen. I. mit Feuchtigkeitsrand im Bund u. Buchblock angebrochen. Letzte 7 Bll. von III. mit Wasserrand im weißen Rand. IV. letzte Bll. mit schmalem Wasserrand, Bl. 5 mit zwei Stempeln im Rand. Vorderer Innendeckel u. Titel von I. mit schwachem Stempel.
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